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Das 4CID Modell am Beispiel der Tätigkeit eines Bildungswissenschaftlers im Bereich der Drogenhilfe

Studienarbeit 2010 20 Seiten

Didaktik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das 4CID Modell am praktischen Beispiel
2.1. Die Fertigkeitenhierarchie - Analyse der Kompetenzen
2.2. Vereinfachende Annahmen und Aufgabenklassen
2.3. Lernaufgaben
2.4. Beispiele für unterstützende Informationen und für Just-in- time Informationen

3. Lerntheoretische Überlegungen
3.1. Überlegungen zum situierten Lernen
3.2. Didaktische Szenarien
3.3. Unterstützende Medien

4. Zusammenfassung und Fazit

5. Literaturverzeichnis

Tabellen- und Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 4CID Modell - eigene Darstellung

Abbildung 2 Fertigkeitenhierarchie - eigene Darstellung

Tabelle 1 Vereinfachende Annahmen

1. Einleitung

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem 4CID Modell nach van Merriënboer und dessen praktischer Anwendung für die Berufstätigkeit eines Bildungswissen- schaftlers im Bereich der Drogenhilfe und dort mit dem Teilbereich der Suchtprä- vention. Ziel der Arbeit ist es, das theoretische 4CID Modell in einem begrenzten Rahmen praxisbezogen anzuwenden und ein Blueprint zu erstellen. Diese Arbeit richtet sich an Leser mit Vorwissen über das 4CID Modell z.B. aus Bastiaens, Deimann, Schrader und Ort (2010) und van Merriënboer, Kirschner und Kester (2003). Ausführlichere Erklärungen finden sich daher gemäß der Aufgabenstel- lung nur dort, wo es um die Anwendung des Modells in der Praxis geht. Benötigte Informationen über die Arbeit in der Drogenhilfe und dort im Bereich der Sucht- prävention habe ich vom Amt für Kinder, Jugendliche und Familie in Münster bezogen und vom Diakonischen SuchtHilfeZentrum Flensburg - siehe Literatur- verzeichnis. Die Hausarbeit besteht aus einem praktischen und einem theoreti- schen Segment. Im Praxisteil finden sich eine Hierarchie zum Berufsbild des Bil- dungswissenschaftlers im Bereich der Drogenhilfe sowie eine Tabelle mit verein- fachenden Annahmen. Für die erste der drei Aufgabenklassen beschreibe ich drei Lernaufgaben. In der Folge gibt es themenbezogene Beispiele für unterstützende Informationen und Just-in-time Informationen. Im theoretischen Segment finden sich einige lerntheoretische Überlegungen zu den Aspekten des situierten Lernens bezüglich des 4CID Modells. Desweiteren führe ich didaktische Szenarien an, die sich zur Integration in das 4CID Modell eignen. Es werden geeignete Medien er- läutert, die mein Blueprint unterstützen, gefolgt von Anwendungsbeispielen. Den Abschluss bilden eine Zusammenfassung und ein persönliches Fazit.1

2. Das 4CID Modell am praktischen Beispiel

Das 4CID Modell wurde im Jahr 1997 von van Merriënboer entwickelt, um die Vermittlung von komplexen Fertigkeiten zu optimieren, so van Merriënboer und Kirschner (2009, S. 4) sowie Bastiaens u.a. (2010, S. 92). Nach van Merriënboer und Kirschner (2009, S. 4-5) trägt das 4CID Modell der Tatsache Rechnung, dass mittlerweile viele Arbeitsabläufe von Maschinen übernommen werden, jedoch die Verrichtungen, die in Menschenhand sind ebenso an Komplexität zunehmen.

„4CID"; steht dabei für „4 Komponenten-Instructional-Design";. Das Modell be- steht nach Bastiaens u.a. (2010, S. 92) aus folgenden Komponenten: Lernaufga- ben mit abnehmendem Scaffolding, unterstützende Informationen schon vor Be- ginn der Ausübung der Tätigkeit, Just-in-time Information für die nicht- wiederkehrenden Aufgaben und Parttask Practice für wiederkehrende Aufgaben zur Automatisierung der Handlungsabläufe.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 4CID Modell - eigene Darstellung der Autorin

2.1. Die Fertigkeitenhierarchie - Analyse der Kompetenzen

Der erste Schritt bei der Ausarbeitung eines Blueprints nach dem 4CID Modell ist es, zu analysieren, was der Lernende am Ende des Lernprozesses können muss, um die Tätigkeit erfolgreich auszuführen. Dies wird als „Analyse der Kompetenz"; bezeichnet (Bastiaens u.a., 2010, S. 95). Die von mir erstellte Fertigkeitenhierar- chie greift aus dem Berufsbild des Bildungswissenschaftlers im Bereich der Dro- genhilfe den Unterbereich der Suchtprävention heraus.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Fertigkeitenhierarchie - eigene Darstellung der Autorin

Die Darstellung einer Fertigkeitenhierarchie zeichnet sich durch horizontale und vertikale Relationen aus. Die erste Reihe der Hierarchie = die temporäre Achse ist von links nach rechts zu lesen. Diese Fertigkeiten können temporär oder auch se- quentiell verknüpft sein. Im Fall meiner Darstellung handelt es sich um eine tem- poräre Anordnung - zuerst wird die Bedarfsanalyse durchgeführt, dann die Schul- stunde dementsprechend geplant, durchgeführt und evaluiert. Die Spalten in der Hierarchie hingegen sind von unten nach oben zu lesen, wobei die Fertigkeiten in der unteren Reihe jeweils Bedingung sind, um die darüber stehende Fertigkeit erfolgreich auszuführen. Dies bezeichnet man als konditionelle Verknüpfung. Ein Beispiel: Der Bildungswissenschaftler sollte zuerst den Wissensstand der Schüler zum Thema Drogen erfragen - erst in der Folge kann er seine Unterrichtsstunde dem Vorwissen seiner Schüler entsprechend anpassen. Ziel der Erstellung einer Hierarchie ist es, Leistungsziele formulieren zu können und sie in nicht- wiederkehrende bzw. wiederkehrende Fertigkeiten zu klassifizieren, so Bastiaens u.a. (2010, S. 95).

Wiederkehrende Fertigkeiten werden vom Lernenden während der Ausübung von Tätigkeiten entwickelt, bei denen die Handlungsabläufe im Laufe der Zeit auto- matisiert werden. Nicht-wiederkehrende Fertigkeiten erlangt der Lernende durch das Lösen von Problemen, die sich während der Bearbeitung der Aufgabe erst ergeben. Diese Fragestellungen sind nicht routinemäßig, siehe hierzu auch Bas- tiaens u.a. (2010, S. 90).

2.2. Vereinfachende Annahmen und Aufgabenklassen

Der nächste Schritt bei der Erarbeitung eines Blueprints nach dem 4CID Modell ist die Bildung von Aufgabenklassen.

Für die Erstellung der Aufgabenklassen bestehen verschiedene Möglichkeiten der Sequentialisierung. So kann nach dem Prinzip der Nachdruck-Manipulation ver- fahren werden; es gibt das Prinzip der Mentale Modelle Progression, die Variante es systemischen Problemverfahrens und das Sequenzprinzip der vereinfachenden Annahmen, siehe Bastiaens u.a. (2010, S. 96-97). Nach dem letztgenannten Prin- zip, welches auch das am häufigsten verwendete ist, werde ich in dieser Arbeit verfahren.

Im Mittelpunkt meiner Tabelle 1 steht die Frage: Welche Faktoren erleich- tern/erschweren die Arbeit an dem Beispielprojekt - der Planung, Durchführung und Analyse einer Informationsveranstaltung zum Thema Drogen an einer Schu- le? Dies entspricht dem Sequenzprinzip der vereinfachenden Annahmen, dem am häufigsten verwendeten System dieser Art bei der Arbeit mit dem 4CID Modell - siehe hierzu Bastiaens u.a. (2010, S. 96-97).

[...]


1 In dieser Hausarbeit wird ausschließlich die männliche Schreibweise verwendet. Frauen sind jedoch gleichermaßen angesprochen.

Details

Seiten
20
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640690411
ISBN (Buch)
9783640690831
Dateigröße
962 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v156193
Institution / Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
1,7
Schlagworte
4CID-Modell Modul 2B FernUniversität Hagen Bildungswissenschaften

Autor

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