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Analyse der jüngsten Aktivitäten und Zielsetzungen der Normungsorganisationen DIN, AFNOR und BSI

Unter Zuhilfenahme von Jahresberichten, Strategiepapieren und Internetpräsenzen

Seminararbeit 2008 29 Seiten

Ingenieurwissenschaften - Maschinenbau

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung
1.1. Standard = Norm?
1.2. Einordnung in das Gesamtsystem

2. Hauptteil
2.1. DIN
2.1.1. Historie
2.1.2. Wesentliche Merkmale und Aufgaben
2.1.3. Status Quo
2.1.4. Ziele
2.2. BSI
2.2.1. Historie
2.2.2. Wesentliche Merkmale und Aufgaben
2.2.3. Status quo
2.2.4. Ziele
2.3. AFNOR
2.3.1. Historie
2.3.2. Wesentliche Merkmale und Aufgaben
2.3.3. Status quo
2.3.4. Ziele

3. Schluss
3.1. Vergleich
3.2. Resümee

4. Anhang
4.1. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In der vorliegenden Hausarbeit wird das Thema „Analyse der jüngsten Aktivitäten und Zielsetzungen der Normungsorganisationen DIN, AFNOR, BSI anhand von Jahresberichten, Strategiepapieren, Internetpräsenzen“ in dem Modul „Standardisierung in Unternehmen und Märkten“ behandelt.

Zu Beginn erfolgt eine Begründung des Interesses an dem Modul und dem Thema der Hausarbeit:

Standardisierung und Normierung beginnen zwar am Anfang in der Technik, wirken sich jedoch schnell auf die Betriebs- und damit Volkswirtschaft eines Staates und damit seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit aus. Nur, um einige Vorteile zu nennen: Normen bauen Handelshemmnisse ab und wirken sich auf die Wirtschaft dergestalt aus, dass deren jährlicher Nutzen für Deutschlands Wirtschaft mit ca. 16 Mrd. € beziffert wurde und sie ein Drittel des Wirtschaftswachstums bewirken.[1]

Des Weiteren bieten Normen auch viele Vorzüge auf betriebswirtschaftlicher Basis der Unternehmen, was an dieser Stelle auszuführen, jedoch zu weit gehen würde.

Ebenso auf der Ebene der Anwender und Konsumenten: Ohne die Kompatibilität von Produkten und Systemen, was von Jedem als selbstverständlich hingenommen wird, würden viele Abläufe in nahezu allen Bereichen unseres Lebens nicht so effizient und zügig ablaufen können, wie gewohnt; sei es bei Reparaturen oder bspw. beim Auswechseln einer defekten Glühbirne.

Da ich diesen Aspekt der Gleichheit, Normierung, als sehr interessant erachte, auch unter wirtschaftlicher Betrachtung, fiel es mir leicht, mich für das Thema mit der Bearbeitung der Organisationen zu entscheiden, die dafür zuständig sind, Normen zu erarbeiten und herauszugeben.

Bei der Materialbeschaffung gab es keinerlei Probleme, da bezüglich des Themas Quellen, insbesondere im Internet, en masse existieren und die einzige Schwierigkeit hierbei darin besteht, die relevanten Informationen herauszufiltern.

In der Hausarbeit werden gemäß dem Thema der Vergleich der drei erwähnten Organisationen mit Hilfe von Geschäftsberichten, Pressemeldungen und deren Präsenz im Internet im Vordergrund stehen.

Zuvor werde ich jedoch kurz Standard von Norm abgrenzen, da diese von vielen Menschen fälschlicherweise als Synonyme benutzt werden und exemplarisch aufzeigen, wie eine Norm eingeführt wird.

Danach werden, weiterhin zur Einleitung in das Hauptthema, die drei besagten Institute in das Gesamtsystem eingeordnet und deren Beziehungen untereinander dargestellt.

Im Hauptteil werden die Organisationen DIN, BSI und AFNOR sukzessive beschrieben und mit Hilfe der folgenden Unterpunkte charakterisiert: Entstehungsgeschichte und Historie; wichtige Merkmale; Status quo (basierend auf den Geschäftsberichten und Pressemitteilungen) und letztlich die Ziele der jeweiligen Organisation.

Im Schlussteil werden weitere Unterschiede mit Hilfe von Diagrammen und Statistiken aufgezeigt und ein Fazit gezogen.

Ziel der Hausarbeit ist es, die Aktivitäten und Zielsetzungen von DIN, BSI und AFNOR miteinander zu vergleichen und dabei aufkommende Unterschiede oder Parallelen aufzuzeigen.

1.1. Standard = Norm?

Wie bereits angedeutet, fasse ich diesen Punkt kurz auf, da in der Bevölkerung Standard oftmals gleichbedeutend mit Norm verwendet wird und besagte Begriffe miteinander vertauscht werden.

Eine Norm spiegelt den aktuellen Stand der Technik wider und ist in festgelegten Prozessen in einer Normungsorganisation entstanden. Sie erleichtert den Umgang mit regelmäßig wiederkehrenden Abläufen.

Genau ist der Begriff „Norm“ sogar in der Norm DIN EN 45020 definiert: „Dokument, das mit Konsens erstellt und von einer anerkannten Institution angenommen wurde und das für die allgemeine und wiederkehrende Anwendung Regeln, Leitlinien oder Merkmale für Tätigkeiten oder deren Ergebnisse festlegt […].“

Jedoch sind Normen nicht mit Gesetzen auf eine Stufe zu stellen, da deren Einhaltung freiwillig ist. Nichtsdestotrotz haben sie aufgrund der zahlreichen Vorzüge eine hohe Durchsetzungskraft und können in Einzelfällen gar rechtsverbindliche Züge annehmen.[2]

Ein Standard hingegen, in diesem Fall „ein technischer Standard, der sich im Lauf der Jahre durch die Praxis vieler Anwender und verschiedener Hersteller als technisch nützlich und richtig erwiesen hat, bei einer gewissen Problemstellung ein bestimmtes pragmatisches Regelwerk einzuhalten. Ein (inter)nationales Normungsverfahren wurde jedoch nicht durchgeführt.“[3]

Ergo durchläuft ein Standard kein offizielles Normungsverfahren wie eine Norm.

Im internationalen Bereich kommt jedoch erschwerend hinzu, dass im englischen Sprachgebrauch lediglich ein Wort hierfür existiert: Gibt man bspw. auf der Internet-Seite eines Fremdsprachenbuchs den englischen Begriff standard ein, erhält man zur Übersetzung sowohl Standard als auch Norm, je nach Kontext.[4]

Wie werden Normen nun eingeführt?

Zuerst ist jede Person dazu berechtigt, einen Antrag für eine Norm zu stellen.

Die Gruppen, die sich für den Antrag interessieren, beordern dann ihre Spezialisten zu einem DIN-Arbeitsausschuss. Die Aufgabe von DIN liegt darin, die Abläufe in den Prozessen abzustimmen und die Leitung zu verantworten.

Wenn sich der Arbeitsausschuss einig ist und einen Konsens gefunden hat, nach Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit oder auch des Status quo der Technik, wird der Entwurf öffentlich zur Diskussion freigegeben und kann erst dann als Norm publiziert werden.[5]

1.2. Einordnung in das Gesamtsystem

Das Deutsche Institut für Normung e.V. ist zwar zuerst auf deutscher, also nationaler Ebene die wichtigste Organisation für Normung in charge, jedoch nur eine von vielen.

Wie in meiner Hausarbeit auch bearbeitet, existiert in England die BSI, The British Standards Institution, und in Frankreich das Pendant AFNOR, Association francaise de normalisation.

Diese Institutionen im nationalen Bereich sind jedoch noch anderen sowohl auf regionaler als auch auf internationaler Ebene untergeordnet.

Im folgenden Organigramm sind die Beziehungsverhältnisse dargestellt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[6]

Hier ist gut zu erkennen, dass DIN auf nationaler Ebene für Normierung zuständig ist;

sobald es jedoch bspw. um europäische oder gar internationale Interessen geht, an CEN, Comité Européen de Normalisation, oder ISO, International Organization for Standardisation, Kompetenzen und Zuständigkeiten abgibt.

Die Unterstellungen in den Sparten Elektrotechnik und Telekommunikation stellen das gleiche Prinzip, wie oben erläutert, dar.

2. Hauptteil

Wie eingangs in der Einleitung dargelegt, werden im folgenden Kapitel die nationalen Normungsorganisationen DIN, BSI und AFNOR beschrieben indem deren Entstehung, derzeitiger Stand und Ziele herausarbeitet werden.

2.1. DIN

DIN steht für Deutsches Institut für Normung

2.1.1. Historie

Das DIN wurde im Jahr 1917, genau am 22. Dezember, gegründet und fungierte zu Beginn als Normenausschuss für die damalige deutsche Industrie (NADI).

Bereits im März des Folgejahres wurde die erste DIN-Norm, i.e. DIN 1 Kegelstifte, erlassen.

1920 folgte die Eintragung als Verein und das DIN-Zeichen wurde beim Patentamt angemeldet.

Ein weiterer wichtiger Meilenstein, der heute als Selbstverständlichkeit hingenommen wird, ist die Publikation der Norm DIN 476 – Papierformate im Jahre 1922.

Zwei Jahre später wurde der Beuth-Verlag gegründet, auf den ich im weiteren Verlauf der Arbeit genauer eingehen werde.

1926 erfolgte die Änderung des Namens von Normenausschuss der deutschen Industrie (NADI) in DANN – Deutscher Normenausschuss.

Im Jahr 1927 kann DIN bereits die 3000. Norm verzeichnen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Wiederaufnahme der Tätigkeiten, tritt das DIN im Jahr 1951 der ISO, International Organization for Standardization, bei.

1961 nahm das DIN als Mitglied an der Gründung von CEN, Europäisches Komitee für Normung, teil.

Weitere relevante Ereignisse sind die Gründung der deutschen Gesellschaft für Warenkennzeichnung mbH (1972) und des Verbraucherrates (1974).

1974 wird der bisherige Name DNA in DIN Deutsches Institut für Normung e.V. geändert.

Zusammenarbeit mit dem chinesischem Normungsinstitut (1979) und dem russischen Pendant GOST (1989) folgen.

Initialisierung des „Neuen Konzepts“ im Jahr 1985 nach welchem die Legislative auf Normen verweist.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands werden die DIN-Normen im ehemaligen Osten empfohlen und eingeführt.

Außerdem beteiligen sich die schweizerische und österreichische Organisation am Beuth-Verlag, sodass nun der gesamte deutschsprachige Raum abgedeckt wird (1992).

1998 erschien die deutsche PAS, Publicity Available Specification, um die Diskrepanz zwischen konsensbasierter Normung und Werknormung zu begradigen.

Publikation der Deutschen Normungsstrategie 2004, in welcher fünf gemeinsame Ziele aller an Normung interessierter Personen festgehalten werden, die im Verlauf der Arbeit noch konkretisiert werden.[7]

2.1.2. Wesentliche Merkmale und Aufgaben

Das DIN, Deutsches Institut für Normung e.V., „ist ein eingetragener Verein, wird privatwirtschaftlich getragen und ist laut eines Vertrages mit dem Bund die zuständige Normungsorganisation für die europäischen und internationalen Normungsaktivitäten. Es bietet ein Forum für Hersteller, Handel, Industrie, Wissenschaft, Verbraucher, Prüfinstitute und Behören, als so genannte interessierte Kreise […].“[8]

[...]


[1] Vgl.: http://www.din.de/cmd?level=tpl-rubrik&menuid=47391&cmsareaid=47391&menurubricid=47513&cmsrubid=47513&languageid=de#oben

[2] Vgl.: http://www.din.de/cmd?level=tpl-rubrik&menuid=47391&cmsareaid=47391&menurubricid=47513&cmsrubid=47513&languageid=de#oben

[3] Zitiert nach: http://de.wikipedia.org/wiki/Industriestandard

[4] Vgl.: http://www.ponsline.de/cgi-bin/wb/w.pl?ID=28163poTMebsQkNe6.&Richtung=ED&Treffer=1&Begriff=standard

[5] Vgl.: http://www.din.de/cmd?level=tpl-rubrik&menuid=47391&cmsareaid=47391&menurubricid=47513&cmsrubid=47513&languageid=de#oben

[6] Vgl.: http://www.din.de/cmd;jsessionid=4A11EE9893B24AF6041EF83339CE60D6.2?level=tpl-bereich&menuid=47390&cmsareaid=47390&languageid=de

[7] Vgl.: http://www.din.de/cmd?level=tpl-unterrubrik&menuid=47391&cmsareaid=47391&cmsrubid=47514&menurubricid=47514&cmssubrubid=47520&menusubrubid=47520&languageid=de

[8] Zitiert nach: http://de.wikipedia.org/wiki/DIN

Details

Seiten
29
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640688920
ISBN (Buch)
9783640689231
Dateigröße
672 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v155994
Institution / Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg – Institut für Normenwesen und Maschinenzeichnen
Note
2,3
Schlagworte
Standardisierung Normierung DIN AFNOR BSI Normungsorganisation CEN ISO Standard Norm Jahresberichte Internetpräsenzen Strategiepapiere Analyse Deutsches Institut für Normung British Standards Institution Association Francaise de Normalisation

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