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Sklaverei in der Karibik und Brasilien

Seminararbeit 2004 11 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Brasilien und die Sklaverei
2.1. Zur Vorgeschichte Brasiliens
2.2. Der Beginn und Verlauf der Sklaverei
2.3. Die Entstehung der Quilombos
2.4. Die Abschaffung der Sklaverei

3.Die Sklaverei in der Karibik am Beispiel Haitis
3.1. Vorgeschichte
3.2. Die Ankunft der ersten afrikanischen Sklaven
3.3. Der Kampf um Hispaniola
3.4. Der erste Sklavenaufstand und das Ende der Sklaverei

4. Bibliographie

1. Einleitung

Die Karibischen Inseln, Brasilien und die Südstaaten der späteren USA nahmen 90% der Sklaven auf, die gezwungenermaßen von Afrika aus, über den Atlantik verfrachtet worden waren. Der größte Teil von ihnen kam nach Brasilien. Der Zuckeranbau und später der Tabakanbau in Plantagenwirtschaft war der wichtigste Faktor, der hinter dem Sklavenhandel stand. Für Arbeiten, die mit Reis, Kaffee und Minenbau zu tun hatten, wurden weniger als 20% der Sklaven eingesetzt, die über den Atlantik gekommen waren.

Nach neusten Forschungen wurden fast 10 Millionen Sklaven im transatlantischen Handel vom 16. bis zum 19. Jahrhundert verschifft. Der Bevölkerungsverlust Afrikas durch die menschenunwürdigen Bedingungen auf den Transporten zur Westküste und auf der Überfahrt muss allerdings auf insgesamt 15 Millionen geschätzt werden.

Überwiegend wurden männliche Sklaven exportiert, Frauen wurden aufgrund ihrer geringeren Bedeutung für die Landwirtschaft seltener verkauft, nur zur Erziehung des Nachwuchses und zur Führung des Haushaltes wurden sie benötigt.

In dieser Arbeit soll speziell der transatlantische Sklavenhandel in Brasilien und der Karibik untersucht werden. Im ersten Teil der Arbeit wird die Geschichte Brasiliens ab 1530 und die dort stattfindende Kolonisierung beschrieben. In Bezug darauf, wird weiterhin ausgeführt wie es zur Entstehung der Quilombos in Brasilien kam.

Im zweiten Teil wird erläutert wie es in der Karibik, besonders auf Haiti, zum Import von Sklaven kam und welche Auswirkungen der Handel auf die Bevölkerung und die Geschichte der Insel hatte.

Weiterhin bietet diese Arbeit einen ausführlichen Blick darauf wie es in beiden Ländern zum Ende der Sklaverei kommt und was dann mit den ehemaligen Sklaven geschah.

Hinsichtlich der Literaturrecherche, dass ein breites Spektrum an Literatur über die Sklaverei bietet, habe ich mich intensiv mit der “Geschichte Haitis” von Walther L. Bernecker beschäftigt.

Für die Problematik der Fragestellung dieser Arbeit, erwiesen sich auch das Buch von Wolfgang Reinhard “ Kleine Geschichte des Kolonialismus “ und das Werk von Manfred Wöhlcke “ 500 Jahre Brasilien” als hilfreich.

2. Brasilien und die Sklaverei

2.1. Zur Vorgeschichte Brasiliens

Durch Skelettfunde wird angenommen, dass Brasilien seit 10000 Jahren besiedelt war.[1]

Aber erst 1499 wird Brasilien von dem Spanier Vincente Pinzón entdeckt und 1500 von dem Portugiesen Pedro Alvares Cabral für Portugal in Besitz genommen.

Zu dieser Zeit lebten in Brasilien ungefähr 2,5 Millionen Indianer. Es handelten sich um Stammesgesellschaften auf Steinzeitniveau, die von der Jagd, der Sammeltätigkeit und einem einfachen Ackerbau lebten.[2]

Mehrere Versuche anderer europäischer Staaten, sich in Brasilien festzusetzen, konnten von den Portugiesen eine Zeitlang vereitelt werden.

Ab 1530 begann dann die wirkliche Kolonisierung Brasiliens, durch Portugal, mit der Errichtung durch Zuckerrohrplantagen und kleineren Siedlungen. Kurz darauf fing auch schon die Einfuhr von Sklaven aus Afrika an.

2.2. Der Beginn und Verlauf der Sklaverei

Die Historiker streiten sich zwar immer noch, wann der erste afrikanische Sklave in Brasilien ankam, aber sie sind sich aber einig, dass es 1549 bereits eine größere Anzahl afrikanischer Sklaven in Brasilien gegeben haben muss, denn in diesem Jahr erließ die portugiesische Regierung ein Gesetz, nach dem es jedem Portugiesen erlaubt war, 120 Sklaven zu besitzen.

Es entstanden um 1580 viele kleine Siedlungen und Plantagengebiete, 14000 Sklaven und 18000 Indianer waren schon auf den Zuckerrohrplantagen beschäftigt. Im Vergleich dazu muss erwähnt werden, dass es zur selben Zeit nur 20000 sesshafte Portugiesen gab.[3]

Im 16.ten Jahrhundert wurden von Afrika aus 100000 Sklaven nach Brasilien verschifft, bereits ein Jahrhundert später war es schon 600000.[4]

Der Sklavenhandel nahm dann im 17.Jahrhundert mit der Blüte der Zuckerrohrproduktion stark zu, den das Zuckerrohr musste binnen 24 Stunden verarbeitet werden und so war der Bedarf an Arbeitern besonders hoch.[5]

Zwischen 1580- 1680 war Brasilien der größte Zuckererzeuger und -exporteur der Welt.[6]

Nach Entdeckung der reichen Bodenschätze im Landesinneren Brasiliens wurden im 18.Jahrhundert immer mehr Afrikaner gebraucht und die Gewinne der Sklavenhändler waren exorbitant.

[...]


[1] Manfred Wöhl>

[2] Wöhlcke, Z. S. 15.

[3] Urs Bitterli: „Die Wilden und Zivilisierten“. Vgl. S. 168.

[4] Wolfgang Reinhard: „Kleine Geschichte des Kolonialismus“. Vgl. S. 81.

[5] Reinhard, Vgl. S. 79.

[6] Reinhard, Vgl. S. 80.

Details

Seiten
11
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783640680955
ISBN (Buch)
9783640680788
Dateigröße
435 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v155918
Institution / Hochschule
Universität Potsdam
Schlagworte
Sklaverei Karibik Brasilien Quilombos Hispaniola transatlantischer Sklavenhandel

Autor

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Titel: Sklaverei in der Karibik und Brasilien