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Standardisierung von Formularen im Web mittels der Markup-Language XForms

Seminararbeit 2010 18 Seiten

Informatik - Internet, neue Technologien

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungen

Gegenstand und Ziele des XForms-Standard

Stand des Standardisierungsprozesses und Versionsvergleich

Vergleich zu HTML-Forms

Grundlegende Prinzipien von XForms

XForms Funktionalität dargestellt an einem Beispiel

Diskussion der Einsatzgebiete und Implementierungen

Einordnung und Vergleich zu ähnlichen Standards

Zusammenfassung und Ausblick

Anhang

Quellenverzeichnis

Abkürzungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Gegenstand und Ziele des XForms-Standard

XForms ist ein auf XML[1] basierender Standard, der vom W3C herausgegeben wird. Gegenstand des Standards ist eine plattformunabhängige XML-Standard konforme Auszeichnungssprache zur Beschreibung von Formularen zur Bearbeitung und Übertragung von XML-Dokumenten.[2] Das primäre Ziel des Standards ist es einen eigenständigen Ersatz für HTML-Forms im Web zu entwickeln. Darüber hinaus werden folgende Ziele verfolgt[3]:

- Unterstützung strukturierter Daten im XML-Format
- Erweiterte Ausführungslogik von Formularen auf der Seite des Clients zur Reduzierung der Kommunikation mit dem Server
- Dynamischer Zugriff auf Datenquellen auf dem Server während der Ausführung des Formulars auf einem Client
- Trennung von Daten, Ausführungslogik und Repräsentation
- Nahtlose Integration von XForms-Formularen in andere Sprachen der XML-Familie
- Verbesserte Internationalisierung und Barrierefreiheit
- Möglichkeit der Verwendung mehrerer Formulare in einem Dokument und eines Formulars in mehreren Dokumenten
- Möglichkeit zur Unterbrechung und Wiederaufnahme des Interaktionsvorgangs

Stand des Standardisierungsprozesses und Versionsvergleich

Die erste Working Draft Version des Standards wurde im August 2000 vom W3C veröffentlicht. Nach dem Durchlaufen des offiziellen Standardisierungsprozesses wurde XForms 1.0 im Oktober 2003 als W3C Recommendation veröffentlicht. Im Oktober 2007 erschien die dritte Überarbeitung XForms 1.0 (Third Edition). Diese Version beinhaltet Verbesserungen, die aus vier Jahren Erfahrungen in der Anwendung des Standards in der Industrie resultierten.[4]

Von 2004 bis 2009 lief der Standardisierungsprozess für die Version 1.1 von XForms. Diese Version ist am 20. Oktober 2009 als W3C Recommendation veröffentlicht worden. [4] Folgende Unterschiede bestehen zur Version 1.0 [2]:

- Verbesserte Unterstützung der Kommunikation mit SOAP-Websevices, RESTful Webservices, ATOM-basierten Webservices und nicht-XML Webservices (z.B. JSON-basierte Webservices)
- Verbesserte Kontrolle über den Datenübertragungsprozess und die Datenserialisierung
- Erweiterung der verwendbaren Datentypen für die Datenstruktur
- Erweiterung der unterstützen Funktionen von XPath-Ausdrücken
- Feinere Definition und Klassifikation der Erscheinung und des Verhaltens der Controls
- Erweiterung der verfügbaren Actions, so dass alle Actions und Mengen von Actions bedingt oder iterativ ausgeführt werden können

XForms sollte als Teil des XHTML 2.0 Standards, die im HTML- und XHTML-Standard bis dahin verwendeten Elemente für Formulare ersetzen. Der XHTML 2.0 Standardisierungsprozess und die zugehörige Working Group wurden jedoch vom W3C zum Ende des Jahres 2009 ohne Aussicht auf Wiederaufnahme ausgesetzt, ohne dass der Standard im Status einer Recommendation veröffentlicht wurde.[5] Der XForms-Standard wird dessen unbeachtet von der Forms Working Group unter dem Dach des W3C weiter entwickelt.

Die Mitglieder der Working Group des W3C, die für die Weiterentwicklung und Pflege des Standards verantwortlich ist, stammen aus Unternehmen wie IBM, DreamLab, PicoForms, SATEC, Orbeon, Sun, XEROX oder Google. [2]

Vergleich zu HTML-Forms

HTML-Forms bezeichnet die Elemente und die damit verbundenen Programmabläufe für die Beschreibung von Formularen im HTML-Standard ab der Version 2.0. HTML-Forms sind im Web allgegenwärtig. Ohne diese wären die Interaktionsmöglichkeiten heutiger Webseiten nicht zu realisieren. Jedoch zeigten sich in der Praxis Nachteile der HTML-Forms, die zu der Entwicklung des hier beschriebenen XForms-Standard führten und dessen Vorteile begründen.[6]

Einer der häufig genannten Nachteile von HTML-Forms ist die Abhängigkeit von Skriptsprachen und hier insbesondere JavaScript. Nur mithilfe von Skriptsprachen sind übliche Anforderungen wie Eingabeprüfungen, berechnete Felder oder dynamische Layouts umsetzbar. Als Folge muss neben dem HTML für die Formulare auch der zugehörige Script-Code entwickelt und gewartet werden, was zum einen eine Zunahme der Komplexität bedeutet, zum anderen eine Zunahme möglicher Fehlerquellen. In der Praxis führt die Bedeutung der Skriptsprache JavaScript dazu, dass auf diese Sprache spezialisierte Entwickler beschäftigt werden müssen. [6]

Die Initialisierung von Formularen ist ein weiterer Nachteil der HTML-Forms. Angemeldeten Benutzern werden auf Webseiten nicht leere Formulare präsentiert, sonder oft solche mit zuvor bereits von dem Benutzer gemachten Eingaben. Die Initialisierung solcher Formulare erfordert bei HTML-Forms die Anpassung des Markups auf dem Server, da Initialwerte nur über ein statisches Attribut möglich sind. Dies ist einer der Gründe für die Nutzung von Systemen zur Template-Verarbeitung für HTML-Dokumente. Es ist von Nachteil, dass dieser Prozess der Initialisierung auf dem Server wertvolle Rechenzeit benötigt und nicht an den Client ausgelagert werden kann. [6]

HTML-Forms haben auch den Nachteil, dass diese nur eine flache Datenstruktur mit Schlüsselwertpaaren zum Server übertragen können. Die Übertragung komplexerer hierarchischer Datenstrukturen ist nur umständlich durch Workarounds mit Scripting auf dem Client realisierbar. [6]

Ein nicht offensichtlicher Nachteil von HTML-Forms ist die zugrundeliegende Annahme eines einstufigen Prozesses. HTML-Forms sind nach dem Funktionsprinzip einer einmaligen Kommunikation zwischen Client und Server entwickelt worden. Der Server liefert ein Formular an den Client. Der Client sendet Eingabewerte eines Benutzers in dem Formular an den Server. Damit ist der Prozess bei HTML-Forms beendet. In praktischen Szenarios bilden Formulare aber häufig komplexere Workflows ab, die mehrere Schritte umfassen können. Ein Antrag in einer Behörde kann beispielsweise die Zustimmung mehrere Instanzen erfordern, ehe diesem zugestimmt werden kann. Diesen Prozess mit einem Formular abzubilden erfordert einen mehrstufigen Kommunikationsprozess, der mit HTML-Forms nicht darstellbar ist. [6]

Zusammenfassend sind HTML-Forms durch folgende Nachteile gekennzeichnet:

- Starke Abhängigkeit von Skriptsprachen wie JavaScript für übliche Anforderungen
- Initialisierung von Formularen mit Werten ist auf Client-Seite statisch
- Nur flache Schlüsselwertpaare werden als Datenstruktur unterstützt
- Annahme eines einstufigen Prozesses

Der XForms-Standard löst diese Nachteile von HTML-Forms:

Die starke Abhängigkeit von Skriptsprachen wird in XForms reduziert. Eingabeprüfungen, berechnete Felder und dynamisches Layout sind in XForms meist über Deklarationen abbildbar. Dazu dienen zum einen mit XPath definierbare Eingabeprüfungen und Berechnungen zum anderen XForms Actions die dynamisch auf XML Events reagieren.

[...]


[1] W3C (2006): Extensible Markup Language (XML) 1.1 (Second Edition) W3C Recommendation 16 August 2006, edited in place 29 September 2006, URL: http://www.w3.org/TR/2006/REC-xml11-20060816/, abgerufen am 03.05.2010.

[2] W3C (2009): XForms 1.1 W3C Recommendation 20 October 2009, URL: http://www.w3.org/TR/2009/REC-xforms-20091020/, abgerufen am 03.05.2010.

[3] W3C (2010): The Forms Working Group, URL: http://www.w3.org/MarkUp/Forms/, abgerufen am 03.05.2010.

[4] W3C (2010): XForms Publication History, URL: http://www.w3.org/standards/history/xforms11, abgerufen am 03.05.2010.

[5] W3C (2009): Frequently Asked Questions (FAQ) about the future of XHTML, URL: http://www.w3.org/2009/06/xhtml-faq.html, abgerufen am 05.05.2010.

[6] Dubinko, M. (2003): XForms Essentials, Sebastopol: O’Reily Media.

Details

Seiten
18
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640699674
ISBN (Buch)
9783640699551
Dateigröße
401 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v155809
Institution / Hochschule
Beuth Hochschule für Technik Berlin
Note
1,7
Schlagworte
XForms Web Formular XHTML HTML Forms XML W3C Standard Markup MVC

Autor

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