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Perspektiven für die französische Sprache in einer zunehmend globalisierten Welt

Diplomarbeit 2010 98 Seiten

Sprachwissenschaft / Sprachforschung (fachübergreifend)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Rolle der franzosischen Sprache - von der Vergangenheit bis in die Gegenwart
2.1. Das Zeitalter Louis XIV und der Absolutismus
2.2. Das Zeitalter der Aufklarung
2.3. Die Dritte Republik
2.4. Frankreich und der Kolonialismus
2.4.1. Grundzuge der franzosischen Kolonialpolitik
2.4.2. Interessen und Nutzen der Kolonien
2.4.3. Das Ende der kolonialen Herrschaft
2.5. Frankreich im 21. Jahrhundert
2.5.1. Die Verbreitung der franzosischen Sprache
2.5.2. Der politische Status Frankreichs

3. Herausforderungen fur die franzosische Sprache vor dem Hintergrund der Globalisierung
3.1. Englisch als lingua franca
3.2. Mandarin und Hindi - zukunftige Weltsprachen?
3.2.1. Der Aufstieg der Schwellenlander China und Indien
3.2.2. Wirtschaftliche und sprachliche Folgen
3.3. Die Renaissance des Arabischen in Nordafrika

4. Frankreichs Mafinahmen zum Schutz und zur Verbreitung der franzosischen Sprache
4.1. Nationale MaBnahmen
4.1.1. Das Verbot samtlicher Fremdworter
4.1.2. Diskurswechsel in der franzosischen Sprachpolitik
4.2. MaBnahmen in der Europaischen Union
4.2.1. Rolle des Franzosischen in der EU
4.2.2. Forderung des Franzosischen in den europaischen Institutionen
4.3. Die F rankophonie
4.3.1. Entstehung und Ideologie
4.3.2. Die Frankophonie als Global Player
4.3.3. Die Bedeutung der Frankophonie fur Frankreich
4.4. Frankreichs Kampf fur den Erhalt der franzosischen Sprache am Beispiel Afrikas
4.4.1. Das Franzosische in Afrika
4.4.2. MaBnahmen zur Forderung des Franzosischen in Afrika
4.4.3. Grande fur eine franzosische Prasenz in Afrika

5. Schlussbetrachtung und Ausblick

Literatur- und Quellenverzeichnis

Abkurzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Danksagung

Diese Diplomarbeit entstand am Fachbereich fur Politikwissenschaften der Freien Universitat Berlin unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Hajo Funke.

Daher mochte ich zunachst Herrn Prof. Dr. Funke danken. Nur durch sein mir entge- gengebrachtes Vertrauen, war es moglich, diese Diplomarbeit anfertigen zu konnen. Nicht zuletzt hat mir durch die freundliche und stets hilfreiche Unterstutzung diese Arbeit viel Freude bereitet.

AuBerdem gilt mein Dank Herrn Prof. Dr. Winfried Engler, der mir durch sein uber- durchschnittliches und nicht immer selbstverstandliches Engagement eine groBe Hil- fe und Stutze war.

AuBerordentlicher Dank gebuhrt meinem Freund Sven und meiner Freundin Jana fur das Korrekturlesen dieser Arbeit, fur die konstruktiven Anmerkungen und fur die einzigartige Unterstutzung in den vergangenen Monaten.

Uber allem steht naturlich meine geliebte Familie, ohne die dieses Studium nie mog­lich gewesen ware. Sie gab mir vor allem in schweren Momenten den notigen Halt. Durch ihre moralische und finanzielle Unterstutzung ermoglichten sie mir funf scho- ne Jahre in Berlin sowie zwei unvergessliche universitare Auslandsaufenthalte in Frankreich.

1. Einleitung

Das kulturelle Bewusstsein und nationale Selbstverstandnis der Franzosen druckt sich in der Wertschatzung und in dem Schutz der eigenen Sprache aus. Was in ande- ren europaischen Mitgliedsstaaten eher skeptisch wahrgenommen und als ruckwarts- gerichtete nationalistische Tendenz gewertet wird, ist in Frankreich Ausdruck eines unbelasteten Kulturbewusstseins.1 Schon langst leitet Frankreich seine Stellung in der Welt und in Europa nicht mehr wie zu napoleonischer Zeit aus einer politischen und militarischen Vormachtsstellung ab, sondern aus den Eigenheiten seiner Ge- schichte und seines kulturellen Erbes. Demnach ist die weltweite Verbreitung der franzosischen Sprache eine traditionelle und universelle Prioritat der franzosischen Kulturdiplomatie.2

Die Globalisierung hat den weltweiten Wirtschaftsraum in seiner Einheit als auch den weltweiten Kulturbereich durch seine vielschichtigen und komplexen Prozesse grundlegend verandert. Verschiedene Kulturkreise greifen ineinander, uberlappen und gleichen sich einander an, so dass teilweise traditionelle Formen der kulturellen Identitat vermehrt in Frage gestellt oder sogar aufgelost werden. Hier zeigt sich, dass der mogliche Verlust der eigenen Identitat von vielen als Bedrohung wahrgenommen wird - so auch in Frankreich. Die Geschichte der ,Grande Nation’ verdeutlicht, dass Sprache kulturelle Identitat schafft.3

Im Zuge der Globalisierung finden auch sprachliche Veranderungen statt - das Ge- wicht der Weltsprachen verschiebt sich. Die meisten Weltsprachen entstanden haupt- sachlich durch Expansionen von Staaten und andauernde Hegemonie. Galt in der Antike noch das Babylonische und im 17. Jahrhundert das Franzosische als bevor- zugte Sprachen, nehmen gegenwartig das Spanische oder das Arabische an Bedeu- tung zu.

Es stellt sich demnach die Frage, ob sich die Franzosen und auch der frankophone Sprachraum aufgrund der Globalisierung und der daraus resultierenden Veranderun- gen vor dem Geltungsverlust des Franzosischen furchten mussen. Geografisch gese- hen wird die franzosische Sprache unter einen harten Wettbewerb gestellt, sowohl in Europa als auch in Afrika. Das Englische hat sich nicht nur in Frankreich, sondern auch in Europa als lingua franca4 gefestigt, auf einem Kontinent, wo es eigentlich keine Geschichte hat. Auf dem afrikanischen Kontinent, wo sich die Mehrheit der Franzosischsprechenden befindet, gibt der Wettbewerb mit anderen Sprachen Anlass zur Sorge. Eigentlich soll Afrika dem Franzosischen einen stetigen Anwachsen sowie einen Platz in der internationalen Sprachgemeinschaft des 21. Jahrhunderts garantie- ren.

Ziel dieser Arbeit ist es einerseits aufzuzeigen, wie Frankreich mit den aus der Glo­balisierung erwachsenen Herausforderungen hinsichtlich seiner sprachlichen Vor- machtstellung umgegangen ist und derzeit immer noch umgeht. Andererseits soll dargelegt werden, welche Rolle die franzosische Sprache in einer Welt einnehmen muss, in der sich kulturelle und linguistische Ambitionen ausbreiten, um sich selbst eine Zukunft zu garantieren. Die Arbeit ist in funf Teile gegliedert:

Nach dem einleitenden Kapitel beleuchtet der zweite Teil Die Rolle der franzosi- schen Sprache - von der Vergangenheit bis in die Gegenwart die Geschichte der franzosischen Sprache und ihrer Sprachpolitik von ihren Anfangen bis hin ins 21. Jahrhundert. Hierbei wird der Zusammenhang von nationalem Sprachpatriotismus und kulturellem Selbstverstandnis der Franzosen verdeutlicht. Die Ausfuhrungen tragen hinsichtlich der multikulturellen Herausforderungen fur die franzosische Sprache zu einem besseren Verstandnis bei. Diese werden im anschlieBenden Kapitel erarbeitet.

Der dritte Teil Herausforderungen fur die franzosische Sprache durch die Globali- sierung umfasst eine Analyse der fur mich drei wichtigsten globalen sprachpoliti- schen Herausforderungen fur die franzosische Sprache: Englisch als lingua franca, Mandarin und Hindi als neue Weltsprachen und die Arabisierungstendenzen im Maghreb. Hierbei werden die genannten globalen Herausforderungen fur die franzo- sische Sprache einzeln analysiert und es wird aufgezeigt, welche Gefahr diese fur ihre Prestigebewahrung darstellen.

Der vierte Punkt Frankreichs Mafinahmen zum Schutz und zur Verbreitung des Franzosischen stutzt sich neben dem Konzept der Frankophonie auf die Untersu- chung der nationalen sprachpolitischen MaBnahmen sowie die Rolle des Franzosi- schen in der Europaischen Union5. AbschlieBend wird Frankreichs Wille und seine MaBnahmen zum Schutz und zum Erhalt des Franzosischen anhand des Beispiels Afrika verdeutlicht. Der schwarze Kontinent stellt im Zuge der wachsenden Globali- sierung die wichtigste Basis fur die Zukunft der franzosischen Sprache dar.

In der Schlussbetrachtung werden die zu bewaltigenden Probleme fur die franzosi- sche Regierung im 20. und 21. Jahrhundert - national als auch global - bewertet, um abschlieBend eine Perspektive fur die Zukunft der franzosischen Sprache zu ge- ben.

2. Die Rolle der franzosischen Sprache - von der Vergangenheit bis in die Gegenwart

„L’histoire de France commence avec la langue fran9aise. La langue est le signe principal d’une nationalite.“6 Die franzosische Sprache spielt in Frankreich eine weit- aus groBere Rolle als andere Nationalsprachen in ihren Landern. Dabei ist der Schlussel fur die besondere Einstellung der Franzosen zu ihrer Sprache in ihrer Kul- tur zu sehen: „Que serait la France, je vous en prie, sans la culture fran9aise?“7 betont der Sprachkritiker Rene Etiemble. Seiner Meinung nach zieht die sprachliche Beein- flussung zwangslaufig eine politische, okonomische und auch kulturelle Einfluss- nahme nach sich. Diese Haltung wird dadurch unterstrichen, dass der franzosischen Sprache die Funktion verliehen wird, Tragerin der Kultur sowie Identitatsstifterin fur die Franzosen zu sein.8 Die genaue Darstellung dieser Zusammenhange ist notwen- dig, um das besondere Sprachbewusstsein der Franzosen von heute verstandlich zu machen.

2.1. Das Zeitalter Louis XIV und der Absolutismus

Dass heutzutage auf franzosischem Territorium Franzosisch als Nationalsprache do- miniert, liegt an der langen Tradition seiner Sprachpolitik. Das Franzosische soll schon in den Anfangen der Sprachhistorie einen besonderen Status erlangen und so- mit werden erste sprachpolitische Entscheidungen fruhzeitig Ende des 15. Jahrhun- derts getroffen.9 Zu dieser Zeit geht ein Aufstieg des Franzosischen zum einen mit der allgemeinen europaischen Hinwendung zur Nationalsprache und zum anderen mit dem Machtzuwachs der franzosischen Konige einher. Die Herrschaftszeit von Francois Ier (1515- 1547) ist der Beginn der absolutistischen Regierungsform in Frankreich.10 Diese Regierungsform bedeutet „[...] im Kern eine Anpassung mittelal- terlicher Gesellschaften an neue soziale und kulturelle Entwicklungsbedingungen11.“u Die bestehende Vielsprachigkeit erschwert den franzosischen Konigen eine einheitli- che Ordnung zu etablieren. Der Unterschied der Dialekte und Sprachen ist so groB, dass eine Verstandigung unter Franzosen in den Regionen fast unmoglich ist. Neben der Grenze zwischen langue d’oc im Suden Frankreichs und langue d’oil im Norden (und ihren Dialekten) wird baskisch, bretonisch, deutsch und flamisch gesprochen.12 Die einende Sprache auf administrativer Eben ist vorerst das Lateinische. Der Macht- zuwachs des franzosischen Konigtums erzielt auch ein immer weiteres Aufsteigen des franzosischen Dialekts um Paris. Vor allem begunstigt es seinen situationellen Aufstieg in hohere Diskurswelten:

„Die Sprache war Begleiterin der Herrschaft, und mit der Ausdehnung der kapetingi- schen Macht von der Ile de France aus ist auch der Dialekt des Zentrums mitgereist und hat das Konigtum in die koniglichen Domanen und Verwaltung begleitet.“13

Durch Feldzuge in Italien Ende des 15. Jahrhunderts wird das franzosische Konigs- reich mit der italienischen Kultur und dem Stolz auf ihre Sprache, sowie italienischer und griechischer Gelehrsamkeit konfrontiert. Der darauf einsetzende und in der Sozi- algeschichte bezeichnete „defensive Moderinisierungsdruck“14 Frankreichs auBert sich in ersten Normierungsversuchen des Franzosischen.

Mit dem 16. Jahrhundert zieht eine neue Epoche herauf. Eingebettet in den wirt- schaftlichen und sozialen Aufschwung, entwickelt sich das Franzosische zu einer bemerkenswerten homogenen Nationalsprache. Da das Franzosische bisher jedoch eine Volkssprache ist, verfugt es nicht wie das gebildete Lateinische uber grammati- sche Regelwerke. Als Geburtsstunde der franzosischen Sprachenregelung das ent- scheidende Datum, ist das von Francis Ier 1539 erlassene sprachpolitische Edikt von Villers-Cotterets. Trabant bezeichnet den Konig als „sprachnormativen Agen-ten“15, der gemaB der Haltung der Renaissance italienische Gebildete nach Paris holt, klassische Gelehrsamkeit anstrebt, aber die landeseigene Vulgarsprache favorisiert. Die Ordonnance von Villers-Cotterets sieht vor, dass alle Gerichts- und Verwal- tungsangelegenheiten nunmehr fur ein besseres Verstandnis auf Franzosisch verfasst werden sollen. Die Vereinheitlichung berucksichtigt auch nicht mehr die landeseige- nen Dialekte. Das Entscheidende ist dabei nicht der Erlass des Edikts, sondern sein allmahlicher Erfolg. In den damals franzosischen Gebieten verschwinden bis spates- tens 1600 die nichtfranzosischen Sprachen aus dem Schriftverkehr.16 Der Ausbau des Franzosischen ist aber nicht nur eine Frage der Normierung, sondern auch eine Ver- teidigung gegenuber auBeren Feinden, wie etwa dem Italienischen. Durch Lobprei- sungen und Manifeste von Dichtern, Druckern, Verlegern und Philosophen sollen Leitideen fur die Weiterentwicklung des Franzosischen in den verschiedenen Berei- chen ausgearbeitet werden. So ruft auch der bekannte Lyriker Joachim Du Bellay in seinem Manifest Defense et illustration de la langue franqaise (1549) zur Pflege, zur Bereicherung und zum Ausbau des Franzosischen auf.17

Wurde im 16. Jahrhundert noch das peuple commun anvisiert, wird im Absolutismus des 17. Jahrhunderts eine hofische Stilisierung, eine zentralistische und aristokrati- sche Normierung des Franzosischen geplant. Dies setzt sich die unter Kardinal Ri­chelieu 1635 gegrundete Academie Franqaise zur Aufgabe.18 Das angestrebte Pro- gramm der staatlichen Institution einer strengen Reglementierung und groBtmogli- chen Klarheit finden in den Remarques sur la langues franqoise (1647) von Claude Favre de Vaugelas seine konsequente Umsetzung. Durch seine Formel des bon usage wird die Sprache einer gesellschaftlichen Elite zum Kriterium einer gehobenen Norm.19 So bleiben keine Sympathien mehr fur die Redeweisen der Provinz, deren Vielfalt von dem humanistischen Drucker Geoffroy Tory noch als Reichtum gewur- digt worden war.20

Eine weitere sprachpolitische Dimension ergibt sich aus der politischen Macht von Louis XIV., der Frankreichs Aufstieg zur europaischen Hegemonialmacht festigt. Durch Forderung der Kunste, Wissenschaft und Wirtschaft sowie durch seine kriege- rische AuBenpolitik erreicht die Absolute Monarchie ihren Hohepunkt.21 Frankreichs auBenpolitische Macht wachst vor allem durch die Kolonialpolitik mit Niederlassun- gen in Indien, Nordamerika, sowie auf den Antillen. Diese werden vermehrt zu ei- nem Instrument der Wirtschaftspolitik. Der franzosische Hof will die Eliten in den neun eroberten Gebieten an sich binden und franzisieren.22

Auch kulturell erlebt Frankreich im Zeitalter von Louis XIV. eine Blutezeit, die Vor- bild fur ganz Europa wird. Neben beruhmten Vertretern aus Theater, wie Moliere, Corneille und La Fontaine wird auch das franzosische Schloss Versailles zur Inspira­tion fur europaische Furstenhauser.23

2.2. Das Zeitalter der Aufklarung

Das Zeitalter der Aufklarung wird durch die Abwendung von der absolutistischen Staatsauffassung hin zu einem Wunsch nach demokratischen Strukturen gepragt. Dabei fallt aber keine Kritik, wie vielleicht vermutet, auf die Sprache. Obgleich sich die sozialen Diskussionen vor allem um die in Frankreich verbotene Encyclopedie von Diderot und d’Alembert hinsichtlich einer Neuordnung des wissenschaftlichen, philosophischen und kunstlerischem Wortschatzes dreht, steht eins fest: „Die Aner- kennung des von Logik und Klarheit gepragten „genie de la langue francaise“ und dessen universelle Geltung [.. ,].“24

Die Franzosische Revolution 1789 wird zu einem weiteren Hohepunkt des 18. Jahr- hunderts, denn sie verleiht der Idee einer Universalsprache einen besonderen Status. Der Leitgedanke der Revolutionare ist Staat mit Nation und Nation mit der gemein- samen Sprache gleichzusetzen: „Die Sprache nimmt fur die Nation die Rolle eines identitatsstiftenden Grundmittels ein.“25 Die ethnischen Sprachen und Dialekte, die als patois26 abqualifiziert und damit auBerst negativ konnotiert werden, gelten in Frankreich als gefahrliche Relikte des Ancien Regime. Sie stehen somit im Wider- spruch zu der einen und unteilbaren Franzosischen Republik. Die franzosische Nati- onalsprache wird zur Tragerin der revolutionaren Propaganda und die sprachliche Gesetzgebung steht somit in Opposition zum Recht der Minderheiten. Welche nega­tive Konnotation der jakobinische Diskurs gegenuber den Regionalsprachen tragt, verdeutlicht folgende beruhmte Passage aus dem Bericht des Abgeordneten Bertrand Barere:

„ [...] Le federalisme et la superstition parlent bas-breton; l’emigration et la haine de la Republique parlent allemand ; la contre-revolution parle l’italien, et le fanatisme parle le basque.“27

Eine solche Denkweise findet sich schon im Titel des Rapport des Abbe Gregoire uber die sprachliche Situation Frankreichs von Mai 1794 wieder: Rapport sur la ne­cessity et les moyens d’aneantir les patois et d’universaliser I’usage de la langue frangaise.28 Zudem wird in der revolutionaren Ideologie das Franzosische durch die Tatsache aufgewertet, dass es die erste Sprache ist, in der die Menschen- und Burger- rechte von 1789 deklariert werden.29

Die ideologischen Pramissen ziehen eine Franzosisierungspolitik nach sich. Die ja­kobinische Ernsthaftigkeit einer sprachlichen Vereinheitlichung der Republik reflek- tieren ihre volkserzieherischen Projekte und Reden. Barere, der eine enge Verknup- fung zwischen politischem Erfolg der Revolution und einem sprachlichen vereinheit-lichtem Volk sieht, schlagt eine Entsendung von Lehrern in die einzelnen Departe- ments vor, die deutsch, italienisch, baskisch und bretonisch sprachen. Der Instituteur, der propagandist der Republik“30, fungiert in der Rolle des Vorlesers und Uberset- zers der Gesetze der Republik, um einzelne Gebiete propagandistisch zu sichern. Doch die sprachliche Vereinheitlichung Frankreichs unter Napoleon Bonaparte tragt kaum Fruchte.

Der Ubergang zum 18. Jahrhundert wird durch das Aufbluhen von Industrie und Handel, durch den Aufschwung der Wissenschaften und das Erstarken des Burger- tums gepragt. Die nachlassende politische und gesellschaftliche Vorbildfunktion des Hofes spiegelt sich auch in der Sprache wider. Die Ausbreitung im Inneren wird im 18. und 19. Jahrhundert von einer europaweiten Verbreitung des Franzosischen be- gleitet. Als international Sprache der Diplomatie, der adeligen Gesellschaft und der Gebildeten hat das Franzosische seine zweite universalite erreicht.31

Die Grunde hierfur liegen weniger in den haufig pauschalisierend genannten Vorzu- gen der franzosischen Sprache, sondern vielmehr in der internationalen Stellung Frankreichs und seinen auBenpolitischen Aktivitaten in jener Zeit.32 Das wichtigste Ergebnis der Sprachpolitik des 17. und 18. Jahrhunderts bleibt damit - neben dem Auf- und Ausbau der Nationalsprache und deren Standarisiserung - vor allem die Durchsetzung des Franzosischen in den europaischen wie auBereuropaischen Provin- zen. Das ist die Grundlage der heutigen Frankophonie.

2.3. Die Dritte Republik

Innenpolitisch bleibt die sprachliche Einheit im Rahmen der administrativen Zentra- lisierung Frankreichs weiterhin vorrangiges Ziel. Zwar hat die franzosische Sprache Anfang des 19. Jahrhunderts international seinen Durchbruch erzielt, sie ist national jedoch immer noch mit der Sprachenvielfalt konfrontiert.33 Erst rund hundert Jahre nach der Revolution, wahrend der Dritten Republik (1871-1940), erfolgt eine nach- haltige Franzosisierung und der entscheidende Schlag gegen die ethnischen Sprache: Jules Ferry setzt 1881 die Einfuhrung der allgemeinen Schulpflicht und somit den franzosischen Zentralismus durch. Das staatliche Schulwesen schreibt den Gebrauch des Franzosischen vor. Die Lehrer der Dritten Republik unterscheiden sich zu ihren Vorgangern der Revolution dahingegen, dass ihre Aufgabe nun nicht mehr in der Verbreitung von erfolgsnotwendiger Propaganda liegt, sondern in der Vermittlung der franzosischen Sprache und somit in der Verdrangung der Dialekte.34 Jede Ver- wendung des patois wird disziplinarisch geahndet.

Die Ideologie der Revolutionare einer Nationalsprache soll erst am Ende der Dritten Republik erreicht sein, als annahernd alle Franzosen dem Franzosischen machtig sind:

„Dass am Ende der Dritten Republik, wir konnen sagen in den 30ern-40er Jahren unse­res Jahrhunderts, die Franzosen dann Franzosisch konnen, ist - wie sprachpolitischen Aktivitaten im 16. Jahrhundert - erneut auch ein Effekt des „defensiven Modernisie- rungsdrucks“, namlich eine Reaktion auf die Niederlage von 1870/71. Es wurden nam- lich nicht nur die preuBischen Kanonen, sondern auch der preuBische Schulmeister fur den preuBischen Sieg verantwortlich gemacht. Gegen den letzteren wurde der instituteur de Troisieme Republique als Gegenwaffe eingesetzt - mit durchschlagendem Erfolg.“35

Doch was oberflachlich ein voller Erfolg scheint, verdeckt die Tatsache, dass das Franzosische im 19. Jahrhundert allmahlich seinen Rang abtreten muss. Die Span- nung zwischen Sprachnormbewusstsein und alltagssprachlicher Realitat, verbunden mit der Erkenntnis, dass die aus der Literatursprache des 17. Jahrhunderts verfolgte Zielnorm fur viele Sprecher unerreichbar zu sein scheint, leistet dem Verfall der franzosischen Sprache Vorschub. Die Konsequenz ist, dass um die Wende des 19. zum 20. Jahrhunderts erstmals das Schlagwort von der Krise des Franzosischen auf- kommt. Der seit dem 18. Jahrhundert andauernde Verlust der Kolonien und die poli- tisch bedeutsamen Niederlagen im 19. Jahrhundert hat das Prestige des Franzosi- schen sinken lassen, wahrend GroBbritannien seinen Rang als koloniale Weltmacht und fuhrende Industrienation kontinuierlich ausbauen und festigen konnte.36 Hinzu kommt die wachsende wirtschaftliche und politische Bedeutung der USA, womit das Englische im Versailler Vertrag von 1919 gleichen Rang neben dem Franzosischen erhalt und seitdem nicht nur unangefochten seine internationale Vormachtstellung ausbauen kann, sondern auch in Frankreich Einfluss auf den fachsprachlichen Wort- schatz gewinnt.37 Das Ende des Krieges, in welchem Frankreich militarisch die Hauptrolle spielt, fuhrt somit zum Untergang des Privilegs, welches das Franzosische zur alleinigen Diplomantensprache gemacht hat.

2.4. Frankreich und der Kolonialismus

Die im vorangegangenen Kapitel dargestellte Situation lasst nun verstehen, wieso die franzosische Sprache zunachst in Frankreich, schlieBlich auch in Europa zu einer Kultursprache mit auBergewohnlich hohem Prestige aufstieg. Warum das Franzosi- sche heute auf mehreren Kontinenten und einer groBen Anzahl von Landern verbrei- tet ist und noch immer dieses Prestige genieBt, hat im Wesentlichen mit der Position Frankreichs als Kolonialmacht zwischen 1534 und 1962 zu tun. Dabei war es einer der fuhrenden Kolonialmachte Europas, die mehr als vierhundert Jahre einen uber vier Kontinente verstreuten Territorialbesitz kontrollierte.38 Eine wichtige Rolle als Begleiterin der Macht nimmt dabei die franzosische Sprache ein, die „als ein Instru­ment der franzosischen Kolonialpolitik in Nord- und Mittelamerika, Afrika, Asien und der Inselwelt des Pazifiks verbreitet wird.“39

2.4.1. Grundzuge der franzosischen Kolonialpolitik

Frankreichs Blick auf das Phanomen der Kolonisation lasst sich wohl am klarsten mit der Definition vom franzosischen Essayisten und Okonomen Leroy-Beaulieu zusammenfassen:

„Die Kolonisation ist die expansive Kraft des Volkes, seine Fahigkeit, sich zu vermeh- ren; sie ist seine Ausbreitung und Vervielfachung uber die Erde; sie ist die Unterwer- fung der Menschheit oder seines groBen Teils derselben unter seine Sprache, seine Sit- ten, seine Kultur [“ses idees“] und seine Gesetze. Ein Volk, das kolonisiert, legt damit den Grundstein seiner zukunftigen GroBe und Vorherrschaft.“40

Der politische Aspekt liegt dabei auf der Ausbreitung der Gattung, verknupft mit dem Streben nach kultureller Hegemonie. Jene Tendenz wurde lange Zeit die franzo- sische Expansion kennzeichnen.41

Unter den Zielen der Assimilation kommt der franzosischen Sprache eine wichtige Rolle zu: „Die Sprache hat immer die Macht begleitet“42 - die Uberzeugung von Elio Antonio de Nebrija von 1492 gilt, abgesehen von Ausnahmen, auch noch heute. Wie bereits im vergangenen Kapitel erlautert, verfolgt schon im Absolutismus Louis XIV. die machtpolitische Einflussnahme in den europaischen Gebieten durch die Verbreitung und vor allem durch den verpflichtenden Gebrauch der franzosischen Sprache. Fur den Sonnenkonig ist die sprachliche Vereinheitlichung Voraussetzung fur die politische Vormachtstellung in Europa.43 Und so steht auch die Sprache im Dienst der kolonialen Eroberung. Sie dient als Medium der Herrschaftspraxis. Ob demzufolge auch Herrschaft durch Sprache entstehen kann, wird im weiten Verlauf dieser Arbeit analysiert.

Frankreich bestreitet zwei Expansionsprozesse mit unterschiedlicher geographischer Ausrichtung. Die Kolonialmacht orientiert sich in ihrem ersten Kolonialreich von 1534 bis 1815 auf Nordamerika und die Antillen. Jacques Cartier entdeckt den Sankt-Lorenz-Strom und eroffnet damit die Moglichkeit fur die ErschlieBung eines amerikanischen GroBreiches.44 Zu einer regelrechten Expansion kommt es schlieB- lich, als Samuel de Champlain und seine Mitstreiter den Handelsstutzpunkt Port Royal (1604) im heutigen Neu-Schottland und 1606 die Stadt Quebec grunden. Die Stadte sollen als kunftiges administratives Zentrum, als Warenumschlagplatz und Exporthafen sowie als Ausgangspunkt fur weitere ErschlieBungen auf dem amerika­nischen Kontinent dienen.45 Ende des 17. Jahrhunderts erreicht die Nouvelle-France46 ihre groBte Ausdehnung mit Gebieten des heutigen Ostkanadas bis zum Golf von Mexiko in den Suden. Hinzu kommen franzosische Besatzungen in der Karibik und im indischen Ozean sowie Handelsposten im heutigen Brasilien, in Franzosisch- Guayana, in Nord- und Westafrika, auf Madagaskar und an der Ostkuste Indiens.47 Insgesamt umfasst der Territorialbesitz 10 Millionen qkm mit einer Bevolkerung von ca. 40 Millionen Menschen.48

Das GroBreich zerbricht allerdings durch die Verluste im Siebenjahrigen Krieg (1763) und wesentliche Teile des Empire mussen an den Hauptkonkurrenten GroB- britannien abgegeben werden.49 Zudem wird Frankreich im Verlauf des 18. Jahrhun­derts von Europa aus Nordamerika verdrangt. AuBerdem kommt GroBbritannien bei der ErschlieBung und Inbesitznahme von Australien (1770) und Neuseeland (1840) den Franzosen zuvor.50 Dazu verhindern sie noch Frankreichs Expansion auf dem indischen Subkontinent und Napoleon verkauft letztendlich Anfang des 19. Jahrhun­derts Louisiana an die USA.51 GroBbritannien bleibt damit die vorherrschende kolo- niale GroBmacht.

Nach zahlreichen politischen Ruckschlagen kommt es schlieBlich im 19. Jahrhundert zu einem weiteren groBen kolonialen Aufbruch Frankreichs, aus dem das zweite Ko- lonialreich hervorgeht. Frankreichs Kolonialbestrebungen zwischen 1830 und 1945 orientieren sich vorwiegend auf Afrika und Indochina.52 Dabei bildet 1830 Algerien aus Prestigegrunden den Ausgangspunkt der Besetzung, bevor der erneute Wett- kampf mit GroBbritannien um die Einnahme und die Sicherung der Einflusssphare verschiedener Lander im Nahen Osten (Syrien, Libanon, Agypten bis 1881) und im Osten Afrikas beginnt.53 Um das Kriegsrisiko zu vermindern, einigen sich die GroB- machte auf eine klare Abgrenzung ihrer Interessengebiete in Afrika. Frankreich er- richtet aus taktischen Grunden eine West-Ost-Verbindung vom Senegal bis zum Horn von Afrika, wo im franzosischen Somalia eine strategisch bedeutende Region am Ausgang des Roten Meeres und in Reichweite zu Madagaskar und den Komoren besetz wird.54 Die bewusste Einnahme Aquatorial- und Westafrikas schafft eine Ein­flusssphare fur Frankreich, die bis heute fur die franzosische Afrikapolitik von Be- deutung ist.55

In Indochina bildet Frankreich zwischen 1858 und 1867 das zweite Zentrum seines neuen Kolonialreiches. Durch den Vertrag von Hue (1883) errichtet Frankreich schlieBlich ein Protektorat uber das Kaiserreich Annam, was sich im heutigen Viet­nam befindet.56 Dieser VorstoB geschieht mit Hinblick auf die Sicherung eines Zu- gangs zum begehrten chinesischen Markt gegen den allgegenwartigen Konkurrenten GroBbritannien.

Nachdem das erste Kolonialreich an der Konkurrenz zu GroBbritannien zerbricht, besteht im zweiten das oberste Ziel, der britischen Vormachtstellung in Afrika und Fernost, Grenzen zu setzen. Das daraus entstandene franzosische Imperium umfasst aufgrund der groBen territorialen Gewinne rund 12 Millionen qkm und eine Bevolke- rung von ca. 68 Millionen.57

2.4.2. Interessen und Nutzen der Kolonien

Der Begriff Kolonialismus beschreibt in den Geschichtswissenschaften in der Regel „eine auf Erwerb, Ausbeutung und Erhaltung von Kolonien gerichtete Politik und die ihr zugrundeliegende Ideologie.58 So kampfen auch Frankreich und GroBbritannien in der Hochphase der imperialistischen Konkurrenz um die ErschlieBung von neuen Gebieten aus machtpolitischen Grunden. Konzentriert man sich auf die Motivations- impulse Frankreichs entsteht ein komplexes Bild.

Weder die Westexpansion nach Nordamerika im 16. und 17. Jahrhundert noch der imperialistische Aufbruch nach Suden und Osten im 19. Jahrhundert, lassen rein okonomische und militar-strategische Ziele und Interessen erkennen, obwohl

„Jules Ferry (der treibende Politiker der kolonialen Expansion) gegen Ende des 19. Jahrhunderts die koloniale Mission des Hexagons vorwiegend mit Argumenten der Si- cherung eines gegen auslandische Konkurrenz abgeschirmten Absatzraumes fur franzo- sische Produkte und franzosisches Kapital begrundete.“59

Es ist der Merkantilismus60, der in den Anfangen des kolonialen Ausbaus den Hand- lungsrahmen von Frankreichs kolonialen Wirtschaftsbeziehungen bestimmt.61 Unter dem Finanzminister Jean-Baptiste Colbert erreicht der Merkantilismus in der zweiten Halfte des 17. Jahrhunderts in Frankreich seine Blutezeit. Dieser geht mit protektio- nistischen MaBnahmen einher, um Importe zu beschranken und Exporte zu fordern. Dabei werden die Kolonien uber das Regime des Exclusif (haufig auch als pacte co­lonial betitelt) in die Aufgaben der staatlichen Schatzbildung eingebunden. Die Beg- riffe bedeuteten die ausschlieBliche Beziehung zwischen Metropole und Kolonien, wobei letztere nur fur die Bedurfnisse des Mutterlandes produzieren sollen und sie selbst auch nur von Frankreich mit Produkten versorgt werden.62 Doch das vermeint- liche Privileg, uber einen gesicherten Absatzmarkt in Frankreich zu verfugen, wird durch die Zwange und Kosten des staatlichen Monopolhandels und unter anderem durch den provozierten Schwarzhandel uberschattet.63

Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts deutet sich eine liberale wirtschaftliche Off- nungspolitik im Umgang mit den Kolonien an, die durch den franzosisch-englischen Handelsvertrag 1860 (Cobden-Vertrag)64 verstarkt werden.65 Allerdings blieben zent- ralstaatliche Reglementierungen fur die administrative Beziehungen mit den Kolo­nien bestimmend, so dass Frankreich stets der wichtigste Kunde und Lieferant seiner Kolonien bleibt.66 Der Sinn und Zweck der franzosischen Involvierung in die ehema- ligen kolonialen Gebiete wird auch heute immer wieder in Frage gestellt.

Neben den erwahnten wirtschaftlichen Grunden, weist die franzosische Politik in den Beziehungen zu seinen damaligen Kolonien noch andere Besonderheiten auf. Auf- grund der in der Franzosischen Revolution verabschiedeten Deklaration der Men- schen- und Burgerrechte bedarf es einer ideologischen Rechtfertigung fur die koloni- ale Expansion und die Durchsetzung des Franzosischen. Daher bedient man sich des legitimatorischen Konzepts der „zivilisatorischen Mission“67 (mission civilisatrice). Damit will Frankreich andere Volker auf das Niveau franzosischer Kultur heben und der eigenen Zivilisation universelle Geltung verleihen.68

Brumme verweist dabei auf das schon wahrend der Franzosischen Revolution ver- wendete Konzept, das auf die Sprecher der Regionalsprachen angewandt wurde, wo- bei im Gegensatz zu den Regionalsprachensprechern, diese automatisch franzosische Staatsburger waren. Die Sprecher aus den Kolonien mussen neben den Franzosisch- kenntnissen auch die Beachtung der franzosischen Lebensweise dokumentieren.69 Das Konzept der mission civilisatrice besteht aus zwei Grundpfeilern: Einerseits aus dem Konzept der Assimilation und andererseits aus dem Konzept der direkten Ver- waltung (I’administration directe). Letzteres beinhaltet „die Einbindung der Kolo- nien in ein von Frankreich zentralistisch gesteuertes, hierarchische strukturiertes Verwaltungssystem.“70

Die Konzeption der Assimilation hat eine zunehmende Integration der unter franzo- sischer Herrschaft stehenden Menschen und Territorien in das Mutterland zur Vor- stellung. Dieses wird stets zwiespaltig interpretiert: Einerseits - emanzipatorisch - wird der Diskurs mit der revolutionaren Vorstellung von der Gleichheit aller Men­schen, Teilhabe an den Menschenrechten und an der Zivilisation gerechtfertigt. An­dererseits - repressiv - bedeutet die Assimilation auch die Unterdruckung und Ver- nichtung fremder Kulturen, die nicht fur wert erachtet werden.71

Frankreich macht aus der zivilisatorischen Mission einen Schwerpunkt seiner Kolo- nialpolitik. Es gelingt den Franzosen erst in der zweiten Halfte des 19. Jahrhunderts sich mit massiven Landbesetzungen als bedeutende Kolonialmacht zu etablieren. Brumme spricht in diesem Zusammenhang auch von der zwangslaufig folgenden „kolonialen Sprachpolitik“72, die die Durchsetzung des Franzosischen in den Kolo- nien meint. Erst durch den Landgewinn kann der franzosischen Sprache zu ihrer weltweiten Verbreitung geholfen werden, was durchaus politische Bedeutung hat. Ziel ist es, das Franzosische auf moglichst viele Menschen auszudehnen und der Sprache Eingang in verschiedene Diskursebenen wie Wissenschaft und Diplomatie zu bieten.73 Der Zusammenhang zwischen politischer Macht und Sprache wird hier- bei deutlich: Das eine geht in das andere uber - die politische Macht transportiert das kulturelle Produkt.74 Neben der wirtschaftlichen und militarischen Kooperation stellt die Kultur- und Sprachpolitik schon damals ein wichtiges Instrument der Einflusssi- cherung dar. Nur durch das Schulen seiner Sprache, kann der Kolonisator die Einge- borenen an sich binden und sie fur seine Anweisungen und Befehle sensibilisieren. Er gewahrt ihnen somit eine geringfugige Teilhabe an seiner Macht.75

Die Etablierung Frankreich als bedeutende Kolonialmacht in der zweiten Halfte des 19. Jahrhunderts verhilft der franzosischen Sprache zu ihrer weltweiten Ausdehnung. So findet das Franzosische in Algerien - im Gegensatz zu den Beherrschungskolo- nien Marokko und Tunesien - wegen der lang anhaltenden Zugehorigkeit zu Frank­reich groBe Verbreitung.76 De zentralen Institutionen sind Schule, Kirche und Militar wodurch die affektive sowie lebenspraktische Bindung der Untertanen an die Kolo­nialmacht erreicht werden soll.77

In Afrika herrschen zahlreiche Dialekte und Sprachen. Daher fuhrt die Durchsetzung des Franzosischen als Unterrichtssprache und der politische Druck zu einer Verbrei­tung und Implementierung der franzosischen Sprache in den Kolonien.78 AuBerdem konzentriert sich die Assimilationspolitik weniger auf das ferne Asien als vielmehr auf die Kolonien in Afrika.79 Die Angleichung durch Sprache soll langfristig das si- cherste Mittel einer dauerhaften Kolonisation und Vormachtstellung bilden. Dem Unterlegenen bleibt dabei keine groBe Wahl. Um sich Gehor zu verschaffen, muss er die Sprache des Siegers lernen:

„Die Sprache ist das wirksamste Instrument politischer Annaherung; so erklart es doch, dass der Sieger stets, sei es auch aus Bequemlichkeit, wann immer dies moglich war, sich bemuht hat, seine Sprache unter dem besiegten Volk zu verbreiten. Die uberlegene Sprache erleidet so unvermeidliche Veranderungen. Dem Grammatiker wird das zwei- fellos nicht recht sein, doch was kummert es den Herrscher? Dieser [...] kann sich nur freuen, daB seine Sprache sich verbreitet, auch wenn sie dadurch zum «Petit-Negre», zum «Pidgin» oder «Sabir» wird. Das Wesentliche fur den Herrschenden ist, daB der Beherrschte den Willen und das Verlangen ausdruckt, sich seinem Besiegter anzunahern und sich den neuen Bedingungen anzupassen, die ihm dieser anbietet oder aufzwingt.“80

Doch der fade Beigeschmack bleibt stets erhalten: Das Franzosische wird zum Sym­bol kolonialer Dominanz und erscheint als auBeres Zeichen der Machtausubung.81 Die franzosische koloniale Sprachpolitik konzentriert sich hauptsachlich auf jenen Teil des offentlichen Dienstes. Das angestrebte Ziel ist die moglichst schnelle Aus- bildung von Hilfskraften fur Industrie- und Handelsunternehmen.82 Franzosisch soll zum „einzigen Ausdrucksmittel der oberen Schichten“83 gemacht werden. Die Moti­vation fur das Erlernen soll mit dem parallel moglichen Aufstieg einer gesellschaftli- chen Entwicklung einhergehen.84

2.4.3. Das Ende der kolonialen Herrschaft

Frankreich ging besonders wegen seiner geostrategischen Ruckzugsmoglichkeiten in seinen Kolonien als Siegermacht aus den beiden Weltkriegen hervor. „Ohne sein Empire ware Frankreich heute nur ein befreites Land. Dank seines Empires ist Frank- reich eine Siegermacht“85, erklart der spatere franzosische Senatsprasident Faston Monnerville nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Doch dieser wichtige Beitrag der Kolonien zur personellen, materiellen und psychologischen Unterstutzung Frank- reichs fuhrt nicht zur erhofften Dezentralisierung bzw. Autonomie oder Selbstver- waltung der Kolonien.86 Diese werden zwar 1946 mit der Grundung der Union frangaise87 als gleiche Teile Frankreichs anerkannt, verfugen aber letztendlich nur uber geringe Mitspracherechte. AuBerdem erfolgt eine neue Klassifizierung der ko­lonialen Gebiete: Die fruheren Protektorate Tunesien und Marokko werden fortan ,assoziierte Staaten’ genannt; die Mandatsgebiete Togo und Kamerun erhalten den Status von ,assoziierten’ Territorien; die vier Altkolonien werden als ,Ubersee-

Departments’88 bezeichnet und die restlichen Kolonien werden als ,Uberseeterrito- rien’89 zum integralen Bestandteil der franzosischen Republik ernannt.90

Frankreich kampft in den Folgejahren (1947- 1962) um den Bestand seines Koloni- alreiches und wehrt sich gegen jegliche Unabhangigkeitsbewegungen. Die auf die Entkolonialisierung drangenden Krafte entstehen unter anderem wegen der wachsen- den Bedeutung der Kolonien als Rohstofflieferanten und ihrer wichtigen Rolle bei der Befreiung Frankreichs am Ende des Zweiten Weltkrieges.91

Uberwiegen bei den Ablosungsprozessen mehrheitlich friedlichen Losungen, de- monstriert die franzosische Regierung in Algerien Harte: Auf einen bewaffneten Wi- derstand der algerisch-muslimische Befreiungsbewegung Front de Liberation Natio- nale (FLN) reagiert die franzosische Regierung mit der Entsendung von rund 400.000 Soldaten. Den politischen Verantwortlichen scheint zur Losung des Konflikt und um seine politische und sozi-okonomische Herrschaft zu unterstreichen aufgrund der hohen Zahl franzosischer Siedler nur eine sprachliche und kulturellen Assimilie- rung der algerischen Bevolkerung vertretbar.92 Zukunftige Mitglieder der franzosi- schen Nation sollen durch Sprache und Kultur zivilisiert werden und die Trennung von Berber und Araber soll die Entstehung eines gemeinsamen nationalen Bewusst- seins verhindern. Die arabische Sprache wird aus den traditionell-religiosen Berei- chen zuruckgedrangt und die franzosische Sprache zugleich als Ausdruck der Mo- derne auferlegt.93

SchlieBlich endet der Algerienkrieg mit einer gespaltenen algerischen Gesellschaft, einem Frankreich, das selbst an den Rand eines Burgerkrieges gebracht wird, zahl- reichen Toten und letztendlich mit der Unabhangigkeit Algeriens im Jahr 1962.94

[...]


1 Vgl. Ikonomu, Detmer Michael (2008): Mehrsprachigkeit und ihre Rahmenbedingungen. Bern: Lang: S. 63.

2 Vgl. Trabant, Jurgen: Die politische und kulturelle Bedeutung des Franzosischen. In: Kolboom, Ingo/ Kotschi, Thomas/ Reichel, Edward (Hrsg.) (2008): Handbuch Franzosisch: Sprache - Literatur - Kultur - Gesellschaft. Berlin : Schmidt : S. 128 f.

3 Vgl. Argod-Dutard, Frangoise (Hrsg.) (2003): Quelles perspectives pour la langue frangaise? His- toire, enjeux et vitalite du frangais en France et dans la Francophonie. Rennes: Presses Universitaire de Rennes: S. 27.

4 Eine Sprache, die zwischen verschiedenen Sprechgemeinschaften als Verkehrssprache genutzt wird. So etwa Latein, Franzosisch und Englisch in der europaischen Geschichte.

5 Fortlaufend: EU.

6 Argod-Dutard (2003): S. 27. (Ubersetzung : Die Geschichte Frankreichs beginnt mit der franzosis­chen Sprache. Die Sprache ist das Hauptzeichen einer Nationalitat)

7 Trescases, Pierre (1982): Le franglais vingt ans apres. Montreal/Toronto: Guerin : S.128.

8 Vgl. Ehlich, Konrad (2002): Sprachen und Sprachenpolitk in Europa. Tubingen: Stauffenburg Ver- lag: S. 16.

9 Vgl. Haas, Rainer (1990): Franzosische Sprachgesetzgebung und europaische Integration. Tubin­gen: Duncker & Humblot: S. 13 f.

10 Vgl. Erfurt, Jurgen (2005): Francophonie. Sprache-Diskurs-Politik. Tubingen: Fran>

11 Ebd.

12 Vgl. Stein, Achim (1998): Einfuhrung in die franzosische Sprachwissenschaft. Stuttgart: Metzler: S. 86.

13 Trabant, Jurgen (2002): Der Gallische Herkules. Uber Sprache und Politik in Frankreich und Deutschland. Tubingen: Fran>

14 Wehler, Hans-Ulrich (1987): Deutsche Gesellschaftsgeschichte. Band 1. Munchen: Beck: S. 343.

15 Trabant (2002): S. 25.

16 Vgl. Kremnitz, Georg (1977): Die ethnischenMinderheiten Frankreichs. Tubingen: Narr: S. 26.

17 Vgl. Erfurt (2005): S. 84.

18 Website der Academie Frangaise

19 Vgl. Windisch, Rudolf: Externe Geschichte des Franzosischen. In: Kolboom, Ingo, Kotschi, Tho­mas, Reichel, Edward (Hrsg) (2003): Handbuch Franzosisch. Sprache-Litertaur-Kultur-Gesellschaft. Berlin: Schmidt: S. 33.

20 Eine wichtige Rolle bei der Normierung des Franzosischen spielten die zahlreichen Grammatiken, die im Laufe des 16. Jahrhunderts publiziert wurden. Der Drucker Geoffrey Tory markierte 1529 mit seinem Werk „Campfleury“, mit dem er im Wesentlichen eine Vereinheitlichung der Orthographie fur den Buchdruck vorzustellen versuchte.

21 Vgl. Klare, Johannes (1998): Franzosische Sprachgeschichte. Leipzig: Klett: S. 117.

22 Vgl. Erfurt (2005): S. 85.

23 Vgl. Babel, Rainer: Frankophone Raume. In: Kolboom/Thomas/Reichel (2008): S. 398.

24 Erfurt (2005): S. 86.

25 Ehlich (2002): S. 16.

26 Patois ist eine abfallige Bezeichnung fur die Regionalsprachen und Dialekte in Frankreich

27 Trabant (2002): S. 44. (Ubersetzung: „Der Foderalismus und der Aberglaube sprechen bretonisch, die Emigration und der Hass der Republik sprechen deutsch, die Gegenrevolution spricht italienisch und der Fanatismus spricht baskisch“.)

28 Gregoire, Henri (1995): Rapport sur la necessite et les moyens d’aneantir les patois et d’universaliser l’usage de la langue frangaise et Essai historique et patriotique sur les arbres de la liberte. Nimes : Lacour.

29 Vgl. Declaration universelle des droits de l'homme.

30 Trabant (2002): S. 53.

31 Vgl. Windisch (2003): S. 34.

32 Vgl. Erfurt (2005): S. 92.

33 Vgl. Windisch (2003): S. 35.

34 Vgl. Trabant (2002): S. 54 f.

35 Trabant (2002): S. 34 f.

36 Vgl. Gruner, Stefan und Wirsching, Andreas (2003): Frankreich: Daten, Fakten, Dokumente. Tu­bingen: Fran>

37 Vgl. Hagege, Claude (1996): Welche Sprache fur Europa?. Verstandigung in der Vielfalt. Frankfurt am Main/New York: Campus Verlag: S. 38 f.

38 Krosigk, Friedrich von: Frankreich: Koloniale Tradition und postkoloniale Transformation. In: Christadler, Marieluise/Uterwedde, Henrik (Hrsg.) (1999): Landerbericht Frankreich. Geschichte, Politik, Wirtschaft, Gesellschaft. Bundeszentrale fur politische Bildung. Bonn: Bertelsmann Stiftung: S. 484.

39 Erfurt (2005): S. 7.

40 Riesz, Janos (1998): S. 110.

41 Vgl. Ebd. S.110.

42 Kuhnel, Roland (2007): Die Globalisierung und ihre sprachlichen Folgen. Wien: Praesens Verlag: S. 36.

43 Vgl. Erfurt (2005): S. 94.

44 Vgl. Erfurt (2005): S. 96.

45 Von Krosigk (2008): S. 420.

46 So nannten die Franzosen das neu erschlossene amerikanische GroBreich unter franzosische Obhut, was sich von Neufundland, Labrador, dem Hudson Bay und Quebec im Nordosten des heutigen Ka- nadas uber das riesige Louisiana-Territorium im Einzugsgebiet vom Mississippi und Missouri er- streckte und bis hin zum Golf von Mexiko (Nouvelle Orleans) reichte. Vgl: Krosigk (2008): S. 419.

47 Vgl. Ebd. S. 420.

48 Vgl. Ebd.

49 Vgl. Erfurt (2005): S. 96.

50 Vgl. Von Krosigk (1999): S. 485.

51 Vgl. Von Krosigk (1999): S. 96.

52 Vgl. Von Krosigk (2008): S. 420

53 Vgl.: Ebd.

54 Vgl. Von Krosigk (1999): S. 485.

55 Vgl. Ebd. S. 485 f.

56 Vgl. Ebd.: S. 486.

57 Vgl. Von Krosigk (1999): S. 420

58 Vgl. Meyers Lexikonredaktion (1993): Meyers neues Lexikon. Funfter Band. Mannheim: Meyers Lexikonverlag. S. 343.

59 Erfurt (2005): S. 99.

60 Im Mittelpunkt merkantilistischer Interessen standen die Forderung der nationalen Handelskraft sowie Ziele, die wir heute „fiskalisch“ nennen, wurden, namlich die Beschaffung von Einnahmen fur die furstliche Schatzkammer; zudem herrschte damals die Ansicht, dass der Wohlstand einer Nation nicht einfach durch Expansion des AuBenhandels erreicht wird, sondern durch einen Uberschuss in der Handelsbilanz, d.h. einen Uberschuss der Ausfuhren uber die Einfuhren. Vgl.: Felderer, Bern- hard/Homburg, Stefan (2005): Makrookonomik und neue Makrookonomik. Berlin/Heidelberg/New York: Springer: S. 22 und Vgl. Tomann, Horst (2005): Volkswirtschaftslehre. Eine Einfuhrung in das okonomische Denken. Heidelberg: Springer: S. 6.

61 Encarta: Kolonialismus.

62 Vgl. Krosigk (2008): S. 421.

63 Vgl. Ebd.

64 Vgl. Geiss, Immanuel (2002): Geschichte griffbereit. Band 4: Begriffe. Gutersloh: Harenberg- Lexikon-Verlag: S. 747.

65 Vgl. Kolboom (2008): S. 421.

66 Vgl. Krosigk (1999). S. 488.

67 Brumme, Jenny (1993): Sprachpolitik in der Romania. Berlin/New York: De Gruyter: S. 327.

68 Vgl. Ebd. S. 328.

69 Vgl. Brumme (1993): S. 328.

70 Krosigk (1999): S. 489.

71 Vgl. Krosigk (2008): S. 422.

72 Vgl. Brumme (1993): S. 327.

73 Vgl. Trabant (2008): S. 128.

74 Vgl. Ebd. S.130.

75 Vgl. Riesz (1998): S. 4

76 Vgl. Naguschweski, Dirk: Das Franzosische in Afrika. In: Kolboom Ingo/ Kolboom, Ingo/ Kotschi, Thomas/ Reichel, Edward (Hrsg.) (2008): Handbuch Franzosisch: Sprache - Literatur - Kultur - Gesellschaft. Berlin: Schmidt: S. 116.

77 Vgl. Erfurt (2005): S. 102.

78 Vgl. Brumme (1993): S. 329.

79 Vgl. Erfurt (2005): S. 102.

80 Vgl. Riesz (1998): S. 126.

81 Vgl. Oetjen, Henning: Der Maghreb. In: Kolboom/Kotschi/Reichel (2008): S. 454.

82 Vgl. Brumme (1993): S. 334.

83 Ebd.

84 Ebd. S. 339.

85 Krosigk (1999): S. 491.

86 Ebd. S. 491 f.

87 Diese Gemeinschaft beruhte laut Praambel auf Gleichheit der Rechte und Pflichten all ihrer Mit- glieder (Frankreich und seinen Kolonien). Doch war die Praxis von einem Zweiklassen - bzw. Zwei- rassenwahlrecht bestimmt. Dazu kamen Wahlmanipulationen sowie blutige Repressionen, insbesonde- re in Indochina, Algerien und Madagaskar. Vgl. Schmidt, Bernhard/Doll, Jurgen/ Fekl, Wal- ther/Loewe, Siegfried/Taubert, Fritz (2006): Frankreich-Lexikon. Berlin: Schmidt: S.289.

88 Departements d’outre-mer: DOM

89 Territoires d’outre-mer : TOM Fortan zusammengefuhrt als DOM-TOM.

90 Vgl. Krosigk (1999): S. 492.

91 Vgl. Ebd.

92 Vgl. Loth, Wilfried: Von der Vierten zur Funften Republik. In: Christadtler/Uterwedde (1999): S. 80.

93 Vgl. Mengedoht, Ulrike: Die Sprache des Brotes. Frankophonie und Arabisierung in Algerien. In: Chichon, Peter (Hrsg.) (1996): Sprachliches Erbe des Kolonialismus in Afrika und Lateinamerika, Wien: Praesens Verlag: S. 33.

94 Vgl. Ebd.

Details

Seiten
98
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640687220
Dateigröße
928 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v155782
Institution / Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
2,0
Schlagworte
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Autor

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Titel: Perspektiven für die französische Sprache in einer zunehmend globalisierten Welt