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Brot und Spiele - Die Macht der römischen Unterhaltungskultur

Geschichte, Klasse 6

von Toralf Schenk (Autor)

Unterrichtsentwurf 2005 34 Seiten

Didaktik - Geschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Bedingungsanalyse
1.1. Innere Situation
1.2. Äußere Situation

2. Didaktisch-methodische Überlegungen und Begründungen
2.1. Stellung der Stunde in der Stoffeinheit
2.2. Auswahl und Begründung der Inhalte
2.3. Auswahl und Begründung der Lernziele
2.4. Begründung der didaktischen Stufung des Unterrichts und des gewählten Methodenkonzeptes

3. Geplanter Unterrichtsverlauf

4. Literaturverzeichnis

5. Anlagen

1. Bedingungsanalyse

1.1. Innere Situation

Seit Beginn des Schuljahres 2004/05 unterrichte ich in der Klasse 6 im Fachbereich Geschichte (1 Wochenstunde). Bereits im vergangenen Schuljahr arbeitete ich mit der Klasse zusammen und erteile seit November 2003 Unterricht bei ihr. Fachlehrerin und zugleich Klassenlehrerin ist meine Mentorin. Aufgrund einer schweren Krankheit fiel sie längere Zeit aus, so dass ich den Unterricht von Beginn an eigenständig und selbstverantwortlich führe.

Während meiner vorangegangenen Hospitationen in der Klasse, aber auch während meiner eigenen Lehrversuche konnte ich beobachten, dass die Lerngruppe sehr aufgeweckt ist und dem Geschichtsunterricht interessiert folgt. Dies spiegelt sich in einer sehr guten und kontinuierlichen Mitarbeit wieder. In ihren Wortmeldungen bringen einige Schüler nicht nur Erkenntnisse mit ein, sondern auch kritische Anmerkungen, die für die Gestaltung des Unterrichts von Bedeutung sind. Darüber hinaus besitzen die benannten Schülerinnen und Schüler ein gutes Allgemeinwissen, das das Unterrichtsgespräch bereichert. Zudem genießen sie in der Klasse eine feste soziale Stellung und hohes Ansehen bei ihren Mitschülerinnen und Mitschülern, so dass eine aktive Einbindung ihrer Mitarbeit den Unterricht fördert. Dies habe ich bei der Planung des Unterrichts berücksichtigt, indem einige der benannten Schülerinnen und Schüler in ausgewählten Unterrichtssequenzen aktiv mit eingebunden werden. Die Klasse 6b weist im Fach Geschichte ein höheres Leistungsniveau, eine bessere Lernhaltung und größeres Interesse am Fach auf als die Parallelklassen, die auch von mir in Geschichte unterrichtet werden.

Trotz Interesse am Fach und einem guten Verhältnis der Kinder untereinander kommt es gelegentlich dazu, dass einige von ihnen bei Unterrichtsgesprächen oder Diskussionen leicht vom Thema abkommen und Unruhe stiften. Durch zum Teil lange Wortbeiträge einzelner Schüler, die ihr umfangreiches Wissen präsentieren wollen, werden andere Schülerinnen und Schüler mitunter unruhig und unaufmerksam.

Die Klasse setzt sich aus 10 Jungen und 12 Mädchen zusammen, die aus dem gesamten Stadtbereich Jena und Umgebung kommen. Seit Beginn meiner Zusammenarbeit mit der Klasse fiel mir auf, dass das Lern- und Sozialklima innerhalb der Lerngruppe gut gefestigt ist und von mir als sehr angenehm empfunden wird. Dies zeigt sich dadurch, dass die Schülerinnen und Schüler offen und ehrlich miteinander umgehen, zugleich aber auch kritisch untereinander sind.

Das Leistungsniveau der Lerngruppe befindet sich entsprechend der Jahresendnoten aus Klasse 5 und der Halbjahresnoten aus Klasse 6 zwischen „sehr gut“ und „befriedigend“. Vor allem aufgrund einer guten Mitarbeit und eines vielseitigen Interesses überzeugt die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler bei mündlichen Leistungen und im Unterrichtsgespräch. Bei schriftlichen Arbeiten besteht eine größere Streuungsbreite. Dabei weisen vor allem die Jungen signifikant schlechtere Leistungen auf als die Mädchen. Den Grund hierfür sehe ich in einer zum Teil oberflächlichen Arbeitsweise. Festzuhalten ist auch, dass trotz hoher Lernbereitschaft der meisten Schülerinnen und Schüler, das Lern- und Arbeitstempo variiert. Einige von ihnen lassen sich leicht ablenken. Neben dem Leistungsvermögen und dem Arbeitstempo sind auch bestimmte Fähigkeiten und Fertigkeiten verschieden ausgeprägt und unterschiedlich stark gefestigt. Dies zeigt sich vor allem im sehr unterschiedlichen Lese- und Schreibtempo aber auch bei der Formulierung konkreter Antworten im Unterrichtsgespräch.

Abschließend bleibt zu erwähnen, dass ich von den Schülerinnen und Schülern sowohl während des Unterrichts als auch darüber hinaus nicht nur als Lehrperson, sondern auch als Berater und Lernhelfer akzeptiert und respektiert werde. Dies ist nicht zuletzt auf die Zusammenarbeit außerhalb des Unterrichts bei Wandertagen und Projekten zurückzuführen. Es kann somit von einem gefestigten Lehrer-Schüler-Verhältnis gesprochen werden, das den Rahmen für pädagogische und methodisch-didaktische Überlegungen bildet und für einen guten Unterricht wichtig ist.

Aus dieser inneren Bedingungsanalyse der Lerngruppe ergeben sich folgende Schlussfolgerungen für die Lehrprobenstunde.

Aufgrund des geschilderten Interesses der Schülerinnen und Schüler am Fach Geschichte und am Themenbereich zur römischen Geschichte bedarf es einer abwechslungsreichen aber auch fachlich ansprechenden Vorbereitung und Gestaltung des Unterrichts. Dieser ist durch die Berücksichtigung verschiedener Sozialformen aber auch durch inhaltliche Exkurse zu weiterführenden Themen gekennzeichnet. Dadurch wird den Schülerinnen und Schülern im Unterricht die Möglichkeit eingeräumt, entsprechend des erweiterten Lernbegriffes, verschiedene Kompetenzen zu erwerben. Das bedeutet, dass der Unterricht nicht ausschließlich auf die Vermittlung von Stoff und Fachwissen ausgerichtet werden darf, sondern die Aneignung der Selbst-, Methoden- und Sozialkompetenz ebenso Berücksichtigung findet. Dabei wird das gute Sozialklima unter den Schülerinnen und Schülern genutzt, um auf kreative und handlungsorientierte Unterrichtssequenzen zurückzugreifen. Aufgrund der fleißigen Mitarbeit der Schülerinnen und Schüler im Unterricht und der aktiven Teilnahme am Unterrichtsgespräch wird diese Methode verstärkt im Unterricht zum Einsatz kommen. Es verlangt jedoch vom Lehrer viel Aufmerksamkeit, pädagogisches Geschick und eine kontrollierte Lenkung, die Aufmerksamkeit aller Schülerinnen und Schüler anzusprechen und auch leistungsschwächere mit einzubinden.

Das unterschiedliche Arbeits- und Schreibtempo der Schülerinnen und Schüler versuche ich dadurch zu begegnen, dass sie ansprechende Materialien erhalten, die den Schreibaufwand reduzieren und leicht handhabbar sind.

1.2. Äußere Situation

Um allen Gästen und Teilnehmern der Lehrprobe eine angemessene Lernsituation zu ermöglichen, wurde nicht nur ein Stunden-, sondern auch ein Raumtausch vorgenommen. Die Lehrprobenstunde findet im Klassenraum der Parallelklasse statt. Der Raum 34 weist den Vorteil auf, dass er groß und geräumig ist und somit allen Anwesenden genügend Raum bietet. Als Klassenraum verfügt er lediglich über eine Wandtafel sowie Zeigestock und Lineal. Dies bedeutet, dass für den Fachunterricht Geschichte alle notwendigen Arbeitsmaterialien vom Lehrer in den Raum mitgebracht werden müssen. Auch wenn der Klassenraum nicht abgedunkelt werden kann, ermöglicht seine Lage nach Norden den Einsatz des Overhead und Dia Projektors.

Als problematisch erweist sich zum Teil die Lage des Raumes hin zur stark befahrenen Straße. Durch den Straßenlärm und die Nähe der Klinik ist das Öffnen der Fenster während des Unterrichts nicht möglich, ohne die Akustik des Raumes zu beeinträchtigen. Um eine optimale Sauerstoffzufuhr den Schülerinnen und Schülern zu gewährleisten, wird vor dem Beginn des Unterrichts der Raum ausgiebig gelüftet. Zudem kann bei Bedarf das Fenster im vorderen Bereich des Klassenraums kurzzeitig geöffnet werden, ohne den Unterrichtsverlauf dabei zu beeinträchtigen.

Weiterhin ist darauf zu achten, dass aufgrund der Lage des Klassenraumes innerhalb des Schulgebäudes und durch eine Brandschutztür das Klingelzeichen nur sehr leise zu hören ist. Dies verlangt von den Schülerinnen und Schülern bereits vor Beginn des Unterrichts ein ruhiges Verhalten. Eine moderne Ausstattung an Bänken und Stühlen schafft eine arbeitsfreundliche Atmosphäre, bei der die gesamte Lerngruppe genügend Platz für ihre Arbeitsmaterialien findet aber auch für die Lehrperson genügend Aktionsfläche bleibt.

Die Lehrprobenstunde wurde von der vierten auf die zweite Stunde vorgezogen und beginnt um 8.40 Uhr. Zuvor haben die Schülerinnen und Schüler eine zehnminütige Pause, in der sie vom Klassenraum auf der gleichen Geschossebene im Schulgebäude in den Raum 34 wechseln. Es bleibt ihnen genügend Zeit zur Einrichtung ihres Arbeitsplatzes. Im Anschluss an diese Stunde findet eine große Hofpause statt.

2. Didaktisch-methodische Überlegungen und Begründungen

2.1. Stellung der Stunde in der Stoffeinheit

Das Thüringer Modell für die Integrierte Gesamtschule sieht für das Erreichen der Allgemeinen Hochschulreife 13 Schuljahre vor. In diesem Fall umfasst die Sekundarstufe I die Jahrgänge 5 bis 10 und die Sekundarstufe II die Jahrgänge 11 bis 13. Im Geschichtsunterricht gilt bis zur Klasse 10 der Lehrplan für die Regelschule. Dieser weicht in Klassenstufe 6 nicht vom Thüringer Lehrplan für Gymnasien ab. In beiden Lehrplänen ist das Stundenthema der Lehrprobe dem Themenbereich „Rom in der Kaiserzeit“ zuzuordnen.[1] Innerhalb dieses Themenbereiches werden neben den Herrschaftsgrundlagen des Kaisers, vor allem die römischen Kulturleistungen im Vordergrund stehen, aber auch die Beziehung zwischen Römern und Germanen und die Spuren der Römer in Deutschland thematisiert.[2] In Klassenstufe 6 wird das Fach Geschichte, wie auch in Klassenstufe 5, im Umfang von einer Wochenstunde unterrichtet.

Der Themenbereich „Rom in der Kaiserzeit“ setzte mit Beginn des zweiten Halbjahres ein. Nach der Wiederholung zur Krise der römischen Republik, in der wir stellvertretend den Spartakusaufstand nachstellten, untersuchten wir die Figur des Gaius Iulius Caesars als Schlüsselperson der römischen Geschichte am Ende der Republik und erstellten einen Personensteckbrief. Der Übergang zum Prinzipat und die Grundlagen der Herrschaft des Augustus waren Gegenstand der letzten Stunde vor der Lehrprobe. Die Schülerinnen und Schüler lernten die Institutionen Heer, Verwaltung und Finanzwesen als offizielle Machtstützen des Kaisers kennen. In der Prüfungsstunde steht dann die Politik von „Brot und Spiele“ als verdeckte Form der kaiserlichen Herrschaft im Mittelpunkt.

Für folgende Stoffverteilung im Rahmen des Themenbereiches „Rom in der Kaiserzeit“ habe ich mich entschieden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

An die Lehrprobe schließt sich ein virtueller Stadtrundgang durch Rom an, bei dem die Schülerinnen und Schüler das antike und heutige Rom vergleichen und auf einem Plakat gegenüberstellen. In diesem Zusammenhang werden die römischen Kulturleistungen, in Architektur, Kunst, Kultur, Technik und Verkehrswesen gewürdigt und in der nachfolgenden Stunde am Beispiel der Stadt Pompeji vertieft. Die drohenden Gefahren an den Grenzen des römischen Reiches und die Bedeutung des Limes als Sicherungsanlage und Siedlungszentrum werden danach thematisiert. Dabei rekonstruieren die Schülerinnen und Schüler einen eigenen Grenzwall als Modell. Mit der Erforschung des Lebens in den Provinzen und dem Vergleich zwischen Römern und Germanen schließt der Themenbereich „Rom in der Kaiserzeit“.

[...]


[1] Thüringer Kultusministerium (Hrsg.); Lehrplan für das Gymnasium Geschichte, Erfurt 1999, S. 20.

[2] Ebenda.

Details

Seiten
34
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783640757589
ISBN (Buch)
9783640757923
Dateigröße
554 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v155653
Note
1,0
Schlagworte
Brot Spiele Macht Unterhaltungskultur Geschichte Klasse

Autor

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    Toralf Schenk (Autor)

    9 Titel veröffentlicht

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