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Hugo Chávez

Über Mythos und Realität

Seminararbeit 2009 8 Seiten

Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Zur Person Hugo Chávez

3. Chávez und das Ende der Parteienherrschaft in Venezuela

4. Chávez’ Gratwanderung zwischen Anspruch und Wirklichkeit

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einführung

Hugo Chávez, selbst ernannter „Soldat des Volkes“, spaltet nicht nur die Welt, sondern auch seine Heimat Venezuela, in der er seit 1999 das Amt des Präsidenten belegt. Durch viele scharfe verbale Angriffe, vor allem gegen die USA, machte er sich immer wieder Kritiker. Doch findet er auch solidarische Unterstützung, vor allem innerhalb des armen Bevölkerungsteils von Venezuela. Unbestreitbar ist jedenfalls, dass Hugo Chávez seit seinem Amtsantritt den venezolanischen Staat grundlegend umgestaltet hat.

Diese Hausarbeit beinhaltet zunächst eine Vorstellung der Person Hugo Chávez, seiner politischen Vergangenheit und seines politischen Werdegangs.

Des Weiteren wird auf die zunächst vorherrschende Parteiherrschaft Venezuelas und ihr Ende mit dem Amtsantritt Chávez eingegangen. Sein sozialistisches Konzept, angelehnt an Heinz Dieterich wird dabei eine Rolle spielen.

Zentrale Problemstellung dieser Hausarbeit ist die umstrittene Gratwanderung Chávez’ zwischen seinem Anspruch auf eine sozialistische Gesellschaft und den innerpolitischen realen Konflikten, wobei auch Chávez’ ausgeprägter Antiamerikanismus zur Sprache kommen soll. Diese Konflikte sollen abgewogen und bewertet werden. Außerdem wird der letzte Punkt die Entwicklung des Mythos Chávez über die Jahre seiner Amtszeit beleuchten.

Ziel der Arbeit ist es, aufzuzeigen, dass eine differenzierte Bewertung des politischen Handelns von Hugo Chávez unabkömmlich ist. Weder schwarz noch weiß, kann daher die Beurteilung ausfallen, ob es sich bei der Person Chávez um einen rein idealistisch motivierten, sozialistischen Demokraten handelt oder er, belegt an diversen Widersprüchen und Konflikten die Demokratie als Mittel zum Zweck betrachtet, missbraucht und letztendlich vereitelt.

2. Zur Person Hugo Chávez

Hugo Chávez ist am 28. Juli 1954 in Venezuela als Sohn eines Dorfschullehrers geboren. Am 24. Juli 1983, dem 200. Geburtstag des südamerikanischen Unabhängigkeitskämpfers Simón Bolívar, von welchem Hugo Chávez bereits seit seiner Jugend ein großer Anhänger war, gründete er das „MBR 200“, die „Revolutionäre Bolivarische Bewegung 200“, einen linksnationalen Zirkel, dem sich mehrere Offiziere und Unteroffiziere anschlossen, der jedoch auch für Zivilisten zugänglich war[1]. Chávez führte das MBR 200 am 4. Februar 1992 zum Putsch gegen den sozialdemokratischen Präsidenten Carlos Andrés Pérez, dem er die schlechte gesellschaftliche Situation und die weit verbreitete Korruption vorwarf. Der Putsch scheiterte und Hugo Chávez wurde für 2 Jahre inhaftiert. Während seiner Zeit im Gefängnis schrieb er das Buch „Cómo salir del laberinto“, durch das er große Bekanntheit erlangte. Nach seiner Begnadigung bewarb er sich für das Amt des Präsidenten, für das er zwischen 1995 und 1997 seine Kampagne führte. 1997 gründete er die Partei MVR, das „Movimiento Quinta República“.

1998 gewann er die Wahlen, was vor allem auf die Sympathien der ärmeren Bevölkerungsschicht Venezuelas zurückzuführen war, die er durch die Ankündigung zum Kampf gegen soziale Missstände erlangte[2]. Im Februar 1999 wurde Hugo Chávez Präsident und bekleidet dieses Amt bis heute.

3. Chávez und das Ende der Parteienherrschaft in Venezuela

Mit Hugo Chávez’ Amtsantritt beginnt eine neue Zeit in Venezuela. Damit endet das seit 40 Jahren bestehende so genannte „Punto Fijo System“.[3] Staatstragend in diesem System waren drei Parteien, zum einen die „Accion Democratica“ (AD), das christliche konservative „Comité de Organización Política Electoral Independiente“ (COPEI) und die republikanische demokratische „Unión Republicana Democrática“ (URD).[4] Weder Hugo Chávez, noch sein Konkurrent Henrique Salas Romer gehörten einer dieser Parteien an.

Diese Struktur brachte diverse Nachteile mit sich. Zwar traten die Parteien in Venezuela für eine Demokratisierung ein und boten Aufstiegsmöglichkeiten für „neue Soziale Schichten“.[5] Innerparteiliche Entscheidungen lagen jedoch zu sehr in der Hand einer einzigen populären Führungsperson, die innere Organisationsstruktur einer Partei spielte eine weniger große Rolle. Somit kann man nur begrenzt von einer innerparteilichen Demokratie sprechen, da Entscheidungen einem einzelnen Akteur oblagen und die Mitglieder somit kaum Mitspracherecht hatten.[6]

[...]


[1] Vgl. Encarta

[2] Siehe 1

[3] Vgl. Jennifer McCoy, S.64

[4] Vgl. Nikolaus Werz, S.78

[5] Vgl. Nikolaus Werz, S.155

[6] Siehe 6

Details

Seiten
8
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640694563
ISBN (Buch)
9783640695768
Dateigröße
475 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v155641
Institution / Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Note
1,0
Schlagworte
Hugo Chávez Mythos Realität

Autor

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Titel: Hugo Chávez