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Just-in-Time Lieferungen

Chancen und Risiken aus Sicht der Lieferanten

Hausarbeit 2008 18 Seiten

BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Historie und Grundsätze des JiT-Konzepts

3 JiT-Lieferung
3.1 Grundlagen
3.2 Bedeutungszuwachs
3.3 Potenzialanalyse
3.3.1 Vorteile und Chancen
3.3.2 Nachteile und Risiken

4 Fazit/Ausblick

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Ziel einer JiT-Anlieferung

Abb. 2: Anteile der Verkehrsträger am Güterverkehr 2005

1 Einleitung

Kürzere Durchlaufzeiten, kürzere Entwicklungszeiten, wachsende Kundenbedürfnisse, steigender Kostendruck, nationale und internationale Konkurrenz. Schlagworte, die beliebig erweitert werden können und in erster Linie für den zunehmenden Druck stehen, denen Unternehmen im Wettbewerb heute ausgesetzt sind. Die wachsende Herausforderung der Unternehmen sich auf dem Markt zu behaupten zwingt diese zur Ausschöpfung vorhandener Rationalisierungspotenziale.[1] Gerade die Dynamik der Märkte macht das Streben nach stabilem Wachstum zu einer unternehmerischen Herausforderung. In den seltensten Fällen sind Einflussgrößen heutzutage noch zuverlässig vorhersagbar. Um diesen Herausforderungen begegnen zu können, wird der Bereich der Logistik zunehmend zur wesentlichen Erfolgskomponente.[2]

So erfährt vor allem der Bereich der Absatzlogistik seit einigen Jahren einen deutlichen Wandel. Immer häufiger ist die Schnelligkeit der Lieferung Voraussetzung für den Auftragserhalt; weniger die Qualität oder die Preiswürdigkeit.[3] Just-in-Time (JiT) oder auch dessen Weiterentwicklung Just-in-Sequence (JiS) stellen in diesem Zusammenhang mögliche Instrumente des Erfolgsfaktors ZEIT dar. Unternehmen, die zur Umsetzung eines solchen Konzeptes in der Lage sind, verschaffen sich wertvolle Wettbewerbsvorteile. Bereits in den 80er Jahren bewies dieses Konzept eindrucksvolle Verbesserungen hinsichtlich Durchlaufzeiten, Kosten, Qualität und Flexibilität.[4]

Ausgehend vom JiT-Konzept und dessen geschichtlichem Hintergrund wird auf den folgenden Seiten speziell auf die JiT-Lieferung als ein Teil dieses Gesamtkonzeptes eingegangen. Aufbauend auf den Grundsätzen sollen zunächst Gründe für dessen Bedeutungszuwachs heraus gearbeitet werden. Anschließend sollen im Rahmen einer Potenzialanalyse mögliche Vor- und Nachteile bzw. Chancen und Risiken aus Sicht eines Lieferanten aufgezeigt werden. Zur Verdeutlichung werden parallel zu diesen Erläuterungen einige Beispiele aus der Praxis eingebunden. Diese Beispiele stammen vorrangig aus der Automobilindustrie, da besonders diese Branche aufgrund der Vielzahl der benötigten Komponenten für das Endprodukt einen hohen Anteil an Zuliefer­teilen aufweist. Die Arbeit endet mit einem zusammenfassenden Überblick über das Thema sowie einem kurzen Ausblick; bezogen auf die Automobilindustrie.

2 Historie und Grundsätze des JiT-Konzepts

Das JiT-Konzept ist allerdings keine Neuentwicklung der jüngsten Vergangenheit. Es ist vielmehr Bestandteil einer von dem Japaner Taiichi Ohno entwickelten und progagierten Philosophie. Der Toyota-Mitarbeiter entwickelte in den 50er/60er Jahren das so genannte Toyota Production System (TPS) - ein Konzept zur flexiblen, zeitgenauen Fertigung und Anlieferung, das auf der Vermeidung jeglicher Verschwendung (z. B. Materialien, Lagerung, Personal etc.) beruht. Das JiT-Konzept besteht somit aus zwei wesentlichen Bestandteilen - der JiT-Produktion, eine Produktionsprogrammplanung, und der JiT-Lieferung, die optimale Synchronisierung der gesamten Logistikkette vom Produzenten zum Abnehmer. Eine entscheidende Neuerung dieses Organisations- und Steuerungskonzepts ist die Tatsache, dass der Absatz ausschließlich durch die Bedarfsdeckung, d. h. den Kundenwünschen entsprechend, bestimmt wird und nicht durch die Arbeit an sich. Vor dem Hintergrund all dieser Optimierungsfaktoren bestehen die Vorteile vorrangig in der Reduzierung der Bestände und somit der Lagerhaltungskosten, der Verkürzung der Durchlaufzeiten sowie der Steigerung der Produktivität und Flexibilität.[5]

3 JiT-Lieferung

3.1 Grundlagen

Entscheidendes Kriterium für die sich im Wandel befindliche Absatzlogistik ist das Bestreben, dem Kunden die gewünschte Ware zum richtigen Zeitpunkt in der richtigen Menge mit der richtigen Qualität an dem richtigen Ort zur Verfügung zu stellen. Die Anlieferung der vom Kunden gewünschten Waren erfolgt also exakt zum Zeitpunkt des Bedarfes. Besonders geeignet für diese Art der Lieferung sind Güter mit hohem und regelmäßigen Verbrauch, beispielsweise Güter, die schnell an Aktualität verlieren oder auch Güter der Frischelogistik.[6]

Voraussetzung für eine erfolgswirksame JiT-Lieferung ist nicht nur ein optimal abgestimmter Lieferservice, in dem die vier Elemente Lieferzeit, Lieferzuverlässigkeit, Lieferungsbeschaffenheit und Lieferflexibilität perfekt aufeinander abgestimmt sind, sondern auch die Optimierung und Synchronisierung aller Glieder der gesamten Logistikkette.[7]

Die Logistikkette besteht hierbei aus drei entscheidenden Gliedern:

- dem Kunden bzw. Hersteller, der die Ware bestellt bzw. bestimmte Produkte bzw. Teile „fremdproduzieren“ lässt,
- dem produzierenden Zulieferbetrieb, der die gewünschte Ware bzw. bestimmte Teile produziert und dem Kunden zuliefert bzw. zuliefern lässt sowie
- dem Logistikdienstleister, der die produzierte Ware transportiert und zeitgenau beim Kunden anliefert.

Als Lieferant gelten in diesem Zusammenhang also sowohl der produzierende Zulieferbetrieb (Lieferant der Ware an den Logistikdienstleister oder auch direkt an den Kunden) als auch der Logistikdienstleister (Lieferant der Ware an den Kunden), wobei die vorliegende Arbeit im Wesentlichen von einem Kunden in Form eines Herstellers (z. B. Automobilhersteller) und einem Lieferanten in Form eines produzierenden Zulieferbetriebes (z. B. Reifenhersteller), der Produkte für einen Kunden herstellt und selbst zuliefert, ausgeht. Entscheidender Ausgangspunkt einer JiT-Lieferung ist die strukturelle Anpassung der einzelnen Schnittstellen in der Form, dass eine Direktanlieferung der Ware ohne Kontrollen, Verpackungen und Lagerungen ermöglicht werden kann.[8]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Ziel einer JiT-Anlieferung

(Quelle: Wildemann, Das Just-in-Time Konzept, 1992, S.160)

[...]


[1] Vgl. Wildemann, H.: 1992, S. 10; Filz, B. u. a.: 1989, S. 1.

[2] Vgl. Bundesvereinigung Logistik (26.05.2008), http://www.bvl.de

[3] Vgl. Kade-Lamprecht, E: 2007, S. 87.

[4] Vgl. Wildemann, H.: 1992, S. 10.

[5] Vgl. Panichi, M: 1996, S. 13ff; Shingo, S: 1992, S. 11ff, 67ff, 255f; Swiss Deming Institute (16.05.2008), http://www.deming.ch

[6] Vgl. Kade-Lamprecht, E.: 2007, S. 88.

[7] Vgl. Filz, B. u. a.: 1989, S. 47.

[8] Vgl. Wildemann, H.: 1992, S. 264.

Details

Seiten
18
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640731640
ISBN (Buch)
9783640732081
Dateigröße
492 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v155496
Institution / Hochschule
SRH Hochschule Riedlingen
Note
1,3
Schlagworte
JIT Just-in-Time Just-in-Sequence

Autor

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Titel: Just-in-Time Lieferungen