Lade Inhalt...

Warum existieren soviele Sprachen?

Entstehung der Sprachvielfalt

Hausarbeit 2009 20 Seiten

Sprachwissenschaft / Sprachforschung (fachübergreifend)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Literaturrecherche

3. Die Natur als Sprache

4. Sprechende Kopfe

5. Erste Worte

6. Die Sprachgemeinschaft

7. Die Sprachvielfalt

8. Der Sprachwandel

9. Dimensionen der Sprache
9.1 Die Zeit
9.2 Der Raum
9.3 Der Benutzer und sein Gebrauch

10. Unterscheidung des Denkens

11. Fazit

12. Quellen und Literaturverzeichnis

13. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Die Hausarbeit folgt der Fragestellung warum existieren so viele Sprache und wie es uberhaupt zu der Entstehung der Sprachvielfalt kam. Im Verlauf der Sprachentwicklung werden einige grundlegende und miteinander verbundene Fragen aufgeworfen.

Welche Form hatte die Sprache zu beginn ihrer Entwicklung? Nicht ganz Unabhangig davon wann die Sprache sich zum ersten Mal entwickelte, stellt sich die frage, wie sich aus einer Nichtsprache eine Sprache verwandelte. Mein Hauptaugenmerk besticht in der Fragestellung wann und warum sich die vermutlich anfangs einheitliche Sprache auseinander entwickelte, so dass es heute etwa funftausend Sprachen gibt und wie versteht sich die Sprache als Ausweis der Zugehorigkeit. Anhand dieser Leitfragen wird versucht das Wesen der Sprache zu beantworten.

In der Literatur zum Ursprung und Entwicklung der Sprache und bei einigen Sprachphilosophen lassen sich unzahlige Theorien uber die Sprachgeschichte aufstellen. Einige glauben an den Willen Gottes, der durch den Turm von Babel die Sprache in alle Lander verstreute, andere folgen den beweisen das die Gestik woruber sich die Sprache abhandeln lieR von Mensch zu Mensch anders interpretiert wurde und aus dem die Sprachvielfalt entstand. Am Wahrscheinlichsten begann die Sprache, als sich die ersten unserer Vorfahren uber die Bedeutung ihrer Lautverbindungen einigten.

Seit Jahrzehnte beschaftigen sich schon Wissenschaftler mit der Evolution der Sprache, sie schatzen, dass Menschen seit 100 000 bis 200 000 Jahren sprechen konnen. Leider sind das alles nur Vermutungen und beruhen nicht auf Fakten. Wahrend aber in der Zeit Sanskrit Vedischen und Urindoeuropaischen von 15000 v. Chr. bis 2000 n. Chr. aufschlussreicher Quellen uber die Entstehung der Sprachvielfalt bis zu unserer heutigen Zeitrechnung von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Lassen sich uber Stammbaume, Artefakte, Mythen und anderen Spuren daraus wesentlich eindeutigere hinweise darauf geben wie aus einer Ursprache eine Vielzahl von Sprachen Entstanden ist. Die Denk- und Sprechfunktionen der ersten Menschen mussen sich gemeinsam entwickelt haben, weil die Zusammenfassung mehrerer Vorstellungen zu einer komplizierteren erst moglich ist, wenn dafur ein bestimmtes Lautzeichen gebildet wird welches sich durch einen ihn gegebenen Sinn von anderen Lautgebilde unterscheidet.

2. Literaturrecherche

Fur die oben aufgelisteten Fragestellungen habe ich mich aus dem Grund entschieden, weil mein personliches Interesse daran lag, zu erfahren warum in dieser Welt soviele Unterschiedliche Sprachen und Dialekte entstehen konnten. Des weiteren ist es interessant zu verfolgen wie sich die Sprache im Laufe der Zeit verandert hat, dass ein Anschluss an das Seminar (Aberglauben uber die Vernunft bis zur Wahrscheinlichkeit Paradigmenwechsel vom 16. bis 20. Jahrhundert) findet. Folge dessen bin ich uber die Online Bibliothek der Leuphana Internetseite an meine Literarischen Quellen gekommen. Ober das Suchverzeichnis gab ich zunachst Schlagworter, wie Ursprung der Sprache, Entstehung der Sprache ein. Um meiner Fragestellung naher zukommen gab ich fortwahrend weiter begriffe wie „Sprachvielfalt" und „Sprachentstehung" ein. Was mich zu den Ergebnis brachte, dass diese Quellen Ausschlaggebend fur meine Fragestellung sind. Meine Hauptquellen bezog ich aus den Werken „Klatsch und Tratsch", „Das Wunder der Sprache" und „Neue Wissenschaften von alten Zeichen".

Zu beginn meiner Arbeit konnte ich die Theorie aufstellen das die Sprache von unseren Urmenschen abstammt und das sich die Sprache von Ursprung zu Ursprung unterschiedlich entwickelte. Aber meine Theorien haben sich zum teil nur bewahrheitet. Oberraschende Aspekte fand ich vor allem in der Religion wieder.

3. Die Natur als Sprache

Durchquert eine Person einen Dichten Wald und steht nun fern ab von allen Handlungen, umgeben von gigantischen Baumen. So fuhrt diese Person eine Handlung aus, namlich eine Handlung von Zusammenwirkender Subjekte des Zeichens des Objekts und das als sich selbst dem Interpretanten. Die Empfindung fuhrt zu einer Wahrnehmung seiner Umgebung.

Zitat nach:„(...) Nietzsches Methode erweist sich die Entstehung der Sprache letztlich ruckbezogen auf einen Vorgang ursprunglicher Semiose, einen Prozefi leiblicher Symbolik, die die ganze Natur durch herrscht. Man konnte insofern geradezu von einer„Sprache der Natur„ reden, mit deren Kunstkraft und Kunsttrieb alle Sprachgebungen ihren Anfang nimmt."[1]

Die „Kunstkraft und der Kunstrieb" aller Sprachen konnen wie der Wind der durch dichte Aste streift sein. Ihr kann dadurch einen dynamischen Prozess der LautauRerung also ein Rauschen der Aste hervorrufen. Aus diesem Grund versteht sich die Hervorbringung der Sprache anhand dynamischer Naturprozesse.

4. Sprechende Kopfe

Im vorigen Teil wurde verdeutlicht, dass sich Sprache naturlich verhalten kann. In Punkt 3 soll nun anhand eines Beispiels gezeigt werden wie Gebarden und einfache Gerausche zur Kommunikation und damit indirekt auch zum Sprechen beitragen konnen.

Hier folgt nun das Beispiel, aus dem Buch „Klatsch und Tratsch" von Robin Dunbar.

Jojo, die gerade ihr erstes Kind zur Welt gebracht hat, wiegt es auf den Armen und ist verwundert uber dieses seltsame feuchte Wesen und gleichzeitig unsicher was sie tun soll.

Persephone, Jojos Mutter, kommt dazu. Sie beaugt das Kleine, schnuppert versuchsweise daran und streckt die Hand aus, um sein Hinterteil zu beruhren. Dann stoRt Persephone ein leises Grunzen aus und fangt an Jojo zu Kraulen.

Jojo entspannt sich im Kraulrhythmus ihrer Mutter, und ihrer Augen schlieRen sich halb. Als aber das Baby ein Wimmern horen lasst, ist sie wieder hellwach. Zwei Halbwuchsige stupsen das Kind und sind fasziniert davon, wie es sich windet, wenn sie versuchsweise an einem Bein ziehen. Jojo zerrt das Baby weg und wendet ihnen den Rucken zu, so dass auch Persephone sie nicht weiter kraulen kann. Nachdem Persephone mit ihren drohenden Brauen den beiden Jungen drohte, machten sich die beiden davon, um jemand anderen zu argern.

Jojo und Persephone sind Paviane. Ihr Rudel hat seinen Lebensmittelpunkt auf einer felsigen Erhebung in den Savannen Ostafrikas. Sie konnten aber fast uberall in Afrika zu Hause sein, und sie konnten auch zu jeder anderen der etwa hundertfunfzig Affenarten gehoren, die in den Waldern und Savannen Asiens, Afrikas und Sudamerikas Leben. AuRerdem haben ihre Aktionen und Reaktionen etwas geradezu beangstigend Vertrautes als konnten sie auch Menschen sein. Angehorige eines der uber funftausend Kulturen, die von Alaska bis Tasmanien und von Benin bis Brasilien uber den Erdball verstreut sind. Genau hier im Alltagsleben liegt der Punkt einer Obereinstimmung zwischen uns und unserer nachsten Verwandten, den Klein und Menschenaffen. Hier gibt es ein Verhalten in das wir uns augenblicklich einfuhlen konnen. Die Vieldeutigkeit und Tucken alltaglicher Erfahrungen. Doch gibt es ein Unterschied, unsere Welt ist vollig von Sprache durchdrungen, wahrend in ihrer Welt alle Handlungen wortlos vollzogen werden.

Ein Menschenbaby bringt mit etwa achtzehn Monaten die ersten richtigen Worter hervor. Mit zwei Jahren besitzt es schon einen Wortschatz von ungefahr funfzig Wortern.

Im Laufe folgender Jahre lernt es jeden Tag neue Worter. Ein sechsjahriges Kind hat durchschnittlich dreizehntausend Worter gelernt und mit achtzehn verfugt es uber einen aktiven Wortschatz von etwa sechzigtausend Begriffen. Das heiRt, es hat seit seinem ersten Geburtstag im Durchschnitt zehn neue Worter pro Tag gelernt.

Das ist schon eine auRergewohnlich Leistung die sonst keine andere Lebensart auf Erden erbringen kann.

Da ist es auch nicht Verwunderlich, das wir Menschen von allen biologischen Arten, die jemals gelebt haben, im Verhaltnis zur KorpergroRe das umfangreichste Gehirn besitzen.

Es ist neunmal GroRer als bei einem Saugetier von unseren KorpermaRen, und dreiRigmal so groR wie das Gehirn eines Dinosauriers von gleicher KorpergroRe.

Nur Tummler und Delphine ahneln uns in dieser Hinsicht.

Aber auch die Delphine die fur ihre Intelligenz und ihr Sozialverhalten bekannt sind, konnen auf sprachlicher Ebene nicht mit uns Menschen konkurrieren. Ihre naturliche Verstandigung mit Pfiffen und Klicklauten mag zwar recht komplex sein, aber sie gehort nicht in die gleiche Kategorie wie die Sprache der Menschen. Vgl.[2]

Die Sprache ist auf dieser Welt etwas Einzigartiges, und das macht sie umso ratselhafter. Andere Arten bellen, schreien, zwitschern, grunzen und wimmern, aber sie sprechen nicht. Deshalb konnte es vielleicht gar nicht ausbleiben, dass wir die menschliche Spezies fur etwas Besonderes halten, und das wiederum verstarkte unsere Gewohnheit, uns selbst zu verherrlichen. Vgl.[3]

5. Erste Worte

Wie im vorigen Abschnitt bewiesen wurde, dass die Tiere nicht uber die Gebarden und Gerausch Kommunikation hinaus kamen. Wird im nun Folgenden aufgezeigt wie die Entstehung der Sprach sich beim Menschen entwickelte.

„Urmensch 1 mochte einen Gegenstand beispielsweise ein Apfel, kann ihn aber nicht erreichen. Er stoRt nun einen Schrei des Begehrens aus. Urmensch 2 kommt hergeeilt, um aus einem „Hilferuf" heraus Urmensch 1 zu helfen. Aus dieser ersten BedurfnisauRerung entsteht Kommunikation und Kooperation."[4]

Es gibt viele Theorien zur Entstehung des ersten Wortes. Bei dem sprachlichen Ursprung wird davon ausgegangen, dass sich der moderne Mensch, dessen Ursprung in Afrika lokalisiert, sich in die ganze Welt ausbreitete, es also nur eine Ursprache geben kann, aus der sich alle anderen Sprachen entwickelt haben. Weitere Theorien werden aufgefuhrt die besagen das durch die Verbreitung der Sprachstamme des Urmenschen sich eine sprachliche Entwicklung mit sich zog. Es spielten Gestik und Mimik bei der Verstandigung unserer fruhesten Vorfahren, eine entscheidende Rolle. Warum sich aus den Gesten nun Laute entwickelten ist unsicher. Zum einen hat die Lautsprache einige Vorteile. Es ist beispielsweise kein Blickkontakt bei der Kommunikation mehr notig. Auch sind die Hande fur andere Tatigkeiten frei.

[...]


[1] (Nies, 1991, S. 82)

[2] (Dunbar, 1998, S. 10 - 12)

[3] (Dunbar, 1998, S. 13)

[4] (Trabant1994, S. 150)

Details

Seiten
20
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640677955
ISBN (Buch)
9783640680269
Dateigröße
509 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v155432
Institution / Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Note
2,3
Schlagworte
Warum existieren soviele Sprachen Enis Karahan Existieren Sprachen so viele warum

Autor

Zurück

Titel: Warum existieren soviele Sprachen?