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Lerntypen und deren Lernstrategien

Kognitive Entwicklung - Lernen und Gedächtnis

Hausarbeit 2007 28 Seiten

Psychologie - Lernpsychologie, Intelligenzforschung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung/ Hinführung zum Thema

2. Was ist eine Lernstrategie ?

Erläuterung anhand von Definitionen

3. Verschiedene Lerntypen besitzen verschiedene Strategien - Eine Vorstellung der Typen und deren Strategien
a) Der Hörtyp
b) Der Sehtyp
c) Der Bewegungstyp

4. Verschiedene Lernstrategien - Enkodierstrategien als zentrale Lern- und Gedächtnisaktivitäten

5. Kleiner Exkurs: Einsetzen von Strategien

6. Die vielen Möglichkeiten der unzähligen Lernstrategien (richtig) einsetzen

7. Nicht zu vergessen: Weitere wichtige Faktoren für den Erfolg durch Lernstrategien : Lernsituation, Lernkontrolle bzw. Überwachung des Lernprozesses

8. Patentrezept: M-A-S-T-E-R - Plan ?

9. Fazit/Resümee

10. Literaturverzeichnis

1. Einleitung/ Hinführung zum Thema

Schüler müssen sich ständig mit neuen Aufgaben und neuem Wissen auseinandersetzen. Oft fällt das Lernen, sprich das Aneignen von Kenntnissen und Fähigkeiten (vgl. Microsoft Encarta Professional 2003) jedoch eher schwer als leicht; es fehlen Zusammenhänge oder einfach Wege sich das Wissen anzueignen.

WIE soll gelernt werden um sich effektiv und sicher Wissen anzueignen? Die Antwort auf diese Frage : mit Hilfe von Lernstrategien.

Lernstrategien beschreiben lernorientiertes Arbeiten, sie sind für Schüler unabdingbar für schulische Erfolge und Erfolge sind unabdingbar für Motivation und Strebsamkeit. Lernstrategien sind unentbehrlich um sich Material zu strukturieren, anzueignen, zu verinnerlichen und um dieses abrufbar, bzw. verfügbar zu machen. Strategien stellen flexible Pfade auf dem Weg zu positiven Effekten dar und können in vielerlei Hinsicht eingesetzt werden. Sie erleichtern nicht nur den Zugang zum Lernmaterial, sondern vereinfachen auch das Verankern bzw. Behalten des Stoffes.

Doch auch im alltäglichen Leben sind Lernstrategien eine sehr nützliche Variante um sich Dinge wie Einkaufszettel, Autokennzeichen, Fahrwege oder auch eine bestimmte Abfolge von Dingen wie Zahlen, Buchstaben oder ähnlichem besser verinnerlichen zu können um beispielsweise das Gedächtnis bzw. das Gehirn zu trainieren um auch im hohen Alter fit zu bleiben. Man sieht: Lernstrategien sind Teil im gewohnten Tagesablauf und werden oft auch unbewusst eingesetzt.

Trotzdem kann nicht jeder Mensch, vor allem nicht jeder Schüler (die in dieser Hausarbeit im Zentrum stehen), alle Lernstrategien sinnvoll, d.h. mit Erfolgserlebnissen anwenden. Lernstrategien gibt es zahlreiche und sie sind typbedingt. Was sind überhaupt solche Strategien, die hiermit angesprochen wurden und vor allem welche Arten von Lernstrategien gibt es? Welche Strategien sind für welchen Typ empfehlenswert, bzw. anwendbar? Und wie kann man sich die Anwendung vorstellen? Von welchen Faktoren oder Eigenschaften einer Person wird die Zuordnung einer Strategie abhängig gemacht? Gibt es ein „Patentrezept" fur Erfolg durch eine bestimmte Strategie und wie kann man sich diese vorstellen?

Diese Fragen bzw. Probleme rund um das Thema „Lernstrategien" und viele andere sollen in dieser Hausarbeit aufgegriffen, besprochen, analysiert und ausgewertet werden.

2 .Was ist eine Lernstrategie? Erläuterungen anhand von Definitionen

Um sich mit dem komplexen Thema Lernstrategien auseinander setzen zu können muss allem eine Definition voran gestellt sein. Von Naus und Ornstein wurden Strategien definiert als „kognitive oder verhaltensspezifische Handlungen, die unter dem freien Willen des Handelnden stattfinden und zur Steigerung der GedächtnisleistuQJ HLQJHVHW]W ZHUGHQ³ (Siegler 1991: 181 ff.).

Welche Bedingungen müssen also, bezüglich der eben genannten Definition, erfüllt sein um von einer Lernstrategie zu sprechen? Nach Naus und Ornstein ist eine Lernstrategie also eine Handlung die frei vom Handelnden (in diesem Fall vom Lerner) ausgewählt wird und gedächtnissteigernde Wirkungen erzielt. Wichtig erscheint hierbei, dass die Strategie nicht vorgeschrieben wird, sondern sich der Lerner aus freien Stücken für die jeweilige Strategie entscheidet.

Eine andere Definition liefert Ballstaed: ,,... Unter Lernstrategien werden allgemein zielgerichtete Aktivitäten des Individuums verstanden, die dazu eingesetzt werden, Prozesse des Verstehens, Einprägens, Behaltens und Erinnern zu verbessern" (www.fb10.uni-bremen.de/inform/strategielit.htm).

Ballstaed beschreibt die Lernstrategie als intentionale Anstrengungen um , bezogen auf Lerner/Schüler, Stoff zu Verstehen, Wege und Möglichkeiten zu schaffen diesen besser einzuprägen, zu behalten und sich besser an das neu gelernte erinnern zu können.

Anhand der genannten Definitionen lässt sich allgemein festhalten, dass eine Strategie ein Vorgehen beschreibt, eine Art Plan um eine bestimmte Situation zu bewältigen. Dieser potentielle Plan wird vom Lernenden ausgewählt um ein Ziel zu erreichen oder ein bestimmtes Problem zu lösen.

Ich möchte an dieser Stelle noch auf eine weitere Definition (von Lompscher) von Lernstrategien eingehen, die Überlegungen und Ergebnisse der bisherigen Forschungen über Lernstrategien mit einschließt: „Lernstrategien sind mehr oder weniger komplexe, unterschiedlich weit generalisierte bzw. generalisierbare, bewusst oder auch unbewusst eingesetzte Vorgehensweisen zur Realisierung von Lernzielen, zur Bewaltigung von Lernanforderungen."

Lernstrategien sind demnach nicht identisch mit Lernhandlungen, eher betreffen sie die individuelle Art und Weise der Handlungsausführung. Sie sind in Struktur und Kontext einer Tätigkeit mit konkreten Motiven und Bedingungen und Mitteln eingebettet. Des weiteren wurde festgehalten, dass Lernstrategien das Ergebnis von Lernprozessen in unterschiedlichen Tätigkeiten und gleichzeitig auch eine der subjektiven Voraussetzungen für das Lernen sind. Sie entstehen durch unbewusste Anpassung an die jeweiligen Tätigkeitsbedingungen oder auch durch bewusste Orientierung auf bestimmte Ziele sowie Aufgaben. Wichtig ist (vor allem für angehende Lehrer), dass Lernstrategien durch pädagogische Tätigkeitsgestaltung gefördert, aber auch behindert werden können (vgl. http://pub.uni- potsdam.de/zsr/llt/LLF_PDF/LLF_13/EINLEITU.PDF).

Nachdem nun anhand von mehreren unterschiedlichen Definitionen und verbunden damit Bezug zur bisherigen Lernstragieforschung genommen wurde können nun weitere Aspekte, die tiefer in das Thema eingehen, betrachtet werden.

3. Verschiedene Lerntypen besitzen verschiedene Strategien ± Eine Vorstellung der Typen und deren Strategien

Obwohl es wenige klare empirische Belege fur eine Art Einteilung in Typologien von Lerntypen gibt sind uns jedoch alien die Begriffe „Hortyp", „Sehtyp" und „Bewegungstyp" bekannt. Dies kommt daher, weil sie in unserer Gesellschaft oft auftauchen und verwendet werden. Auch der Lernhilfe-Verlag „mentor" der Langenscheid-Gruppe bietet seinen Lesern und Interessenten Tests an um heraus zu finden, um welchen sog. Lerntyp es sich handelt. Aufgrund dessen will ich in dieser Hausarbeit auch Bezug darauf nehmen und versuchen verschiedene Lernstrategien in Beziehung zu dieser Typologie von Lerntypen setzen.

Im folgenden Teil werden Hörtyp, Sehtyp, sowie Bewegungstyp kurz vorgestellt werden.

Wichtig ist noch die Anmerkung, dass die Eigenschaften, die hier den drei Lerntypen zugeordnet werden von drei verschiedenen Kindern stammen, die alle drei Kinder (Hörtyp, Sehtyp, sowie Bewegungstyp) die gleichen vorschulischen Einrichtungen wie Kindergarten und Vorschule besucht haben und zum gleichen Zeitpunkt eingeschult worden sind. Trotzdem handelt es sich um verschiedene Lerntypen mit verschiedenen Lernstilen.

Natürlich spielt die Entwicklung der Persönlichkeit der verschiedenen Kinder eine Rolle, so dass wir nicht verallgemeinert sagen können, dass jedes Kind, dass über den vorgestellten Lerntyp verfügt automatisch alle Charakterzüge des hier vorgestellten Typs in sich vereint.

Im Anschluss sollen im nächsten Punkt dann die verschiedenen Strategien, die im Folgenden schon angesprochen werden, ausführlich erläutert werden.

a) Hörtyp

Unter „Hortypen" versteht man so genannte Lerner und Lernerinnen, die eine Vorliebe für Laute und Worte haben. Das Sinnesorgan Ohr steht hier im Vordergrund, denn über diesen Weg lassen sich die Informationen leichter aufnehmen und verinnerlichen. Die Wahrnehmung über das Gehör wirkt sich auf das Sprechen aus, deshalb neigen Hörtypen dazu, früher zu sprechen, sie besitzen in der Regel einen umfangreichen Wortschatz. Im Kleinkindalter zeichnen sich Hörtypen dadurch aus, dass sie gerne Lieder singen und Reime aufsagen, der Fragestrom dieser Kinder scheint unendlich zu sein, sie sprechen jedoch klar und deutlich. In der Grundschulzeit lesen sie gerne laut vor, Anweisungen folgen sie problemlos. Ältere Hörtypen hören gerne Kassetten,CD's und Radiosendungen, sie lernen schnell und leicht auswendig. Hörtypen stecken sehr viel von ihrer Energie in die Sprache und verwenden diese für das Sprechen (Vgl. Bradway/Albers Hill 1997: 28 ff.).

Eine Frage die vor allem für Eltern und Lehrer interessant ist: Welche Hausaufgabenstrategien eignen sich für den Hör-, Seh- bzw. Bewegungstyp?

Die meißten Hörtypen haben zwar kaum Schwierigkeiten mit den Hausaufgaben, das Schwierige ist jedoch, das Kind in diesem Fall davon zu überzeugen, dass es sich für das Erledigen der Hausaufgaben Zeit nimmt. Es hat sich im Falle des Hortyps als sehr hilfreich erwiesen, feste „Hausaufgabenzeiten" zu vereinbaren.

Typische Strategien für diesen Typ sind den Lernstoff auf Band aufzunehmen um ihn auditiv aufzunehmen und zu verinnerlichen oder die Notizen, bzw. das zu Lernende laut vorzulesen (Bradway/ Albers Hill 1997: 290-292).

Eine weitere interessante Fragestellung in dem Zusammenhang was typische Charakterzüge von Hörtypen sind ist bsp. welchen außerschulischen Aktivitäten der Hörtyp nachgeht. Gerne werden Shows und Theaterstücke besucht, Pfadfindertreffen o.ä. besucht. Beschäftigungen, für die das Gehör eine große Rolle spielt sind sehr beliebt: Chorsingen, Theaterspielen oder Vorlesestunden in der Bücherei.

In welchen Schulfächern hat der Hörtyp den meißten Erfolg? Allgemein lässt sich sagen, dass der Hörtyp in jedem Fach (lässt man persönliche Interessen außer Acht, d.h. das eine Fach interessiert den Charakter mehr, das andere jedoch weniger) gute Kompetenzen vorweist, da Zuhören in jedem Schulfach notwendig ist. Besonders jedoch erzielt er gute Erfolge in den Naturwissenschaften und vor allem in Sozialkunde, da Sachverhalten oft vorgelesen und verinnerlicht werden müssen. Musik gilt natürlich wegen des sensiblen Gehörs als Paradebeispiel für ein Hörtyp-Fach.

b) Sehtyp

„Sehtypen sind visuelle Lerner und Lernerinnen, die sich bei der Informationsaufnahme auf das Sehen verlassen" (Bradway/Albers Hill 1997: 30). Dinge werden gerne betrachtet und visuelle Signale wie Bewegung, Farbe, Form oder Größe werden schnell aufgenommen und im Gedächtnis behalten. Viele Sehtypen verfügen über eine ausgezeichnete Koordination zwischen Augen und Händen; es gilt als eine Art angeborene Neigung etwas zu betrachten und dann schnell die Hände einzusetzen um zu zeigen, was man gelernt hat.

Ach der Sehtyp verfügt wie der Hörtyp über gute feinmotorische Fähigkeiten (Vgl. Bradway/Albers Hill 1997: 30).

So genannte Hausaufgaben- Strategien für Sehtypen stellen beispielsweise das Unterstreichen verschiedener Dinge mit bunten Stiften dar um ihr Ordnungssystem zu „perfektionieren". Skizzen oder kleine Zeichnungen konnen die Dinge veranschaulichen und für Abwechslung sorgen. Gleichzeitig prägen sich Sehtypen ihre Hausaufgaben dadurch ein. Bei Schwierigkeiten können Videos, Bücher oder CD-Roms mit entsprechenden Erläuterungen helfen.

Typische Strategien für Sehtypen stellen Methoden und Dinge dar, die veranschaulichen: Filme, Zeichnungen und Bilder, bsp. das Erstellen von Mind- maps.

Auch hier: Die Frage nach den außerschulischen Tätigkeiten der visuellen Lerner. Außerschulische Tätigkeiten zeichnen sich dadurch aus, dass sie dem Lerner etwas zum Beobachten bieten, die er dann selbst kennen lernen und nachahmen kann. Es handelt sich um Tätigkeiten, die die Koordination von Augen und Händen verlangen. Beispiele sind Sportarten wie Badminton oder Tischtennis, Arbeit und Spiele am Computer, Zeichnen oder Malen, sowie Veranstaltungen von Museen oder ein Instrument (Klavier, Klarinette, o.ä.) erlernen und spielen (Vgl. Bradway/Albers Hill 1997: 190).

Fächer, in denen der Sehtyp beste Erfolge erzielen kann sind neben sprachlichen Fächern wie Deutsch, Englisch oder Französisch (Buchstabieren, Zeichensetzung und Rechtschreibung benötigen hohe visuelle Aufmerksamkeit) Mathematik, obwohl dies überwiegend ein Hörtyp-Fach ist. Doch wenn das Fach kompliziert wird, werden vor allem die feinmotorischen Fähigkeiten des Sehtyps gebraucht um erfolgreich zu sein.

c) Bewegungstyp

Bewegungstypen zeichnen sich dadurch aus, dass taktile Lerner sind, die das praktische Lernen durch Berührungen und Bewegungen mögen. Man kann sich dies so vorstellen, dass dieser Lerntyp die Informationen, die er über den Tastsinn aufnimmt in grobmotorische Bewegungen umwandelt (grobe Muskeln, die Arme, Hände, Beine und Füße bewegen, werden aktiviert).

Oft haben Bewegungstypen Probleme still zu sitzen und aufpassen. Aktivitäten in der freien Natur sind dagegen eher ihr Geschmack: So können sie sich frei bewegen und ihre Zappeligkeit und Unkonzentriertheit ausleben und freien Lauf lassen. Im motorischen Bereich ist dieser Typ zum Beginn der Schulzeit hinter ihren Altersgenossen zurück geblieben, eine gute Körperbeherrschung jedoch haben sie alle mal und macht sie zu Anführern und Anführerinnen.

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Details

Seiten
28
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640689026
ISBN (Buch)
9783640689330
Dateigröße
478 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v155323
Institution / Hochschule
Universität Koblenz-Landau – Institut für Psychologie
Schlagworte
Psychologie Pädagogik Pädagogische Psychologie Lerntypen Lernstrategien auditiv visuell Erziehungswissenschaften Lernen

Autor

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Titel: Lerntypen und deren Lernstrategien