Lade Inhalt...

A.S. Neill und die antiautoritäre Erziehung

Essay 2009 5 Seiten

Soziologie - Kinder und Jugend

Leseprobe

Inhalt

A.S. Neill und Summerhill

Antiautoritäre Erziehung?

Selbstregulative Erziehung

Verbote

Fazit

A.S. Neill und Summerhill

Alexander Sutherland Neill (1883 - 1973) war ein schottischer Pädagoge. Als Lehrer an staatlichen Schulen machte er Erfahrungen mit dem repressiven Dressursystem der öffentlichen Erziehungsanstalten Englands. Diese negativen Erfahrungen formten den Kontrasthintergrund für seine revolutionäre Pädagogik und führten 1921 zur Gründung seiner mittlerweile weltberühmten Internatsschule von Summerhill.

Antiautoritäre Erziehung?

Die deutsche Erstausgabe von Neills Buch „Summerhill – A Radical Approach to Child Rearing“ erhielt den Titel „Erziehung in Summerhill – das revolutionäre Beispiel einer freien Schule“ und war ein Flop. 1969 entschied sich der Rowohlt-Verlag das gleiche Werk noch einmal herauszubringen. Diesmal, dem Zeitgeist entsprechend als „Theorie und Praxis der antiautoritären Erziehung - das Beispiel Summerhill“, und siehe da, die gewagte Übersetzung bescherte dem Buch den Status eines Bestsellers. Der Begriff „antiautoritäre Erziehung“ fand vor allem bei den Studenten der 68er Generation begeisterten Anklang und wird bis heute gemeinhin mit dem Namen Neill und seinem Summerhill Projekt assoziiert.

Selbstregulative Erziehung

A.S. Neill allerdings hat den Titel der deutschen Ausgabe weder autorisiert noch den Begriff jemals selbst verwendet. Er bezeichnete stattdessen seine Praxis als selbstregulative Erziehung und erklärt:

Daseinszweck des Kindes ist es, sein eigenes Leben zu leben – nicht das Leben, das es nach Ansicht der besorgten Eltern führen sollte oder das den Absichten des Erziehers entspricht, der zu wissen glaubt, was für das Kind am besten ist. Solche Einmischung und Lenkung von Seiten Erwachsener hat lediglich eine Generation von Robotern zur Folge. (Neill, 1969: S. 30)

Die Leitideen seiner Pädagogik lassen sich an sechs Punkten festmachen:

1. Die Abschaffung sämtlicher autoritärer Zwänge in der Kindererziehung, oder besser gesagt, in der Kindesentwicklung. Gemeint sind hier Zwänge die von Personen (Eltern, Erzieher, Lehrer etc) ausgehen und Teil eines hierarchisch angeordneteten Gruppensystems sind.
2. Die Kinder sollen ihren Interessen frei folgen und selbst regulieren können. Dazu Neill: „nach meiner Ansicht ist das Kind von Natur aus verständig und realistisch. Sich selbst überlassen […] entwickelt es sich entsprechend seinen Möglichkeiten.“ (ebd.: S. 22)

[...]

Details

Seiten
5
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640691999
Dateigröße
445 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v155299
Institution / Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen – Soziologie
Note
15
Schlagworte
Neill Erziehung

Autor

Zurück

Titel: A.S. Neill und die antiautoritäre Erziehung