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Investitionsstandort Ungarn aus Sicht deutscher Investoren

Eine Analyse anhand des eklektischen Paradigmas für die Automobil- und Elektroindustrie im Vergleich mit der Tschechischen Republik

Bachelorarbeit 2009 75 Seiten

VWL - Internationale Wirtschaftsbeziehungen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Gang der Untersuchung

2. Theoretische Grundlagen ausländischer Direktinvestitionen
2.1 Begriffsbestimmung und Wesen
2.2 Formen der Auslandsaktivität
2.3 Formen von Direktinvestitionen
2.4 Betrachtungsebenen von Direktinvestitionen
2.5 Die multinationale Unternehmung als Träger von Direktinvestitionen
2.6 Motive von Direktinvestitionen
2.6.1 Beschaffungsorientierte Motive („resource-seeking“)
2.6.2 Absatzorientierte Motive („market-seeking“)
2.6.3 Effizienzorientierte Motive („efficiency-seeking“)
2.6.4 Strategische Motive („strategic asset-seeking“)
2.6.5 Sonstige Motive

3. Das eklektische Paradigma als verbindender Erklärungsansatz für
Direktinvestitionen
3.1 Zugrundeliegende Theorien
3.2 Vorteilsarten der Auslandsaktivität
3.2.1 Eigentumsvorteile
3.2.2 Internalisierungsvorteile
3.2.3 Standortvorteile des Ziellandes
3.3 Formen der Auslandsaktivität
3.4 Kritische Würdigung

4. Die Attraktivität Ungarns als Investitionsstandort für die deutsche Automobil- und Elektroindustrie im Vergleich mit der Tschechischen Republik
4.1 Branchenübersicht
4.2 Direktinvestitionsbestände
4.3 Motive der deutschen Automobil- und Elektroindustrie
4.4 Bestimmung der Einflussfaktoren
4.4.1 Eigentumsvorteile
4.4.1.1 Materielle und immaterielle Wirtschaftsgüter
4.4.1.2 Transaktionelle Vorteile
4.4.1.3 Institutionelle Werte
4.4.1.4 Zusammenfassung
4.4.1.5 Internalisierungsvorteile
4.4.1.6 Institutionelle Rahmenbedingungen
4.4.1.7 Zentrale Unternehmenssteuerung
4.4.1.8 Zusammenfassung
4.4.2 Standortvorteile
4.4.2.1 Humankapital
4.4.2.2 Infrastrukturelle Rahmenbedingungen
4.4.2.3 Fiskalpolitik
4.4.2.4 Industrielle Cluster und Spezialisierung
4.4.2.5 Charakteristika des Marktes
4.4.2.6 Zusammenfassung
4.5 Zusammenführung der Vorteilsarten
4.6 Kritische Würdigung der erzielten Ergebnisse

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Einfluss der Vorteilsarten auf die Form der Auslandsmarktbearbeitung

Abbildung 2: Kriterienkatalog des eklektischen Paradigmas internationaler Produktion

Abbildung 3: Kriterienkatalog des eklektischen Paradigmas internationaler

Produktion nach Direktinvestitionsmotiven

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Deutsche Direktinvestitionsbestände in Mio. €

Tabelle 2: Investitionsquote je Beschäftigtem in TEUR

Tabelle 3: F&E-Ausgaben in Mio. EUR und Forschungsintensität

Tabelle 4: Zahl der Patentanmeldungen absolut und je Mio. EUR Wertschöpfung

Tabelle 5: Werbeintensität

Tabelle 6: Produktionswert je Unternehmen in Mio. Euro

Tabelle 7: Anteil der Unternehmen mit mehr als einer Betriebsstätte an der Gesamtzahl der Unternehmen

Tabelle 8: Clusterbildung in der Energietechnik

Tabelle 9: Clusterbildung in der Automobilindustrie

Tabelle 10: Anteil ausländischer Tochtergesellschaften am Produktionswert und der Zahl der Unternehmen

Tabelle 11: Kosten für die Durchsetzung von Verträgen

Tabelle 12: Durchschnittliche Personalkosten und lohnbereinigte Arbeitsproduktivität

Tabelle 13: Zahl der fachlichen Absolventen und Anteil an der Gesamtzahl der Absolventen

Tabelle 14: Anteil fachlicher Absolventen an der Gesamtzahl der Beschäftigten des verarbeitenden Gewerbes

Tabelle 15: arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen

Tabelle 16: Nationale Verkehrsinfrastruktur

Tabelle 17: Effektive steuerliche Belastung der Unternehmen

Tabelle 18: Nationale staatliche Beihilfen absolut und je Beschäftigtem

Tabelle 20: Clusterbildung in der Automobilindustrie

Tabelle 19: Clusterbildung in der Energietechnikbranche

Tabelle 21: Marktvolumen, Marktpotential und Marktwachstum

Tabelle 22: Übersicht über die Standortvorteile – Humankapital

Tabelle 23: Übersicht über die Standortvorteile – fiskalpolitische und infrastrukturelle Rahmenbedingungen

Tabelle 24: Übersicht über die Standortvorteile nach Wirtschaftszweigen – Charakteristika des Marktes

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Die weltweite Direktinvestitionstätigkeit hat als treibende Kraft der globalen wirtschaftlichen Verflechtung insbesondere seit Ende des zweiten Weltkrieges zunehmend an Bedeutung gewonnen.[1] Im europäischen Raum wurde diese Entwicklung durch die wirtschaftliche und politische Öffnung der osteuropäischen Staaten 1989/1990 beeinflusst, wobei deutsche Unternehmen zu Beginn hauptsächlich die im Jahr 2004 bzw. 2007 der Europäischen Union beigetretenen Mitgliedsstaaten Osteuropas als Ziel ihrer Investitionen sahen. In dieser Ländergruppe bildete sich die ungarische Volkswirtschaft als Investitionsstandort von großer Bedeutung heraus.[2] Begründet war dies mit der ungarischen Rolle als Reformvorreiter im Öffnungsprozess und der proaktiven Akquise ausländischer Investoren.[3] Ungarn behauptete diese Rolle bis etwa 1999; ab diesem Zeitpunkt rückte auch die Tschechische Republik immer mehr in den Fokus der Kapitalgeber. So konnten diese beiden Staaten im Jahr 2004 jeweils rund 31 Prozent der deutschen Direktinvestitionsbestände[4] in den zehn neuen Mitgliedsstaaten auf sich vereinen. In den darauf folgenden Jahren zeigte sich deutlich, dass die Tschechische Republik die Spitzenposition vor Ungarn einnimmt.[5]

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

Ziel dieser Arbeit ist es, durch die Anwendung des eklektischen Paradigmas von Dunning als verbindende Direktinvestitionstheorie zu bestimmen, welche Faktoren den oben beschriebenen Attraktivitätsverlust Ungarns als Investitionsstandort für deutsche Investoren begründen, und zugleich den empirischen Erklärungswert genannter Theorie zu prüfen. Speziell dieser Erklärungsansatz wird gewählt, da ein zusätzlicher Erklärungswert aus der Verknüpfung unternehmens-, standort- und transaktionstheoretischer Aspekte einzelner partialanalytischer Theorien hervorgeht.[6] So wird ermöglicht, zugleich der Verteilung von Fähigkeiten und Ressourcen auf Unternehmensebene, den unterschiedlichen Standortgegebenheiten zwischen Deutschland und Ungarn sowie den Erfolgsaussichten der Koordinationsformen Markt und Hierarchie in Ungarn Rechnung zu tragen, also das „Warum“, das „Wo“ und das „Wie“ als die drei determinierenden Bestimmungsgrößen der Direktinvestitionen zu erläutern.[7]

Um den Attraktivitätsverlust Ungarns als Direktinvestitionsstandort zu erläutern, bietet es sich an, Ungarn einem Konkurrenten um Direktinvestitionen gegenüberzustellen, welcher eine vergleichbare Wirtschaftsleistung sowie demographische Struktur aufweist und ein vergleichbares Entwicklungsstadium im Transformationsprozess erreicht hat.

Erstgenannte Einschränkung ermöglicht die Abweichungen in der Direktinvestitionstätigkeit, resultierend aus der Größe von Volkswirtschaften, zu reduzieren.[8] Letztgenannte Einschränkung erlaubt es, den Sondereffekt des Transformationsprozesses, welcher die traditionellen und nachhaltigeren Determinanten von Direktinvestitionen in den heutigen post-sozialistischen Volkswirtschaften überlagert, auszuschließen. Dieser ist gekennzeichnet durch die Privatisierung und Umstrukturierung der Wirtschaft, politischen Umbruch und die hieraus resultierenden Veränderungen – i.d.R. Abschwächung – der länderspezifischen Investitionsrisiken.[9] Diese Anforderungen erfüllt für Ungarn insbesondere die Tschechische Republik, da zum einen die Bevölkerung in Ungarn mit 9,9 Mio. (2005) und in der Tschechischen Republik mit 10,2 Mio. (2005) und die Wirtschaftsleistung gemessen anhand des Bruttoinlandproduktes in Ungarn rund 89 Mrd. Euro (2005) und in der Tschechischen Republik rund 100 Mrd. Euro (2005) beträgt.[10] Der Fortschritt der Unternehmensprivatisierung wird in Ungarn durchschnittlich mit 3,85 (2005) und in der Tschechischen Republik mit 3,65 (2005) und die landesspezifischen Investitionsrisiken werden in Ungarn und der Tschechischen Republik gleichermaßen mit A2 bzw. 2 (2005) gut bewertet.[11] Dies zeigt, dass der Transformationsprozess auf ähnlichem Niveau nahezu abgeschlossen ist.[12]

Das eklektische Paradigma wird auf Branchenebene angewandt. So kann eine verlässlichere Aussage als Länderebene getroffen werden, da das Direktinvestitionsmotiv branchenspezifisch abweicht[13] und die relevanten Kriterien auch je nach Branche variieren.[14] Eine Betrachtung auf Unternehmensebene bietet sich nicht an, da vielmehr eine grundsätzliche Aussage über die Attraktivität für deutsche Investoren und nicht für einen Einzelfall getroffen werden soll. Als Branchen werden die Automobil- und Elektroindustrie gewählt, da beide gemeinsam in Ungarn rund 74 Prozent (2004) und in der Tschechischen Republik rund 56 Prozent (2004)[15] der Direktinvestitionsbestände und jeweils rund 80 Prozent der Bestandserhöhungen ab dem Jahr 2004[16] auf sich vereinen, so dass trotz der Beschränkung auf Branchen der Großteil der getätigten Direktinvestitionen betrachtet wird.

1.2 Gang der Untersuchung

Zur Einführung werden im zweiten Kapitel zunächst die theoretischen Grundlagen der Direktinvestitionen behandelt. Hierzu erfolgen zuerst die Bestimmung des Begriffs der Direktinvestition und die Definition anderer Formen der Auslandsaktivität zur Abgrenzung. Anschließend werden verschiedene Ausprägungsformen von Direktinvestitionen erläutert, bevor dieser Abschnitt mit verschiedenen statistischen Betrachtungsebenen von Direktinvestitionen abgeschlossen wird. In den verbleibenden Unterkapiteln wird zum einen die multinationale Unternehmung, welche als Träger von Direktinvestitionen fungiert, definiert und abschließend auf die verschiedenen Motive, welche treibende Kraft der Direktinvestitionstätigkeit sind, eingegangen.

Im dritten Kapitel wird das eklektische Paradigma zur empirischen Anwendung im vierten Kapitel erläutert. Hierzu werden zuerst die drei theoretischen Strömungen, auf denen das eklektische Paradigma aufbaut, und die zwischen den Theorien geschaffene Verbindung erläutert. Anschließend werden die drei Vorteilsarten, wovon jeweils eine einer theoretischen Strömung zuzuordnen ist, dargestellt. Im Folgenden werden die sich aus verschiedenen Vorteilsarten ergebenden Konstellationen von Auslandsaktivitäten dargestellt und abschließend bestimmt, woran sich die Höhe der Direktinvestitionen bemisst.

Im vierten Kapitel wird das eklektische Paradigma empirisch angewendet. Im ersten Teil wird ein Überblick über die betrachteten Branchen und die zu erklärenden Direktinvestitionsbestände gegeben. Anschließend sind die branchenspezifischen Direktinvestitionsmotive der deutschen Investoren zu bestimmen. Die sich hieraus ergebenden relevanten Kriterien sind für die betrachteten deutschen Branchen für die drei Vorteilsarten im direkten tschechisch-ungarischen Vergleich zu überprüfen. Abschließend erfolgt die Zusammenführung der drei Vorteilsarten und die kritische Würdigung der Ergebnisse.

2. Theoretische Grundlagen ausländischer Direktinvestitionen

2.1 Begriffsbestimmung und Wesen

Der Begriff der Direktinvestition und die nationalen statistischen Erfassungsvorgaben wurden maßgeblich vom Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bestimmt. Beide supranationale Organisationen charakterisieren eine Direktinvestition durch eine dauerhafte Beteiligung i.H.v. mindestens 10 Prozent eines heimischen Unternehmens (Investors) an einem ausländischen Unternehmen (Investitionsobjekt), die durch eine langfristige Beziehung zwischen den beteiligten Unternehmen und einen bedeutenden Einfluss des Investors auf die Geschäftsführung des Investitionsobjekts (Kontrollmotiv[17] ) geprägt ist. Neben dieser direkten Kapitalbeteiligung sind auch indirekte Beteiligungen, bei denen das heimische Unternehmen mindestens 50 Prozent des Kapitals oder der Stimmrechte des Investitionsobjektes hält, sowie dauerhaft angelegte Niederlassungen oder Betriebsstätten eines inländischen Unternehmens im Ausland als Direktinvestitionen zu klassifizieren.[18] Unter den Begriff des Investors fallen natürliche Personen, Personengruppen, öffentliche oder privatwirtschaftliche Unternehmen, Konzerne, staatliche Einrichtungen, Vermögensmassen oder beliebige Kombinationen aller Formen.[19]

Die Direktinvestitionsposition stellt alle aus dem anfänglichen Beteiligungserwerb resultierenden Finanztransaktionen zwischen Investor und Direktinvestitionsunternehmen dar. Diese Finanztransaktionen umfassen im Einzelnen die Aufstockung von Kapitalbeteiligungen, die Kreditvergabe zwischen Muttergesellschaft und Direktinvestitionsunternehmen sowie die im ausländischen Direktinvestitionsunternehmen reinvestierten Gewinne.[20]

Der IWF grenzt von den Direktinvestitionen insbesondere die Portfolioinvestitionen ab. Abweichend von der Gewinnerzielungsabsicht und der Klassifizierung als langfristige Formen des internationalen Kapitalverkehrs,[21] die beiden Investitionsformen gemein sind, hat der Investor bei Portfolioinvestitionen kein Interesse, bedeutenden Einfluss auf das Investitionsobjekt zu nehmen. Im Vordergrund steht das Ertragsmotiv, welches in einer nicht auf Dauer angelegten, zinsbringenden Anlage überschüssiger Liquidität, vergleichbar mit dem Erwerb von Aktien, festverzinslichen Wertpapieren und anderen Finanztiteln, zum Ausdruck kommt.[22] Abweichend von Direktinvestitionen handelt es sich bei Portfolioinvestitionen immer um einen monetären und keinesfalls realwirtschaftlichen Transfer, welcher für Direktinvestitionen denkbar ist.[23]

2.2 Formen der Auslandsaktivität

In diesem Abschnitt werden weitere Grundformen der Auslandsaktivität dargestellt. Im Einzelnen sind dies Export, Lizenz-/Know-how-Verträge sowie Vertragsproduktion. Darauf aufbauend erfolgt die systematische Einordnung und die Verknüpfung dieser Internationalisierungsformen durch das eklektische Paradigma mit der Direktinvestition im Unterkapitel „Formen der Auslandsaktivität“ im dritten Kapitel.

Exporte werden in eine direkte und eine indirekte Form unterteilt. Der direkte Export ist durch die unmittelbare Belieferung des Endabnehmers zu charakterisieren, wobei der heimische Produzent direkt mit dem Endkunden in einer Vertragsbeziehung steht. Die direkte Belieferung macht eine eigene Verkaufsorganisation notwendig, welche verschiedene Ausprägungen wie Generalimporteure oder Tochtergesellschaften annehmen kann. Beim indirekten Export schaltet der heimische Hersteller ein Mittlerunternehmen ein, welches die Erzeugnisse von ihm erwirbt, den Transport der Güter übernimmt und im letzten Schritt diese an die Importeure des Ziellandes veräußert,[24] so dass die Abwicklung für den heimischen Produzenten quasi wie ein Inlandsgeschäft erfolgt.[25]

Durch Lizenz- und Know-how-Verträge erhält der ausländische Lizenznehmer gegen Zahlung eines nutzungsabhängigen („royalties“) oder nutzungsunabhängigen („lump sum“) Entgeltes die Erlaubnis zur Nutzung des geistigen Eigentums des heimischen Lizenzgebers.[26] Der Unterschied zwischen Lizenz- und Know-how-Verträgen besteht darin, dass durch erstere ein Nutzungsrecht an Patenten, Gebrauchsmustern oder Warenzeichen, welche dem gewerblichen Rechtschutz unterliegen, und durch letztere ein Nutzungsrecht an ungeschütztem technischem oder betriebswirtschaftlichem Wissen eingeräumt wird.[27]

Vertragsproduktion als Form der Auslandsaktivität liegt vor, wenn die Produktion eines Gutes oder einzelner Fertigungsstufen eines Gutes auf einen Vertragspartner im Zielland übertragen werden. Hierbei sind die Vor- sowie Endproduktion, Veredelung und Komplettproduktion im Ausland denkbar.[28]

Für die spätere Betrachtung des eklektischen Paradigmas ist bereits an dieser Stelle anzumerken, dass Lizenz- und Know-how-Verträge sowie die Vertragsproduktion unter dem Begriff Lizenzverträge zusammengefasst werden.[29]

2.3 Formen von Direktinvestitionen

Die Internationalisierung der Unternehmung durch Direktinvestitionen ist in mehreren Formen und Organisationsdesigns möglich, die einerseits durch die Markteintritts- und Marktbearbeitungsstrategie und andererseits durch die Eigentumsstrategie bestimmt wird.[30]

Zum Markteintritt und zur Marktbearbeitung kann der Investor entweder eine Tochtergesellschaft gründen oder ein bestehendes Unternehmen erwerben bzw. sich mit diesem zusammenschließen. Bei beiden Formen des Markteintritts ist es möglich, Alleineigentum oder Gemeinschaftseigentum in Form eines Joint Ventures anzustreben.[31]

Bei der Neugründung einer Tochtergesellschaft (greenfield investment) baut ein ausländischer Investor bzw. eine Investorengruppe ein Unternehmen im Zielland von Beginn an auf.[32] Wird hingegen ein bestehendes ausländisches Unternehmen erworben bzw. ein Zusammenschluss mit dem Direktinvestitionsunternehmen angestrebt, so wird dies auch als Akquisition oder Fusion (merger) bezeichnet. Die OECD definiert eine Akquisition als einen geschäftlichen Vorgang zwischen unabhängigen Parteien unter den Gegebenheiten des Marktes, bei dem beide in ihrem eigenen Interesse handeln. Der Direktinvestor übernimmt einen Teil und nicht zwingend mehrheitlich die Vermögensgegenstände und Schulden des Direktinvestitionsunternehmens, welches durch diesen Vorgang eine Tochtergesellschaft oder Teil einer Tochtergesellschaft des Investors wird.[33] Ein Zusammenschluss liegt vor, wenn zwei oder mehr Unternehmen ihre Geschäftstätigkeit gemeinsam betreiben um Synergieeffekte zu erzielen.[34]

Ein Joint Venture ist ein vertraglicher Zusammenschluss von zwei oder mehr Parteien mit dem Zweck der Durchführung einer wirtschaftlichen Unternehmung unter gemeinschaftlicher Führung, bei der alle Parteien vereinbaren, Gewinn und Verlust, Investitionskosten und betriebliche Kosten bzw. einzubringende Güter zu teilen. Es ist – abgesehen von der Tatsache, dass im Regelfall keine Absicht besteht, über den Gründungszweck hinaus zu kooperieren - einer Partnerschaft ähnlich.[35] Für den Fall einer Direktinvestition handelt es sich um ein internationales Joint Venture, bei dem die mit dem Investor kooperierende Partei oder das Joint Venture im Ausland angesiedelt sind. Beide Parteien können eine gemeinschaftlich geführte Gesellschaft gründen, in die sie entsprechend Ressourcen wie Kapital und Personal sowie Wissen einbringen. Internationale Joint Ventures zwischen lokalen und ausländischen Unternehmen werden vielfach auch politisch wie z.B. in der Volksrepublik China erzwungen,[36] wobei dies in Ungarn und der Tschechischen Republik nicht mehr relevant ist.

2.4 Betrachtungsebenen von Direktinvestitionen

Zur Gewährleistung der statistischen Vergleichbarkeit von Direktinvestitionen sind diese anhand ihrer Flussrichtung und der Art der Betrachtung zu differenzieren.

Betrachtet man die Flussrichtung, gibt es einerseits auswärtige Direktinvestitionen (Outward FDI), die aus einem bestimmten Geberland in verschiedene Empfängerländer fließen oder andererseits inwärtige Direktinvestitionen (Inward FDI), die aus verschiedenen Geberländern in ein bestimmtes Empfängerland fließen.[37] Aus Sicht deutscher Investoren handelt es sich bei in Ungarn getätigten Direktinvestitionen um auswärtige Direktinvestitionen. Hingegen sind es aus Sicht des ungarischen Empfängers inwärtige Direktinvestitionen.

Bei der Betrachtung kann zwischen Bestands- und Flussgrößen unterschieden werden. Bestandsgrößen von Direktinvestitionen (FDI Stocks) sind die im Zeitablauf kumulierten Direktinvestitionsbestände. Flussgrößen sind die Zu- und Abflüsse (FDI Flows) innerhalb eines bestimmten Zeitraums, der im Regelfall einem Kalenderjahr entspricht.[38]

Bestands- und Flussgrößen von Direktinvestitionen werden von der Deutschen Bundesbank in separaten Statistiken erfasst. Direktinvestitionsflüsse werden in der Zahlungsbilanzstatistik gemäß den allgemeinen Meldepflichten für Zahlungen zwischen Gebietsansässigen und Gebietsfremden gem. § 26 AWG i.V.m. §§ 56a ff., 59 ff. AWV erfasst. Direktinvestitionsbestände werden in der Bestandsstatistik nach Meldung der Investoren, die ihrer Meldepflicht nach § 56a, 58a AWV nachkommen müssen, von der Deutschen Bundesbank jährlich erfasst. Eine Meldepflicht für Direktinvestitionsbestände entsteht erst bei einer Bilanzsumme des ausländischen Investitionsobjektes von mehr als drei Millionen Euro,[39] wohingegen die Meldepflicht von Zahlungsströmen ab einer Transaktionssumme von mehr als 12.500 Euro gem. § 59 AWV greift. Hierbei ist kritisch anzumerken, dass Beteiligungen an ausländischen Unternehmen mit einer Bilanzsumme unterhalb der Freigrenze in der Bestandsstatistik bzw. Zahlungsströme unterhalb der Freigrenze in der Zahlungsbilanzstatistik nicht registriert werden und somit keine vollständige Erfassung erfolgt.

In dieser Arbeit wird auf die Daten der Bestandsstatistik der Deutschen Bundesbank zurückgegriffen. Diese weist im Vergleich zur Zahlungsbilanzstatistik eine insofern höhere inhaltliche Aussagekraft auf, als dass sie einen detaillierteren Einblick nach Wirtschaftszweigen in die Kapitalverflechtung zwischen Investoren und Investitionsobjekten einschließlich vergleichsweise kleiner Zielländern wie Ungarn und der Tschechischen Republik gibt, was die Zahlungsbilanzstatistik nicht leistet. Diese differenzierte Darstellung der Daten ist bei der Betrachtung von Branchen und einzelnen Wirtschaftszweigen essentiell. Als Manko der Bestandsstatistik ist zu nennen, dass keine Gewinn- und Verlustrechnung durch die meldenden Unternehmen einzureichen ist,[40] sie nur jährlich erstellt wird und konkret für das Jahr 2007 erst im April 2009 zur Verfügung stand und die Freigrenze gegenüber der Zahlungsbilanzstatistik wesentlich höher ist. Die nationalen Statistiken der Zielländer oder internationale Statistiken der OECD bieten aufgrund fehlender Kombination von Ursprungsland und Wirtschaftszweig jedoch keine Alternative.[41]

2.5 Die multinationale Unternehmung als Träger von Direktinvestitionen

Die multinationale Unternehmung wird zur Verwendung im Sinne des eklektischen Paradigmas von Dunning, welches zentraler Bestandteil dieser Arbeit ist, definiert. Andere nahezu deckungsgleiche Definitionen und Formen grenzüberschreitender Unternehmensaktivitäten wie die der internationalen, globalen oder transnationalen Unternehmung[42] bleiben hingegen unberücksichtigt, da sich das eklektische Paradigma auf die multinationale Unternehmung stützt. Weiterhin wird beispielsweise die Unterscheidung der transnationalen von der multinationalen Unternehmung vielmehr auf geographisch unterschiedliche Formen der inhaltlich gleichen Unternehmensform zurückgeführt[43].

Die multinationale Unternehmung ist ein Unternehmen, welches ausländische Direktinvestitionen tätigt und besitzt oder Wertschöpfungsaktivitäten in mehr als einem Land steuert.[44] Hierzu sind insbesondere zwei charakterisierende Eigenschaften zu nennen, die die multinationale Unternehmung von anderen Organisationsformen internationaler Wirtschaftstätigkeit unterscheiden. So ist einerseits die Vornahme wertschöpfender Aktivitäten über nationale Grenzen hinweg zu nennen. Andererseits wird zumindest ein Teil der ausländischen Zielmärkte für Vor- und Zwischenprodukte durch eigene Kapazitäten vor Ort bearbeitet. Erstgenannte Eigenschaft grenzt die multinationale Unternehmung von internationalen Handelsunternehmen ab, welche keine Wertschöpfung erbringen. Letztere dient zur Abgrenzung von heimischen Unternehmen, die zwar verschiedenartige, aber keine grenzüberschreitenden wirtschaftlichen Aktivitäten betreiben.[45] Abweichend von dieser qualitativen Definition kann die Multinationalität einer Unternehmung auch anhand quantitativer Kriterien bestimmt werden. Hierbei wird beispielsweise anhand absoluter Kriterien wie der Anzahl ausländischer Tochtergesellschaften oder anderer Niederlassungsformen oder der Anzahl der durch Tochtergesellschaften oder Niederlassungen bearbeiteten Länder der Internationalisierungsgrad bestimmt. Gleichermaßen ist dies mit relativen Messgrößen wie dem Verhältnis von ausländischen zu inländischen Erlösen bzw. zu den Gesamterlösen oder dem entsprechenden Verhältnis der Vermögenspositionen möglich. Diese relativen Messgrößen werden als Auslandsquoten bezeichnet.[46] Je höher sie sind, desto internationaler ist ein Unternehmen. Um den unterschiedlichen Ergebnissen durch die Betrachtung einzelner Auslandsquoten zu entgehen, ist es möglich mehrere Kriterien in einem Internationalisierungsindex wie dem Transnationality-Index der UNCTAD zu verknüpfen. So wird aus drei Auslandsquoten, nämlich dem Verhältnis von Auslands- und Gesamtvermögen, ausländischer Mitarbeiterzahl und Gesamtmitarbeiterzahl sowie Auslandsumsatz und Gesamtumsatz, das arithmetische Mittel gebildet.[47]

Als weitere wichtige Messkriterien sind der Internationalisierungsgrad des Managements, das Ausmaß der strategischen Entscheidungsmacht der Auslandstöchter, der Anteil der Auslandsproduktion an hochwertigen, forschungsintensiven Gütern und die Fülle der Vorteile, die aus der systemischen Verflechtung resultieren, zu nennen.[48]

Bereits die Willkürlichkeit der Auswahl und der Bestimmung von Grenzen für einzelne Kriterien macht deutlich, dass die Multinationalität nicht eindeutig anhand eines Kriterienkatalogs zu bestimmen ist. Hinzu kommt die generelle Vergleichbarkeitsproblematik, die aus den unterschiedlichen Charakteristika der betrachteten Unternehmen und Länder resultiert.[49]

2.6 Motive von Direktinvestitionen

Der ökonomische Hintergrund der multinationalen Unternehmung als Träger der Direktinvestitionen bestimmt sich - wie auch für nationale Unternehmen – aus der Befriedigung der Interessen ihrer Anspruchsgruppen. Bei privatwirtschaftlichen multinationalen Unternehmungen ist dies i.d.R. die Gewinnerzielungsabsicht, da Mitarbeiter, Geschäftsführung und Anteilseigner einen Ausgleich für ihren finanziellen Beitrag bzw. Leistungsbeitrag verlangen.[50] Zusätzlich – wie in der eingangs dargestellten Definition der Direktinvestitionen genannt – ist die langfristige Kontrolle über die Auslandsaktivität als treibende Kraft der Direktinvestitionstätigkeit zu sehen. Dieses Kontrollmotiv wird von Dunning in vier Hauptmotive und eine Gruppe sonstiger Motive unterteilt, welche in diesem Unterkapitel erläutert werden.[51]

Es ist anzumerken, dass viele der großen multinationalen Unternehmen eine komplexere Zielstruktur verfolgen, welche in einer Kombination von zwei oder mehr der im Folgenden erläuterten Motive zum Ausdruck kommt. Diese bereits weltweit vernetzten Unternehmen verfolgen bei einzelnen Direktinvestitionsobjekten die nachfolgend erläuterten Motive als Teil einer Gesamtstrategie. Folglich besteht nicht zwingend für das einzelne Direktinvestitionsobjekt, sondern nur für die multinationale Unternehmung als Gesamtheit Gewinnerzielungsabsicht. So werden beispielsweise durch Direktinvestitionen der Zugang zu neuen Ressourcen und Effizienzsteigerungen zur Verbesserung der weltweiten Marktposition angestrebt.[52] Weiterhin ist zu unterscheiden, ob ein Unternehmen eher proaktiv bzw. aggressiv seine Ziele vorantreibt oder ob es defensiv auf das proaktive Verhalten von Wettbewerbern oder Regierungen reagiert, um die eigene Marktposition zu sichern.[53]

2.6.1 Beschaffungsorientierte Motive („resource-seeking“)

Bei Verfolgung beschaffungsorientierter Motive strebt das Unternehmen den Zugang zu häufig auch knappen Ressourcen an. Hierunter fallen natürliche Ressourcen, Human- und Finanzkapital sowie betrieblich nutzbares Wissen.[54]

Der Zugang zu natürlichen Ressourcen wie fossile Brennstoffe und Erze dient insbesondere der Kostenreduktion und mit zunehmender Knappheit der Versorgungssicherheit. Kostengünstige Arbeitskräfte mit niedrigem bis mittlerem Ausbildungsstand werden zur Kostensenkung insbesondere von Produktions- und Dienstleistungsunternehmen aus Hochlohnländern zur Herstellung arbeitsintensiver Exportgüter nachgefragt. Hierbei nimmt einerseits die Bedeutung gering qualifizierter Arbeitskräfte für den Produktionsprozess ab, was andererseits durch die verstärkte Nachfrage nach Routinedienstleistungen in Länder mit niedrigem Lohnniveau ausgeglichen wird. Eine Bedeutungszunahme erfahren hingegen Direktinvestitionen, die dazu dienen, technologisches oder betriebswirtschaftliches Wissen zu erlangen. So investieren in Industrieländern beispielsweise Unternehmen aufstrebender Volkswirtschaften oder auch aus anderen Industrieländern, um an fehlendes Know-how zu gelangen.[55]

2.6.2 Absatzorientierte Motive („market-seeking“)

Bei absatzorientierten Direktinvestitionen steht die Erschließung neuer Märkte, die es mit Gütern und Dienstleistungen zu versorgen gilt, im Fokus der multinationalen Unternehmung. Im Regelfall ersetzen derartig motivierte Direktinvestitionen die Exporttätigkeit des Investors auf diesen Märkten.[56]

Als Hauptgründe für absatzorientierte Direktinvestitionen sind das auszuschöpfende Marktvolumen und das prognostizierte Marktwachstum zu nennen. Zusätzlich werden vier weitere Gründe angeführt. Erstens haben die Hauptkunden oder -lieferanten Produktionsstätten im Ausland eröffnet, so dass es zum Erhalt der Geschäftsbeziehung notwendig wird, dem Geschäftspartner zu folgen. Zweitens ist es häufig zur erfolgreichen Bedienung von Auslandsmärkten unerlässlich, die angebotenen Produkte und Dienstleistungen den Wünschen und Bedürfnissen der Abnehmer im Zielland anzupassen, um nicht im Nachteil gegenüber lokalen Anbietern zu sein. Drittens ist abzuwägen, ob die lokalen Produktions- und Transaktionskosten niedriger als die der Exportproduktion und der Marktversorgung aus der Distanz sind. Aus diesem Grund bietet es sich an, Güter mit hohen Transportkosten, die auch in kleinen Stückzahlen wirtschaftlich herzustellen sind, abnehmernah zu produzieren. Entsprechend sind Güter mit niedrigen Transportkosten und Massenproduktionsvorteilen (Skaleneffekte) gebündelt zu produzieren und zu exportieren. Große räumliche Distanz kann ebenfalls durch den entfernungsbedingten Anstieg der Transportkosten zur Verlagerung von Produktionsstätten führen. Erhöhte Transaktionskosten – resultierend aus staatlicher Regulierung und Kontrolle der Importe durch tarifäre und nicht-tarifäre Handelshemmnisse sowie eine für heimische Exporte nachteilige Außenhandelspolitik des Ziellandes – können Direktinvestitionen gegenüber Exporten vorteilhafter werden lassen. Umgekehrt ist es auch möglich, dass die Regierung des Ziellandes Investitionsanreize setzt, indem sie beispielsweise Steuern erlässt oder Arbeit und Kapital subventioniert.[57] Viertens gewinnt die Notwendigkeit der Präsenz auf führenden Märkten, die bereits von der multinationalen Konkurrenz vor Ort bearbeitet werden, zunehmend an Bedeutung, um – insbesondere bei oligopolistischen Marktstrukturen wie in der pharmazeutischen oder der Automobilindustrie - die eigene Position durch Export- oder Lizenzaktivitäten entweder auszubauen oder zu verteidigen, also im Sinne einer „Follow-the-Leader-Strategie“.[58]

Als übergreifendes Charakteristikum absatzorientierter Direktinvestitionen ist die Tatsache, dass die ausländische Tochtergesellschaft im Vergleich zu anderen Motiven sehr selbstständig agiert, zu nennen. Hierdurch ist es der Tochtergesellschaft besser möglich, lokale Bedürfnisse und Wünsche durch die stärkere Beziehung zum Zielland als zur Muttergesellschaft zu erkennen und zu erfüllen.[59]

Absatz- und auch die im vorangegangenen Abschnitt beschriebenen beschaffungsorientierten Motive werden insbesondere bei Erstinvestitionen und von vergleichsweise gering internationalisierten Unternehmen verfolgt. Die im nächsten Abschnitt beschriebenen effizienzorientierten Motive werden eher bei Folgeinvestitionen und von stark internationalisierten Unternehmen getätigt.[60] Strategisch ausgerichtete Direktinvestitionen lassen sich hingegen beiden Investitionsstufen und Stadien der Internationalisierung zuordnen.[61]

2.6.3 Effizienzorientierte Motive („efficiency-seeking“)

Hinter effizienzorientierter Direktinvestitionstätigkeit steht als Motiv die Optimierung der etablierten beschaffungs- oder absatzorientierten Direktinvestitionstätigkeit, um aus der einheitlichen Kontrolle und Beherrschung räumlich verteilter Auslandsaktivitäten positive Effekte für die Gesamtheit der Unternehmung zu erzielen. Hierzu sind insbesondere Skalen- und Verbundeffekte sowie Risikodiversifikation zu nennen. Praktisch zielt die multinationale Unternehmung darauf ab, Vorteile aus den Unterschieden der bearbeiteten Länder in Faktorausstattung, Institutionen und Nachfrage- sowie Marktstrukturen zu ziehen. Die effizienzorientierte Direktinvestitionstätigkeit von Unternehmen aus Industrieländern in Schwellen-, Entwicklungs- und Transformationsländern umfasst insbesondere die Ausnutzung der Verfügbarkeit und des Preises der natürlichen Faktorausstattung durch die internationale Arbeitsteilung. Folglich werden in erstgenannten vorrangig die kapital- und technologie- sowie wissensintensiven Prozessschritte, in letzteren eher arbeits- und rohstoffintensive Wertschöpfungsprozesse vollbracht. Effizienzorientierte Direktinvestitionen zwischen Unternehmen mit weitgehend gleicher Wirtschaftsstruktur und auf weitgehend gleichem Einkommensniveau zielen eher darauf ab, von Skalen- und Verbundeffekten sowie den Unterschieden in Konsumentenbedürfnissen, Wettbewerb, politischen Rahmenbedingungen und dem angebotenen Kompetenzportfolio zu profitieren.[62]

[...]


[1] Vgl. Braun (1988), S. 1.

[2] Vgl. Cluse (1999), S. 215f.

[3] Als Indizien für die frühe wirtschaftliche und politische Öffnung sind die wirtschaftlichen Abkommen mit der EWG, die bereits 1968 geschlossen wurden, der frühe Beitritt zum GATT 1973 sowie die Aufnahme in den IWF 1983 zu werten, was Ungarn einen Vorsprung verschafft hat. Vgl. Kaufmann /Panhans (2006), S. 31.

[4] Eigene Berechnungen auf Basis der Bestandserhebung über Direktinvestitionen der Deutschen Bundesbank und individueller Sonderauswertungen durch die Deutsche Bundesbank. Vgl. Deutsche Bundesbank (Hrsg.) (2009), S. 31.

[5] Vgl. Deutsche Bundesbank (Hrsg.) (2009), S. 31.

[6] Vgl. Kutschker/ Schmid (2008), S. 463.

[7] Vgl. Heiduk/Kerlen-Prinz (1999), S. 45.

[8] Vgl. Baniak/Cukrowski/Herczynski (2005), S. 11f.

[9] Vgl. Carstensen/Toubal (2004), S. 3f.

[10] In Bezug auf die Bevölkerung und das Bruttoinlandsprodukt weichen die anderen neuen EU-Mitgliedsstaaten deutlich stärker von Ungarn ab. Vgl. Eurostat (2009a); vgl. Eurostat (2009g).

[11] Die Bewertung erfolgt auf einer Skala von 1 bis 4 und besser. Eine Bewertung besser als 4 bedeutet, dass der Transformationsprozess abgeschlossen ist. Vgl. EBRD (2009a).

[12] Das jeweilige Rating erfolgt auf einer siebenstufigen Skala, wobei der Wert A1 bzw. 1 die beste Bewertung ist. Vgl. Coface (2009); vgl. OECD (Hrsg.) (2005).

[13] Vgl. Kaufmann/Panhans (2006).

[14] Vgl. Dunning/Lundan (2008), S. 104f.

[15] Vgl. Deutsche Bundesbank (Hrsg.) (2009), S. 31.

[16] Vgl. Deutsche Bundesbank (Hrsg.) (2009), S. 31.

[17] Vgl. Tesch (1980), S. 52.

[18] Vgl. International Monetary Fund (Hrsg.) (2008), S. 144.

[19] Vgl. OECD (Hrsg.) (2008), S. 41.

[20] Vgl. OECD (Hrsg.) (2008), S. 40f.; vgl. International Monetary Fund (Hrsg.) (2008), S. 164f.

[21] Vgl. Dieckheuer (2001), S. 344.

[22] Vgl. Tesch (1980), S. 52.

[23] Vgl. Kutschker/Schmid (2008), S. 85.

[24] Vgl. Fischer (1973), S. 34f.

[25] Vgl. Kutschker/Schmid (2008), S. 17.

[26] Vgl. Backhaus/Büschken/Voeth (1998), S. 139.

[27] Vgl. Perlitz (2000), S. 113.

[28] Vgl. Backhaus/ Büschken/ Voeth (1998), S. 139.

[29] Vgl. Dunning (1979), S. 275.

[30] Vgl. Kutschker/Schmid (2008), S. 95.

[31] Vgl. Kutschker/Schmid (2008), S. 95.

[32] Vgl. Direct Investment Technical Expert Group (Hrsg.) (2008), S. 2ff.

[33] Vgl. OECD (Hrsg.) (2008), S. 225.

[34] Vgl. OECD (Hrsg.) (2008), S. 236.

[35] Vgl. OECD (Hrsg.) (2008), S. 234.

[36] Das Joint Venture kann auch von zwei heimischen Unternehmen eingegangen werden. Vgl. Kutschker/ Schmid (2008), S. 254.

[37] Vgl. Kutschker/Schmid (2008), S. 93.

[38] Vgl. Kutschker/Schmid (2008), S. 93.

[39] Vgl. Deutsche Bundesbank (Hrsg.) (2009), S. 65.

[40] Vgl. Jost (1999), S. 147.

[41] Dies bieten weder nationale ungarische und tschechische noch internationale Statistiken wie diejenigen der OECD.

[42] Vgl. Kutschker/Schmid (2008), S. 296.

[43] Vgl. Dunning/Lundan (2008), S. 765.

[44] Vgl. Dunning/Lundan (2008), S. 3.

[45] Vgl. Dunning/Lundan (2008), S. 5f.

[46] Vgl. Kutschker/Schmid (2008), S. 257ff.

[47] Vgl. UNCTAD (Hrsg.) (2008), S. 27.

[48] Hierunter versteht Dunning insbesondere Verbundeffekte, welche im dritten Kapitel erläutert werden. Vgl. Dunning/Lundan (2008), S. 3.

[49] Vgl. Kutschker/Schmid (2008), S. 276ff.

[50] Vgl. Dunning (1993), S. 54.

[51] Vgl. Kutschker/Schmid (2008), S. 89.

[52] Vgl. Dunning/Lundan (2008), S. 67f.

[53] Vgl. Dunning/Lundan (2008), S. 68.

[54] Vgl. Dunning/Lundan (2008), S. 68f.; vgl. Kutschker/Schmid (2008), S. 90.

[55] Vgl. Dunning/Lundan (2008), S. 68f.; vgl. UNCTAD (Hrsg.) (2008), S. 50f.

[56] Vgl. Kutschker/Schmid (2008), S. 90.

[57] Vgl. Dunning/Lundan (2008), S. 69ff.;vgl. Dunning (1993), S. 58f.

[58] Vgl. Braun (1988), S. 147ff.; vgl. Knickerbocker (1973), S. 5ff.

[59] Vgl. Dunning/Lundan (2008), S. 71.

[60] Vgl. Kutschker/Schmid (2008), S. 90.

[61] Vgl. Dunning/Lundan (2008), S. 72.

[62] Vgl. Dunning (1993), S. 59f.

Details

Seiten
75
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640679874
ISBN (Buch)
9783640681600
Dateigröße
819 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v155204
Institution / Hochschule
Frankfurt School of Finance & Management
Note
1,7
Schlagworte
Investitionsstandort Ungarn Paradigmas Elektroindustrie Vergleich Automobilindustrie Tschechische Republik Dunning Paradigma

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Titel: Investitionsstandort Ungarn aus Sicht deutscher Investoren