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Ausgewählte Fragen zur Finanzierung

Portfolioplanung und Performancemessung

Seminararbeit 2010 35 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Symbolverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

2. Performance
2.1 Performanceanalyse
2.2 Performanceattribution
2.3 Performancemessung

3. Traditionelle Performancemaße
3.1 Überblick
3.2 Jensens Alpha
3.3 Treynor Ratio (Reward to Volatility Ratio)
3.4 Sharpe Ratio (Reward to Variability Ratio)
3.5 Treynor/ Black Ratio (Appraisal Ratio)

4. Moderne Performancemaße
4.1 Weiterentwicklung traditioneller Risikomaße
4.2 Performance mit asymmetrischen Risikomaßen

5. Beispiel für die Performance zweier Portfolios

6. Schlussbemerkung

Anhang

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Zerlegung der Portfoliorendite

Abbildung 2: Jensen Alpha mit dem Überschussrenditemodell

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Auswahl moderner asymmetrischer Risikomaße

Tabelle 2: Performance-Kennziffern-Betrachtung

1. Einleitung

Die Entwicklung der Rendite eines Portfolios ist u.a. abhängig von den Fähigkeiten des Portfoliomanagers. Neben den Fähigkeiten des Managers wird die Portfoliorendite durch externe, zufällige Einflüsse wie z.B. der Finanzmarktentwicklung beeinflusst. Das absolute Ergebnis der Portfoliorendite lässt aber noch keine Schlussfolgerungen auf die Managementleistung zu. Ausgehend von der Pricipal-Agency-Theory sind Ineffi­zienzen, bedingt durch den Informationsvorteil des Portfoliomanagers (Agent), am Kapitalmarkt möglich. Werden diese Ineffizienzen in Form einer Überrendite[1] gegen­über einer zugrundegelegten Benchmark ausgenutzt, wird die Performance eines Port­foliomanagers als positiv beurteilt.[2]

Der Portfoliomanager ist für die Umsetzung einer vorgegebenen Anlagepolitik eines Fonds verantwortlich. Dem Manager steht frei, ob er die Politik in Form vom passiven Management (sog. Tracking) oder durch gezieltes Ausnutzen des Informationsvor­sprunges (Antizipation erwarteter Kurskorrekturen) umsetzt. Die Benchmark dient der Orientierung sowie der Beurteilung von Managementleistungen.[3]

Würden alle Markteilnehmer über die gleichen Informationen verfügen und das Marktportfolio gemäß der Capital Asset Pricing Modell (CAPM) Theorie halten, würde die Performancemessung keinen Sinn ergeben, da alle Markteilnehmer die gleichen Erwartungen bezüglich der Rendite und der Standardabweichungen hätten und eine Abweichungsanalyse keine Unterschiede ergeben würde.[4]

Die vorliegende Arbeit soll einen Überblick/ Systematisierung der zurzeit verwendeten Performancemaße geben und eventuell auftretende Unterschiede herausstellen.

2. Performance

2.1 Performanceanalyse

Bei der Performanceanalyse wird häufig zwischen interner und externer Performance­analyse unterschieden. Während bei der internen Performanceanalyse auf eine größe­re Datenmenge zurückgegriffen und Analysen detaillierter durchgeführt werden kön­nen, beruht die externe Performanceanalyse auf für Dritte zugängliche (veröffentlich­te) Daten.[5]

Die externe Performancemessung dient vor allem den Investoren mit dem Ziel die Qualität der Fondsmanager zu beurteilen. Darüberhinaus kann eine Einschätzung über die Berechtigung der zu zahlenden Provisionen erfolgen. Die externe Performanceana­lyse ist demnach eine reine Leistungsbeurteilung, während die interne Performance­messung über die reine Erfolgsmessung hinausgeht und vor allem die Quellen des Er­folgs erforscht (Performanceattribution durch Renditezerlegung).[6]

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Performancemessung sich mit der Frage „How well did we do?" beschäftigt und Performanceattribution mit „How did we do well?" beschrieben werden kann.[7]

2.2 Performanceattribution

Im Rahmen dieser Arbeit soll die Performanceattribution nur kurz beschrieben wer­den, da der Fokus auf Performancemaße liegen soll.

Das Ziel der Performanceattribution ist die Analyse der Quelle des Erfolgs. Die Be­standteile der Rendite, welche Rückschlüsse auf die Fähigkeiten der Manager erlau­ben, sollen identifiziert werden und von zufälligen Ereignissen abgegrenzt werden. Überdurchschnittlicher Erfolg setzt dabei die Ausnutzung systematischer Informations­vorteile eines Portfoliomanagers voraus.[8]

Die Rendite eines aktiv verwalteten Portfolios, das mit privaten Informationen[9] gema­nagt ist, lässt sich wie folgt in ihre Bestandteile zerlegen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Zerlegung der Portfoliorendite[10]

Abbildung 1 zeigt, dass im Rahmen der Performanceattribution die Portfoliorendite in ihre Einzelteile - Überschussrendite[11] und Rendite der risikolosen Anlage - zerlegt wer­den kann. Nur der Teil der Portfoliorendite, der durch den Portfoliomanager beeinf­lussbar ist (Überschussrendite), wird näher betrachtet. Die Fragen die hier auftreten sind:

1. Ist der Erfolg allein auf die Grundlage der Asset Allocation[12] und der Umsetzung der Vorgaben der Anlagepolitik zurückzuführen? (passive Komponente)
2. Oder ist der Erfolg auf bestimmte Fähigkeiten des Portfoliomanager zurückzuführen (aktive Komponente)? Kann der Portfoliomanger über- bzw. unterbewertete Wertpa­piere identifizieren liegt die Selektionsfähigkeit[13] vor. Während Timingfähigkeiten bei der Prognose der Gesamtmarktentwicklung bestehen und Überrenditen erzielt werden können (sofern die Portfoliostruktur entsprechend dem systematischen Risiko ausge­richtet wird).[14]

Gemäß Grinblatt & Titman (1989) kann die Rendite wie folgt zerlegt werden (Herlei­tung siehe Anhang 6):

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(mit: [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]: Durschnittliche Überrendite des Portfolios [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]: durchschnittliche Überren­dite des Marktes; [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]: durchschnittliches Portfolio-Beta; [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]: überdurchschnittliche Rendite (unischer), [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]: überdurchschnittliches Portfolio-Beta (unsicher), [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]: durch­schnittliches Portfolioresiduum, t: Zeitpunkt).

Ein Manager mit Selektionsfähigkeiten wird beim Erkennen von unterbewerteten Wertpapieren nun versuchen diese mit einem höheren Gewicht in dem Gesamtportfo­lio (durch Umschichtung der einzelnen Portfolioanteile) zu berücksichtigen. Erwartet der Manager eine höhere Rendite als der Gesamtmarkt, liegen Timingfähigkeiten vor, welche er versucht durch ein höheres systematisches Risiko (Beta) zu antizipieren.

2.3 Performancemessung

Die Berechnung der Rendite über eine bestimmte Zeitperiode ist Ausgangspunkt der Performancemessung. Zu unterscheiden ist die reine Renditefrage von dem mehrdi­mensionalen Rendite-Risiko-Aspekt.[15]

Bei der Berechnung der Rendite ist zwischen Portfolios ohne Geldflüssen (z.B. Zero­Bonds) und Portfolios mit Geldzu- oder -abflüssen zu differenzieren. Grundsätzlich wird bei der Performancemessung auf historische Renditen zurückgegriffen. Die einzelnen Renditeberechnungen sowie ein selbst gewähltes Beispiel befinden sich im Anhang (Vgl. Anhang 8 und 9: Beispiel zur Renditeberechnung, Abschnitt J).

[...]


[1] Überrendite (excess return)= Rendite des Wertpapiers - risikoloser Zins; Vgl. Treynor & Black (1973), S. 68.

[2] Vgl. Wittrock (2002), S. 956.

[3] Vgl. Wittrock (2002), S. 956.

[4] Vgl. Treynor & Black (1973), S. 68.

[5] Vgl. Pieper (2002), S. 1002.

[6] Vgl. Wittrock (2002), S. 956 f.

[7] EFFAS (1996), S. 2.

[8] Vgl. Wittrock (2002), S. 962.

[9] Private Informationen sind Informationsvorsprünge eines einzelnen Investors.

[10] In Anlehnung an Wittrock (2002), S. 963.

[11] Überschussrendite= Rendite des Portfolios - risikolose Verzinsung.

[12] Asset Allocation ist die Aufteilung des Vermögens auf verschiedene Assetklassen unter Beachtung von Diversifikationsaspekten.

[13] Selektionsfähigkeiten im Kontext des Capital Asset Pricing Modells (CAPM) liegen genau dann vor, wenn die erwartete Rendite ober- oder unterhalb der Wertpapierlinie liegt. Das CAPM erlaubt grund­sätzlich keine Abweichungen von der Wertpapierlinie. Werden jedoch Informationsvorteile beim Asset- manager unterstellt und ist der Anteil informierter Investoren im Verhältnis der uninformierten Investo­ren unendlich klein, dann sind die Gleichgewichtspreise durch die Transaktionen im Rahmen des CAPM nicht beeinflusst; Vgl. Wittrock (2002), S. 962; Vgl. Treynor & Black (1973), S. 68.

[14] Vgl. Wittrock (2002), S. 962.

[15] Vgl. Hielscher, Eckart & Everling (1999), S. 40.

Details

Seiten
35
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640691791
ISBN (Buch)
9783640692286
Dateigröße
728 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v155055
Institution / Hochschule
Freie Universität Berlin – Institut für Bank- und Finanzwirtschaft
Note
2,0
Schlagworte
Ausgewählte Fragen Finanzierung Portfolioplanung Performancemessung

Autor

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Titel: Ausgewählte Fragen zur Finanzierung