Lade Inhalt...

Der Product Carbon Footprint

Von Nachhaltigkeit über grüne Logistik zum CO2- Fußabdruck und der Bewertung in der Praxis

Diplomarbeit 2010 141 Seiten

BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Die Problemstellung
1.2 Behandlung der Thematik in der Literatur
1.2.1 Nachhaltigkeit
1.2.2 (Grüne) Logistik
1.2.3 Messung von Nachhaltigkeit
1.3 Zielsetzung und Vorgehensweise der Arbeit

2 Konzeptioneller Bezugsrahmen
2.1 Nachhaltigkeit
2.1.1 Definition der Nachhaltigkeit
2.1.2 Das magische Dreieck der Nachhaltigkeit
2.1.3 Wettbewerbsvorteile nachhaltiger Unternehmen
2.1.4 Implementierung der Nachhaltigkeit im Unternehmen
2.2 Logistik
2.2.1 Definition der Logistik
2.2.2 Abgrenzung logistischer Funktionsbereiche
2.2.3 Logistische Aufgabenbereiche
2.3 Wertschöpfung, Wertschöpfungskette, logistische Kette und Supply Chain Management
2.4 Nachhaltigkeit in der Logistik
2.5 Drei große Standards: ISO 14001, GHG Protocol und PAS 2050.
2.6 Die Berechnungsmethodik des PCF
2.7 Zusammenfassung des konzeptionellen Bezugsrahmens

3 Messung von Nachhaltigkeit: Das Modell logistischer Einflüsse
3.1 Einflussfaktoren des Modells
3.1.1 Maschine
3.1.2 Mensch
3.1.3 Transportgut
3.1.4 Gebäude und Einrichtungen
3.1.5 Management
3.2 Gestaltungsfelder des Modells
3.2.1 Leichter zu erhebende Größen
3.2.2 Schwerer zu erhebende Größen
3.3 Zusammenfassende Darstellung des Modells

4 Empirische Untersuchung: Analyse der Unternehmensbefragung

5 Handlungsempfehlungen in Abhängigkeit zur Unternehmensgröße

6 Zusammenfassung und Ausblick

Anhang

Anhang 1: Global Warming Potential

Anhang 2: Interviewleitfaden

Anhang 3: Analyse Unternehmensbefragung: Unternehmensangaben

Anhang 4: Analyse Unternehmensbefragung: Einflussfaktoren

Anhang 5: Analyse Unternehmensbefragung: Gestaltungsfelder

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Treibhausgas-Emissionen 2007 in Mio. Tonnen

Abb. 2: Treibhausgasemissionen im kompletten Lebenszyklus

Abb. 3: Die drei Standbeine der Nachhaltigkeit

Abb. 4: Teilnehmende Initiativen des PCF World Forums

Abb. 5: Gesamter Lebenszyklus eines Produktes

Abb. 6: Die Vorgehensweise dieser Arbeit

Abb. 7: Das magische Dreieck der Nachhaltigkeit

Abb. 8: Beispiele für die Öko-Effizienz

Abb. 9: Beispiele für die Sozial-Effizienz

Abb. 10: Funktionsbereiche der Logistik

Abb. 11: Logistikprozesse und Gütertransformation

Abb. 12: Standards für den PCF

Abb. 13: Geltungsbereich: Scope 1 bis 3

Abb. 14: Berechnung des PCF einer Aktivität

Abb. 15: Das außerbetriebliche Logistiknetzwerk

Abb. 16: Betriebliches Gesundheitsmanagement

Abb. 17: DB Schenker AG: Skybridge

Abb. 18: Energiemix Deutschland 2009

Abb. 19: Bezugsmatrix Maschine

Abb. 20: Bezugsmatrix Mensch

Abb. 21: Bezugsmatrix Transportgut

Abb. 22: Bezugsmatrix Gebäude, Einrichtungen

Abb. 23: Bezugsmatrix Management

Abb. 24: Bezugsmatrix Maschine: Mittelwerte der Interviewauswertung

Abb. 25: Bezugsmatrix Mensch: Mittelwerte der Interviewauswertung

Abb. 26: Bezugsmatrix Transportgut: Mittelwerte der Interviewauswertung

Abb. 27: Bezugsmatrix Gebäude, Einrichtungen: Mittelwerte der Interviewauswertung

Abb. 28: Bezugsmatrix Management: Mittelwerte der Interviewauswertung

Abb. 29: Maschine: Prioritäten kleinerer und größerer Unternehmen

Abb. 30: Mensch: Prioritäten kleinerer und größerer Unternehmen

Abb. 31: Transportgut: Prioritäten kleinerer und größerer Unternehmen

Abb. 32: Gebäude, Einrichtungen: Prioritäten kleinerer und größerer Unternehmen

Abb. 33: Management: Prioritäten kleinerer und größerer Unternehmen

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Definitionen der Nachhaltigkeit

Tab. 2: Definitionen der Logistik

Tab. 3: Definitionen des Supply Chain Management

Tab. 4: Interview: Teilnehmende Unternehmen im Kurzportrait

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Der Klimawandel ist heute eine der „zentralen Herausforderungen, der sich Industrie und Gesellschaft gegenübersehen."[1] Nach wissenschaftlichen Untersuchungen gelten dabei die an die Umwelt abgegebenen Treibhausgase als Auslöser der Erderwärmung, die wiederum den Klimawandel beeinflussen -„eine verhängnisvolle Kettenreaktion."[2]

Die atmosphärischen Konzentrationen an Treibhausgasen sind „als Folge menschlicher Aktivitäten seit 1750 markant gestiegen und übertreffen heute die [...] vorindustriellen Werte bei Weitem."[3] Als Folge wurde 1992 die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) definiert. Sie sieht als zentrales Ziel, die Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre auf einem Level zu stabilisieren, das vor einer gefährlichen anthropogenen Indifferenz mit dem Klimasystem bewahrt sowie die globale Erderwärmung verlangsamt und deren Folgen mindert.[4] Darauf aufbauend wurden zahlreiche weitere Klimaschutzziele auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene verabschiedet. Im Vorfeld der letzten UN-Klimakonferenz einigten sich die G8-Staaten darauf, den Temperaturanstieg auf maximal 2° C im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu beschränken sowie bis 2050 eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 80 % zu erreichen.[5] Dieser anspruchsvollen Zielsetzung folgt Deutschland als Vorreiter mit der Absicht, bereits von 2008 bis 2012 den Treibhausgasausstoß um 21 % zu senken (vgl. Abb. 1).[6]

Abb. 1: Treibhausgas-Emissionen 2007 in Mio. Tonnen[7]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Weitere Meilensteine für die Zeit nach 2012 müssen jedoch noch folgen, nachdem sich die führenden CO2-Emittenten bislang keine verbindlichen Ziele gesetzt haben (vgl. Abb. 1).[8]

1.1 Die Problemstellung

Die anhaltende Diskussion über den Klimawandel weckte in der Bevölkerung das Interesse, den individuellen Einfluss auf das Klima zu erfassen. „Allein in Deutschland zeigen sich über 80 % der Bundesbürger davon überzeugt, durch ihr Konsumverhalten wesentlich zum Umweltschutz beitragen zu können."[9] Kunden achten „auf die Umsetzung von Umweltstandards und Investoren sowie Medien bewerten Unternehmen zunehmend anhand ihrer Strategien beim Klima- und Umweltschutz."[10] Themen wie Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility (CSR) - „die freiwillige Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung" durch Unternehmen - rücken daher im Unternehmensumfeld immer mehr in den Blickpunkt.[11] Zudem erwächst für Unternehmen durch die Nachfrage von Produkten und Dienstleistungen mit einer geringeren Emissionsbilanz die Bedeutung, Treibhausgasemissionen wie Kohlenstoffdioxid (CO2) und Methan (CH4) entlang des kompletten Lebenszyklusses (Life Cycle Assessment - LCA) eines Produktes oder einer Dienstleistung zu erfassen (vgl. Abb. 2).[12]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Treibhausgasemissionen im kompletten Lebenszyklus[13]

Die Klimaverträglichkeit kann dabei mittels eines sog. CO2-Fußabdrucks, auch Product Carbon Footprint (PCF) genannt, aufgezeigt werden. Dies bedeutet u.a. für die Logistik eine große Herausforderung.[14] Wissenschaft und Praxis sehen das vorrangige Problemen im Fehlen einer international anerkannten, standardisierten Vorgehensweise zur Erfassung von Treibhausgasemissionen. Eine globale Bewertung der Nachhaltigkeit kann nur gewährleistet werden, wenn eine gleich gewichtete Betrachtung aller Dimensionen der Nachhaltigkeit - Ökologie, Ökonomie und Soziales - erfolgt.[15] Dies beinhaltet neben den Treibhausgasemissionen weitere Aspekte wie Gesundheit, Sicherheit und Zufriedenheit der Mitarbeiter. Um Unternehmen dennoch die Möglichkeit zu geben, ihre Logistikkette in Bezug auf Nachhaltigkeitsanforderungen bewerten zu können, wird in dieser Arbeit ein entsprechender Handlungsleitfaden entwickelt. Hierdurch soll schon vor der Veröffentlichung internationaler Normen eine optimale Ausgangssituation zur Bilanzierung der Nachhaltigkeit ermöglicht werden.

1.2 Behandlung der Thematik in der Literatur

Um bisher behandelte Schwerpunkte dieser Thematik aufzuzeigen und mögliche Schwachstellen zu skizzieren, erfolgt zunächst der Abgleich mit der betriebswirtschaftlichen Literatur und einschlägigen Fachpresse nach den Aspekten „Nachhaltigkeit", „(grüne) Logistik" und „Berechnung von Nachhaltigkeit".

1.2.1 Nachhaltigkeit

[16] Gibt es keine Alternative zu einer nachhaltigen Entwicklung? Diese Frage werden sich aktuell viele Unternehmen stellen. Sie haben die Befürchtung, dass eine nachhaltige Ausrichtung ihres Unternehmens ihre Wettbewerbsfähigkeit mindern könnte. Sie glauben, dass damit zusätzliche Kosten und kein unmittelbarer finanzieller Mehrwert erzeugt werden. Sie sehen auch Probleme darin, dass Lieferanten keine „grünen" Güter bzw. Dienstleistungen anbieten können, nachhaltige Produktion neue Maschinen und Prozesse erfordert und Kunden während einer Rezession keinen Aufpreis für umweltfreundlichere Produkte zahlen wollen.

[17] Doch Nachhaltigkeit ist der Ursprung organisatorischer und technischer Innovationen, welche sowohl den Reingewinn, als auch die Umsatzrendite generieren. Klar zu sehen ist, dass durch Nachhaltigkeit die Unternehmen ihre Kosten senken, da mit Ressourcen sparsamer umgegangen wird. Ferner generiert Nachhaltigkeit zusätzliche Einnahmen, weil die Produkte qualitativ hochwertiger werden und Unternehmen möglicherweise durch den Wandel ganz neue Geschäftsbereiche für sich entdecken. Somit sollte trotz aller Befürchtungen eine nachhaltige Entwicklung im Unternehmen angestrebt werden. Deren Umsetzung kann einseitig durch regulatorische Bestimmungen oder einvernehmlich durch argumentative Aufklärung erfolgen.

Doch was ist nachhaltiges Handeln überhaupt? Ulf Sonesson, Wissenschaftler am Swedish Institute for Food and Biotechnology (SIK) in Göteborg, beschäftigt sich genau mit dieser Fragestellung. Er forscht u.a. am energieeffizientesten Weg des Kochens. Trotz vieler Einflussfaktoren veröffentlichte er als Daumenregel, dass eine Mikrowelle die sparsamste Variante des Erwärmens ist, gefolgt von klassischem Kochen und Braten bis hin zum stark Energie verzehrenden Backen in einem konventionellen Backofen. Die nachhaltige Schlussfolgerung die Sonesson aufstellte, ist leicht nachzuvollziehen: „Eat with a friend. That saves a lot of energy, actually", denn wenn schon nicht die Energiemenge reduziert werden kann, sollte die Menge gesteigert werden, um den Energieverbrauch pro Einheit möglichst gering zu halten.[18]

Auch Christopher Weber, Professor an der Carnegie Mellon University (CMU) in Pittsburgh, regte mit seiner Nachhaltigkeitsstudie "Eating all-local to shrink the Carbon Footprint" zum Nachdenken an. Er befasste sich mit dem Konsum lokal zu erwerbender Nahrungsmittel, um die CO2-Emissionen durch den Transfer der Konsumgüter zu reduzieren. Dabei wird nach Weber meist nicht beachtet, dass bspw. eine Kuh allein durch ihre Existenz einen sehr großen CO2-Fußabdruck aufweist. Aber bei der Überlegung, ob man seinen Computer durch einen moderneren, energiesparenderen austauschen sollte gilt zu beachten, dass es in den meisten Fällen für die Atmosphäre schonender ist, den Alten noch einige Jahre länger zu behalten. Das begründet sich durch die Betrachtung des kompletten Lebenzyklusses eines Computers, da neben der Nutzungsphase u.a. die Produktion und Entsorgung die Umwelt ebenfalls belasten.[19]

Aber Nachhaltigkeit lässt sich nicht nur auf einen möglichst geringen Energieverbrauch und CO2-Ausstoß reduzieren. In der einschlägigen Literatur triften die Meinungen durch die bestehende Komplexität in viele Richtungen. Dennoch kann allgemein gültig die Nachhaltigkeit im Wesentlichen als das Bestreben verstanden werden, die Bedürfnisse der Gegenwart zu befriedigen, ohne die Befriedigung der Bedürfnisse zukünftiger Generationen zu beeinträchtigen. Dabei werden neben der klassischen, ökologischen Betrachtung auch die Aspekte der ökonomischen und sozialen Sichtweise mit aufgenommen (vgl. Abb. 3 und Kap. 2.1.2).[20]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Die drei Standbeine der Nachhaltigkeit[21]

Das Gleichgewicht zwischen Ökonomie und Ökologie wird seit 1996 durch die internationale Umweltmanagementnorm ISO 14001 gewährleistet, die mittlerweile in Deutschland in eine nationale Norm (DIN EN ISO 14001:2005) überführt wurde.[22] Auch das international anerkannte und 1998 veröffentlichte Greenhouse Gas Protocol (GHG Protocol) zur quantifizierten Erfassung und zum Management von Treibhausgas-Emissionen sowie die durch das British Standard Institute (BSI) 2008 veröffentlichte Public Available Specification 2050 (PAS 2050) als Grundlage zur vereinfachten und einheitlichen Erfassung aller anfallenden Treibhausgasemissionen entlang des kompletten Lebenszyklusses von Waren und Dienstleistungen stellen wichtige Säulen eines globalen Wandels dar (vgl. Kapitel 2.5).[23]

Bereits neun Jahre vor Einführung der ersten Normenreihe setzte die Weltkommission für Umwelt und Entwicklung mit ihrem Abschlussbericht „Our Common Future" den wichtigen Grundstein, um einen weltweiten Wandel für eine gemeinsame Zukunft der Menschheit einzuleiten. Mit dem 1997 ratifizierten „Kyoto-Protokoll" wurde dieser Wandel erstmals durch eine Übereinkunft verbindlicher Emissionsziele für die Industrieländer quantifiziert (vgl. Kap. 2.1).[24]

Die aktuellsten Schlagzeilen in diesem Zusammenhang machte die 15. Weltklimakonferenz vom 07. bis 18. Dezember 2009 in Kopenhagen (COP15).[25] Das im sog. Copenhagen Accord zusammengefasste Ergebnis muss aus deutscher Sicht als enttäuschend eingestuft werden, da die Emissions-einsparungsziele ohne quantitative Festlegung lediglich zur Kenntnis genommen wurden.[26] Die Unterstützung und Spezifizierung des Kyoto-Protokolls durch ein weiteres Abkommen steht deshalb auch in Bonn und Mexiko-Stadt im Jahr 2010 wieder auf der Agenda.[27]

1.2.2 (Grüne) Logistik

In der Literatur wird unter Logistik das Steuern, Abwickeln und Überwachen von Material- und Informationsflüssen verstanden.[28] Die Logistik kann dabei in Funktionsbereiche gegliedert werden, deren Umfang sich je nach Sichtweise unterscheiden lässt. Die klassische Sichtweise sieht eine reine Vorwärtslogistik, welche die Funktionsbereiche Beschaffung, Produktion und Distribution umfasst. Dem gegenüber steht die ganzheitliche Sichtweise, welche nach dem Eintreten diverser Umweltgeschehen die klassische Vorwärtslogistik um den Bereich Entsorgung erweitert und zu einer „Kreislauflogistik" entwickelt (vgl. Kapitel 2.2).[29] Dieser Reifeprozess erweiterte die rein ökonomische auch auf die ökologische Sichtweise. In diesem Zusammenhang wurde der Begriff „grüne Logistik" geschaffen. Dessen Ziel ist es, bei allen logistischen Bestrebungen einen „verantwortungsvollen und schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen" zu gewährleisten.[30] Danach muss die Sicherung der Verfügbarkeit des richtigen Gutes, in der richtigen Menge, im richtigen Zustand, am richtigen Ort, zur richtigen Zeit, für den richtigen Kunden, zu den richtigen Kosten im Sinne der „grünen Logistik" um den Aspekt „mit dem richtigen ökologischen Fußabdruck" erweitert werden.[31] Zudem verstärken politische Vorgaben, extreme Klimaphänomene, höhere Erwartungen der Kunden sowie der Rationalisierungsdruck in der Wirtschaft die Bestrebungen, die Logistik nachhaltig auszurichten.[32]

Ziel eines nachhaltigen Logistik-Managements sollte somit die Entwicklung und Nutzung eines Redistributionssystems neben bestehenden Distributionsstrukturen sein.[33] Auch eine Kooperation mit Handelspartnern gilt als weiterer wichtiger Ansatz einer nachhaltigen Logistik.[34] Weiterhin werden Strategien benötigt, um u.a. den Rohstoffverbrauch bei der Erbringung logistischer Leistungen zu managen.[35]

Nach einer Umfrage des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) hat für 70 % der befragten Unternehmen „grüne Logistik" heute und in den nächsten Jahren eine hohe Relevanz.[36] Trotz der „aktuellen konjunkturellen Lage" geben 81 % der Unternehmen an, ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten unverändert fortzusetzten bzw. zu erhöhen.[37] Dies belegt, dass die „grüne Logistik" keine Modeerscheinung ist, sondern sich zu einem langfristigen Trend entwickelt. Aktuelle Fallstudien verschiedenster Forschungseinrichtungen bestätigen diese Entwicklung.

[38] Dr. Edgar Blanco, Wissenschaftlicher Leiter am Massachusetts Institute of Technology (MIT) Center for Transportation and Logistics (CTL) regte jüngst durch das „Entfernungs-Paradoxon" die Konsumenten zum Nachdenken an. Das Untersuchungsobjekt stellte eine Flasche Wasser dar. Dabei wurden die CO2-Emissionen bewertet, die eine in der Region hergestellten Flasche Wasser im Vergleich zu einer aus Frankreich oder von den Fiji-Inseln bezogenen Flasche im Laufe des kompletten Lebenszyklusses an die Umwelt abgibt. Man sollte denken, dass eine aus der Region bezogenen Flasche Wasser umweltverträglicher ist als eine Flasche, die über große Entfernungen transportiert wurde. Aber dem ist nicht so, denn was oft nicht beachtet wird sind die „versteckten" CO2-Emissionen. Bei einer Flasche Wasser spielt vor allem die dazu benötigte Energie im Herstellungsprozess eine Rolle. In Frankreich wird die Energie zum Großteil durch Kernkraft, auf den Fiji-Inseln geothermisch und in den Vereinigten Staaten durch Kohle oder Gas erzeugt. Das Fazit, dass sich daraus ergibt, ist einleuchtend: Der CO2-Ausstoß im Herstellungsprozess, welcher durch einen Energiemix basierend auf Kohle und Gas entsteht, kann die Emissionen beim Transport des Wassers um die Welt übersteigen. Dies kann zur Folge haben, dass eine Flasche Wasser aus Frankreich oder von den Fiji-Inseln für einen Amerikaner gegenüber einer regional produzierten Flasche Wasser zu bevorzugen ist.[39]

[40] Auch Blancos „Banana Case" gibt Einsicht in die komplexe Welt der CO2-Belastung. Bei einer Banane im Gegensatz zu bspw. einem Computer mit diversen Bestandteilen, möchte man meinen, dass eine Betrachtung unter CO2-Gesichtspunkten ohne jegliche Komplexität gelingen müsste. Aber allein bis die Banane mit dem Lkw zum Hafen und von dort in die Welt verschifft werden kann, fallen eine ganze Reihe an Belastungen an. Bananenfarmen existieren in den unterschiedlichsten Größen und benutzen unterschiedlichste Wachstumsmethoden von organisch bis traditionell. Die Farmer wissen meist selbst nicht, wie viel Dünger sie einsetzten und wie dieser hergestellt worden ist. Auch der Kraftstoffverbrauch und der damit verbundene CO2-Ausstoß ihrer Traktoren und weiterer Maschinen muss in die Betrachtung mit aufgenommen werden. Wird die Banane dann mit dem Lkw in Richtung Hafen transportiert, treten neben den üblichen Transportbelastungen auch hohe CO2-Emissionen durch die notwendige Kühlung auf, da der Reifeprozess gestoppt werden muss. Am Hafen wird die Banane mit ihrer kompletten Staude auf Paletten in ein Transportschiff verladen und zu einem nahe dem Bestimmungsort liegenden Hafen verschifft. Von dort geht es weiter im Kühlwagen zum Verteilzentrum des Abnehmers. Nach einer weiteren Kühlphase im „Cold Room" wird die bis dato im Reifeprozess gestoppte grüne Banane in Reiferäume umgelagert, in denen sie dann je nach Wunsch den gewünschten Reifegrad und dadurch den gewünschten gelben Farbton erreichen. Je nach Färbungsgrad wird für diesen Prozess unterschiedlich viel Energie benötigt. Anschließend wird die nun gelbe Banane zu ihrem letztendlichen Bestimmungsort transportiert - dem Einzelhandel. Mit der Anfahrt zum Supermarkt trägt der Konsument zu einer weiteren CO2-Belastung bei. Des weiteren sind die Verpackungen, die je nach Präferenz des Abnehmers mit unterschiedlichen Mengen an Plastik und Karton ins Gewicht fallen, von Bedeutung. Diese endlos scheinende Anzahl an Variablen zeigt, dass nur durch eine standardisierte Kommunikation der Komplexität Paroli geboten werden kann.

1.2.3 Messung von Nachhaltigkeit

An der hohen Komplexität und der Vielzahl der Bestrebungen ist zu erkennen, dass eine standardisierte und vereinfachte Messbarkeit der Nachhaltigkeit entlang der kompletten Lebenskette eines Produktes oder einer Dienstleistung zwingend notwendig ist.[41] Dabei stellt der Product Carbon Footprint (PCF) einen „zunehmend verwendeten Indikator für die Klimarelevanz von Produkten" dar.[42] In verschiedenen Ländern wird seit einiger Zeit in Form von PCF-Pilotprojekten an einer Definition des PCF und seiner Berechnungsmethodik sowie einer sinnvollen Anwendung gearbeitet. Um diesen Initiativen eine neutrale Plattform zum Erfahrungsaustausch zu schaffen, wurde das PCF World Forum eingerichtet. Es setzt sich für einen internationalen Standard zur Ermittlung und Kommunikation von produktbezogenen CO2-Bilanzen ein.[43] Großen Einfluss auf die weitere Entwicklung wird dabei vor allem die für 2011 geplante Veröffentlichung der durch die International Organization for Standardization (ISO) entwickelten „Grundlagen für die Berechnung von produktbezogenen Treibhausgasemissionen" (ISO 14067) haben.[44] An der internationalen Harmonisierung beteiligen sich neben der ISO eine Reihe weiterer Initiativen, u.a. die Carbon Trust-Initiative (PAS 2050) aus Großbritannien und das PCF-Projekt Deutschland (vgl. Abb. 4).[45]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Teilnehmende Initiativen des PCF World Forums[46]

[47] Die Carbon Trust-Initiative wurde durch die britische Regierung im Jahre 2001 gegründet. Sie verfolgt in Kooperation mit dem BSI das Ziel, die Wirtschaft emissionsärmer zu gestalten. Dabei werden wirtschaftliche Technologien entwickelt, um die Reduktion von Emissionen überhaupt möglich zu machen. Die Einsparung von Treibhausgasemissionen bei gleichzeitiger Steigerung der Wirtschaftlichkeit liegt dabei im Fokus. Seit dem Jahr 2006 arbeitet die Carbon Trust-Initiative daran, den Carbon Footprint in der Supply Chain zu messen, zu reduzieren und zu kommunizieren. Prominente Partner sind u.a. Coca Cola, Cadbury, Coors und Danone.

Das BSI und die Carbon Trust-Initiative leisten einen immensen Beitrag bei der Entwicklung eines internationalen Standards, der „PAS 2050". Dieser wurde am 29. Oktober 2008 veröffentlicht und ist damit der erste Versuch zur Bildung einer einheitlichen Grundlage für die Erfassung der Treibhausgasemissionen von Waren und Dienstleistungen.[48] Die PAS 2050 gibt dabei den Rahmen vor für das LCA (die Bewertung des kompletten Lebenszyklusses eines Produktes). Dieses setzt voraus, dass alle Emissionen in CO2-Äquivalente (CO2e) umgerechnet werden. Dadurch sollen die Emissionen vergleichbar und somit summierbar gemacht werden. Nach dem Kyoto-Protokoll sind unter CO2e sechs Gase reglementiert: Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4), Distickstoffoxid (auch Lachgas genannt, N2O), teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe (H-FKW/HFCs), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (FKW/PFCs) und Schwefelhexafluorid (SF6).[49] Jedes Treibhausgas hat dabei einen spezifischen Multiplikationsfaktor, der das Verhältnis des „Global Warming Potential" (GWP) relativ zum CO2 angibt. Methan hat danach einen 25-mal höheren GWP als CO2 (vgl. Anhang 1).[50]

Dennoch lässt die PAS 2050 einige Fragen offen. Beispielsweise bei der „Berücksichtigung von Flugemissionen, Investitionsgütern oder Allokation bei Kuppelproduktion."[51] Umstritten ist aus deutscher Sicht auch die Bewertung von Atomstrom. „Der nationale Strommix darf nicht allein über die Qualität des CO2-Footprints eines Produktes entscheiden. Ein Duschgel aus Frankreich oder Norwegen darf nicht nur deshalb einen besseren CO2-Wert bekommen, weil dort mehr Kernkraft statt Kohle oder Wasserkraft zur Stromgewinnung eingesetzt wird. Es muss vielmehr sichtbar werden, wie gut der Produzent ist."[52] Die PAS 2050 ist somit ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einem einheitlichen Standard, muss aber zur internationalen Akzeptanz die Kooperation mit weiteren Richtwerten (u.a. ISO 14067) suchen und durch zusätzliche Initiativen, wie bspw. dem PCF-Projekt Deutschland, validiert werden.[53]

Das PCF-Projekt Deutschland wurde im Februar 2008 durch das Öko-Institut, das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), THEMA1 und dem World Wide Fund for Nature (WWF) gegründet.[54] Seine Bestrebung ist es, in Deutschland eine branchen- und stakeholderübergreifende Plattform zu erstellen, um eigene Erfahrungen mit klimaverträglichen Angeboten zu sammeln und mit anderen Unternehmen austauschen zu können - insbesondere im Bereich der Konsumgüterindustrie.[55] Der Fokus liegt in der Entwicklung von Ansätzen, um eine systematische Bewertung von erfolgten und geplanten Emissionsminderungen darstellen zu können und diese ggf. zukünftig in Form eines Carbon Labels auf Produkten auszuzeichnen. Die Bilanzierung der Treibhausgasemissionen soll entlang des gesamten Lebenszyklusses eines Produktes in einer standardisierten Vorgehensweise erfolgen (vgl. Abb. 5).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: Gesamter Lebenszyklus eines Produktes[56]

Das Vorgehen soll dabei keine Konkurrenz zu anderen Initiativen entwickeln; vielmehr werden die Normen nach PAS 2050 und die ISO-Normen 14001 zur Ökobilanzierung als Grundlage genutzt (vgl. Kap. 2.4). Hierdurch sollen Empfehlungen für „methodische Weiterentwicklungen und internationale Harmonisierung einer transparenten, wissenschaftlich fundierten Methodik zur Erfassung des PCF" erarbeitet werden.[57] Dafür wurde eine einjährigen Pilotphase in Kooperation mit zehn beteiligten Unternehmen - BASF, dm-drogerie Markt, DSM, FRoSTA, Henkel, REWE Group, Tchibo, Unternehmensgruppe Tengelmann, T-Home und Tetra-Pak - gestaltet.[58] Die Teilnehmer haben für mindestens ein Produkt ihres Portfolios den PCF ermittelt. Damit wurden erste Beiträge zur Vereinheitlichung der methodischen Grundlagen erzielt und auch Empfehlungen für deren Weiterentwicklung ausgesprochen.[59]

Die Nutzung eines Carbon Labels, vergleichbar mit einer Öko-/ Bio-Aufschrift, auf einem Produkt oder für eine Dienstleistung soll vor allem aus MarketingGesichtspunkten schnellstmöglich Realität werden. Dabei soll der PCF am Besten in einer konkret quantifizierten Weise visualisiert werden. Doch beachtet man die Komplexität einer solchen Berechnung, ist die Frage nach der Realisierung eines solchen Labels in den nächsten Jahren fraglich, ohne die Konsumenten durch widersprüchliche - da nicht standardisierte - Aussagen zu irritieren.[60] Unternehmen aus China, Deutschland oder Skandinavien werden jeweils andere Richtlinien zur Energieeffizienz nutzen. Wie kann dies auf einen konkreten Wert auf einem Label herunter gebrochen werden? Die Komplexität, die Variabilität und das Nutzen dieses ganzen Konzeptes wird dieses Bestreben in den nächsten Jahren wohl noch nicht in den Fokus der Betrachtungen stellen. Vielmehr muss der erste Schritt in der Schaffung einer einheitlich anerkannten Methodik zur Erfassung von CO2-Emissionen liegen. Was jedoch nach wie vor von größter Bedeutung ist, ist die Schaffung glaubwürdiger Kommunikationsansätze, „um Konsumenten zukünftig sachgerecht zu informieren und den nötigen Kontext für eine PCF-Kommunikation herzustellen."[61] Aber selbst bei einem existierenden, einheitlichen Standard würde ein „reines PCF-Label insbesondere mit einer CO2-Ziffer als Aussage" nicht haltbar und „auch wissenschaftlich nicht korrekt" sein.[62] Beispielsweise müsste bei einem Apfel, der mit einem solchen Logo zu versehen ist, der CO2-Wert nicht anhand einer einheitlichen CO2-Bilanzierung erfasst werden, sondern müsste für jeden Apfel individuell kalkuliert werden, um u.a. den Lagerprozess in Kühlhäusern mit zu berücksichtigen, der für jeden Apfel unterschiedlich sein kann. Könnte aber selbst dieses komplexe Feld überwunden und jeder Apfel individuell mit seinem konkreten CO2-Wert versehen werden, hätte man immer noch das Problem, dass Endkunden ohne bestehende Vergleichswerte keinen Nutzen in dieser Angabe sehen. „Zudem vernachlässigen CO2-Fußabdrücke andere Umweltauswirkungen, die durch umfassendere Lebenszyklusanalysen erfasst werden. Für eine vollständige ökologische Bewertung müssen weitere Umweltkategorien berücksichtigt werden."[63]

Einen Ansatz, dieses Problem zu lösen, sieht man in der Modifikation des bereits bekannten Gütesiegels „Blauer Engel". Dafür erhält es den Zusatz „schützt das Klima" im Logo, welches zusätzlich in die Schutzziele „Klima", „Gesundheit", „Wasser" und „Ressourcen" eingeordnet werden kann. Dadurch sollen Unternehmen, die Produkte mit deutlich geringerem Energieverbrauch „im Vergleich zu herkömmlichen Produkten" vertreiben, die Möglichkeit erhalten, „die Umweltvorteile ihrer Produkte besser nach außen hin kommunizieren zu können."[64] Ein weiterer Vorteil des Umweltzeichens ist, dass es neben CO2 auch weitere Umweltkriterien wie Schadstoffe, Wasserverbrauch oder Bodenverbrauch mit berücksichtigt.[65]

1.3 Zielsetzung und Vorgehensweise der Arbeit

Durch diese Arbeit soll Unternehmen die Möglichkeit gegeben werden, ihre Logistikkette in Bezug auf Nachhaltigkeitsanforderungen hin zu bewerten. So kann u.a. die individuelle Ist-Situation aufgezeigt und die Optimierung der Ausgangssituation - vor der Einführung der ISO-Norm 14067 „Carbon footprint of products" zur Bilanzierung der Nachhaltigkeit von Produkten im kompletten Lebenszyklus - ermöglicht werden. Dafür wird ein Modell zur Messung der Nachhaltigkeit in der Logistik benötigt, welches in Kapitel 3 definiert und in Kapitel 4 durch eine Unternehmensbefragung einer empirischen Analyse unterzogen wird. Daraus abgeleitete Handlungsempfehlungen warden anschließend in Kapitel 5 gegeben. Kapitel 6 fasst schließlich die wissenschaftlichen und praktischen Kernaussagen dieser Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick. Auf den für diese Arbeit relevanten, theoretischen Hintergrund wird zuvor in Kapitel 2 detailliert Bezug genommen (vgl. Abb. 6).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 6: Die Vorgehensweise dieser Arbeit

Kapitel 2 behandelt den konzeptionellen Bezugsrahmen dieser Arbeit. Dabei wird der rote Faden von Kapitel 1.2. mit dem Bezug auf „Nachhaltigkeit", „(grüne) Logistik" und „Messung von Nachhaltigkeit", fortgeführt.

Nach ihrer historischen Entwicklung wird die Nachhaltigkeit anhand ihrer Definition (vgl. Kap. 2.1.1), der drei Säulen der Nachhaltigkeit (vgl. Kap. 2.1.2), der Wettbewerbsvorteile nachhaltiger Unternehmen (vgl. Kap. 2.1.3) und abschließend der fünf Stadien zur Implementierung der Nachhaltigkeit in Unternehmen (vgl. Kap. 2.1.4) erläutert. Im zweiten Teil wird die Logistik beleuchtet (vgl. Kap. 2.2). Die historische Entwicklung sowie deren Funktionsbereiche werden erörtert, bevor auf die Definition der Logistik (vgl. Kap. 2.2.1), auf die Abgrenzung der Funktionsbereiche (vgl. Kap. 2.2.2), sowie auf die Aufgabenbereiche der Logistik eingegangen wird (vgl. Kap. 2.2.3). Anschließend erfolgt die Einordung in den unternehmensübergreifenden Zusammenhang durch den Bezug auf die Wertschöpfung, die Wertschöpfungskette, die logistische Kette sowie das Supply Chain Management (SCM, vgl. Kap. 2.3). Unter „Nachhaltigkeit in der Logistik" wird die Verbindung zwischen Nachhaltigkeit und Logistik hergestellt (vgl. Kap. 2.4). Anschließend wird auf drei der bekanntesten und wichtigsten internationalen Umweltmanagementnormen eingegangen: ISO 14001, GHG Protocol sowie PAS 2050 (vgl. Kap. 2.5). In Anlehnung an die nach heutigem Stand fortgeschrittenste Norm zur Erfassung und zum Management von Treibhausgasen, der PAS 2050, erfolgt eine direkte Überleitung zur Berechnungsmethodik des PCF (vgl. Kap. 2.6). Abschließend wird eine Zusammenfassung des konzeptionellen Bezugsrahmens gegeben (vgl. Kap. 2.7).

Kapitel 3 definiert das zentrale Modell zur Bewertung der Nachhaltigkeit im Kontext der Logistik, welches durch die zwei Achsen „Einflussfaktoren" und „Gestaltungsfelder" aufgestellt wird. Dabei wird zuerst auf die Einflussfaktoren des Modells Bezug genommen (vgl. Kap. 3.1). Sie stellen die Gegebenheiten einer Logistikkette im Kontext der Nachhaltigkeit dar. Eine Gliederung erfolgt anhand der für die Logistik entscheidenden Gegebenheiten Maschine, Mensch, Transportgut, Gebäude/Einrichtungen und Management (vgl. Kap. 3.1.1 bis 3.1.5). Anschließend wird auf die Gestaltungsfelder des Modells eingegangen, die die aktiven Handlungsfelder des Modells darstellen (vgl. Kap. 3.2). Sie gehen der Frage nach „Wie möchte ich die gegebenen Einflussfaktoren in Bezug auf die Nachhaltigkeit messen?". Dabei wird zwischen „leichter zu erhebenden Größen" und „schwerer zu erhebenden Größen" differenziert (vgl. Kap. 3.2.1 und Kap. 3.2.2). In Kapitel 3.3. schließlich wird das Modell durch die Herstellung des Zusammenhangs zwischen den Einflussfaktoren und den Gestaltungsfeldern zusammengefasst. Dies erfolgt wiederum nach den Gruppierungen Mensch, Maschine, Transportgut, Gebäude/ Einrichtungen und Management.

Auf Basis des in Kapitel 3 definierten Modells erfolgt in Kapitel 4 eine Bewertung der bis dato theoretischen Bezüge zwischen Einflussfaktoren und Gestaltungsfeldern. Für diese empirische Untersuchung wurden Interviews mit Unternehmen durchgeführt. Vor der Auswertung der Unternehmensbefragung werden die befragten Unternehmen vorgestellt. Aus Gründen des Datenschutzes wird auf eine Einzelauswertung verzichtet und auf Basis von Durchschnittswerten aller Unternehmen Tendenzen und Auffälligkeiten bewertet.

In Kapitel 5 werden anhand der abgeleiteten Tendenzen und Auffälligkeiten Handlungsempfehlungen ausgesprochen. Zielführend wird dabei eine qualitative Bewertung der repräsentativen befragten Unternehmensgruppe in Abhängigkeit der Unternehmensgröße, klassifiziert nach größeren und kleineren Unternehmen, dargestellt und anschließend die wichtigsten Aspekte nochmals reflektiert.

Kapitel 6 fasst abschließend die Kernaussagen dieser Arbeit in Bezug auf Wissenschaft und Praxis zusammen und gibt einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.

2 Konzeptioneller Bezugsrahmen

Bei dem für diese Arbeit relevanten, theoretischen Hintergrund wird auf die in Kapitel 1.2 erörterten Thematiken „Nachhaltigkeit", „(grüne) Logistik" und „Messung von Nachhaltigkeit" Bezug genommen.

2.1 Nachhaltigkeit

Bereits im 13. Jahrhundert wurde für die deutsche Forstwirtschaft die Menge an zu schlagendem Holz festgelegt, um die Regeneration des Forstbestands nicht zu gefährden.[66] Der Gedanke der Nachhaltigkeit war geboren. Anfang des 19. Jahrhunderts wurden zu der rein ökonomischen Sichtweise ökologische und soziale Aspekte hinzugefügt. Durch diese „globalere" Betrachtung näherte sich der Nachhaltigkeitsgedanke langsam dem Charakter des Sustainable Development (vgl. Kap. 1.2.2).[67]

Im Jahr 1987 setzte die Weltkommission für Umwelt und Entwicklung in ihrem Abschlussbericht „Our Common Future" einen wichtigen Grundstein zur Internationalisierung des Sustainable Development-Begriffs. Das Ziel der 1983 gegründeten Kommission bestand in der Erarbeitung eines weltweiten Programms des Wandels für eine gemeinsame Zukunft der Menschheit (vgl. Kap. 1.2.1).[68]

Eine weitere wichtige Etappe auf dem Weg zur Etablierung der nachhaltigen Entwicklung war die als „Earth Summit" bekannte Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung (UNCED) 1992 in Rio de Janeiro. Primärer Punkt der Agenda war die Erarbeitung eines Aktionsplans für Umwelt und Entwicklung, welcher u.a. in der Agenda 21 als Pflichtenheft beziehungsweise Aktionsprogramm zur Lösung der globalen Entwicklungs probleme des 21. Jahrhunderts verabschiedet wurde.[69] In der Folge wurden auch andere Institutionen auf die Sustainable Development-Diskussion aufmerksam. So haben sich neben vielen Nicht-Regierungs-Organisationen (NGO) auch zahlreiche Unternehmen für die Realisierung des Nachhaltigkeitsgedankens eingesetzt.[70]

Die Vertragsstaaten der Agenda 21 setzten 1997 mit dem ,,Kyoto-Protokoll" den bislang größten Meilenstein. Darin wurden in einstimmiger Übereinkunft erstmals verbindliche Emissionsziele für die Industrieländer vereinbart, wodurch einer zukünftigen internationalen Klimapolitik der Weg geebnet wurde.[71] Leider haben sich bis heute einige wichtige Industriestaaten, darunter auch China als einer der größten CO2-Emittenten, einer quantitativen Festlegung entzogen (vgl. Abb. 1 und Kap. 1.2.1).[72]

In den Verträgen der Europäischen Union wurde am 7. Februar 1992 das Sustainable Development als gemeinsame Zielsetzung niedergeschrieben. Artikel 2 dieser Übereinkunft sieht vor, ,,eine harmonische und ausgewogene Entwicklung des Wirtschaftslebens[...], ein beständiges, nichtinflationäres und umweltverträgliches Wachstum zu fördern."[73]

2.1.1 Definition der Nachhaltigkeit

Allgemein bedeutet Nachhaltigkeit heutige Bedürfnisse zu befriedigen ohne die Bedürfnisse zukünftiger Generationen zu gefährden. Tabelle 1 beinhaltet weitere Definitionen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1: Definitionen der Nachhaltigkeit[74] [75] [76] [77]

Das Begriffsverständnis ist Basis konzeptioneller Ansätze zur Klärung ökonomischer, ökologischer und sozialer Probleme, deren gegenseitige Beeinflussung wesentlich für nachhaltige Ansätze ist. Aus diesem Kontext erwuchs auch das "magische Dreieck der Nachhaltigkeit", das ökonomische, ökologische und soziale Ziele miteinander vereint.[78]

2.1.2 Das magische Dreieck der Nachhaltigkeit

Sustainable Development bezeichnet in der Betriebswirtschaftslehre die ebenbürtige Behandlung ökonomischer, ökologischer und sozialer Ziele (vgl. Kap. 1.2.1).[79] Diese, mit jeweils eigenen Problemen behafteten Zielsetzungen, stellen die Gesellschaft vor Herausforderungen, auf die eingegangen werden muss, um die gegenwärtigen Strukturen und deren Fortbestehen zu sichern.[80]

Das econsens - Forum nachhaltiger Entwicklung der deutschen Wirtschaft - hat folgendes Verständnis zur nachhaltigen Entwicklung: „Nachhaltige Entwicklung strebt die Balance ökonomischer, gesellschaftlicher u. ökologischer Ziele an. [...] Die Umsetzung des Nachhaltigkeitsprinzips in der Praxis erfordert die ausgewogene Berücksichtigung dieser Ziele. Im konkreten Einzelfall wird nachhaltige Entwicklung immer aushandeln müssen, wie ökologisch verträglich, wirtschaftlich profitabel und sozial förderlich in Einklang gebracht werden können. Dabei wird es nicht immer möglich sein, für alle Bedürfnisse eine vollständig befriedigende Lösung zu finden."[81]

Das Verständnis des Nachhaltigkeitsgedankens umfasst hiernach weit mehr als nur das reine Umweltthema und lässt sich daher nicht auf einen ökologischen Aspekt beschränken. Es geht vielmehr darum, die Entwicklung aller wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Potenziale zu nutzen und Nachhaltigkeit als übergreifende Konzeption zur Optimierung aller drei Dimensionen -Ökonomie, Ökologie und Soziales - zu verstehen (vgl Abb. 7).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 7: Das magische Dreieck der Nachhaltigkeit[82]

Ökonomische Nachhaltigkeitsanforderung

Die ökonomische Nachhaltigkeitsanforderung sieht sich in der Aufgabe, die Wettbewerbsfähigkeit aufrecht zu erhalten, sowie die langfristige Existenzsicherung des Unternehmens unter Berücksichtigung ökologischer und sozialer Faktoren zu gewährleisten.[83] Dabei können als mögliche Ziele die Optimierung der Geschäftsprozesse, Sicherung von Know-how, Vermögens- und Kapitalerhalt für nachfolgende Generationen und ein Ausgleich von Individual-und Gemeinschaftsinteressen genannt werden.[84]

Ökologische Nachhaltigkeitsanforderung

Die ökonomische Größe kann auch als Wertschöpfung bezeichnet werden (vgl. Kap. 2.3). Dem gegenüber steht die ökologische Determinante, welche als ÖkoEffizienz bzw. als „Schadschöpfung" oder „ökologischer Schaden" betrachtet wird[85]. Sie kann dabei als „das Verhältnis zwischen einer ökonomischen, monetären und einer physikalischen (ökologischen) Größe" gedeutet werden (vgl. Abb. 8).[86]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 8: Beispiele für die Öko-Effizienz[87]

Als Hauptverursacher von Umweltproblemen gelten Unternehmen, die durch ihre hohe Belastung der Umwelt aufgefordert sind, das Ausmaß an Umweltwirkungen ihrer Prozesse, Produkte, Dienstleistungen usw. zu reduzieren. Den Kernpunkt ökologischer Anforderungen bildet die Frage, wie mit den wirtschaftlichen Aktivitäten eine Reduzierung der Umweltverschmutzung erreicht werden kann.[88] Dieser Verantwortungsgedanke erstreckt sich für Unternehmen über den gesamten Produktlebenszyklus von der Entstehung bis zur Beseitigung.[89] Ziel der ökologischen Nachhaltigkeitsanforderung ist es, den gesamten Zyklus unter Zuhilfenahme der Bewertung von Umweltwirkungen zu optimieren. Dabei können als mögliche Ziele die Erhaltung natürlicher Ressourcen, der minimale Einsatz von Material und Energie, das Ersetzen nicht erneuerbarer Ressourcen und Emissionsminderungen genannt werden.[90]

Soziale Nachhaltigkeitsanforderung

Als sozial agierende Einrichtungen sind Unternehmen auf gesellschaftliche Akzeptanz angewiesen. Mit dem Schlagwort „Corporate Citizenship" wird insbesondere auf Großunternehmen, die eher im öffentlichen Interesse stehen, zunehmend Druck auf Übernahme sozialer Verantwortung erzeugt. Unter Corporate Citizenship können dabei alle sozialen Leistungen des Unternehmens gesehen werden, da Unternehmen nach der Definition „selbst in ihr gesellschaftliches Umfeld investieren und ordnungspolitische Mitverantwortung übernehmen."[91]

Die Sozial-Effizienz berechnet sich analog zur Öko-Effizienz. Sie stellt das Verhältnis der ökonomischen Wertschöpfung zur sozialen Schadschöpfung dar. Die soziale Schadschöpfung oder der „soziale Schaden" ist die Summe aller negativen sozialen Auswirkungen des Unternehmens, die bspw. von einem Produkt, Prozess oder einer Aktivität ausgehen (vgl. Abb. 9).[92]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 9: Beispiele für die Sozial-Effizienz[93]

Dabei können als mögliche Ziele die Entwicklung und Nutzung von Humanressourcen, die Einhaltung von Standards wie bspw. der Menschenrechte, die Sicherung von Arbeitsplätzen, die Berücksichtigung der Stakeholder-interessen und die Chancengleichheit aller Mitarbeiter gesehen werden.[94]

2.1.3 Wettbewerbsvorteile nachhaltiger Unternehmen

Durch eine nachhaltige Unternehmensstrategie können u.a. die im Folgenden aufgeführten Wettbewerbsvorteile erzielt werden:[95]

Erhöhung der Kundenzufriedenheit: Von den Kunden werden zunehmend Produkte und Leistungen ohne negative ökologische und soziale Nebenwirkungen gefordert. Durch die Befriedigung dieser steigenden Nachfrage kann ein Vorteil gegenüber den Wettbewerbern erzielt werden.

Effizienzsteigerung: Mit der Aufnahme des Nachhaltigkeitsgedankens in die Unternehmensstrategie kann eine Entwicklung angestoßen werden, die sich stark auf die ökonomische Entfaltung des Unternehmens auswirkt. Vor allem Innovationen und Motivationen für Mitarbeiter sind dabei ausschlaggebend.

Reduzierte Energie- und Rohstoffkosten: Durch einen effizienteren Ressourceneinsatz können große Einsparungen erzielt werden.

Verbesserte gesellschaftliche Akzeptanz: Mit der Steigerung des Images des Unternehmens erleichtert sich das Management der Stakeholder. Dafür darf aber nicht die Gewinnerzielung als alleinige Legitimationsgrundlage dienen.

Attraktiver Arbeitgeber: Dieser Punkt hängt eng mit der gesellschaftlichen Akzeptanz zusammen. Durch eine Verbesserung des Images im Kreise potenzieller Arbeitnehmer kann die Attraktivität des Unternehmens am Arbeitsmarkt erhöht werden.

„First Mover": Durch die frühzeitige Erkennung von Chancen und Risiken können Unternehmen Vorteile durch Pionierleistungen erhalten. Vor allem Lern- und Erfahrungskurveneffekte lassen sich als wichtiges Gut generieren.

2.1.4 Implementierung der Nachhaltigkeit im Unternehmen

Um Nachhaltigkeit im Unternehmen zu integrieren, müssen Unternehmen lernen, ihr Denkverhalten gegenüber Produkten, Technologien, Prozessen und Geschäftsmodellen zu ändern. Der Schlüssel, vor allem während einer Wirtschaftskrise, liegt in der Innovation. Die Implementierung der Nachhaltigkeit in Unternehmen durchläuft nach Nidumolu et al. (2009) dabei fünf Stadien:

1. Die Befolgung als Chance sehen:[96] Staatliche Regulierungen sind für die meisten Unternehmen der Anstoß zur Implementierung der Nachhaltigkeit. Zusätzlich setzen Selbstverpflichtungen, z.B. in Form des globalen „Greenhouse Gas Protocol" (GHG Protocol) oder einer regionalen spezifischen Umweltschutzbestimmung, die Unternehmen unter Druck. Unternehmen sollten sich diesen nicht-staatlichen Vorschriften nicht nur aus Marketinggesichtspunkten anschließen. Wird eine dieser Vorschriften durch die Regierung als Gesetz verabschiedet, entsteht ein First-Mover-Advantage bzw. haben die Unternehmen, die sporadisch oder gar nicht an solch einer Vereinbarung teilgenommen haben, das Nachsehen.

2. Wertschöpfungsketten nachhaltig gestalten:[97] Nachdem die Unternehmen gelernt haben, mit den regulatorischen und den freiwillig eingegangenen Verpflichtungen Schritt zu halten, konzentrieren sich viele darauf, den Verbrauch von Ressourcen wie Öl, Kohle, Gas, Wasser und Holz zu reduzieren. In diesem Stadium arbeiten die Unternehmen mit ihren Zulieferern und Einzelhändlern eng zusammen, um umweltfreundliche Basisstoffe und Komponenten zu entwickeln und Ausschussstoffe zu reduzieren. Unternehmen wollen mit diesem Verhalten vor allem ein besseres Image erlangen, meist aber ergeben sich durch diese Bemühungen auch Kosteneinsparungen und es können Neugeschäfte entstehen. Dabei muss jedes Glied ihrer Wertschöpfungskette analysiert werden um nachhaltige Abläufe zu schaffen:

Supply Chain:[98] Da ca. 80 % der Energie-, Wasser- und weiterer Ressourcenmengen innerhalb der Supply Chain durch die Zulieferer verzehrt werden, schaffen die meisten großen Unternehmen Anreize, um ihre Zulieferer nachhaltig auszurichten. Beispielsweise forderte Lee Scott, Chief Executive Officer (CEO) des Wal-Mart Konzerns, im Oktober 2008 mehr als 1.000 Zulieferer aus China auf, Abfälle und Emissionen zu reduzieren - Verpackungsmaterial soll bis 2013 um 5 % gesenkt und die Energieeffizienz von Produkten bis 2011 um 25 % gesteigert werden.

Abläufe:[99] Um eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Supply Chain zu entwerfen, ist es vor allem wichtig, die Abläufe innovativ zu gestalten. Dies führt zu einer höheren Energieeffizienz und reduziert die unternehmerische Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Nimmt man z.B. ein Speditionsunternehmen, bei dem alte Maschinen durch neue, effizientere ersetzt werden, kann dies zu erheblichen Kraftstoffeinsparungen führen. Bei dem Unternehmen FedEx hat dies zu Einsparungen von 36 % geführt. Zusätzlich hat FedEx 30 Softwareprogramme entwickelt, die helfen sollen u.a. Flugpläne und Routen zu optimieren. Auch Hybridfahrzeuge und Solaranlagen sollen ihren Teil dazu beitragen.

Arbeitsplatzgestaltung:[100] Einige Unternehmen fördern die Entwicklung des Heimarbeitsplatzes (sog. Telearbeit). Dadurch können Arbeitswege, Fahrtkosten und Energie gespart werden. 25 % der 320.000 Mitarbeiter bei IBM haben inzwischen schon ein Heimarbeitsplatz, wodurch allein eine Grundstücks- bzw. Immobilieneinsparung von $700 Mio. pro Jahr erreicht wird. Zusätzlich steigt die Produktivität am Heimarbeitsplatz um 10 - 20 %, wie auch die Zufriedenheit der Mitarbeiter bei einer Telearbeit von bis zu drei Tagen die Woche.

Rückläufer:[101] In den Vereinigten Staaten verursachen Rückläufer eine Profitabilitätseinbuße von durchschnittlich 4 % pro Jahr. Anstatt die Güter zu verschrotten, versuchen viele Unternehmen, diese aufzubereiten und wieder zu verwenden. Dadurch können nicht nur Kosten gespart werden, auch der Ausschuss wird reduziert.

Bei der Schaffung einer umweltfreundlichen Wertschöpfungskette können Unternehmen Einsparungen offen legen, die durch Energieeffizienz und Reduzierung von Ausschuss erreicht werden.[102]

3. Nachhaltige Produkte und Dienstleistungen entwerfen:[103] In diesem Stadium merken die Unternehmen, dass ein enormes Potenzial darin besteht, umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen anzubieten. Auch wächst die Wahrnehmung, dass ein eventueller First-Mover-Advantage durch das Redesign oder die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen erreicht werden kann. Durch ein Life Cycle Assessment (LCA) kann z.B. die Energiemenge, welche zur Nutzung eines Produktes benötigt wird, festgestellt werden.

Mit dieser Methode haben Procter & Gamble analysiert, dass 3 % der jährlichen Energieausgaben eines jeden Haushaltes in den Vereinigten Staaten durch die Erwärmung von Wasser in der Waschmaschine verbraucht wird. Würde man statt mit warmen Wasser, mit kaltem Wasser waschen, würde das 80 Mrd. kWh einsparen und den CO2-Ausstoß um 34 Mio. Tonnen senken. Procter & Gamble veröffentlichten nach dieser Erkenntnis im Jahr 2005 Ariel Cool Clean in Europa, was vor allem die Niederländer mit einem Anteil von 52 % ihrer Haushalte dazu bewegte, mit kaltem Wasser zu waschen (zuvor waren es 5 %, die kaltes Wasser benutzten).

4. Neue Geschäftsmodelle entwickeln:[104] Erfolgsversprechende Geschäftsmodelle beinhalten neuartige Wege, einen Erlös zu generieren und Produkte und Dienstleistungen bei herrschender Konkurrenz anzubieten. Beispielsweise hat FedEx 2008 ein neues Geschäftsmodell entwickelt, das die erworbenen Kinko Druckereien in den Belieferungsprozess mit einbindet. Kunden sollen ihre Dokumente elektronisch an eine Druckerei in der Region des Empfängers senden können. Dort werden sie qualitativ hochwertig in beliebigem Format gedruckt und, falls erwünscht, u.a. gebunden. Der Vorteil dieses neuen Geschäftsmodells ist offensichtlich: Kunden können ihre Dokumente schneller und in höherer Qualität dem Empfänger zukommen lassen und die Umwelt wird durch die Reduzierung des CO2-Ausstoßes bei der Überbrückung der räumlichen Distanz durch das elektronische Netz geschont. Auch einige Abfallbeseitigungsunternehmen haben ihr Geschäftsmodell in den letzten Jahren komplett überarbeitet. Anstatt die Abfälle zu beseitigen, orientiert sich die Firmenphilosophie am Recyceln und Wiederaufbreiten noch verwendbarer Güter und Materialien. Die Abfallbeseitigungsunternehmen unterstützen den Nachhaltigkeitsgedanken durch Aufklärung, wodurch die Konsumenten in diese Philosophie eingebunden werden. Um ein neues Geschäftsmodell zu erschaffen, müssen Alternativen zur gegenwärtigen Vorgehensweise erforscht werden. Die Unternehmensführung muss lernen, bestehende Geschäftsmodelle zu hinterfragen und unternehmerisch zu handeln, um unter Berücksichtigung der Kundenbedürfnisse neue Optionen zu entwickeln.

5. Next-Practice Plattformen gestalten:[105] Um Innovationen zu entwickeln, die zu Next Practices führen, muss die Geschäftsleitung die implizierten Prämissen bestehender Praktiken hinterfragen.

Einst wurde gefragt: Können wir ein Beförderungsmittel bauen, das sich bewegt, ohne dass Pferde es ziehen? Können wir fliegen wie Vögel? Können wir tauchen wie Wale? Bereits mit der Fragestellung wurde der Status quo verändert. Heute müssen wir uns andere Fragen stellen: Können wir wasserlose Reinigungsmittel entwickeln? Können wir Reis anbauen, der ohne Wasser wächst?

Nachhaltigkeit kann zu interessanten Next-Practice Plattformen führen. Beispielsweise entwickelte General Electric (GE) das „smart grid". Dieses nutzt digitale Technologie, um die Energieerzeugung, die Übertragung und Verteilung aller Arten von Quellen zu managen. Der „smart grid" führt zu niedrigeren Kosten und zu einer effizienteren Nutzung von Energie. Diese Entwicklung ermöglicht Unternehmen, den Energieverbrauch ihrer Computer, Netzwerke, Maschinen, Telefone, usw. durch Messgeräte, Sensoren und Softwareanwendungen zu optimieren. Außerdem ermöglicht das „smart grid" die Entwicklung einer branchenübergreifenden Plattform, um die Energiebedürfnisse von Städten, Unternehmen, Gebäuden und Haushalten zu managen.

[106] Um das Unternehmen nachhaltig auszurichten muss über zwei Initiativen nachgedacht werden. Erstens: Wenn die Unternehmensführung sich dazu entscheidet, sich auf das Problem zu konzentrieren, werden Änderungen sehr schnell umgesetzt. Zweitens: Rekrutieren und Halten der richtigen Mitarbeiter ist ein entscheidender Faktor. Soziale Verantwortung und umweltpolitisches Engagement sollen die Überzeugung von Unternehmen und Mitarbeiter vereinen, um nicht die Arbeitsmotivation der Mitarbeiterschaft zu gefährden.

2.2 Logistik

Die Logistik hat für Unternehmen in den letzten zehn Jahren massiv an Bedeutung zugenommen. Grund dafür ist hauptsächlich das große Einsparpotenzial, das in diesem Bereich gesehen wird. Der Anteil der Logistikkosten an den Gesamtkosten in Industrie und Handel wurden für das Jahr 2008 mit 8 % (Industrie) und 16 % (Handel) angegeben.[107] Nach einer im Jahr 2000 durchgeführten Untersuchung gaben die befragten Unternehmen an, dass die Logistik unter anderen Unternehmensfunktionen zunehmend an Bedeutung gewinnt. Wildemann führte in diesem Zusammenhang in dem 2008 erschienenen „Logistik Check" aus, dass „der Anteil der Logistik am Unternehmenserfolg je nach Marktrelevanz bis zu 40 % beträgt. Im Unternehmensdurchschnitt sind es immerhin noch 20 %."[108]

Der Begriff Logistik entstammt dem militärischen Bereich. Logistik galt als Aktivität zur materiellen Versorgung von Bedarfsträgern.[109] Der Begriff wird seit 1950 in den USA und seit 1970 in Deutschland gebraucht und hat seither einen starken Wandel vollzogen.[110] Zweck ist es „das richtige Material in der richtigen Menge, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, im richtigen Zustand, zu den richtigen Kosten" herzustellen.[111] Die Grundaufgabe besteht dabei in der wirtschaftlichen und termingerechten „Produktion, Bereitstellung und Lieferung von Kunden bestellter Waren, Materialien, Produkte und Dienstleistungen."[112]

Bei der Betrachtung aller unter die Logistik fallenden Funktionsbereiche herrscht in der Literatur relative Einigkeit über deren Gliederung. In dieser Ausarbeitung wird die Logistik nach der Auffassung der „Kreislauflogistik" in die Funktionsbereiche Beschaffungslogistik, Produktionslogistik, Distributionslogistik und Entsorgungslogistik gegliedert (vgl. Abb. 10 und Kap. 1.2.2).[113]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 10: Funktionsbereiche der Logistik[114]

2.2.1 Definition der Logistik

Die Logistik wird meist als eine zielgerichtete Überbrückung von Raum- und Zeitdisparitäten bezeichnet.[115] Insbesondere die Begrifflichkeiten Steuerung, Abwicklung und Überwachung innerhalb dieses Überbrückungsprozesses, wie nach Wildemann (2000), werden hervorgehoben.[116] In Tabelle 2 werden weitere Definitionen aufgeführt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 2: Definitionen der Logistik[117] [118] [119] [120] [121] [122]

2.2.2 Abgrenzung logistischer Funktionsbereiche

Aktuell vollzieht sich in der Logistik „ein Wandel [...] von einer Funktionslehre hin zu einer Führungslehre."[123] Das Motiv dafür erwächst aus den existierenden effizienzreduzierenden Schnittstellen im Versorgungs- und Entsorgungs-güterfluss.

In diesem Abschnitt wird auf die Funktionsbereiche der Logistikkette Bezug genommen. (vgl. Abb. 10 und Kap. 2.1).

Beschaffungslogistik

Die Beschaffungsaktivität eines Unternehmens ist eine Aufgabe, die maßgeblichen Einfluss auf den Unternehmenserfolg hat.[124] Alle drei essentiellen Größen eines Unternehmens - Kosten, Zeit und Qualität - werden in dieser Funktion entscheidend beeinflusst.[125] Zudem verleiht der aktuelle Trend zur Reduktion der Fertigungstiefe der Beschaffungslogistik zunehmend Aufmerksamkeit. Zu sehen ist dies anhand der Fertigungstiefe einzelner Unternehmen oder ganzer Branchen. Nimmt man bspw. die Automobilindustrie wurde in den 80er Jahren noch eine Fertigungstiefe von 37 % als Mittelwert angesehen. Diese sank bis 2001 auf 24 %.[126] Diese Entwicklung veranlasst Unternehmen, den Zukauf externer Leistungen zu erhöhen, um ihre Produktion aufrecht zu erhalten.

Bevor auf den Aufgabenumfang der Beschaffung eingegangen wird, soll die Begrifflichkeit „Beschaffung" bzw. „Beschaffungslogistik" definiert werden. Waldmann und Klein (2000) betrachten dabei die Beschaffungslogistik in Industrieunternehmen als „die Bereitstellung von Materialien, Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen für den Produktionsprozess"; in Handelsbetrieben als „die physischen, dispositiven und administrativen Prozesse der Warenversorgung."[127] Bogaschewsky (2000) definierte die Beschaffung „als Oberbegriff für alle Tätigkeit [.], die der Versorgung einer Organisation mit Material, Dienstleistung, Betriebs- und Arbeitsmitteln aus betriebsexternen Quellen (Güter- und Dienstleistungsmärkte) und teilweise auch mit Rechten und Informationen dienen"[128], während nach Vahrenkamp (2004) unter der Beschaffung „allgemein die Suche nach Lieferanten, der Vertragsabschluss und die Durchführung von Lieferungen von Ersatzstoffen für Produktionsunternehmen und von Handelswaren für Handelsunternehmen" verstanden wird.[129] Die Beschaffung bildet somit die Schnittstelle zwischen Unternehmen und Beschaffungsmärkten. Durch die Beschaffungslogistik, als Verbindungsglied zu Lieferanten, sollen die Versorgung sichergestellt, niedrige Bestände in den Lagern gewährleistet und die Materialströme beschleunigt werden.

„Die Aufgaben der Beschaffung gliedern sich in der Praxis traditionell in die klassischen Funktionsbereiche Einkauf, Materialwirtschaft und Logistik", welche seit einiger Zeit einen fundamentalen Wandel vollziehen:[130]

Für den Einkauf erwachsen neben der klassischen Beschaffungstätigkeit zunehmend ein weltweites Beschaffungsmarketing und die Koordinationsaufgabe konzernweiter Beschaffungsfragen. Desweiteren hat die Beschaffung nunmehr die Aufgabe, Beschaffungsstrategien zu entwickeln und diese umzusetzen. Zudem nimmt der Einkauf immer mehr eine tragende Rolle bei der Zusammenarbeit mit externen Partnern ein. Die Einkaufsfunktion erhält somit einen essentiellen Part im Rahmen der konzeptionellen Erschließung des Supply Chain Management.

Der Funktionsbereich Materialwirtschaft fokussiert seinen Verantwortungsbereich auf das interne Gütermanagement. Bestandteile bilden insbesondere die Planung von Bestellmengen und -terminen im Rahmen der Disposition und die innerbetriebliche Versorgungslogistik mit den Subaufgaben Wareneingang und Lagerung. Die Materialwirtschaft stellt durch diesen Aufgabenumfang die Schnittstelle zwischen der Beschaffung und der anschließenden Funktion „Fertigung" dar.

Die betriebliche Logistik sieht seine Kernaufgabe in der Optimierung intra-und interorganisationaler Güterflüsse. Im Zuge dieser Erörterung ist die Beschaffungslogistik von Relevanz. Die dortige Entwicklung vollzieht sich von der einstigen Überbrückung raumzeitlicher Disparitäten - Transportieren, Umschlagen, Lagern - über die Koordination der Güterflüsse und Informationsströme hin zu einer Steuerung taktisch-operativer Natur.

„Ziel der Beschaffungslogistik ist, den Waren- und Materialfluss mit dem dazugehörenden Informationsfluss vom Lieferanten bis zum Unternehmen zu optimieren bezüglich der Funktionen Planen, Gestalten, Steuern und Kontrollieren."[131] Die Aufgaben der Beschaffungslogistik bestehen demzufolge in der idealen Gewährleistung der Versorgung - vom Lieferanten bis zur Produktion - in Bezug auf Kosten, Zeit und Qualität sowie die richtigen Güter am richtigen Ort bereitzustellen.[132]

Produktionslogistik

Die Produktionsprinzipien haben sich durch den industriellen Wandel bedeutend geändert. Die Entwicklung und Einführung einer spezifischen Produktionslogistik stellt sich als neue Herausforderung für das Management produzierender Unternehmen dar.

Unter Produktionslogistik wird die Planung, Steuerung und Kontrolle des Materialflusses „vom Rohmateriallager der Beschaffung über die Stufen des Fertigungsprozesses bis hin zum Fertigwarenlager" verstanden.[133] Dabei übernimmt sie die produktionsinternen Aufgaben der Bereitstellung aller Materialien, Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen zu den jeweiligen Maschinen. Pfohl (2010) definierte die Produktionslogistik als „alle Aktivitäten, die im Zusammenhang mit der Versorgung des Produktionsprozesses mit Ersatzgütern (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Halbfertigerzeugnisse und Kaufteile) und der Abgabe der Halbfertig- und Fertigerzeugnisse an das Absatzlager stehen."[134]

Nach Wildemann (1996) ist das Leistungs- sowie Erfolgspotenzial der Produktionslogistik hauptsächlich von den wechselseitigen Wirkungen zwischen Material- und Informationsfluss auf der einen Seite und dem Produktaufbau sowie dem Organisationstyp auf der anderen Seite bestimmt. Folglich umfasst das Aufgabenspektrum der Produktionslogistik alle Fragen der logistikorientierten Produkt- und Variantengestaltung genauso wie Maßnahmen zur Schaffung einer flussgerechten und zeiteffizienten Struktur des betrieblichen Wertschöpfungsprozesses.[135] Im operativen Produktionslogistikprozess wird dabei die Koordination der Materialflüsse in und zwischen den Produktionsstellen - Materialfluss nach Art, Menge und Termin - festgelegt. Auch die Überwachung der Auftragsabwicklung gehört zum Aufgabenportfolio. Folglich übernimmt die Produktionslogistik heute neben den steuernden auch planende Funktionen, um eine mengen- und termingerechte Abwicklung des Produktionsprozesses zu gewährleisten.[136]

Ziel der Produktionslogistik ist es, die Wünsche der Kunden auch bei hoher Produktkomplexität und immer kürzeren Lieferzeiten wirtschaftlich und termingerecht zu erfüllen. Der Fokus liegt auf der „Minimierung der Logistikkosten unter Einhaltung eines angestrebten Serviceniveaus", wobei unter den Logistikkosten die Bestands- und Lagerkosten, Handlingkosten, Transportkosten sowie Steuerungs- und Systemkosten zusammengefasst werden können.[137] Die wichtigsten Teilziele liegen dabei in der „Orientierung der Logistikleistung an Service, Reduzierung der Durchlaufzeit, kundenauftrags-gesteuerte Produktion" und „Reduzierung der Komplexität in Produktion, Organisation und Auftragsabwicklung."[138]

[...]


[1] BDI (2009), [Stand 06.03.2010], S. 1.

[2] CHEManager (2010), S. 14.

[3] IPCC (2007a), [Stand 18.03.2010], S. 2.

[4] Vgl. IPCC (2007b), [Stand 18.03.2010], S. 97.

[5] Dieses Ziel gilt für die Industriestaaten; vgl. BMU (2005), [Stand 18.03.2010], S. 50; G8 Summit (2009), [Stand 18.03.2010], S. 4.

[6] Vgl. BMU (2005), [Stand 18.03.2010], S. 4. Die EU Staaten verpflichteten sich als Vorreiter im Schnitt zu einer Senkung von 8 %; vgl. UNFCCC (2008), S. 13.

[7] BMU (2009a), [Stand 18.03.2010], in Anlehnung an UNFCCC (2009b), [Stand 18.03.2010], S. 16 sowie UNFCCC (2008), [Stand 18.03.2010], S. 13.

[8] Erwartet wird, dass auf der nächsten UN-Klimakonferenz (COP16) in Mexiko-Stadt Ende 2010 ein rechtlich bindendes Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll vereinbart wird. Vgl. Nelles (2009), [Stand 16.03.2010].

[9] Eckert (2010), [Stand 20.03.2010].

[10] DVZ (2009b), S. 5.

[11] Vgl. Rathmann; Barth (2008), S. 9.

[12] Vgl. DVZ (2009a), S. 1; PCF-Projekt Deutschland (2009a), [Stand 06.03.2010], S. 2; Wittneben; Kiyar (2009), S. 1124.

[13] Hochfeld (2009), [Stand 20.03.2010], S. 13; PCF-Projekt Deutschland (2010a) [Stand 20.03.2010].

[14] Vgl. DVZ (2009a), S. 1.

[15] Vgl. BDI (2009), [Stand 06.03.2010], S. 1.

[16] Vgl. Nidumolu et al. (2009), S. 57f.

[17] Vgl. ebenda, S. 57f.

[18] Vgl. Johnson (2009), [Stand 06.03.2010].

[19] Vgl. ebenda.

[20] Vgl. Nutzinger; Radke (1995), S. 14f.; Kopfmüller (1996), S. 125f.; Eblinghaus; Stickler

(1996), S.42f.

[21] Hardtke; Prehn (2001), S. 112.

[22] Vgl. Günthner et al. (2009), S. 32.

[23] Zu GHG Protocol vgl. Schiffer (2008), [Stand 08.03.2010]; WRI; WBCSD (2004), [Stand 08.03.2010], S. 3. Zu BSI PAS 2050 vgl. BSI (2008a), S. iif.

[24] Vgl. WWF (2002), S. 2.

[25] Vgl. Schipper; Schlosser (2010), [Stand 16.03.2010], S. 4.

[26] Vgl. UNFCCC (2009a), [Stand 06.05.2010].

[27] Vgl. Nelles (2009), [Stand 16.03.2010].

[28] Vgl. Wildemann (2001), S. 14f.

[29] Vgl. Straube (2004), S. 27; Vahrenkamp (2007), S. 7; Pfohl (2010), S. 18.

[30] Vgl. Günthner et al. (2009), S. 110.

[31] Vgl. ebenda, S. 110.

[32] Vgl. Lauenroth (2009), S. 8.

[33] Vgl. Pfohl; Stötzle (1992), S. 572.

[34] Vgl. Hopfenbeck (1990), S. 246.

[35] Vgl. Dyckhoff; Souren (2008), S. 203f.

[36] Vgl. BME (2009), [Stand 06.03.2010], S. 3.

[37] Vgl. ebenda, S. 4.

[38] Vgl. Johnson (2009), [Stand 06.03.2010].

[39] Nicht beachtet werden bei dieser Überlegung allerdings der nukleare Abfall radioaktiver Energie, die Preise und der individuelle Wassergeschmack der Konsumenten; vgl. Johnson (2009), [Stand 06.03.2010].

[40] Vgl. Blanco (2008) [Stand 06.03.2010].

[41] Vgl. PCF-Projekt Deutschland (2008), [Stand 06.03.2010], S. 2.; BDI (2009), [Stand 06.03.2010], S. 3.

[42] Vgl. PCF-Projekt Deutschland (2008), [Stand 06.03.2010], S. 2.

[43] Vgl. PCF World Forum (2010a), [Stand 06.03.2010].

[44] Vgl. PCF-Projekt Deutschland (2008), [Stand 06.03.2010], S. 3.

[45] Vgl. PCF World Forum (2010b), [Stand 06.03.2010].

[46] Ebenda.

[47] Vgl. BSI (2008a), S. iif.

[48] Vgl. PCF-Projekt Deutschland (2008), [Stand 06.03.2010], S. 3.

[49] Vgl. UNFCCC (1997), [Stand 16.03.2010], S. 28.

[50] Vgl. BSI (2008a), S. 26.

[51] PCF-Projekt Deutschland (2008), [Stand 06.03.2010], S. 3.

[52] Logistik inside (2008), S. 12.

[53] Vgl. PCF-Projekt Deutschland (2008), [Stand 06.03.2010], S. 4.

[54] Vgl. ebenda, S. 2.

[55] Vgl. PCF-Projekt Deutschland (2009b), [Stand 06.03.2010], S. 4; Walter; Schmidt (2008), [Stand 06.03.2010].

[56] PCF-Projekt Deutschland (2009b), [Stand 06.03.2010], S. 3.

[57] PCF-Projekt Deutschland (2010b), [Stand 06.03.2010].

[58] Vgl. PCF-Projekt Deutschland (2009b), [Stand 06.03.2010], S. 7.

[59] Vgl. ebenda, S. 7.

[60] Vgl. PCF-Projekt Deutschland (2008), [Stand 06.03.2010], S. 4.

[61] PCF-Projekt Deutschland (2010b), [Stand 06.03.2010].

[62] BDI (2009), [Stand 06.03.2010,] S. 1.

[63] CHEManager (2010), S. 15.

[64] BMU (2009b), [Stand 06.03.2010].

[65] Vgl. Logistik inside (2008), S. 12.

[66] Vgl. Bieker et al. (2001), S. 15; Hardtke; Prehn (2001), S. 57.

[67] Vgl. Nutzinger; Radke (1995), S. 14f.; Kopfmüller (1996), S. 125f.; Eblinghaus; Stickler (1996), S. 42f. In dieser Ausarbeitung werden die Begrifflichkeiten „Nachhaltigkeit", „Nachhaltige Entwicklung" und „Sustainable Development" gleichbedeutend verwendet. Sie bezeichnen das generationengerechte Ressourcen-Verhalten in natürlicher und gesellschaftlicher Hinsicht, woraus die Erfordernis der synchronen Beachtung ökonomischer, ökologischer und sozialer Ziele entsteht. Vgl. Hansmann (2006), S. 167.

[68] Vgl. Quennet-Thielen (1996), S. 9; Hardtke; Prehn (2001), S. 58.

[69] Vgl. Dyckhoff (2000), S. 79; Hardtke; Prehn (2001), S. 63; Radke (1999), S. 16; Weber (2001), S. 64; Weizsäcker (1997), S. 122. Neben der Agenda 21: „Rio-Deklaration", „Wald- Deklaration", „Klimaschutz-Konvention" und „Artenschutzkonvention", vgl. WWF (2008),

[Stand 27.03.2010], S. 1.

[70] NGO = Organisationen, die ökologische oder soziale Ziele verfolgen; bspw. Greenpeace oder Amnesty International.

[71] Vgl. WWF (2002), S. 2.

[72] Vgl. Germanwatch (2007), [Stand 24.03.2010].

[73] Rat der Europäischen Gemeinschaften (1992), S. 11.

[74] Heinrich et al. (2004), S. 449.

[75] Brundtland-Report (1987), [Stand 26.03.2010].

[76] Hauff (1987), S. 49.

[77] WCED (1987), S. 25.

[78] Vgl. Enquete-Kommission (1994), S. 54.

[79] Vgl. Hansmann (2006), S. 167.

[80] Vgl. Wilkens (2007), S. 1.

[81] econsense (2010a) [Stand 10.01.2010].

[82] In Anlehnung an IFOK (1997), S. 39.

[83] Vgl. Hüttner (2001), S. 47; Küker (2003), S. 31.

[84] Vgl. Waniczek; Werderits (2006), S. 65f.; Kramer (2002), S. 60f.

[85] Vgl. Schaltegger; Dyllick (2002), S. 33.

[86] Vgl. Schaltegger et al. (2002), S. 9.

[87] In Anlehnung an Wilkens (2007), S. 9.

[88] Vgl. Schaltegger; Dyllick (2002), S. 33.

[89] Vgl. Mathieu (2002), S. 46.

[90] Vgl. Waniczek; Werderits (2006), S. 65f.; Kramer (2002), S. 60f.

[91] Habisch (2003), S. 58.

[92] Vgl. Schaltegger et al. (2002), S. 9.

[93] In Anlehnung an Wilkens (2007), S. 9.

[94] Vgl. Waniczek; Werderits (2006), S. 65f.; Kramer (2002), S. 60f.

[95] Vgl. Arnold et al. (2001), S. 75f; Waniczek; Werderits (2006), S. 68.

[96] Vgl. Nidumolu et al. (2009), S. 58f.

[97] Vgl. ebenda, S. 59.

[98] Vgl. ebenda, S. 59f.

[99] Vgl. ebenda, S. 60.

[100] Vgl. ebenda, S. 61.

[101] Vgl. ebenda, S. 61.

[102] Vgl. ebenda, S. 61.

[103] Vgl. ebenda, S. 61f.

[104] Vgl. ebenda, S. 63f.

[105] Vgl. ebenda, S. 64.

[106] Vgl. ebenda, S. 64.

[107] Vgl. Statistica (2010), [Stand 10.01.2010].

[108] Wildemann (2008), [Stand 04.01.2010], S. 4.

[109] Vgl. Ihde (2001), S. 22.

[110] Vgl. Fleischmann (2004), S. A1-3.

[111] Schieck (2008), S. 17f.; Karp (2000), S. 293.

[112] Straube (2004), S. 27.

[113] Vgl. Vahrenkamp (2007), S. 7; Straube (2004), S. 27; Pfohl (2010), S. 18.

[114] Vahrenkamp (2007), S. 7.

[115] Vgl. Kotzab (2000), S. 30.

[116] Vgl. Wildemann (2001), S. 14f.

[117] Vgl. ebenda, S. 14f.

[118] Pfohl (2010), S. 12.

[119] Schieck (2008), S. 17.

[120] Karp (2000), S. 293.

[121] Göpfert (2005), S. 23.

[122] Schulte (2005), S. 1.

[123] Göpfert (2000), S. 118.

[124] Vgl. Asmus; Griffin (1993), S. 63f.; Ellram; Pearson (1993), S. 3f.; Fieten (1994), S.

11f.;Keough (1993), S. 41f.

[125] Vgl. Arnolds et al. (1996), S. 25f.

[126] Vgl. Verband der Automobilindustrie (2003), S. 65.

[127] Waldmann; Klein (2000), S. 92.

[128] Bogaschewsky (2000), S. 45.

[129] Vgl. Vahrenkamp (2004), S. 98.

[130] Vgl. Bogaschewsky (2000), S. 45.

[131] Martin (2006), S. 6.

[132] Vgl. ebenda, S. 6.

[133] Waldmann; Klein (2000), S. 92.

[134] Pfohl (2010), S. 180.

[135] Vgl. Wildemann (1996), S. 52.

[136] Vgl. Corsten (1997), S. 818f.

[137] Vgl. Plümer (2003), S. 176.

[138] Pawellek (2000), S. 398.

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Der Product Carbon Footprint