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Rechtsextremismus im Internet

Seminararbeit 2009 10 Seiten

Didaktik - Politik, politische Bildung

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Entwicklung der Internetnutzung

3. Die rechtliche Lage

4. Nutzen und Vorteile des Internets für Rechtsextreme

5. Maßnahmen gegen Rechtsextremismus im Internet

6. Rechtsextremismus im Internet und Schule

7. Schlussbemerkung

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das Internet ist ein Medium, dass sich in der heutigen Zeit rasch verbreitet und weiterentwickelt. Laut der Jim Studie 2008 nutzen mittlerweile 97% der Jugendlichen im Alter von 12-19 das Internet. „Fast alle Jugendlichen (96%) haben zuhause Zugang zum Internet, die Hälfte kann vom eigenen Zimmer aus im WWW surfen.“[1]

Betrachtet man sich die Zahlen der Studie, muss man in Betracht ziehen, dass diese Jungendlichen im Internet auch auf Web - Angebote stoßen, die sie in ihrer Entwicklung negativ beeinflussen können.

In meiner Hausarbeit möchte ich mich aufgrund dessen mit rechtsextremen Inhalten im Internet beschäftigen, die seit 1990 den Zugang in das WWW gefunden haben. Um dieses Thema zu bearbeiten, werde ich zu Beginn die Entwicklung der Internetnutzung der Rechtsextremen darstellen, weil es wichtig ist, sich rückblickend die Anfänge anzuschauen, um dann festzustellen, wie professionell und rasant sich die Web- Angebote verbreitet haben.

Anschließend werde ich die Rechtslage näher betrachten und vorstellen. Um sich gegen rechtsextreme Angebote im Internet wehren zu können, muss man zunächst einen Überblick haben, was überhaupt „erlaubt“ ist.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, wozu nutzen Rechtsextreme das Internet? Es ist wichtig für mich darzustellen, warum gerade dieses Medium für die rechtsextreme Szene so attraktiv ist und was die entscheidenen Vorteile sind.

Danach werde ich mich noch einmal näher mit den Maßnahmen gegen Rechtsextremismus im Internet beschäftigen.

Abschließend stelle ich den für mich entscheidenen Bezug zur Schule her. Hierbei ist die zentrale Frage: Wie kann ich als Lehrer/innen das Thema „Rechtsextremismus im Internet“ im Unterricht behandeln? Als angehende Lehrer ist dies ein wichtiger Punkt, weil ein so aktuelles Thema mit geschichtlichem Hintergrund nur mit Expertenwissen und guter Planung bearbeitet werden kann.

2. Entwicklung der Internetnutzung

Die allgemeine Entwicklung des Computers war in den USA bereits 1980 weiter fortgeschritten, als in Europa. Aus diesem Grund war es auch nicht sonderlich überraschend, dass die ersten Mailboxnetze mit rechtsextremen Inhalten aus den USA kamen. Diese Mailboxen, waren Computer, die über das Telefonnetz Daten austauschten und graphisch eher schlicht aufgebaut waren, weil sie zum größten Teil Text enthielten.[2] In Deutschland trat im Vergleich zu der USA erst 1993 der erste deutsche Mailboxverbund „Thule- Netz“ ein.

Es ist wichtig zu wissen, dass in den 80-90Jahre die Nutzung des Internets oder eines Computers nicht für jedermann realisierbar war. Der hohe finanzielle Aspekt und das technische Wissen, dass man benötigte, grenzte die Verbraucherzahlen ein und dadurch haben Rechtsextreme sich zum Großteil untereinander im Internet (mit den Mailboxen) ausgetauscht.

Ein wichtiger Vorreiter im Internet war außerdem die rechtsradikale Partei „NPD“, die bereits 1992 Seiten im Btx-System (Kombination aus Telefon und Fernsehschirm) der Bundespost einrichtete. Die erste neonazistische Homepage „Stormfront – White Nationalist Ressource Page“, ging 1995 ins Netz. Die Webseite besteht heute noch und wurde von dem Neonazi Stephen Donald Black aus den USA ins Leben gerufen.[3]

Die erste Hompage deutscher Rechtsextremisten trat 1996 in das World Wide Web. Gegründet wurde diese Internetseite „Der Aufbruch“ durch die Partei NPD. Die Seite bot grundlegende Texte an, sowie Adressen der NPD und der Jungen Nationaldemokraten.[4] „ Ziel sei die elektronische Vernetzung der europäischen Nationalisten.“[5]

Nachdem die ersten Vorläufer das Internet als Propagandamittel entdeckt hatten, hat sich das „Thule- Netz“ als Mailboxverband aufgelöst und etliche Hompages kamen in den laufenden Jahren hinzu. Die Verfassungsschutzbehörden gehen Ende 2005 von rund 1.000 deutschsprachigen und 6.000 Webseiten weltweit aus.[6]

Hinzu kommt, dass sich die Aufmachung der Internetseiten mit dem Fortschreiten des Internets verändert haben. „Optische Effekte, Intros, Chat-Rooms, Gästebücher und MP3 – Angebote zählen zu den Standards vieler rechtsextremistischer Seiten.“[7]

Abschließend kann man sagen, dass sich durch die anfänglichen Mailboxverbunde ein drastisches Web - Angebot im Internet entwickelt und verbreitet hat. Die Umfänge, Angebote und die Professionaliät rechtsextremer Seiten nehmen erschreckender Weise ständig zu.

[...]


[1] Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (2008): Jugend, Information, (Multi-)Media. Basisstudie zum Medienumgang 12- bis 19-Jähriger in Deutschland. http://www.mpfs.de/fileadmin/JIM-pdf08/JIM-Studie_2008.pdf (14.7.2009)

[2] Vgl. Pfeiffer, Thomas (2009): Uraltes Denken in High-Tech - Medien. Rechtsextremisten entdecken den Computer, in: Glaser, Stefan/ Pfeiffer, Thomas (Hrsg.) : Erlebniswelt Rechtsextremismus. Menschen-verachtung mit Unterhaltungswert. Hintergründe – Methoden – Praxis der Prävention, Bonn, S. 87-88

[3] Ebd., S. 90

[4] Ebd.

[5] Ebd.

[6] Ebd., S. 92

[7] Ebd.

Details

Seiten
10
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640671724
Dateigröße
478 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v154257
Institution / Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen – Sozial- und Kulturwissenschaften
Note
2,2
Schlagworte
Schule und Rechtsextremismus Rechtsextremismus und Jugendliche Gefahren des Internets Rechtsextremismus Internet

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Titel: Rechtsextremismus im Internet