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Einführung in die Geschäftsprozessmodellierung mit Business Process Modelling Notation (BPMN). Vergleich zur Ereignisgesteuerten Prozesskette (EPK)

Seminararbeit 2010 19 Seiten

BWL - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Abgrenzung und Aufbau der Arbeit
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Begriffsklärung
1.4 Warum werden Geschäftsprozesse modelliert?

2 Business Process Modeling Notation (BPMN)
2.1 Zielsetzung der BPMN
2.2 Anwendungsbereiche der BPMN
2.3 Modellierungsbausteine
2.3.1 Zentrale Modellierungsbausteine
2.3.2 Erweiterte Modellierungsbausteine

3 Vergleich der BPMN mit den Ereignisgesteuerten Prozessketten (EPK)
3.1 Modellbeispiele in BPMN und EPK

4 Fazit

Anhang

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 2: Entwicklung wichtiger BPM- Standards

Abbildung 3: Ein einfaches BPMN Modell: Stelle ausschreiben

Abbildung 4: Ein einfaches EPK Model: Stelle ausschreiben

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Zentrale Modellierungsbausteine

Tabelle 2: Erweiterte Modellierungsbausteine

1 Einleitung

„BPMN setzt sich durch in der Praxis.“

Thomas Allweyer, Professor für Unternehmensmodellierung an der Fachhochschule Kaiserslautern, 2009a

Die Business Process Modelling Notation (BPMN) ist in letzter Zeit zusehends in das Blickfeld von Entwicklern gerückt, da sie zwei wichtige Funktionen in der Entwicklung moderner Unternehmenssoftware übernehmen will. Zum einen soll sie eine Kommunikationsbrücke zwischen der Fach– und der Informationstechnologiewelt bilden, zum anderen strebt sie die direkte Ausführbarkeit derart erstellter Prozesse an (Stiehl 2009).

1.1 Abgrenzung und Aufbau der Arbeit

Ereignisgesteuerte Prozessketten (EPK) werden in dieser Arbeit als bekannt vorausgesetzt und deshalb nicht noch einmal definiert. Kenntnisse über die BPMN werden nicht vorausgesetzt.

Nach der Abgrenzung und Definition der Schlüsselbegriffe dieser Arbeit (Kapitel 1) wird als Schwerpunkt die Business Process Modeling Notation in Kapitel 2 eingeführt. Im folgenden Kapitel wird ein Vergleich der BPMN zu den EPK vorgenommen. Mit einem Fazit in Kapitel 4 schließt diese Arbeit ab.

1.2 Zielsetzung der Arbeit

Wie in den vorangegangenen Abschnitten beschrieben, liegt das Hauptaugenmerk dieser Arbeit auf der schrittweisen Einführung der BPMN als Darstellungsform für Prozesse. Ein weiteres Ziel ist es, einen Vergleich mit den EPK durchzuführen. Dabei wird beispielhaft ein Prozess in beiden Darstellungsformen abgebildet.

1.3 Begriffsklärung

Im Folgenden werden die Begriffe Geschäftsprozess und Geschäftsprozessmodellierung eingeführt.

Nach Staud 2001 ist ein Geschäftsprozess ein betriebswirtschaftlicher Vorgang, der neben einem definierten Start und einem ebenso definierten Ende eine bestimmte Folge von manuellen und bzw. oder (teil-) automatisierten Tätigkeiten enthält. Die Tätigkeiten können nacheinander oder parallel ablaufen und benötigen während der Bearbeitung Unternehmensressourcen (z. B. Personal, Material). Geschäftsprozesse beschreiben die Ablauforganisation eines Unternehmens, welche oft mehrere Organisationseinheiten tangieren und deren Ziele kumuliert das Unternehmensziel widerspiegeln. Jeder Prozess schafft für Kunden ­ intern oder extern ­ Ergebnisse von Wert.

Geschäftsprozesse sind meist eine Zusammenfassung aus mehreren Teilprozessen. Folglich können Prozesse bis zu einem gewissen Detailgrad beliebig geteilt werden. Die unterste Ebene bilden die Elementarprozesse, die sinnvoll nicht weiter zerlegbar sind. Es gibt verschiedene Betrachtungsweisen, aus denen heraus ein Geschäftsprozess beleuchtet werden kann; z. B. die Organisationssicht, die Steuerungssicht oder die Datensicht (Vgl. Staud 2001, S. 7f).

Die Geschäftsprozessmodellierung als Unterstützungsinstrument des Prozessmanagements umfasst die Konstruktion, Wartung und Anwendung von konzeptionellen Modellen der Geschäftsabläufe von Unternehmen und Verwaltungen. Sie dient der Anwendungssystem- und Organisationsgestaltung aus der Sicht der betrieblichen Abläufe (Vgl. Becker 2010).

1.4 Warum werden Geschäftsprozesse modelliert?

Modelle sind Abbilder der Wirklichkeit. Aus Gründen der Darstellung werden Modelle meist maßstabsgetreu oder proportional zur Realität dargestellt[1]. Erfahrung und Knowhow, Unterstützung durch das Top– Management, Benutzerfreundlichkeit und Praktikabilität sowie Zusammenarbeit, Standards und Schulung werden dabei als Rahmenbedingungen der erfolgreichen Modellierung gesehen.

Geschäftsprozesse werden zur Dokumentation, Schwachstellenanalyse und zur Bewertung analysiert. Prozesse sollen optimiert und vorhandene Ressourcen besser genutzt werden (Vgl. Gadatsch 2002).

Ziele der Geschäftsprozessoptimierung sind Kundenorientierung, das Vermeiden nicht wertschöpfender Aktivitäten, Verringerung der Anzahl der Informationsobjekte, Vermeidung von Medienbrüchen, Reduzierung der Komplexität, Durchlaufzeitreduzierung, sowie Prozesskosten zu senken (Vgl. Bauer 2009, S. 4).

2 Business Process Modeling Notation (BPMN)

Nach Meinung der Business Process Management Initiative (BPMI)[2] soll die BPMN eine für alle Interessengruppen leicht verständliche Darstellungsform für Prozesse sein. Dabei soll es keine Rolle spielen, ob es sich um Analytiker handelt, die erste Grobentwürfe mit Auftraggebern und Facharbeitern entwickeln, um Programmierer, die den zu unterstützenden Prozess in einem Programm umsetzen oder um Personen aus der Qualitätssicherung, die Prozesse überwachen müssen (Vgl. OMG 2009).

Nach Object Management Group 2008 entwickelte sich BPMN aus verschiedenen Aktivitätendiagrammen der Unified Modeling Language (UML). In Deutschland dauerte es bis 2009 bis die Nutzung der BPMN mit den Ereignisgesteuerten Prozessketten (EPK) gleichgezogen hat (Vgl. dazu Allweyer 2009, S.1). Im Anhang ist ein Überblick über den derzeitigen Stand der Business Process Modeling Standards dargestellt.

2.1 Zielsetzung der BPMN

Die Business Process Management Initiative (BPMI) entwickelte einen Standard: die Business Process Modeling Notation (BPMN). Bereits in der ersten Spezifikation (Version 1.1) wird die Zielsetzung unmissverständlich formuliert:

The primary goal of BPMN is to provide a notation that is readily understandable by all business users, from the business analysts that create the initial drafts of the processes, to the technical developers responsible for implementing the technology that will perform those processes, and finally, to the business people who will manage and monitor those processes. Thus, BPMN creates a standardized bridge for the gap between the business process design and process implementation.

Es geht also insbesondere darum, die beiden Seiten (Fachwelt und IT– Welt) durch eine grafische Notation zusammenzubringen. Des Weiteren sollen diese Prozessbeschreibungen direkt in einer Prozess- Engine ausführbar sein (Vgl. Stiehl 2009).

2.2 Anwendungsbereiche der BPMN

Die Modellierung von Geschäftsprozessen (Business Process Modeling) wird genutzt, um eine Vielzahl unterschiedlichster Informationen an die verschiedensten Interessengruppen zu kommunizieren. BPMN dient dabei rein der Prozessmodellierung. Weitere Darstellungen wie Organigramme sind nicht vorgesehen. Mittels BPMN können verschiedene Arten der Modellierung dargestellt werden. Die Strukturelemente der BPMN erlauben es dem Betrachter sehr leicht zwischen Sektionen eines BPMN Diagramms zu differenzieren (Vgl. dazu OMG 2009, S. 15f).

Nach White 2006 sowie OMG 2009 werden BPMN Diagramme je nach Anwendungsbereich und Zielgruppe in drei Untermodelle eingeteilt:

- Private Prozesse (Private (internal) Prozesses): Hierbei handelt es sich um interne Geschäftsprozesse. Diese Prozesse werden auch Workflow, BPM Prozesse oder Orchestrierung genannt.
- Öffentliche Prozesse (Public (abstract) Prozesses): Hier wird die Interaktion eines internen Prozesses mit einem weiteren Teilnehmer oder Prozess verdeutlicht. Jedoch wird nur der benötigte Nachrichtenfluss dargestellt und alle internen Teilprozesse ohne Nachrichtenfluss ausgeblendet.
- Verbundene Prozesses (Kollaboration (global) Prozesses): In dieser Stufe wird die Interaktion mehrerer abstrakter Prozesse dargestellt und ist somit das umfangreichste Untermodell.

Um einen Prozess in der BPMN lesen zu können, muss man die Modellierungsbausteine eines Geschäftsprozessdiagramms verstehen. Eine Übersicht über diese Bausteine, ihre Wirkungsweisen und Auswirkungen auf den Prozessfluss wird im folgenden Kapitel beschrieben.

[...]


[1] Vgl. dazu insbesondere die Erläuterungen zur Gestaltung und Modellierung von Geschäftspro-

zessen bei Gadatsch 2002 Kapitel 1.

[2] Die BPMI gilt als eine Organisation, die Standards im Bereich der Geschäftsprozess-

modellierung definiert. Sie veröffentlichte die von dem ehemaligen IBM- Mitarbeiter Stephen A.

White erarbeitete BPMN. Im Juni 2005 übernahm die Object Management Group (OMG) die

weitere Pflege der BPMN. Gleichzeitig fusionierte die BPMI mit der OMG. Seit 2006 ist BPMN

somit offiziell ein OMG- Standard (Vgl. OMG 2008, S. 23f).

Details

Seiten
19
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640673797
ISBN (Buch)
9783640674091
Dateigröße
807 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v154236
Institution / Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart
Note
1,0
Schlagworte
Einführung Geschäftsprozessmodellierung BPMN Vergleich

Autor

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