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Heinrich Himmler als "Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums"

Hausarbeit 2009 11 Seiten

Geschichte Europa - Deutschland - Nationalsozialismus, II. Weltkrieg

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

A Ernennung zum Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums
I. Übersicht über die vorliegende Arbeit
II. Literaturbericht

B Heinrich Himmler als Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums
I. Aufgaben des RKF
II. Eine Frage der Finanzierung
III. Aufbau der RKF-Dienststelle
IV. Allgemeine Grundsätze, Vorgehensweise und Zielsetzungen
1. Die „Blutsfrage“
2. Forderung nach „arteigener“ Landschaftsgestaltung

C Die Utopie der Ideologie Heinrich Himmlers

D Quellen- und Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

A Ernennung zum Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums

„Das ist ja unser Auftrag als Volk auf dieser Erde“, verkündete Himmler 1942. „Seit Jahrtausenden war es der Auftrag dieser blonden Rasse, die Erde zu beherrschen und ihr immer wieder Glück und Kultur zu bringen.“[1]

Mit diesem Zitat will Himmler sein Vorgehen als Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums rechtfertigen. Am 07. Oktober 1939 ernennt sich Heinrich Himmler, seit Beginn der NS-Herrschaft ein treuer Gefolgsmann Adolf Hitlers, aufgrund eines Erlasses desselben[2] zum ,Reichskommissar für die Festigung des deutschen Volkstums’.[3] „Ihm obliegt die Umsiedlungs- und Verfolgungspolitik gemäß der NS-Rassenideologie in [den, d. V.] besetzten Gebieten.“[4] Schon 1938 forderte Himmler, mit diesen Maßnahmen betraut zu werden, da er sie für notwendig hielt,[5] um das „Deutsche Reich und die angrenzenden Gebiete zu homogenisieren“[6]. Für ihn war diese Ernennung nur ein „Mittel, um seine Machtposition als Reichsführer-SS und Chef der deutschen Polizei weiter auszubauen“.[7]

I. Übersicht über die vorliegende Arbeit

Obwohl mit dem Reichskommissariat für die Festigung deutschen Volkstums nicht nur Heinrich Himmler in Verbindung gebracht werden kann, sondern auch einige andere Führungspersönlichkeiten, wird in der folgenden Arbeit nur auf den RFSS in dieser Funktion eingegangen. Nachdem die Aufgaben eines RKF, die Finanzierung des Reichskommissariats und der Aufbau desselben erläutert wurden, findet man eine Übersicht zu den wichtigsten Zielen, Vorgehensweisen und Grundsätzen. Anschließend wird kurz die Utopie der Ideologie Heinrich Himmlers dargelegt.

II. Literaturbericht

Grundlagen zum RKF findet man in Lenigers „Nationalsozialistische ‚Volkstumsarbeit’ und Umsiedlungspolitik“. Obwohl er zwar auf die Entstehung des RKF, die Finanzierung und die Umsetzung desselben eingeht, wird doch die Unterüberschrift 1.5 auf Seite 60 „Heinrich Himmler und die ‚Festigung deutschen Volkstums’“ ihrem Titel nicht gerecht: Die genaue Rolle Himmlers bzw. sein Handeln als RKF werden hier nicht näher erläutert. Himmlers Werdegang hingegen widmet Peuschel ein Kapitel mit dem bezeichnenden Titel „Dann gehört die Erde uns“. Seine Ideologie, sein Vorgehen, sein Charakter und auch seine Familiengeschichte werden hier wiedergegeben, so dass man einen Eindruck von ihm als Menschen gewinnen kann.[8] Die genaue „Gestaltung der neuen Siedlungsräume“ legt Himmler in seinem gleichnamigen Heft selbst sehr ausführlich und in einfachen Worten dar.[9] Die detailliertesten Information zum Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums bietet Wassers „Himmlers Raumplanung im Osten“. Obwohl es keine Unterüberschriften bzw. keine direkte Gliederung des entsprechenden Kapitels gibt, sind doch verschiedene Abschnitte zu Aufgaben, Zielsetzungen, Vorgehensweisen u. a. erkennbar, die klar und deutlich näher erläutert werden. Durch den Kursivdruck des Titels „ Reichkommissar für die Festigung deutschen Volkstums “ ist auch eine gute Auffindbarkeit verschiedener Textstellen gegeben. Ackermann bringt in „Heinrich Himmler als Ideologe“ einige wörtliche Zitate, die die Ideologie Himmlers widerspiegeln; so kann man sich ein genaueres Bild vom RFSS als Menschen bzw. Ideologen verschaffen. Annähernd gelingt das auch Kater in „Das Ahnenerbe der SS 1935-1945“, jedoch erscheint sein Kapitel mehr wie eine Aufzählung der einzelnen Lebensdaten Himmlers.

B Heinrich Himmler als Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums

I. Aufgaben des RKF

Durch den Hitler-Stalin-Pakt von 1939 wurde Deutschland vor die Aufgabe gestellt, „innerhalb kürzester Zeit weit über 100.000 Menschen ‚heim ins Reich’ zu holen.“[10] Heinrich Himmler, der schon kurz zuvor zum Umsiedlungskommissar für Südtirol ernannt wurde, schien dafür der geeignete Mann zu sein. Himmler war nun ebenso zuständig für die „Umsiedlung von ‚Volksdeutschen’ in die ‚neuen deutschen Ostgebiete’, als auch für die ‚Festigung deutschen Volkstums’ in diesen Gebieten.“[11] Sein Aufgabenbereich lag aber nicht nur in den bereits annektierten polnischen Gebieten (v. a. war er zuständig für die Administration), sondern im gesamten deutschen Machtbereich.[12] Ebenso war er dazu ermächtigt, schädliche Einflüsse auszuschalten, d. h. die alteingesessene Bevölkerung in den besetzten Gebieten zu vertreiben.[13] Durch den Erlass sah sich Heinrich Himmler, der ja gleichzeitig als Reichsführer-SS fungierte, folgenden Aufgaben gegenübergestellt:[14]

[...]


[1] Rede des Reichsführers-SS vor den Oberabschnittsführern und Hauptamtchefs im Haus der Flieger in Berlin am 9. Juni 1942, Bundesarchiv NS 19/422, S. 21, in: Joseph Ackermann: Heinrich Himmler als Ideologe, Göttingen/Zürich/Frankfurt 1970, S. 194.

[2] Vgl. Peter Widmann: „Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums“, in: Wolfgang Benz (Hrsg.): Enzyklopädie des Nationalsozialismus, München 52007, S. 740.

[3] Die Literatur vertritt verschiedene Ansichten, ob Himmler sich wirklich selbst ernannt hat, oder doch ernannt wurde. Vgl. dazu z.B.: Anton Neumayr: Der Bluthund Europas. Sadomasochismus – Okkultismus – Rassenwahn, Wien 2006, S. 268; Ackermann: Heinrich Himmler als Ideologe, S. 204; Harald Peuschel: Die Männer um Hitler. Braune Biographien, Düsseldorf 1982, S.123 vs. Widmann: „Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums“, in: Benz: Enzyklopädie des Nationalsozialismus, S. 740.

[4] Vgl. Neumayr: Der Bluthund Europas, S. 268.

[5] Markus Leniger: Nationalsozialistische „Volkstumsarbeit“ und Umsiedlungspolitik 1933 – 1945. Von der Minderheitenbetreuung zur Siedlerauslese, Geschichtswissenschaft Band 6, Berlin 2006, S. 60f.

[6] Widmann: „Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums“, in: Benz: Enzyklopädie des Nationalsozialismus, S. 740.

[7] Ebd. S. 740.

[8] Darauf wird hier jedoch nicht näher eingegangen.

[9] Aus Platzgründen wird in dieser Arbeit aber nur auf die allgemeinen Grundsätze dieser „Siedlungsideologie“ eingegangen.

[10] Leniger: Nationalsozialistische „Volkstumsarbeit“ und Umsiedlungspolitik 1933 – 1945, S. 60f.

[11] Vgl. Der Prozeß gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof Nürnberg (14. November 1945 – 1. Oktober 1946), Band XXVI, Nürnberg 1947-1949, S. 255ff., in: Leniger: Nationalsozialistische „Volkstumsarbeit“, S. 61.

[12] Vgl. Leniger: Nationalsozialistische „Volkstumsarbeit“, S. 62.

[13] Vgl. ebd. S. 62

[14] BA Berlin, R 49/2. Gedruckt u.a. in: IMT, Bd. XXVI, S. 255ff., in: Leniger: Nationalsozialistische „Volkstumsarbeit“, S. 62.

Details

Seiten
11
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640665679
ISBN (Buch)
9783640665808
Dateigröße
428 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v154204
Institution / Hochschule
Universität Passau – Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte
Note
2,7
Schlagworte
Heinrich Himmler Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums Nationalsozialismus 1933-1945 Propaganda Reichsminister Reichskommissar

Autor

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