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Anpassungen durch Training mit der intensiven Intervallmethode - ein Literaturvergleich

Seminararbeit 2010 5 Seiten

Sport - Sonstiges

Leseprobe

Wie uneinig sich Sportwissenschaftler mit der Intervallmethode sind, kann man schon daran erkennen, dass die Einteilungen in verschiedene Trainingsformen in allen Quellen unterschiedlich angegeben sind. Während Weineck zwischen extensiver und intensiver Intervallmethode sowie zwischen Kurzzeit-, Mittelzeit- und Langzeitintervallmethode unterscheidet (vgl. Weineck, 1996, S. 172), spricht Hollmann nur von der letzteren Unterteilung. Wobei hier allerdings die Belastungszeiten abweichen, die Kurzzeitintervallmethode gilt bis zu fünf Sekunden, die Mittelzeitintervallmethode zwischen sechs und 60 Sekunden und die Langzeitintervallmethode zwei bis drei Minuten (vgl. Hollmann, 2000, S. 424). Bei Weineck beträgt die Kurzzeitintervallmethode 15 bis 60 Sekunden, die Mittelzeitintervallmethode eine bis acht Minuten und die Langzeitintervallmethode acht bis 15 Minuten (vgl. Weineck, 1996, S. 173). Allerdings wird von dieser Einteilung auf der nächsten Seite wieder abgeraten, da dabei unberücksichtigt bleibt, dass "ab etwa einer Reizdauer von 5-8 min der typische Effekt des Intervalltrainings - systematischer Wechsel von Arbeit und Pause-nur noch gering oder nicht mehr wirksam ist" (Weineck, 1996, S. 174). Zintl und Eisenhut hingegen sprechen von der extensiven Intervallmethode mit Langzeit- und Mittelzeitintervallen und von der intensiven Intervallmethode mit Mittelzeit-, Kurzzeit- und extremen Kurzzeitintervallen. Kasprak unterteilt ähnlich, er lässt dabei lediglich die intensive Intervallmethode mit Mittelzeitintervallen weg. Auch hier ist die Belastungsdauer der einzelnen Trainingsformen wieder verschieden. Mellerowicz, Meller und Müller benennen dahingegen keine einzige Unterteilung der Intervallmethode. Bei ihren Trainingsversuchen in Intervallform absolviert "Gruppe IIa 3mal 1 min mit 1 min Gehpause, Gruppe IIb 6mal 30 sec mit je 30 sec Gehpause" (Mellerowicz, Meller & Müller, 1960, S. 385). Daraus lässt sich schließen, dass hier mit der intensiven Intervallmethode gearbeitet wurde. Nicht nur die Belastungsdauer ist bei den Quellen verschieden, sondern auch der Belastungsumfang und die Belastungsintensität werden nicht identisch wiedergegeben. Mellerowicz, Meller und Müller haben zum obengenannten Belastungsumfang bei ihren Versuchen eine Intensität von 100% gewählt (vgl. Mellerowicz u.a., 1960, S. 385), Hollmann gibt weder genaue Intensität noch Umfang an, Weineck nennt bei der intensiven Intervallmethode eine Intensität von 80% bis 90% bei maximal zehn bis zwölf Wiederholungen (vgl. Weineck, 1996, S. 173), Kasprak spricht von submaximaler und maximaler Intensität bei zwölf bis 15 Belastungen und Zintl und Eisenhut raten zu 90% bis 100% Wettkampfgeschwindigkeit bei drei bis 15 Wiederholungen, je nach Trainingsform (vgl. Zintl u.a., 2004, S. 123-124).

Alle Quellen beschreiben das typische Kennzeichen der Intervallmethode: den Wechsel von Belastungs- und Entlastungsphasen. Die Belastungsdichte wird hierbei zwar auch unterschiedlich geschildert, aber alle Autoren verweisen dabei auf das Prinzip der lohnenden Pause. "Bekanntlich verläuft die Erholungsphase des O2-Verbrauchs ähnlich der Kurvenform einer e-Funktion. Der größte Prozentsatz der Erholung liegt im 1. Quartal der Erholungsphase" (Hollmann, 2000, S. 417). "Bis zur vollständigen Erholung müßte unverhältnismäßig lange gewartet werden" (Weineck, 1996. S. 174). "Nach Belastungsende sinken der systolische und der diastolische Blutdruck rasch ab, (...) was auf ein großes Schlagvolumen schließen läßt" (Weineck, 1996, S. 175) und "eine entsprechend herzvergrößernde Wirkung" (Mellerowicz u.a., 1960, S. 384) herbeiruft. Auch bei dieser Aussage sind sich alle Autoren einig. Kasprak, Weineck, Zintl und Eisenhut gehen noch darauf ein, dass beim Intervalltraining "in zweifacher Hinsicht stark auf Veränderung der Herzgröße eingewirkt wird" (Weineck, 1996, S. 175). "Während der Belastung kommt es wegen der ‘Herzdruckarbeit’ (Hervorhebung im Original) (...) zu einem Hypertrophiereiz auf den Herzmuskel, in der Erholungsphase wegen der vorherrschenden ‘Herzvolumenarbeit’ (Hervorhebung im Original) (...) zu einem Herzerweiterungsreiz" (Zintl u.a., 2004, S. 121). Weineck (1996, S. 175) behauptet, dass dies wiederum positiv für die maximale Sauerstoffaufnahme ist, während Mellerowicz, Meller und Müller (1960, S. 384) sagen, dass eine Zunahme des Sauerstoff-Pulses keine Schlagvolumenvergrößerung beweist. Abgesehen von der Abnahme der Leistungs- Herzschlagfrequenz, die die Zunahme der Leistungsfähigkeit ausdrückt, nennen diese Autoren auch keine weiteren Anpassungen der intensiven Intervallmethode. Hier ging es hauptsächlich darum, durch Trainingsversuche mit Schülern den Leistungszuwachs von Intervalltraining mit dem von Dauertraining zu vergleichen, wobei man besonders auf die Erholungsphasen achtete und keinen nachweisbaren Einfluss der Pausen auf den Leistungszuwachs fand. "Das Gesamtmaß an überschwelliger Trainingsarbeit bestimmt hiernach wahrscheinlich den Leistungszuwachs. Die Intervallpausen ermöglichen ein höheres Maß an überschwelliger Trainingsarbeit" (Mellerowicz u.a., 1960, S. 385). Alle anderen Quellen gehen noch genauer auf die Energiegewinnung ein, die als aerob-anaerob gemischt bezeichnet wird. In den Pausen werden aerobe Prozesse zur Beseitigung der Sauerstoffschuld aktiviert (vgl. Zintl u.a., 2004, S. 123). "Bei einer Belastungsdauer von etwa ein bis vier Minuten und hoher Belastungsintensität kommt es zu einer verstärkten Energiebereitstellung über die Glykolyse und damit zu einer ausgeprägten Verbesserung der anaeroben Kapazität" (Weineck, 1996, S. 175). Zintl und Eisenhut gehen darauf noch genauer ein, indem sie von verbesserter Laktatproduktion, Pufferkapazität und Säuretoleranz sprechen (vgl. Zintl u.a., 2004, S. 123). Außerdem zählen sie noch weitere Trainingswirkungen auf: die Laktatproduktion wird aktiviert und gesteigert, die kurzfristige Erholungsfähigkeit verbessert, die Bewegungstechnik unter Wettkampfgeschwindigkeiten ausgeprägt, Phosphatabbau und Resynthese wiederholt, die Umstellung zwischen anaerober und aerober Energiebereitstellung und die Laktateliminierung verbessert (vgl. Zintl u.a., 2004, S. 123-124). Weineck (1996, S. 176)

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Details

Seiten
5
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640672202
Dateigröße
378 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v154175
Institution / Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main – Sportwissenschaften
Note
1,7
Schlagworte
Intervallmethode intensive Intervallmethode anaerobe Ausdauer Intervalltraining

Autor

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Titel: Anpassungen durch Training mit der intensiven Intervallmethode - ein Literaturvergleich