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Die Flüchtlingsproblematik als Beweggrund für den Mauerbau 1961

Hausarbeit (Hauptseminar) 2009 38 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Neueste Geschichte, Europäische Einigung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung
1.1) Vorbemerkungen zum Thema „Die Flüchtlingsproblematik als Beweggrund für den Mauerbau 1961“
1.2) Zur Problematik des Begriffs „Flüchtling“

2.) Hauptteil
2.1) Die Fluchtmotive im Einzelnen
2.2) Die Einteilung der Flüchtlinge nach Beruf, Alter und Geschlecht

3.) Schlussteil
3.1) Reaktionen und Gegenmaßnahmen der DDR-Regierung
3.2) Zusammenfassung und Beurteilung

4.) Quellen- und Literaturverzeichnis
4.1) Quellen
4.2) Forschungsliteratur
4.3) Internetquellen

1.) Einleitung

1.1) Vorbemerkungen zum Thema „Die Flüchtlingsproblematik als Beweggrund für den Mauerbau 1961“

Im Kontext des Großthemas „Widerstand und Repression in der DDR“ möchte ich mich in meiner Hausarbeit mit der Thematik „Die Flüchtlingsproblematik als Beweggrund für den Mauerbau 1961“ auseinandersetzen. Wie die Formulierung meines Themas bereits andeutet, soll es mir dabei um die Flüchtlingsproblematik als solches gehen und sowohl die Untersuchung verschiedener Fluchtmotive als auch die Charakterisierung der Flüchtlinge umfassen.

Die Flüchtlingsproblematik im Rahmen des Mauerbaus ist meines Erachtens insofern für eine Thematisierung von besonderem Interesse, als es das Leben und individuelle Schicksal tausender Menschen in der BRD und der DDR beeinflusst hat, die entweder geflohen sind und sich sowie ihre Verwandten und Freunde damit einer erheblichen Gefahr ausgesetzt haben oder überraschend durch den Bau der Mauer für viele Jahre gänzlich von Freunden, Verwandten und eventuell dem Arbeitsplatz abgeschnitten wurden. Doch weder mit dem Fall der Mauer am 9. November 1989 und der Wiedervereinigung 1990 noch heute, so viele Jahre später, konnten alle durch die Trennung entstandenen Probleme, sei es politischer, wirtschaftlicher oder kultureller Art, gelöst werden, denn so sind zum Beispiel immer noch zahlreiche Familien auf der Suche nach Familienangehörigen, zu denen sie aufgrund der Mauer den Kontakt verloren haben. Da viele Menschen durch ihre Flucht in die BRD ihre engsten Freunde und Verwandte in der DDR zurückgelassen haben, halte ich es für äußerst interessant näher auf deren Fluchtmotive einzugehen und zu untersuchen, um was für Menschen es sich dabei handelte, genauer gesagt, welchen Berufssparten, welcher Alters- und Einkommensschicht sie angehörten und welche geschlechtsspezifischen Unterschiede es dahingehend gab. Die Wichtigkeit des Themas wird zudem darin deutlich, dass der Bau der Mauer und die Fluchtbewegung sowohl in der Sekundarstufe I als auch II feste Themen im Lehrplan Geschichte sind.[1]

Das Thema „Flüchtlingsproblematik als Beweggrund für den Mauerbau 1961“ möchte ich wie folgt bearbeiten: Einleitend werde ich zunächst einen knappen Überblick über die Quellenbasis und den Forschungsstand geben, um dann kurz die Problematik des Begriffes „Flüchtling“ zu umreißen. Zentral soll es schließlich um die Flüchtlingszahlen sowie die bereits von mir angesprochene Zugehörigkeit der Flüchtlinge zu bestimmten Berufssparten, Alters- und Einkommensschichten und dem Geschlecht gehen. In den Mittelpunkt und an den Anfang meiner Betrachtung möchte ich außerdem die vielfältigen Fluchtmotive stellen. Abschließend sollen, nach einem kleinen Exkurs zu den Reaktionen und Gegenmaßnahmen der DDR-Regierung auf die stetig hohe Flüchtlingszahl, noch einmal alle wesentlichen, von mir herausgearbeiteten Punkte in einer kurzen Zusammenfassung und Beurteilung dargestellt werden.

Da es in der Forschung zahlreiche Werke gibt, die sich getrennt auf die verschiedenen Themen der Flüchtlingscharakterisierung und Fluchtmotivik spezialisiert haben, soll meine Arbeit eher von zusammenfassendem, überblicksartigem Charakter sein. Während ich mich zudem lediglich auf die Flucht in die BRD konzentrieren werde, könnte man ebenfalls die Beweggründe zur Immigration oder Rückkehr in die DDR thematisieren. Andere Themen, die sich im Zusammenhang mit dem Mauerbau für eine nähere Untersuchung anbieten, sind beispielsweise Reaktionen auf Seiten der DDR- und BRD- Bevölkerung oder dem politischen Ausland und die Probleme, die die massenhafte Auswanderung aus der DDR in beiden deutschen Staaten mit sich brachten.[2]

Was die Quellen- und Forschungslage zu dieser Thematik anbetrifft, ist hervorzuheben, dass es einerseits ein häufig erforschtes Thema ist und es dazu relativ viel aktuelle Literatur gibt, sich die einzelnen Historiker andererseits aber bei ihren Ausführungen auf verschiedene Statistiken wie die des Statistischen Bundesamtes, des Notaufnahmelagers Marienfelde oder der Polizei beziehen, was ich bei meiner Untersuchung jeweils berücksichtigen muss. Einen guten Überblick über die direkte Zeit vor und nach dem Mauerbau bietet Wilfriede Otto in ihrer Monographie „Spannungsfeld 13. August 1961“[3]. Zum Mauerbau selbst und den verschiedenen Reaktionen darauf hat Heiner Timmermann den Sammelband „1961 - Mauerbau und Außenpolitik. ‚Die Ironie der Geschichte: Flucht: Motiv des Mauerbaus. Flucht: Motiv des Mauerfalls‘“[4] mit verschiedenen Aufsätzen herausgegeben. Zentral habe ich mich jedoch auf die Ausführungen in Bettina Effners und Helge Heidemeyers Sammelband „Flucht im geteilten Deutschland“[5] sowie Helge Heidemeyers Monographie „Flucht und Zuwanderung aus der SBZ/DDR 1945/1949-1961. Die Flüchtlingspolitik der Bundesrepublik Deutschland bis zum Bau der Berliner Mauer“[6] gestützt. Verschiedene Fluchtmotive thematisieren außerdem Hans-Hermann Hertle[7] in seiner erst 2007 erschienenen Monographie und Volker Ackermann[8]. Zum Vergleich habe ich des Weiteren die Monographie Frank Hoffmanns „Junge Zuwanderer in Westdeutschland. Struktur, Aufnahme und Integration junger Flüchtlinge aus der SBZ und der DDR in Westdeutschland (1945-1961)“[9] herangezogen. Für die Begriffsproblematik gehe ich hingegen insbesondere auf die Monographie von Damian van Melis und Henrik Bispinck[10] ein. Steffen Alisch[11] setzt sich wiederum eingehend mit der Rechtfertigung des Mauerbaus durch die DDR-Regierung auseinander, die ich jedoch allenfalls am Rande thematisieren werde. Einzelne Quellen zu Befehlen im Rahmen des Mauerbaus, die ich ebenfalls nur tangieren werde, hat Hartmut Mehls[12] herausgegeben.

1.2) Zur Problematik des Begriffs „Flüchtling“

Die korrekte und neutrale Bezeichnung der „Flüchtlinge“ aus der DDR ist bei vielen Forschern noch umstritten und war selbst zur Zeit der Teilung ein großes Problem, wenngleich laut dem „Gesetz über die Angelegenheiten der Vertriebenen und Flüchtlinge“, kurz das Bundesvertriebenengesetz, vom 15. Mai 1953 die Flüchtlinge aus der SBZ als Vertriebene bezeichnet wurden, woraufhin ihnen auch einige Vergünstigungen zustanden.[13] Ginge man von der Formulierung des Gesetzes aus, müsste die Wortwahl also eigentlich eindeutig sein, doch sie birgt dennoch Schwierigkeiten. Das Problem der Begrifflichkeit bestand schon in den 50-er Jahren, da der Begriff „Flucht“ eine politische Bedrohung von außen impliziere, während der Begriff „Zuwanderung“ aus der Perspektive der BRD hingegen eher wirtschaftliche, private und andere Gründe impliziere sowie auf einer freien Entscheidung beruhe, was bei den wenigsten Menschen zutreffend war. Allerdings hätte man bei der Wortwahl „Flüchtling“ dann nur Personen in die BRD einreisen lassen dürfen, die wirklich politisch bedroht wurden, was wohl kaum nachweisbar ist und faktisch gesehen auch bei den wenigsten Emigranten der Fall war. Der Gebrauch des weitaus positiv konnotierten Begriffs „Zuwanderung“, der vor allem wirtschaftliche Fluchtmotive impliziert, hätte bei den meisten BRD-Bürgern meines Erachtens hingegen eine Abneigung gegen die Aufnahme der Einreisenden ausgelöst, da sie sich um ihre eigenen Arbeitsplätze, die zusätzliche wirtschaftliche Belastung für den Staat und dergleichen sorgten.[14]

Melis und Bispinck schlagen daher die Begriffe „Wanderer“ und „Migranten“ als eine neutrale Formulierung vor, worin ich ihnen auch zustimmen kann, doch bei meiner Literaturrecherche habe ich feststellen müssen, dass sich diese Begriffe bei den Forschern nicht durchsetzen konnten. Auch der sehr neutral gewählte Begriff „Übersiedler“ wurde genutzt, aber er umfasst nur die Personen, die legal, also mit Genehmigung, nach Westdeutschland eingereist sind.[15] Faktisch wird trotzdem in den meisten Werken der Begriff „Flüchtling“ gebraucht, wie zum Beispiel von Heidemeyer[16] oder Uhl und Wagner[17], weshalb ich mich dem im Fortgang meiner Arbeit auch anschließen werde.

Auf Seiten der DDR-Regierung verwendete man hingegen anderes, an die Propaganda angepasstes Vokabular. Während der Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht in einem öffentlichen Interview mit dem Journalisten M. Wilson der Londoner Zeitung „Evening Standard“ vom 31. Juli 1961 noch die Worte „Abwanderung von Bürgern der DDR nach Westdeutschland“[18] und „Abwanderung oder Auswanderung“ wählte, wurden innerhalb der DDR die negativ konnotierten Begriffe „Republikflüchtling“ und „illegal Abgewanderte“ gebraucht.[19] Gängige Bezeichnungen waren auch „Spione“, „Saboteure“, „Provokateure“ und „Verbrecher“, wie sie im Befehl 39/60, dem so genannten Schießbefehl, aufgeführt sind.[20] Andererseits waren interne Befehle, die ebenfalls Flüchtlinge betrafen, manchmal auch sehr neutral gehalten, wie die Formulierung „Personen“[21] oder „Bürger“[22] beweist.

Generell denke ich, dass man bei der Begriffswahl nie allen möglichen Konnotationen und Denotationen gerecht werden kann, da einige zu positiv oder zu neutral und andere wieder zu negativ erscheinen, aber derartige Begriffe wie sie die DDR-Regierung verwendet hat, sollten zum Schutz der betreffenden Menschen komplett weggelassen werden, da es sich dabei um menschenverachtende und schlichtweg falsche Begriffe auf Grundlage ihrer Ideologie handelt.

2.) Hauptteil

2.1) Die Fluchtmotive im Einzelnen

Wie die Überschrift bereits andeutet, geht es mir in diesem Abschnitt um die verschiedenen Fluchtmotive, doch zuvor möchte ich kurz zur Methodik und verschiedenen Schwierigkeiten bei der Analyse der Fluchtmotive und Charakteristik der Flüchtlinge kommen.

Denn generell ist sowohl eine genaue Bestimmung der Flüchtlingszahl als auch Benennung der Fluchtmotive schwierig, da bei der Statistik[23] die Rückkehrer in die DDR nicht abgezogen wurden, was Schätzungen zufolge um 400.000 DDR-Bürger betrifft. Außerdem liege die Statistik der Zuwanderung nach den Einschätzungen Effners und Heidemeyers insgesamt zu hoch, da Menschen mehrfach gezählt wurden, die mehrere Male in die BRD kamen und zwischendurch immer wieder in die DDR zurückgingen, was oft familiäre Gründe hatte. Bezieht man sich nur auf die Statistik der Notaufnahmelager, ist die Zahl jedoch wieder zu niedrig angelegt, da diese Angaben auf der Zahl der Anträge basieren, aber häufig ein Antrag für mehrere Personen ausgefüllt wurde, wenn es sich zum Beispiel um Pärchen oder eine Familie handelte. Weiterhin waren die Flüchtlinge zwar rechtlich gezwungen, sich bei den Notaufnahmelagern zu melden, aber es gab zu wenige Kontrollen, um das wirklich durchzusetzen.[24] Außerdem gab es neben der Einwanderung über die Anträge in den Notaufnahmelagern auch einen zweiten Weg außerhalb der Behörden über die freie Zuwanderung. Diese Menschen wurden ebenfalls nicht in den Statistiken erfasst.[25] Aufgrund dessen kann also in die Flüchtlinge mit und ohne Genehmigung differenziert werden, ab 1961 kamen noch die so genannten Sperrbrecher und die häufig unbemerkten Ausschleusungen über andere Ostblockstaaten, in Kofferräumen oder dergleichen hinzu.[26]

Probleme gibt es außerdem, wenn man versucht, einzelne Motive zu bestimmten Gruppen zuzuordnen, da die Statistik als Grundlage schon unkorrekt ist und die verschieden Behörden, die Flüchtlinge unterschiedlich klassifizieren. So weist das Statistische Bundesamt darauf hin, dass in der Sekundärliteratur oftmals alle Jugendliche unter eine Statistik gefasst werden, was aber irreführend und verfälschend ist, wenn man daran die Motive festmachen will. Das Statistische Bundesamt differenziert die Gruppe der Jugendlichen noch einmal in drei verschiedene Gruppen: 14-17 Jahre, 18-20 Jahre und 21-24 Jahre; jüngere wurden hier sogar ganz ausgeschlossen, da sie nicht zur Gruppe der Jugendlichen, sondern der der Kinder gehören. Diese nochmalige Unterteilung ist insofern wichtig, als es bei Jugendlichen, die vom Alter her noch in die Schule gehen, andere Fluchtmotive als bei Auszubildenden, Studenten oder bereits Ausgelernten gibt, wie ich später noch herausstellen werde.[27]

Auch bei den Fluchtmotiven gibt es Schwierigkeiten, denn insgesamt liegen keinerlei genauen empirischen Ergebnisse dazu vor, stattdessen müssen die Motive größtenteils aus dem Zeitpunkt der Flucht, den Wanderungswellen und den parallel dazu verlaufenden politischen Entwicklungen erschlossen werden, wenngleich es zum Teil auch Befragungen gab, die jedoch eher von geringem Aussagewert sind, da es sich auf der einen Seite häufig um eine Gemengelage von Fluchtgründen handelte und es kaum eine Möglichkeit zur Befragung direkt nach der Flucht gab. Auf der anderen Seite benannten viele Menschen als Motiv politische Gründe, um wirklich als Sowjetzonenflüchtling nach dem Bundesvertriebenengesetz anerkannt zu werden, was die Statistiken wiederum verfälscht.[28]

Die Motive der Flüchtlinge sind vielfältig, aber bestimmte kehrten besonders häufig bei Befragungen wieder, wie politische und ökonomische Gründe. Die ständige Verfügbarkeit verschiedener Konsumgüter, insgesamt ein breiteres Warenangebot, höhere Löhne, mehr Urlaub etc. waren in wirtschaftlicher Hinsicht oft ausschlaggebende Gründe. Denn das von der DDR angestrebte Ziel harmonierte zwar mit der ökonomischen Strategie der UdSSR und anderer kommunistischer Länder, die ebenfalls mit einzelnen kapitalistischen Staaten konkurrierten und deren wirtschaftliche Position überholen wollten, aber der Widerspruch zwischen der Rohstoffarmut und dem Industriestandort DDR war zu groß, um ähnliche ökonomische Verhältnisse wie in der BRD zu schaffen.[29] Während den Besuchen bei Verwandten in der BRD lernten viele DDR-Bürger die westlichen Konsumgüter kennen und vor allem wenn es zu Versorgungsengpässen in der DDR kam, war die Unzufriedenheit groß, da man wusste, was es in der BRD alles gab und das zu jeder Zeit, zumal man teilweise sogar selbst für Produkte des täglichen Bedarfs lange und oft anstehen musste. Auf ein Auto musste jahrelang gewartet werden und auch auf Ersatzteile und technische Geräte musste sehr lange gewartet werden oder man brauchte gewisse Beziehungen. Der Lebensstandard in der DDR war zwar im Vergleich zu den anderen Ostblockstaaten am höchsten, aber das änderte nichts an der Unzufriedenheit der DDR-Bevölkerung; geschürt wurde das Ganze noch durch die bekannten West-Pakete, die Werbung im Westfernsehen oder bei Ausflügen nach West-Berlin.[30] Da die DDR nicht ohne die Importe aus Westdeutschland auskam, gab es eine große Panik, als das interzonale Handelsabkommen kurzfristig gekündigt wurde.[31] Zusätzlich reizte es viele Menschen sicherlich auch, den Rest der Welt kennenzulernen und Städte wie London, Paris oder Rom zu bereisen.[32]

Außerdem flohen zahlreiche Familien aufgrund der mangelhaften und ideologisierten Kindererziehung. Hintergrund dessen war der Ausschluss vieler Kinder intellektueller Eltern aus erzieherischen Einrichtungen zugunsten der Kinder von Arbeitern und Bauern in den zahlenmäßig geringen Kindertagesstätten. Von vielen Eltern wurden zudem die schlechte Qualität der Einrichtungen und der Mangel an qualifizierten Erziehern und Lehrern angeprangert.[33] Auch für die Jugendlichen selbst, war das oftmals ein Grund abzuwandern, da ihnen teilweise das Abitur oder der Studienplatz verwehrt wurde. Weil nur jeder Sechste der abgewanderten Jugendlichen ein arbeitsloser war, kann Arbeitslosigkeit für diese wie für alle anderen Gruppen kaum das zentrale Motiv gewesen sein.[34]

Auch das Motiv der Familienzusammenführung, wenn sie zum Teil in West- und zum anderen Teil in Ostdeutschland vertreten war, trat häufig auf.[35] So schrieb eine Frau zu ihrem Fluchtmotiv, dass sie „niemals auf den Gedanken gekommen wäre, für immer von hier fortzugehen, wenn sie die Möglichkeit gehabt hätte, jedes Jahr in ihrem Urlaub zu ihren Angehörigen nach Westdeutschland zu reisen“[36]. Gerade im Zuge des Zweiten Weltkrieges, der Flucht und Vertreibung war es dazu gekommen, dass viele Familien in verschiedene

[...]


[1] Vgl. http://www.sachsen-macht-schule.de/apps/lehrplandb/downloads/lehrplaene/lp_gy_geschichte_2007.pdf, S. 18ff., letzter Zugriff : 08.04.2009. An dieser Stelle möchte ich außerdem darauf hinweisen, dass sich im Zuge dieses Themas eine Exkursion in das in Dresden befindliche Militärhistorische Museum der Bundeswehr lohnt, ja geradezu anbietet; nähere Informationen dazu gibt es auf http://www.militaerhistorisches-museum.bundeswehr.de/portal/a/mhm.

[2] Hierzu möchte ich insbesondere auf den Vortrag vom 02. Juni 2008 und die dazugehörige Powerpointpräsentation verweisen, in denen diese Punkte von Annet Reiß, Jana Hanusch, Roy Ahnert und mir aufgegriffen wurden.

[3] Otto, Wilfriede: Spannungsfeld 13. August 1961. Berlin 2001 (=Hefte zur DDR-Geschichte; Bd. 71).

[4] Timmermann, Heiner (Hrsg.): 1961 - Mauerbau und Außenpolitik. „Die Ironie der Geschichte: Flucht: Motiv des Mauerbaus. Flucht: Motiv des Mauerfalls“. Münster 2002 (=Dokumente und Schriften der Europäischen Akademie Otzenhausen; Bd. 102).

[5] Effner, Bettina/ Heidemeyer, Helge (Hgg.): Flucht im geteilten Deutschland. Berlin 2005.

[6] Heidemeyer, Helge: Flucht und Zuwanderung aus der SBZ/DDR 1945/1949-1961. Die Flüchtlingspolitik der Bundesrepublik Deutschland bis zum Bau der Berliner Mauer. Bonn 1994 (=Beiträge zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien; Bd. 100).

Hertle, Hans-Hermann: Die Berliner Mauer. Monument des Kalten Krieges. Bonn 2007.

Ackermann, Volker: Der „echte“ Flüchtling. Deutsche Vertriebene und Flüchtlinge aus der DDR 1945-1961. Osnabrück 1995 (=SHM; Bd. 1).

[9] Hoffmann, Frank: Junge Zuwanderer in Westdeutschland. Struktur, Aufnahme und Integration junger Flüchtlinge aus der SBZ und der DDR in Westdeutschland (1945-1961). Frankfurt am Main 1999 (=Schriften zur Europa- und Deutschlandforschung; Bd. 7).

[10] Melis, Damian van/ Bispinck, Henrik (Hgg.): „Republikflucht“. Flucht und Abwanderung aus der SBZ/DDR 1945 bis 1961. München 2006 (=Schriftenreihe der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte; Sondernummer).

[11] Alisch, Steffen: „Die Insel sollte sich das Meer nicht zum Feind machen!“ Die Berlin-Politik der SED zwischen Bau und Fall der Mauer. München 2004 (=Studien zu Politik und Geschichte; Bd. 2).

[12] Mehls, Hartmut (Hrsg.): Im Schatten der Mauer. Dokumente. 12. August bis 29. September 1961. Berlin 1990.

[13] Vgl. Ackermann: Der „echte“ Flüchtling, S. 112.

[14] Vgl. Melis/ Bispinck (Hgg.): „Republikflucht“, S. 14.

[15] Vgl. ebd., S. 15f.

[16] Vgl. Heidemeyer: Flucht und Zuwanderung, S. 52.

[17] Vgl. Uhl, Matthias/ Wagner, Armin (Hgg.): Ulbricht, Chruschtschow und die Mauer. Eine Dokumentation. München 2003, S. 198.

[18] Dokument 17: 31. Juli 1961: Aus dem Interview des DDR-Staatsratsvorsitzenden Ulbricht mit M. Wilson vom „Evening Standard“. In: Rühle, Jürgen/ Holzweißig, Gunter: 13. August 1961. Die Mauer von Berlin. Köln3 1988 (=Deutschland Archiv; Zeitschrift für Fragen der DDR und der Deutschlandpolitik), S. 82.

[19] Vgl. Melis/ Bispinck (Hgg.): „Republikflucht“, S. 15.

[20] Vgl. Befehl Nr. 39/60. Hrsg. von Karl Maron, Minister des Innern, am 28.06.1960.

[21] Vgl. Befehl zur Veränderung des Verkehrsnetzes in Berlin. Geheime Verschlußsache. Hrsg. von Karl Maron, Minister des Innern, am 12. 08. 1961. In: Mehls (Hrsg.): Im Schatten der Mauer, S. 18.

[22] Ebd., S. 17.

[23] Verschiedene Statistiken und Übersichten sind zur besseren Veranschaulichung im Anhang zu finden, jedoch nicht alle von mir verwendeten.

[24] Vgl. Effner, Bettina/ Heidemeyer, Helge: Die Flucht in Zahlen. In: Dies. (Hgg.): Flucht im geteilten Deutschland. Berlin 2005, S. 27.

[25] Vgl. Ackermann: Der „echte“ Flüchtling, S. 100.

[26] Vgl. Hildebrandt, Alexandra: Die Mauer. Zahlen. Daten. Berlin2 2005, S. 55.

[27] Vgl. Hoffmann: Junge Zuwanderer, S. 115.

[28] Vgl. Heidemeyer: Flucht und Zuwanderung, S. 53.

[29] Vgl. Otto: Spannungsfeld 13. August 1961, S. 11f.

[30] Vgl. Bispinck, Henrik: Motive für Flucht und Ausreise aus der DDR. In: Effner, Bettina/ Heidemeyer, Helge (Hgg.): Flucht im geteilten Deutschland. Berlin 2005, S. 62.

[31] Vgl. Bailey, George: „Der Mauerbau: Hintergründe und Fakten“. In: Timmermann, Heiner (Hrsg.): 1961 - Mauerbau und Außenpolitik. „Die Ironie der Geschichte: Flucht: Motiv des Mauerbaus. Flucht: Motiv des Mauerfalls“. Münster 2002 (=Dokumente und Schriften der Europäischen Akademie Otzenhausen; Bd. 102),, S. 136.

[32] Vgl. Bispinck: Motive für Flucht und Ausreise, S. 62.

[33] Vgl. Bailey: „Der Mauerbau“, S. 135.

[34] Vgl. Hoffmann: Junge Zuwanderer, S. 214.

[35] Vgl. Bispinck: Motive für Flucht und Ausreise, S. 50.

[36] Ebd., S. 61.

Details

Seiten
38
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640657742
ISBN (Buch)
9783640658169
Dateigröße
1.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v153588
Institution / Hochschule
Technische Universität Dresden
Note
2,0
Schlagworte
DDR-Flüchtlinge DDR Mauerbau 13. August 1961 Thema Berliner Mauer

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Titel: Die Flüchtlingsproblematik als Beweggrund für den Mauerbau 1961