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Strategisches Technologiemanagement als Wettbewerbsvorteil

von Sarah Müller (Autor)

Seminararbeit 2009 29 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis

III. Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

2 Klärung grundlegender Begriffe

3 Aktuelle technologische Rahmenbedingungen

4 Strategische Komponenten des Technologiemanagements
4.1 Ziele
4.2 Phasen und Aufgaben
4.3 Instrumente
4.3.1 Überblick
4.3.2 Ausgewählte Instrumente

5 Ansatzpunkte zur Integration des strategischen Technologiemanagements in die strategische Unternehmensführung

6 Zusammenfassung und Fazit

IV. Literaturverzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Phasen der strategischen Unternehmensführung

Abbildung 2: Technologische Umweltindikatoren

Abbildung 3: Phasen des strategischen Technologiemanagements

Abbildung 4: Technologie- Portfolio nach Pfeiffer et al

III. Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Instrumente des strategischen Technologiemanagements

1 Einleitung

Verfolgt man aktiv die Nachrichten und die durch die Medien kommunizierten Werbebotschaften, hört man sowohl von zahlreichen neuen Produkten, Kooperationen oder feindlichen Übernahmen als auch von Patenten zum Aufbau von Markteintrittsbarrieren oder von Unternehmen mit Monopolstellung, um dem radikalen Wettbewerb Stand zu halten. Täglich werden wichtige Entscheidungen getroffen und man sucht mittels Forschung und Entwicklung nach innovativen Lösungen.

Technology is the major source of economic growth[1]

(Graham R. Mitchell, 1998)

Bereits 1998 hat Graham R. Mitchell erkannt, dass auch Technologien eine bedeutende Quelle wirtschaftlichen Wachstums sind und in Ihnen noch verborgene Potentiale „schlummern“. Verknüpft man diesen Gedanken mit vorausschauendem Denken und Planen, können Erfolgschancen wahrgenommen und die Konkurrenz überholt werden.

Vor diesem Hintergrund widmet sich diese Arbeit dem Thema „Strategisches Technologiemanagement“. Nach einer Darstellung der grundlegenden und dem Verständnis dienenden Begrifflichkeiten, werden im Kapitel 3 aktuelle technologische Rahmenbedingungen aufgezeigt. Diese sollen verdeutlichen, welchen Einflüssen Unternehmen unterliegen und welche technologischen Veränderungen die Unternehmensumwelt prägen. Anschließend werden schwerpunktmäßig die strategischen Komponenten des Technologiemanagements wie Ziele, Aufgaben, Phasen und Instrumente näher beleuchtet. Darauf aufbauend liefert Kapitel 5 Ansatzpunkte zur Integration des strategischen Technologiemanagements in die strategische Unternehmensführung. Ein abschließendes Fazit wird diese Ausführungen abrunden.

2 Klärung grundlegender Begriffe

Zunächst werden in diesem Kapitel die wichtigsten Begrifflichkeiten definiert und charakterisiert, um ein grundlegendes Verständnis der mit dem strategischen Technologiemanagement in Verbindung stehenden Terminologien zu entwickeln. Dazu zählen Technologie, Technologiemanagement, Strategisches Geschäftsfeld/Strategische Geschäftseinheit, Strategie, Technologiestrategie, Strategisches Management/Strategische Unternehmensführung und Strategisches Technologiemanagement.

Technologie

Technologien sind „Aussagen über Mittel-Zweck-Beziehungen“[2] und können dem Erreichen bestimmter Ziele dienen.

Nach bezieht sich Technologie „auf das gesamte zur Verfügung stehende und zu kreierende Know-how, das bei der Entwicklung von Produkten wie von Produktionsprozessen Anwendung findet“[3]. Diese Definition macht deutlich, dass sämtliches vorhandenes und zu entwickelndes Wissen[4] von einer Unternehmung genutzt wird, um bestimmte Leistungen, Güter oder Abläufe zu schaffen.

Bezüglich des Einsatzgebietes ist zwischen zwei Arten von Technologien zu differenzieren: den Produkt- und Prozesstechnologien. Erstgenannte lassen sich im Endprodukt wiederfinden, Prozesstechnologien hingegen sind kein Bestandteil der Leistung selbst - sie dienen jedoch der Leistungserstellung. Der Vollständigkeit halber soll erwähnt sein, dass weitere Unterscheidungen gemäß den Kriterien Interdependenzen, Lebenszyklusphase, branchenbezogene Anwendungsbreite, unternehmensinterne Anwendungsbreite/ Wettbewerbspotenzial, Grad des Produktbezugs und rechtliche Schützbarkeit möglich sind.[5]

Das Management von Technologien betrachtet nun die „integrierte Planung, Gestaltung, Optimierung, Einsatz und Bewertung von technischen Produkten und Prozessen aus der Perspektive von Mensch, Organisation und Umwelt“[6]. Jedoch sollte darüber hinaus ebenso „die Aufgabe, für künftige Leistungen die benötigte Technologie, zum rechten Zeitpunkt, zu angemessenen Kosten, verfügbar zu machen“[7] erfüllt werden. Als idealer Zeitpunkt gilt dabei der Moment, in welchem der Kunde bestimmte Produktmerkmale nachfragt. Diese können durch die Nutzung der Technologie realisiert werden. Im Vergleich zu den Wettbewerbern sollte dabei der Aufwand der Bereitstellung gleicher Produkteigenschaften nicht überstiegen werden, um zu verhältnismäßig geringen Kosten zu produzieren.[8]

Strategisches Geschäftsfeld (SGF)/Strategische Geschäftseinheiten (SGE)

Ein strategisches Geschäftsfeld stellt einen bestimmten Markt dar, auf welchem ein Unternehmen tätig ist. Eine solche Planungseinheit unterliegt somit spezifischen Rahmenbedingungen und bedarf einer eigenständigen, strategisch ausgerichteten Organisation. Diese repräsentiert das entsprechende Geschäftsfeld und ist auch unter den Bezeichnungen „strategische Geschäftseinheit“, „Division“ oder „Unternehmensbereich“ bekannt.[9] „Strategische Geschäftseinheiten bestehen aus einzelnen bzw. aus einer Kombination von Produkten, die gemeinsam eine Funktion erfüllen und am Markt mit entsprechenden Produkten oder Produktkombinationen von Wettbewerbern in Konkurrenz stehen“[10].

Bezüglich der Bezeichnung Strategie, aus dem Griechischen abgeleitet von „Stratos“ (das Heer) und „Agein“ (führen)[11], existieren verschiedenste Auffassungen. Eine allgemeingültige Definition ist nicht vorherrschend. Exemplarisch kann Strategie als „eine komplexe Reihe von Entscheidungen, die nach Personen, Gegenständen, Orten und Zeiten differenziert sind“[12], „zur Sicherung des langfristigen Erfolges eines Unternehmens“[13] konkretisiert werden.

- betrachtet Strategie als einen Plan oder ein Muster, welches für einen bestimmten Zeitraum existent ist. Zudem unterscheidet er zwischen beabsichtigten (d.h. bewusst verfolgten), realisierten (verwirklichten) und intuitiven (sich ergebenden) Strategien. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Strategie als eine Position zu verstehen, bei welcher bestimmten Märkten, bestimmte Produkte zugeordnet werden. Auch kann Strategie eine Perspektive darstellen und aufzeigen, auf welche Weise eine Unternehmung handelt.[14]

Bezieht man diese Strategien nun auf technologische Aspekte, kann man nach Gerpott folgendes Verständnis für eine Technologiestrategie aufzeigen: „Technologiestrategien sind [..] explizit unter Beachtung der technologischen Unternehmensumwelt formulierte, langfristig und proaktiv ausgerichtete und bewusst vereinfachend, auf wesentliche Eckpunkte konzentrierte Handlungskonzeptionen zu unternehmensinternen oder -externen Beschaffungs- sowie Einsatzintensitäten und -zeitpunkten von Technologiekompetenzen“[15]. Es wird deutlich, dass der Aufbau von spezifischen technologischen Kompetenzen als Basis zur Formulierung einer Handlungsweisung dient, welche aufzeigt, wie die Unternehmungen in Bezug auf alle technologischen Gegebenheiten innerhalb und außerhalb des Unternehmens zukünftig reagieren soll. „Technologiestrategien befassen sich [auch] mit der Wahl des Technologiefeldes, der Bestimmung des Zeitpunktes für den Technologiewechsel und der Wahl des Grades der Eigenständigkeit bei der Technologieentwicklung.“[16]

Strategisches Management/Strategische Unternehmensführung

Wird schließlich eine Strategie verwirklicht, kann dies einen tiefgreifenden Wandelprozess der Unternehmung und hohe Investitionen mit sich bringen. Darüber hinaus liegt die Bedeutung des strategischen Managements in der Erfordernis Erfolgspotentiale[17] aufzubauen und zu bewahren.[18] Dabei werden „in der Praxis Ideen und Konzepte aufgegriffen [..], die in der Gemeinschaft von Wissenschaftlern, Beratern und Experten entwickelt und kritisch diskutiert werden“[19]. Strategisches Management weist somit einen professionalisierten Charakter auf[20] und „umfasst den gesamten Prozess der Strategieentwicklung von der Klärung der grundlegenden Ziele und der Analyse der aktuellen Ausgangslage bis zur Erarbeitung eines Maßnahmenplans zu ihrer Realisierung“[21].

Betrachtet man nun den Begriff „Strategische Unternehmensführung“ etwas genauer, kann man feststellen, dass diese wie das Strategische Management, die Analyse, Entwicklung und Sicherung langfristiger Erfolgspotentiale zum Ziel hat.[22]

Wolfrum unterscheidet zwischen vier Phasen der Strategischen Unternehmensführung, welche in der folgenden Abbildung erläutert sind:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Phasen der strategischen Unternehmensführung[23]

Nachdem nun die verschiedenen Phasen der Strategischen Unternehmensführung näher aufgezeigt wurden, ist es wichtig zu erwähnen, dass diese Prozesse auf verschiedenen Unternehmensebenen - „Gesamtunternehmensebene [(= Top Management-Ebene)], SGF- Ebene [(für Wettbewerbsstrategien)] [und] Funktionsbereichsebene [(unterste Führungsebene)]“[24] - ablaufen.[25]

Zusammenfassend gilt jedoch: „Es werden [..] in der deutschsprachigen betriebswirtschaftlichen Literatur die Begriffe „Strategische Unternehmensführung“ bzw. „Strategisches Management“ weitgehend synonym verwendet.“[26] Aufgrund der hohen inhaltlichen Übereinstimmung der Termini wird auch in dieser Arbeit keine Differen­zierung vorgenommen.

Strategisches Technologiemanagement

„Technologiemanagement ist […] Teil des Innovationsmanagements. […] [Es] geht [jedoch] insofern über Innovationsmanagement hinaus, als es sich nicht nur mit technologischen Neuerungen befa[ss]t, sondern die Steuerung der Entwicklung, Erhaltung und Anwendung von Technologiekompetenz über den gesamten Lebenszyklus von Technologien umfa[ss]t, also neben neuartigen auch vorhandene Technologien zum Gegenstand hat“[27]. Hierbei wird der Gedanke des Abschnittes „Technologiestrategie“ in Bezug auf die als Basis benötigte Technologiekompetenz aufgegriffen und um die im vorherigen Satz genannten Managementaufgaben erweitert. Auch sind „[u]nter den strategischen Aspekten des Technologiemanagements […] vorwiegend jene Aufgaben der Unternehmensführung [zu verstehen], die zur Schaffung und Steuerung von technologischen und marktorientierten Erfolgspositionen eines Unternehmens dienen“.[28] Die Elemente und Ziele des strategischen Managements und des Technologiemanagements finden somit im strategischen Technologiemanagement Vereinigung.

[...]


[1] Boutellier, R.; Gassmann, O.; von Zedtwitz, M.(2008), S. 3.

[2] Schröder, H. H.(2008), S. 317.

[3] Zörgiebel, W. W.(1983), S.11.

[4] „Wissen bezeichnet die Gesamtheit der Kenntnisse und Fähigkeiten, die Individuen zur Lösung von Problemen einsetzen. Dies umfasst sowohl theoretische Erkenntnisse als auch praktische Alltagsregeln und Handlungsanweisungen.“ Probst, G.; Raub, S.; Romhardt, K.(2006), S. 22.

[5] Vgl. Gerpott, J. T.(2005), S. 26.

[6] Bullinger, H. J., in: Eversheim, W., Schuh, G.(1996), S. 4-26.

[7] Kroy, W., in: Zahn, E.(2005), S. 58.

[8] Vgl. ebenda.

[9] Vgl. Hungenberg, H.(2004), S. 416.

[10] Gelbmann, U.; Vorbach, S., in: Strebel, H.(2003), S. 167. Vgl. Simon, W.(2005), S. 234.

[12] Hinterhuber, H. H.(1990), S. 179.

[13] Bea, F. X.; Haas, J.(2005), S. 51.

[14] Vgl. Mintzberg, H.(1995), S. 29-35.

[15] Gerpott, J. T.(2005), S. 61.

[16] Bea, F. X.; Haas, J.(2005), S. 553.

[17] Ein Erfolgspotential ist als „das gesamte Gefüge aller jeweils produkt- und marktspezifischen erfolgsrelevanten Voraussetzungen“ zu verstehen. Gälweiler, A.(2005), S. 26.

[18] Vgl. Götze, U.; Mikus, B.(1999), S. 5.

[19] Palli, M. C.(2004), S. 15.

[20] Vgl. ebenda.

[21] Gmür, M., in: Nährlich, S.; Zimmer, A.(2000), S. 179.

[22] Vgl. Gälweiler, A.(2005), S. 40.

[23] Eigene Darstellung in Anlehnung an: Bea, F. X.; Haas, J.(2005), S. 198.; Deichmann, D.(2005), S. 87.; Götze, U.; Mikus, B.(1999), S. 13.; Hungenberg, H.(2004), S.364-368; Wolfrum, B.(1991), S. 24f.

[24] Gälweiler, A.(2005), S.40.; Wolfrum, B.(1991), S. 34-37.

[25] Als weiterführende Literatur empfiehlt sich Wolfrum, B.(1991), S. 34-37.

[26] Palli, M. C.(2004), S. 15.

[27] Zahn, E.(2005), S. 15.

[28] Bullinger, H. J.(1994), S. 85.

Details

Seiten
29
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640668069
ISBN (Buch)
9783640667932
Dateigröße
1.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v153549
Institution / Hochschule
Technische Universität Chemnitz
Note
1,6
Schlagworte
Technologie Technologiemanagement Strategie strategisch Management Erfolgspotential Technologieportfolio Pfeiffer Zahn technologisch Unternehmensführung

Autor

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    Sarah Müller (Autor)

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