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Alexander der Große und der Traum vom Frieden unter den Völkern

Essay 2009 4 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe

Alexander der Große und der Traum vom Frieden unter den Völkern

Eine gewagte These, die ich hier aufstelle, das ist mir durchaus bewusst.

Wie kann der zweitgrößte Hassadeur der Weltgeschichte, den Traum vom Frieden unter den Völkern verkörpern?

Auf den ersten Blick ein Widerspruch .Aber wenn man sich in der Weltgeschichte umsieht, kann man viele Beispiele erkennen, wo einem „ Friedensreich“ eine große Eroberung oder kriegerische Auseinandersetzung voraus geht.

Ich denke hier besonders an die Pax Augusta und die Pax Mongolica. Im ersteren Fall herrschte ein halbes Jahrhundert Bürgerkrieg im Römischen Reich, bis es zu einer Befriedung durch Augustus (und seinen fähigen Feldherren Agrippa) kam. In letzterem Fall eroberten die Horden Dshingis Khans und seiner Nachfolger ein Reich, wie es in seiner Größe nie mehr wieder eines gab – in diesem Reich der Kahne konnte man von einem Ende bis zum anderen reisen, ohne sein Leben zu riskieren – eine echte Pax Mongolica.

Natürlich war das Alexanderreich alles andere als eine gefestigte Einheit. Der Alexanderzug war nur eine Eroberung - wenn auch eine beispiellose, aber er war keine Konsolidierung des eroberten Gebietes.

Wenn man in die Zeit der griechischen Antike zurückschaut, so wurden von den Griechen alle anderen Völker als Barbaren angesehen – eine Sichtweise die auch die Römer und vor allem die Chinesen ebenfalls teilten.

Nach Meinung der Griechen waren die Makedonen Barbaren, und sie konnten es ihnen nicht verzeihen, dass sie von Alexanders Vater Phillip entschieden geschlagen wurden. Zudem hatten die Griechen ein sehr schlechtes Bild von einer Monarchie.

Es ist interessant, dass heute Alexander aber als der größte Grieche angesehen wird.

Alexander wiederum hatte schon durch seinen Lehrer Aristoteles eine sehr „ griechische“

Ausbildung genossen. Wie sich später zeigen sollte, legte er besonders großen Wert auf sein Verhältnis zu Athen. Es ist aber auch festzuhalten, dass er gegen abtrünnige Städte in Griechenland rigoros vorging. Als sich Theben am Anfang seiner Regierungszeit erhob, reagierte er mit einem sofortigen Feldzug.

Was aber hat nun Alexander zu seinem in der Geschichte einmaligen Kriegszug bewogen?

Als erstes war es ein Rachefeldzug, für die Perserkriege, welche Hellas über sich ergehen lassen musste. Auf der anderen Seite, war es der Versuch Alexanders die ganze Welt zu erobern. Nicht umsonst ließ er von Gelehrten ( vor allem Aristoteles ) Karten der Welt anfertigen. Auch nach seinem Feldzug ließ er Arabien umschiffen – wenn er nicht so früh verstorben wäre, hätte er dort sicher mit seinen Eroberungen weitergemacht. Wie würde die Geschichte der Welt wohl aussehen, wenn er Rom in die Knie gezwungen hätte?

Sehr interessant ist, welche Titel Alexander im Laufe seines kurzen Lebens alle anhäufte. Aus heutiger Sicht kann man schon multikulturellen Zügen sprechen.

Er war König von Makedonien, und Hegemon aller Hellenen – er hat auch die Selbstverwaltung der griechischen Polis bestehen gelassen (mit Ausnahme des oben erwähnten Theben).

Dann nannte er sich Sohn des Zeus – also eine klare Apotheose.

In Ägypten nahm er den Titel des Pharao an. Nach seinem Sieg über Dareios III. nannte er sich auch noch König von Asien. Ja es ging so weit, dass er selbst die Bräuche der jeweiligen eroberten Gebiete annahm, was später noch zu Auseinandersetzungen innerhalb der Makedonen führen sollte.

[...]

Details

Seiten
4
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640659081
Dateigröße
425 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v153489
Institution / Hochschule
Technische Universität Dresden
Note
1,3
Schlagworte
Vielvölkerreich

Autor

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Titel: Alexander der Große und der Traum vom Frieden unter den Völkern