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Afghanistan - Der Einsatz der Internationalen Gemeinschaft zwischen Tradition und Moderne

Studienarbeit 2010 57 Seiten

Politik - Internationale Politik - Thema: Frieden und Konflikte, Sicherheit

Leseprobe

Inhalt

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung und Fragestellung

2. Religion, Ethnizität und Stammeskultur als Herausforderung
2.1 Die Geschichte Afghanistans im Spiegel der Ethnien
2.2 Die Taliban
2.3 Die Stammesgesellschaft der Paschtunen
2.4 Statebuilding in Afghanistan - aber wie?

3. Die deutschen Provincial-Reconstruction-Teams in Afghanistan
3.1 Geschichte der PRTs in Afghanistan
3.2 Konzept und Aufgaben der deutschen PRTs
3.3 Der Beitrag der PRTs zur Sicherheit
3.4 Der Beitrag der PRTs zum Wiederaufbau
3.5 Fazit und Empfehlungen

4. Schlussbetrachtung und persönliches Resümee

5. Literatur:
5.1 Primärquellen:
5.2 Referenzen aus persönlichen Gesprächen
5.3 Sekundärquellen:

6. Anhang
6.1 Protokoll des Telefoninterviews mit Vertreter des BMZ
6.2 Protokoll des Telefoninterviews mit einem Vertreter des BMI
6.3 Protokoll des Interviews mit einem Vertreter des AA
6.4 Schriftlich beantwortete Fragen des Vertreters des BMVg

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Siedlungsgebiete von Ethnien in Afghanistan

Abb. 2: Regionale Machtverteilung in Afghanistan 1994

Abb. 3: Siedlungsgebiet der Paschtunen in Afghanistan und Pakistan

Abb. 4: Einteilung Afghanistans in Regional Commands, ihre Lead Nations sowie die Stationierung der PRTs

Abb. 5: Dislozierung der PRT's im deutschen Verantwortungsbereich Afghanistan

1. Einleitung und Fragestellung

„Keine Sicherheit ohne Wiederaufbau und Entwicklung. Kein Wiederaufbau und keine Entwicklung ohne Sicherheit“[1]

Dies ist die Kernaussage des Afghanistankonzepts der deutschen Bundesregierung. Die Umsetzung dieses Grundgedankens erfordert, über die etablierten Sicherheitsministerien hinausgehend, die Beteiligung weiterer Ressorts. Im Rahmen einer umfassenden Vernetzung ziviler und militärischer Maßnahmen soll auf Basis eines ganzheitlichen Verständnisses von Sicherheit dieselbe geschaffen werden, und dadurch die Lebensverhältnisse der afghanischen Bevölkerung verbessert werden.

Dieses im realpolitischen Bereich angewendete Konzept basiert auf der Einsicht, dass Konfliktlösung und Friedenskonsolidierung nur als Querschnittsaufgabe aller Ressorts erreicht werden können.

Das Spektrum der Herausforderungen, welche bei Konfliktlösungen und/oder der Konsolidierung von Frieden berücksichtigt werden müssen, ist nahezu unerschöpflich. Die religiöse Vielfalt, die Geschichte der Konfliktparteien, des Konfliktes sowie des Staates, die Heterogenität von Konflikten, wirtschaftliche und ökonomische Hintergründe, kulturelle Ausprägungen, Ethnien sowie die demografische Entwicklung sind nur einige wichtige Aspekte, auf welche es zu achten gilt.

Angesichts dieser recht unvollständigen Liste an zu berücksichtigenden Punkten, gibt es zur Friedenswissenschaft als transdisziplinäre Wissenschaft keine Alternative. Mit Beiträgen aus verschiedenen Wissenschaftsbereichen, wie beispielsweise den Natur-, den Geistes-, den Religions- und/oder den Geschichtswissenschaften, stellt die Friedenswissenschaft, ähnlich dem ressortübergreifenden Ansatz der Realpolitik, eine Bündelung von Kompetenzen verschiedener Expertisen dar, um gemeinsam Ziele zu erreichen.

Mit den Betrachtungen der Vergangenheit und der Gegenwart sowie der Einbindung von Aspekten der Ethnologie, der Religion, dem Völkerrecht sowie der Sozialwissenschaft wird das Konzept der transdisziplinären Friedenswissenschaft in der vorliegende Abschlussarbeit aufgegriffen. Sie entstand im Rahmen des friedenswissenschaftlichen Weiterbildungsstudiums des Instituts „Frieden und Demokratie“ der Fernuniversität in Hagen und widmet sich der Unterstützungsmission der Vereinten Nationen in Afghanistan.

In ihr wird untersucht, welchen Einfluss die traditionellen Strukturen Afghanistans auf die UN-Mission haben und wie wirksam moderne Instrumente der Friedenskonsolidierung sind.

Der erste Abschnitt befasst sich mit der Geschichtschreibung des Landes und geht folgender These nach:

Die Geschichte sowie die Erfahrungen der Ethnien in Afghanistan erschweren den Prozess des Statebuilding.

Dazu wird im Kapitel zwei die Genese des Staates Afghanistan hinsichtlich der Bedeutung der Ethnien sowie ethnischer Konflikte untersucht. Die betrachteten Zeiträume reichen von den Anfängen Afghanistans bis zum Bürgerkrieg der Mudschaheddin. Der, in Vergangenheit und Gegenwart, besonderen Rolle der Taliban wird im Abschnitt 2.2 Rechnung getragen, bevor eine für Afghanistan typische soziale Ordnung - der Stamm - skizziert wird. Im Anschluß werden die Ergebnisse des zweiten Kapitels zusammengefasst und abschließend Möglichkeiten aufgezeigt, welche den Staatsbildungsprozess optimieren könnten.

Der dritte Abschnitt dient der Darstellung und Bewertung eines Praxisbeispiels. Aus den friedenskonsolidierenden Instrumenten der internationalen Gemeinschaft wird das deutsche Konzept der Provincial Reconstruction Teams (PRT) herausgenommen. Diese zivil-militärischen Teams sollen an politisch und strategisch wichtigen Knotenpunkten des Landes stationiert werden und diese zu Stabilitätsinseln formen. Dadurch sollen Wiederaufbau-, Entwicklungs- und Friedensprozesse in die Weite Afghanistans getragen werden. Nach der Modellerläuterung wird der These[2]nachgegangen, dass die PRTs einen wesentlichen Beitrag für die Sicherheit sowie den Wiederaufbau in Afghanistan erbringen.

Hinsichtlich der Literatur stützt sich die Untersuchung auf verschiedene Arbeiten von Dr. Conrad Schetter sowie Sammelbändern und Monographien zu Afghanistan.[3] Ergänzt werden diese durch Beiträge politischer Stiftungen sowie der Fachzeitschrift Wissenschaft & Frieden. Darüber hinaus stammen Informationen zum deutschen Afghanistan-Einsatz aus persönlichen Erfahrungen[4]sowie aus Gesprächen mit Führungskräften des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg), des Bundesministeriums des Inneren (BMI), des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie des Auswärtigen Amtes (AA), welche als Vertreter ihres Ressorts in einem PRT tätig waren.[5]

2. Religion, Multiethnizität und Stammeskultur als Herausforderung

Ethnien stellen eine Gemeinschaft von Menschen dar, welche durch mehrere Gemeinsamkeiten wie beispielsweise Sprache, Kultur, Tradition und Gebräuchen einander verbunden sind. Sowohl in ihrer Selbstwahrnehmung als auch in in der Wahrnehmung durch andere, wird bewußt eine klare Abgrenzung zu anderen Ethnien vorgenommen.[6]Abhängig von der Schärfe und der Anzahl der zugrunde gelegten Kenngrößen werden in der Literatur bis zu 458 ethnische Gruppen in Afghanistan unterschieden.[7]Diese Arbeit orientiert sich an der Einteilung von Dr. Conrad Schetter. In seiner umfangreichen Dissertation Ethnizität und ethnische Konflikte in Afghanistan benennt er die 17 wichtigsten ethnischen Kategorien Afghanistans.[8] [9] Eine gleichberechtigte Betrachtung aller Ethnien ist im Rahmen dieser Arbeit jedoch nicht angestrebt. Aus diesem Grund konzentriert sich die Untersuchung auf die zahlenmäßig stärksten und am weitesten verbreiteten Ethnien innerhalb Afghanistans. Dies sind die Paschtunen, die Tadschiken, die Usbeken und die Hasara. (siehe Abb.1, S. ..)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 Siedlungsgebiete von Ethnien in Afghanistan[10]

2.1 Die Geschichte Afghanistans im Spiegel der Ethnien

Die afghanische Geschichtsschreibung datiert die Entstehung des afghanischen Nationalstaates mit der Gründung der Durrani Dynastie 1747. Diese Dynastie war jedoch faktisch, lediglich eine Vereinigung des Paschtunenstammes der Durrani[11], wodurch sich die Paschtunen bis heute als die wahren Afghanen sehen. Das 1747 entstandene Reich des gewählten Königs Ahmed Schah Abdali, wurde zu diesem Zeitpunkt allerdings weder Afghanistan genannt, noch waren Institutionen moderner Staatlichkeit vorhanden. Aus diesen Gründen wird allgemein die Regierungszeit Abdur Rahmans von 1880 bis 1901 als Entstehungszeitraum des heute existierenden Afghanistan betrachtet. In diesem Zeitraum wurde die herrschaftslose Pufferzone zwischen Persien, Russland und Britisch- Indien nach Festlegung politischer und territorialer Grenzen zum heutigen Staatsterritorium Afghanistan.

Unabhängig vom Zeitraum der Staatsgründung herrschte, abgesehen von einem einjährigem Intermezzo Habibullahs II, bis 1973 immer ein Vertreter eines Durrani-Clans, und damit ein Paschtune, über das afghanische Territorium. Dies, in Verbindung mit der afghanischen Geschichtsschreibung der Staatsgründung, ist der Grund für den bis heute vorhandenen Anspruch der Paschtunen auf die politische Führung des Landes.

In der Vielzahl der Grenzfestlegungen ist bei vielen Afghanen, die 1893 beschlossene Durand-Linie, bis heute ein wesentlicher Streitpunkt im Verständnis ihres Staatsterritoriums. Der Verlauf dieser Linie legte die südlichen und östlichen Grenzen Afghanistans fest, ohne dabei historisch gewachsene Stammes- und andere Herrschaftsstrukturen zu berücksichtigen. Sie durchzog und teilte Kafiristan sowie die Stammesgebiete der Paschtunen und Belutschen. Insbesondere die Ethnie der Paschtunen hat bis heute die Teilung ihrer Stammes- und Siedlungsgebiete in einen afghanischen und einen pakistanischen Teil und damit den Verlauf der afghanischen Grenze nicht anerkannt.

Der Versuch einer Lösung dieser Paschtunistanfrage, führte im Verlauf der Geschichte immer wieder zu nationalen und internationalen Problemen und ist bis heute ungeklärt.[12]

Abdur Rahman, auch der Eiserne Amir genannt, sicherte sich die Loyalität der Paschtunen, indem er oppositionelle Nicht-Paschtunen bekämpfte und den Paschtunen Land schenkte. Dieses hatte er in grausamen Feldzügen den[13]

Hasara sowie den Usbeken geraubt und damit gleichzeitig deren Autonomie im Norden Afghanistans beendet. Die Kriege gegen die Hasara erlangten dadurch traurige Bedeutung, dass sie in der wissenschaftlichen Literatur als erste ethnische Konflikte in Afghanistan bezeichnet werden.[14]Durch sein brutales Regime und die rücksichtslose Vorgehensweise gegenüber Nicht- Paschtunen, schuf Abdur Rahman einen gefestigten afghanischen Staat, in welchem alle Ethnien integriert waren. Gleichzeitig werden in der Protektion der Paschtunen und der Politik Rahmans, Gründe für die heutigen zwischenethnischen Spannungen und Auseinandersetzungen gesehen[15].

1901 gelangte Abdur Rahmans Sohn, Habibullah, an die Macht. Aufgrund der nachhaltig wirkenden Einschüchterungspolitik seines Vaters, behauptete er seinen Machtanspruch weitgehend ohne Waffengewalt und führte das Land in einem gemäßigteren Stil als Abdur Rahman. Beispielsweise betrieb er gegenüber den Hasara Wiedergutmachung, indem er die Konfiszierungen ihrer Besitztümer untersagte sowie Vertriebenen und Enteigneten Ausgleichsgrundstücke in Nordafghanistan anbot.[16]In die Regierungszeit Habibullahs fällt die Herausbildung der afghanischen Nationalbewegung der Jungafghanen. Ihr wichtigstes innenpolitisches Ziel war es, durch ein modernes Staatswesen die ethnische Fragmentierung der Gesellschaft zu überwinden und gleichzeitig die Anarchie der Stämme zu beenden.

Der Nachfolger Habibullahs, Amanullah (1919-1929), war entgegen der stark religiös geprägten Idee der Jungafghanen ein Verfechter der laizistischen Nationalstaatsidee Atatürks. Er rief 1923 die konstitutionelle Monarchie aus und legte in der Verfassung fest, dass nicht mehr das Abstammungsprinzip (ius sanguinis) sondern das territorialle Prinzip (ius soli) die einzige Grundlage für die afghanische Nationalität sei. Damit basierte das Nationalstaatskonzept Afghanistans erstmals nicht mehr auf einer tribalen, ethnischen oder religiösen Legitimation. Dies führte zu einer Aufwertung religiöser Minderheiten und, durch den Verlust von Privilegien, zu einer Abwertung der bisher protegierten Paschtunen. Die vielen Reformvorhaben und insbesondere die Frauenpolitik, stellte traditionelle Werte der Gesellschaftsordnung in Frage, was zu einem Volksaufstand und letzlich zum Sturz Amanullahs führte.

Mit der Machtübernahme durch Habibullah II lag die Macht in Kabul in den Händen eines Tadschiken und damit erstmals eines Nicht-Paschtunen. Die Unterstützung für Habibullah resultierte allerdings allein auf der Tatsache, dass Amanullah den Inbegriff eines fehlgeleiteten Herrschers darstellte. Weiterhin erhoffte sich die Bevölkerung, dass Habibullah die Reformen Amanullahs rückgängig machte, was er auch tat. Nachdem Amanullah 1929 in das Exil nach Rom geflohen war, brach die Unterstützung für Habibullah zusammen. Mit der Argumentation, dass ein Paschtune auf den Kabuler Thron gehöre, mobilisierte Nader Shah paschtunische Stämme auf beiden Seiten der Durand Linie und stürzte Habibullah.[17] Die Beteiligung von Paschtunen, welche in Britisch-Indien lebten, also gar keine Einwohner Afghanistans waren, unterstreicht die Bedeutungslosigkeit der Durand Linie für die paschtunischen Stämme. Gleichzeitig verdeutlichte die neunmonatige Regierungszeit Habibullahs den Paschtunen, dass ihre Vorherrschhaft nicht unumstritten wahr.[18]

Der Sturz Habibullahs und die Besetzung des afghanischen Königsthrons mit Nader Shah, basierte ausschließlich auf dem Willen und der Kampfeskraft der paschtunischen Stämme. Dies bestärkte sie in der Ansicht, dass ohne sie keine Herrschaft in Kabul möglich sei, weshalb sie Afghanistan als ihr Eigentum verstanden. Nader Shah berücksichtigte dies in seiner Politik. Die Bevorzugung der Paschtunen diente allerdings eher dazu, das Vertrauen und Wohlwollen der Stämme zu gewinnen als sie real an der Politik teilhaben zu lassen. So priveligierte er einerseits die paschtunischen Stämme, indem er sie von der allgemeinen Wehr-, Steuer- und Schulpflicht befreite[19], betraute aber andererseits keinen paschtunischen Stammesführer mit einem bedeutenden Regierungsposten.[20] Kleine Entscheidungen zu Gunsten der Paschtunen genügten jedoch, um die ethnischen Gräben zwischen Paschtunen und Nicht-Paschtunen zu vertiefen.[21] 1933 wurde Nader Shah durch einen Hasara ermordet. Als Reaktion darauf wurden alle Hasara aus staatlichen Einrichtungen entfernt, was zu einer weiteren Verschlechtertung des Verhältnisses zwischen dem afghanischen Staat und den Hasara führte.[22]

Die folgenden Jahre waren wenig von innerstaatlichen ethnischen Konflikten geprägt. Vielmehr sorgten die Unabhängigkeit Pakistans 1949 und das erneute Aufleben der Paschtunistanfrage für Unruhe. Die autonomen Stammesgebiete der Paschtunen (tribal areas) sprachen sich 1947 in einem Referendum für den Anschluss an Pakistan aus. Hauptsächlicher Grund hierfür war, dass die Gründung eines eigenen Staates Paschtunistan oder der Anschluss an Afghanistan nicht zur Wahl standen. Afghanistan, das eigentliche Land der Paschtunen, forderte unter anderem aufgrund der völkerrechtswidrigen Durand-Linie, daraufhin die nationale Selbstbestimmung der Paschtunen Pakistans. Dies beeinträchtigte das Verhältnis der beiden Staaten auf Dauer und führte sie mehrfach an den Rand eines Krieges.

Die Streitigkeiten um die paschtunischen Stammesgebiete sind sicherlich ein Grund für die spätere Unterstützung der Taliban durch den pakistanischen Geheimdienst. Durch die Etablierung einer pakistanfreundlichen Regierung in Kabul, hätte sich Pakistan auf seinen Konflikt mit Indien konzentrieren können.

Die von Zahir Shah 1964 erlassene konstitutionelle Verfassung rückte die ethnische Dimension erneut in den Blickpunkt der Bevölkerung. Bislang war das Ethnonym Afghane den Paschtunen vorbehalten. Nun bestanden die Vertreter nicht-paschtunischer Ethnien darauf in der Verfassung festzulegen, dass die Bezeichnung Afghane für alle Bewohner Afghanistans gelte. Auch wenn dies letztendlich festgeschrieben wurde, bevorteilte die Verfassung die Paschtunen weiter. Beispielsweise wurde die Vorangstellung der Paschtunen in der afghanischen Nationalideologie gegenüber allen anderen Ethnien sowie die Dominanz der hanafitisch-sunnitischen Rechtsschule bestätigt. Des Weiteren wurden die bisherigen 14 in 28 neue Provinzen aufgeteilt. Dies diente der Schwächung ethnischer und regionaler Identitäten und sicherte dadurch die Macht der Paschtunen.[23]In den 1960ern wurde die ethnische Frage aufgrund der Dominanz des Modernisierungsgedankens in den Hintergrund gedrängt.

Während sich Zahir Schah auf einer Auslandsreise befand, wurde er 1973 von Mohammad Daud gestürzt. Dieser stärkte die Stellung der Paschtunen und diskriminierte die ethnischen Minderheiten zusehends. So verbot er das mehrsprachige Radioprogramm und ordnete an, dass mindestens 50% der in den Ministerien und staatlichen Institutionen Angestellten Paschtu sprechen müssen. Darüber hinaus waren ethnonationale Äußerungen von Nicht- Paschtunen verboten.[24] Die Politik Dauds führte allerdings nicht zu einer Anerkennung seiner Herrschaft, so daß die April-Revolution 1979 das Ende bedeutete.[25]

Mit der Besetzung Afghanistans durch die Sowjetunion, entstand für alle ethnischen Gruppen ein kollektives Feindbild und das gemeinsame Ziel diese Fremdherrschaft zu beenden. Dies führte jedoch nicht zu einer Vereinigung der Ethnien, um die Kräfte zu bündeln. So blieb der Widerstandskampf überwiegend tribal organisiert und deshalb entlang ethnischer Linien fragmentiert. Auch der formale Zusammenschluss der wichtigsten Mujaheddingruppen zur Allianz der Sieben, führte nicht zu einem koordinierten Widerstand. Letzlich vertrat jede Gruppe ihre eigenen Interessen. So lag der Abzug der sowjetischen Truppen 1989, auch am Machtwechsel in Moskau und der damit einsetzenden veränderten Denkweise und nicht nur am militärischen Widerstand der Afghanen.[26]Nach dem Abzug der Sowjetunion bis zur Eroberung Kabuls durch die Taliban, kämpften die ethnischen Gruppen in wechselnden Bündnissen und Feindschaften um die Vorherrschaft in Kabul.[27] Das kommunistische Regime unter der Führung des paschtunischen Nadschibullah konnte sich nur aufgrund sowjetischer Unterstützung bis 1992 an der Macht halten.[28] Die Besetzung Kabuls erfolgte durch die tadschikischen Streitkräfte Massuds sowie den usbekischen Mudschaheddin General Dostums. Dies bedeutete einen psychologisch schweren Schlag für die Paschtunen, hatten sie doch die Kontrolle über die Hauptstadt verloren.[29]

Trotz internationaler Bemühungen und den Abkommen von Peschawar 1992 und Islamabad 1993, konnten sich die Widerstandsparteien nicht auf eine Regierungsbildung einigen.[30] Gründe dafür waren zum einen der Ausschluss wichtiger politischer Akteure, wie dem Usbeken Dostum sowie schiitischer Vertreter. Zum anderen lehnte der sunnitische Paschtune Hekmatyar die Übereinkommen ab, da dies der Annerkennung einer nicht- paschtunischen Dominanz in Kabul gleichgekommen wäre.

Diese Uneinigkeit wurde durch die Einflußnahme externer Akteure noch forciert. Während Pakistan die paschtunischen Gruppen stärkte, förderte der Dauerkontrahent Indien die Ethnie der Tadschiken. Beide Ethnien waren durch Hekmatyars Islamische Partei Afghanistans sowie die Partei Islamische Gesellschaft des Tadschiken Rabbani politisch vertreten und lieferten sich bewaffnete Kämpfe um die politische Vormachtstellung. Saudi-Arabien unterstützte, wie Pakistan, verstärkt die sunittischen Glaubensbrüder. Dies veranlasste den Iran seinerseits dazu den schiitischen Hasara sowie den uzbekisch-tadschikischen Kräften den Rücken zu stärken. Gleiches taten Turkmenistan, Uzbekistan, Tadschikistan und Russland. Dadurch sollte ein Übergreifen des islamischen Fundamentalismus verhindert und die Stabilität im eigenen Land gewährleistet werden.[31]

Dadurch zerfiel sowohl die Hauptstadt als auch der Rest des Landes in Einflussbereiche verschiedener bewaffneter Konfliktparteien (siehe Abb. 2, Seite 16). Sowohl die ethnischen Rivalitäten als auch die unter dem Kriegszustand leidende Bevölkerung bereitete den Weg für das Vordringen der Taliban. Mit ihnen verbanden viele Afghanen die Hoffnung auf einen dauerhaften Frieden.[32]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2 Regionale Machtverteilung in Afghanistan 1994

2.2 Die Taliban

Das Versagen der alten Mudschaheddinführer brachte viele Afghanen dazu, sich den 1994 aus den paschtunischen Stammesgebieten kommenden Taliban anzuschließen.[33] Der Name dieser Bewegung rührt daher, dass viele Anhänger Schüler in den islamischen Schulen Pakistans, den Madrassas, waren. Ein Talib ist demzufolge ein nach Wissen Strebender woraus sich der Plural - Taliban - bildet.[34] Ihr Ziel war der Kampf gegen fehlgeleitete Muslime sowie die Errichtung eines Gottesstaates..

Aktuell stellt der religiös-ideologisch geprägte Begriff der Taliban, jedoch eher einen diffusen Lebensstil dar, welcher gegen externe Einmischung jeder Art ausgerichtet ist.[35]

Finanziert vom pakistanischen Geheimdienst, begann der Siegeszug der, überwiegend aus Paschtunen bestehenden, Taliban im Südosten Afghanistans, in Kandahar. Auf ihrem Weg Richtung Kabul flohen, ergaben oder sympathisierten die meisten Kriegsherrn, so dass die Taliban drei Monate nach ihrem Auftreten über 12 der 31 Provinzen Afghanistans herrschten.

Bis zu ihrem Vordringen nach Kabul, stießen die Taliban auf keinen ernsthaften Widerstand. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich in Kabul noch die sich feindlich gegenüberstehenden Streitkräfte der Hasaras sowie des Tadschiken Massud. Massud wollte keinen Zwei-Fronten-Krieg riskieren und vertrieb in einem Blitzkrieg die Hasaras aus der Haupstadt. Diese schlossen daraufhin einen Pakt mit den Taliban. Der ominöse Tod des Hasaraführers Mazari, welcher sich in der Obhut der Taliban befand, führte dazu, dass sowohl die afghanischen Schiiten als auch der verbündete Iran die Taliban für alle Zeit verdammten.[36]

Nach knapp einem Jahr Belagerung nahmen die Taliban am 26. September 1996 Kabul ein. Die zur Regierung eingerichtete Schura bestand ausschließlich aus Paschtunen. Innerhalb von 24 Stunden verhängten sie das strengste islamische System der Welt über die Hauptstadt. Das ihre Ideologie aber weit über die Grenzen der islamisch-gesetzlichen Vorgaben des Korans und der Scharia hinausgingen, zeigten die Folterung, Tötung und zur Schaustellung des Leichnams Nadschibullahs. Diese Vorgehensweise wurde weltweit und insbesondere in der muslimischen Welt verurteilt.[37]

Massud zog sich mit seinen Streitkräften in das Pandschirtal zurück. Die ehemals verfeindeten Streitkräfte der Tadschiken, Hazara und Usbeken erkannten getreu dem Motto -„Der Feind meines Feindes ist mein Freund“ - die wahre Bedrohung für alle Nicht-Paschtunen und schlossen am 10.

Oktober 1996 eine Allianz gegen die Taliban.

Hatten sich die Taliban bis jetzt vorwiegend auf paschtunisch besiedeltem Gebiet bewegt, setzte das Vordringen nach Norden, in nicht-paschtunische Siedlungsräume, eine Spirale ethnischer Gewalt in Gang.[38]

Die Vertreibung der tadschikischen Zivilbevölkerung aus dem Shomali-Tal trug, aufgrund der Systematik und der klaren ethnischen Ausrichtung, erste Züge ethnischer Säuberungen. Auf der anderen Seite kam es nach der Eroberung von Mazar-e Sharif zu einem Aufstand der dort ansässigen Hasara. Infolgedessen wurden ca. 1500 Talibankämpfer getötet und weitere 3000 gefangen genommen. Ausdruck des Hasses gegenüber den Taliban ist die spätere Hinrichtung dieser 3000 Gefangenen.[39] Die Vorgänge in Mazar- e Sharif nahmen die Taliban zum Anlaß gegen Nicht-Paschtunen vorzugehen. Es folgten gezielte Massakar gegen Hasara und Usbeken. Die ethnische Kriegsführung erreichte eine neue Dimension als die Taliban UN­Nahrungsmitteltransporte nach Zentralafghanistan blockierten, um gezielt die Hasara auszuhungern. Die gezielte Ermordung von Hasara, nach der erneuten Einahme von Mazar-e Sharif, hält erschreckenderweise sogar Vergleichen mit den Verbrechen in Srebrenica und Ruanda stand.[40]Neben weiteren Massakern, Deportierungen und gezielten Zerstörungen von Siedlungsgebieten nicht-paschtunischer Ethnien, erließen die Taliban Gesetze auch gegen Nicht-Muslime. Um sie besser zu erkennen, wurde Nicht-Muslimen befohlen, gelbe Kleider zu tragen und ihre Häuser durch gelbe Fahnen zu kennzeichnen. Weiterhin wurde der Bau von Gebetsstätten untersagt und die Frauen gezwungen Vollverschleierung zu tragen.[41]Dieses Vorgehen erinnert willkürlich an den Umgang der Nationalsozialisten mit der jüdischen Bevölkerung und stellt eine außergewöhnliche ethnische Diskriminierung dar.

2.3 Die Stammesgesellschaft der Paschtunen

Neben den ethnischen Gruppen ist es im Zusammenhang mit Afghanistan unerlässlich, die Stammesgesellschaft als ein weiteres soziales Bezugssystem zu erläutern. Da die Paschtunen eine besondere Bedeutung in und für Afghanistan besitzen und sie gleichzeitig die größte Stammesgesellschaft der Welt darstellen, konzentriere ich mich auf ihre Strukturen.

Die meisten ethnischen Gruppen definieren sich über ihre Stammesstrukturen. Stämme sind Gemeinschaften, in denen die Angehörigen durch verwandschaftliche Beziehungen verbunden sind und sich somit alle auf einen gemeinsamen Ahnen berufen können. Ein solcher Stamm gliedert sich in verschiedene Unterstämme, welche sich wiederum in Substämme und Clans unterteilen.

Der Sitten- und Ehrenkodex der Paschtunen, auch als Stammesrecht bezeichnet, ist das Paschtunwali.[42] Es ist ein „... allumfassender Regulator für Bestand und Erhaltung der Gesellschaft [...] und beeinflußt den Einzelnen bis hin zu seinen persönlichen Gewohnheiten und Eigenarten.“[43]. Dadurch ist es „.ein Mittel der ethnischen Identifikation und der Abgrenzung gegenüber anderen etnischen Gruppen.“[44]Um Paschtune zu sein, genügt es demzufolge nicht als Paschtune geboren zu werden. Vielmehr muss das Paschtunwali gelebt werden, was alle Stammesangehörigen an den Ehrenkodex bindet.[45]Das Mißtrauen gegenüber anderen Ethien sowie die Ablehnung des Staates als Ordnungsmacht ist ebenfalls im Stammesrecht begründet. Der Grundgedanke auf dem paschtunische Wert- und Rechtsvorstellungen aufbauen, ist, dass die Existenz des Einzelnen, des Familienverbandes, des Clans sowie des gesamten paschtunischen Volkes ständig bedroht ist und gegen äußere Feinde verteidigt werden muss.[46]Dies erklärt auch die aktuelle Unterstützung der Taliban in den Tribal Areas.

[...]


[1] Bundesregierung: Das Afghanistan-Konzept der Bundesregierung. September 2008, Berlin, S.15.

[2] Vgl. Schmunck, Michael: Neu im Werkzeugkasten der Nation-Builder: Berlins zivil­militärische Wiederaufbauteams am Hindukusch. Entstehung, Konzept und Erfolgs­chancen deutscher Provincial Reconstruction Teams., in: Gomm-Ernsting, Claudia/ Günther, Annett (Hrsg.): Unterwegs in die Zukunft - Afghanistan -drei Jahre nach dem Aufbruch vom Petersberg, Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2005, S. 329-361.

[3] Dr. Conrad Schetter ist Anghöriger des Zentrums für Entwicklungsforschung und gilt als Experte für Afghanistan.

[4] Der Autor nahm als Oberleutnant am Auslandseinsatz der Bundeswehr im Rahmen der ISAF in Afghanistan teil.

[5] Die Vertreter des BMZ, des BMI und des BMVg sind mittlerweile außer Dienst. Die Aussagen stellen somit persönliche Erfahrungen dar und geben nicht die offizielle Stellung der Ministerien wieder.

[6]Vgl. Schneckener, Ulrich: Ethnie/Ethnische Konflikte, in: Nohlen, Dieter/ Schultze, Rainer-Olaf: Lexikon der Politikwissenschaft, 3., aktualisierte und erweiterte Auflage, Verlag C.H. Beck, München 2005, S. 216.

[7]Vgl. Janata, Alfred: Aimaq und Tagik in West-Afghanistan; in: Orywal, Erwin (Hrsg.) Die ethnischen Gruppen Afghanistans, Wiesbaden (Beiheft zum Tübinger Atlas des vorderen Orients, Reihe B 70), 1986, S. 87-100.

[8] Schetter, Conrad: Ethnizität und ethnische Konflikte in Afghanistan, Dietrich Reimer Verlag GmbH, Berlin, Diss., 2003.

[9]Vgl. Ebd., S. 132f.

[10]Vgl. Schetter, 2009c, S.125.

[11] Vgl. Rashid, Ahmed: Taliban. Afghanistans Gotteskrieger und der Dschihad, Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf., München 2002, S. 46.

[12] Vgl. Schetter, Conrad: Die Anfänge Afghanistans, in: Chiari, Bernhard: Wegweiser zur Geschichte, 3. Durchgesehene und erw. Auflage, Ferdinand Schöningh, Paderborn 2009, S. 19-26, (zit. 2009a)

[13]Vgl. Schetter, Conrad: Kleine Geschichte Afghanistan, 2. Aktualisierte Auflage, C.H.

[14]Vgl. Schetter, 2003, S.223.

[15]Vgl. Rashid, 2002, S. 48f.

[16] Vgl. Fröhlich, Dieter: Nationalismus und Nationalstaat in Entwicklungsländern. Probleme der Integration ethnischer Gruppen in Afghanistan, Univ. Köln, Diss., 1969, S.192.

[17]Vgl. Schetter, 2003, S.239ff.

[18]Vgl. Schetter: 2007, S.76f.

[19]Vgl. Fröhlich, S.176.

[20]Vgl. Schetter, 2003, S.254ff.

[21] Khan,Khushi M.: Der Paschtunistan-Konflikt zwischen Afghanistan und Pakistan, in: Khan, Khushi M./Matthies Volker (Hrsg.): Regionalkonflikte in der Dritten Welt. Ursachen, Verlauf/Internationalisierung, Lösungsansätze, Weltforum Verlag, Köln, 1981, S.283 - 384.

[22]Vgl. Schetter, 2003, S.266.

[23]Vgl. Ebd. S.270f.

[24]Vgl. Ebd. S.275.

[25] Burggraf, Jürgen: Afghanistan. Die Entwicklung seit dem Najibullah-Regime, in: Wissenschaft und Frieden: Kinder und Krieg, 2/1998, http://www.wissenschaft-und- frieden.de/seite.php?artikelID=1293 (abgerufen 03.01.2010, 11:55 Uhr) S.

[26] Kläy, Dieter: Der sowjetische Krieg in Afghanistan und die Folgen bis heute; in: Nick­Miller, Claudine (Hrsg.): Strategisches versus humanitäres Denken: das Beispiel Afghanistan, vdf Hochschulverlag AG an der ETH Zürich, 2009, S.103-136.

[27] Vgl. Merey, Can: Die afghanische Misere. Warum der Westen am Hindukusch zu scheitern droht, WILEY-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim, 2008, S.27.

[28]Vgl. Rashid, 2002, S.61.

[29]Vgl. Burggraf, 1998, S.3.

[30] Vgl. Mielke, Katja: Der afghanische Bürgerkrieg, in: Chiari, Bernhard: Wegweiser zur Geschichte, 3. Durchgesehene und erw. Auflage, Ferdinand Schöningh, Paderborn 2009, S.75-81.

[31]Vgl. Burggraf, 1998, S.2.

[32]Vgl. Mielke, 2009, S.72.

[33]Vgl. Rashid, 2002, S.63.

[34] Vgl. Schetter, Conrad: Talibanistan oder das Ende staatlicher Ordnung, in: Wissenschaft & Frieden: Religion als Konfliktfaktor, 3/2008, http://www.wissenschaft-und-frieden.de/ seite.php?artikelID=1483 (abgerufen am 03.01.2010, 12:38 Uhr), S.

[35]Vgl. Rashid, 2002, S.73f.

[36]Vgl. Ebd., S.81.

[37]Vgl. Ebd., S. 101f.

[38]Vgl. Schetter, 2003, S.530.

[39]Vgl. Ebd., S.534.

[40]Vgl. Ebd., S.537.

[41]Vgl. Ebd., S.539f.

[42] Vgl. Schetter, Conrad: Stammesstrukturen und ethnische Gruppen, in: Chiari, Bernhard: Wegweiser zur Geschichte, 3. Durchgesehene und erw. Auflage, Ferdinand Schöningh, Paderborn 2009, S. 123-131, (zit. 2009c).

[43] Janata, Alfred/Hassas Reihanodin: Ghairatman - Der gute Pashtune. Exkurs über die Grundlagen des Pashtunwali; in: Afghanistan Journal, Jg.2, 3/1975, S.83-97.

[44] Steul, Willi: Paschtunwali. Ein Ehrenkodex und seine rechtliche Relevanz, Franz Steiner Verlag GmbH, Wiesbaden, Univ. Heidelberg, Diss, 1981, S.134.

[45]Vgl. Ebd., S.134.

[46]Vgl. Ebd., S.139.

Details

Seiten
57
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640656899
ISBN (Buch)
9783640656974
Dateigröße
947 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v153433
Institution / Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
2,3
Schlagworte
Afghanistan Einsatz Internationalen Gemeinschaft Tradition Moderne

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Titel: Afghanistan - Der Einsatz der Internationalen Gemeinschaft zwischen Tradition und Moderne