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Die soziale Einbettung der Nürnberger Maler Albrecht Dürer, Hans Sebald Beham und Barthel Beham

Hausarbeit (Hauptseminar) 2009 33 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1) Vorbemerkungen zum Thema „Die soziale Einbettung der Nürnberger Maler Albrecht Dürer, Hans Sebald Beham und Barthel Beham“
1.2) Ein Überblick über die Geschichte der Stadt Nürnberg

2. Hauptteil
2.1) Die Wirtschafts- und sozialgeschichtliche Situation der Stadt
2.2) Das Leben und Wirken der Künstler Albrecht Dürer, Hans Sebald Beham und Barthel Beham
2.3) Die wirtschaftliche Lage und soziale Stellung der Maler

3.) Schlussteil
3.1) Zusammenfassung und Beurteilung der sozialen Einbettung

4.) Quellen- und Literaturverzeichnis
4.1) Quellen
4.2) Forschungsliteratur

1.) Einleitung

1.1) Vorbemerkungen zum Thema „Die soziale Einbettung der Nürnberger Maler Albrecht Dürer, Hans Sebald Beham und Barthel Beham“

Im Kontext „Der gottlosen Maler von Nürnberg 1525“ möchte ich mich in meiner Hausarbeit mit dem Thema „Die soziale Einbettung der Nürnberger Maler Albrecht Dürer, Hans Sebald Beham und Barthel Beham“ auseinandersetzen. Denn sowohl die wirtschaftliche Lage Nürnbergs im 15. Jahrhundert als auch die soziale Verortung der Maler ist, auch im Hinblick auf das Seminar, indem vorrangig die Werke der „gottlosen Maler“ thematisiert wurden, für mich von besonderem Interesse. In diesem Zusammenhang möchte ich daher die Frage nach der sozialen Einbettung des bekannten Nürnberger Malers Albrecht Dürer und zwei seiner Schüler mithilfe verschiedener Quellen versuchen zu beantworten. Wie bereits erwähnt, komme ich dabei jedoch nicht umhin, auch die wirtschaftliche Lage Nürnbergs in der Frühen Neuzeit darzulegen.

In meiner Hausarbeit werde ich daher wie folgt vorgehen: Nach ein paar einleitenden Worten zur Geschichte Nürnbergs möchte ich die wirtschafts- und sozialgeschichtliche Situation der Reichsstadt im 15. und 16. Jahrhundert, also während die besagten Maler lebten und zentral in Nürnberg wirkten, darlegen. Im Anschluss daran sollen schließlich die Biografien der Maler kurz umrissen werden, um danach zentral deren soziale Verortung vorzunehmen. Abschließend werden dann noch einmal die wesentlichen Aspekte kurz zusammengefasst und beurteilt.

Während ich bei der Thematik der „Gottlosen Maler von Nürnberg 1525“ zentral eine wirtschafts- und sozialgeschichtliche Untersuchung vornehmen möchte, könnte man ebenso die schon mehrfach von Historikern behandelte gerichtliche Auseinandersetzung der Maler Georg Pencz, Hans Sebald Beham und Barthel Beham in den Mittelpunkt der Betrachtungen rücken, die ich jedoch nur am Rande thematisieren werde. Auch der Zusammenhang der wirtschaftlichen Entwicklung Nürnbergs mit der vorhandenen Zunftfreiheit und der zentralen Rolle des Patriziats wäre ein weiterer genauer zu untersuchender Aspekt, den ich in meiner Arbeit allerdings lediglich grob umreißen werde.

Was die Quellen- und Literaturlage zu dieser Thematik anbetrifft, ist zwar hervorzuheben, dass sowohl die Nürnberger Ratsverlässe hilfreiche Quellen sind als auch Literatur über den berühmten Maler Albrecht Dürer im Gegensatz zu den Brüdern Beham zahlreich vorhanden ist, die daraus verwertbaren Informationen jedoch eher spärlich sind. Dies ist vor allem dem Hintergrund geschuldet, dass die verfügbare Sekundärliteratur maßgeblich aus der Deutschen Demokratischen Republik stammt und dementsprechend mit sozialistischer Ideologie gefärbt ist, sodass jede Bauerndarstellung von den Verfassern auf den realen sozialen Standpunkt der Künstler zurückgeführt wird und zum Exempel des sozialistischen Klassenkampfes gemacht wird. Neben aktuellerer Literatur ist daher auch ein Abgleich mit den Aufzeichnungen des Nürnberger Rates in den Ratsverlässen notwendig. Ein eigenständiges sozialgeschichtliches Werk über einen der Maler gibt es hingegen bisher nicht.

Für einen ersten Überblick zur Geschichte Nürnbergs waren mir die Monographien „Geschichte Nürnbergs“[1] und „Geschichte der Reichsstadt Nürnberg. Von dem ersten urkundlichen Nachweis ihres Bestehens bis zu ihrem Uebergang an das Königreich Bayern (1806)“[2] äußerst hilfreich. Zur genaueren Auseinandersetzung mit der Nürnberger Wirtschaftsgeschichte dienten mir hingegen die Aufsätze in „Nürnberg und Bern. Zwei Reichsstädte und ihre Landgebiete“[3] sowie die Aufsätze in dem Sammelband „Beiträge zur Wirtschaftsgeschichte Nürnbergs“[4]. Sehr detailliert thematisiert zudem Hildegard Weiss die Wirtschafts- und Sozialgeschichte Nürnbergs in ihrer Monographie „Lebenshaltung und Vermögensbildung des ‚mittleren‘ Bürgertums. Studien zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Reichsstadt Nürnberg zwischen 1400-1600“[5]. Bei der sozialgeschichtlichen Betrachtung der Maler beziehe ich mich maßgeblich auf die recht zahlreichen Ausführungen in den „Nürnberger Ratsverlässen über Kunst und Künstler im Zeitalter der Spätgotik und Renaissance“[6], die nicht nur Aufträge und Ausgaben Albrecht Dürers, sondern auch die der so genannten „gottlosen Maler“ aufführen. Da es über das Leben der Brüder Beham nur wenig Literatur gibt, musste ich auf die Darstellungen Carl Koetschaus in seinem Buch „Barthel Beham und der Meister von Messkirch“[7] und Gustav Paulis Darstellungen über die Brüder Hans Sebald Beham[8] und Barthel Beham[9] zurückgreifen. Aufgrund seines Bekanntheitsgrads gibt es über Albrecht Dürer zahlreiche gute Biografien, wie beispielsweise Fedja Anzelewskys „Dürer. Werk und Wirkung“[10] oder Norbert Wolfs „Albrecht Dürer. 1471-1528. Das Genie der deutschen Renaissance“[11]. Neben biografischen Informationen liefert Franz Winzinger in seiner Monographie über „Dürer“[12] besonders detaillierte Angaben zu dessen Einnahmen und Ausgaben, die für seine soziale Verortung von zentraler Bedeutung sind. Die meisten Informationen über die Brüder Beham beziehe ich hingegen aus dem äußerst umfangreichen Werk „Die ‚Drei gottlosen Maler‘ von Nürnberg. Sebald Beham, Barthel Beham und Georg Pencz. Historische Grundlagen und ikonologische Probleme ihrer Graphik zu Reformations- und Bauernkriegszeit“[13] das teilweise zwar äußerst von sozialistischer Ideologie durchdrungen, jedoch das einzige seiner Art ist, das neben dem künstlerischen Schaffen auch ihre soziale Stellung thematisiert.

1.2) Ein Überblick über die Geschichte der Stadt Nürnberg

Nachdem ich zunächst meine Fragestellung sowie die Quellen- und Literaturlage umrissen habe, wird es im Folgenden einen kurzen Abriss der Nürnberger Geschichte geben, der zwar bei den Ursprüngen der Stadt beginnen, aber bereits im 16. Jahrhundert, dem Jahrhundert der von mir thematisierten Maler, enden soll. Da im Anschluss speziell auf die Wirtschafts- und Sozialgeschichte eingegangen wird, bleibt dieser Aspekt zunächst eher unberücksichtigt.

Der Ursprung Nürnbergs liegt mit der Siedlung einer kleineren Gruppe von Menschen auf dem Norenberc, dem heutigen Burgberg, im 10. Jahrhundert, wenngleich es auch schon während der römischen Antike vereinzelte Siedlungen in dieser Region gegeben haben soll. Als Erbauer der Wehranlage zieht man die Grafen von Schweinfurt, die in den umliegenden Gegenden über zahlreiche Besitzungen verfügten, in Betracht, doch belegt ist dies bis heute nicht. Das erste schriftliche Zeugnis stammt anlässlich eines Hoftages aus dem Jahr 1050 von Heinrich III., der eine Urkunde über eine private Rechtsangelegenheit ausstellte.[14] Im Laufe des 11. Jahrhunderts siedelten sich schließlich immer mehr Menschen um den Burgberg an, sodass auch Flächen im Umland durch Rodung urbar gemacht werden mussten. Zur flächenbreiten Ausweitung, wobei sich vor allem viele Handwerker und Kaufleute ansiedelten, da Nürnberg von Heinrich III. das kaiserliche Privileg der Markt-, Münz- und Zollrechte verliehen bekommen hatte, kam später als Sicherungsmaßnahme eine Stadtmauer hinzu.[15]

Im Laufe des 12. Jahrhunderts kristallisierte sich langsam eine eigenständige Verwaltungsstruktur heraus, die ihren Ursprung im Königtum der staufischen Herrschaft hatte. Träger dieser Entwicklung waren die Ministerialen, die sich mit der Zeit als eigenständige Gesellschaftsschicht ähnlich dem Adel herausbildete und als Verwalter verschiedener Ämter, zunächst vor allem königlicher Art, tätig waren. Die endgültige Ratsverfassung bildete sich schließlich im 13. Jahrhundert heraus. Dabei unterteilte sich der Nürnberger Rat in einen großen, weniger einflussreichen Rat und einen kleinen Rat, der nur aus wenigen einflussreichen Patrizierfamilien bestand, die jedoch die eigentliche Macht darstellte und Nürnberg so vor allem im 14. und 15. Jahrhundert zu einer der führenden deutschen Städte machte.[16]

Die Situation Nürnbergs war im 14. Jahrhundert hingegen von stetiger Diskontinuität geprägt, denn sowohl der Thronstreit zwischen Karl von Luxemburg und Markgraf Ludwig von Brandenburg, der von 1347 bis 1349 währte, als auch der im Jahr 1348 aufgetretene Aufstand, der in der älteren Literatur oft als „Handwerkeraufstand“ bezeichnet wird, aber eher als Zerwürfnis innerhalb des Rates angesehen werden kann, infolge dessen Zünfte in Nürnberg verboten waren, hatten negative Auswirkungen auf die gute wirtschaftliche Entwicklung Nürnbergs. Hinzu kam zudem ein Jahr darauf ein Judenpogrom, bei dem ein Großteil der in Nürnberg lebenden Juden, die jedoch, da sie im Gegensatz zu den Christen Geldgeschäfte tätigen durften, für die wirtschaftliche Entwicklung Nürnbergs von entscheidender Bedeutung waren, getötet wurden.[17] Außerordentlich positive Auswirkungen für die Stadt hatte hingegen die auf dem Nürnberger Reichstag von 1356 von Karl IV. publizierte Goldene Bulle, welche Regelungen zur Königswahl enthielt und die Zahl der Kurfürsten auf sieben begrenzte. Für Nürnberg war dabei von besonderer Bedeutung, dass laut Artikel 29 jeder neugewählte König seinen ersten Reichstag in Nürnberg abzuhalten hatte, sodass der Reichsstadt von nun an neben der handwerklichen auch eine sakrale Bedeutung zukam.[18] Erhöht wurde diese zudem, als König Sigismund die Reichskleinodien 1424 zur sicheren Aufbewahrung nach Nürnberg überführte.[19]

Auch an der Reichsstadt ging die von Luther im Jahr 1517 durch den Anschlag der 95 Thesen

ausgegangene Reformation nicht spurlos vorbei. So waren viele bekannte Nürnberger, wie zum Beispiel Willbald Pirckheimer, der eine Spottrede gegen die Gegner Luthers verfasst hatte, oder der Ratsschreiber Lazarus Spengler, dessen „Schutzred“ für Luthers Lehre bekannt wurde, Anhänger Luthers. Auch der Rat selbst war den reformatorischen Ansichten zugetan, denn die 1521 und 1522 frei gewordenen geistlichen Stellen wurden von der Stadt durch junge Lutheraner wie Andreas Osiander besetzt. Außerdem legte sich der Nürnberger Rat, nach einem Religionsgespräch mit verschiedenen geistlichen Strömungen im März 1525, als erste Reichsstadt auf die lutherische Lehre fest. Hier zeigt sich jedoch auch, dass selbst in religiösen Fragen der Rat die entscheidende Instanz darstellte.[20]

Neben verschiedenen reformatorischen Strömungen war Nürnberg zudem ein Sammelbecken zahlreicher Gelehrter und Künstler. Grundlegend dafür war unter anderem der Fakt, dass Nürnberg schon sehr früh eine gute Schulbildung hatte und später ein Gymnasium für humanistische Studien von Philipp Melanchthon gegründet wurde, an dem er selbst neben vielen weiteren bedeutenden Gelehrten zahlreiche Vorlesungen hielt. Im späten 15. und 16. Jahrhundert ließen sich immer mehr Humanisten in Nürnberg nieder, sodass sich maßgeblich zwei Kreise, einen um den Arzt Dr. Hartmann Schedel und einen zweiten um den Ratsherren Willibald Pirckheimer, bildeten. Nach der Gründung des Gymnasiums folgte 1575 eine in Altdorf nahe Nürnberg vom Rat eröffnete hohe Schule, die 1578 durch ein kaiserliches Privileg zur Akademie ernannt wurde und schließlich 1622 den Rang einer Universität erlangte.[21] Dass es in Nürnberg zahlreiche Gelehrte gab, bestätigte auch der Humanist Ulrich von Hutten in einem Brief an Willibald Pirckheimer, indem er äußerte, dass Nürnberg „als die an guten Köpfen fruchtbarste Stadt“[22] angesehen werden könne, womit er wohl unter anderem Christoph Scheurl, der für seine humanistischen Studien lange Zeit in Nürnberg verweilte, oder den Astronom Johannes Müller meinte.[23] Conrad Celtis hatte selbst jahrelang in Nürnberg gewirkt und 1495 über die Stadt das Buch „De origine, situ, moribus et institutis Norimbergae“ geschrieben, indem er nicht nur dessen Geschichte niedergeschrieben, sondern ein regelrechtes „Preislied auf Nürnberg“[24] verfasst hat.[25] Dass sich Nürnberg wirtschaftlich gut entwickeln konnte und sich infolge dessen auch viele Gelehrte und Künstler in der Reichsstadt niederließen, hat zahlreiche Ursachen, deren Ursprünge bereits im Mittelalter liegen.

2.) Hauptteil

2.1) Die Wirtschafts- und sozialgeschichtliche Situation der Stadt

Im 15. Jahrhundert lebten nach Schätzungen circa 45.000 bis 50.000 Menschen in Nürnberg, sodass diese Stadt nach Köln und Augsburg die drittgrößte im Reich war. Zudem zählte sie zur Zeit Dürers, vor allem aufgrund der guten, aber äußerst strengen Führung des patrizischen Rats, zu den führenden Städten des Reichs,[26] die neben Bern sogar über das zweitgrößte Landgebiet einer deutschen Reichsstadt verfügte. Denn es umfasste circa 1.200 km² und expandierte bis ins 16. Jahrhundert immer weiter.[27]

Neben den im Rat vertretenen Patriziern bestand die Nürnberger Stadtbevölkerung aus einer kleineren Gruppe wohlhabender Handelsherren sowie einige vermögende Künstler und Handwerker, doch den Großteil der Einwohner machten mittlere Kaufleute und Handwerksmeister aus. Den unteren sozialen Schichten, zu denen unter anderem Arme, Kranke, Gesellen, Tagelöhner und Dirnen zählten, gehörte etwa ein Drittel der Bevölkerung an. Für sie hatte der Rat Armen- und Fürsorgehäuser eingerichtet. Außerdem unterstützte er sie zusätzlich sowohl finanziell als auch durch Lebensmittel.[28] Während es in anderen oberdeutschen Städten eine Dreiteilung der sozialen Schichten gab, hatte Nürnberg hingegen eine fünfstufige Gliederung, wobei jede Gesellschaftsschicht durch bestimmte Titel, Kleidung und Lebensaufwand gekennzeichnet war. Der erste Stand umfasste die Aristokratie, die auch im großen Rat vertreten war; der zweite bestand aus Kaufleuten des Großhandels, denen Manufakturen gehörten und die ebenfalls im großen Rat vertreten waren. Dem dritten Stand gehörten maßgeblich Kauf- und Handelsleute an; dem vierten sind hingegen die Krämer, Handwerker oder Händler hinzuzurechnen, die in der Funktion eines Angestellten tätig oder erst seit kurzem selbstständig waren. Gesellen, Dienstboten und Tagelöhner ordnete man schließlich im untersten, dem fünften Stand ein.[29]

Ein sozialer Aufstieg war möglich jedoch nicht leicht, denn man konnte sich zwar hocharbeiten, aber trotz des besseren Einkommens musste man nicht automatisch in den Rat aufgenommen werden. Das hing nämlich neben den wirtschaftlichen Faktoren ebenso vom familiären Umfeld und der moralischen Einstellung beziehungsweise dem Ruf ab.[30]

„Wer für den Aufstieg in Frage kam, mußte über den Reichtum hinaus eine politische Haltung aufweisen, reichstreu wie der Rat (notfalls auch gegen den König), ablehnend den anderen fränkischen Territorialfürsten gegenüber sein, mußte sich in der Bekleidung öffentlicher Ämter, z. B. als Genannter, erfolgreich betätigt haben. Fördernd waren auch Sozialstiftungen, Geschäftsverbindungen, nicht zuletzt aber die Heirat mit Ratsfähigen. Und auch in Fällen, in denen alle diese Voraussetzungen gegeben waren, konnte der Aufstieg erfolgen, mußte aber nicht.“[31]

Auch Juden lebten seit dem Spätmittelalter in Nürnberg, wenngleich sie oftmals wie auch in anderen Städten von der restlichen Bevölkerung unterdrückt und, wie während des Judenpogroms 1349, drangsaliert und ermordet wurden. Gleichzeitig gab es jedoch auch immer wieder Bestrebungen sie vor Übergriffen zu schützen, wie eine Urkunde vom 26. Juni 1313 aus Pisa bezeugt, in der es heißt, dass

„Kaiser Heinrich [VII.] dem Schultheiß von Nürnberg [befiehlt], die Nürnberger Juden gegen die Unterdrückung in Schutz zu nehmen, sie in ihren Rechten nicht kränken zu lassen und ihm Vollmacht, Juden in Nürnberg neu aufzunehmen ohne Rücksicht auf einen Widerspruch schon in Nürnberg ansässiger Juden [verleiht].“[32]

Gründe Juden, die seit 1311 das Bürgerrecht, wenngleich mit eigenem Recht, besaßen,[33] in der Stadt anzusiedeln und zu schützen sehe ich darin, dass sie aufgrund der Möglichkeit Geldgeschäfte betreiben zu können, für den Handel unentbehrlich waren.

[...]


[1] Schieber, Martin: Geschichte Nürnbergs. München 2007.

[2] Reicke, Emil: Geschichte der Reichsstadt Nürnberg. Von dem ersten urkundlichen Nachweis ihres Bestehens bis zu ihrem Uebergang an das Königreich Bayern (1806). Neustadt an der Aisch 1983.

[3] Endres, Rudolf (Hrsg.): Nürnberg und Bern. Zwei Reichsstädte und ihre Landgebiete. Erlangen 1990 (= Erlanger Forschungen, Reihe A, Geisteswissenschaften, Bd. 46).

[4] Stadtarchiv Nürnberg (Hrsg.): Beiträge zur Wirtschaftsgeschichte Nürnbergs. Band I. Nürnberg 1967 (= Beiträge zur Geschichte und Kultur der Stadt Nürnberg).

[5] Weiss, Hildegard: Lebenshaltung und Vermögensbildung des ‚mittleren‘ Bürgertums. Studien zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Reichsstadt Nürnberg zwischen 1400-1600. München 1980 (= Zeitschrift für Bayrische Landesgeschichte. Beiheft 14. Reihe B).

[6] Hampe, Theodor (Hrsg.): Nürnberger Ratsverlässe über Kunst und Kultur im Zeitalter der Spätgotik und Renaissance. (1449) 1474-1618 (1633). I. Band: (1449) 1474-1570. Wien/ Leipzig 1904 (= Quellenschriften für Kunstgeschichte und Kunsttechnik des Mittelalters und der Neuzeit; Bd. 11).

[7] Koetschau, Carl: Barthel Beham und der Meister von Messkirch. Straßburg 1893.

[8] Pauli, Gustav: Hans Sebald Beham. Nachträge zu dem kritischen Verzeichnis seiner Kupferstiche, Radierungen und Holzschnitte. Straßburg 1911 (= Studien zur Deutschen Kunstgeschichte; Heft 134).

[9] Pauli, Gustav: Barthel Beham. Ein kritisches Verzeichnis seiner Kupferstiche. Straßburg 1911 (= Studien zur Deutschen Kunstgeschichte; Heft 135).

[10] Anzelewsky, Fedja: Dürer. Werk und Wirkung. Stuttgart 1980.

[11] Wolf, Norbert: Albrecht Dürer. 1471-1528. Das Genie der deutschen Renaissance. Köln 2006.

[12] Winzinger, Franz: Dürer. Hamburg 1971.

[13] Zschelletzschky, Herbert: Die ‚Drei gottlosen Maler‘ von Nürnberg. Sebald Beham, Barthel Beham und Georg Pencz. Historische Grundlagen und ikonologische Probleme ihrer Graphik zu Reformations- und Bauernkriegszeit. Leipzig 1975.

[14] Genauere Informationen zum Hintergrund der Urkunde und dessen Inhalt legt Martin Schieber in seiner „Geschichte Nürnbergs“ auf Seite 18 dar.

[15] Vgl. Schieber: Geschichte Nürnbergs, S. 17-19.

[16] Vgl. ebd., S. 25-27.

[17] Vgl. ebd., S. 36f.

[18] Vgl. ebd., S. 38.

[19] Vgl. ebd., S. 39.

[20] Vgl. ebd., S. 48f.

[21] Vgl. Pfeiffer, Gerhard (Hrsg.): Geschichte Nürnbergs in Bilddokumenten. München 1970, S. 55.

[22] Werminghoff, Albert: Conrad Celtis und sein Buch über Nürnberg. Freiburg 1921, S. 16.

[23] Vgl. ebd., S. 18f.

[24] Ebd., S. 49.

[25] Vgl. ebd., S. 20.

[26] Vgl. Anzelewsky: Dürer, S. 7f.

[27] Vgl. Leiser, Wolfgang: Das Landgebiet der Reichsstadt Nürnberg. In: Endres, Rudolf (Hrsg.): Nürnberg und Bern. Zwei Reichsstädte und ihre Landgebiete. Erlangen 1990 (= Erlanger Forschungen, Reihe A, Geisteswissenschaften, Bd. 46), S. 227ff.

[28] Vgl. Anzelewsky: Dürer, S. 8.

[29] Vgl. Weiss: Lebenshaltung und Vermögensbildung, S. 34f.

[30] Vgl. ebd., S. 37.

[31] Ebd., S. 37.

[32] Gerhard Hirschmann: Nürnbergs Handelsprivilegien, Zollfreiheiten und Zollverträge bis 1399. In: Stadtarchiv Nürnberg (Hrsg.): Beiträge zur Wirtschaftsgeschichte Nürnbergs. Band I. Nürnberg 1967 (= Beiträge zur Geschichte und Kultur der Stadt Nürnberg), S. 9.

[33] Vgl. Werner Schultheiß: Geld- und Finanzgeschäfte Nürnberger Bürger vom 13.-17. Jahrhundert. In: Stadtarchiv Nürnberg (Hrsg.): Beiträge zur Wirtschaftsgeschichte Nürnbergs. Band I. Nürnberg 1967 (= Beiträge zur Geschichte und Kultur der Stadt Nürnberg), S. 56.

Details

Seiten
33
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640654932
ISBN (Buch)
9783640654970
Dateigröße
553 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v153360
Institution / Hochschule
Technische Universität Dresden – Institut für Geschichte
Note
2,0
Schlagworte
Maler Frühe Neuzeit Wirtschafts- und Sozialgeschichte Nürnberg Albrecht Dürer Hans Sebald Beham Barthel Beham
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Titel: Die soziale Einbettung der Nürnberger Maler Albrecht Dürer, Hans Sebald Beham und Barthel Beham