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Praktikumsbericht zum Thema: Kommunikationsstruktur im Unterricht

Praktikumsbericht / -arbeit 2010 15 Seiten

Pädagogik - Allgemein

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Beschreibung der Praktikumsschule
1.2 Begründung des Beobachtungsschwerpunktes
1.3 Indikatoren des Beobachtungsschwerpunktes

2. Hauptteil
2.1 Beschreibung und Analyse der ersten Beobachtung
2.2 Beschreibung und Analyse der zweiten Beobachtung

3. Fazit

Literaturverzeichnis

4. Anhang
4.1 Beobachtungsbogen der ersten beobachteten Stunde
4.2 Beobachtungsbogen der zweiten beobachteten Stunde

1. Einleitung

Ich habe mein Praktikum an einer englischen Schule, der XXX School UK absolviert. Da ich Englischlehrerin werde, wollte ich durch dieses Praktikum zum einen meine Englischkenntnisse vertiefen und zum anderen einen Einblick in ein völlig anderes Schulsystem erhalten. Dies stellte sich als eine gute Entscheidung heraus, da das englische System einige interessante Lehrmethoden zeigte, die ich aus Deutschland nicht kannte. Generell sind die Unterschiede zwischen der XXX School UK und der deutschen Schule, die ich besucht habe, immens. Auf einige dieser Unterschiede werde ich in diesem Praktikumsbericht eingehen, jedoch soll die Kommunikationsstruktur als Beobachtungsschwerpunkt der von mir besuchten Stunden im Fokus stehen.

1.1 Beschreibung der Praktikumsschule

Die XXX School UK ist eine reine Jungen Grammar School (vergleichbar mit einem Gymnasium), welche die Schüler durch einen Aufnahmetest selektiert. Dieser Aufnahmetest filtert, welche Schüler den hohen Anforderungen, die die neue Schule an sie stellt, gewachsen sind und welche nicht. Da an der XXX School UK keine Schulgebühren erhoben werden, finden sich dort Schüler mit verschiedensten Hintergründen, jedoch alle mit einem sehr hohen Niveau und einer ebenfalls sehr hohen Lernbereitschaft. So sind die Schüler im Vergleich zu denen an einer deutschen Schule stets hochmotiviert neues zu lernen und streben nach Erfolgen. Dies wird von Lehrern und Eltern gleichermaßen unterstützt, wenn nicht sogar verlangt. Ein Versagen der Schüler wird generell so wenig toleriert wie schlechtes Benehmen und durch entsprechende Sanktionen bestraft. Dies spiegelt sich auch in der strengen Kleidervorschrift durch Schuluniformen wider: Zum einen werden alle gleich behandelt, egal welchen Hintergrund die Schüler haben, zum anderen wird deutlich, unter welchem Druck die Schüler stehen, wenn sie beispielsweise ihre Jackets erst dann ausziehen dürfen, wenn der Lehrer die Erlaubnis dazu gibt. Ob dieser Druck ein besseres Lernergebnis bewirkt oder die Schüler einengt, sei an dieser Stelle nicht bewertet.

Da auch die Kommunikationsstruktur im Unterricht eine ganz andere ist als an einer deutschen Schule, legte ich meinen Beobachtungsscherpunkt auf eben diese Struktur.

1.2 Begründung des Beobachtungsschwerpunktes

Das Ziel eines jeden Lehrers sollte ‚Guter Unterricht’ sein. Deshalb stellt sich die Frage, nach welchen Kriterien man Unterricht – und vor allem guten Unterricht – bewertet. Hierzu gibt es unzählige Ansätze, die auf diversen Grundmodellen beruhen. Mein Ansatz zur Bewertung der beobachteten Stunden ist die Analyse der Kommunikationsstruktur im Unterricht. Sowohl Andreas Helmke als auch Hilbert Meyer gehen auf diesen Schwerpunkt ein, da eine gute Kommunikation zwischen Lehrer und SuS aber auch zwischen den SuS untereinander die Basis dessen ist, worauf ein Großteil des Unterrichts beruht.

Während Hilbert Meyer einen Merkmalkatalog für guten Unterricht herausarbeitet, geht Andreas Helmke näher auf die Natur eben dieses ein. So erklärt er, dass sprachliche „Eigentümlichkeiten“[1] und dialektale Färbungen für die Kommunikation kein Hindernis darstellen, wie man vermuten könnte, da die SuS aufgrund ihrer Position als Schüler zu Experten der Sinnerschließung geworden sind. Viel wichtiger ist es daher, dass sich der Lehrer seiner Rolle als (sprachliches) Vorbild bewusst wird und dementsprechend agiert. Folglich werden Lerner, die ein gutes Vorbild haben, zu kompetenten Sprechern, die sich korrekt und präzise ausdrücken können. Diese Präzision und Korrektheit ist ein zentraler Aspekt, den die SuS am Ende ihrer Schullaufbahn beherrschen sollten, da er als eine der Kompetenzen im Abitur verlangt wird.

Wesentlich wichtiger als das Loswerden sprachlicher Eigentümlichkeiten, die die SuS problemlos kompensieren können, ist ebenfalls eine gute Strukturierung des Lehrervortrags. Solch ein Vortrag zeigt den SuS klare Vorstellungen, die sie erwarten und leitet sie durch den Unterricht. Eine klare Klassen- und Kommunikationsführung kann also helfen, ein besseres Lernergebnis zu erzielen, da die SuS im Lehrer ein verlässliches Vorbild sehen, dem sie vertrauen können.

Im Sinne der neuen Lernkultur besteht natürlich – auch was die Kommunikation betrifft – „die Notwendigkeit, eine Vielfalt von Unterrichtsmethoden zu kennen und zu können“[2]. Deshalb sollte der Lehrer auch im Umgang mit der Klasse abwägen, wie er mit welcher Klasse am besten kommuniziert. Manche Klassen arbeiten motiviert mit, wenn der Lehrer einen lockereren Umgangston gebraucht und auch mal einen Scherz zulässt, während andere Klassen eine strengere Führung brauchen – auch im sprachlichen Sinn. In beiden Fällen soll jedoch eine „humane, kindgerechte, demokratische Lernkultur verwirklicht werden“[3].

Wenn zum einen die Kommunikation im Unterricht und zum anderen die zwischenmenschliche Kommunikation zwischen SuS und Lehrer den oben genannten Handreichungen Folge leistet, fördert dies den Lernprozess ungemein. Beachten Lehrer und SuS einige grundlegende Regeln der Kommunikation, hilft dies den SuS Vertrauen in den Lehrer und die Mitschüler zu fassen, sich rege am Unterricht zu beteiligen und diesen mitzugestalten. So können „sowohl die Lehrerinnen und Lehrer als auch die Schülerinnen und Schüler dazu beitragen […], dass die Merkmalsausprägungen im Unterricht stark gemacht werden.“[4]

1.3 Indikatoren des Beobachtungsschwerpunktes

Um die Qualität der von mir besuchten Unterrichtsstunden anhand der Kommunikation im Unterricht untersuchen zu können, habe ich einen Fragenkatalog anhand der Merkmale von Andreas Helmke und Hilbert Meyer erstellt. Für diesen Fragenkatalog habe ich aus beiden Ansätzen die für die Kommunikation im Unterricht wichtigsten Merkmale guten Unterrichts herausgegriffen und zum Teil zusammengefasst, umformuliert und erweitert. Darauf, welche Bedeutung die Merkmale im Einzelnen haben, gehe ich in der Analyse der beobachteten Stunden ein. Im Folgenden nenne ich die Merkmale in der Reihenfolge, wie sie auf den beigefügten Beobachtungsbögen erscheinen.

1. Wartet der Lehrer mind. 3 Sekunden bis er einen Schüler drannimmt?
2. Gibt der Lehrer angemessenes Feedback auf richtige Schülerantworten?
3. Wird Lob sorgfältig dosiert?
4. Wird bei halbrichtigen Antworten Hilfe gegeben?
5. Ist die Reaktion des Lehrers bei falschen Antworten so, dass sie den Verlauf des Unterrichts konstruktiv fördert?
6. Werden Schülerbeiträge ernstgenommen?
7. Trägt die Mimik des Lehrers zum Verständnis bei?
8. Trägt die Gestik des Lehrers zum Verständnis bei?
9. Ist der Lehrer präsent?
10. Variiert der Lehrer die Stimme in angemessenem Maße?
11. Nimmt der Lehrer viele verschiedene Schüler dran?
12. Gibt es eindeutig beantwortbare Fragen?
13. Gibt es ja/nein Fragen?
14. Gibt es mehrdeutig beantwortbare Fragen?
15. Wird auf das Einhalten der Kommunikations- und Feedbackregeln geachtet?
16. Gibt es strukturierende Rituale?
17. Haben die Schüler die Gelegenheit, einander und dem Lehrer Feedback zu geben?[5]

2. Hauptteil

Ich habe aus den Stunden, die ich besucht habe, zwei herausgenommen, die ich im Folgenden beschreiben werde. Da es weniger auf den Inhalt der Stunden als auf die Kommunikationsstruktur ankommt, werde ich diesen nur kurz skizzieren und dann zur Analyse übergehen.

[...]


[1] Helmke, Andreas 2003. S. 61

[2] Ebd. S. 65

[3] Ebd. S. 66

[4] Meyer, Hilbert 2004. S. 18

[5] Vgl. Helmke, Andreas 2003. S. 60-74 und Meyer, Hilbert 2004. S. 15-18.

Details

Seiten
15
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640652662
ISBN (Buch)
9783640652976
Dateigröße
492 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v153253
Institution / Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen – Erziehungswissenschaftliches Institut der RWTH Aachen - Lehrerbildungszentrum
Schlagworte
Kommunikation Kommunikationsstruktur Kommunikation im Unterricht Praktikumsbericht Paktikum im Ausland Englische Schule britisches Schulsystem englisches Schulsystem Schulsystem Großbritannien Praktikum in England Praktikum in Großbritannien

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