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Bilanzierung von Finanzinstrumenten nach HGB und IFRS

Seminararbeit 2009 19 Seiten

BWL - Allgemeines

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Finanzinstrumente
2.1 Finanzinstrumente nach HGB
2.1.1 Finanzinstrumente des Anlagevermogens
2.1.2 Finanzinstrumente des Umlaufvermogens
2.2 Finanzinstrumente nach IFRS

3. Bewertung von Finanzinstrumenten
3.1 Bewertung nach HGB
3.2 Bewertung nach IFRS

4. Finanzinstrumente am Beispiel Porsche
4.1 Finanzinstrumente von Porsche nach HGB
4.2 Finanzinstrumente von Porsche nach IFRS

6. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Anhang

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Finanzinstrumente des Umlaufvermogens

Tabelle 2: Bewertung von Finanzinstrumenten nach HGB

Tabelle 3: Bewertung von Finanzinstrumenten nach IFRS

Tabelle 4: Finanzinstrumente von Porsche nach IFRS

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Finanzinstrumente nach IFRS

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Das Handelsrecht in Deutschland ist im Handelsgesetzbuch (HGB) verankert. Deut­sche Untemehmen mussen demnach nach HGB bilanzieren. Fur kapitalmarktorien- tierte Unternehmen (weniger als ein Prozent der deutschen Untemehmen) (vgl. FAZ vom 29.04.2008) besteht zusatzlich die Pflicht nach den International Financial Re­porting Standards (IFRS) zu bilanzieren. 1993 bilanzierte Puma als erstes deutsche Unternehmen nach IFRS (Stahl 2004, S. 18). IFRS soll den internationalen Vergleich der Rechnungslegung vereinfachen.

Diese Arbeit soll zeigen, wie unterschiedlich Finanzinstrumente von HGB und IFRS bewertet werden. Dies ist vor allem unter dem Gesichtspunkt relevant, dass das Bi- lanzmodernisierungsgesetzes (verpflichtend fur Geschaftsjahre ab dem 1. Januar 2010) (vgl. Reuters 2009) die wichtigsten Elemente des IFRS (Fair Value, Konver- genz zwischen internem und externem Rechnungswesen) ubernommen werden sol- len. Auch angesichts der Finanzkrise und der daraus resultierenden Abwertung von Finanzinstrumenten ist die Uberlegung aufgekommen, ob eine Abkoppelung vom Prinzip des Fair Value wieder sinnvoll erscheint.

Diese Ausarbeitung zeigt die Unterschiede von HGB und IFRS im Bereich Finanzin- strumente anhand einer Literaturrecherche. Der praktische Teil der Arbeit befasst sich mit den Finanzinstrumenten der Porsche Automobil Holding SE.

Eine Bilanzierung nach IFRS kann zu einer Zunahme der Bilanzsumme fuhren (bei positiver Entwicklung von Finanzinstrumenten), jedoch auch vice versa (dazu emp- fiehlt sich ein Blick in die aktuellen Bilanzen von Finanzinstituten).

Die Arbeit ist wie folgt gegliedert: Als erstes mochte ich die unterschiedlichen Defi- nitionen von Finanzinstrumenten nach HGB und IFRS aufzeigen. Danach sollen die unterschiedlichen Bewertungen von Finanzinstrumenten nach den beiden Rech- nungslegungsstandards dargestellt werden. Nachfolgend werde ich die Finanzinstru- mente der Porsche Automobil Holding SE analysieren.

2. Finanzinstrumente

Finanzinstrumente umfassen das gesamte Spektrum der finanzwissenschaftlichen Instrumente und unterteilen sich nach originaren und derivativen Finanzinstrumente. Finanzinstrumente (vgl. Coenenberg 2005, S. 225).

Originare Finanzinstrumente (Forderungen, Zahlungsverpflichtungen oder Eigenka- pitalinstrumente) untergliedern sich in eigen- und fremdkapitalbezogene Finanzin­strumente. Derivate Finanzinstrumente sind Optionen, standardisierte und andere Termingeschafte, Zinsswaps oder Wahrungsswaps. (vgl. Coenenberg 2005, S. 225)

2.1 Finanzinstrumente nach HGB

Das HGB definiert Finanzinstrumente nicht explizit. Coenenberg untergliedert Fi­nanzinstrumente als Teil des Anlage- sowie des Umlaufvermogens. (vgl. Coenenberg 2005, S. 226)

2.1.1 Finanzinstrumente des Anlagevermogens

Samtliche Finanzinstrumente des Anlagevermogens werden unter Finanzanlagen zusammengefasst. Diese unterteilen sich gemafi § 266 Abs. 2A III HGB wie folgt:

1. Anteile an verbundenen Unternehmen;
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen;
3. Beteiligungen;
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhaltnis be- steht;
5. Wertpapiere des Anlagevermogens;
6. sonstige Ausleihungen.

Diese bilanzielle Aufgliederung der Finanzanlagen nach HGB macht die unterschied- lichen Moglichkeiten der Einflussnahme an Unternehmen deutlich. Finanzanlagen (als Teil des Anlagevermogens) sollen dauernd dem Geschaftsbetrieb der Unterneh- mung dienen. (vgl. Coenenberg 2005, S. 227)

Gunter et al (2000, S 95-97) und Ditges (2005, S 103-106) gibt ein Beschreibung zu den einzelnen Posten:

Ad1: Verbunden Unternehmen sind solche, die als Mutter- oder Tochterunternehmen in den Konzernabschluss einbezogen werden konnen. Anteile sind Mitgliedschafts- rechte an Personen- oder Kapitalgesellschaften, die Vermogens- und Verwaltungs- rechte umfassen.

Ad2: Ausleihungen an verbundene Unternehmen sind langfristige Finanz- und Kapi- talforderungen. Diese mussen dazu bestimmt sein, dem Betrieb langfristig zu dienen.

Ad3: Beteiligungen sind Anteile an anderen Unternehmen, die dem eigenen Ge- schaftsbetrieb durch eine dauerhafte Verbindung zu jenem Unternehmen dienen. Das Ziel hierbei muss uber die Erwartung an einer angemessenen Verzinsung hinausge- hen.

Ad4: Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhaltnis besteht, sind Ausleihungen an das Unternehmen, welches die Beteiligung halt bzw. das Un- ternehmen, das die Beteiligung ausgibt.

Ad5: Wertpapiere des Anlagevermogens sind Wertpapiere, die langfristig dem Ge- schaftsbetrieb dienen sollen, ohne jedoch eine Beteiligungsabsicht zu haben. Diese Papiere unterscheidet man nach festverzinsliche Wertpapier (z.B. Anleihen) oder Wertpapiere mit Gewinnbeteiligungsanspruchen (z.B. Aktien).

Ad6: Sonstige Ausleihungen sind alle langfristigen Finanz- und Kapitalforderungen, die nicht unter 4 fallen. Hierzu gehoren u.a. GmbH-Anteile ohne Beteiligungscharak- ter oder Ausleihungen an Gesellschafter.

2.1.2 Finanzinstrumente des Umlaufvermogens

Finanzinstrumente, die nicht dauerhaft dem Geschaftsbetrieb dienen, werden dem Umlaufvermogen zugeordnet. Dies ist dann der Fall, wenn Wertpapiere zu rein spe- kulativen Zwecken gehalten werden und so ein kurzfristiger Verkauf beabsichtigt ist (Coenenberg 2005, S 231).

Gemafi HGB (§ 266) lassen sich Finanzinstrumente des Umlaufvermogens wie folgt gliedem:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1: Finanzinstrumente des Umlaufvermogens (vgl. § 266 HGB)

2.2 Finanzinstrumente nach IFRS

Regelungen zu Finanzinstrumenten findet man bei IFRS unter IAS 32 „Financial instruments: Disclosure and presentation" und IAS 39 „Financial Instruments: Re­cognition and Measurement".

IAS 32.11 definiert Finanzinstrumente wie folgt: „Ein Finanzinstrument ist ein Ver- trag, der gleichzeitig bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermogens- wert und bei dem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument fuhrt.“

[...]

Details

Seiten
19
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640649952
ISBN (Buch)
9783640649693
Dateigröße
461 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v152905
Institution / Hochschule
Universität Konstanz – Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Rechungslegung
Note
1,7
Schlagworte
Bilanzierung Finanzinstrumenten IFRS

Autor

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