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Kirchenbau im Barock

von Madeleine Kunze (Autor)

Hausarbeit 2008 16 Seiten

Didaktik - Theologie, Religionspädagogik

Leseprobe

Gliederung – Kirchenbau im Barock

1. Einleitung

2. Allgemein

3. Kirchenbau im Barock
3.1 Allgemein
3.2 Formen und Symbolik
3.3 Theologische Bedeutung
3.3.1 Kirche als himmlisches Jerusalem
3.3.2 Kirche als Mausoleum
3.3.3 Kirche als irdischer Himmel

4. Zusammenfassung

5. Anhang

6. Quellenverzeichnis
6.1 Quellen
6.2 Hilfsmittel
6.3 Bilder

1. Einleitung

1.O Haupt voll Blut und Wunden,
Voll Schmerz und voller Hohn,
O Haupt, zum Spott gebunden
Mit einer Dornenkron',
O Haupt, sonst schön gezieret
Mit höchster Ehr' und Zier,
Jetzt aber höchst schimpfieret:
Gegrüßet sei'st du mir!

2. Du edles Angesichte,
Davor sonst schrickt und scheut
Das große Weltgewichte,
Wie bist du so bespeit!
Wie bist du so erbleichet!
Wer hat dein Augenlicht,
Dem sonst kein Licht nicht gleichet,
So schändlich zugericht't?

3. Die Farbe deiner Wangen,
Der roten Lippen Pracht
Ist hin und ganz vergangen;
Des blaßen Todes Macht
Hat alles hingenommen,
Hat alles hingerafft,
Und daher bist du kommen
Von deines Leibes Kraft.

4. Nun, was du, Herr, erduldet,
Ist alles meine Last;
Ich hab' es selbst verschuldet,
Was du getragen hast.
Schau her, hier steh' ich Armer,
Der Zorn verdienet hat;
Gib mir, o mein Erbarmer,
Den Anblick deiner Gnad'!

10. Erscheine mir zum Schilde,
Zum Trost in meinem Tod,
Und laß mich sehn dein Bilde
In deiner Kreuzesnot!
Da will ich nach dir blicken,
Da will ich glaubensvoll
Dich fest an mein Herz drücken.
Wer so stirbt, der stirbt wohl.

Diese Lyrik von Paul Gerhardt ist ein typisches Kirchenlied des Barock. Diese Zeit war vor allem durch den dreißigjährigen Krieg und der damit verbundenen Todesangst geprägt. Zahlreiche Kirchenlieder sind aus der Not heraus entstanden, die beten gelehrt hat. Der Kreuzestod Jesu und der damit verbundene Schmerz und Pein wird auf das Leben der Menschen, der Unterdrückung durch die ständische Ordnung und sozial-politischen Verhältnisse übertragen. In dieser Allegorie, bezogen auf die Zeit des Barockes, lassen sich wesentliche zentrale Merkmale der Epoche herausfiltern: Vanitas-Gedanke, Memento mori, Carpe diem, die Antithetik und der Tod als Liebhaber der Schönheit. Am Anfang der zehnten Strophe des Liedes: „ Erscheine mir zum Schilde, Zum Trost in meinem

Tod, |…|“, lässt sich der Vanitas-Gedanke und auch die Einstellung „ Gedenke, dass du sterben musst.“ nachweisen.

Im Folgenden möchte ich einen kleinen Überblick über die Epoche des Barock geben und vor allem näher auf den Kirchenbau und dessen Bedeutung eingehen.

2. Allgemein

Barock wird die Stilepoche zwischen Renaissance und Klassizismus bezeichnet, von etwa 1575 – 1770. Es wird unterteilt in Frühbarock (ca. 1575–1650), Hochbarock (ca. 1650–1720) und Spätbarock oder Rokoko (ca. 1720-1770). Die Herrschaftsform des Barock war der Absolutismus. Auch Kirche und Staat waren bestrebt die Menschen wieder in ein unerbittliches Ordnungssystem zu zwingen. Der absolute Monarch und die Kirche können wieder einmal einen Sieg über das Individuum erringen. Als Kunstform der Gegenreformation ist der Barock durch üppige Prachtentfaltung gekennzeichnet. Die Kunst tritt in den Dienst der Mächtigen und verliert somit ihre aus der Renaissance gewonnene Selbstständigkeit. Es wird nun vor allem Reichtum und Bewegtheit zum Ausdruck gebracht. Den Barockkünstlern wurde eine wichtige Aufgabe zu Teil, sie waren für die Errichtung, Weiterentwicklung und Ausgestaltung von Kirchen und Palästen verantwortlich. Für die katholische Kirche galt es, die Gläubigen festzuhalten oder zurückzugewinnen, ihre Augen durch die Entfaltung von Prunk und Pracht zu fesseln. Deshalb liegt der Hauptanteil der kirchlichen Barockkunst in den katholischen Gebieten.

3. Kirchenbau im Barock

3.1 Allgemein

Am stärksten Ausdruck fand die Barockkunst in der Architektur. Die strengen Formen der Renaissance werden durch ein besonderes Zusammenspiel von Architektur, Plastik, Malerei und Lichteffekten abgelöst. Dies bewirkt eine besondere Raumdynamik. Im Vordergrund stehen nun schwingende Formen, Kuppeln, Säulengruppen, Giebel und Fensterbekrönungen mit reichem ornamentalem Schmuck. Die barocke Strömung beginnt mit Michelangelos Erfindung der „Kolossalordnung“ am Kapitolspalast 1564 und Vignolas Raumprinzip von Il Gesu 1568-1576. Der römische Kirchentyp ist eine Wandpfeilerkirche mit tonnengewölbten Langhaus, Vierungskuppel und Seitenkapellen.

3.2 Formen und Symbolik

Die barocken Kirchenbauten symbolisieren das gewünschte theologische Weltbild. Sie zeigen mit ihrem Formenreichtum die weltliche Macht der Kirche und versinnbildlichen den Gang in die Kirche, wie er an dem Fresko an der Decke dargestellt wird.

[...]

Details

Seiten
16
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640646036
ISBN (Buch)
9783640646135
Dateigröße
1.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v152789
Institution / Hochschule
Technische Universität Dresden – Evangelische Theologie
Note
1,7
Schlagworte
Kirche Barock Kirchenbau Formen Symbolik Mausoleum Himmel Jerusalem

Autor

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    Madeleine Kunze (Autor)

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