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"Affirmative Action"-Programme in den USA nach 1945

Hausarbeit (Hauptseminar) 2009 15 Seiten

Amerikanistik - Kultur und Landeskunde

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Geschichtliche Entwicklung von Affirmative Action
2.1 Entstehung
2.2 Entwicklung bis
2.3 Gerichtsurteil zu „Bakke vs. The Regents of the University of California”

3 Motivationen zur Unterstützung von Minderheiten an Universitäten

4 Faktoren, welche eine erfolgreiche Integration von Minderheiten ermöglichen

5 Beispiele zur Unterstützung von Minderheiten an Universitäten
5.1 Occidental College und Mount Holyoke
5.2 Programm „Spending a summer with a scientist“ (SaS)
5.3 Programm PRIME
5.4 Cornell University

6 Gesetzgebungsveränderungen und deren Einfluss auf Universitäten und Studenten in den 1990’er Jahren
6.1 Texas A&M University Health Science Center College of Medicine
6.2 Einfluss durch Aufhebung von Affirmative Action am Beispiel von Kalifornien

7 Fazit

8 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Der Begriff „Affirmative Actions“ beschreibt verschiedene Antidiskriminierungsmaßnahmen, welche eine aktive Teilnahme von Minderheiten am gesellschaftlichen Leben in vielen Bereichen der Gesellschaft ermöglichen soll.[1] Diese Maßnahmen können unterschieden werden in verschiedene Ausbildungsprogramme, welche die Verbesserung der beruflichen Qualifikation von Minderheiten vorsieht. Im Bildungsbereich, speziell dem der höheren Bildung, wurden mit Hilfe von Affirmative Actions so genannte Quotenregelungen geschaffen. Diese hatten ein der Bevölkerungszusammensetzung entsprechende Präsens von Minderheiten in Institutionen wie Schulen, Colleges, Universitäten oder Unternehmen zum Ziel.[2] Um diese Quotenregelungen zu erfüllen, wurde zu Beginn das gängige Leistungsprinzip um einen Studienplatz teilweise außer Kraft gesetzt, was in der amerikanischen Gesellschaft zu großen Debatten und Kontroversen führte.[3] Im Laufe der Zeit kam es zu einigen Gerichtsverhandlungen und Gesetzesveränderungen, welche immer wieder die Frage aufwarfen, wie Gerechtigkeit im Bildungswesen herzustellen sei, ohne dabei eine neue Ungerechtigkeit entstehen zu lassen. Affirmative Actions unterlagen also einem laufenden Wandel sowie einer dauernden Anpassung an veränderte wirtschaftliche, soziale und politische Verhältnisse. Wie sich im Laufe der Jahrzehnte herausstellte, war mit dem verstärkten Zugang von Minderheiten an Colleges und Universitäten das Problem erheblicher Leistungsunterschiede zwischen Minderheiten und der Mehrheitsbevölkerung noch lange nicht gelöst. Die Schwierigkeit, einen Hochschulabschluss zu erlangen oder die Herkunft aus bildungsfernen Elternhäusern, waren nur einige von zahlreichen Problemen, welche das Leben von vielen Minderheiten erschwerte. Aus diesem Grund entwickelten sich verschiedene Initiativen und Programme, welche die Integration von Studenten mit Migrationshintergrund erleichtern sollte. In der folgenden Arbeit soll auf einige dieser Programme eingegangen werden. Außerdem soll der Einfluss von Veränderungen in der Gesetzgebung zu Affirmative Actions in den 1990’er Jahren am Beispiel der Wahl der Universität als auch der Veränderung von Zulassungskriterien aufgezeigt werden.

2 Geschichtliche Entwicklung von Affirmative Action

2.1 Entstehung

Nach Ende des 2. Weltkrieges 1945 erfuhr das amerikanische Bildungssystem, speziell der höheren Bildung, einen massiven Aufschwung. Rassentrennungen sowie ein nicht der Bevölkerungszusammensetzung entsprechender Anteil von Minderheiten bestimmten das studentische Leben an amerikanischen Universitäten bis in die 60’er Jahre. Unter der Präsidentschaft vom damaligen Präsidenten Lyndon B. Johnson wurden im Jahr 1964 die Civil Rights Acts, die Bürgerrechtsgesetze, unterzeichnet. Diese erklärten u.a., dass ein High-School Absolvent nicht aufgrund von Rasse, Ethnie oder Geschlecht diskriminiert werden kann[4]. Aus diesem Grundsatz heraus war die Entwicklung von Programmen, welche ethnischen Minderheiten den Zugang zu Universitäten erleichtern sollte, möglich und politisch erwünscht. Die amerikanische Bevölkerung stand dem Ziel größerer Bildungschancen für benachteiligte Bevölkerungsteile wie ethnischen Minderheiten positiv gegenüber, allerdings lehnte sie eine bevorzugte Behandlung dieser Gruppen entschieden ab.[5]

2.2 Entwicklung bis 1978

Affirmative-Action-Programme an Universitäten bezogen sich fast ausschließlich auf private, hochselektive Hochschulen (ca. 20-30 % aller Colleges und Universitäten)[6], und weniger auf staatliche Landesuniversitäten. Um die Präsenz von ethnischen Minderheiten an diesen Universitäten zu erhöhen, wurden Quotenregelungen eingeführt. Eine im Verhältnis zur Bevölkerung stehende ethnische Zusammensetzung war das Ziel dieser Regelung. Die Zulassungsprinzipien wurden somit entscheidend verändert. Wurde vor Einführung von Affirmative Actions fast ausschließlich nach Leistung bewertet und zugelassen, so schufen diese Quotenregelungen einen Wettbewerb um Leistung nur innerhalb einer ethnischen Gruppe. Dies führte dazu, dass Universitäten Studienplätze für ethnische Minderheiten je nach Zusammensetzung in der Bevölkerung reservierte: „The University of Illinois Medical School at Urbana reserved 60 out of 300 places in its incoming classes for minorities as of 1972.“[7] Aufgrund des Leistungsvergleichs innerhalb einer Ethnie waren die Voraussetzungen, einen Studienplatz zu erhalten, mit wesentlich unterschiedlichen Leistungen zwischen den verschiedenen Ethnien verbunden:

„The University of California has established minimum standards to do the work at any of its schools. If a black applicant meets these, with a grade point average of 3.3 […]. White and Asian students need grade averages of at least 3.7 (A-) and these are not assured of admission even with a 4.0 or perfect average […].”[8]

Nach Einführung dieser Quotenregelungen fühlten sich besonders Weiße und Bewerber asiatischer Herkunft im Nachteil, da diese in der Regel die besten Notendurchschnitte verzeichnen konnten, aber eine geringere Chance hatten, zugelassen zu werden als z.B. Latein- oder Afroamerikaner. Die Klassifikation von Studienbewerbern in verschiedene Ethnien erwies sich als zunehmend schwierig, da es bei vielen Personen kaum mehr nachzuvollziehen war, welcher ethnischen Gruppe sie entstammen. Die Quotenregelung erreichte oft nicht ihr Ziel, Personen aus ethnischen Minderheiten zu Studienabschlüssen zu verhelfen, da diese den Ansprüchen einer Universität in vielen Fällen nicht gewachsen waren. Hohe Abbrecherquoten sowie längere Studienzeiten waren allzu oft die Folge. Des Weiteren verstärkte die ungünstige Situation von weißen Studienbewerbern vorhandene Ressentiments und Vorurteile bezüglich der Studierfähigkeit von ethnischen Minderheiten.[9]

[...]


[1] „Vgl. Hildebrandt (2005), S. 475.“

[2] „Vgl. ebd.“

[3] „Vgl. Hildebrandt (2005), S. 491.“

[4] „Vgl. Hildebrandt (2005), S. 485.“

[5] „Vgl. Ornstein (1976) S. 1.“

[6] „Vgl Hildebrandt (2005), S. 492.“

[7] „Ornstein (1976),S. 12.“

[8] „Vgl. Hildebrandt (2005), S. 493.“

[9] „Vgl. Hildebrandt (2005), S. 495.“

Details

Seiten
15
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640646661
ISBN (Buch)
9783640647019
Dateigröße
544 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v152680
Institution / Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Note
1,7
Schlagworte
Affirmative Action Programme USA Minderheiten Quoten Universitäten Studenten Rassenkonflikte Gerichtsurteile

Autor

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