Lade Inhalt...

Kuba - Unter der besonderen Berücksichtigung des Tourismus

von Holger Behrenspöhler (Autor) Björn Schürstedt (Autor)

Seminararbeit 2003 30 Seiten

Touristik / Tourismus

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Geographische Einordnung, Klima und Bevölkerung
1.1 Geographische Lage
1.2 Bevölkerung
1.3 Politik
1.4 Wirtschaft
1.5 Religion
1.6 Die Flagge

2. Geschichtlich Entwicklung
2.1 Kuba in der Kolonialzeit
2.2 Kuba unter Einfluss der USA
2.3 Kuba nach der Revolution 1959
2.4 Der Zerfall der sozialistischen Staaten

3. Tourismus Allgemein
3.1 Entwicklungen des Tourismus
3.2 Tourismus heute
3.2.1 Aus der Sicht der Urlauber
3.3.2 Wirtschaftliche Daten
3.3.3 Aus der Sicht der Kubaner

4. Die Nischenprodukte
4.1 Öko-Tourismus
4.2 Gesundheitstourismus
4.2.1 Voraussetzungen
4.2.2 Die Organisation
4.2.3 Merkmale des Gesundheitstourismus

5. Fazit, Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Die Flagge der Republik Kuba,

Abb. 2: Herkunftsländer der Touristen auf Kuba,

Abb. 3: Zahl der Touristen in Tausend (für 2000 mit prognostizierten Angaben),

Abb. 4: Abhängigkeit der Wirtschaft vom Tourismus in %, S. 15

Abb. 5: Die Karstkegelberge von Vianles,

Abb. 6: Besucherzahlen des Gesundheitstourismus,

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

0 Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit der geschichtlichen und wirtschaftlichen Entwicklung Kubas, unter besonderer Berücksichtigung des Tourismus.

Zunächst wird ein Überblick über die wichtigsten Grunddaten der Insel vermittelt. Anschließend wird die geschichtliche Entwicklung des Landes näher erläutert, um die heutige wirtschaftliche und politische Situation besser verstehen zu können.

Der Schwerpunkt der Arbeit soll dabei im Bereich Tourismus liegen, welcher sich seit dem Ende des Kalten Krieges und dem danach fortlaufenden Zerfall des Warschauer Paktes, zum wichtigsten Devisenbringer und Motor der Gesamtwirtschaft Kubas entwickelt hat. Die daraus resultierenden gesetzlichen und gesellschaftlichen Veränderungen haben Konsequenzen für die Politik und die Bevölkerung des Landes, da sie zunehmend mit der Marktwirtschaft der Industrienationen konfrontiert werden.

Des Weiteren werden zwei Nischenprodukte der Tourismus-Branche genauer beschrieben. Es handelt sich dabei um den Ökotourismus und den Gesundheitstourismus. Auch hier soll die Entstehung dieser Tourismusarten näher beschrieben werden.

Im letzten Teil der Seminararbeit werden die Möglichkeiten beschrieben, die sich aus dem Tourismus ergeben, aber auch die daraus resultierenden Probleme und Gefahren für das kommunistische System, sowie der Einfluss auf das soziokulturelle Leben der Kubaner. Abschließend wird ein Fazit gezogen und ein Ausblick auf die mögliche Entwicklung des Tourismus auf Kuba gegeben.

1. Geographische Einordnung, Klima und Bevölkerung

1.1 Geographische Lage

Der Staat Kuba setzt sich aus der Insel Kuba und weiteren 1600 Inseln und Kleininseln zusammen. Er liegt im Westen des karibischen Meeres und umfasst eine Gesamtoberfläche von 110.992 km², wovon 105.000 km² auf die Insel Kuba entfallen, der somit größten Insel der Antillen.

Die längste Ost-West Ausdehnung beträgt ca. 1250 km, die Nord-Süd Ausdehnung liegt zwischen 32 und 210 Km. Das Klima ist subtropisch. Zur amerikanischen Küste (Florida) sind es ca. 180 km, nach Mexiko 210 km.1

1.2 Bevölkerung

In der Republik Kuba leben ungefähr 11 Mio. Menschen, die sich hauptsächlich aus den Nachfahren der spanischen Einwanderer (ca.70%) und den Nachfahren der afrikanischen Sklaven (ca.12%) zusammensetzen. Den Rest bilden Mulatten, Mestizen und ein kleiner Teil von Asiaten, die vorwiegend aus China stammen.2

Von den 11 Mio. Einwohnern leben 2/3 in den Städten; die größte ist Havanna mit ca. 1,6 Mio. Einwohnern (zweitgrößte ist Miami mit ca. 2 Mio. Kubanern). Kuba hat eine sehr geringe Kriminalitätsrate. Auf der gesamten Insel gibt es kaum Analphabetismus. Die Quote liegt bei ca. 2 % und ist mit der in den Industrienationen vergleichbar. Die Bildung ist von der Grund- bis zur Hochschule kostenfrei, für die Hochschulbildung stehen 48 Universitäten zur Verfügung.

Ebenfalls gesichert ist die medizinische Grundversorgung. Wie die Schulbildung ist auch sie kostenlos. Die Kindersterblichkeit ist die niedrigste aller 3.Welt-Länder und hat auch hier das Niveau der europäischen Länder erreicht (7,2% und bei den 1-4 Jährigen 4,3%). Ein Grund hierfür ist, dass die Kinder in den Folgemonaten nach der Geburt gegen 92 Krankheiten geimpft werden3.

1.3 Politik

Die einzige Partei auf der Insel ist die kommunistische Partei Kubas (KKP). Die Nationalversammlung zählt 601 Mitglieder. Sie werden alle fünf Jahre gewählt. Aus ihr gehen alle zwei Jahre die 31 Mitglieder des Staatsrates hervor, dessen Vorsitzender Fidel Castro ist. Die Kubaner sind ab dem 16. Lebensjahr wahlberechtigt.

In der kommunistischen Republik wird keine Opposition zugelassen4.

1.4 Wirtschaft

Die bedeutendste Rolle in der kubanischen Wirtschaft spielte über mehrere Jahrzehnte der Anbau und Export von Zuckerrohr. Der Anteil des Zuckerexportes beträgt heute noch fast 75% des gesamten Exportes. Daneben werden andere landwirtschaftliche Güter wie Tabak, Kaffee, tropische Früchte und Gemüse angebaut.

In den letzten Jahren ist auch im Fischfang ein Mengenanstieg zu verzeichnen. So lag die Produktion im Jahr 2000 bei 200.000 Tonnen Fisch, die weiterverarbeitet wurden. Große Bodenschätze hat Kuba nicht zu bieten, außer Nickel wird nichts in größeren Mengen gefördert. Das vorhandene Erdöl deckt nur 10% des Eigenbedarfes,5 so dass fehlende Ressourcen aus dem Ausland importiert werden müssen.

Die Abhängigkeit Kubas von Importen wurde nach dem Zerfall der Sowjetunion Anfang der 90er Jahre deutlich. Die Energieversorgung konnte nicht mehr gewährleistet werden, so dass Stromausfälle über mehrere Stunden an der Tagesordnung waren und die Regierung Kürzungen bei der Verteilung der Güter vornahm. Zudem büsste Kuba innerhalb von drei Jahren ca. 80% des Außenhandels ein und stand am Rande eines ökonomischen Kollaps. Der Preisverfall des Zuckers, aufgrund einer gesättigten Weltnachfrage, verschärfte die Situation zunehmend. Aus der Not heraus entdeckte Kuba den Tourismus als neuen Devisenbeschaffer, so dass der Dienstleistungssektor der Insel zum bestimmenden Wirtschaftsbereich heranwuchs.

Das große Außenhandelsdefizit ist auch heute noch eines der größten Probleme der kubanischen Wirtschaft. Die Ausgaben für die Importe können bei weitem nicht von den Exporteinnahmen gedeckt werden. Hinzu kommt, dass durch die hohen Ansprüche der Touristen viele weitere „Luxusgüter“ importiert werden müssen und somit die Gewinne aus dem Tourismus geschmälert werden.

1.5 Religion

Durch die Verfassung wird den Einwohnern Religionsfreiheit garantiert. Die Mehrheit ist aber dennoch konfessionslos. Die Kubaner, die einer Religionsgemeinschaft angehören, sind Christen, die meisten davon Katholiken.6

1.6 Die Flagge

Auf der Flagge der Republik Kuba sind die Farben Blau, Rot und Weiß zu erkennen. Die blauen Streifen repräsentieren die damaligen Bezirke auf Kuba. In den weißen Streifen soll sich die Klarheit der Absichten der kubanischen Unabhängigkeitskämpfer widerspiegeln.

Das rote, gleichseitige Dreieck steht für die Ideale Gleichheit, Brüderlichkeit und Freiheit. Der weiße Stern soll die absolute Unabhängigkeit verdeutlichen7.

Abb. 1: Die Flagge der Republik Kuba

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: http://www.kuba-heute.de/index.php?page=2, 30.01.2003

2. Geschichtliche Entwicklung

2.1 Kuba in der Kolonialzeit

Um die heutigen wirtschaftlichen und politischen Strukturen des Landes besser verstehen zu können, bedarf es einer näheren Betrachtung der geschichtlichen Entwicklung Cubas.

Am 27. Oktober 1492 war es Christoph Columbus, der als erster Europäer die Insel entdeckte. Er sollte im Auftrag der spanischen Regierung einen Seeweg nach Indien erkunden.

Im Jahr 1511 waren es dann die Spanier, die nach einem unerbittlichen Kampf mit den Ureinwohnern der Insel, Kuba kolonialisierten.

Die Urbevölkerung setzte sich vorwiegend aus Tainos, Subtainos und Ciboneys zusammen, einfachen Jägern, Sammlern und Fischern. Die meisten von ihnen fielen bereits im Kampf gegen die Eroberer; die Übrigen wurden auf menschenverachtende Weise versklavt, so dass viele im kollektiven Suizid den letzten Ausweg sahen.

Es folgten zahlreiche Städtegründungen und nachdem der erhoffte Goldfund ausblieb, wurden massenhaft afrikanische Sklaven auf die Insel gebracht, die in den Kupferminen, in der Landwirtschaft und vor allem im Zuckerrohranbau eingesetzt wurden.

Nach der Eroberung Mexikos entwickelten sich die Küstengebiete Kubas nach und nach zum wirtschaftlichen und politischen Mittelpunkt, d.h. zum Vorposten Spaniens auf dem amerikanischen Kontinent“8. Allen voran wurde das heutige Havanna zum multikulturellen Treffpunkt und Umschlagsplatz für allerlei Handelsware. In den folgenden Jahren entwickelte sich die Wirtschaft in beachtlicher Weise, jedoch war es für das kubanische Volk unmöglich, selbst Handel zu betreiben, da die Spanier dies durch hohe Zölle und ihr Handelsmonopol unterbanden.

Erst nachdem die Briten 1762 Kuba eroberten, begann ein wirtschaftlicher Aufschwung. Nachdem elf Monate später Kuba im Tausch gegen Florida an Spanien zurückfiel, wurde der Handel teilweise liberalisiert9. Zudem entwickelte sich der Export von Zucker zur Haupteinnahmequelle Kubas, zu dessen größten Abnehmern sich die USA entwickelten. Es dauerte jedoch noch einige Jahre, bis 1818 die uneingeschränkte Handelsfreiheit erlassen wurde.

2.2 Kuba unter Einfluss der USA

Spätestens mit dem Erlass der Monroe Doktrin, in der die USA jede weitere Kolonialisierung im karibischen Raum den europäischen Mächten untersagte, wurden der amerikanische Einfluss und die damit verbundenen wirtschaftlichen Interessen in Bezug auf Kuba deutlich.

Nicht zuletzt die geographische Nähe zum Festland der Vereinigten Staaten ließ die Amerikaner auf eine Eingliederung Kubas hoffen.

Trotz zweier großzügiger Kaufofferten seitens der USA in den Jahren 1848 und 1854, war die spanische Krone nicht bereit Kuba zu verkaufen.10 Dennoch war der amerikanische Einfluss mittlerweile so groß, dass die wirtschaftlichen Prozesse der Insel durch die USA bestimmt wurden. Allein der Außenhandel mit den Vereinigten Staaten bezifferte sich im Jahre 1850 auf 39%11.

Noch gravierender wurde die amerikanische Einflussnahme nach der Beendigung des Unabhängigkeitskampfes der Kreolen.

Diese waren Nachfahren der ersten spanischen Besatzer und wollten durch den Krieg eine aktive Mitbestimmung in der Politik erreichen.

Die zehnjährige Auseinandersetzung verwüstete die gesamte Insel und ließ das Land verarmen. Besonders die Besitzer der Zuckerplantagen konnten der internationalen Konkurrenz nicht Stand halten, so dass amerikanische Geschäftsleute die Möglichkeit hatten, die Plantagen günstig zu erwerben.

[...]


1 Vgl. Cuba bietet ihnen, Reiseführer, Kuba, 2002, S. 2.

2 Vgl. http://home.t-online.de/home/v.preuss/fkuba.htm, 30.01.03

3 Vgl. Cuba bietet ihnen, Reiseführer, Kuba, 2002, S. 18/19

4 Vgl. http://www.cuba-si.org/archiv/gesetze/wahlen.htm, 30.012003

5 Vgl. www.cubaworld.com/gesellschaftnav.htm, 23.10.2002

6 Vgl. Cuba bietet ihnen, Reiseführer, Kuba, 2002, S.12

7 Vgl. Cuba bietet ihnen, Reiseführer, Kuba, 2002, S.11

8 Brühl, T., Joint Ventures in Kuba: Möglichkeiten der wirtschaftlichen Kooperation für ausländische Investoren zur Überwindung der Wirtschaftskrise, Bochum 1997 S. 7

9 Vgl. Brühl, T., Joint Ventures in Kuba: Möglichkeiten der wirtschaftlichen Kooperation für ausländische Investoren zur Überwindung der Wirtschaftskrise, Bochum 1997 S. 8

10 Vgl. Perez, L. A.,Jr. Cuba and the United States: Ties of Singular Intimacy, Athens/Georgia, 1990, S.43

11 Vgl. Massari, R., Geschichte Kubas, Jahr: 1992., S.77f.; vgl. Auch Perez, L.A., a.a.O. S.13

Details

Seiten
30
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638204323
Dateigröße
533 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v15266
Institution / Hochschule
Hochschule Bochum – Tourismus
Note
1,7
Schlagworte
Kuba Unter Berücksichtigung Tourismus Struktur- Entwicklungspolitik

Autoren

Teilen

Zurück

Titel: Kuba - Unter der besonderen Berücksichtigung des Tourismus