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Kennzahlen und Kennzahlensysteme in der modernen Unternehmung mit Hauptaugenmerk auf Balanced Scorecard und Six Sigma

Hausarbeit 2008 31 Seiten

BWL - Controlling

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Kennzahlen
2.1 Der Begriff Kennzahlen
2.2 Funktion und Bedeutung von Kennzahlen
2.3 Charakterisierung von Kennzahlen
2.4 Erstellungs- und Verwendungszweck von Kennzahlen
2.5 Wichtige Kennzahlen
2.6 Grenzen der Kennzahlenanwendung

3 Kennzahlensysteme
3.1 Definition Kennzahlensysteme
3.2 Funktion und Nutzen von Kennzahlensystemen
3.3 Du Pont – Kennzahlensystem
3.4 ZVEI – Kennzahlensystem
3.5 RL – Kennzahlensystem
3.6 Balanced Scorecard
3.6.1 Definition Balanced Scorecard
3.6.2 Balanced Scorecard als Managementsystem
3.6.2.1 Klärung von Vision und Strategie
3.6.2.2 Kommunikation von strategischen Zielen
3.6.2.3 Planung und Festlegung von Zielen
3.6.2.4 Verbesserung von strategischem Feedback und Lernen
3.6.3 Die vier Bereiche der Balanced Scorecard
3.6.3.1 Die finanzwirtschaftliche Perspektive
3.6.3.2 Die Kundenperspektive
3.6.3.3 Die interne Prozessperspektive
3.6.3.4 Die Lern- und Entwicklungsperspektive
3.6.4 Vor- und Nachteile der Balanced Scorecard
3.6.5 Die Balanced Scorecard in der Praxis
3.7 Six Sigma
3.7.1 Der Six Sigma Ansatz
3.7.1.1 Optimierung von Produktionsprozessen
3.7.1.2 Optimierung von Geschäftsprozessen
3.7.2 Six Sigma Verbesserungsprojekte
3.7.2.1 Phase Define (Definieren)
3.7.2.2 Phase Measure (Messung)
3.7.2.3 Phase Analyze (Analyse)
3.7.2.4 Phase Improve (Verbesserung)
3.7.2.5 Phase Control (Überprüfen, Steuer)
3.7.3 Die Six Sigma Roadmap
3.7.4 Verantwortlichkeiten und Rollenverteilung
3.7.5 Vorteile und Nachteile von Six Sigma
3.7.6 Six Sigma im Praxisbezug
3.8 EFQM
3.8.1 Qualitätsmanagement mit dem EFQM – Modell
3.8.2 Befähiger – Kriterien
3.8.3 Ergebnis – Kriterien
3.8.4 Vor- und Nachteile des EFQM – Modells
3.8.5 Das EFQM – Modell in der Praxis

4 Schlussfolgerung

5 Anhang
5.1 Literaturverzeichnis
5.2 Internet

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Du Pont – Kennzahlensystem (Auszug)

Abb. 2: ZVEI – Kennzahlensystem

Abb. 3: Die Balanced Scorecard als strategischer Handlungsrahmen

Abb. 4: Ursache und Wirkungszusammenhänge der Balanced Scorecard

Abb. 5: DMAIC Zyklus: Die 5 Phasen des Six Sigma (eigene Darstellung)

Abb. 6: Six Sigma Roadmap

Abb. 7: EFQM Modell

1 Einleitung

Kein Unternehmen kann heute auf Kennzahlen und Kennzahlensysteme verzichten. Die Kennzahlen sollen dem Management die Möglichkeit geben, Ursachen und Wirkungen, externe- und interne Einflussfaktoren sowie Kausalzusammenhänge zu erkennen. Um ein Unternehmen effizient zu steuern ist es notwendig, aussagekräftige Kennzahlen zu ermitteln, bzw. aufzubereiten. Die Daten sollten in der Regel zeitnah, verständlich und transparent zur Verfügung stehen, um die richtigen Entscheidungen treffen zu können.

„If you can’t measure it, you can’t manage it“[1]

Kennzahlen haben ein vielfältiges Anwendungsgebiet. Am häufigsten werden Kennzahlen mit der Betrachtung der finanziellen Situation eines Unternehmens in Verbindung gebracht. So geben Kennzahlen der Bilanz Aufschluss über die Vermögenswerte eines Unternehmens, und Cashflow-Kennzahlen haben einen Aussagewert über die Zahlungsströme im Unternehmen. Die Daten aus der Kosten- und Leistungsrechnung, sowie der Finanzbuchhaltung werden dem Controlling zur Verfügung gestellt.

Auch außerhalb eines Unternehmens finden Kennzahlen im privaten Umfeld Anwendungsmöglichkeit. Mit jedem Jahreswechsel gibt es neue persönliche Ziele, die als Zielvorgabe gesehen werden können. Im Verlauf der kommenden Wochen und Monaten kann nun gemessen werden, ob die Ziele erreicht wurden, bzw. bis zu welchem Prozentsatz. Innerhalb eines Unternehmens würde man vom Soll-Ist-Vergleich sprechen.

Im Bereich der Medizin finden Kennzahlen ebenfalls Verwendung. Auch hier gibt es wissenschaftliche Erkenntnisse, die als Kennzahlen dienen. Bei einer Blutuntersuchung kann der Blutzuckerspiegel gemessen werden, und der Arzt hat die Möglichkeit anhand eines Soll-Ist-Vergleichs feststellen, ob der Blutzuckerwert in Ordnung ist, oder ob Toleranzgrenzen unter- bzw. überschritten werden.

Die Umweltfaktoren für ein Unternehmen verändern sich mit einer stetig steigenden Dynamik. Märkte entwickeln sich heutzutage schneller, aber auch interne Veränderungen gilt es zu messen und zu steuern. In der betrieblichen Praxis spielen Kennzahlen somit eine immer bedeutendere Rolle.

Die vorliegende Hausarbeit basiert auf einer Literaturrecherche. Im zweiten Gliederungspunkt werden Begriffe im Zusammenhang mit Kennzahlen erläutert, sowie wichtige Kennzahlen dargestellt. Der dritte Gliederungspunkt soll einen Überblick über die aktuellen Kennzahlensysteme geben, die den Unternehmen gegenwärtig zur Verfügung stehen.

Aufgrund der Aufgabenstellung wurde das Hauptaugenmerk dieser Arbeit auf die Balanced Scorecard sowie auf Six Sigma gelegt. Darüber hinaus werden verwandte Systeme betrachtet, sowie Vor- und Nachteile erläutert. Anhand einiger Beispiele wird versucht werden, einen Praxisbezug herzuleiten. Auf unterschiedliche Derivate wird im Rahmen dieser Hausarbeit nicht eingegangen.

Eine abschließende Betrachtung folgt im vierten Gliederungspunkt.

2 Kennzahlen

2.1 Der Begriff Kennzahlen

Es existiert in der Literatur keine einheitliche Definition für den Begriff "Kennzahlen". Im Folgenden werden mehrere Betrachtungsweisen zitiert:

„Kennzahlen sind leicht fassbare [!], genaue Zahlenangaben über betriebliche und außerbetriebliche Tatbestände. Der Begriff "Kennzahl" soll auch die Bezeichnungen Kennziffer, Ratio, Messzahlen [!], Messziffern [!], Schlüsselzahlen, Standardzahlen und Standardziffern umschließen“.[2]

„Die Kennzahl bezieht sich auf wichtige betriebliche Tatbestände und stellt diese in konzentrierter Form dar. Sie dient der Unternehmensleitung dazu, rasch einen Überblick auf die Leistungsfähigkeit des Unternehmens zu erhalten“.[3]

„Kennzahlen stellen ein wichtiges Hilfsmittel für Planung (Sollgrößen) und Kontrolle (Istgrößen) dar“.[4]

„Sie sind Messgrößen, die als Verhältniszahlen oder absolute Zahlen verdichtet über einen zahlenmäßig erfassbaren Sachverhalt berichten. Traditionell drücken Kennzahlen einen monetären (finanziellen) Sachverhalt aus…“.[5]

In der beruflichen Praxis ist oft die Rede von sogenannten "KPI’s". Die Abkürzung steht für "Key Performance Indicator" und ist die englische Bezeichnung für Betriebswirtschaftliche Kennzahlen. Ermittelt werden Schlüsselindikatoren wie z. B. Leistungen oder Ergebnisse der externen Dienstleister.

2.2 Funktion und Bedeutung von Kennzahlen

Grundsätzlich kann man sagen, dass Kennzahlen und Kennzahlsysteme vorwiegend im betrieblichen Umfeld zur Anwendung kommen. Kennzahlen haben in der Regel eine besondere Aussagekraft und liefern in komprimierter Form wesentliche Informationen über ein Unternehmen. Kennzahlen sollten Faktoren berücksichtigen, die im Zusammenhang mit dem Unternehmenserfolg stehen, und sollten nicht nur vergangenheitsorientiert sein, sondern sowohl die Gegenwart als auch die Zukunft berücksichtigen.

Es ist wichtig, dass Kennzahlen sowohl die Interessen der Anteilseigner, als auch die Bedürfnisse der Kunden und Mitarbeiter berücksichtigen.

Kennzahlen werden im Wesentlichen durch drei Elemente gekennzeichnet. Reichmann, dessen Verdienst vor allem darin besteht, dass er zusammen mit Lachnit das RL – Kennzahlensystem (s. Pkt. 3.5) entwickelte, nennt hier den Informationscharakter, der es ermöglicht wichtige Zusammenhänge und Sachverhalte beurteilen zu können. Als weiteres Element ermöglicht die Quantifizierbarkeit, die erfassten Sachverhalte und Zusammenhänge in einem metrischen Zahlenniveau zu messen, und darauf aufbauend möglichst präzise Aussagen treffen zu können. Zusätzlich soll die spezifische Form der Information einer Kennzahl komplizierte Prozesse und Strukturen auf einfache Weise darstellen, und dem Management im Unternehmen einen schnellen und umfassenden Überblick ermöglichen.[6]

Kennzahlen können sowohl für die interne- als auch für die externe Betrachtung ein hilfreiches Instrument darstellen. Reichmann nennt die Bilanzanalyse als auch den Betriebsvergleich aus Sicht der externen Analyse. Bereits in den 20er Jahren wurden anhand von Jahresabschlussdaten Betriebsvergleiche vorgenommen. Bei der Betriebsanalyse wird hingegen auf interne, vergangenheitsorientierte Daten zurückgegriffen, welche Unternehmensentscheidungen beeinflussen sollen, und die sowohl aus gesamtunternehmerischen Daten als auch aus Teilfunktionen stammen können.[7]

Beim externen- aber auch im internen Vergleich finden Kennzahlen ihre Anwendung im sogenannten Benchmarking. Hierbei werden Unternehmen der gleichen Branche miteinander verglichen. Ziel hierbei ist es herauszufinden, wie das eigene Unternehmen im Verhältnis zum führenden Unternehmen dieser Branche abschneidet. Häufig werden diese Branchenwerte von Banken erstellt, um bei der Kreditvergabe als Entscheidungshilfe eine Grundlage zu bilden. In der Automobilindustrie ist zum Beispiel die Umsatzrendite ein häufig verglichener Wert. Ziel des Benchmarking ist es, von Spitzenunternehmen zu lernen, und Prozesse entsprechend anzupassen, dass die Lücke zum führenden Unternehmen kleiner wird. Der Leistungsrückstand soll reduziert werden, um die eigene Produktivität zu erhöhen.

Dem externen Unternehmensvergleich mit Kennzahlen sind Grenzen gesetzt. Zum einen werden nicht alle wertvollen Informationen preisgegeben, zum anderen machen unterschiedliche Fertigungsprogramme sowie unterschiedlich aufgebaute Rechnungswesen einen Vergleich oft schwierig.

Wie im externen Vergleich bieten die Kennzahlen auch im internen Bereich diverse Anwendungsmöglichkeiten. Hier lassen sich Abteilungen miteinander vergleichen, oder sogar komplexe Produktionsstandorte.

Interne Vergleiche bieten aber vor allem die Möglichkeit sich zu verbessern. Werden zum Beispiel einzelne Prozesse an einem Standort wirtschaftlicher bewältigt als an Anderen, so kann dies nur durch Messen, Bewerten und Vergleichen aufgezeigt werden. Anschließend können die Prozesse an anderen Standorten ebenfalls angepasst werden, wodurch Stückkosten oder Qualitätsmängel beseitigt bzw. verbessert werden.

Kennzahlen werden somit durch Messen oder Bewerten gewonnen bzw. ermittelt und können somit verglichen werden. Sie spielen immer dort eine signifikante Rolle, wo wichtige Entscheidungen für die Zukunft eines Unternehmens getroffen werden müssen. Sie dienen als Information und als Entscheidungsgrundlage. Gleichzeitig sind Kennzahlen Kontrollwerkzeuge, welche den Unternehmenserfolg sowie die Zielerreichung messbar machen.

Bei der Verarbeitung der zur Verfügung stehenden Informationen besteht die Schwierigkeit darin, die gewonnenen Daten sinnvoll zu verdichten und gegenüberzustellen. Kennzahlen und Kennzahlensysteme sind wichtig für Planung, Prognosen, Analyse und dienen der Steuerung und Kontrolle. Zudem sollen diese als Frühwarnsystem Daten für die künftige Unternehmensentwicklung liefern und die Unsicherheit bei Entscheidungen mindern.

Kennzahlen fungieren internen Entscheidungszwecken und bilden die Maßgröße für Zielvorgaben, die somit die Voraussetzung für erfolgreiche Kontrollaktivitäten darstellen.[8]

2.3 Charakterisierung von Kennzahlen

Es gibt unterschiedlichste Arten von Kennzahlen, die in der Regel in Grundzahlen und Verhältniszahlen unterteilt werden.

Form der Kennzahlen

Inhalt der Kennzahlen

Grundzahlen

Absolute Zahlen werden zu Kennzahlen, indem die Daten des eigenen Unternehmens mit den Daten der Mitbewerber verglichen werden.

Verhältniszahlen

Diese werden auch relative Zahlen genannt. Die Zahlen werden in Relation zu anderen Größen gesetzt, und wie folgt unterteilt:

- Gliederungszahlen, zum Beispiel Kundenumsatz zum Gesamtumsatz. Hier werden Teilmassen ins Verhältnis zu einer Gesamtmasse gesetzt.
- Beziehungszahlen entstehen dadurch, dass einzelne Werte, die in logischer Beziehung zueinanderstehen, miteinander ins Verhältnis gesetzt werden. Zum Beispiel Umsatz je Außendienstmitarbeiter.
- Messzahlen benötigen eine gemeinsame Basis, die zuvor festgelegt werden muss. Auf diese Weise können zum Beispiel aufeinander folgende Umsätze auf ein bestimmtes Ausgangsjahr bezogen werden.

Unternehmenskennzahlen

Unternehmenskennzahlen werden für den gesamten Unternehmensbereich gebildet. Unter anderem können dies sein:

- Rentabilitäts- und Cashflow- Kennzahlen
- Finanzierung- und Liquiditätskennzahlen

Bereichskennzahlen

Sie spiegeln bereichstypische Erscheinungen wieder und werden für einzelne Unternehmensbereiche oder Funktionen gebildet. In der Praxis werden diese zum Beispiel aus folgenden Bereichen gebildet:

- Produktion und Materialwirtschaft
- Rechnungswesen und Controlling.

Sollkennzahlen

Sie stellen die Zielvorgabe dar und müssen präzise formuliert werden.

Istkennzahlen

Mit den Istkennzahlen kann der Erfolg im Verhältnis zu den Sollkennzahlen gemessen werden.

Harte Kennzahlen

Hierbei handelt es sich um die finanziell messbaren Erfolgsfaktoren, die anhand der finanzwirtschaftlichen Kennzahlen gemessen werden.

Weiche Kennzahlen

Als die weichen Kennzahlen werden alle Kennzahlen bezeichnet, die nicht den finanzwirtschaftlichen Bereich betreffen.

Spätindikatoren

Sie resultieren aus betriebswirtschaftlichen Prozessen, die bereits abgelaufen sind und gelten als Ergebniskennzahlen.

Frühindikatoren

Diese werden auch Leistungstreiber genannt und beziehen sich auf die frühe Phase eines Prozesses. Sie sollen zum gegenwärtigen Zeitpunkt dazu beitragen, dass bestimmte Ergebnisse in einem späteren Zeitraum erreicht werden.

Tab. 1: Form und Inhalte der Kennzahlen

Quelle: Olfert, 2006, S.106f, (verändert).

In der Praxis erfolgt eine Unterteilung von absoluten Zahlen bzw. Grundzahlen. Es erfolgt eine Klassifizierung nach ihrer statistischen Form. Bei absoluten Zahlen handelt es sich in der Regel um Einzelkennzahlen, die Weber wie folgt beispielhaft nennt:

- Umsatz,
- Gewinn,
- Anzahl der Beschäftigten,
- Bilanzsumme,
- Anzahl verkaufter Einheiten von Fahrzeugen.

Diese Zahlen werden dann aufgrund ihrer wichtigen Information gesondert dargestellt.

Verhältniszahlen hingegen müssen immer berechnet werden. Es muss der Quotient aus zwei absoluten Zahlen gebildet werden. Hierbei steht im Zähler des Bruches immer die zu messende Größe. Im Nenner des Bruches steht die jeweilige Bezugsgröße.

Ein Beispiel hierfür wären Lohn- und Gehaltskosten in Prozent, die ins Verhältnis zu den Gesamtkosten gesetzt werden.[9]

Olfert nennt folgende Anforderungen, die an Kennzahlen gestellt werden:

- Eine Zielsetzung muss klar erkennbar sein,
- Tatbestände müssen eindeutig und interpretierbar sein,
- Die Daten müssen aktuell sein,
- Sie dürfen nicht ausschließlich vergangenheitsbezogen sein, sondern müssen einen Zukunftsbezug ermöglichen,
- Sie sollten funktions- bzw. bereichsübergreifende Betrachtungsmöglichkeit bieten,
- Sie sollten einfach aufgebaut sein,
- Die Ermittlung und Auswertung muss wirtschaftlich sein,
- Ihre Anzahl muss überschaubar sein.

Kennzahlen erhalten in der Regel erst eine Aussagefähigkeit, sobald diese in einem zeitlichen oder sachlichen Bezug gestellt werden.

Ein zeitlicher Zusammenhang entsteht, sobald zeitlich aufeinander folgende Zahlen einen aussagekräftigen Trend ergeben.

Ein sachlicher Zusammenhang entsteht durch die Abbildung vieler einzelner Kennzahlen in einem geordneten Kennzahlensystem.[10]

2.4 Erstellungs- und Verwendungszweck von Kennzahlen

Der Prozess der Kennzahlenerstellung und deren Verwendung lässt sich in vier Phasen unterteilen:

- Sammlung entscheidungsrelevanter Basisinformationen für den jeweils verfolgten Zweck.
- Verdichtung der Basisinformationen zu Kennzahlen. In Abhängigkeit von den Informationsbedürfnissen muss der Verdichtungsgrad der Kennzahlen festgelegt werden.
- Kommunikation der Kennzahlen an das Management bzw. an die Führungskräfte.
- Entscheidung des Managements. Manager müssen die Kennzahlen richtig interpretieren können, und diese entsprechend anwenden wollen.[11]

2.5 Wichtige Kennzahlen

- Finanzkennzahlen

- Return on Investment [%]: Erfolg / investiertes Kapital x 100
- Deckungsbeitrag [€]: Umsatzerlöse − Einzelkosten − variable Kosten
- Kapitalumschlag: Umsatz / investiertes Kapital

- Markt- und Kundenkennzahlen

- Marktanteil [%]: Umsatz / Umsatzvolumen Gesamtmarkt x 100
- Kundenakquisitionsrate [%]: Anzahl neuer Kunden / Anzahl alter Kunden x 100

- Prozesskennzahlen

- Fehlerquote [%]: Ausschuss der Periode / Produktionsmenge der Periode x 100
- Kapazitätsauslastung [%]: tatsächliche Maschinenlaufzeit / mögliche Maschinenlaufzeit x 100

- Mitarbeiterkennzahlen

- Krankenstand [%]: Zahl krankheitsbedingter Ausfalltage / Jahresmenge x 100
- Fluktuationsquote [%]: Ausgeschiedene Mitarbeiter je Periode / durchschnittliche Mitarbeiterzahl x 100
- Mitarbeiterproduktivität [€]: Erfolg / durchschnittliche Mitarbeiterzahl

- Innovationskennzahlen

- Innovationsrate [%]: Umsatz mit neu eingeführten Produkten / Gesamtumsatz x 100
- Forschungsintensität [%]: F & E Aufwand / Umsatz x 100
- Vorschlagsquote: Anzahl der Verbesserungsvorschläge / Mitarbeiterzahl.

[...]


[1] Horváth, 1997, S.20.

[2] Weber, 2002, S.12.

[3] Olfert / Rahn, 1997, S.485.

[4] Horváth, 2006, S.543.

[5] Weber, 2005, S70.

[6] Vgl. Reichmann, 1997, S19.

[7] Vgl. Reichmann, 1997, S20.

[8] Vgl. Reichmann, 1997, S20.

[9] Vgl. Weber, 2002, S.16ff.

[10] Vgl. Olfert, 2006, S.107f.

[11] Vgl. Weber, 2005, S.70.

Details

Seiten
31
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640647262
ISBN (Buch)
9783640647415
Dateigröße
1015 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v152593
Institution / Hochschule
Donau-Universität Krems - Universität für Weiterbildung – Department für Governance & Public Administration
Note
1,8
Schlagworte
Kennzhalen Kennzahlensysteme Du Pont ZVEI RL Six Sigma Balanced Scorecard Finanzwirtschaft Grundzahlen Verhältniszahlen Bereichskennzahlen Harte Kennzahlen Weiche Kennzahlen EFQM

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Titel: Kennzahlen und Kennzahlensysteme in der modernen Unternehmung mit Hauptaugenmerk auf Balanced Scorecard und Six Sigma