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Aufgaben und Möglichkeiten der Erziehungsberatung bei Schulverweigerung

Ein Einblick in eine aktuelle Thematik

Wissenschaftlicher Aufsatz 2010 12 Seiten

Pädagogik - Schulpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1 Einleitung

2 Aktive und passive Schulverweigerung
2.1 Passive Schulverweigerung
2.2 Aktive Schulverweigerung
2.2.1 Schulschwänzen
2.2.2 Schulangst
2.2.3 Schulphobie

3 Thesen
3.1 These 1: Gezielte Beratung und entsprechende Maßnahmen können Schulangst minimieren
3.2 These 2: Elterntraining ermöglicht Verhaltensänderungen, die sich positiv auf die Schulverweigerung auswirken
3.3 These 3: Verhaltensmodifikation fördert den Schulbesuch
3.4 These: 4: Schulische Erfolge wirken schulvermeidendem Handeln entgegen

4 Fazit

5 Literatur

1 Einleitung

Schulverweigerung kann als zunehmendes Problem westlicher Industrieländer gesehen werden und muss daher als ein kulturgeographisches Phänomen gesehen werden (vgl. Oelsner, 2007, S. 99; Oelsner & Lehmkuhl, 2004, S. 9). Das Phänomen ist nicht neu und in ihrer vielfältigen Form mindestens so alt wie die Schulpflicht selbst (vgl. Mutzeck, 2007, S. 7). In unserem Sprachgebrauch existieren unterschiedliche Begriffe, um das Fernbleiben vom Unterricht zu beschreiben: Schulverweigerung, Schulabsentismus, Schulmüdigkeit (vgl. Oelsner, 2007, S. 99). Das Ergebnis ist jedes Mal, dass Kinder und Jugendliche der Schule fernbleiben und somit ihre Schulpflicht nicht erfüllen.

Zu Beginn werden die verschiedenen Formen der Schulverweigerung erläutert, um einen Einblick in die Komplexität dieses Phänomens zu erhalten.

2 Aktive und passive Schulverweigerung

Spricht man von Schulverweigerung, wird davon ausgegangen, dass die SchülerInnen nicht in die Schule gehen. Dies kann jedoch nicht in diesem Sinne gesehen werden. Grob kann zwischen passiver und aktiver Schulverweigerung unterschieden werden (vgl. Mutzeck, 2007, S. 8f):

2.1 Passive Schulverweigerung

Hier kann man von Unterrichts- bzw. Schulaversion sprechen. Die SchülerInnen wohnen dem Unterricht zwar bei, verhalten sich aber passiv bis destruktiv. Die SchülerInnen sammeln keine Fehlstunden. Ihr Verhalten wird meist verschieden interpretiert und von den Lehrkräften versucht, entsprechend entgegenzuwirken. Destruktives Verhalten im Unterricht kann vielfältige Ursachen haben, auf die hier nicht näher eingegangen wird.

2.2 Aktive Schulverweigerung

Hier kann man von Unterrichts- bzw. Schulschwänzen sprechen, wenn SchülerInnen teilweise (gelegentlich, immer wieder) in einzelnen Stunden oder an einzelnen Tagen abwesend sind bzw. von Unterrichts- bzw. Schulabsentismus, wenn sie total (auf längere Zeit) abwesend sind.

Im vorliegenden Artikel werden folgende drei Formen der Schulverweigerung erläutert:

- Schulschwänzen
- Schulangst
- Schulphobie

Weiters werden Thesen aufgestellt, welche Aufgaben und Möglichkeiten die Erziehungsberatung beim Phänomen Schulverweigerung bieten kann, um diesem entgegenzuwirken.

2.2.1 Schulschwänzen

Diese Form der Schulverweigerung ist nicht neu. Die Gründe dafür sind vielfältig, wenngleich sie sich in den letzten Jahren mit Sicherheit gewandelt haben. Galt es früher, im elterlichen Betrieb mitzuhelfen oder mit diversen Tätigkeiten zum Gesamteinkommen der Familie etwas beizusteuern, sind heute die Gründe meist in der Verweigerung der Anstrengungsbereitschaft zu suchen (vgl. Oelsner, 2007, S. 99).

Schule macht den Schulschwänzern in der Regel nicht Angst. Sie empfinden sie als lästig und langweilig. Schule hat nur wenig Prestige, das Freizeitangebot verspricht mehr Spannung und Lustgewinn. Aus der Sicht der Jugendpsychiatrie gilt Schulschwänzen als Störung des Sozialverhaltens. Die Kinder und Jugendlichen verhalten sich aufsässig, ungehorsam, trotzig und oppositionell. Regeln werden negiert, was nicht selten zu Konflikten innerhalb der Familien führt, sobald diese vom Fernbleiben erfahren (vgl. Oelsner, 2007, S. 99).

2.2.2 Schulangst

Schulangst kann als Angst vor der Schule beschrieben werden. Angstauslöser müssen daher im System Schule gesucht werden. Dies können schulische Anforderungen, Personen aber auch die schulische Umgebung sein (vgl. Oelsner, 2007, S. 100). Unter Personen sind LehrerInnen wie auch MitschülerInnen zu verstehen. Die Betroffenen können Angst vor einer Lehrperson oder aber auch Angst vor MitschülerInnen haben. Es kann sein, dass sie sich wenig unterstützt, bedroht oder gar gemobbt fühlen. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen sehen als letzte Möglichkeit nur noch ein Vermeiden der angstvollen Situation (vgl. Ricking, 2007, S. 92).

2.2.3 Schulphobie

Schulphobie hat nichts mit der Angst vor der Schule zu tun. Kinder und Jugendliche mit Schulphobie haben Angst, sich von den Eltern zu trennen bzw. sich von der vertrauten Umgebung zu lösen (vgl. Oelsner, 2007, S. 103).

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Details

Seiten
12
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640657186
ISBN (Buch)
9783640658299
Dateigröße
425 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v151903
Institution / Hochschule
Pädagogische Hochschule Salzburg
Note
Schlagworte
Erziehungsberatung Schulverweigerung Schulschwänzen Schulangst Schulphobie Verhaltensmodifikation Elterntraining

Autor

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