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Die Bedeutung des Gallischen Krieges für Caesars politische Karriere

von Moritz Leopold (Autor)

Hausarbeit 2010 17 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Politische Ausgangslage in Rom

3. Caesars Gründe für den Krieg
3.1. Vermehren seiner „dignitas“
3.2. Vergrößern seines Heeres
3.3. Bereicherung durch Kriegsbeute

4. Die Bedeutung der gewonnenen Reichtümer
4.1. Beschenkung und Belohnung der Soldaten
4.2. Politische Einflussnahme

5. Abriss der politischen Geschehnisse in Rom

6. Fazit

Quellenverzeichnis

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Gallische Krieg zählt zu den bekanntesten Kriegen der Römischen Geschichte. Ausschlaggebend dafür dürfte zum einen sein, dass die „ Commentarii de Bello Gallico “ wohl zu den geläufigsten antiken Quellen gehören und in der Schule bis heute mit Vorliebe übersetzt werden, zum anderen hat die humorhafte Darstellung des römisch-gallischen Konfliktes in der Comicreihe „ Asterix und Obelix “ ihren Teil dazu beigetragen, die Gallier populär zu machen. Der Gallische Krieg jedoch ist weit mehr als das Bestreben eines ambitionierten Politikers, ein kleines unbeugsames Dorf zu unterwerfen.

In der vorliegenden Arbeit soll untersucht werden, welchen persönlichen Nutzen Gaius Julius Caesar[1] aus dem Gallischen Krieg hinsichtlich seiner politischen Karriere ziehen konnte. Wichtige Punkte meiner Arbeit werden die Gründe Caesars sein, den Krieg in Gallien führen zu wollen und die Möglichkeiten, mit den in Gallien erbeuteten Reichtümern direkt und indirekt einen Einfluss auf die politischen Geschehnisse in Rom zu nehmen.

Natürlich können weder die Ereignisse in Rom, noch der Verlauf des Gallischen Eroberungszuges im Detail dargestellt werden, da dies zu umfassend wäre und den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde. Vielmehr soll eine beispielhafte Auswahl verschiedener Aspekte erfolgen, um Herauszuarbeiten und Aufzuzeigen, wie wichtig der Krieg für Caesars politische Karriere war. Der unmittelbare Zusammenhang der Kämpfe in Gallien mit der stadtrömischen Politik und das gegenseitige Beeinflussen beider Aktivitäten wurde schon von den antiken Autoren erkannt und als selbstverständlich vorausgesetzt.[2] Zeitlich wird sich die Arbeit hauptsächlich auf die Jahre von 58 v.Chr. bis 50 v.Chr. beziehen, also ungefähr auf die Zeit von Caesars Prokonsulat.

Die wichtigste Quelle aus dieser Zeit könnte dabei natürlich Caesars Werk über den Gallischen Krieg selbst bilden. Ich habe mich aber dafür entschieden, dieses nur als Vergleichswerk heranzuziehen, da Caesars „ Commentarii de Bello Gallico“ dem Senat gegenüber eine rechtfertigende Position einnehmen und als Propaganda im Hinblick auf die bevorstehenden innenpolitischen Konflikte gelten könnten,[3] sodass eine Neutralität der Berichte fast ausgeschlossen scheint. Erkennbar wird das zum Beispiel daran, dass kaum erbeutete Reichtümer erwähnt werden, die aber definitiv, wie sich in Kapitel vier dieser Arbeit zeigen wird, gemacht wurden. Lediglich in dem von Hirtius verfassten achten Buch wird das Beutemachen erwähnt.[4] Meine Ausführungen werden sich daher hauptsächlich auf drei Quellen stützen: Suetons Biographie über Caesar aus seinen „ De vite Caesarum “, den Caesar betreffenden Teil in Plutarchs Werk „ Plutarchi vitae paralellae “ und schließlich die „ Römische Geschichte[5] von Cassius Dio.

Diese drei Werke werden in vergleichender Betrachtung zu Caesars Berichten den Grundstock meiner Arbeit bilden. Ich möchte dabei so vorgehen, dass ich zunächst die politische Ausgangslage in Rom schildere, anschließend verschiedene Aspekte des Krieges und den Möglichkeiten der Machterweiterung für Caesar miteinander in Verbindung bringe und abschließend eine zusammenfassende Darstellung in einem Fazit vornehme.

2. Politische Ausgangslage in Rom

Als Verwandter des Marius ist Caesar der Gruppe der Popularen zuzurechnen. Auch seine Hochzeit mit Cornelia, der Tochter des Popularen Cinna, im Jahr 84 v.Chr. bekräftigte diese politische Orientierung. Damit hatte es Caesar schwer, seine politischen Ambitionen in die Tat umzusetzen, denn er musste sich oft gegen die Optimaten im Senat durchsetzen. Eine gute Möglichkeit, sich eine politische Machtstellung zu erkämpfen, gab es im militärischen Bereich.[6]

Nach seiner Rückkehr von einem Feldzug in Hispania Ulterior 60 v.Chr. konnte er sich erfolgreich bei den Konsulatswahlen für das folgende Jahr durchsetzen. Ein inoffizielles politisches Bündnis mit Pompeius und Crassus verschaffte ihm die nötige Sicherheit in der Politik.[7]

Caesar erließ eine Reihe von Gesetzen, die seine Stellung festigten und seinen Reichtum mehrten. Am wichtigsten im Hinblick auf sein späteres Wirken war jedoch die „ Lex Vatina de imperio Caesaris “, die ihm die Provinzen Gallia Cisalpina und Illykrium mit drei Legionen für fünf Jahre[8] zuteil werden ließ.[9] Auf Druck fügte der Senat später noch die dritte Provinz Gallia Transalpina und eine vierte Legion hinzu.[10] Die Verwaltung von Provinzen war stets eine Möglichkeit, seinen politischen Einfluss zu vergrößern. Caesar hatte dadurch die Chance, seinen Ruhm zu mehren, in den Provinzen Beute zu machen und ein ihm treues Heer zu formen.[11] Dieses Bestreben wird ihm auch von Cassius Dio bescheinigt.[12]

Nach der Niederlegung des Konsulats wurde eine Untersuchung von Caesars Amtszeit beantragt.[13] Caesar entzog sich der Anklage, indem er vor der Stadt mit seinem Heer lagerte. Schließlich begab er sich im März 58 v.Chr.[14] im Amt eines Prokonsuls[15] nach Gallien. Durch den Weggang nach Gallien waren Caesars Einflussmöglichkeiten auf die römische Politik drastisch gesunken. Durch die räumliche Entfernung war es ihm nahezu unmöglich, selbst und direkt Einfluss auf die Geschicke in der Heimat zu nehmen.[16] Tatsächlich war es so, dass eine gewöhnliche Briefsendung bis zu dreißig Tage dauern konnte und selbst Eilboten kaum weniger als 12 Tage unterwegs waren.[17]

Caesar entgegnete diesem Problem, indem er versuchte, sich die Beamten eines jeden Jahres zu verpflichten oder diejenigen in ihrer Bewerbung zu unterstützen, die für ihn in Rom Entscheidung beantragen oder durchsetzen konnten.[18] Es ist also erkennbar, dass nur unter größtem politischen Geschick und großer Kenntnis seiner Feinde ein Betreiben der Politik außerhalb Roms möglich sein konnte. Umso mehr war Caesar abhängig vom Triumvirat mit Crassus und Pompeius. Um diesen „Dreimännerbund“ zu festigen, vermählte Caesar seine Tochter mit Pompeius, wodurch er diesen noch enger an sich band.[19] Die Ausgangslage im Jahre 58 v.Chr. barg also innenpolitisch durch die Auseinandersetzung mit einem Großteil der Senatoren, die er durch seine Gesetze zur Zeit des Konsulats gegen sich aufgebracht hatte, viele Probleme in sich, die durch seine räumliche Trennung zur Hauptstadt noch erhöht wurden. Deswegen war das Triumvirat seine einzige Chance, in Abwesenheit einen Machtstatus aufrecht zu erhalten, was zum einen ein großes Maß an Vertrauen, zum anderen aber ein noch viel größeres Maß an Voraussicht und politischer Planung voraussetzte. Ulrich Maier spricht in diesem Zusammenhang von einem „komplizierten Zusammenspiel der politischen Kräfte in Rom“ und einem „taktischen Wechsel von Miteinander und Gegeneinander der verschiedenen Adelsfraktionen“.[20]

3. Caesars Gründe für den Krieg

Warum wollte Caesar um jeden Preis die Stadthalterschaft über die gallischen Provinzen? Und warum forcierte er mit aller Macht einen Krieg?[21] Ein Grund für das Interesse an Gallien sind sicherlich die dort stationierten Legionen[22] gewesen, die Caesar mit der Übernahme der Stadthalterschaft zugesprochen bekommt. Der neue Pauly schreibt davon, dass er den Krieg führe, „um seine dignitas[23] zu mehren und seine leeren Kassen zu füllen“.[24] Doch schauen wir uns die Gründe einzeln an.

[...]


[1] Im Folgenden nur noch unter seinem Cognomen „Caesar“ genannt.

[2] Maier, U., Caesars Feldzüge, 12.

[3] Ulrich Maier bezeichnet das Werk als „[…] gekennzeichnet durch eine gewisse Ungenauigkeit und
Unvollständigkeit im Bereich der Fakten und einer für uns nur noch schwer nachprüfbaren Darstellung der
Zusammenhänge und Handlungsmotivation.“
; Ebd. 16.

[4] So z.B. in Caes. Gall. 8, 27.

[5] ‘Ῥωμαϊκὴ ἱστορία.

[6] Maier, U, Caesars Feldzüge, 20.

[7] Will, W., DNP II, 1997, 910.

[8] Üblicher Weise erhielt man die Stadthalterschaft nur auf ein Jahr.

[9] Klotz, N.N., RE X 1, 1972, 200.

[10] Will, W., DNP II, 1997, 913.

[11] Klotz, N.N., RE X 1, 1972, 200.

[12] Cass. Dio. 38, 31.

[13] Nach geltendem Recht konnte ein Amtsträger immer nur nach seiner Amtszeit für Gesetzesbrüche belangt
werden, was einer der Gründe für das Prinzip der Annuität war.

[14] Zu dieser Zeit beginnen die Berichte in Caesars „ Commentarii de Bello Gallico “.

[15] Seit Sulla war es nur noch Prokunsuln und Propraetoren vorbehalten, eine Stadthalterschaft im Anschluss an
ihre reguläre Magistratur zu übernehmen.

[16] Maier, U. Caesars Feldzüge, 21.

[17] Ebd. 83.

[18] Suet. Caes., 23.

[19] Maier, U., Caesars Feldzüge, 25.

[20] Ebd. 24.

[21] Cassius Dio spricht in XXXVIII 35 z.B. davon, die Soldaten seien der Auffassung, einen Krieg nur Caesars
persönlichem Ehrgeiz wegen führen zu müssen.

[22] Klotz, N.N., RE X 1, 1972, 201.

[23] Die wortwörtliche Übersetzung, wie sie auch heute noch vor allem im Krankenwesen und von der Kirche
benutzt wird ist „Würde“; hier aber eher mit eher mit „Ansehen“ oder „Verdienst“ zu übersetzen.

[24] Will, W., DNP II, 1997, 913.

Details

Seiten
17
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640634217
ISBN (Buch)
9783640634415
Dateigröße
510 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v151768
Institution / Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Note
1,3
Schlagworte
Cäsar Gallien Gallischer Krieg Prokonsulat Cisalpina Caesars Karriere Bello Gallico 58 v.Chr. 50 v.Chr. Hirtius Beutezüge

Autor

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