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Geschichte der Philosophinnen

Hausarbeit 2009 18 Seiten

Philosophie - Epochenübergreifende Abhandlungen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was ist Philosophie?

3 Was ist die Geschichte der Philosophie?

4 Diotima (Antike)

5 Hildegard von Bingen (Mittelalter)

6 Tullia D´Aragona (Renaissance)

7 Mary Wollstonecraft (Aufklärung)

8 Hedwig Dohm (19. Jahrhundert)

9 Hannah Arendt (20. Jahrhundert)

10 Fazit

11 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die Geschichte der Philosophie. Ein Titel und eine bestimmte Assoziation. Es scheint sich hier wirklich um eine reine Männersache zu handeln, denn es werden immer hauptsächlich Männer im philosophischen Kontext erwähnt. Philosophieren Frauen anders und gibt es überhaupt erfolgreiche Philosophinnen? So könnten gängigen Fragen zu diesem Themenfeld aussehen, denn Frauen waren in der Philosophie schon immer unterrepräsentiert. Außerdem sind Originaltexte von bedeutenden Philosophinnen selten erhalten, manchmal bewusst gefälscht oder zum Verschwinden gebracht worden[1].

Diese Hausarbeit, zum Seminar „ Die Geschichte der Philosophie. Zur Entstehung einer philosophischen Disziplin“, soll eine kurze Einführung in die Philosophie und ihre bedeutenden weiblichen Vertreter geben. Hierbei kann, aufgrund des begrenzten Seitenumfangs, nur auf sechs ausgewählte Philosophinnen verschiedener Epochen eingegangen werden. So werden zuerst einmal die Grundlagen erläutert und danach erfolgt die Beschreibung der Geschichte der Philosophinnen.

2 Was ist Philosophie?

Im Brockhaus heißte es, Philosophie ist das Streben des menschlichen Geistes, die Zusammenhänge des Seins und die Grundsätze der Lebensführung und Daseinsgestaltung zu erkennen[2]. Doch was genau bedeutet Philosophie, wann und wozu philosophiert man und wie hilft diese Tätigkeit uns im Leben weiter? Diese Frage beschäftigt die Menschen schon seit Jahrhunderten von Jahren und verliert auch in der heutigen Zeit nicht an Wichtigkeit. Wenn wir uns die oben vom Brockhaus angegebene Definition anschauen, dann müssen wir uns erst einmal klar machen, was das Wort „Philosophie“ überhaupt bedeutet. Philosophie leitet sich von dem griechischen Wort „philosophia“ ab und bedeutet „ Liebe zur Weisheit“[3]. Jeder Mensch ist befähigt (angestrengt) nachzudenken, solange der die Sprache, das Selbstbewusstsein und ein menschliches Gehirn, also das Denken beherrscht. So ist der Mensch schon immer bestrebt Weisheit zu erlangen und sich ständig weiter zu bilden. Doch für jedes Individuum gestaltet sich diese zu erlangende Vollkommenheit anderes und so ist es nicht verwunderlich, dass jeder Mensch auf anderem Wege zu seiner individuellen Erkenntnis gelangt. So sind dem philosophischen Denken keine Grenzen gesetzt, denn alle denkbaren Themen bieten Ansatz zum philosophieren. So untersucht der Philosoph die Welt und ihre Beziehungen zu ihr und fragt eigenständig nach dem „Warum“. So müssen im Zentrum des Philosophierens immer die Fragen stehen. Ein Mensch philosophiert, indem er fragt, argumentiert, bestimmte Gedanken ausprobiert und mögliche Argumente gegen sie erwägt, und darüber nachdenkt, wie unsere Welt wirklich beschaffen ist[4]. Dabei gibt es keine bestimmten festgelegten Gegenstände über die philosophiert werden kann/ darf, sondern alle alltäglichen (Lebens-) Fragen können Grundlage sein. Es gibt eigentlich nichts, was nicht Gegenstand der Pilosophie sein könnte. „Vom Größten bis zum Kleinsten und Unbedeutendsten, von Entstehung und Aufbau der Welt bis zum richtigen Verhalten im täglichen Leben, von den höchsten Fragen nach Freiheit, Tod und Unsterblichkeit bis zum Essen und Trinken- alles kann Gegenstand philosophischer Reflexion sein.“ (Störing 2006: S. 25.). Charakteristisches Merkmal ist der Gebrauch logischer Argumente. So erfinden Philosophen Argumente und kritisieren diese. Durch diese beschriebene Argumentationsstruktur lassen sich Begriffe klären und verstehen. Dabei kann Philosophisches Denken ebenso anregend wie verwirrend sein, denn es heißt „Denken ohne Sicherheitsnetz“[5]. Denn Philosophie unterscheidet sich von anderen Disziplinen. So stützt sich die Philosophie, im Gegensatz zu den Naturwissenschaften, nicht auf Experimente und Beobachtungen, sondern alleine auf das Denken. Außerdem kennt sie, im Gegensatz zur Mathematik, keine formalen Beweisverfahren. So gibt es auf jede philosophische Frage mehrere mögliche Antworten. Doch viele Fragen können erst gar nicht gelöst werden und werden die Menschheit noch lange beschäftigen. So muss sich ein Mensch der philosophiert klar machen, dass er auf bestimmte Fragen keine Antworten finden wird. Eine endgültige Lösung gibt es also nicht, nur eine Annäherung an die Wahrheit. Genau deshalb gibt es so viel verschiedene Thesen und Definitionen, um noch einmal auf die oben genannte Definition zurück zukommen, für den sich ständig verändernden Begriff der Philosophie. So kann man sagen, dass es so viele Definitionen für Philosophie gibt, wie es auch Philosophen gibt. So ist es unmöglich diesen Begriff in ein paar Sätzen „einzuengen“, denn alleine schon das Nachdenken über diese Thematik erfordert einen geistigen Anspruch, den man wiederrum auch als philosophischen Akt bezeichnen kann. So muss man sich intensiver mit diesem Thema auseinander setzten, um sich der Komplexität dieses „Begriffs“ klar zu werden. „Der Umkreis ihrer Probleme ist nicht fest umrissen. Obenan stehen das Sein selbst und seine allgemeinen Bestimmungen (Metaphysik, Ontologie), die Grundsätze und Formen der Erkenntnis (Erkenntnistheorie) sowie die allgemeinen Gesetzlichkeiten des Wahren (Logik), des Guten (Ethik), des Schönen (Ästhetik). Dazu kommen Sonderfächer wie Natur-Philosophie, Geschichts-Philosophie, Sprach-Philosophie, Kultur-Philosophie usw.“ (Brockhaus 2006: S.685.).

3 Was ist die Geschichte der Philosophie?

„Die Geschichte der Philosophie beschreibt die Entwicklung der philosophischen Strömungen vom Beginn der europäischen Philosophie im Griechenland des 6. Jahrhunderts v. Chr. bis zur Gegenwart.“ (Wikipedia 2008.). Jede ernsthafte Beschäftigung mit Philosophie stellt eine Mischung aus historischem und thematischem Studium dar, da man die Argumente und Irrtürmer früherer Philosophen kennen muss, um fundiert argumentieren zu können. Ohne diese Kenntnis der Geschichte hätten Philosophen niemals „Fortschritte“ gemacht. So hätten sie Fehler der Vorgänger nicht wahrgenommen und selbst wiederholt. Jedoch müssen sie aus den Fehlern und Irrtümern früherer Philosophen lernen um diese kritisieren und/ oder weiterentwickeln zu können. So entwickelte sich die Pilosophie immer weiter und es war die Aufgabe der Philosophen sich dementsprechend anzupassen und so eine eigene fundierte und kritische Theorien aufzustellen.

4 Diotima (Antike)

In den zahlreichen Philosophieschulen dieser Zeit treten Frauen praktisch nicht in Erscheinung. Da sie nicht am Unterricht teilnehmen durften, erhielten sie auch keine philosophische Bildung. In den platonischen Dialogen tauchen nur zwei Philosophinnen als Rednerinnen auf: Aspasia (*460, † 401) und Diotima (um 400 v.Chr.)[6]. Ich werde im Folgenden speziell auf Diotima eingehen. Diese Philosophin ist in der Forschung sehr umstritten, da sie als historische Person an keiner Stelle belegt ist[7]. Die Philosophien von Sokrates (Platons Lehrer) und Diotima wurden nur durch Dialoge Platons überliefert. In seinem berühmtesten Dialog „Symposion“ spricht Sokrates von einer weisen Frau, wobei es sich um Diotima handelt. Dieser Dialog handelt von der Liebe und so leitet Diotima Sokrates zur Erkenntnis des wahren Eros an. Sie beschreibt Eros nicht als richtigen Gott, sondern als Dämon. So steht dieses Wesen zwischen Gott und den Menschen und zwischen Eigenschaften wie gut und böse, schön und hässlich usw.. So ist Eros ein Mittelwesen, bedingt durch seine Herkunft. Von seiner Mutter Penia (Personifikation der Armut) habe er das Ärmliche und Hässliche geerbt und von seinem Vater Poros (Gott des Überflusses) das Streben nach Weisheit und Schönheit sowie Wahrheitsliebe[8]. So ist Eros das Symbol für das Streben nach dem Vollkommenen. Er sorgt also dafür, dass die Menschen zum Schönen und Guten streben und auf der Suche nach Wahrheit sind. Liebe wird nach Diotima definiert als Geburt des Schönen. Diese Geburt des Schönen sei dann eine göttliche Sache, die dem sterblichen Leben etwas Unsterbliches verleiht. So streben Liebende nach Unsterblichkeit, die sie auf körperlicher und geistiger Ebene zu erreichen ist. So entsteht auf körperlicher Ebene, durch die Zeugung und die anschließende Geburt eines Kindes, indem der Mensch sich selbst wieder erkennen kann und in dem er automatisch weiterlebt, eine Unsterblichkeit. Doch auch auf geistiger Ebene können Liebende Unsterblichkeit erlangen. So kann durch die Reproduktion der eigenen Seele, in der geliebten Person, das Schöne geschaffen werden. Die Unsterblichkeit wird hierbei durch die Weitergabe der Ideen, Tugenden und Weisheiten, an den Partner, erreicht. So ist das Ziel der Liebenden die Wiedergeburt der eigenen Seele in der anderen Person, durch die Idee des Schönen. So wird die Erkenntnis des Schönen nicht durch die eigene Motivation erreicht, sondern durch den Einfluss einer liebenden Person. Dieses Streben nach Unsterblichkeit hat aber auch noch den Vorteil, dass Menschen dadurch die höchste Glückseligkeit erreichen können, wenn sie das Schöne und Gute, als solches auch wirklich annehmen. So ist dieser Zustand mit nichts zu vergleichen und beschreibt den Sinn des Lebens.

5 Hildegard von Bingen (Mittelalter)

Die Theologin Hildegard von Bingen (*1098 † 1179) gilt als die bedeutendste und auch eine der frühsten Mystikerinnen. Sie hat die Mystik in Deutschland maßgeblich eingeleitet und steht am Anfang der deutschen Philosophie. „Hildegards Lebensweg steht auch für den Kampf der Mystikerinnen um ihre Anerkennung in der kirchlichen Hierarchie“ (Meyer 2007: S. 55.).

Sie wurde aber lange nicht beachtet, da man davon ausging, dass Meister Eckhart (*1260 † 1327) der erste deutsche Mystiker war. Doch er hatte sich ausdrücklich auf Hildegard von Bingen berufen. Mystik basiert, in Hildegards Definition, auf persönlichen Erfahrungen und ihren Begegnungen mit Gott (mystisches Erleben). Dabei ist Gott kein subjektiver Gesprächspartner, sondern zeigt sich als Schöpfer der Welt und des Universums[9].

Erst als Erwachsenen Frau fing sie an, über ihre Visionen zu berichten und diese aufzuschreiben. In ihren Visionen sah sie nach eigenen Angaben mit ihrem inneren Auge (Seele) und es offenbarte sich ihr die Zusammensetzung von Gott, Welt und Mensch im Zusammenhang mit der Geschichte. Dabei trat ihr eigenes „Ich“ in den Hintergrund, um einen Blick auf das Ganze der Welt werfen zu können. So war der einzelne gering, im Vergleich zum Ganzen der Schöpfung[10]. Hildegard von Bingen war eine begabte und selbstbewusste Frau, die sich nicht scheute ihre Meinung zu äußern. Sie bemühte sie sich außerdem um die offizielle Genehmigung, ihre Visionen aufzuschreiben. Dafür musste sie ein Gremium davon überzeugen, dass sie nicht vom Teufel besessen ist. Dies tat sie dann auch erfolgreich und verfasste drei bedeutende philosophische Schriften:

[...]


[1] vgl. Gleichauf 2005: S. 8.

[2] vgl. Brockhaus 2006: S. 685.

[3] vgl. Bertelsmann Lexikon 1991: S. 696.

[4] vgl. Nagel 1987: S. 6.

[5] vgl. Law 2008: S. 15.

[6] vgl. Gleichauf 2005: S. 13ff.

[7] vgl. Meyer 2007: S. 25.

[8] vgl. Meyer 2007: S. 26.

[9] vgl. Meyer 2007: S. 58.

[10] vgl. Gleichauf 2005: S. 32.

Details

Seiten
18
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640628834
ISBN (Buch)
9783640628704
Dateigröße
435 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v151379
Institution / Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Note
1,7
Schlagworte
Philosophie Weibliche Philosophinnen Geschichte Philosophie

Autor

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