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Die Rolle der Frauenfiguren in Richard Wagners „Der Ring des Nibelungen“

Magisterarbeit 2006 95 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung
1.1. Überblick

2. Die göttlichen Lichtalben
2.1. Freia, die Liebes- und Jugendgöttin
2. 1.1. Freias „Erlösung“
2.2. Fricka, die Göttin der Ehe
2.2.1. Fricka, die Ehefrau und Göttin der Moral
2.2.2. Fricka als Teil der inneren Weiblichkeit Wotans

3. Die Göttinnen
3.1. Erda, die allwissende Urmutter und Weltenseele
3.1.2. Erdas Prophezeiungen
3.2. Brünnhilde, das Wotanskind und die verlorene Tochter
3.2.1. Brünnhilde als Walküre und „Wunsches Braut“
3.2.2. Brünnhildes Lösung von Wotan
3.2.3. Brünnhildes Begegnung mit Siegfried
3.2.4. Brünnhilde als Mensch
3.2.5. Brünnhilde als Rächerin
3.2.6. Brünnhilde: die Welterlösung und der Sieg der Liebe
3.3. Walküren, die göttlichen Schildmaiden
3.3.1. Das Walkürenkollektiv
3.3.2. Waltraute, eine Walküre mit eigener Identität
3.4. Nornen, die Schicksalsgottheiten

4. Die Elementarwesen: Rheintöchter
4.1. Die Rheintöchter: Fischfrauen und Nixen
4.2. Die Rheintöchter und ihr Gold
4.3. Die Rheintöchter und ihre Prophezeiung
4.4. Die Rheintöchter und das wiedergewonnene Gold

5. Die Wälsungenfrau: Sieglinde
5.1. Sieglinde, halb Mensch, halb Göttin
5.2. Sieglindes „Sünde“ und ihr Schicksal
5.3. Exkurs: „ Wälsungenblut “, Thomas Mann

6. Die Gibichungenfrau: Gutrune
6.1. Gutrune, die einzige Menschenfrau
6.2. Gutrunes passive Rolle
6.3. Gutrune vs. Brünnhilde

7. Ausblick

8. Bibliographie
8.1. Primärliteratur
8.2. Sekundärliteratur

1. Einleitung

„Damit ein Ereignis Größe habe, muß zweierlei zusammenkommen: der große Sinn derer, die es vollbringen, und der große Sinn derer, die es erleben.“[1]

So ist es auch bei Richard Wagner. Der große Sinn Wagners kam mit dem selben großen Sinn für Musik und Theater der Zuschauer zusammen und es entstand nach fast einem Vierteljahrhundert sein umfangreichstes und größtes Werk[2]: „Der Ring des Nibelungen“.[3]

In dieser Arbeit soll herausgearbeitet werden, in welchen Beziehungen die Frauenfiguren zu den männlichen Figuren stehen und wie sie durch diese beeinflusst werden. Einen weiteren Punkt wird die Frage einnehmen, in wie weit die Figuren durch ihre Verhaltensweisen und durch ihr Agieren in das Geschehen eingreifen und dieses damit lenken oder beeinflussen.

Wie schon der Titel dieser Arbeit impliziert, wird das Hauptaugenmerk auf der Rolle der Frauenfiguren liegen. Diese werden aus verschiedenen Gesichtspunkten untersucht, aufgrund der großen Bedeutung für das Gesamtkunstwerk Richard Wagners. Die Frauen und ihr jeweiliges Handeln sind insofern wichtig, als dass sie das Handeln der Männer beeinflussen und zum Teil sogar herausfordern. Durch Provokationen und Intrigen werden die Verhaltensweisen beeinträchtigt, durch emotionale Verbindungen entschuldigt oder gefordert, wie es an dem Beispiel von Brünnhilde und Wotan deutlich wird.

Den Hauptteil dieser Arbeit wird das Figurenkonzept und die Analyse der Verhältnisse der Figuren untereinander einnehmen. Hierbei wird der Schwerpunkt auf den Frauenfiguren liegen, die jedoch zum Teil durch einen Mann in eine bestimmte Verhaltensweise gedrängt werden. Im Mittelpunkt steht die Interpretation der Figuren und deren Handlungsweisen. Dabei soll versucht werden, einen großen Zusammenhang zwischen den Figuren und ihrem Handeln herzustellen, der sich als ein roter Faden durch das Gesamtwerk Richard Wagners zieht. Nur durch die verschiedenen Handlungsstränge, die aufeinander wirken, und die eine Reaktion als Konsequenz bewirken, kann das Geschehen voranschreiten und schließlich seinen Ausklang finden.

In den insgesamt vier Teilen des Musikdramas spielen 20 Frauenfiguren Rollen, die in unterschiedliche Gruppen eingeteilt werden können. In drei Fällen handelt es sich tatsächlich um eine Gruppe, um ein Kollektiv von Personen, die auch ausschließlich im Kollektiv auftreten und handeln. Diese sind die Gruppen der Nornen, der Rheintöchter und der Walküren. In der Letzteren besitzen nur zwei der insgesamt neun Frauen eine eigene Identität und werden näher vorgestellt. Die übrigen Kriegerinnen nehmen nur im Kollektiv eine Rolle ein und definieren sich über die Gruppe.

Anders ist es bei den übrigen Frauen. Hierbei wird zwar in Gruppen unterschieden, doch diese Frauen definieren sich über ihre eigene Identität. So ist es auch bei der Gruppe der Götter, denen Fricka, Freia, die Urmutter Erda und die Leitfigur Brünnhilde angehören.

Eine weitere wichtige Rolle nimmt Sieglinde ein, die den Wälsungen angehört und in ständiger Beziehung zu einem Mann steht. Sie wird den Helden Siegfried zur Welt bringen und das Geschehen vorantreiben und lenken. Sie wird davon allerdings nichts mehr erleben, denn Sieglinde stirbt bei seiner Geburt.

In dem ganzen Werk tritt nur eine Menschenfrau auf, Gutrune. Sie gehört zum Geschlecht der Gibichungen. Zwar spielt sie eine sehr passive Rolle, doch trägt ihr Verhalten zu dem katastrophalen Ende bei und erlangt somit Bedeutung.

Nach einer allgemeinen Vorstellung und Einordnung der Personen, werden in Unterpunkten ihre Charakterzüge erarbeitet und analysiert, auch im Hinblick auf die männlichen Personen des Musikdramas. Ein wichtiger Punkt in diesem Zusammenhang wird die maskuline Seite der Frauen sein, ihr Animus, der ihr Handeln beeinflusst. Dieser Animus kann als innere Männlichkeit gesehen werden, oder als das Seelenbild des Mannes im Unbewussten der Frau.[4] Durch eben diesen Animus wird das Denken und Handeln der Frauen angetrieben, was ebenso berücksichtigt werden muss, um die Frauen und deren Agieren verstehen zu können. Das wichtigste Beispiel hierfür stellt die Walküre Brünnhilde dar. Sie wird von ihrer männlichen Seite, Wotan, dessen Willen sie verkörpert, stark beeinflusst. Auch Fricka spielt im Bezug auf den Terminus Animus eine bedeutende Rolle, die näher erklärt werden muss.

Wichtig ist, dass das Gesamtkunstwerk Wagners sich aus vier Teilen zu einer Tetralogie zusammensetzt. Es kann im Hinblick auf das Handeln der Personen nicht nur von jeweils einem Teil die Rede sein. Das Agieren der Figuren zieht sich zum Teil vom Anfang bis hin zum Ende des Werks. Somit muss der Komplex der Rolle der Frau in seiner Gesamtheit berücksichtigt werden.

Außerdem wird in einem Exkurs auf die Erzählung Thomas Manns, „ Wälsungenblut “, eingegangen, anhand derer das Verhalten und die Person der Sieglinde in Wagners Werk in Bezug auf ihren Bruder und Liebhaber erläutert werden kann. Hierbei soll ein Vergleich von Thomas Manns Darstellung der Figur zu Wagners Text und Figur gezogen werden. Dieser Exkurs wird nur einen kleinen Teil der Arbeit einnehmen. Eine detaillierte Analyse würde zu weit führen, da das Hauptaugenmerk auf den Frauenfiguren Wagners, nicht Thomas Manns, liegt.

Anhand des „ Ring des Nibelungen “ und im Bezug auf das Leben Richard Wagners wird deutlich, wie wichtig die Figuren der Frauen für Wagner waren. Ein Teil der Frauen in der Tetralogie haben autobiographischen Wert. Es sind die Frauen, die Wagners Werk erst möglich und sein Leben angenehm gemacht haben.[5]

Der „ Ring des Nibelungen“ erzählt einen Mythos von ursprünglich intakter Natur, der sich der Mensch unterwirft und an der er letztendlich zugrunde geht. Besonders die Frau als Mensch spielt hierbei eine wichtige Rolle. Auch diese unterwirft sich der Natur und wird an ihr zugrunde gehen. Doch in der Zwischenzeit geht sie einen Weg, der sie verändert, prägt und belehrt. Dieser Weg soll wissenschaftlich erarbeitet und untersucht werden.

Der Aufbau dieser Arbeit ist bewusst gewählt. Die Frauenrollen werden von den Göttern zu den Menschen erarbeitet. Der Grund dafür liegt in der Wandlung der Protagonistin Brünnhilde. Diese wird im Laufe des Geschehens eine Wandlung von der Göttin zu dem „normalen“ Menschen durchlaufen und erst als Mensch ihr wahres Glück finden.

1.1. Überblick

Das Musikdrama „Der Ring des Nibelungen“ ist konzeptualisiert als ein Bühnenfestspiel für drei Tage und einen Vorabend. Daraus geht hervor, dass der Ring aus vier Teilen besteht, die einander bedingen. Die Walküre, obwohl sie der zweite Teil der Tetralogie ist, ist als Teil des übergeordneten Ganzen zu sehen. In diesem wird alles vorher Geschehene erklärt und verständlich gemacht. Man erfährt von Wotans Augenopfer und seiner Gebundenheit an Verträge. Doch kennzeichnend für die Walküre ist die Liebes-Emotionalität[6], die sich durch den ganzen Teil der Tetralogie zieht. Diese besondere Emotionalität hat mit den Personen des Stückes zu tun. Sie ist in besonderem Maß und ausschließlich von Emotionen und Liebesempfindungen geprägt. Das gilt nicht nur für Sieglinde und Siegmund, sondern auch für die Beziehungen zwischen Brünnhilde und Wotan sowie Brünnhilde und Siegmund.

Mit der Götterdämmerung, die das ganze Ringproblem noch einmal veranschaulicht, schließt sich letztendlich der Kreis. Die Tetralogie wird mit diesem Teil beendet und abgerundet. Doch ist dieser Teil der Erste, den Wagner schrieb. Die Götterdämmerung gilt als das Zentrum und Ziel der Handlung. In ihr werden die Themen der drei vorherigen Teile aphoristisch angedeutet. Somit sah sich Wagner gezwungen, der Götterdämmerung zusätzliche Teile anzuschließen und eine Tetralogie zu verfassen. Die Götterdämmerung musste mit dem Siegfried begründet werden. Dazu bedurfte es wiederum der Walküre, der Schicksalsgemeinschaft der Eltern Siegfrieds, Siegmund und Sieglinde. Diese werden von dem Ratschluss der Götter manipuliert, sodass ihr Geschick von den gegebenen Machtverhältnissen in dem Rat der Götter und von dem Besitz des Rheingolds abhängt. Es blieb Wagner nichts anderes übrig, als den Weg rückwärts zu gehen und die Geschichte von hinten aufzuwickeln, um ein in sich abgeschlossenes Werk verfassen zu können.

Das Rheingold, das als der Anfang vom Ende gesehen werden kann, beinhaltet den Raub des Goldes und die Verfluchung der Liebe, um der Macht willen. Die Walküre steht unter dem Gesichtspunkt der Notwendigkeit des Untergangs, deren Hauptaugenmerk auf dem Abschied Wotans liegt. Zudem steht die Lieblosigkeit im Vordergrund des, von dem Kampf zwischen Liebe und Macht geprägten Teiles der Tetralogie. Gerade diese Lieblosigkeit und der Kampf der Liebe gegen die Macht bringt den Untergang mit sich. Sowohl Siegfried als auch die Götterdämmerung können als „der junge Siegfried“ und „Siegfrieds Tod“, den ursprünglichen Titeln der Werke, gesehen werden. In beiden Teilen hält Siegfried eine besondere Stellung bei, die er nur mit Hilfe einer Frau erlangen und ausleben kann.

Alles in allem steht das Leben der Figuren in der Tetralogie Richard Wagners unter dem Stern des Untergangs, der zwingend notwendig ist.

Die Kardinalfrage des Rings ist die der „vollsten Entsagung“. Erlösung kann nur durch ernsthafte Entsagung erreicht werden, wie Wagner selbst formulierte. Hinzu kommt, das es in dem ganzen Werk Wagners nicht einen einzigen Kompromiss gibt. Entweder Liebe oder Macht, entweder Liebe oder Lieblosigkeit. Selbst die Reue ist kein Thema, obwohl es dazu genügend Gründe gäbe.

2. Die göttlichen Lichtalben

2.1. Freia, die Liebes- und Jugendgöttin

Wagners Figur Freia basiert auf der Liebesgöttin Freyja und der Jugendgöttin Idun(a), die er zu einer Person verbindet.[7] In der Tetralogie tritt diese nur ein einziges Mal auf, am Vorabend, im Rheingold. Sie gehört zu der Familie der Lichtalben und ist die Göttin der Jugend und jugendlichen Liebe. Doch ist sie keine Göttin der Liebe im unmittelbaren Sinn der Venus. Eine ihrer Gaben besteht darin, dass sie die Sterblichen in die Liebe verliebt macht.[8]

Freia gibt den Göttern jeden Morgen goldene Zauberäpfel, die diese auf ewig jung und strahlend erhalten. Von menschlichen Zügen geprägt, stellt Freia den Inbegriff der weiblichen Schwäche dar. Klagend lässt sie zu, dass sie als Tauschgut für den Bau der Götterburg Wotans missbraucht wird, anstatt sich zur Wehr zu setzen und damit zu drohen, ihnen ihre jugendverleihenden Äpfel nicht mehr länger zu Verfügung zu stellen. Ihre goldenen Äpfel symbolisieren nicht nur die Jugend und die Kraft der körperlicher Liebe, sondern auch göttliche Legitimation vererbbarer feudaler Machtbefugnisse.[9]

Durch Wotans falschen Handel wird Freia von den Riesen als Geisel nach Riesenheim verschleppt, woraufhin die Götter plötzlich stark altern, da ihnen die goldenen Äpfel Freias fehlen. Sobald Freia außer Sichtweiße gerät, setzt das Altern bei den Göttern ein. Ihnen ist bis dahin nicht bewusst, dass die Äpfel Freias, die sie so leichtsinnig verschachert haben, eine Frage von Leben und Tod für sie bedeuten können.[10] Die Götter benötigen die Äpfel zusätzlich, um geistig jung zu bleiben.

Freia wird in ihrer Funktion als Geisel Männern überlassen, die ihr fremd sind. Man liefert sie unbekannten Mächten aus, was auch als verschleierte Form ihrer Vernichtung gesehen werden kann.[11]

Freia ist eine Frau ohne einen eigenen Willen. Sie steht in einem Abhängigkeitsverhältnis zu den Männern, obwohl sie die eigentliche Macht hat, die goldenen Äpfel.

Abgesehen von den goldenen Äpfeln und gerade im Hinblick auf den Liebeskranken Fasolt ist es eine leichtsinnige Tat gewesen, Freia mit den Riesen mitzuschicken. Von Anfang an war es nicht sicher, ob diese sie jemals zurückgehen lassen würden. Von den Riesen jedoch wurde Freia gerade aus dem Grund der Äpfel als Pfand gewählt, denn sie wissen wie es ohne diese um die Götter steht. Somit benutzen sie Freia zusätzlich als Druckmittel. Doch Wotan ist gezwungen Freia gehen zu lassen, während Fricka um ihre Schwester bangt. Für die Befreiung Freias muss nun nach etwas Besonderem gesucht werden, nach etwas, das annähernd so wertvoll für die Götter ist, wie Freia. Doch Freia ist nicht zu ersetzen, wie der Feuergott Loge mitteilt: „Ersatz für Freia zu suchen, / wie er den Riesen wohl recht: / umsonst sucht` ich“. (R: S. 40, V. 654 f.)

Für die Götter ist nicht Freia als Person, sondern vielmehr ihre Fertigkeit, die verjüngenden Äpfel zu pflücken, von Bedeutung. Die einzige Lösung zur Befreiung Freias ist der Nibelungenschatz, den die Götter sich jedoch erst zueigen machen müssen.

Später lässt die Göttin selbst die Demütigung über sich ergehen, dass sie als Maßgestallt herhalten muss, an welcher der Nibelungenhort und der Ring gemessen werden. Somit wird sie zu einer Ware, zu einem „Ding“. Sie hat keine Persönlichkeit. Sie, als Göttin, wird Sachwerten angeglichen. All dies nimmt sie stumm hin, wenn auch mit „leidendem Blick“, wie ihre Schwester bemerkt. (R: S.82, V. 1586.) Freia wird zu einem nützlichen Objekt einer machtorientierten Taktik degradiert.[12]

Freia ist für das Überleben der Götter eine wichtige Figur in Wagners Ring, doch für das Voranschreiten der Handlung nicht. Gerade im Hinblick auf die Rolle der Frau ist sie eine unwichtige Person, sie hat keinerlei Einfluss auf das Agieren anderer, weder im positiven, noch im negativen Sinn.

Ihre Rolle ist passiv. Sie handelt nicht eigenständig und lässt zu, dass andere über sie entscheiden. Sich selbst zur Wehr zu setzen ist sie nicht in der Lage. Ihre Worte sind einzige Bitten. Fast flehend äußert sie sich zu ihrem Schicksal, in welchem sie eine erniedrigende Position einnimmt.

2.1.1. Freias „Erlösung“

Die Rettung der Göttin Freia geschieht einzig und allein durch Erda. Würde Erda Wotan nicht auf den Fluch, der auf dem Ring lastet, aufmerksam machen, welcher sich sogleich an den Riesen bestätigt, so hätte sich Wotan für den Ring und gegen die „Erlösung“ Freias entschieden. Einzig die Ankündigung von dem Ende der Götter veranlasst Wotan von dem Ring abzulassen und diesen gegen Freia zu tauschen.

Der entscheidende Spieleinsatz ist zweifach, sowohl in den Tiefen des Rheins, als auch auf Bergeshöhen: entweder die Frau oder das Gold. Beides zusammen ist nicht möglich.[13] Dieses „Hin und Her“ wird im Laufe des Geschehens problematisch werden.

Freia beeinflusst die Handlung des Geschehens insofern, als dass sie gegen den Ring eingetauscht wird und Wotan somit davor bewahrt, diesen in seinen Besitz zu nehmen. Damit zögert sie unbewusst das Ende der Götter heraus. Aufgrund ihrer Gefangennahme wird Wotan in seinem Handeln beeinflusst, welches sich wiederum auf das komplette Geschehen des Werkes auswirkt.

Durch eigenständiges Handeln beeinflusst Freia das Geschehen in keinster Weise. In der gesamten Tetralogie agiert sie nicht ein einziges Mal eigenständig oder ergreift die Initiative.

2.2. Fricka, die Göttin der Ehe

Weniger passiv als ihre Schwester wird die Göttin der Ehe und Moral, Fricka, dargestellt. Ihre private Situation wird mit ihrer offiziellen Funktion verschränkt: Sie, die unter der notorischen Untreue ihres Mannes leidende Frau, hat dem Bau der Burg nur zugestimmt, in der Hoffnung, ihren Mann dadurch an sich binden zu können. Aus diesem Grund ermutigt sie Wotan zu dem Erwerb des Ringes, welcher sich vorerst noch im Besitz von Alberich befindet. Durch das Gold und den Ring versucht Fricka, Wotans Begehren und seine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Schon in der Walküre, dem ersten Tag der Tetralogie, wird ihr Doppelcharakter aufgedeckt. Fricka ist von den unzählbaren Seitensprüngen ihres Mannes restlos verbittert und sucht ein klärendes und für ihn belehrendes Gespräch. Vor allem kämpft Fricka gegen den von außen drohenden Verfall ihrer Autorität. Ihr göttliches Ansehen unter den Menschen wird Schande erleiden, wenn sie nicht das blutschänderische und ehebrecherische Verhalten der unehelichen Kinder Wotans, der Wälsungen Sieglinde und Siegmund, verhindern würde. Sie tritt als Göttin der Ehe gemäß ihrer Funktion auf, als Vertreterin des betrogenen Hunding. Vielmehr spricht sie aber auch in eigener Sache, als betrogene Ehefrau.[14] Demnach fordert sie von Wotan, Siegmund im Kampf mit Hunding nicht zu schützen. Gleichzeitig deckt sie mit ihrem intellektuellen Scharfsinn die Selbsttäuschung Wotans auf, dass Siegmund der vor Wotan unabhängige Held wäre, der den verfluchten Ring von Alberich gewinnen könne. Als Verkörperung des göttlichen Gewissens entlarvt sie Wotans Selbstbetrug, ohne die ihm bevorstehenden Konsequenzen zu berücksichtigen. Wenn das Menschentum auf Ehebruch basiere, entehre das ihr Wesen als Göttin und Hüterin der Ehe. Somit dürfe Siegmunds Gesetzesbruch nicht ungestraft bleiben, oder die Götter würden von den Menschen ausgelacht werden. Hinzu käme, dass das System der Götter unter diesem Aspekt zusammenbreche. Mit diesen Argumenten besiegt Fricka ihren Gatten durch die Waffen der Logik.[15] Speziell an diesem Streitgespräch zwischen Wotan und seiner Frau Fricka wird deutlich, dass Fricka sich in einer stärkeren rationalen Position befindet, als ihr Mann. So kann sie ihm ins Gewissen reden und ihn in seinem Handeln beeinflussen.[16]

2.2.1. Fricka, die Ehefrau und Göttin der Moral

Am Vorabend, im Rheingold, tritt Fricka das erste Mal auf. Das musikalische Motiv ihrer Person wird langsam und behaglich dargestellt. Auf Bergeshöhen mit Wotan wird sie als dessen Frau vorgestellt, doch ist schnell zu erkennen, dass sie ihm überlegen ist. Wotan hat ein Auge verloren, das er freiwillig als Preis für die Verbindung mit Fricka geopfert hat. Im Gegenzug hat sie ihm alle Machtbefugnis über die Gesetze als Mitgift gebracht.[17]

Der erste Eindruck Frickas ist der einer nörgelnden Ehefrau, in ständiger Kritik an ihrem Mann. Sie wirft ihm die Sinnlosigkeit seiner männlichen Macht- und Prunksucht vor und beklagt den Zynismus dieser Sinnlosigkeit, dafür Lebende zu opfern, wie ihre Schwester Freia.[18] Selbst mit Wotan lebt sie in ständigem Streit. Was immer er tut, bei Fricka findet es äußersten Missfallen und äußerste Skepsis: „Nur Wonne schafft dir, / was mich erschreckt?“. (R: S. 27, V. 339 f.)[19]

Generell sind Ehepaare bei Wagner unglücklich. Nicht nur im Fall Fricka und Wotan. Auch Sieglinde und Hunding sind ein Beispiel hierfür. Doch liegt das nicht an dem Paar selbst, sondern an der Institution Ehe, die sie zusammenzwingt. Diese besteht bei Wagner häufig nur aus gesellschaftlicher Konvention und nicht aus eigener Initiative. Somit ist sie naturwidrig und zum Unglücklichsein vorherbestimmt.

Voller Erregung und Empörung erwacht Fricka an diesem Morgen, weckt Wotan und erinnert ihn an den noch ausstehenden Lohn für den Bau der Götterburg Walhall: „Dich freut die Burg, / mir bangt es um Freia. / Achtloser, laß dich erinnern / des ausbedungenen Lohns!“ (R: S. 27, V. 341 ff.) Doch ihre Empörung ist unaufrichtig, da sie selbst auf den Bau der Burg gedrungen hat, um darin dem lockeren Liebeslebenswandel ihres Gatten durch Sesshaftigkeit ein Ende zu bereiten.

Das Streitgespräch über den Bau der Burg Walhall und die sich daraus ergebenden Verpflichtungen, veranlasst Fricka, ihrem Gatten Vorwürfe im Bezug auf seine Untreue zu machen. Sie wirft Wotan vor, er habe die Burg nur bauen lassen, um der Vermehrung seiner „Macht und Herrschaft“ in Ruhe nachkommen zu können: „Liebloser / leidigster Mann! / Um der Macht und Herrschaft / müßigen Tand / verspielst du in lästerndem Spott / Liebe und Weibes Wert?“ (R: S. 29, V. 397 ff.) Als Reaktion auf diesen Vorwurf gibt Wotan zu, er brauche diese Macht, um der familiären Enge zu entkommen. Das aber wollte sie nicht hören und wirft ihm im Gegenzug vor, dass er die Liebe verspiele.[20] Wichtig hierbei ist, das beide Figuren nach Macht streben. Wotan möchte die Macht über die Familie der Götter besitzen und Fricka möchte die Macht über ihren Ehemann Wotan erlangen. Doch das nur als Hinweis.

Wotan wiederum verteidigt sich mit dem Hinweis, er habe sein Auge in der Vergangenheit geopfert, um Fricka zu gewinnen. Doch diese Argumentation ist kontraproduktiv, denn er hat damit ein Geschäft gemacht, welches er wiederum durch einen Vertrag abgesichert hat. Somit hat er nicht aus Liebe gehandelt. Fricka hat erneut einen Grund ihm Vorwürfe zu machen: „Was du bist, / bist du nur durch Verträge“. (R: S. 33, V. 487 f.)

Ihre göttliche Position ist problematisch, da sie, in zwei Handlungsstränge verwickelt, einen Doppelcharakter lebt. Einerseits ist sie die eifersüchtige Gattin Wotans, dem Übergott. Somit ist ihre Stellung runtergradiert. Andererseits ist sie Wotan überlegen und in der wirkungsvolleren Machtposition. Sie spielt die Rolle der eingreifenden Göttin und legt Wotan an eine goldene Kette. Fricka, die „Ehe-Hüterin“, stellt die personifizierte Macht der sittlichen Gewohnheit dar.[21]

In ihrem Verhalten ist sie notorisch eifersüchtig, doch bezüglich ihrer Prinzipien und ihrer moralischen Vorstellungen ist sie eisern, speziell im Interesse an Reichtum und Macht. Sie achtet sehr auf Gesetz und Ordnung und wendet keinerlei listige und hinterhältige Tricks an.

Zwar ist sie mit Wotan verheiratet, doch ist sie nicht die Mutter eines seiner Kinder.

Zu Anfang der Tetralogie ist Fricka in ihrer Rolle als Ehefrau noch fern von politischen Interessen. Konservativ und bürgerlich wird sie dargestellt, doch das wird sich in Zeiten des Umbruchs schnell ändern.

In Rheingold übernimmt Fricka, die das Staatsrecht vertritt, keinerlei allegorische Funktion. Sie ist lediglich Wotans Frau und Freias Schwester. Zudem widerspricht sie sogar ihrem allegorischen Selbst, indem sie alle Betrügereien Wotans stillschweigend zulässt. Als skandalös empfindet sie, dass über ihre Schwester verhandelt wurde, und diese nun als Lockmittel und Pfand fungiert. Dies ist vor allem aus dem Grund skandalös, da sie Wotans Leichtsinn und Verführbarkeit durch Macht bereits ahnt, dennoch aber mit keinem Wort dagegen rebelliert.[22]

Völlig schuldlos ist sie gewiss nicht. Mit der Absicht die außerehelichen Eskapaden ihres Mannes verhindern zu können, ermuntert sie Wotan zu dem Bau der Burg. Ihr bürgerlicher Familienbezug macht einen großen Teil ihrer Identität aus. Sie sorgt sich allein um den wirtschaftlichen und ehelichen Hausbedarf und ist Wotans Wünschen gegenüber nicht aufgeschlossen, weder in politischer noch in sexueller Hinsicht.

Obwohl sie um den Betrug des Projektes Nibelheim und dem gestohlenen Gold weiß, stimmt sie diesem zu. Sie protestiert nur im Bezug auf ihre Schwester als Pfand, jedoch nicht gegen die betrügerischen Geschäfte ihres Mannes.

Geblendet von dem Schein des Goldes, geht sie sogar so weit, dass sie alle Moral vergisst. Sie sieht die langersehnte Möglichkeit, ihren untreuen Ehemann zu halten. So fragt sie Wotan: „Taugte wohl auch / des goldnen Tandes / gleißend Geschmeid / Frauen zu schönem Schmuck? ...Gewänne mein Gatte / wohl sich das Gold?“ (R: S. 43, V. 732 ff., 742 f.) Fricka spielt mit dem Gedanken, das Gold für ihre Zwecke zu verwenden. Sie hofft, Wotan so an sich und ihr Heim binden zu können, sie versucht ihn zu manipulieren.

Erst später wird ihr bewusst, was das Gold in der Götterfamilie anrichtete. In dem Moment, in dem ihre Schwester mit dem Nibelungenhort aufgewogen wird, fasst sie einen klaren Gedanken und begreift, was geschieht. Sie erhält ihren Familiensinn zurück und kann nicht dulden, dass ihre Schwester als käuflich dargestellt und benutzt wird.

In Rheingold begreift Fricka noch nicht, was durch Wotans Handel vorgeht und denkt nur daran, wie sie ihren Gatten mit moralischen Argumenten zur Besinnung bringen kann. Da ihr Appell jedoch nichts bewirkt, ist sie bald gezwungen, über ihren engen gesellschaftlichen Horizont hinauszudenken. In der Walküre tritt sie vollkommen verwandelt wieder auf. Sie spricht nun offen ihre Ängste aus und fordert ihr Recht. Die Person Fricka hat sich von Grund auf geändert, sie hat einen Prozess der Emanzipation hinter sich. Diesen Weg wird später auch die Walküre Brünnhilde gehen.

Zwischen den Auftritten der Göttin Fricka in Rheingold und der Walküre liegt eine Zeit, in der sie viele Erfahrungen sammeln konnte und dazulernte. Die Entfremdung zwischen Fricka und ihrem Gatten wird durch die außerehelich gezeugte Walküre Brünnhilde verstärkt, der Fricka mit Hass und Verachtung gegenübersteht.[23] Wotan hat zwischenzeitlich mit der Urmutter Erda neun Walküren gezeugt, unter ihnen Brünnhilde, die seine engste Vertraute geworden ist. Doch nicht nur das bemerkt Fricka voller Groll. Das Wälsungenpaar Siegmund und Sieglinde, deren Vater auch Wotan ist, hat gleich zweimal gegen das Gesetz verstoßen. Zum Ersten mit Ehebruch und zum Zweiten mit blutschänderischer Inzest. Fricka klagt über den entsetzlichen und unerhörten Vorgang und begegnet alldem nun mit durchdringendem politischen Scharfsinn und ausgeprägtem Durchsetzungsvermögen. Sie will Wotan sprechen und ihn umstimmen, jedoch nicht in der heimatlichen Burg, sondern draußen in den Bergen. Als sie ihn antrifft, befindet sich Brünnhilde an seiner Seite. Diese ergreift jedoch beim Anblick der aufgebrachten Göttin die Flucht.

Schaudernd vor Entsetzen und voller Groll, in all ihren Empfindungen verletzt, wird sie nach Sühne rufen. In einem Wagen mit zwei Widdern bespannt, gelangt Fricka zu Wotan, dem sie mit heftigen Schritten entgegenschreitet. Kaum sind Mann und Frau allein, fordert Fricka Wotan auf, die Blutschande des Wälsungenpaares zu bestrafen. Sie verlangt Siegmunds Tod, was die zwei begangenen Vergehen auf einmal sühnen soll: Ehebruch und Inzest: „Laß von dem Wälsung!/ ...schütze ihn nicht, / wenn zur Schlacht der Rächer ihn ruft.“ (W: S. 42 f., V. 839 f.) Fricka ist die Wahrerin von Feuer, Herd und gesellschaftlicher Ordnung. Das Konzept der Wälsungen ist ihr diametral entgegengesetzt. Daher fordert sie die umgehende Bestrafung Siegmunds, und es entwickelt sich daraus ein Ehekrach.[24]

Die Moral ist bei Wagner immer auf der Seite der Frauen zu finden. Diese beschwören die Männer, von ihrem Vorhaben abzulassen, und zu erkennen, dass die wahren Werte in den Schwächen liegen. Die Frauen sind, speziell in diesem Werk Wagners, den Männern immer einen Schritt voraus.

Wotan versteht vorerst nicht, warum Fricka dermaßen aufgebracht ist: „Was so schlimmes / schuf das Paar / das liebend einte der Lenz?“ (W. S. 36, V. 660 ff.) Doch Wotan besitzt nicht genug Macht, um Frickas „Bitte“ zu verweigern. Es ist Frickas mechanische Macht, die in Wahrheit die Welt regiert.[25]

Dieses „Konkret-Werden“ und ihre „neue“ Direktheit ist in der Veränderung ihrer Person beinhaltet. Mit ihrer tadelsüchtigen Einstellung Wotan gegenüber, drückt sie ihre neu gewonnene Schroffheit und Zügellosigkeit aus.[26] Doch sie schreit und schimpft nicht nur, sie tritt völlig von ihrem Recht überzeugt auf, dem Recht der Göttin der Ehe und Moral. Sie wird nicht länger schweigen und hinnehmen, sie wird von nun an offen über die Bedrohungen sprechen, die sie befürchtet. Zur Zeit ist es die düstere Zukunft der Götterfamilie, die ihr Angst macht und darüber redet sie offen. Doch auch die Probleme der zerrütteten Ehe werden von ihr angedeutet, wenn sie diese auch nicht direkt in Worte fasst. Denn durch die zerstörte Ehe sieht sie sich in ihrer aristokratischen Standesehre als Göttin verletzt.[27] Schon seit einiger Zeit und in Missachtung, beobachtet Fricka die Auflösung der alten Ordnung des Systems, an das Wotan durch Verträge gebunden ist. Unter anderem ist davon die Institution der Ehe betroffen, was Fricka nicht dulden kann. Hinzu kommt, dass durch den freien Menschen Siegmund, den sich Wotan heranzog, der Machtverlust des Götterhauses droht. Ihr Zorn richtet sich an die Tat des Wälsungenpaares, indem sich Wotans Untreue wiederspiegelt und ihr immer wieder vor Augen gehalten wird.

Mit aller Kraft versucht Fricka das zu verteidigen und zu retten, was ihr noch geblieben ist. Ihre Aufgabe besteht darin, die Ehe zu hüten und zu schützen. Dies tut sie auch im Auftrag Hundings: „Ich vernahm Hundings Not, / um Rache rief er mich an / ... zu strafen die Tat / des frech frevelnden Paars, / das kühn den Gatten gekränkt.“ (W: S. 36, V. 649 ff.) Sie tritt als „Anwältin“ des gehörnten Hunding auf, doch gleichzeitig spricht sie in eigenem Interesse, als betrogene und zudem kinderlose Ehefrau. Ihre Haltung zu Gunsten von Hunding schlägt in verhärtete Moral um, deren Besitz die höchsten Werte sind. Das zeigt sich in ihrer Taubheit für Wotans Einwand, dass Hundings Ehe mit Sieglinde nur durch Gewalt und Zwang, gegen den Willen der Frau und durch brutalen Frauen-Raub, zustande kam.[28] Der heilige Eid der Ehe sei demnach unheilig, da er zwei Unliebende vereine.[29] Doch findet Wotan bei Fricka kein Gehör. Sie, als Repräsentantin der Gewohnheit, kann nicht davon absehen, dass Sieglinde ihren Ehemann Hunding betrogen hat. Sie beharrt auf die Unantastbarkeit der Institution Ehe, sowie auf eine angemessene Strafe.

In dem Streitgespräch zwischen dem göttlichen Ehepaar, Fricka und Wotan, welche ironischerweise das Prinzip der Ehe darstellen und in ständigem Streit darüber leben, geht es nicht mehr allein um Liebe, Treue und Untreue oder Moral. Vielmehr geht es darum, die geburtsständische Ordnung zu respektieren. Genau das fordert Fricka von Wotan. Während sie ihre, aus dem Ehegesetz hergeleitete Forderung formuliert, schmückt sie diese mit traditionellen Begriffen der Göttlichkeit. Sie verstärkt ihr Anliegen durch Begriffe wie: „ew`ge Gattin, mein Recht, / heilige Ehre“. (W. S. 44, V.857 ff.)

Ihre Beschuldigungen werden von Wotan anerkannt und es geht nun um die Frage, ob es eine Strafe, eine Verzeihung oder vielleicht sogar eine Billigung geben wird. Als sie sich dem Thema des Inzest zuwendet, wird deutlich, wie ernst es Fricka meint: „Mir schaudert das Herz, / es schwindelt mein Hirn: / bräutlich umfing / die Schwester der Bruder!“. (W: S. 37, V. 686 ff.) Sie ist derart schockiert, dass für sie nur eine Bestrafung in Frage kommt, denn würde sie den Inzest einfach verzeihen, so würde das eine Untergrabung der zivilisierten Organisation von Recht und Ordnung bedeuten.[30] Im Wesentlichen ist sie deshalb so schockiert, da sie Inzest für unnatürlich hält: „Wann - ward es erlebt, / dass leiblich Geschwister sich liebten?“. (W: S. 37, V. 690 f.) Sie ist zwar keine Repräsentantin der Natur, doch beruft sie sich gerne auf diese und das Naturrecht, um ihren Argumenten dadurch mehr Gewicht zu verleihen. In Bezug auf Fricka schrieb Donington zu dem Thema von Inzest und Natur: „Von ihrer negativen Seite her gesehen, repräsentiert sie die Art von Konventionalität, die sich selbst als so verständlich ansieht, dass sie alles Entgegengesetzte unnatürlich findet.“[31] Für Fricka ist Inzest die Macht der Unwillkür im unbewussten Handeln des Menschen. Das bedeutet den Durchbruch des Chaos, das durch die göttliche Ordnung gebannt zu sein schien.[32] Doch Unwillkür und Unabhängigkeit sind im Naturzustand selbstverständlich. Sie werden durch Sittlichkeitsverträge zu Unrecht und Unsittlichkeit. Inzest ist von der Natur selbst legitimiert.[33] Doch von Fricka, die das gesellschaftliche Gewissen verkörpert, wird er als Blutschande verworfen. Hinzu kommt, dass sie durch das blutschänderische Treiben der Wälsungen ihre göttliche Autorität in aller Öffentlichkeit verspottet sieht. Sie sorgt sich lediglich um ihren Ruf.

Zur Antwort bekommt Fricka: „Heut – hast du`s erlebt: / erfahre so / was von selbst sich fügt, / sei zuvor auch nie es geschehen.“ (W: S. 37, V. 692 ff.) Wotan zeigt hier menschliche Gefühle. Er sagt, es habe sich so ergeben zwischen den Zwillingen und Fricka solle das akzeptieren. Daraufhin bricht Fricka in zornige Wut aus und wirft ihm vor, er habe alles hingeworfen was er einmal schuf: „Hin wirfst du alles / was einst du geachtet; / zerreißest die Bande, / die selbst du gebunden“. (W: S. 38, V. 711 ff.) Er antwortet, dass man durch die Tat lerne, doch sie sehe stets nur das Gewohnte während sie das Ungewohnte anpreise. Während des Streitgespräches wird Fricka immer zorniger, sie ist vollkommen außer sich, da ihr öffentliches Ansehen auf dem Spiel steht, und zählt Wotan schließlich all seine Seitensprünge in rasender Eifersucht auf. Durch diese Reaktion erscheint sie jedoch nicht mehr als die königliche Göttin, sie scheint für kurze Zeit ihre Würde zu verlieren.

Doch nicht nur ihr Charakter hat sich gewandelt, auch ihre Umgangsweise ist eine andere geworden. In hartem und erbarmungslosem Ton spricht sie ihrem Gatten gegenüber ihre Forderungen aus. Erst als sie ihm den drohenden Geltungsverlust seiner politischen Macht prophezeit, beginnt Wotan zu reagieren. Er beginnt zu verstehen, dass seine Pläne für Siegmund illusionär und nicht zu vertreten sind. Fricka widerspricht seiner einzigen Hoffnung für den Bestand der Götterwelt, dem Unwillkürlichem, dem gänzlich freien Handeln eines Sterblichen. Sie verschließt sich hartnäckig diesem Argument Wotans, widerlegt es sogar schlagend. Die göttlich gewollte Unwillkür ist keine solche mehr. Somit deckt Fricka Wotans Selbstbetrug auf. Siegmund ist das Produkt Wotans, er ist nur eine Marionette seines Willens und somit moralisch genauso wenig in der Lage an den Ring zu gelangen, wie Wotan selbst.

Fricka beharrt auf der alten Ordnung und behauptet, kein menschliches Wesen dürfe vollbringen, was den Göttern versagt sei. Als Verkörperung des göttlichen Wissens entlarvt sie unbarmherzig Wotans Selbstbetrug: Wenn das neue Menschentum auf Ehebruch basiere, entehre das ihr innerstes Wesen als Göttin. Daher dürfe Siegmunds Gesetzesbruch keinesfalls ungesühnt bleiben, die Götter würden sonst von den Menschen ausgelacht werden und das System der Götter würde als Folge daraus zusammenbrechen.[34]

Ihre Vorhaltungen an den Gatten sind von Abscheu geprägt vor der Durchbrechung der gewohnten Beziehungen der Familie, der Inzest.[35] Mit ihrem Handeln und Argumentieren verteidigt Fricka das für sie Wichtigste: ihre unantastbare Ehre, welche das Zeichen ihres hohen Ranges ist. Sie fordert im Namen des Hauses Wotan die Opferung Siegmunds.[36] Wotan willigt, von Fricka unter Druck gesetzt, unzufrieden ein, von Siegmund abzulassen. Somit versagt ihm die eigene Frau die familiäre Loyalität und besiegt ihn mit der von ihr geschickt angewendeten Logik.

In ihrer Argumentation wendet sie sich unmittelbar dem schwerwiegenden Fehler der Argumentation Wotans zu. Sie weist ihn darauf hin, dass Siegmund nun wirklich nicht der frei handelnde Held ist, sondern ausschließlich als Stellvertreter Wotans handelt. Bis zu diesem Zeitpunkt war jenes für Wotan nicht deutlich zu erkennen. Fricka versucht, Ehebruch und Inzest durch die Bloßstellung Wotans und seines leicht durchschaubaren Konzepts zu strafen. Mit unbestechlicher intellektueller Schärfe weist sie ihn darauf hin, dass sie seinen Plan durchschaut habe. Zusätzlich macht Fricka ihren Mann darauf aufmerksam, dass auch er nicht frei handle, sondern an Verträge gebunden sei. Wotan muss seiner Frau Recht geben. Indem sie ihn mit diesem Gespräch aufklärt, ist sie nicht nur die Frau seiner Gewissenhaftigkeit, sondern sie steht für einen Teil seiner inneren Weiblichkeit.[37] Diese innere Weiblichkeit, die Anima, wird im Folgenden als eigener Punkt diskutiert.

Fricka steht ihrem Gatten in stärkerer rationaler Position gegenüber. Sie durchschaut Wotan, was sie in ihrem Handeln bestärkt.

Bevor Fricka die Szenerie in voller Würde und erhobenen Hauptes verlässt, beschwört sie abermals ihre heilige Ehre: „Deiner ew`gen Gattin / heilige Ehre / schirme heut ihr Schild! / Von Menschen verlacht, / verlustig der Macht, / gingen wir Götter zu Grund, / würde heut nicht hehr / und herrlich mein Recht / gerächt von der mutigen Maid.“ (W: S. 44, V. 857 ff.)

Fricka nimmt in dem Ring eine, das Geschehen beeinflussende Rolle ein. Würde sie nicht die Bestrafung der Wälsungen fordern, so würde das Geschehen nicht mit dem Ende der Götter enden. Anfangs noch zurückhaltend, tritt Fricka in der Walküre selbstsicher und fordernd auf. Sie ist nicht länger nur die Frau Wotans, sie übernimmt nun selbst die Initiative und greift somit auch in das Geschehen der Handlung ein. Doch allerdings im negativen Sinn. Durch ihr Drängen und ihren Stolz ist Wotan gezwungen, auf ihre Forderung einzugehen. In ihrer Entscheidung spielt es eine große Rolle, dass die Wälsungen uneheliche Kinder Wotans sind und sie nun mit Eifersucht zusehen muss, wie Wotan diesen Liebe schenkt. Sie kann die Seitensprünge ihres Mannes nicht länger ertragen. Mit Intelligenz und Wissen drängt sie ihn in die Enge. Er hat keine andere Wahl. Fricka gewinnt und setzt die Bestrafung durch. Doch ahnt Fricka nicht, welch schlimme Folgen die Opferung Siegmunds haben wird. Unbewusst führt Fricka ihr eigenes Ende, das der Götter, herbei.

2.2.2. Fricka als Teil der inneren Weiblichkeit Wotans

In Wagners Darstellung ist Fricka keine der großen Göttinnen. Vielmehr wird sie vorerst als Wotans Gattin vorgestellt. Das heißt, sie wird aus dem Blickwinkel eines Mannes und als ein Aspekt der männlichen Erfahrung des Weiblichen gesehen.

Richard Wagner versucht zu zeigen, dass in jedem Mann ein Teil der weiblichen Natur vorhanden ist. Dieser feminine Teil Wotans steht in Zusammenhang mit seiner Ehe mit Fricka.

Die innere Weiblichkeit eines Mannes ist seine Anima. Der Einfluss dieser tritt ungewollt hervor und ergreift Besitz des Willens, ohne dass es zu bemerken ist. Die Anima des Mannes kann Muse und Inspiration sein, sowie Träger seiner Gefühle und Empfindungen, die er gegebenenfalls in sich arbeiten spürt, sie aber nicht zuordnen kann.[38]

Diese Art von Anima ist in Fricka vorzufinden. Sie ist Argumenten nicht zugänglich. Ihr selbst fehlt es nicht an solchen, doch ihre Logik ist teilweise der männlichen entlehnt und beruht nicht auf ihren weiblichen Empfindungen.

Frickas Logik ist häufig unangreifbar, doch geht sie letztendlich am Ziel vorbei. Auf ihre Logik ist nichts zu erwidern, doch verstrickt man sich in sie, ohne davon völlig überzeugt zu sein.[39]

Fricka symbolisiert Wotans innere Weiblichkeit insofern, als dass sie das ausüben kann, was Wotan gerne tun würde, aber durch seine Gebundenheit an die Verträge nicht kann. Wotan weiß sehr wohl, was Recht und was Unrecht ist, doch kann er sein inneres Empfinden seiner äußeren Erscheinungsweise nicht immer anpassen. Und da kommt Fricka ins Spiel. Sie ist in der Lage, Entscheidungen ungebunden an die Familie zu treffen und zu formulieren. Teilweise tut sie das im Sinne Wotans, sie ist seine Anima. Auch wenn er in der Situation ihr Handeln nicht akzeptieren kann, später, mit etwas Abstand zu dem Geschehen, wird er es können. Und er wird es auch für richtig erklären. Somit ist ihr Handeln sein tiefstes inneres Handeln, das er nicht ausleben, aber spüren kann.

Ihre Argumentation ist im Speziellen für Wotan unangreifbar. Doch das ist kein Wunder. Dadurch, dass sie über Wotans Inneres vollkommen informiert ist, denn schließlich ist sie ein Teil dieses Inneren, kann sie bewusst das Eingreifen Wotans vermeiden. Sie weiß was sie zu tun hat und wie sie es zu tun hat, dass es Wotan nicht möglich ist, dagegen zu argumentieren oder gar zu handeln. Wenn sie auch Druckmittel zur Hilfe zieht, sie kann ihn in gewisser Weise ausschließen und somit ihr Vorhaben erreichen. Dies ist zu belegen an der Art und Weise, wie sie ihn ins Abseits katapultiert, wenn es um sein, auf die Verträge bezogenes, Handeln geht. Sie ist sich bewusst darüber, dass er nicht handeln kann und setzt ihr Vorhaben mit Hilfe des Druckausübens durch. Sie hat ein Gespür dafür zu erkennen, was er Durchsetzten möchte, bezogen auf seine Abhängigkeit jedoch nicht vollbringen kann. Somit ist sie in der Position Hilfestellung zu leisten und ihn zu führen.

Durch diese innere Verbindung, die nach außen nicht sichtbar ist, entsteht eine besondere Art des „Verbundenseins“. Aus diesem Grund ist Wotan für Fricka einfach zu überzeugen. Wenn er auch nicht gleich erkennt, dass seine Absicht in Bezug auf Siegmund nicht durchzuführen ist, so lässt er sich doch von Fricka als seinen weiblichen Teil belehren und gelangt, wenn auch erst nach längerem Nachsinnen, zur Erkenntnis.

Fricka ist demnach Wotans Gewissen, das ihn an den Widerspruch mahnt, den er zu umgehen versucht. Er muss Frickas Forderung nachgeben und ihr folgen, weil sie in Worte fasst, was er zwar insgeheim wusste, sich jedoch nie eingestand.[40]

Dennoch nimmt Fricka nur einen kleinen Teil Wotans innerer Weiblichkeit ein, den passiv-konservativen. Den größeren und vor allem intensiveren Teil, den aktiv-progressiven Teil Wotans Geistes, hat seine Lieblings-Tochter Brünnhilde inne. Das Verhältnis dieser beiden Gottheiten wird später in einem eigenen Punkt genauer analysiert.

3. Die Göttinnen

3.1. Erda, die allwissende Urmutter und Weltenseele

Wagner fand die Figur der Göttin Erda, der Weltenseele und Urmutter, vorgeprägt in der altnordischen Edda des 13. Jahrhunderts.[41] Aus Erda, die von allem Anbeginn war, tönt die Ewigkeit. Ihre Töchter, die schicksalskündenden Nornen, stehen anders als ihre zeitlose Mutter in der Zeit. In ihnen hat Erda die Zeit geboren.[42] Schlafend und träumend nimmt Erda den Weltenlauf wahr. Sie taucht aus dem Nichts auf, aus den Tiefen des Schlafes, und verkörpert den Traum einer Mutter.[43] Sie ist, eine mystische Größe verkörpernd, die weiseste aller Frauen, doch ist sie nie auf der Erde. Ihr Körper befindet sich stets unter der Erde, sie ist nur oberflächlich über dem Boden. Die höchste Potenz der Tetralogie verkörpernd, ist sie die letzte Station für Wotan, wenn er nicht mehr weiter weiß. Warnend schaltet sie sich ein, wenn alles auf dem Spiel steht. Aus ihrem Schlaf aufgeschreckt, erscheint sie dann bis zu halber Leibeshöhe wie eine verbannte Göttin der Vergangenheit. Eine solche Zeitwende droht auch, als Wotan auf Alberichs verfluchten Ring nicht verzichten möchte. Die Weltenordnung würde unter die korrumpierende Macht des Ringes fallen. Und so mahnt Erda, den Göttern ihr Ende voraussagend, Wotan zum Verzicht. Weil er von der „Götterdämmerung“ noch mehr erfahren möchte, wird Wotan Erda durch einen Liebeszauber bedrängen, sich ihm nach der Warnung ein zweites Mal zu öffnen. Aus dieser Verbindung geht ein Kind hervor, kühn wie Wotan, weise wie Erda: die wissende Walküre Brünnhilde.[44]

Das dritte und letzte Zusammentreffen von Wotan und Erda, das Zweite erfährt der Zuschauer nur durch Erzählung und nicht durch das Erscheinen der Figuren, wird in Siegfried, dem zweiten Tag der Tetralogie, beschrieben. Wieder vollzieht sich eine Zeitwende. Wotan erweckt Erda und kündigt ihr das Ende seiner Herrschaft an, die er auf Siegfried und Brünnhilde übergehen sieht.

Zwar zeigt sich die Urmutter über die jüngst zurückliegenden Ereignisse verstört, doch hüllt sie sich mit Blick auf die Zukunft in vielsagendes Schweigen, für immer.

[...]


[1] Nietzsche, Friedrich: Richard Wagner in Bayreuth. Der Fall Wagner. Nietzsche contra Wagner. Stuttgart: Reclam, 1973. S. 5.

[2] Vgl.: Bauer, Hans-Joachim: Reclams Musikführer Richard Wagner. Stuttgart: Reclam, 1992. S. 215.

[3] Die Textbelege des „Ring des Nibelungen“ werden künftig wie folgt als Sigel in runden Klammern (...) abgekürzt:

Wagner, Richard: Das Rheingold. Stuttgart: Reclam, 1999. – R;

Wagner, Richard: Die Walküre. Stuttgart: Reclam, 1997. – W;

Wagner, Richard: Siegfried. Stuttgart: Reclam, 1998. – S;

Wagner, Richard: Götterdämmerung. Stuttgart: Reclam, 1997. – G.

[4] Vgl.: Donington, Robert: Richard Wagners Ring des Nibelungen und seine Symbole. Musik und Mythos. Stuttgart: Reclam, 1995. S. 46. f.

[5] Vgl.: Schickling, Dieter: Abschied von Walhall. Richard Wagners erotische Gesellschaft. Stuttgart: DVA, 1983, S. 14.

[6] Vgl.: Schickling: 1983, S. 46.

[7] Vgl.: Maschka, Robert: Wagners Ring. Meisterwerke kurz und bündig. München: Piper, 1999, S. 26.

[8] Vgl.: Donington: 1995, S. 58.

[9] Vgl.: Bermbach, Udo: Alles ist nach seiner Art. Figuren in Richars Wagners Ring. Stuttgart, Weimar: Metzler, 2001, S. 59.

[10] Vgl.: Shaw, Bernard: Ein Wagner-Brevier. Kommentar zum Ring des Nibelungen. Frankfurt/M.: Suhrkamp Verlag, 1973, S. 38.

[11] Vgl.: Schickling: 1983, S. 89.

[12] Vgl.: Bermbach: 2001, S. 60.

[13] Vgl.: Clèment, Catherine: Die Frau in der Oper. Besiegt, verraten und verkauft. Stuttgart: Metzler, 1992, S. 189.

[14] Vgl.: Maschka: 1999, S. 42.

[15] Vgl.: Drüner, Ulrich: Schöpfer und Zerstörer.Richard Wagner als Künstler. Köln: Böhlau Verlag, 2003, S. 198.

[16] Vgl.: Borchmeyer, Dieter: Das Theater Richard Wagners. Idee – Dichtung – Wirkung. Stuttgart: Reclam, 1982, S. 246.

[17] Vgl.: Shaw: 1973, S. 34.

[18] Vgl.: Drüner: 2003, S. 176.

[19] Vgl.: Bermbach, Udo: Der Wahn des Gesamtkunstwerkes. Richard Wagners politisch-ästhetische Utopie. Frankfurt/M.: Fischer Verlag, 1994, S. 291.

[20] Vgl.: Schickling: 1983, S. 51.

[21] Vgl.: Borchmeyer: 1982, S. 244.

[22] Vgl.: Bermbach: 2001, S. 60.

[23] Vgl.: Borchmeyer: 1982, S. 247.

[24] Vgl.: Drüner: 2003, S. 198.

[25] Vgl.: Shaw: 1973, S. 65.

[26] Vgl.: Donington: 1995, S. 112.

[27] Vgl.: Bermbach: 2001, S. 64.

[28] Vgl.: Schickling: 1983, S. 29.

[29] Vgl.: Borchmeyer: 1982, S. 245.

[30] Vgl.: Donington: 2001, S. 113.

[31] Donington: 1995, S. 112.

[32] Vgl.: Borchmeyer: 1982, S. 244.

[33] Vgl.: Borchmeyer: 1982, S. 245.

[34] Vgl.: Drüner: 2003, S. 198.

[35] Vgl.: Borchmeyer: 1982, S. 244.

[36] Vgl.: Bermbach: 2001, S. 67.

[37] Vgl.: Donigton: 1995, S. 115.

[38] Vgl.: Donington: 1995, S. 47 f.

[39] Vgl.: Donington: 1995, S. 47.

[40] Vgl.: Dahlhaus, Carl: Richard Wagners Musikdramen. Stuttgart: Reclam, 1996, S. 172 / 173.

[41] Vgl.: Bauer, Hans-Joachim: Richard Wagner Lexikon. Bergisch Gladbach: Gustav Lübbe Verlag, 1988, S. 128 ff.

[42] Vgl.: Maschka: 1999, S. 36.

[43] Vgl.: Clèment: 1992, S. 192.

[44] Vgl.: Bermbach: 2001, S. 206.

Details

Seiten
95
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783640631209
ISBN (Buch)
9783640630790
Dateigröße
877 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v151318
Institution / Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg – PHILOSOPHISCHE FAKULTÄT II
Note
3,0
Schlagworte
Richard Wagner Der Ring des Nibelungen Frauenfiguren Brünhilde Walküren Freia Fricka Erda Kriegerinnen Götter Sieglinde Gutrune Rheintöchter Nornen

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Titel: Die Rolle der Frauenfiguren in Richard Wagners „Der Ring des Nibelungen“