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HipHop als Jugendkultur

Hausarbeit (Hauptseminar) 2010 15 Seiten

Soziologie - Kultur, Technik und Völker

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Hauptteil
1. Die Geburt des HipHop in Amerika und Parallelen zu Heute
2. Die Vier Elemente des HipHop
2.1. DJing
2.2. MCing/Rap
2.3. Breakdance
2.4. Writing/Graffiti
3. Der Style im HipHop

Schluss

Literaturverzeichnis und Internetquellen

Einleitung

„Die Erde. Das ausgehende zwanzigste Jahrhundert… Es ist allgegenwärtig. Jugendliche beginnen sich aus unerklärlichen Gründen auf ihren Köpfen zu drehen. Andere verspüren plötzlich den Drang, überall ihren Namen hinzuschreiben. Wieder andere machen die merkwürdigsten Dinge mit den Schallplatten ihrer Eltern. Einige können auf einmal nur noch in Reimen und abgehackten Sätzen sprechen. […] Es ist allgegenwärtig… Was aber kann es nur sein[?]“[1]

Dieses „Es“ nennt sich HipHop und ist eine aus Amerika stammende Jugendkultur, die auch in Deutschland seit Mitte der 90er Jahre einen regelrechten boom[2] erlebt.[3]

Ursprünglich fand HipHop nur im underground[4] statt, doch mittlerweile ist HipHop ein längst kommerzialisiertes Produkt und gehört zu den bestverkäuflichen musikalischen Genres.[5] Der weltweit bekannte HipHop-Künstler 50 Cent beispielsweise hat mittlerweile mehr als 26 Millionen Kopien seiner Alben verkauft[6], Eminem erhielt unzählige nationale und internationale Musikpreise[7] und über das Leben des deutschen Rappers Bushido wurde ein Film gedreht.

Die HipHop-Kultur ist heutzutage für jeden leicht zugänglich. Sie hat sich zu einem Massenphänomen entwickelt. Sie ist in den Medien täglich präsent und in gewöhnlichen Kaufhäusern wimmelt es nur so an HipHop-Kleidung. HipHoper verstehen ihre Szene außerdem nicht als reine „Freizeitszene“, sondern sie findet auch in deren Alltag statt.[8] Nicht nur in den Discos, sondern auch zu Hause wird die HipHop-Musik gehört, auch in der Schule wird die HipHop-Mode getragen, die szenentypischen sprachlichen Ausdrucksformen verwendet und bestimmte Verhaltenskodizes eingehalten.

Die Jugendkultur HipHop hat heutzutage also einen enormen Einfluss auf Jugendliche. Und dies muss kritisch betrachtet werden! HipHop wird nämlich zunehmend gewaltverherrlichender und sexistischer und auch Schwulenhass ist dabei ein Thema. Seit ein paar Jahren wird dies ausführlich in Fernseh-Talkrunden[9], Politik und Elternkreisen diskutiert. Deshalb möchte ich mich in meiner Hausarbeit auch auf den besonders kritisierten Gangsta-Rap[10] konzentrieren und mit einigen Rappern der Berliner Plattenfirma „Aggro Berlin“ dafür Beispiele geben.

Ich möchte außerdem erläutern, was es genau ist, das die Jugendlichen so sehr am HipHop fasziniert. Wie konstruieren sie im HipHop ihre Identität? Wie drücken sie sich durch HipHop aus und was wollen sie ausdrücken? Und wie entstand diese Jugendkultur?

Hauptteil

1. Die Geburt des HipHop in Amerika und Parallelen zu Heute

Möchte man die Jugendkultur HipHop voll und ganz verstehen, so ist es wichtig, deren Wurzeln zu kennen. Diese Wurzeln liegen in Amerika und beeinflussten auch die Entwicklung des HipHop in Deutschland. Deshalb möchte ich nun kurz die Ursprünge des HipHop darstellen und besonders auf deren Bedeutung für den heutigen Gangsta-Rap eingehen.

Die Geschichte des HipHop beginnt Mitte der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts in einem Stadtteil von New York, der South Bronx.[11] Dort gab es damals viele Einwanderer, zum Beispiel Südamerikaner, Jamaikaner und vor allem Afrikaner. Sie lebten in Ghettos und wurden von den Weißen unterdrückt. HipHop war ihre Art, um auf die sozialen Missstände aufmerksam zu machen.

„In erster Linie war HipHop eine Art des Ausdrucks der kollektiven Identität schwarzer Jugendlicher, denen die bereits existierenden Jugendkulturen keine adäquaten Ausdrucksmöglichkeiten boten. Außerdem wurde von manchen Rappern erkannt, dass in den Ursprüngen des HipHop genügend Protestmateriel enthalten ist, um gegen die dominante weiße Gesellschaft und gegen die unterwürfige und zu den gesellschaftlichen Problemen der schwarzen schweigenden Erwachsenenwelt vorzugehen.“[12]

Auch die Aggro-Berlin-Rapper thematisieren in ihren Texten immer wieder das „harte Leben“, zum Beispiel mit HartzIV oder im Plattenbau, wie zum Beispiel Sido[13] mit seinen Liedern „Ghettoloch“ oder „Mein Block“. Im Gegensatz zur ursprünglichen HipHop-Kultur aus der Bronx will Sido mit seiner Musik in erster Linie allerdings nicht politisch aktiv sein, sondern er sieht sie als einzigen Ausweg aus seinem „Elend“. Er will durch seine Musik berühmt werden, also Fame[14] erreichen und viel Geld verdienen, um sich ein luxuriöseres Leben zu ermöglichen.[15]

[...]


[1] KREKOW, Sebastian/STEINER, Jens/TAUPITZ, Mathias: HipHop-Lexikon. Rap, Breakdance, Writing und Co: Das Kompendium der HipHop-Szene. Berlin 1999, S.5.

[2] Wörter aus dem Englischen werden kursiv gedruckt; engl. boom: Aufschwung, Hochkonjunktur.

[3] vgl. http://www.jugendszenen.com.

[4] Engl. underground: Untergrund.

[5] Vgl Ebd., S.14.

[6] Vgl. http:// www.50cent.com.

[7] Vgl. http://eminem.com.

[8] Vgl. RÖSEL, Anika: HipHop und jugendliche Identitätsbilder. Am Beispiel von zwei Rezipienten eines HipHop-Labels. Saarbrücken 2007, S.35.

[9] Zum Beispiel die Diskussion zwischen Alice Schwarzer und King Orgasmus One bei „Menschen bei Meischenberger“ am 11.4.2007 oder die Stellungnahme von Bushido bei Johannes B. Kerner am 25.3.2008 oder bei 3nach9 am 25.1.2008.

[10] Engl gangsta (Jargon für gangster): Verbrecher; siehe Kapitel 4.1. meiner Hausarbeit.

[11] Vgl. Klein, Gabriele/Friedrich, Malte: Is this real? Die Kultur des HipHop. Frankfurt am Main 2003, S.14.

[12] Rösel 2007, S.21.

[13] „Sido“ steht für „super intelligentes Drogenopfer“.

[14] Engl. fame : Ruhm; vgl. Klein/Friedrich 2003, S.40.

[15] Vgl. Rösel 2007, S.50.

Details

Seiten
15
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640628872
ISBN (Buch)
9783640629022
Dateigröße
509 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v151255
Institution / Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Note
1,0
Schlagworte
HipHop Gangsta-Rap Aggro-Berlin Rap MC DJ Breakdance Graffiti Writing Old School New School Bronx Straßenpartys Sido Porno-Generation Gewaltverherrlichung Sexismus Battle

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