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Microfinance - Eine Lösung für die Armen der Welt?

Seminararbeit 2010 30 Seiten

BWL - Bank, Börse, Versicherung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Armut auf dieser Erde
2.1 Geographische Verbreitung der Armut
2.2 UN-Ziel, Armut zu beseitigen
2.3 Situation der Armen

3. Finanzdienstleistungen für Armen
3.1 Welche Finanzdienstleistungen die "unbankables" brauchen
3.2 Reichweite der Microfinance
3.3 Einleitung der Microfinance-Aktivitäten
3.4 Die Grameen Bank als Beispiel
3.5 Microfinance Bankdaten

4. Die Zukunft von Microfinance von 2007 aus gesehen
4.1 welfareists und instituionales: Ziel ausweitung
4.2 Regulierte Institute als Sparkassen
4.3 Fragwürdige Kommerzialisierung

5. Microfinance kein Allheilmittel
5.1 Keine exakten Erhebungen
5.2 Finanzkrise weist auf Zusammenhänge hin
5.3 Microcredit nicht überwiegend für Kleinst-Unternehmer

6. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Internetverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Karte der Weltbank

Abbildung 2: Einschätzung der Nachfrage nach Microfinance

Abbildung 3: Microfinance Klientel

Abbildung 4: Klassifizierung der Microfinance Typen

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Top 50 MFIs

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die UN hat 2005 zum internationalen Jahr des Mikrokredits ausgerufen. Ein umfassen- der Finanzsektor soll bei der Bekämpfung der Armut helfen. Die Arbeit versucht „Mic- rofinance“ anhand neuester Veröffentlichungen und Entwicklungen kritisch zu be- trachten.

1 Einleitung

Die Idee, den Armen aus ihrer Misere herauszuhelfen oder wenigstens in ihrer Misere zu helfen, indem man ihnen Zugang zu einfachen Bankdienstleistungen verschafft, ist schon recht alt. Systematisch unternahm es Raiffeisen von 1865 an, Finanzkooperativen zu schaffen. Im ländlichen Lateinamerika gab es zu Beginn des 20. Jhs. Ansätze nach diesem Vorbild.

Zwischen 1950 und 1970 bemühten sich in einige der damals so genannten „Dritte- Welt-Länder“ mit staatlich geleiteten Entwicklungsbanken das Armutsproblem anzu- gehen. Sie scheiterten aber zumeist an den hohen Kosten der bewusst niedrig angesetz- ten Darlehenszinsen und der häufigen Kreditausfälle. Neuen Schwung bekam die Idee in Bangladesh. Das Grameen Bank (= dörfliche Bank) Projekt entstand 1976 im Dorf Jobra, Bangladesh. 1983 wurde es durch ein eigens erlassenes Gesetz in eine normale Bank umgewandelt.

In den 1980ern werden in mehreren Ländern mit unkonventioneller Herangehensweise Mikrokreditprogramme entwickelt, sie erreichen eine große Zahl von Kunden. Die Zinsen und Rückzahlungsrate decken die Kosten und garantieren in den meisten Fällen den Weiterbestand der Banken für die Armen. In den frühen 90er-Jahren erweitert sich das Angebot: aus Mikrokredit wird Mikrofinanz.1

2 Armut auf dieser Erde

2.1 Geografische Verbreitung der Armut

Die überwiegende Mehrzahl der Armen dieser Erde lebt in den Entwicklungs- oder Schwellenländern. Während man in den meisten Industrieländern von einer relativen Armut sprechen kann, handelt es sich in jenen Ländern bei Armut meist um eine Exis- tenz am oder unter dem, was für die bloße Lebenserhaltung absolut notwendig ist.

Die Karte der Weltbank2 zeigt den prozentualen Anteil der Bevölkerung, der mit weni- ger als 1,25 US-$ pro Tag auskommen muss. Muhamad Yunus, der Begründer der Grameen Bank kommentiert die Verhältnisse, die diese Karte zeigt: “World's income distribution gives a very telling story. Ninety four per cent of the world income goes to 40 per cent of the population while sixty per cent of people live on only 6 per cent of world income. Half of the world population lives on two dollars a day. Over one billion people live on less than a dollar a day.”3

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 Karte der Weltbank

Quelle: Vgl. http//devdata.worldbank.org/atlas-mdg/

2.2 UN-Ziel, Armut zu beseitigen

Die UN hatte im Jahre 2000 festgestellt: „We are the first generation that can end pover- ty“ 189 Staatschefs unterschrieben die Millennium-Declaration die im Teil III ver- spricht: “ We will spare no effort to free our fellow men, women and children from the abject and dehumanizing conditions of extreme poverty, to which more than a billion of them are currently subjected.” Die Armut sollte bis 2015 beseitigt sein. 2009 musste der UN-Generalsekretär eingestehen: “…we have been moving too slowly to meet our goals.”4

2.3 Situation der Armen

Als Beispiel der Situation, die man sich bei uns schwer vorstellen kann, soll eine Unter- haltung zwischen einem auswärtigen Besucher und einem Armen aus Bangladesh die- nen:

Visitor: How much do you need to live on each day - For the five of you in the household?

Husband: We need Taka 50 (USD 1.11).

Visitor: How much do you earn in your work breaking breaks?

Husband: Usually about Tk. 35.00 (USD 0.78).

Visitor: But in your passbook it says you save Tk. 5.00 (USD 0.11) most days! How can you do that? Why?

Wife: What do you mean?

SafeSave Representative: He means if you need Tk. 50.00 a day but you get only 35, then how do you manage?

Wife: We go hungry. What else could we do? What does he say we should do?

SafeSave Representative: But he wants to know why you save.

Microfinance-Eine Lösung für die Armen der Welt?

Armut auf dieser Erde

Husband: For our future. Everyone needs to think about their future. Don´t we have a daughter and two grandchildren?

Quelle: Voluntary Savings Services - Conversation in Dhaka/Bangladesh in 1997. Robinson (2001), p. 38f.5

Diese Unterhaltung demonstriert nicht nur die absolute Armut. Sie verrät auch einiges über die Bedürfnisse derjenigen, die bis zum Start der Mikrokredit-Idee als „unbankab- le“ betrachtet wurden, d.h., dass sie von jeder Art von Bankdienstleistung ausgeschlos- sen waren.

3 Finanzdienstleistungen für Armen

3.1 Welche Finanzdienstleistungen die „unbankables“ brauchen

Die Nachfrage nach Bankdienstleistungen ist jedoch auch in der armen Bevölkerung vorhanden. Meist drückt sich das in den Schwierigkeiten aus, auf die sie stoßen, wenn sie eine geringe Summe investieren, zurücklegen oder versenden wollen, oder aber die Schläge, die das Leben mit sich bringt auffangen oder für die Zukunft vorsorgen.

Die folgende Grafik (siehe Abb.2) stellt die Lebenssituationen und die daraus resultierende Notwendigkeit von Finanzdienstleistungen dar. Sie zeigt auch, warum aus „Microcredit“ „Microfinance wurde.

Abb. 2 Einschätzung der Nachfrage nach Microfinance

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Helms(2006), p.23.6

3.2 Reichweite der Microfinance

Birgit Helms nimmt in ihrem Buch „Access for All“ eine Einteilung der Armen vor. Sie beruht auf einem Vergleich der Kunden von sieben Mikrofinanzinstituten mit Armen in Bolivien, Uganda, Bangladesh und den Philippinen, die nicht Kunden eines MF- Instituts sind.

Abb. 3 Microfinance - Klientel7

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


1 Helms S. 3

2 http//devdata.worldbank.org/atlas-mdg/

3 Gruhnwald S.25

4 www.un.org.millenium

5 Gruhnwald, S. 15

6 Gruhnwald, S. 8

7 Vgl. Helms, Brigit, Access for all: building inclusive financial systems, Consultative Group to Assist the Poorest (2006), S. 20

Details

Seiten
30
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640627981
ISBN (Buch)
9783640628322
Dateigröße
1.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v151227
Institution / Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Neuss früher Fachhochschule
Note
1,3
Schlagworte
Microfinance International Finance

Autor

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