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Mangelernährung im Kontext von Alter

Hausarbeit 2009 20 Seiten

Gesundheit - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmung Alter(n)

3. Altersassoziierte Veränderungen des Organismus und ihre Effekte

4. Dehydration im Alter

5. Definition Mangelernährung
5.1 Ätiologie der Mangelernährung: Risikofaktoren und Ursachen
5.2 Folgen der Mangelernährung im Alter

6. Formen der Ernährungstherapie
6.1 Orale Ernährung
6.2 Enterale Ernährung
6.3 Parenterale Ernährung

7. Fazit

Literaturverzeichnis

Internetquellen

1. Einleitung

Diese Hausarbeit befasst sich mit dem Thema “Alter und Ernährung“. Es hat sich bei den Recherchen herausgestellt, dass das Spektrum zu diesem Themengebiet als außerordentlich facettenreich und tiefgründig charakterisiert werden kann. Insofern können nicht alle Aspekte aufgezeigt und bearbeitet werden, da diese den Rahmen dieser Hausarbeit sprengen würden.

Gleichwohl soll ein Einblick in diese Thematik und seinen Problemstellungen gegeben werden, da das spezifische Ernährungsverhalten eine zentrale Rolle in der Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention einnimmt. Es kann als eine, von außen als auch von innen, beeinflussbare Determinante gesehen werden: Dies lässt sich an verschiedenen aktuellen Aufklärungskampagnen wie am Beispiel „Fit im Alter“ der „Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V.“ feststellen.

Als ein schier unfassbares Paradoxon bewahrheitet sich das Missverhältnis zwischen Nahrungsmittelüberangebot und Mangel- bzw. Unterernährung. Zudem erfreut sich das Fachgebiet der Gerontologie zunehmender Aktualität, als Auslöser wäre unter anderem der demografische Wandel der Bevölkerung anzubringen.

Eingangs möchte ich zweifellos darauf aufmerksam machen, dass eine vielseitige und vollwertige Ernährung nicht nur im Alter bedeutend ist, sondern auch in jungen Jahren eine signifikante Rolle spielt. Sie hat direkte Konsequenzen auf die gesundheitliche Verfassung im Alter (vgl. Lichtenberg et al., 2001).

Die vorliegende Arbeit soll die allumfassenden Determinanten der Mangelernährung aufzeigen. Dazu werde ich zunächst mit einer Auffassung des Altersbegriffes beginnen, weiterführend die physiologischen Gegebenheiten im Alter benennen. Daraufhin werde ich die Symptome der Dehydration, eine weiterer häufig beobachteter Missstand im Alter, anführen. Anschließend werden Risikofaktoren, Ursachen und Folgen der Mangelernährung untersucht und mögliche Ernährungstherapien aufgezeigt. Die Ergebnisse der Arbeit werden in einem Fazit zusammengefasst.

2. Begriffsbestimmung Alter(n)

Es existieren mehrere Betrachtungsweisen zum Begriff des Alters bzw. des Prozesses des Alterns:

Die meisten Definitionen und Sichtweisen sind defizitär orientiert: Die Betrachtung des Phänomens ist in seiner für den Organismus negativen Symptomatik wie körperlicher und geistiger Zerfall implementiert.

Soziologisch betrachtet ist „Alter“ die "jüngste" Lebensphase: Das Erkennen und die Erforschung der Lebensphase Alter begann erst vor ca. 100 Jahren (vgl. Dittrich, 2002).

Eine mögliche Gliederung der Altersphasen in Lebensjahrabschnitten: Hierbei werden 65-74-Jährige als junge, aktive Alte bezeichnet, die 75-89-Jährigen als Hochbetagte eingestuft, 90-99-Jährige werden Höchstbetagte genannt. Die 100-Jährigen und älter gelten als Hundertjährige bzw. Langlebige.

Heseker (2002) klärt auf, dass es „oft keine Übereinstimmung zwischen chronologischen und biologischen Alter“ gäbe und nennt das Exempel von „senilen 68jährige und aktive 90jährige Menschen“. Er grenzt in eine funktionale Alterseinteilung ab, welche die jeweiligen Kategorien „go goes“, „slow goes“ und „no goes“ enthält.

3. Altersassoziierte Veränderungen des Organismus und ihre Effekte

Smoliner (2008, S.33) ist der Überzeugung, dass „aufgrund von Veränderungen der Körperzusammensetzung und nachlassender körperlicher Aktivität [nehme] der Gesamtenergieumsatz im höheren Alter ab(nehme)“. Entsprechend leitet sie eine Drosselung des Arbeitsumsatzes bei gleichzeitig nachlassender körperlicher Tätigkeit ab. Seib (2003) erklärt diese Annahme mit der geringen Muskelmasse. Nachfolgend werden die wesentlichen Veränderungen des Körpers im Alter und seine Konsequenzen durch den Altersprozess aufgeführt:

Das Muskelsystem betreffend ist eine durchschnittliche Reduktion der Muskelmasse um ca. 40% und eine daraus schließende zunehmende Fetteinlagerung zu ver-zeichnen (Badura et al., 2003). Daraus lässt sich für Schreier und Bartholomeyczik (2004) die Abnahme der Muskelmasse (Sarkopenie), der körperlichen Leistungsfähigkeit und eine höhere Vulnerabilität (Empfindlichkeit) gegenüber Mangelernährung als Schlüsse ziehen.

Arens-Azevedo und Behr-Völtzer (2002, S.15) kündigen bezüglich des Knochen-systems eine Reduzierung der organischen und anorganischen Knochenmasse und den Verschleiß des Knorpels an. Ferner behaupten sie (2002), dass „alle Menschen über 50 Jahre“ (davon) betroffen (wären)“. Für Lichtenberg et al. (2001) sind die genauen Ursachen für diese Abbauprozesse nicht geklärt. Lediglich bei den Hoch-betagten (ab 85 Jahren) “ist wieder ein leichter Anstieg der Knochendichte zu finden“ (Huth et al., 2001, 51). Es wird vor „erhöhten Risiko für Knochenbrüche, Bewegungseinschränkungen und Inaktivität“ gewarnt (Bartholomeyczik & Schreier, 2004, S.38).

Hinsichtlich des Verdauungssystems zeichne sich ihrer Meinung (vgl. ebd.) zufolge, die Veränderung der Mundhöhle, die Rückbildung des Kiefers, die Verringerung der Organgewichte (z. B. Leber und Bauchspeicheldrüse) und eine Atrophie (=Abnahme der Zellen) der Schleimhäuten ab.

Der geringe Wassergehalt der ausgetrockneten Schleimhautzellen bildet eine schuppige Schleimhautoberfläche aus. Arens-Azevedo und Behr-Völtzer (2002) machen atrophierte Schleimhäute und niedrige Organmasse für die reduzierte Sekretion (=Absonderung) von Verdauungsenzymen verantwortlich.

Zwar ist aus ihrer Sicht (2002, S.13) dies keine gravierende Fehlfunktion, dennoch kann „ im fortgeschrittenen Stadium [kann jedoch] die Eisen-, Vitamin B12 und eventuell die Fettresorption verringert sein“.

Die Atrophie der Schleimhäute in der Mundhöhle beruht auf verschiedenen Erkrankungen wie u. a. Pilzinfektionen, Parkinsonsche Krankheit, Medikamenten-konsum (Antiobiotika, Diuretika, Beruhigungsmittel) (Arens-Azevedo & Behr-Völtzer, 2002).

Huth et al. (2001) stellen außer der Deformierung des Kiefers noch den Verschleiß von Zahnbein und Zahnschmelz fest. Sie (2001) befürchten, dass die Zahnwurzel häufiger von Karies erfasst wird und mit Zahnverlusten kovariiert. Lichtenberg et al. (2001) geben die Prävalenz von Vollprothesen bei den über 65-jährigen mit 40% an. Zusätzliche 20% beanspruchen eine Teilprothese (Arens-Azevedo & Behr-Völtzer, 2002).

Im Urogenitaltrakt wickeln sich gleichfalls Alterserscheinungen ab. Konträr zur nachlassenden Durstperzeption (=Durstempfinden) steigt die Sättigungsperzeption mit erhöhter Dehydrationsgefährdung (Schwartz et al., 2003).

Bei der Niere vollziehen sich Modifikationen wie eine Verringerung des Organgewichts und Funktionseinschränkungen. Dies zielt auf eine Abnahme der Filtrationsrate und zunehmenden Natriumverlust mit dem Resultat einer mangelnden Ausscheidung ab (Badura et al., 2003). Das verkleinerte Fassungsvermögen der Harnblase bereitet den Senioren erhöhte Wasserverluste auf Grund des häufigeren Urinierens (Abelin et al., 2003).

Beim Großhirn macht sich ein zunehmender Verlust der Hirnzellen deutlich (Arens-Azevedo & Behr-Völtzer, 2002). Arens-Azevedo und Behr-Völtzer (2002, S. 251) behaupten zudem, dass „mit zunehmenden Alter [nehmen] die Zahl der Geschmacksknospen abnehme [ab]“.

Zusätzlich warnen sie vor der veränderten Geschmackswahrnehmung durch die Sinneszellendegeneration für „süß“ und „salzig“: „Erhöhte Aufnahme von zuckerhaltigen und besonders gesalzenen Lebensmitteln bzw. eine monotone Ernährungsweise“.

Summa Summarum hält Arens-Azevedo (2006) die physiologischen Veränderungen im Alter für vielfältig. Zugegebenermaßen räumt sie (2006) ein, dass die Veränderungen nicht in allen Organen erfolgen, wobei Muskelsystem und Knochen-gerüst stärker als das Hormonsystem betroffen sind. Für sie (2006) verkörpert die Sinneszellendegenration das erste Stadium des Altersprozesses.

4. Dehydration im Alter

Es ist eine allgemeingültige Untergliederung der Dehydration in drei unterschiedliche Typen vorzufinden. Die Klassifizierung erfolgt dabei in Relation des Serumnatriumwertes:

Die hypotone Dehydration umschreibt den Wassermangel, wobei der Natriumverlust schwerwiegender als der Wasserverlust ist. Die Natriumkonzentration im Körper sinkt. Dieser Fall tritt z. B. bei starkem Schwitzen, Laxanzienabusus (Abführmittel-missbrauch), Nebenniereninsuffizienz oder Verbrennungen ein (Latasch & Knipfer, 2004; Gehart, 2007).

Bei der hypertonen Dehydration trifft man die umgekehrte Konstellation an. Das Wasserdefizit überwiegt gegenüber dem Natriumentzug. Laut Burns et al. (2005) erleide der Organismus eine Hypernatriämie (Natriumüberschuss). Dieser Umstand kann als Effekt eines Diabetes mellitus oder einer Verdurstung auftreten (Menche, 2004; Gehart 2007).

Eine isotonische Dehydration liegt bei Verlust von Natrium und Wasser zu gleichen Teilen vor. Sie kommt bei Durchfall, Erbrechen und Blutverlusten vor (Latasch & Knipfer 2004; Menche, 2004).

Der Wasseranteil am Gesamtkörper wird bei einem Senioren mit den Alter von 85 Jahren mit 50% angeführt, das sind 10% weniger als bei einem 25-jährigen Erwachsenen (Hopp, 2004). Hopp (2004) ist der Ansicht, dass die notwendige Wasseraufnahme mit dem Körpergewicht im Zusammenhang steht.

Dies bedeutet, dass kein Einheitswert für die Flüssigkeitsaufnahme existiert. Diese Annahme lässt nicht verwunderlich erscheinen, dass die Vorgaben für die Flüssigkeitszufuhr pro Tag schwanken: Während die Deutsche Gesellschaft für Ernährung für die tägliche Trinkversorgung bei älteren Menschen 2,3 Liter empfiehlt, befürworten Heseker und Odenbach (2005) eine Aufnahme zwischen 1,5 und 2 Liter (vgl. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.).

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Titel: Mangelernährung im Kontext von Alter