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Christlicher Widerstand im Dritten Reich am Beispiel des Theologen Dietrich Bonhoeffers

von Marie Wolf

Hausarbeit (Hauptseminar) 2005 15 Seiten

Geschichte Europa - Deutschland - Nationalsozialismus, II. Weltkrieg

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. )Einleitung

2. )Jugend und Studienzeit Bonhoeffers

3. )Distanzierung vom Regime Hitlers
3.1. ) Der Aufenthalt in England
3.2. ) Die Ruckkehr nach Deutschland

4. ) Aktiver Widerstand als Pfarrer?
4.1.) Der Weg in den aktiven Widerstand

5. ) V erhaftung und Tod

6. )Resumee

7. ) Literaturverzeichnis

1. )Einleitung

Dietrich Bonhoeffer war ein bedeutender Theologe und Widerstandskampfer zur Zeit des Nationalsozialismus. Er hat sich aktiv an Komplotten gegen Hitler beteiligt, die den Tod des Diktators beabsichtigten. In der Person Bonhoeffer findet sich somit ein interessanter Widerspruch, denn eigentlich musste er sich als Pfarrer an die Gebote der Bibel halten, wo explizit gesagt ist, dass es verboten sei, einen Menschen zu toten.

Dies als Grundsatzfrage vorausgesetzt, soll der Weg Bonhoeffers in den Widerstand skizziert werden. Angefangen bei den familiaren Verhaltnissen und sozialen Grundlagen im Haus Bonhoeffer uber die Entscheidung zum Theologiestudium in der Jugendzeit. Es soll gezeigt werden, dass sich Bonhoeffer schon sehr bald nach der Machtubernahme der Nationalsozialisten offentlich vom Regime distanziert, wobei es fur ihn trotz der absoluten Ablehnung nationalsozialistischer Grundsatze einen schwieriger Gewissenskonflikt bedeutet, den Weg des aktiven Widerstandes zu beschreiten. Dieser Konflikt zwischen „Mord des Tyrannen“ und christlichen Grundsatzen soll verdeutlicht werden, einzelne Aktivitaten zur Zeit des Widerstandes von Bonhoeffer und Hans von Dohnanyi hervorgehoben werden. Zuletzt ist es sinnvoll auf die Verhaftung und Verurteilung Bonhoeffers einzugehen, sowie auf seine schriftliche Tatigkeit in der Gefangenschaft und daraus ersichtlichen theologische Grundhaltung.

2. ) Jugend- und Studienzeit Bonhoeffers

Dietrich Bonhoeffer wird als sechstes von acht Kindern einer groBburgerlichen Familie in Breslau geboren. Sein Vater, Karl Bonhoeffer, ist ein angesehener Psychiater und Neurologen. Seine Mutter, Paula Bonhoeffer, geborene von Hase, arbeitet als Lehrerin. Sie unterrichtet die Kinder daheim und fuhrt alle zum Abitur.

1911 zieht die Familie von Breslau nach Berlin, weil der Vater einen Lehrstuhl an der Berliner Universitat erhalt.

Dietrich Bonhoeffer macht mit 17 Jahren am Berliner Grunewald-Gymnasium sein Abitur. Auch sein Bruder Klaus Bonhoeffer und sein Schwager Hans von Dohnanyi besuchen diese Schule.

Bonhoeffer entscheidet sich zum Studium der Theologie in Tubingen, was fur die Familie uberraschend ist, doch wird sein Entschluss akzeptiert und von der Familie unterstutzt. Insbesondere die Mutter, welche aus einer Familie von Kunstlern und Theologen stammt, ist Dietrichs Entschluss gegenuber von Anfang an positiv eingestellt.

Die Entscheidung fur das Theologiestudium hangt wahrscheinlich mit dem traumatischen Erlebnis des Todes des zweitaltesten Bruders zusammen, der im Ersten Weltkrieg starb.

Mit 21 Jahren wird Bonhoeffer in Berlin summa cum laude mit der Dissertation "Communio Sanctorum" promoviert.

1928 wird er in der deutschen evangelischen Kirchengemeinde von Barcelona zum Pfarrer ausgebildet. Im Jahr 1929 ist Bonhoeffer Assistent an der Berliner Universitat und habilitiert dort mit der Schrift "Akt und Sein". Es folgte ein Jahr am Union Theological Seminary in New York, wo er die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise insbesondere fur die farbige Minderheit kennen lernt. In der Kirchengemeinde von Harlem macht er erste Erfahrungen mit der praktische Pastoralarbeit.

Nach seiner Ruckkehr im Jahr 1931 bekommt er eine Lehrposition an der Berliner Universitat und wird im November 1931 ordiniert.[1]

3. )Distanzierung vom Regime Hitlers

Dietrich Bonhoeffer wendet sich von Anfang an gegen die Regierung Hitlers. Schon kurz nachdem Hitler zum Reichskanzler ernannt worden ist, kritisiert er in einem Rundfunkvortrag im Februar den „Fuhrerbegriff‘. Besonders deutlich macht er seine ablehnende Haltung mit dem im April 1933 veroffentlichten Aufsatz "Die Kirche vor der Judenfrage". Als einer der Ersten und Entschiedensten nimmt er damit gegen den Antisemitismus des Hitlerstaates Stellung.

Auch andere Theologen, wie zum Beispiel Karl Barth oder Mitglieder der Jungreformatorischen Bewegung verteidigen die unbeeintrachtigte kirchliche Mitgliedschaft von Judenchristen, doch Bonhoeffer tritt fur das verfolgte Judentum schlechthin ein und entwirft im Ansatz ein Widerstandsrecht gegen den totalitaren Staat.

[...]


[1] Krause, Gerhard, „Bonhoeffer, Dietrich (1906 - 1945)", TRE 4, 1979, 55 - 66.

Details

Seiten
15
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783640625468
ISBN (Buch)
9783640625208
Dateigröße
450 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v150993
Institution / Hochschule
Universität Leipzig
Note
1,0
Schlagworte
Widerstand Nationalsozialismus

Autor

  • Marie Wolf

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Titel: Christlicher Widerstand im Dritten Reich  am Beispiel des Theologen Dietrich Bonhoeffers