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Homogen, heterogen oder hybrid

Singapurs kulturelle Identität im Angesicht der Globalisierung

Hausarbeit 2010 31 Seiten

Politik - Internationale Politik - Region: Südasien

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Entwicklungsrichtungen der Globalisierung

2. Fragestellung, Ziel der Untersuchung und Definition

3. Konzept der Postkolonialen Theorie

4. Historische Hintergrunde Singapur
4.1 Politische Hintergrunde Singapurs
4.2 Kulturelle Hintergrunde Singapurs
4.3 Ausgangsbedingungen nach der Unabhangigkeit
4.4 Die drei speziellen Zwange Singapurs

5. Analyse der kulturellen Identitat Singapurs
5.1 Die Ideologie der Uberlebenskunst
5.1.1Wirtschaftlicher Erfolg als Gemeinschaftswert
5.1.2 Sprache als gemeinsame Umgangsform
5.2 Die Ideologie der gemeinsamen Werte
5.2.1 Ausloser fur die Formulierung von gemeinsamen Werte Singapurs
5.2.2 Entstehung der Ideologie der gemeinsamen Werte in Singapur
5.2.3 Die gemeinsame Wertebasis Singapurs
5.2.4 Das Konzept der gemeinsamen Werte

6. Fazit der Analyse
6.1 Einfluss der Globalisierung auf die Ideologie der Uberlebenskunst
6.2 Einfluss der Globalisierung auf die Ideologie der gemeinsamen Werte
6.3 Schlussbemerkungen

7. Quellenverzeichnis

1. Entwicklungsrichtungen der Globalisierung

Globalisierung ist ein Phanomen, das mehrere Bereiche umfasst, wodurch sich die Notwendigkeit ergibt, von Globalisierungen im Plural zu sprechen (Nederveen 1998: 87f.). Synonym dazu muss ebenso die direktionale Ausrichtung der Globalisierung als nur zur Homogenisierung[1] fuhrenden Kraft in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft infrage gestellt werden (vgl. Robertson 1998: 192). Die sich fur die Globalisierung ergebenden (Gegenwarts- und) Zukunftsszenarien einer globalen oder lokalen Entwicklung erscheinen eher unwahrscheinlich. Vielmehr ist von einer Koexistenz von globalen und glokalen Entwicklungsrichtungen[2] bei der Globalisierung auszugehen, die sich nicht gegeneinander ausschlieBen (vgl. Burke 2002: 28ff.; Robertson 1998: 192ff.).

Eine weitere Perspektive der Globalisierungsforschung betrachtet die beiden eben dargestellten Entwicklungsrichtungen nicht als irrelevant oder falsch, sondern vielmehr in grundlegenden Aspekten als unvollstandig. Die Ambivalenzen der Globalisierung vernachlassigen die wechselseitige Beeinflussung von Kultur(en) und in dieser Dimension, besonders den Einfluss der westlichen Kultur als vorherrschende universelle Globalkultur[3]. Von groBen Kulturen wie dem karthagischen oder mesopotamischen Imperium sind heutzutage nur Bruchstucke ubrig geblieben, wahrend sie den Kampf um ihre eigene Existenz[4] verloren haben. Dagegen konnte San Marino,[5] als einer der kleinsten Staaten dieser Welt, sich seine kulturelle Identitat und auch seine politische Souveranitat bis heute erhalten. Ist demzufolge der Entwicklungsprozess einer kulturellen Identitat im Angesicht der Globalisierung einfacher oder schwerer geworden? - Oder bewirkt Globalisierung zwangslaufig die Zerstorung[6] der kulturellen Identitat eines Landes? Ob unter den Bedingungen der Globalisierung eine Chance besteht, eine kulturelle Identitat in einem Land zu entwickeln, soll exemplarisch am Beispiel von Singapur in dieser Hausarbeit analysiert werden. In der Analyse wird jedoch davon abgesehen, Globalisierung als ein mehrdimensionales Phanomen zu betrachten. Vielmehr soil Globalisierung als ein Stimulus angesehen werden, der Einfluss ausuben kann, oder auch nicht. Die Herausbildung einer kulturellen Identitat in einem neuen Kontext, in diesem Fall in einem neu gegrundeten Staat, soll unter den Bedingungen einer globalisierten Welt7 untersucht werden.

2. Fragestellung, Ziel der Untersuchung und Definition

Das Interesse dieser Analyse beruht auf dem schon angesprochenen Entwicklungsprozess der kulturellen Identitat in Singapur. Dabei soll Globalisierung dichotom zu anderen moglichen Einflussfaktor betrachtet werden. Dementsprechend wird weder in dem Einflussgrad der Globalisierung oder der anderen Faktoren, noch zwischen den verschiedenen moglichen Einflussfaktoren unterschieden. Die genaue Fragestellung dazu lautet:

Ist der Entwicklungsprozess der kulturellen Identitat Singapurs durch die Globalisierung nachhaltig beeinflusst worden ?

Nun folgend soll das Verstandnis der kulturellen Identitat von Thomas Meyer (2002) dargestellt werden, um dadurch den Begriff der kulturellen Identitat zu definieren und damit einhergehend fur die Analyse greifbar und erfassbar zu machen. Meyer entwickelte eine Definition in der drei verschiedene Ebenen (Grundeinheiten) diagnostiziert werden, aus denen sich zusammengenommen eine kulturelle Identitat ergibt (vgl. 117-122). Demnach konnen Kulturen der Gegenwart zum einen „[...] in die basalen Zivilisationsstile des Traditionalismus, der Modernisierung und des Fundamentalismus mit ihren unterschiedlichen Schattierungen und Uberschneidungsmoglichkeiten“ differenziert werden (ebd.: 117). Zum anderen tritt damit aber gleichzeitig die Sphare der kulturellen Orientierung in den Vordergrund, welche „[...] als lebensweltliche Grundeinheiten kultureller Identitat“ bezeichnet werden kann (ebd.). Diese bildet sich aus der Wechselwirkung einer sich stets im Wandel befindlichen Festlegung ihrer Inhalte ab, die in drei Ebenen unterschieden werden. Die erste Ebene Ways of believing, der Glaubenswahrheiten und metaphysischen Sinngebungen sind als Orientierungshilfe zu verstehen. Diese konnen sich aus Weltanschauungs- und/oder Glaubensgemeinschaften ergeben und bieten damit Lebensgewissheit(en) an (vgl. ebd.: 117f.). Die zweite Ebene Ways of life umfasst Lebensweisen, darunter sind „[...] haufig besonders nachhaltige Gewohnheiten der Menschen [...]“ wie Umgangsformen zu verstehen (ebd.: 118). Die dritte Ebene der Ways of living together beinhalten Gemeinschaftswerte, die individuell internalisiert sind und dadurch das[7] Zusammenleben (mit)gestalten. Der Aushandlungsprozess findet in dynamisch-sozialen Diskursraumen statt, in den sich die kulturelle Identitat „[...] je nach sozialer Lage, Interesse, sozialem Habitus, Generationen- und Gruppenerfahrungen, sozialen und politischen Konflikten oder AuBeneinflussen, die fur die beteiligen Akteursgruppen und Interpretationsgemeinschaften von Bedeutung sind [...],“ heraus differenziert (ebd.: 120). Das Paradox an einer kulturellen Identitat besteht in dem notwendigen Vorhandensein8 einer kulturellen Identitat, denn „[...] die Traditionen kultureller Identitat bleiben als Kontext des Anschlussfeld[es] fur neuartige Synthesen kultureller Identitat“ bestehen (ebd.: 120).

In der Analyse wird anhand drei exemplarischer Beispiele versucht, die Fragstellung der Hausarbeit umfassend zu beantworten. Aufgrund der politischen Rahmenbedingungen in Singapur, die an spaterer Stelle noch dargestellt werden, ist der Aushandlungsprozess eher auf den Akteur Regierung zentriert. Dennoch konnte eine Einflussnahme der Bevolkerung Singapurs, auf den Aushandlungsprozesses festgestellt werden, die umso interessanter ist. Zuvor soll zunachst der theoretische Blickwinkel der Hausarbeit ausfuhrlich dargestellt werden. Dafur wurde primar auf die kritische Einfuhrung in die Postkoloniale Theorie von Maria do Mar Castro Valera und Nikita Dhawan (2005) zuruckgegriffen.

3. Konzept der Postkolonialen Theorie

Die Wahl der Postkoloniale Theorie fur die Analyse lasst sich mit der langen Geschichte der Fremdherrschaft Singapurs (bzw. dem heutigen Staatsgebiet Singapurs) begrunden und der damit verbundenen Dominanz von Fremdkulturen. Durch die Hinzunahmen der Postkolonialen Theorie soll der Blickwinkel auf den Herausbildungsprozess gescharft werden, besonders unter den gegebenen historischen Rahmenbedingungen Singapurs. Mit dem postkolonialen Ansatz wird vornehmlichen die Untersuchung von Kultur und Identitat wahrend und nach der Kolonialzeit vorgenommen, wodurch diese einen hervorragenden theoretischen Rahmen fur die Analyse der kulturellen Identitat Singapurs darstellt.

Schon der Begriff Postkolonial ist trotz vieler Klarungsversuche bis heute unscharf geblieben (vgl. Castro/Dhawan 2005: 23). So wird zum einen mit dem Prafix post implizit davon ausgegangen, dass es keine pra-koloniale Geschichte in den Landern gegeben hat und zum anderen, dass es sich mit kolonial immer um Kolonien gehandelt haben muss (vgl. ebd.). Dadurch ergibt sich die besonders fatale Ausgrenzung des Imperialismus, welcher aber besonders nach dem Ruckzug des Kolonialismus heute vorherrschend ist (vgl. ebd.: 12ff., 23).

Somit ist es entweder erforderlich, verschiedene Formen der Kolonisation[9] herauszuarbeiten, oder die „[...] miteinander verquickten Phanomene in einer allseits zufrieden stellenden Darstellung zusammenzubringen“ (vgl. ebd.: 14). Darauf aufbauend betonen die Autorinnen den Postkolonialismus nicht einfach als etwas, was nach dem Kolonialismus kommend verstanden werden muss, sondern vielmehr als etwas, das uber den Bruch des technischen Machttransfers von Kolonisatoren zu Kolonisierten hinausgeht (vgl. ebd.: 24).

„[...] der Prozess der Dekolonisierung [ist] ein andauernder, der sich eben nicht als linear und fortschreitend darstellen lasst. Neokolonialismus und Rekolonisierungstendenzen zeigen vielmehr an, dass der Kolonialismus immer neue Wege erfindet [...]“ (vgl. ebd.).

Die Postkoloniale Theorie hat zwei Arbeitsfelder, bei denen sie historisch an den Kolonialismus und Imperialismus anknupft (vgl. ebd.: 25). Zum einen die Problematisierung der kolonialen Hinterlassenschaften in gesellschaftlicher, okonomischer und politischer Hinsicht und zum anderen „[...] die Revolutionierung westlicher intellektueller Traditionen, [...]“ welche den gangigen Diskurse in der Wissenschaft immer noch pragen (vgl. ebd.).

“Die Grundstruktur des kolonialen Diskurses ist zunachst die Zweiteilung der Welt in »zivilisierte Volker« oder »Nationen« und »unzivilisierte Stamme«” (vgl. Ziai 2004).

Die Postkoloniale Theorie zeigt dabei ihre Andersartigkeit im Vergleich zu den hohen oder groBen Theorien bereits durch die Tatsache, dass es keine dominante Richtung oder Denkschule gibt (vgl. Castro/Dhawan 2005: 25). Vielmehr haben sich Edward Said, Gayatri Chakravorty Spivak und Homi Bhabha als die Heilige Dreifaltigkeit der Postkolonialen Theorie etabliert (vgl. ebd.). Das auch als Grundungsdokument bezeichnete Werk von Edward Said Orientalism (1978) thematisierte dabei erstmals (wieder) die „[...] Verbindungslinien zwischen Wissensproduktion und dem europaischen Imperialismus“ (Castro/Dhawan 2005: 32). Said erforschte dafur die Sprache, Geschichte und Kultur des Orients und kam zu dem Schluss, dass dabei die „positionelle Superioritat“ Europas nie infrage gestellt wurde (ebd.). Gepragt hat Said damit die bis heute prasente Dichotomie der Anderen im Vergleich zu Europa bzw. dem Westen (vgl. ebd.: 33). Mit der Veroffentlichung des Essays Can the Subaltern speak? (1988) von Gayatri Chakravorty Spivak stellt diese das Konzept der Subalternitat[10] mit der im Titel schon enthaltenen Frage vor (vgl. Castro/Dhawan 2005: 68f.). Nach Spivak versucht der Westen die wirkliche subalteme[11] Stimme gar nicht erst einzufangen, sondern spricht stattdessen uber und besonders fur sie (vgl. ebd.: 71). Die politische Struktur der Representation weiBt in dieser Richtung eine Begrenztheit auf, welche Subalterne verstummen lasse (vgl. ebd.: 76). In den 1990 Jahren fuhrte Homi Bhabha die Begriffe der Mimikry[12] und Hybriditat in den postkolonialen Diskurs ein (vgl. Castro/Dhawan 2005: 89). Bhabha erforschte eingehend die Frage der Identitatsformation in kolonialen Verhaltnissen (vgl. ebd.: 87). Das Konzept der Mimikry beschreibt das Begehren der Anderen, wie die Kolonisatoren zu werden, jedoch niemals uber das Stadium eines kolonialen Subjekts hinaus zu kommen (vgl. ebd.: 90). Der Nachahmenden (Kolonisierten) werden dabei niemals das Original (Kolonisatoren) erreichen (vgl. ebd.). “Sie [die Kolonisierten] stellen damit ein koloniales Subjekt her, welches wie der Kolonisator selbst ist und doch anders - nicht ganz/nicht weiB” (ebd.).

Unter dem Konzept der Hybriditat13 versteht Bhabha eine Form des Widerstandes, indem eine “[...] Umkehrung des Prozesses von Dominierung und Unterwerfung [...]” stattfindet (ebd.: 93). Ausgehend von der Sicht eines Zwischen- oder Drittraumes werden Verschiebungen zwischen der Idee bzw. Theorie des Kolonialismus und der praktischen Ausubung und Umsetzung deutlich erkennbar (vgl. ebd.: 94ff.). Dadurch kritisiert Bhabha besonders die essentialistische Konnotation des Kolonialen und weiBt auf die Rekonzeptualisierung in der Interaktion der Kolonisierten und Kolonisatoren hin (vgl. ebd.: 95ff.). Bhabha bezeichnet dieses als eine Form des Widerstandes, da die Kolonisierten den als monotheitisch ausgeubten Kolonialismus verandern, indem sie auf diesen durch Imitation der Kolonisatoren eingewirkt haben (vgl. ebd. 94f.). Neben der typischen Dichotomie (oder auch binare Opposition) des wir und sie (andere), Zentrum und Peripherie oder West and the Rest, lassen sich zum Teil verborgene und vielfaltige Machtverhaltnisse in drei Spielarten des Kolonialismus bestimmen (vgl. Feichtinger 2003: 14f.): Erstens durch direkte Machtausubung mit oktroyiertem Kultursysteme; zweitens durch indirekten Kulturkolonialismus bei dem indigene bzw. einheimische Kulturen uberrollt werden oder drittens, durch direkte Macht- und Ausbeutungsbestrebungen ohne kulturelle Aspekte (vgl. ebd.).

4. Historische Hintergrunde Singapur

Um eine Analyse der kulturellen Identitat Singapurs vornehmen zu konnen, ist es, wie bereits angekundigt, notwendig, zuvor einige Rahmenbedingungen Singapurs darzulegen. In diesem ersten Abschnitt soll nun kurz die Geschichte Singapurs dargestellt werden. Daran anschlieBend werden zum einen Hintergrunde mit dem Schwerpunkt auf dem politischen Geschehen skizziert und zum anderen relevante kulturelle Hintergrunde Singapurs vorgestellt. Darauf folgend wird die Ausgangssituation Singapurs um den Zeitpunkt der Unabhangigkeit beschrieben.

Die im Jahr 1819 von Sir Stamford Raffles, im Auftrag der British East Indian Company, in Besitz genommene Insel war bis dahin ein weiBer Fleck[14] auf der Landkarte gewesen. Der gestiegene Handel zwischen dem indischen Subkontinent und den ebenfalls unter britischer Kontrolle befindlichen Gebiete im Sudosten Chinas machten eine Verbindung auf dem Seeweg notwendig, auf dessen Route ein Stutzpunkt errichtet werden sollte. Aufgrund der gunstigen geostrategischen Lage fiel die Wahl auf die heutige Hauptinsel Singapurs als britischem Stutzpunkt, um damit eine sichere Durchfahrt der SeestraBe von Malacca fur Handelsschiffe zu ermoglichen. Rund funfzig Jahre spater wurden die Insel Singapur und einige Teile des heutigen Malaysia zur Kornkolonie des Empire erklart. Bis auf die dreijahrige Besetzung von 1942-45 durch Japan wahrend des Zweiten Weltkriegs war Singapur bis zur Entlassung in eine Foderation unter anderem mit Malaysia bis 1963 unter britischer Kontrolle (vgl. Chew/Lee 1996: 7-14; Kieserling 2000: 16-20; Velayutham 2007: 21-26).

4.1 Politische Hintergrunde Singapurs

In diesem Abschnitt wird nun auf die politischen Rahmenbedingungen Singapurs nach der Unabhangigkeit eingegangen, da diese maBgeblich den Entwicklungsprozess der kulturellen Identitat Singapurs beeinflusst haben. Die lange koloniale Fremdherrschaft sorgte dafur, dass Singapur eine parlamentarische Republik mit einem Premierminister als Staatsoberhaupt, nach britischem Vorbild, mit einem Westminster ahnlichen System wurde (vgl. Chew/Lee 1996: 159f.; Mauzy/Milne 2002: 3f.; Tamney 1996: 3-6). Bei der Einordnung[15] des politischen Systems tendiert Singapur zwischen Demokratie und Autokratie (vgl. Mauzy/Milne 2002: 128f.; Tamney 1996: 57ff.). Zuweilen wird Singapur sogar eine eigene Demokratieform oder ein eigenes Demokratieverständnis unterstellt, welches als Asian-style Democracy bezeichnet wird (vgl. Tamney 1996: 57ff.). Manfred Kieserling (2000) zieht den Schluss, dass Singapur zu Beginn eine Demokratie nach britischem Vorbild war, die jedoch mit der Zeit durch rigide Disziplinierung und Repressionen gegenüber Oppositionellen undemokratisch wurde. Hierdurch ist es zu einer Stabilisierung der Macht der PAP (People´s Action Party) gekommen, die heute dadurch demokratisch legitimiert regieren kann, da es einfach an einer (oppositionellen) Alternative fehlt (vgl. 23-28).

[...]


[1] Vgl. dazu Ritzer, George [1998] 2009: The McDonaldization Thesis. Explorations and Extensions. London: Sage Publications.

[2] Vgl. dazu Barber, Benjamin R. [1995] 1996: Jihad vs. McWorld. How Globalism and Tribalism are Reshaping the World. New York: Ballantine Books.

[3] Vgl. dazu Latouche, Serge 1994: Die Verwestlichung der Welt. Frankfurt am Main: Dipa Verlag.

[4] Gemeint ist damit eine zeitlich langere und/oder nachhaltige Existenz in der ursprunglichen Kultur (wie die griechische) oder in einer neuen (territorialen) Form (wie die persische oder osmanische Kultur).

[5] Die Entstehung von San Marino wird auf das Jahr 300 nach Christus datiert. Trotz der engen Bindung zu Italien konnte San Marino seine kulturelle Eigenstandigkeit bewahren (vgl. Kochwasser, Friedrich 1961: San Marino. Die alteste und kleinste Republik der Welt. Herrenalb im Schwarzwald: Erdmann im Schwarzwald.

[6] Samuel P. Huntington zum Beispiel geht von einer Schwachung der amerikanischen (kulturellen) Identitat aus, da im Zuge der Mobilitatsfahigkeit und der Kommunikationsmoglichkeiten durch die Globalisierung ein Festhalten an der Herkunftsidentitat (in seinem Beispiel MexikanerInnen) wahrscheinlicher ist, als eine Auseinandersetzung mit der kulturellen Identitat des Aufnahmelandes (vgl. Huntington 2006: 17-58).

[7] Es wird von der Pramisse ausgegangen, dass kein Land (auBer vielleicht Nord Korea) sich der Globalisierung bzw. den globalen Einflussen entziehen kann und somit von einem Einfluss auch auf Singapur grundlegend ausgegangen werden kann.

[8] Dabei kann es sich um eine eigene traditionelle oder auch fremde kulturelle Identitat handeln (vgl. Meyer 2002: 120f.).

Die Autorinnen beziehen sich dabei auf Jurgen Osterhammel, der zwischen Stutzpunktkolonie, Beherrschungskolonie und Siedlungskolonie unterschiedet (vgl. Castro /Dhawan 2005: 12f.).

[10] Das Konzept der Subalternitat wird auch als das Konzept der Representation bezeichnet und zumeist synonym verwendet (vgl. Castro/Dhawan 2005: 70).

[11] Subaltern kommt aus dem lateinischen Subalternus und bedeutet: untergeordnet, unterwurfig, untertanig, unselbststandig oder auch von niedrigerem Rang (vgl. Duden 2003: Das groBe Fremdworterlexikon. 3.

uberarbeitete Ausgabe. Mannheim: Bibliographisches Institut).

[12]

Der Begriff Mimikry ist der Biologie entnommen und beschreibt die Ahnlichkeit von zwei Tieren einer Art, welche dadurch von (bzw. aus der Sicht) einer dritten Art nicht mehr unterschieden werden konnen (vgl. Castro/Dhawan 2005: 89f.).

[13]

Hybriditat stellt eine Gemisch oder eine Mischform aus zwei verschiedenen Formen dar (vgl. Duden 2003: Das groBe Fremdworterlexikon. 3. uberarbeitete Ausgabe. Mannheim: Bibliographisches Institut).

[14] Reiseberichten Raffles zufolge gab es bei seiner Ankunft an der Sudspitze Singapurs nur einige Fischerdorfer mit insgesamt nicht mehr als zwanzig Familien, die Sultan von Johor als den Besitzer der Insel angaben (vgl. Chew/Lee 1996: 7-14).

[15] Mauyz und Milne stellen fest, dass Singapurs in keinem einzigen Fall als liberale Demokratie beschrieben wird, sondern zumeist ein Attribut erhalt, welches einen Hang zur Autokratie beschreibt (vgl. Mauzy/Milne 2002: 128f.).

Details

Seiten
31
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640619641
ISBN (Buch)
9783640620029
Dateigröße
613 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v150493
Institution / Hochschule
Technische Universität Darmstadt
Note
1,0
Schlagworte
Identität Globalisierung Kultur Kulturen Postkolonial Ideologie Globale Kultur universelle Kultur hybride Identität

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