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Aktiengattungen, Aktienmarktsegmente und Handelsformen am deutschen Aktienmarkt

Hausarbeit 2008 27 Seiten

BWL - Bank, Börse, Versicherung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkurzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Aktienmarktsegmente
2.1 Die gesetzlichen Marktsegmente
2.2 Teilmarkte und Transparenzstandards
2.2.1 Entry Standard
2.2.2 General Standard
2.2.3 Prime Standard

3 Aktiengattungen
3.1 Inhaber- und Namensaktien
3.2 Stamm- und Vorzugsaktien
3.3 Nennwert- und Stuckaktien
3.4 Sonderformen von Aktien

4 Handelsformen am deutschen Aktienmarkt
4.1 Parketthandel
4.2 Elektronischer Handel

5 Fazit

Quellenverzeichnis

Literaturverzeichnis

Abkurzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Schaltet man heutzutage die Nachrichten an, wird man in den meisten Fallen auch etwas uber den aktuellen DAX-Kurs, Gewinner und Verlier der Borse horen. In aller Kurze werden ein paar Werte und Prozentsatze genannt, die einfacher nicht ausse- hen konnten. Doch so einfach ist der Aktienmarkt an der Borse nicht. Es gibt eine Vielzahl von Voraussetzungen und Bestimmungen, die den deutschen Aktienmarkt regeln und am laufen halten. Diese Regeln gelten sowohl fur die Unternehmen, die an der Borse notiert sind, oder dieses vorhaben als auch fur die Anleger und Hand­ler, die Aktien kaufen und verkaufen.

Was jedoch besagen diese Regeln und was bringt der Borsengang einem Unter­nehmen uberhaupt? Einige Vorteile wie die reine Kapitalbeschaffung und eine ge- steigerte Aufmerksamkeit in der Offentlichkeit liegen auf der Hand. Zusatzlich er- reicht man durch eine Borsennotierung auch eine gunstigere Wettbewerbsposition, da die Notierung als Aktiengesellschaft ein gewisses Vertrauen und den Eindruck ei- nes florierenden Unternehmens weckt, als auch einen breiten Zugang zum internati­onal Markt offnet. Um all diese Vorteile nutzen zu konnen muss ein Unternehmen allerdings von klein auf viel fur die Zulassung zur Borse tun. Die Zulassung allerdings ist eine schwierige, individuelle und langwierige Prozedur, welche einem Unterneh­men einiges abverlangt. So muss das Unternehmen nicht nur selber in der Lage sein, eine solche Verantwortung tragen zu konnen, es muss auch organisatorische und rechtliche Voraussetzungen erfullen sowie weitreichende, konstitutive Entschei- dungen treffen.

Neben den eigenen Zielsetzungen und den rechtlichen Vorschriften, wie zum Bei- spiel der Umwandlung zu einer Aktiengesellschaft (AG) ist jedoch die Einordnung an der Borse einer der weitreichendsten und wichtigsten Vorgange, warum dies auch das Hauptthema dieser Arbeit sein wird. Es muss entschieden werden, welchen Grad an Transparenz ein Unternehmen dem Aktionar zugestehen mochte, denn hiervon wird die Notierung in den unterschiedlichen Segmenten des Aktienmarkts abhangig gemacht. Weiter werden die Gattungen der zu emittierenden Aktien festge- legt, denn mit jeder ausgegebenen Aktie vergibt man Unternehmensbeteiligung. Dies verstreut zwangsweise auch die Macht uber das Unternehmen, sofern man die Akti- en beispielsweise nicht in ihren Rechten beschrankt.

Erganzend zur Einordnung der Wertpapiere in Gattungen und Segmente am Aktien­markt werden in der Arbeit die verschiedenen Handelsformen erlautertet, um einen Uberblick uber die Moglichkeiten und Unterschiede aufzuzeigen, welche sich mit der Zeit, der Technik und der wirtschaftlichen Entwicklung ergeben haben.

Um diese drei Teilaspekte eines Borsenganges zu erlautern werde ich mich in mei- ner Arbeit hin und wieder auf die Frankfurter Wertpapierborse (FWB) beziehen und mich dementsprechend an den deutschen Gesetzten und Voraussetzungen fur die Borsennotierung einer Aktiengesellschaft orientieren.

2 Aktienmarktsegmente

Wie der Name „Kapitalmarkt“ bereits deutlich macht, handelt man an der Borse in- nerhalb von Markten, welche gemaR dem Borsengesetzt strukturiert sind. Diese Markte werden aufgeteilt nach Zulassungsbestimmungen und geltenden Publizitats- vorschriften. Die entstehenden Marktsegmente unterscheiden sich vornehmlich durch gesetzliche Vorgaben und die Anforderungen, die sie an das jeweilige Unter- nehmen stellen, welches sich an der Borse notieren lassen mochte.[1]

2.1 Die gesetzlichen Marktsegmente

In Europa haben Unternehmen zwei Moglichkeiten eine Notierung an der Borse zu erhalten. Fur etablierte und groRe Unternehmen, welche sich hohen Transparenzan- forderungen gewachsen sehen wahlen meist den Weg uber einen „EU-Regulated Market“, ein Markt, der durch die EU reguliert wird. Dieser Markt bringt sehr viel An- sehen fur das Unternehmen und gibt dem Aktionar ein realistisches und vertrauens- wurdiges Bild des Unternehmens. Fur kleinere Unternehmen, die schnell und un- kompliziert Aktien emittieren wollen und sich gerade erst im Wettbewerb am Kapital- markt festigen, gibt es den „Regulated Unofficial Market“, welcher von der Borse selbst reguliert wird und so geringere Anforderungen stellt, aber auch weniger oder andere Vorteile bietet.[2]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 Teil 1. Drei Transparenzlevels der FWB (Quelle: Deutsche Borse, „Ihr Weg an die Borse“, 2005, S.9)

Diesen beiden Markten sind an der FWB zwei Marktsegmente gemaR dem BorsG untergeordnet. Dem „EU-Regulated Market“ ist der Geregelte Markt zugeordnet, wahrend der Freiverkehr (Open Market) dem „Regulated Unofficial Market“ ange- gliedert ist.[3] Der Geregelte Markt ist nach §2 Abs. 5 des WpHG ein organisierter Ka- pitalmarkt und unterliegt demnach strengen Publizitats- und Transparenzpflichten. Beispiele hierfur sind die Ad-Hoc Publizitat, welche besagt, dass das Unternehmen sofort nach bekanntwerden von Informationen, welche fur den Aktienkurs relevant sein konnten, diese auch zu veroffentlichen hat. Auch verpflichten sich Aktiengesell- schaften in diesem Marktsegment, ihre Bilanzierung nach IFRS zu gestalten und be- stimmte Beteiligungsverhaltnisse zu veroffentlichen, sofern diese fur die Offentlich- keit relevant sein konnten. [4]

Die Organisation des Freiverkehrs unterliegt der jeweiligen Borse, da er kein organisierter Kapitalmarkt ist und somit §2 Abs. 5 WpHG nicht greift. Dementspre- chend gelten hier andere, nicht so extreme Transparenz- und Publizitatsvorschriften als beim Geregelten Markt. Dies hat zwar zum einen geringere Kosten zur Folge und lasst die Haftung der Emittenten sinken, fuhrt aber auch dazu, dass weniger Informa- tionen an die Offentlichkeit geraten und das Unternehmen so vielleicht nicht korrekt beurteilt werden kann. Um am Freiverkehr teilnehmen zu konnen, reicht nach §57 Abs. 1 BorsG ein privatrechtlicher Vertrag und die Zulassung der Borsenaufsicht. Erst wenn Wertpapiere offentlich angeboten werden, greift die Prospektpflicht zur In­formation der Anleger, welche das Unternehmen zwingt ein Prospekt mit wesentli- chen und relevanten Informationen uber das Unternehmen zu veroffentlichen.[5]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 Teil 2. Drei Transparenzlevels der FWB (Quelle: Deutsche Borse, „Ihr Weg an die Börse“, 2005, S.9)

Um die Unternehmen noch besser einordnen zu konnen wurden die gesetzlichen Markte noch einmal in Teilmarkte unterteilt, welche im folgenden Kapitel hinsichtlich deren Anforderungen an die Unternehmen erlautert werden.

2.2 Teilmarkte und Transparenzstandards

Um den Borsengang sowohl fur die Unternehmen, als auch fur die Anleger noch ein- facher zu gestalten wurden die Marktsegmente fur den Aktienhandel an der Frankfur­ter Wertpapierborse noch ein weiteres Mal unterteilt. Das Ergebnis sind drei Teil­markte, zwischen denen die Aktiengesellschaften wahlen konnen. Sie erleichtern den Unternehmen die Wahl zwischen den Transparenzlevels und bieten ihnen so den optimalen Weg zur Aufnahme von Eigenkapital, wahrend den Investoren durch die Menge der ausgegebenen Informationen die Entscheidung, in welches Unter­nehmen sie investieren, erleichtert wird. Somit entstanden der General Standard und der Prime Standard mit sehr hohen organisatorischen und rechtlichen Anforde- rungen als auch der Entry Standard mit niedrigeren Anforderungen fur kleinere Un- ternehmen.[6]

Wenn man schlieRlich die beiden vorherigen Abbildungen zusammenfugt und um den letzten Teil, den drei weiteren Teilmarkten erweitert erhalt man eine Ubersicht der verschiedenen Markte der Frankfurter Wertpapierborse.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 Teil 3. Drei Transparenzlevels der FWB (Quelle: Deutsche Borse, „Ihr Weg an die Borse", 2005, S.9)

2.2.1 Entry Standard

Der Entry Standard ist dem Freiverkehr angegliedert, daher gelten hier die Regeln des Open Market, welche im Vergleich zu den anderen Teilmarkten eher locker sind. Dieser Kapitalmarktzugang eignet sich besonders fur kleine Unternehmen, welche ohne horrende Kosten und mit wenigen organisatorischen und rechtlichen Umstel- lungen innerhalb des Betriebs am Geschehen der Borse teilnehmen mochten.[7]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2. Teil 1.: Transparenzstandards (Quelle: Deutsche Borse AG, „Ihr Weg an die Borse“, 2005, S. 31)

[...]


[1] Vgl. Grill / Perczynski, „Wirtschaftslehre des Kreditwesens“, 2007, S. 268

[2] Vgl. Deutsche Borse AG, „Ihr Weg an die Borse“, 2005, S. 8 u. 29

[3] Vgl. Deutsche Borse AG, „Ihr Weg an die Borse“, 2005, S. 9

[4] Vgl. Grill / Perczynski, „Wirtschaftslehre des Kreditwesens“, 2007, S. 268

[5] Vgl. Grill / Perczynski, „Wirtschaftslehre des Kreditwesens“, 2007, S. 268

[6] Vgl. Deutsche Borse AG, „Ihr Weg an die Borse“, 2005, S. 29

[7] Vgl. Grill / Perczynski, „Wirtschaftslehre des Kreditwesens“, 2007, S. 269

Details

Seiten
27
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640615964
ISBN (Buch)
9783640615773
Dateigröße
564 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v150337
Institution / Hochschule
Private Fachhochschule für Wirtschaft und Technik Vechta-Diepholz-Oldenburg; Abt. Vechta
Note
2,0
Schlagworte
Börsengang Aktiengattungen Börse Aktienmarkt Aktienmarktsegmente Going Public IPO Aktiengesellschaft XETRA Börsenhandel Aktien Wertpapier

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