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Der "Willehalm" Wolfram von Eschenbachs

Buch VII. 331, 23 – 341, 3. Interpretation und Übersetzung

Seminararbeit 2009 33 Seiten

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik

Leseprobe

Gliederung

I. Übersetzung Wh. 331, 23- 333, 11.

II. Einordnung der Textstelle in den Gesamtkontext des Werkes
1. Vorgeschichte
2. Handlung
3. Formale Analyse

III. Interpretation von Einzelaspekten
1.sît iuch nu ellen man: Willehalm und die Führer des Reichsheeres
2.des rîches van: Reichsfahne und Reichsgedanke
3.Oransche, Paris, Ache, Rome: Terramers Eroberungspläne
4.gote&minne: Religion und Frauenliebe als Kampfmotive
5.du solt die flühtegen haben dier: Die Rolle Rennewarts
6. Zur Bedeutung der Zahlen imWillehalm

IV. Fazit

V. Bibliographie

I. Übersetzung

Willehalm 331,23 – 333, 11[1]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[2] dan[3],[4] [5] [6] [7],[8] [9] [10] [11] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [18] [19] [20] [21] jach[22] [23] [24] [25] [26] [27] [28] [29] [30] [31] [32] [33] [34] [35] [36] [37] [38] [39] [40] [41] [42] [43] [44] [45] [46] [47] [48] [49] [50] [51] [52] [53] [54] [55] [56] [57] [58] [59] [60] [61] [62] [63] [64] [65] [66] [67] [68] [69] [70] [71] [72] [73] [74] [75] [76] [77] [78] [79] [80] [81] [82] [83] [84] [85] [86] [87] [88] [89] [90] [91] [92] [93] [94] [95] [96] [97] [98] [99] [100] [101] [102] [103] [104] [105] [106] [107] [108] [109] [110] [111] [112] [113] [114] [115] [116] [117] [118] [119] [120] [121] [122].

II. Einordnung der Textstelle in den Gesamtkontext des Werkes

1. Vorgeschichte

Die Handlung der zu interpretierenden Textstelle ergibt sich vor allem aus den Ereignissen des Mittelteils des Willehalm. Orange ist zurück erobert und die Christen unter Führung des Markgrafen erwarten die zweite Schlacht auf dem Feld von Alischanz.

Rennewart hat zu Beginn des 7. Buches zum zweiten und dritten Mal seine Stange vergessen.[123] Beschämt und darüber nachsinnend, warum ihm das Schicksal solchermaßen mitspielt, kehrt er nach Orange zurück, um sie zu holen.[124] Auf dem Rückweg trifft er am pitît punt das fliehende Reichsheer.

Die Ritter hatten den Kampf eingestellt, da dieser ihrer Meinung nach für sie schon mit der Befreiung von Orange erfüllt war. Erst auf das Bitten Willehalms hin, um Christi Willen den Kampf fortzusetzen, hatten sie das Kreuz genommen und weitergekämpft.[125] Die Haltung der Reichsfürsten spiegelt die Haltung des Königs wieder. Wie Loys mussten auch sie erst zum Kampf gedrängt werden, um die Pflichten, die sie mit dem Kreuz auf sich genommen hatten, zu erfüllen. Beim Anblick des Heidenlagers jedoch verlässt sie der Mut und sie kehren um.[126] Dadurch beschämen sie das Reich und das Kreuz gleichermaßen.[127]

Willehalm hält daraufhin eine Rede an die Zurückgebliebenen und verheißt diesen einen ewigen Lohn im Himmel: Die durchbohrte Hand Christi werde sie nicht abweisen.[128]

Die Reichsfahne wird eingeholt und durch die Willehalms ersetzt, der sein Heer in fünf Scharen einteilt. Nur eine hant vol Männer vermag er dem Riesenheer Terramers entgegenzustellen.[129]

Rennewart zwingt das Reichsheer am pitît punt mit seiner Stange zur Umkehr.[130] Er wütet so gründlich unter ihnen, dass einige von ihnen glauben, ein Gottesgericht sei über sie gekommen.[131] Erst als die Ritter ihre Flucht bereut haben und geloben, ihm zu folgen, beendet der Riese den Kampf. Bevor der Kriegszug Willehalms sich in Bewegung setzt, erreicht Rennewart den Markgrafen und übergibt ihm die Schar.[132]

2. Handlung

Der Markgraf dankt seinem treuen Knappen Rennewart und ruft die bekehrten Reichsfürsten zu sich, um sie mit einer Ansprache willkommen zu heißen.[133]

Hierbei greift er das Motiv der durchbohrten Hand Christi auf, das er bereits bei der Rede an seine Getreuen verwendet hatte, nachdem das Reichsheer abgezogen war.[134]

saelde ân end (Wh. 331, 27) habe die Flüchtenden zu Gott zurückgeführt. Der frühere zwîvel (Wh. 332, 5), der sie habe umkehren lassen, sei durch diese Tapferkeit gutgemacht: Sie sind zum Segen geworden und haben die Würde des Kreuzes wiederhergestellt.[135]

Willehalm greift ein Motiv aus dem Neuen Testament auf, um dieses zu bekräftigen.[136]

Der Apostelfürst Petrus, der himels portenoys (Wh. 332, 8), sei dreimal vom Zweifel heimgesucht worden. Dennoch erwarb er sich hôhen prîs, da er als einziger der Apostel sein Schwert zog, um Christus gegen die Juden zu verteidigen. Ebenso komme nun das Heer der Franzosen Gott zu Hilfe.

Willehalm lässt die Reichsfahne mit dem Kreuz hervorholen und übergibt sie dem Reichsheer. Aus Empörung über die schmähliche Flucht hatte man sie in einen Sack gesteckt.[137] Unter dem Kreuzbanner bilden die Franzosen nun die sechste Abteilung des Christenheeres.

Willehalm ordnet ihnen Rennewart bei und verfügt, dass sein Name zum Schlachtruf der Schar wird.[138] Ohne Zurückhaltung rufen die knehte des Reichsheeres Rennewart zu ihrem Anführer aus.[139]

Unterdessen hat ein französischer Soldritter einen heidnischen Späher entdeckt. Es kommt zu einem Zweikampf, bei dem der Späher schwer verletzt wird, aber ins Lager Terramers entkommen kann.[140] Als Zeichen seiner Bewährung bringt der Verletzte den Speer des Gegners, der seinen Schild durchdrungen hat, mit ins Lager zurück.[141]

Der Späher, der sich im Verlauf seiner Unterredung mit Terramer als schahteliur von Cler (Wh. 335, 13) bezeichnet[142], verbreitet die Kunde vom bevorstehenden Angriff der Christen und fordert den Heidenherrscher mit zorne (Wh. 334, 17) auf, Vorbereitungen zu treffen. Um die Toten beider Seiten zu rächen, sei der Kampf gegen die kärlinge, gegen die man schon einmal verlustreich gekämpft habe, unumgänglich.[143]

[...]


[1] Mittelhochdeutscher Text nach: Lachmann, Karl, Wolfram von Eschenbach, Werke, Berlin 5. Aufl. 1891. Im Folgenden zitiert als „Wh.“

[2] Superlativ des substantivierten Adjektivs hôhe mit Umlaut . Hier im Plural „die Höchsten“ im Sinne von „Anführer“. Vgl.: Paul, Hermann, Mittelhochdeutsche Grammatik. 25., neubearbeitete Auflage, neu bearbeitet von Thomas Klein, Hans-Joachim Solms und Klaus-Peter Wegera, Tübingen 2007 (im Folgenden zitiert als „P“) § 139 und vgl.: Benecke, Georg Friedrich; Müller, Wilhelm; Zarncke, Friedrich, Mittelhochdeutsches Wörterbuch. Bd. I. II, 1.2. III. Ndr. d. Ausgabe Leipzig 1854-1866, Hildesheim 1963. (Im Folgenden zitiert als „BMZ“), Bd. I, S. 697, 42a.

[3] danne, abgekürzt dan als zeitliches Adverb „daraufhin“, vgl.: BMZ 1, Seite 300, 23a.

[4] sît als kausale Konjunktion „da“, Vgl. BMZ II.2, Seite 321, 1b. Sît er mînen herren hât erslagen, wie mac er dar an verzagen (Iw. 60.).

[5] iuwer Possessivpronomen (Akk.) „euer“, Vgl. BMZ I, Seite 752, 38b.

[6] ellen Stärke mit Kühnheit verbunden, Mannheit , Vgl. BMZ I, Seite 429, 6a. Muot und ellen (Trist. 7010). muot und ellen (Trist. 7010).

[7] man verkürzte Form von mane „antreiben“. Vgl. BMZ II.1, Seite 53, 50a. Die minne bit ich unde man (Msh . 1,39.h).

[8] daz in Finalsätzen im Sinne von „so daß“, vgl.: BMZ I, Seite 321, 36a. Der nim dir swederz du wellest, daz du mich tôt niht vellest (Parz. 266,20).

[9] sëlbec Pronominaladjektiv „selbst“, vgl.: BMZ II, Seite 248, 1a.

[10] erkenne, mit transitivem Akk. Präteritum mit Rückumlaut, vgl.: BMZ I, Seite 808, 7b.

[11] Hier einen Raum bezeichnend „hier her“, vgl.: BMZ I, Seite 687, 3b. Si sach dar und er sach her( Parz. 29,8).

[12] wider Adverb im Sinne von „zurück“, vgl.: BMZ III, Seite 631, 19b.

[13] gesende das verstärkte sende. Präteritum mit Rückumlaut, vgl.: BMZ II.2, Seite 298, 11b.

[14] iwer als Possessivpronomen (Genitiv) „euer“, vgl.: BMZ I, Seite 752, 38b.

[15] sælde das „Gut-sein“, „Heil“, vgl.: BMZ II.2, Seite 35, 17a. Dem volget sælde unde êre (Iw. 9.).

[16] ân Präposition mit Akk. „ohne etw.“, vgl.: BMZ 1, Seite 40, 29b.

[17] zer entstanden durch Kontraktion von ze und der „zu der“. Vgl.: P § 23.

[18] krefteclich Adjektiv , „mächtig“, vgl.: BMZ I, Seite 872, 1b. Mit alsus krefteclîchen scharn (Parz . 663,28).

[19] hant „Hand“. Im Ahd. und Mhd. Folgt das Wort der zweiten starken Deklination (in I) und lautet bald um, Gen. und Dat. Hende, vgl.: BMZ I, Seite 627, 31a.

[20] helleporte „die Höllenpforte“, vgl.: BMZ 2, Seite 525, 23b. got mit dir zebrochen hât di vesten helleporten (Diemer 299,1).

[21] urlœsunge synonym zu erlœsunge „Erlösung“, vgl.: Lexer, Matthias, Mittelhochdeutsches Handwörterbuch. Zugleich als Supplement und alphabetischer Index zum Mittelhochdeutschen Wörterbuche von Benecke-Müller-Zarncke. Nachdruck der Ausg. Leipzig 1872-1878 mit einer Einleitung von Kurt Gärtner, 3 Bde. Stuttgart, 1992 (im Folgenden zitiert als „L“), Band 1, Spalte 1037.

[22] jehen mit Dativ „jemandem etwas zusprechen“, vgl.: BMZ I, Seite 512, 44b. Gyburg diz mære des frides giht (Wh. 74,30).

[23] nâchkome „Nachkomme“, vgl.: BMZ I, Seite 907, 11b. Es handelt sich um einen partitiven Genitiv, vgl.: P § 204/206. In der Form nachkomn ist das unbetonte „e“ ausgefallen. Vgl.: P § 24.

[24] Räumliche Präposition „durch“, vgl.: BMZ I, Seite 404, 27a.

[25] hant „Hand“. BMZ I, Seite 627, 31a.

[26] Impersonelles man ohne Artikel, vgl.: BMZ II.1, Seite 31, 45b.

[27] sluoc mit transitivem Akk., vgl.: BMZ II.2, Seite 367, 31a.

[28] ungevüege „übermäßig groß oder stark“, häufig mit dem Nebenbegriff des plumpen oder schlimmen, vgl.: BMZ III, Seite 438, 38b. Ein ungevüeger man (Iw . 26. 189. 246).

[29] daz hier als Demonstrativpronomen.

[30] helle „Hölle“, vgl.: BMZ 1, Seiten 677, 15a. Der tiuvel ûz der helle (Walth . 12,17).

[31] wuocher „Ertrag an Früchten“, „Ernte“, vgl.: BMZ III, Seite 452, 11b. Wie daz lant pâre unde wilch daz wuocher wâre (Diemer 63,1. 64,6).

[32] hagel „Hagelschlag“ Meint bildlich Unglück, Verderben: Das verdarb die Frucht der Hölle. Agricola Sprichw. n. 739: Einer ist des andern Hagel geworden. Vgl.: BMZ I, Seite 609, 19a.

[33] an mit Akk. Hier im Sinne von „in“ ein räumliches Verhältnis bezeichnend. Vgl.: BMZ I, Seite 39, 20a.

[34] zwîvel „Angst“, „Sorge, dass eine Sache schlecht ausfalle“, vgl.: BMZ III, Seite 960, 33a. Mîn zwîvel giht daz mîne mâge an mir verzagen (Wh . 149,17).

[35] ê „vormals“, vgl.: BMZ I, Seite 437, 42a. Vor sibenzehen jâren ê (Gregor. 3127).

[36] Hier als Plusquamperfekt zu übersetzen, um die Abgeschlossenheit des Vorgangs auszudrücken.

[37] Impersonelles man ohne Artikel, vgl.: BMZ II.1, Seite 31, 45b.

[38] saelde hier „Wohlgeartetheit“, vgl.: L 2, Spalte 579.

[39] ellen Stärke mit Kühnheit verbunden, Mannheit , Vgl. BMZ I, Seite 429, 6a. Muot und ellen (Trist. 7010).

[40] jehen mit Dativ „jemandem etwas zusprechen“, vgl.: BMZ I, Seite 512, 44b. Gyburg diz mære des frides giht (Wh. 74,30).

[41] durch reht „von rechts wegen“. Vgl.: BMZ I, Seite 404, 42a. Durch sîn eines sterben starp vil maneger muoter kint (Nib. 19,4).

[42] Pronominaladjektiv „jeder“, vgl.: BMZ I, Seite 971, 24b.

[43] portenoys „Pförtner“, vgl.: BMZ II.1, Seite 525, 41b. Die Vorstellung von Petrus als Himmelspförtner beruht auf Matthäus 16,19: „und ich werde dir die Schlüssel des Himmelreiches geben.“ Vgl. Stellenkommentar in Wolfram von Eschenbach, Willehalm. Nach der Handschrift 857 der Stiftsbibliothek St. Gallen. Mittelhochdeutscher Text, Übersetzung und Kommentar. Mit Miniaturen aus der Wolfenbüttler Handschrift und einem Aufsatz von Peter und Dorothea Diemer, hrsg. von Joachim Heinzle, Frankfurt a. M. 1991, S. 1037.

[44] tougen „Geheimnis“, Genitivus Partitivus im Plural. Vgl.: BMZ III, Seite 59, 6a. Dâ binnin got iu wunders vil liz schouwin sîner touge (Jerosch. 141, d.).

[45] wâr ist hier als substantiviertes Adjektiv Bestandteil der Beteuerung für wâr. Vgl.: BMZ III, Seite 519, 10b. Für wâr und âne liegen (Parz. 557,27).

[46] heinlîche „vertraulich“, vgl.: BMZ I, Seite 654, 42a. Sine gebârten heinlîche (Parz . 176,23).

[47] erkenne mit transitivem Akk. Präteritum mit Rückumlaut, vgl.: BMZ I, Seite 808, 6b.

[48] manec „manches” unflektiert im Singular, vgl.: BMZ II.1, Seite 58, 18b.

[49] ers Kontraktion aus er und ez „er es“. Vgl.: P § 23.

[50] offenlîche „allen wahrnehmbar und verständlich“, vgl.: BMZ II.1, Seite 434, 10b. Die êre treit man offenlîchen, laster siht man in winkel slîchen (Teichn. 217).

[51] sëhen „sehen“ im Sinne von Erkennen, vgl.: L 2, Spalte 851.

[52] von wird hier kausal verwendet. BMZ III, Seite 371, 43b. Er hêr von zorne sluoc den hunt (Bon . 31,13).

[53] Vgl. Fussnote 34.

[54] Kartschoke übersetzt hier „dreimal”. Vgl.: Wolfram von Eschenbach, Willehalm. 3. durchgesehene Auflage von Werner Schröder, Übersetzung, Vorwort und Register von Dieter Kartschoke, Berlin, New York 2003.

[55] geschëhen „widerfahren“, Vgl.: BMZ II.2, Seite 113, 28a. Ezn wart nie rîter mêre erboten groezer êre dan mîme hern Îweine geschach (Iw. 144).

[56] verzage „an etwas verzweifeln“, „auf etwas nicht vertrauen“, vgl.: BMZ III, Seite 837, 39b. Er ist an got verzaget (Geo . 31. b).

[57] h oher Prîs die höhere Geltung im Urteil Anderer, „hohes Ansehen“, „Ehre“. In diesem Kontext „(himmlischer) Ruhm“, vgl.: BMZ II.1, Seiten 532, 22a. Got hât noch mêren prîs an dich geleit (MS . 2,98. b).

[58] sît als temporales Adverb „seitdem“, vgl.: BMZ II.2, Seite 320, 50b. Got schuof ein engel der sît wart ein tiuvel (Vrid. 6,3.).

[59] bejage mit Akk. „sich etwas erwerben“, vgl.: BMZ I, Seite 765, 4b. An einem prîs bejagen (Parz. 302,23).

[60] manheit „Tapferkeit“, vgl.: BMZ II.1, Seite 32, 51a. Sterke unde manheit (Iw . 188).

[61] alsô verstärktes sô. Hier demonstrativ, messend mit Bezug auf den nachfolgenden Satz. Vgl.: BMZ III, Seite 461, 44a.

[62] wert allgemein „von hohem Wert“. Vgl.: BMZ III, Seite 601, 35b.

[63] Das zu abgekürzte dâr „da“ verschmilzt mit dem enklitisch angelehnten Negationspartikel ne zu dane. Vgl.: BMZ I, Seite 303, 46b und P § 10.

[64] mêr hier „sonst“, vgl.: L 1, Spalte 2107.

[65] gein „gegen“ im feindlichen Sinn. Vgl.: BMZ I, Seite 492, 45a. Sîn kiusche gein den tievel streit (Parz. 452,28).

[66] wer „Verteidigung“, „Die Handlung des Wehrens“, vgl.: BMZ III, Seite 510, 14a.

[67] her „Heer“, vgl.: BMZ I, Seite 661, 49a. Des küneges her (Wigal . 3638).

[68] in räumlich mit Akk. „zu“, vgl.: L 1, Spalte 1422.

[69] helfe „Hilfe“, vgl.: BMZ I, Seite 682, 46a. Ze helfe kêren (Iw . 199).

[70] kêren mit Akk. „wenden“, vgl.: L 1, Spalte 1552. Ze helfe kêren (Iw. 199).

[71] sælîcheit in Analogie zum himmlischen Ruhm St. Peters (Wh. 332,8) hier „Seligkeit“ Vgl.: BMZ II.2, Seite 40, 31a. beitte der gnâden unde froiden der êwigen sêlikeit (Ludw . 60).

[72] gemêre „mehr machen“, „mehren“, vgl.: BMZ II.1, Seite 157, 20b. Mîne hant hât iuwern prîs gemêret (Bon. 276).

[73] Synkope des unbetonten „e“ vor dem „t“ der Vollform bindet. Vgl.: P §24. „den vanen an binden“ ist Zeichen dass man kämpfen will. Vgl.: BMZ III, Seite 235, 27a.

[74] marter meint das Kreuz als Zeichen der Passion, vgl.: BMZ II.1, Seite 83, 2a.

[75] des rîches van „Die Reichsfahne“. Vgl.: BMZ III, Seite 234, 47b. Des rîches vane swebt enbor (Wh. 433, 10). Vgl. Heinzle, Willehalm, S. 1037.

[76] snîden hier im Sinne von „gestalten“, „schneidend verfertigen“. Vgl.: BMZ II.2, Seite 438, 16a. Beidiu geslagen unde gesniten ûf ir wâpenlîchiu kleit was Kristes tôt (Wh. 31,24).

[77] an mit räumlichem Adverb d â „woran“, vgl.: BMZ I, Seite 39, 32b.

[78] heil hier „Rettung“, vgl.: L 1, Spalte 1211. Hêl unser sêlen (ARN. 54 a . 1380).

[79] erstrîten „etwas durch Kampf erringen“, „erstreiten“, vgl.: BMZ III, Seite 691, 651b. Erstrîten ein ors (Parz. 357,25).

[80] temporales Pronominaladverb „als“, vgl.: BMZ I, Seite 374, 18a.

[81] rîch „Herrschaft“, „beherrschtes Land“, hier das Römische Reich, vgl.: L 2, Spalte 417. Des rîches krône (KOL. 279,4).

[82] her „Heer“, vgl.: BMZ I, Seite 661, 49a. Des küneges her (Wigal . 3638).

[83] entrîten „davon reiten“, vgl.: BMZ II, Seite 735, 22b. Dô enreit ich, ine weiz selbe wie, den jagern und den hunden, die die waltstige kunden (Trist. 2698).

[84] Hier ist wieder die Reichsfahne gemeint. Vgl. Fußnote 75.

[85] bieten mit Dativ „jemandem etwas entbieten“, vgl.: BMZ I, Seiten 181, 18b. Er nam daz man im bôt (Iw. 207).

[86] smâcheit „Verachtung“, vgl.: BMZ II.2, Seite 420, 19b. Diu schmâchait und der muotwille, den der keiser mit im getriben hâte ( Zürch. Jahrb . 52,8).

[87] daz als modale Konjunktion „so dass“ BMZ I, Seite 321, 36a. Alsô schône, daz er der êren krône dô truoc (Iw. 9).

[88] sac „Sack“ BMZ II.2, Seite 2, 7a. Er wart gesant ûz dem satele als ein sac (Iw. 102).

[89] iwer als Possesivpronomen (Genitiv) „euer” , vgl.: BMZ I, Seite 752, 38b.

[90] kunft „Ankunft“, vgl.: BMZ 1, Seite 907, 24b. Si wâren sîner künfte vrô (Parz. 694,28).

[91] sæligen „selig machen“, „segnen“, vgl.: L 2, Spalte 583. In wart ein gnâdenrîchez kint, des himel und erde gesælget sint (Alexius 77,38).

[92] Im Sinne von „zurück bringen“. Vgl.: BMZ I, Seite 249, 9b.

[93] Proklise des Artikels vor kriuce, vgl.: P § 10.

[94] wërdekeit „hohes Ansehen in dem man steht“, „Ehre“, vgl.: BMZ III, Seite 604, 49b. Ir vil hôhiu werdekeit (MS. 1,32. b).

[95] wider „zurück“, vgl.: BMZ III, Seite 621, 41a.

[96] Vgl. Fußnote 84.

[97] breit „groß“, vgl.: BMZ I, Seite 236, 32b. Min riwe ist worden breit (Erec 1227). Das attributiv gebrauchte Adjektiv ist hier nachgestellt.

[98] sît als kausale Konjunktion „da“, Vgl. BMZ II.2, Seite 321, 1b. Sît er mînen herren hât erslagen, wie mac er dar an verzagen (Iw. 60.).

[99] vehten „das Fechten“, „Kampf“, vgl.: BMZ III, Seite 311, 38a. (Parz., 419, 3)

[100] bedenke mit Genitiv vehtens „einen Entschluss zu etwas fassen“, vgl.: BMZ I, Seite 345, 2b. Ich hân mich des bedâht (Parz. 402,8).

[101] rottieren „sammeln“, vgl.: L 2, Spalten 507. Ze beider sît die werden sach man ir schar rottieren (Reinfr. B. 20017).

[102] maht Menge von Kriegern“, „Heeresmacht“, vgl.: L 1, Spalte 2012. Er lac mit hôher maht dervor (vor dem Kastel) (Troj. 13113).

[103] zeinerze einer “, Proklise vgl.: P § 10.

[104] schar „eine Anzahl zum Kampfe geordneter Menschen“, „Haufen“, vgl.: BMZ II.2, Seite 152, 8a. Wie manic tûsent ieslîch schar het, des wil ich geswîgen gar (Wh. 328,27).

[105] krefteclich Adjektiv , „mächtig“, vgl.: BMZ I, Seite 872, 1b. Mit alsus krefteclîchen scharn (Parz . 663,28).

[106] helfe „Hilfe“, vgl.: BMZ I, Seite 682, 46a. Ze helfe kêren (Iw . 199).

[107] trœsten mit Genitiv „sich verlassen auf“, vgl.: L 2, Spalte 1528. Sich ûf etw.(sic) trœsten (Chr. 148,26).

[108] under „unter“, vgl.: BMZ III, Seite 187, 17a. Den brunnen ich dar under sach (Iw. 32). Das unbetonte „e“ ist hier entfallen. Vgl.: P §53.

[109] ein ander gleichbedeutend mit einander, vgl.: BMZ I, Seite 37, 37a.

[110] Vgl. Fußnote 6.

[111] manen mit Genitiv des Objekts: „Jemanden zu etwas ermahnen“. Vgl.: BMZ II, Seite 53, 50a. Er mant in Sîfrides (Nib . 1452,3).

[112] iwer als Possesivpronomen (Genitiv) „euer“, vgl.: BMZ I, Seite 752, 38b.

[113] herzeichen „Schlachtruf“, vgl.: BMZ III, Seite 863, 23b. Dicke Nantes wart geschrît, Artûss herzeichen (Parz 382, 12).

[114] bekannt hier Präteritum des sw. V. bekenne. Im Sinne von „Euer Schachtruf sei.“ Vgl.: BMZ I, Seite 808, 9a. dô wart in zürnen bekannt (Nib. 110, 4): „Da wurden sie zornig“.

[115] als verstärktes sô. Hier vergleichend: „wie“, vgl.: BMZ II.2, Seite 462, 39b. Nâch der lêre als er von Rôme was gewon (Walth. 6, 34).

[116] Das zu abgekürzte dâr „da“ verschmilzt mit dem enklitisch angelehnten Negationspartikel ne zu dane. Vgl.: BMZ I, Seite 303, 30b und P § 23.

[117] kneht hier „Kriegsmann“, vgl.: BMZ I, Seite 855, 16a. Dô sach man si vehten glîch zwein guoten knehten (Er . 834).

[118] sparen „zurück halten“, vgl.: BMZ II.2, Seite 485, 4a.

[119] Das anormale Verb schrîen wird hier schwach flektiert. Vgl.: BMZ II.2, Seite 213, 1a.

[120] lûte „laut“, vgl.: BMZ 1, Seite 1057, 14b.

[121] Substantiviertes Adjektiv flühtec „die Flüchtigen“, vgl.: BMZ III, Seite 347, 8b. Hier die „Fahnenflüchtigen“ des Reichsheeres.

[122] dier ist Dativ Singular des Personalpronomens . Eigentlich: „Du sollst dir die Flüchtigen haben“ im Sinne von „das Kommando über sie innehaben“. Vgl.: L 1, Spalte 429.

[123] Wh. 314, 1-319, 4.

[124] Wh. 317, 21, 28: waz wunders mac diz sîn, daz ich der starken stangen mîn nu zem dritten mâle vergaz? (...) waz ob mich versuochen will der aller wunder hât gewalt, und ob mîn manheit sî balt?

[125] Wh. 295, 29-305, 30.

[126] Wh. 319, 5-323, 11.

[127] Wh. 321, 1-4, 25-28: Lôys, der roemsche krône truoc, hete fürsten dar genuoc mit grôzer rîterschaft gesant: die wurdn almeistic dâ geschant. (...) Ir schämlîch wider wenden diu kriuce solte schenden, diu an si wârn gemachet.

[128] Wh. 322, 4-9: den endelôsen prîs werbent die nu dâ sîn belibn. dine werdent nimmer vertribn von der durchslagenen zeswen hant, diu für diu helleclîchen pfant ame kriuce ir bluot durh uns vergôz.

[129] Wh. 319, 5-323, 11.

[130] Wh. 323, 12-328, 5.

[131] Wh. 325, 1-4: Genuoge undr in begunden jehen, in waere al rehte geschehen: si slüege aldâ diu gotes hant, von der si flühtic waern gewant.

[132] Wh. 329,21 ff., vgl.: Greenfield, John; Miklautsch, Lydia, Der „Willehalm“ Wolframs von Eschenbach. Eine Einführung, Berlin, New York 1998, S. 141.

[133] Wh. 331,23-332.29

[134] Vgl. Fußnote 6.

[135] Wh. 332, 28-29: iwer kunft uns saelget disen tac: diu bringet skriuces werdekeit.

[136] Wh. 332, 8-20.

[137] Wh. 332, 21-27.

[138] Wh. 333, 7- 8: iwer herzeichen sî bekannt als Rennewart ist genant.

[139] Wh. 333, 9-11: dane wart von knehten niht gespart, si schrîten lûte „Rennewart, du solt die flühtegen haben dier.“ Heinzle legt für die Übersetzung der knehte „Knappen“ nahe, die bisher Rennewarts Gespielen waren. Kartschoke übersetzt sie mit „Rittern“. Vgl.: Heinzle, Wolfram, S. 1037; Schröder, Kartschoke, Willehalm, S. 215.

[140] Wh. 333, 12-334, 7.

[141] Wh. 334, 7: sus sol der wartman wider komn. Kartschoke übersetzt hier „So soll es Spionen ergehen.“ Heinzle korrigiert diese Auffassung. Es handelt sich um ein Lob Wolframs für den tapferen Späher. Vgl.: Schröder, Kartschoke, Willehalm, S. 217; Heinzle, Wolfram, S. 1037.

[142] Heinzle übersetzt „Burggraf“. Vgl.: Heinzle, Wolfram, S. 1038.

[143] Wh. 334, 8-335, 20. Wolfram gebraucht im Parzival den Ländernamen Kärlingen offenbar im Sinne von „Frankreich“. Hier ist wohl das gesamte Christenheer gemeint. Vgl.: Heinzle, Wolfram, S. 1038.

Details

Seiten
33
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640614776
ISBN (Buch)
9783640614547
Dateigröße
597 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v150280
Institution / Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg – Germanistisches Seminar
Note
2,0
Schlagworte
Willehalm Wolfram Eschenbachs Buch Interpretation

Autor

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Titel: Der "Willehalm" Wolfram von Eschenbachs