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Suchtprävention - eine kurze Einführung

Hausarbeit 2010 7 Seiten

Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Suchtprävention in Deutschland

2. Klassifizierung von Prävention

3. Präventionsebenen
3.1. Primäre Prävention
3.2. Sekundäre Prävention
3.3. Tertiäre Prävention

4. Primärprävention und Gesundheitsförderung

5. Schulische Prävention

6. Suchtprävention in der Jugendarbeit
6.1. Mehrdimensionalität suchtpräventiver Jungendarbeit
6.2. Projektarbeit als Methode der Suchtprävention
6.3. Erlebnispädagogische Ansätze
6.4. Grenzen der Suchtprävention in der Jugendarbeit

7. Siehe auch

8. Literatur

9. Weblinks

Suchtprävention

Prävention stammt aus dem lateinischen Wort „praeventum“ und bedeutet zuvorkommen. Allgemein meint der Präventionsbegriff somit, dass das Eintreten von etwas, das als schädlich und gefährlich angesehen wird, verhindert werden soll[1].

In der Medizin versteht man Prävention als die Gesamtheit der Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge. Ein wesentlicher Bestandteil davon ist die Suchtprävention, welche als ein ganzheitlicher Prozess angesehen werden kann, der lebenslang unterstützt werden soll[2].

Genauer gesagt geht es in der Suchtprävention darum, dass man durch geeignete Maßnahmen dem Missbrauch von abhängigkeitserzeugenden Substanzen und nichtstoffgebundenen Abhängigkeiten des Menschen zuvor kommen will.

Das vorderste Ziel der Suchtprävention ist die Erhaltung der Gesundheit, die es durch gezielte Maßnahmen der Beeinflussung des Verhaltens und Erlebens von Menschen aufrechtzuerhalten gilt. Z entrale Zielsetzungen moderner Suchtprävention sind:

- Die Vermeidung und/oder Hinauszögerung des Einstiegs in den Konsum legaler und illegaler Drogen
- Die Früherkennung und Frühintervention bei riskantem Konsumverhalten
- Die Verringerung von Missbrauch und Sucht[3].

1. Suchtprävention in Deutschland

Statistisch betrachtet sterben jedes Jahr in Deutschland ca. 110.000 Menschen vorzeitig an den Folgen des Tabakkonsums, weitere 40.000 Menschen sterben an den Folgen schädlichen Alkoholkonsums, und etwa 1300 Todesfälle im Jahr verzeichnet der Missbrauch illegaler Drogen[4]. Während der Alkohol- und Zigarettenkonsum zur alltäglichen Realität in fast allen Altersgruppen geworden ist, wird der Konsum illegaler Drogen häufig als übliches Experimentierverhalten insbesondere während des Jugendalters und Erwachsenwerdens gesehen.

Zielgerichtete und wissenschaftsfundierte Suchtprävention kann einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, die Gesundheit der Bevölkerung zu steigern, die gesellschaftlichen Kosten zu senken und die Lebensqualität zu erhöhen. In Deutschland ist die Suchtpräventionsstruktur durch folgende relevante Akteure gekennzeichnet: Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung bis hin zu Multiplikatoren im Bildungs-, Arbeits- und Freizeitsektor[5].

Beispielsweise bietet die Jugendarbeit eine fundierte Vorbeugung gegenüber Suchtgefahren. Hierbei stellen die Förderung von Lebenskompetenzen und Sinnorientierung die wichtigsten Erziehungsziele für Jugendliche dar. Das heißt:

- Aufbau von Kompetenzen, die gegen schädigenden Drogengebrauch wirken,
- Steigernde Selbstkontrolle der eigenen Entwicklung,
- selbstverantwortlicher Umgang mit persönlichen und sozialen Problemen,
- Besseres Kennenlernen der eigenen Person und Arbeit an der persönlichen Weiterentwicklung,
- auf zwischenmenschliche Beziehungen eingehen können und mit den entstehenden Konflikten fertig werden,
- Alternativen zum Drogenkonsum schätzen lernen,
- Angemessener Umgang mit Drogen, Medikamenten und Genussmitteln.

Die Vermittlung des entsprechenden Wissens über gesundheitsschädigende Mittel,

ihre Wirkungen und über abhängig machende Situationen ist hierbei notwendig. G esundheitsbewusstes Verhalten muss selbstverständlich

werden![6]

2. Klassifizierung von Prävention

Maßnahmen zur Vorbeugung und Verhinderung von Krankheiten werden unterschiedlich klassifiziert und benannt. So orientiert sich Caplan (1964) an der Zeitachse der Intervention und unterscheidet die primäre Prävention, die sekundäre Prävention und die tertiäre Prävention. Bei der primären Prävention erfolgt die Einflussnahme vor einer Störung, wohingegen man bei einem Eingriff während des Ablaufs einer Erkrankung von einer sekundären Prävention spricht. Die tertiäre Prävention setzt schließlich nach dem Auftreten einer Erkrankung ein[7].

Eine andere Unterscheidung nimmt Perrez vor. Er unterscheidet Prävention hinsichtlich folgender Kriterien: spezifische versus unspezifische Prävention, populations- versus risikogruppenorientierte Prävention und person- versus umweltorientierte Prävention. Dies macht die Definition von Persönlichkeitsmerkmalen oder Umweltbedingungen als Zielgrößen möglich[8].

3. Präventionsebenen

Allgemein lassen sich Präventionen hinsichtlich verschiedener Zeitpunkte an denen sie ansetzen unterscheiden. Das bedeutet zugleich, dass sie unterschiedliche Formen des Umgangs mit den Drogen und unterschiedliche Formen des Abhängigkeitsverhaltens ansprechen. Von der Vermeidung der Entstehung einer Abhängigkeitserkrankung, über eine Früherkennung von Suchtgefahren bis zur einer Wiederherstellung eines „normalen“ Lebens nach einer erfolgreich abgeschlossenen Therapie.

3.1. Primärprävention

Aufgabe der Primärprävention ist es, Abhängigkeitserkrankungen gar nicht entstehen zu lassen bzw. zu vermeiden. Reine und ausschließliche Informationsvergabe und Abschreckung reichen in der Prävention nicht aus. Wichtig sind das Erlernen von Konfliktbewältigungen und zudem die Einhaltung der Vorbildfunktion von Erziehern. Primärprävention ist nie nur Sache von Drogenberatungsstellen und Schulen, sondern benötigt alle in der Erziehung tätigen Personen. Die Primärprävention will zunächst auf der kommunikativen und strukturellen Ebene die Verbesserung der Lebensbedingungen[9].

3.2. Sekundärprävention

Sekundärprävention beinhaltet frühes Erkennen von Suchtgefahren und frühes Handeln. Die Zielgruppe hierbei sind Suchtgefährdete zu Beginn ihrer Suchtkarriere. Für die Früherkennung der Abhängigkeitsgefährdung ist das folgende Schema des Suchtentwicklungsprozesses hilfreich:

1) Euphorisches Anfangsstadium: Da soziale Verstärkung oft der Beginn der Abhängigkeit ist, ist die Vermittlung von Anerkennung auch ohne Drogen entscheidend.
2) Stadium der kritischen Gewöhnung: Es kommt durch eine Gewöhnung und der damit verbundenen nachlassenden Wirkung der Droge zur Dosiserhöhung. Diese Abhängigkeitsgefährdung müssen Bezugspersonen erkennen und Alternativen in Interessen und Beziehungen ermöglichen und fördern. Kreative Freizeitgruppen mit den noch nicht gefährdeten Freunden stellen in diesem Stadium eine erfolgreiche Sekundärprävention dar.
3) Suchtstadium: Die Kontaktaufnahme zu einer Beratungsstelle, Entgiftung und Nachsorge ist nötig.
4) Zusammenbruchs- oder Abbaustadium: Sofortige Krisenintervention für den Abhängigkeitserkrankten ist erforderlich[10].

[...]


[1] Vgl. Petermann (2006), S. 32.

[2] Vgl. Käser (1996), S. 12.

[3] Vgl. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: URL: http://www.bzga.de/bot_suchtpraevention.html- (download am 01.03.2010)

[4] Vgl. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: URL: http://www.bzga.de/bot_suchtpraevention.html- (download am 01.03.2010)

[5] Vgl. http://www.socialnet.de/rezensionen/3747.php

[6] Vgl. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: URL: http://www.bzga.de/bot_suchtpraevention.html- (download am 01.03.2010)

[7] Vgl. Petermann (2006), S.33.

[8] Vgl. Petermann (2006), S.33.

[9] Vgl. Käser (1996), S. 12-13.

[10] Vgl. Käser (1996), S. 13-14.

Details

Seiten
7
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640618002
Dateigröße
534 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v150219
Institution / Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Note
1,3
Schlagworte
Suchtprävention Einführung

Autor

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Titel: Suchtprävention - eine kurze Einführung