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Work-Life-Balance. Eine Auswahl an Möglichkeiten, um ein ausgewogenes Verhältnis von Arbeit und Privatleben herzustellen

Hausarbeit 2008 19 Seiten

BWL - Personal und Organisation

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

1 EINFÜHRUNG

2 WESENTLICHE GESELLSCHAFTSPOLITISCHE UND PERSONAL-POLITISCHE RAHMENBEDINGUNGEN IM HINBLICK AUF WORK- LIFE-BALANCE
2.1 Definition Work-Life-Balance
2.2 Gesellschaftspolitische und personalpolitische Rahmen- bedingungen in Deutschland

3 MÖGLICHE MASSNAHMEN ZUR UMSETZUNG DES ‚WORK-LIFE- BALANCE‘-ANSATZES
3.1 Flexible Arbeitszeitgestaltung
3.2 Gesundheitschecks
3.3 Instrumente zur Bindung von Mitarbeitern

4 WESENTLICHE WIRKUNG VON WORK-LIFE-BALANCE MASSNAHMEN
4.1 Wirkung für Beschäftigte
4.2 Wirkung für Unternehmen

5 SCHLUSSBETRACHTUNG

ANHANG

LITERATURVERZEICHNIS

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einführung

Angesichts der sich stark verändernden und stetig dynamisierenden Arbeitswelt und Arbeitsmärkte, sowohl innerhalb der Bundes­republik Deutschland als auch weltweit und der damit verbundenen negativen demographischen Entwicklung in Deutschland werden Mitarbeiter für Unternehmen nicht mehr ausschließlich nur Kostenfaktor sein, sondern immer stärker potentielle Leistungsträger werden. Der aus die­sem Zusammenhang resultierende Fachkräftemangel, der aller Voraussicht nach weiter zunehmen wird, erfordert daher neue moderne personal­politische Konzepte und Methoden. Durch diese dynamischen Veränderungen zeigt sich deutlich, dass sich sowohl Unternehmen als auch die gesamte Gesellschaft an diesem Wandel der Arbeitswelt und Arbeitsmärkte anpassen und entsprechend unter Erzeugung eines Veränderungsdrucks reagieren müssen. 1

Bereits aus diesen genannten Gründen wird offensichtlich, dass Mitarbeiter ganz beson­dere Wünsche und Vorstellungen an ihr Arbeitsumfeld und ihr Privatleben stellen. Die Vereinbarkeit von Familienleben, Privatleben und Berufsleben im Rahmen des Work-Life-Balance-Ansatzes kann damit nur dann wirksam umgesetzt und erreicht werden, wenn sowohl auf Unternehmensseite, als auch auf Seite der Gesamtgesellschaft ein gegenseitiges Verständnis mit gegenseitiger Rücksichtnahme erzeugt wird. 2

Hauptanliegen dieser Arbeit ist es, dass personalpolitisches Instrument ‚Work-Life-Balance‘ näher zu betrachten, mit dem zentralen Aspekt, eine Auswahl an möglichen Maßnahmen im Rahmen dieses personalpolitischen Instruments ‚Work-Life-Balance‘ zu untersuchen.

Innerhalb dieser Arbeit werden einsteigend in Kapitel 2 die wesentlichen gesellschaftspolitischen und personalpolitischen Rahmenbedingungen im Hinblick auf Work-Life-Balance theoretisch erarbeitet. Zur Herstellung eines ausgewogenen Verhältnisses von Arbeit und Privatleben wird die theoretische Betrachtung obiger Erwägungen in Kapitel 3 in die Beschreibung praktischer Ansätze möglicher Work-Life-Balance Maßnahmen übergeleitet und näher erörtert. In diesem Kapitel werden drei mögliche Ansätze, um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeitsleben und Privatleben herzustellen, analysiert und näher dargestellt.

Zum Abschluss der Arbeit werden in Kapitel 4 die wesentlichen Wirkungsfaktoren sowohl auf Unternehmen, als auch auf die Beschäftigten selbst untersucht und die Arbeit in Kapitel 5 im Rahmen einer Schlussbetrachtung vollendet.

2 WESENTLICHE GESELLSCHAFTSPOLITISCHE UND PERSONALPOLITISCHE RAHMENBEDINGUNGEN IM HINBLICK AUF WORK-LIFE-BALANCE

2.1 Definition Work-Life-Balance

Historisch lässt sich die Entstehung erster strategischer Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben als ‚Familienbewusste Personalpolitik‘ benennen. Innerhalb dieser ersten strategischen Ansätze wurden allerdings nur vereinzelt konkrete strategische Instrumente entwickelt. 3

Im Rahmen der sich stetig verändernden Weltmärkte, der zunehmenden Herausforderungen aufgrund der sich globalisierenden Welt und der negativen demographischen Entwicklung in Deutschland wurden verstärkt Einflüsse in Gesundheitsfragen, Interaktionen zwischen Menschen und Wirkungen auf gesundheitswissenschaftlicher, wirtschaftswissenschaftlicher und letztlich ebenso auf sozialwissenschaftlicher Sicht untersucht und näher beleuchtet. Unter diesen wissenschaftlichen Erwägungen und Erfahrungen im Zeitablauf wandelte sich die eher weniger strategisch geprägte ‚Familienbewusste Personalpolitik‘ zu einer neuen gesellschaftspolitischen und personalpolitischen Rahmenbedingung in Form des Work-Life-Balance Ansatzes, wobei die Komponenten der ‚Familienbewusste Personalpolitik‘ weiterhin als Basis fungierten. 4 Häufig wird deshalb in der Praxis nach wie vor von familienbewusster Personalpolitik gesprochen.

Innerhalb dieses Zusammenhangs heraus wird Work-Life-Balance nicht nur als Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben verstanden, sondern vielmehr als eine Kombination der Dimensionen Familienleben, Privatleben und Berufsleben gesehen. Aus dieser Kombination heraus versteht man Work-Life-Balance vielmehr als wahre Balance einer neuen und sich rasch verändernden Arbeitswelt hinsichtlich sämtlicher zuvor genannter Dimensionen. 5

Diese dargestellte These wird zudem dadurch konkretisiert, dass verbrauchte Zeit für eine der Lebensphasen nicht mehr zur Arbeitsleistung zur Verfügung steht und damit ein besonderer Ausgleich zwischen den einzelnen Lebensphasen nötig ist.

2.2 Gesellschaftspolitische und personalpolitische Rahmenbedingungen in Deutschland

Immer häufiger streben Mitarbeiter in Deutschland nach einer verbesserten Vereinbarkeit von Familienleben, Privatleben und Berufsleben. Jedoch streben nicht nur die Mitarbeiter allein größeren Gestaltungsspielraum an, auch die Gesamtgesellschaft einschließlich der Unternehmen nehmen diesen wirtschaftlichen Wandel wahr. Diese Entwicklung wird nachhaltig durch die demographische Entwicklung in Deutschland mit seiner zunehmend alternden Bevölkerung, der schwachen Geburtenjahrgänge und dem daraus resultierenden Fachkräftemangel aufgrund sinkenden Arbeitskräftepotenzials geprägt.6

Diese Entwicklung fand seinen Anfang Mitte der 1960er Jahre, als sich die Gesellschaft in Deutschland grundlegend neu strukturierte. Diese gesellschaftliche Umstrukturierung, die zudem zu einer neuen gesellschaftspolitischen Betrachtungsweise führte, war federführend verantwortlich für den ‚Wertewandel‘ der Gesellschaft in Deutschland. 7 Demnach können alle Maßnahmen, die darauf ausgelegt sind, Verbesserungen des Wohlstandes und der Lebensbedingungen der Gesellschaft sicherzustellen, als Gesellschaftspolitik zusammengefasst werden. 8

Zur Deckung des in Zukunft benötigten Personalbedarfs und zur Leistung des Unternehmensbeitrags im Rahmen der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung wird das strategische Instrument Work-Life-Balance zu einem bedeutenden personalpolitischen Themengebiet in Unternehmen und zu einer brisanten personalpolitischen Frage-stellung heranwachsen.9

Aus gesellschaftspolitischer Betrachtungsweise stellt die Gesundheitsproblematik und damit als Schlussfolgerung gleichbedeutend die Krankheitsprävention einen ersten Hauptaspekt der Work-Life-Balance Maßnahmen dar. 10 Einzelne Elemente der Vermeidung von häufigen Krankheitsbildern, beispielhaft genannt die Volkskrankheit Herzinfarkt, sind Bestandteile von Work-Life-Balance Konzepten wie das Sportangebot von Unternehmen zur Prävention. Hierbei lässt die Erhaltung der Vitalität der Mitarbeiter die Folgerung zu, dass die gesellschaftlichen Einflüsse die Einzelebene der Unternehmen weit überschreitet. Gesellschaftliche negative Begleiterscheinungen lassen sich an

oben genanntem Beispiel der Volkskrankheit Herzinfarkt skizzieren. 11 Dieser Begleiterscheinung zu begegnen kann als gesamtgesellschaftliche Aufgabe angesehen werden.

Ein weiterer Aspekt der gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen stellt die Imagesteigerung der Unternehmen nach außen dar. Die Implementierung moderner personalpolitischer Strategien und Instrumente, insbesondere des Work-Life-Balance Ansatzes, fördert das Ansehen dieser Unternehmen und zeigt eine moderne gesellschaftliche Ausrichtung und soziale Verantwortung, in Form einer modernen Darstellung der zur Verfügung stehenden Personalmanagement Methoden. 12

Sogenannte ‚Externe Faktoren‘ können als gesellschaftspolitischer Faktor in Form von Determinanten des Work-Life-Balance-Ansatzes bestimmt werden. In Deutschland wirken sich insbesondere die negative demographische Entwicklung und die vorherrschende Arbeitsmarktsituation als beeinflussend auf das Zusammenwirken zwischen Unternehmen und Mitarbeiter aus. 13

Im Gegensatz zur gesellschaftspolitischen Ausrichtung des Work-Life-Balance Ansatzes, richtet sich die personalpolitische Betrachtungsweise nach den unternehmensinternen Zielsetzungen und deren Umsetzung. Gingen früher führende Wirtschaftsverbände von einer ausschließlichen gesellschaftlichen Verantwortung für eine Verbesserung bei der Vereinbarkeit von Privatleben und Berufsleben aus, transformierte sich diese Sichtweise zusehends zu Beginn der 90er Jahre hin zu einer echten Unternehmensverantwortung im Sinne einer ‚lebensphasenorientierten‘ Personalpolitik. 14 Die Personalpolitik definiert sich als ein Element der Unternehmenspolitik, die die Entscheidungen des Unternehmens in personeller Hinsicht wiederspiegelt. 15

Die Grundlage dieses Transformationsprozesses gestaltet sich aus der zu beobachtenden Neuorientierung innerhalb der Unternehmenskulturen und dem damit verbundenen Wandel von reiner Zuwendung an Mitarbeiter hin zu einem tatsächlichen Ausgleich von Interessen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Gleichbedeutend mit einem höheren Grad an Ausgleich unterschiedlicher Interessen verstärken sich die wechselseitigen Nutzen für Mitarbeiter und Unternehmen. Eine verbesserte Vereinbarkeit von Privatleben und Berufsleben fördert auf Seiten der Mitarbeiter eine höhere Leistungsbereitschaft und Motivation. Folglich kann als positiver Effekt auf Unternehmensseite die gesteigerte Produktivität als gegeben angesehen werden. 16

Als zusätzlicher Aspekt der Work-Life-Balance ist die Neugestaltung und konzeptionelle Erweiterung der Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben um die Dimension Familienleben zu nennen. Neben der bereits zuvor näher beschriebenen Vereinbarkeit von Privatleben und Berufsleben wird innerhalb dieses personalpolitischen Ansatzes die Vereinbarkeit um das Familienleben ergänzt. Diese Erweiterung basiert auf Grundlage der vormals wenig strategischen familienbewussten Personalpolitik. Diese Änderung der Sichtweise hin zur familienbewussten Ausgestaltung wird insbesondere durch die verändernde Rollenverteilung und Arbeitsverteilung von Mann und Frau bestimmt. )

[...]


1 Vgl. Frick, G., Vier Megatrends 2008, in: Personalführung DGFP e.V., S. 70/71

2 Vgl. Schneider, N., Work-Life-Balance 2007, S. 64

3 Vgl. Badura, B., Work-Life-Balance 2004, S. 5

4 Vgl. Badura, B., a. a. O., S. 6

5 Vgl. Scholz, Ch., Analyse 2007, S. 41

6 Vgl. Badura, B., a. a. O., S. 5/6

7 Vgl. Hillmann, K., Wertewandelforschung 2001, S. 22/23

8 Vgl. Glatzer, W., Lebenszufriedenheit 2002 , S. 254

9 Vgl. Frick, G., a.a.O., in: Personalführung DGFP e.V., S. 70/71

10 Vgl. Cassens, M., Work-Life-Balance 2003, S. 26/27

11 Vgl. Cassens, M., a. a. O., S. 89/90

12 Vgl. Allenspach, M., Stress am Arbeitsplatz 2005, S. 138

13 Vgl. Büch, D., Arbeitsbedingungen 2007, S. 40/41

14 Vgl. Becker, S., Audit Beruf & Familie, S.162

15 Vgl. Bröckermann, R., Personalwirtschaft 2003, S. 14

16 Vgl. Hammelmann, I., Work-Life-Balance 2006, S. 50/51

Details

Seiten
19
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640607334
ISBN (Buch)
9783640607501
Dateigröße
447 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v149857
Institution / Hochschule
Private Fachhochschule Göttingen
Note
1,3
Schlagworte
Work-Life-Balance Eine Auswahl Möglichkeiten Verhältnis Arbeit Privatleben

Autor

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Titel: Work-Life-Balance. Eine Auswahl an Möglichkeiten, um ein ausgewogenes Verhältnis von Arbeit und Privatleben herzustellen