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Der Technologietransfer im inter-organisationalen Innovationsprozess

Entwicklung eines Modells von der Invention bis zur Innovation

Diplomarbeit 2009 186 Seiten

BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Kurzfassung

Abstract

Vorwort

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkurzungsverzeichnis

1 Einfuhrung in die Problemstellung
1.1 Ausgangssituation und Motivation
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Begrifflichkeiten zum Technologietransfer
2.1.1 Technologie
2.1.2 Transfer
2.1.3 Technologietransfer
2.1.4 Elemente des Technologietransfers
2.1.4.1 Transferpartner
2.1.4.2 Transferobjekt
2.1.4.3 Transfermittler
2.1.4.4 Transferprozess
2.1.4.5 Transferumwelt
2.1.5 Formen des Technologietransfers
2.1.6 Barrieren des Technologietransfers
2.2 Begrifflichkeiten zum Innovationsprozess
2.2.1 Invention
2.2.2 Innovation
2.2.3 Innovationsprozess
2.2.4 Innovationshemmnisse
2.2.4.1 Externe Hemmnisse
2.2.4.2 Interne Hemmnisse
2.3 Finanzierung der Hochschulforschung
2.4 Gesellschaftlicher Wert offentlich finanzierter Forschung
2.5 Eingrenzung des Untersuchungsgegenstandes und Prazisierung der Erkenntnisziele

3 Gestaltung eines Referenzmodells fur den inter-organisationalen Innovationsprozess
3.1 Phasenmodelle des Innovationsprozesses
3.1.1 Einfuhrung
3.1.2 Grundtypen von Innovationsprozessen
3.1.3 Charakterisierung bedeutender Phasenmodelle
3.1.3.1 Dreiphasen-Modell nach Thom bzw. Gerpott
3.1.3.2 Stage-Gate-Prozess nach Cooper
3.1.3.3 Phasenmodell nach Ulrich et al
3.1.3.4 Phasenmodell nach Trommsdorff
3.1.3.5 Phasenmodell nach Rogers
3.1.3.6 Phasenmodell nach Reichwald et al
3.1.3.7 Phasenmodell nach Pleschak et al
3.1.3.8 Phasenmodell nach Vahs et al
3.1.3.9 Phasenmodell fur radikale Innovationen nach Veryzer
3.1.3.10 Phasenmodell fur radikale Innovationen nach Scigliano
3.2 Erfolgsbeurteilung und Entwurf des Modellrahmens
3.3 Referenzmodell
3.3.1 Uberblick
3.3.2 Suchfeldeingrenzung
3.3.3 Blackbox Hochschulforschung
3.3.4 Technologietransfer
3.3.5 Adaption, Test und Detaildesign
3.3.6 Fertigungsaufbau und Produktionsanlauf
3.3.7 Markteinfuhrung
3.3.8 Innovationscontrolling
3.3.9 Querschnittsfunktionen
3.3.9.1 Innovationsmarketing
3.3.9.2 Transfervermittlung und -controlling

4 Entwicklung eines Prozessmodells fur die Phase des Technologietransfers
4.1 Einfuhrung
4.2 Instrumente des Technologietransfers an Hochschulen
4.2.1 Lizenzierung
4.2.2 Ausgrundung
4.2.3 Auftragsforschung
4.2.4 Forschungskooperation
4.3 Uberblick und Diskussion von Technologietransfermodellen
4.4 Zwischenfazit und Implikationen
4.5 Prozessmodell zum Technologietransfer
4.5.1 Suchphase
4.5.2 Verhandlungsphase
4.5.3 Transferphase
4.5.4 Besonderheiten bei Kooperationsprojekten

5 Zusammenfassung

6 Kritische Wurdigung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Sachwortverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Gliederungsgebaude

Abb. 2: Prozessualer Transfer

Abb. 3: Abgrenzung Innovationsprozess

Abb. 4: Innovationsprozess allgemein: Funktional-arbeitsteilig

Abb. 5: Innovationsprozess allgemein: Stage-Gate-Modell

Abb. 6: Innovationsprozess allgemein: ParaNelisierungsmodeN

Abb. 7: Innovationsprozess allgemein: Integrierte Produktentwicklung

Abb. 8: Phasenmodell nach Thom

Abb. 9: Dreiphasiger Innovationsprozess nach Gerpott

Abb. 10: Phase-Review-Prozess

Abb. 11: Stage-Gate-Modell der dritten Generation

Abb. 12: Phasenmodell nach Ulrich et al

Abb. 13: Phasenmodell nach Trommsdorff

Abb. 14: Phasenmodell nach Rogers

Abb. 15: Phasenmodell nach Reichwald et al

Abb. 16: Phasenmodell nach Pleschak et al

Abb. 17: Phasenmodell nach Vahs et al

Abb. 18: Phasenmodell fur radikale Innovationen nach Veryzer

Abb. 19: Phasenmodell fur radikale Innovationen nach Scigliano

Abb. 20: Gemischt verrichtungs- objektorientierte Phasengliederung

Abb. 21: Dreiecksmodell des Innovationsprozesses

Abb. 22: Referenzmodell des inter-organisationalen Innovationsprozesses

Abb. 23: Ablauf an den Entscheidungspunkten

Abb. 24: Zielsystem des Innovationsmarketings

Abb. 25: Inter-organisationaler Technologietransfer fur Einzelprojekte

Abb. 26: Inter-organisationaler Technologietransfer fur Kooperationsprojekte

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Auswirkungen der technologiespezifischen Merkmale auf den TT

Tabelle 2: Hemmnisse im Wissens- und Technologietransfer

Tabelle 3: Ausgaben der Hochschulen fur Lehre & Forschung in Mio. Euro

Tabelle 4: Hochschulausgaben der offentlichen Haushalte in Mio. Euro

Tabelle 5: Ausgaben der Hochschulen fur F&E in Mrd. Euro

Tabelle 6: Ubersicht Transferinstrumente

Tabelle 7: Gegenuberstellung verschiedener Technologietransfermodelle

Abkurzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Kurzfassung

Im wirtschaftlichen Geschehen kommt dem Technologietransfer die Aufgabe zu, technologisches Wissen aus offentlich grundfinanzierten oder privatwirtschaftlichen F&E-Einrichtungen in erfolgrei- che Anwendungen zu bringen.

In Deutschland wird dieser Transfer von innovativen Technologien aus der Wissensbasis jedoch nicht zufriedenstellend geleistet. Entsprechend steht vor allem der Technologietransfer von Hoch- schulen im Mittelpunkt des Interesses und im Fokus auch dieser Arbeit. Im Falle eines funktionie- renden Technologietransfers profitieren Empfangerunternehmen von neuen und innovativen Pro- dukt- und Prozesstechnologien, durch die sie ihre internationale Wettbewerbsfahigkeit steigern, Kosten senken und/ oder Arbeitsplatze sichern konnen. Laut Innovationsindikator 2009 steht Deutschland im Vergleich der Industrielander allerdings auf der Innovationsbremse. Dies bedeutet ein verheerendes Urteil fur eine Volkswirtschaft, die weder mit Rohstoffen noch als Billiglohnland punkten kann und sich traditionell auf die Kraft des Mittelstandes stutzt.

Als einen moglichen Losungsansatz zu diesem Problem stellt diese Arbeit die Idee einer logischen und notwendigen Verknupfung des Technologietransfers mit dem Innovationsprozess in den Mit­telpunkt. Letzterer ist in diesem Zusammenhang als Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirt- schaft zu verstehen. Vorab werden dazu verschiedene in der Literatur vorhandene Innovationspro- zessmodelle diskutiert und hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit im Transferkontext evaluiert.

Auf den Ergebnissen aufbauend, entwerfen die Autoren ein standardisiertes und idealtypisches Referenzmodell fur die folgenden vier Instrumente des Technologietransfers: Lizenzierung, Aus- grundung, Auftragsforschung und Forschungskooperation. Anschlieftend wird der Fokus auf die zentrale Schnittstelle des inter-organisationalen Innovationsprozesses, den Technologietransfer, gerichtet. Dabei werden unter Berucksichtigung der verschiedenen Transferinstrumente zwei Pha- senmodelle entwickelt, die den Transferpartnern als Hilfestellung an die Hand gegeben werden.

Stichworter: inter-organisationaler Innovationsprozess, Technologietransfer, Transferprozess, Technologietransferprozessmodell, Phasenmodell Technologietransfer, Transferinstrumente

Abstract

Technology transfer provides economies with new and rewarding applications. That is, technology transfer turns academic expertise - gained from publicly or privately funded R&D departments - into real products.

In Germany, however, several researchers and critics have recurrently pointed to several problems with the present national technology transfer. They finally came to an unsettling conclusion con­cerning the prevailing habits of transferring innovative technologies from theory into practice in the country. In particular the current technology transfer from German universities stays in the centre of attention and criticism. The same is true for this master's thesis.

Only if there is a well-functioning technology transfer between R&D and the business world, entre­preneurs as well as bigger companies will benefit from novel processing technologies with their innovative product outcomes which consolidate their future capacity to compete in global markets. Decreasing costs as well as secure and future-proof jobs are further worthwhile results of a working technology transfer. According to a survey from 2009, German policies do not seem to support innovations as much as this is done in many other industrial nations worldwide. Such a result alarms economists, because it bodes ill for a country that is built on a strong “Mittelstand” (medium­sized companies) and that cannot compensate for a lagging technology transfer with natural re­sources or low wages. As an approach to improve technology transfer in Germany, this thesis does not follow the common distinction of technology transfer (TechXfer) and the product development process (PDP). It rather considers TechXfer to be a comprehensive and inter-organizational con­cept which includes PDP.

The authors intend to emphasize the necessary cooperation between science and business. The argumentation is based on an evaluating analysis of existent innovation process models - as can be found in expert literature. Going one step further, the authors will subsequently derive their own ideal model referring to four aspects of an effective technology transfer: (1) licensing, (2) outsourc­ing, (3) contract research and (4) co-operative researching. Going into more detail, this paper will hence apply the new model to inspect and discuss TechXfer at its new position, namely at the in­terface of an inter-organizational conception of PDP. To do this, the two authors will develop two specific phase models to give a final and complete picture of their treatment of an apparently ailing technology transfer in Germany.

Key words: innovation process, university technology transfer, transfer process, social value tech­nology transfer, technology transfer process, product development process model, PDP, TechXfer

Vorwort

„Zusammenkommen ist ein Beginn, Zusammenbleiben ist ein Fortschritt, Zusammenarbeiten ist ein Erfolg.“

Henry Ford

Ein Projekt dieser Art ist nebenberuflich und gemeinschaftlich nur dann erfolgreich durchzufuhren, wenn die Randbedingungen stimmen, man sich in der zur Verfu- gung stehenden Zeit vollstandig auf die Arbeit konzentrieren kann und wenn es Menschen gibt, die diese Arbeit unterstutzen.

An erster Stelle mochten wir Herrn Prof. Dr. Schefczyk danken. Er hat es uns er- moglicht, diese Diplomschrift in gemeinsamer Arbeit an seinem Lehrstuhl fur Ent­repreneurship und Innovation zu erstellen. Gerade vor dem Hintergrund des bear- beiteten Themas scheint diese sonst unubliche Vorgehensweise innovativ und passend.

Unser ausdrucklicher und besonderer Dank gilt Frau Heike Naumann und Herrn Dr. Karl-Heinz Maurer. Beide haben diese Arbeit mit Engagement und mit ihren konstruktiven Anregungen besonders in der letzten Bearbeitungsphase unterstutzt und vorangetrieben.

Von ganzem Herzen mochten wir naturlich unseren Familien danken, die mit Lie- be, Zuversicht und Nachsicht, mit Interesse an der Sache und praktischem Enga­gement unser Studium und diese Arbeit unterstutzt haben. Ohne sie ware dies alles fur uns nicht moglich gewesen.

Tom Hoffmann und Thomas Schulz

„Die Erfolge der angewandten Wissenschaft und Technik, wie groR sie auch erscheinen mogen, sind nur ein winziger Teil dessen, was getan werden konn- te, wenn die gewonnenen technischen Kenntnisse ausgenutzt wurden, und ein unendlich kleiner Teil dessen, was die wissenschaftlichen Theorien des 20. Jahrhunderts bringen konnten, wenn sie angewendet wurden.“

1 Einfuhrung in die Problemstellung

1.1 Ausgangssituation und Motivation

„Ideen halten sich nicht. Es muss etwas mit ihnen getan werden.“ Dieses Zitat des englischen Mathematikers und Philosophen Alfred North Whitehead (1861-1947) verdeutlicht einfach, aber sehr pragnant, was fur viele Unternehmen heute als lau- fende Verpflichtung gilt, namlich die Uberfuhrung von Inventionen in Innovationen. Insbesondere in einem Land wie Deutschland, welches lediglich den Rohstoff Wissen zur Verfugung hat, ist dies von zentraler Bedeutung. Entsprechend wichtig sind ein funktionierendes Innovationsmanagement und der effiziente Transfer von innovativen Technologien aus der Wissensbasis in die wirtschaftliche Anwendung.

Bereits Anfang der 1990er Jahre wurde offenkundig, dass die schnelle Ubernah- me neuer Technologien und deren zugige Umsetzung in marktfahige Innovationen den Wettbewerb zunehmend bestimmen und eine wesentliche Voraussetzung fur die Beherrschung des technologischen Wandels darstellen.[1] Es galt nun wissen- schaftlich-technische Ergebnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten schneller aus der offentlich grundfinanzierten Forschung in die Wirtschaft zu ubertragen, um Produk- te, Verfahren und qualifizierte Dienstleistungen zu verbessern und damit gunstige Bedingungen fur Innovationen zu schaffen.

In der Folge haben Politik, Wissenschaft und Wirtschaft die Instrumente des For- schungs-, Wissens- und Technologietransfers als probates Mittel zur SchlieRung der „Lucke“ zwischen Invention und Innovation erkannt. Dennoch erweist sich in der Praxis der Innovationstatigkeit der Transfer von Forschungsergebnissen als Kernproblem.[2] Das bestatigt auch die aktuelle Studie „Innovationsindikator Deutschland 2009“[3] des Deutschen Instituts fur Wirtschaftsforschung (DIW), deren Befund insgesamt ernuchternd ausfallt. Denn allen Reformen zum Trotz - im in­ternational Vergleich tritt Deutschland auf der Stelle. Der Indikator belegt zwar, dass in unserem Land seit Jahren hervorragende Forschungsinstitute und innova­tive Unternehmen existieren, dennoch ist es aber nicht gelungen, die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen uber die letzten Jahre entscheidend zu verbessern, um Deutschland aus dem Mittelfeld dieses Rankings zu fuhren.[4] Und das, obwohl bereits Mitte des letzten Jahrzehnts von Politik und Wirtschaft konstatiert wurde, dass es Deutschland nicht zufriedenstellend gelingt, Ergebnisse der Grundlagenforschung schnell und effektiv in industrielle Innovationen umzu- setzen.[5]

„Wir haben kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem“[6], stellte der ehemalige Bundesprasident Roman Herzog heraus und unterstrich damit, was nach Einschatzung vieler Vertreter aus Forschung und Praxis bereits seit vielen Jahren in Deutschland im Argen liegt.

Ein Indiz, welches diese Aussage stutzt und zeigt, dass der Technologietransfer in Deutschland nur schwer vonstattengeht, bisweilen sogar behindert wird, ist darin zu sehen, dass viele wissenschaftliche Arbeiten belegen, dass Innovationskoope- rationen unter den Bedingungen des Marktes offenbar erfolgreicher verlaufen als solche, die von offentlichen Instituten gesteuert werden.[7]

SchlieRlich muss festgestellt werden, dass Deutschland bei neueren, forschungs- intensiveren Technologien, die fur die wachstumstrachtigen Branchen notwendig sind, keine der Spitzenpositionen mehr belegt. Da besonders fur jene forschungs- intensiven Guter die Kooperation mit Hochschulen wichtig ist, liegt an dieser Stelle ein gravierendes Technologietransferproblem vor.[8]

Die sich daraus ergebende Frage lautet: Wo liegen die Ursachen fur derartige Verhaltnisse und Entwicklungen begrundet?

Das Verstandnis des Technologietransfers hat sich uber die letzten Dekaden grundlegend verandert. Das traditionelle Modell ist zwar noch weithin wirksam, faktisch und normativ jedoch nicht langer annehmbar. Die raumliche und zeitliche Trennung von Erzeugung und Anwendung von Wissen ist nicht mehr gegeben. Man spricht von einer veranderten Raum-Zeit-Struktur der Wissensproduktion. Es gilt nicht mehr die lineare zeitliche Abfolge von Gewinnung und Anwendung von Wissen, vielmehr entstehen reflexive Wirkungsketten.[9] Mithin ist das einst vorherr- schende Paradigma eines linearen Zusammenhangs zwischen der Wissenschaft, reduziert auf die Rolle des Produzenten von Technologien, und der Wirtschaft, als Nachfrager nach selbiger, mittlerweile uberholt und einem vernetzten Modell gewi- chen.[10] Diese weiter reichende Betrachtung des Technologietransfers uber den reinen Transferprozess hinaus findet in der Praxis und der Literatur bisher zu we- nig Berucksichtigung.

Was fur Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen (F&E-Einrichtungen) der Wirtschaft selbstverstandlich ist, gilt nun zunehmend auch fur deren offentlich fi- nanziertes Pendant. F&E in Hochschulen sind kein reiner Selbstzweck und mus- sen sich auch an der okonomischen Verwertung der von ihnen hervorgebrachten Technologien messen lassen. Die umfassende Appropriierung von Erfindungen durch die Hochschulen ist in Deutschland jedoch erst seit der Anderung des Ar- beitnehmererfindungsgesetzes 2002 moglich. Der Technologietransfer wurde da- her selten mit Mitteln und Personal ausgestattet, die es erlaubt hatten, auf diesem Gebiet in groRerem Stil tatig zu werden oder effektive Strukturen aufzubauen.[11] Aus dem Anspruch von offentlich finanzierten F&E-Einrichtungen auf einen oko- nomisch eintraglichen Technologietransfer folgt daher das Ziel, den Transferpro­zess aus Hochschulsicht in seiner qualitativen, quantitativen, zeitlichen und kos- tenmaRigen Dimension effizient und systematisch zu gestalten.[12]

Die isolierte Betrachtung des Technologietransfers erscheint nicht mehr zeitge- maR. Vielmehr ist dieser, einschlieRlich einer Technologieberatung und -ver- mittlung, als Teil eines Innovationsprozesses zu verstehen, der von der Grundla- genforschung uber eine anwendungsorientierte Phase bis zur Anwendung (im Er- S. * * folgsfall) fuhrt[13]. So zahlt beispielsweise ein durchgehender Innovationsprozess zu den Erfolgsfaktoren fur Innovationen, jedoch ist dieser uber organisationale Gren- zen hinweg mit hoher Komplexitat und beachtlichen Konfliktpotenzialen verbun- den[14]. Fachliche und soziale Inkompetenzen der Akteure im Transferprozess fuh- ren haufig zu erheblichen Missverstandnissen und enttauschten Erwartungen[15]. Unklare und konfliktare Ziele, unabgestimmte Ablaufe, Kompetenzunklarheiten, Situationszufriedenheit und Status-quo-Denken stellen beachtliche Hemmnisse fur eine zugige und reibungslose Ubertragung von Technologien dar.[16]

Es wird deutlich, dass alleine die technische Uberlegenheit fur eine erfolgreiche Innovationskultur nicht mehr ausreicht. Vielmehr liegt heute der Beitrag zur Wert- schopfung eines innovativen Unternehmens auch in der Beherrschung von Inno­vations- und Transferprozessen.[17]

1.2 Zielsetzung der Arbeit

Ausgehend von der dargestellten Problemstellung wird mit der vorliegenden Arbeit die Zielsetzung verfolgt,

- die fur diese Arbeit relevanten Begriffe Technologietransfer (TT) und Inno­vationsprozess zu definieren,
- die theoretischen Grundlagen des Technologietransfers als zentrale Schnittstelle eines Innovationsprozesses zu schaffen,
- Grundtypen von Innovationsprozessen herauszufiltern und zu charakterisie- ren,
- den Stand der Forschung hinsichtlich verschiedener Innovationsprozess- modelle darzustellen und deren Beitrag zur Referenzmodellmodellierung zu diskutieren,
- ein Referenzmodell mit gemischt verrichtungs- und objektorientierter Pha- sengliederung fur den organisationsubergreifenden Innovationsprozess zu entwerfen,
- relevante Instrumente des TTs an Hochschulen im Kontext eines Phasen- modells zu identifizieren und zu erlautern,
- Modellansatze aus der Literatur zum TT-Prozess darzustellen und im Hin- blick auf die Entwicklung eines eventuell differenten Modells zu evaluieren,
- ein Modell zum Technologietransferprozess zu entwickeln und dieses auf seine Allgemeingultigkeit hinsichtlich der verschiedenen Transferinstrumen- te zu uberprufen und eventuell zu modifizieren.

Zusammenfassend ist das Ziel dieser Arbeit die Gestaltung eines allgemeingulti- gen Phasenmodells des TTs in einem organisationsubergreifenden Innovations- prozess. Bisher vorliegende Arbeiten zu diesem Thema behandeln den TT ledig- lich als eigenstandigen Prozess, ohne auf seine mogliche, gar notwendige Integra­tion in einen, bisher vornehmlich aus Unternehmenssicht beleuchteten, Innovati- onsprozess einzugehen. Die logische und allgemeine Verbindung beider Prozesse ist Gegenstand der vorliegenden Arbeit.

1.3 Aufbau der Arbeit

Die vorliegende Arbeit besteht aus sechs Kapiteln. Die vorstehende Diskussion bildet die Einfuhrung in die Thematik respektive Problemstellung (Kapitel 1). Dabei werden die Ausgangssituation und Motivation, die Zielsetzung und der Aufbau der Arbeit dargelegt. Danach folgen in Kapitel 2 zunachst die Definitionen der fur die spateren Uberlegungen notwendigen und grundlegenden Begriffe. Dazu gehoren insbesondere der Technologiebegriff und der Technologietransfer als auch der Innovationsbegriff und der Innovationsprozess. Die Diskussion zum Thema des gesellschaftlichen Wertes offentlich finanzierter Hochschulforschung findet umso ausfuhrlicher statt, als dieser Abschnitt auf die Bedeutsamkeit der Problematik hinweist und dabei gleichzeitig eine Legitimation des Arbeitsthemas darstellt. Im Weiteren werden die Erkenntnisziele der Arbeit konkretisiert vorgestellt.

Kapitel 3 beschaftigt sich mit dem inter-organisationalen Innovationsprozess und der Entwicklung eines geeigneten Referenzmodells. Dazu werden zunachst ver- schiedene aus der Literatur bekannte Phasenmodelle des Innovationsprozesses vorgestellt, charakterisiert und anschlieRend im Hinblick auf die Modellierung des Referenzmodells analysiert. AnschlieRend wird eine Erfolgsbeurteilung und Ausei- nandersetzung mit theoretischen Grundlagen im Rahmen der Modellierung des Referenzmodells vorgenommen, bevor schlieRlich das eigens entwickelte Refe- renzmodell vorgestellt und die einzelnen Phasen dezidiert beschrieben werden.

In Kapitel 4 wird der Betrachtungshorizont weiter verdichtet und auf die zentrale Phase des organisationsubergreifenden Innovationsprozesses, den Technologie- transfer, fokussiert. Dafur werden zuerst verschiedene Instrumente und Modellan- satze des Technologietransfers diskutiert, um anschlieRend auf Grundlage der Voranalysen ein Phasenmodell des Technologietransfers zu entwerfen. Zusatzlich findet eine differenzierte Ausgestaltung des Modells nach verschiedenen Instru- menten statt.

Kapitel 5 schlieRlich widmet sich der Zusammenfassung der Arbeitsergebnisse und sich daraus ergebenden Implikationen fur die praktische Anwendung und Um- setzung. AbschlieRend wird ein Ausblick fur weiterfuhrende theoretische Untersu- chungen und Forschungen auf diesem Themengebiet gegeben, der gleichzeitig auch eine kritische Wurdigung der erzielten Ergebnisse beinhaltet. Die nachfol- gende Abbildung gibt einen Uberblick uber den Aufbau der Arbeit.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Gliederungsgebäude[18]

2 Theoretische Grundlagen

Vor einer Auseinandersetzung und Diskussion einzelner Themenschwerpunkte ist es angebracht, wesentliche Begriffe, die vielfach benutzt werden und denen im weiteren Verlauf der Arbeit eine zentrale Bedeutung zukommt, abzugrenzen und zu definieren.[19]

2.1 Begrifflichkeiten zum Technologietransfer

Im Folgenden werden die Begriffe „Technologie“, „Transfer“ und „Technologie- transfer“ dargestellt und einer Definition unterzogen.

2.1.1 Technologie

Der Technologie wird sowohl in der neoklassischen Wachstumstheorie als auch im Zusammenhang mit der Entwicklung der „Neuen Wachstumstheorie“ eine zen t- rale Rolle zuteil. Bereits Ende der 1950er Jahre verwies SOLOW[20] auf Technolo­gie als wichtigsten Inputfaktor fur das gesamtwirtschaftliche Wachstum neben Ar­beit und Kapital. Um die bei sinkenden Skalenertragen von Arbeit- und Kapitalin- put erreichte Grenze des wirtschaftlichen Wachstums zu uberwinden, ist technolo- gischer Fortschritt unentbehrlich. Ergo ist Technologie unentbehrlich[21]. Im Folgen­den soll geklart werden, was sich hinter dem Begriff verbirgt.

In der Literatur existiert keine einheitliche Auffassung uber den Technologiebegriff. Vielmehr gibt es zahlreiche engere und weitere Fassungen[22]. Besonders der tech- nologische Wandel und die Bemuhungen um ein Verstandnis des technologischen Fortschritts haben zu einer Multiplikation und nicht zu einer Vereinheitlichung des Technologiebegriffs gefuhrt[23].

Unter Technologie[24] versteht man heute im engeren Sinn (i. e. S.) die Gesamtheit des Wissens von natur- oder ingenieurwissenschaftlichen Erkenntnissen uber Wirkungszusammenhange[25], generiert durch Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Diese theoretischen Aussagen, die zur Losung eines technischen Problems ge- nutzt werden konnen, sind der Unterbau, um mittels instrumentaler, finaler oder technologischer Umformung zu einer praktikablen Anwendung bzw. Umsetzung in Produkten oder Verfahren zu gelangen[26]. Dabei sind Trager des technologischen Wissens zum einen ausgebildete Personen, zum anderen aber auch Maschinen und Anlagen sowie verschiedene Einrichtungen des Produktionsapparates.[27]

In einer weiter gefassten Definition wird der Technologiebegriff der engen Ausle- gung um eine sozialwissenschaftliche Komponente erweitert[28]. Wahrend bei der engeren Deutungsweise des Begriffs lediglich die technische Komponente zur Lo­sung von Forschungs- und Entwicklungsproblemen reflektiert wird[29], beinhaltet die sozialwissenschaftliche Komponente auch das Wissen uber organisatorische Ver­fahren, Planungsmethoden und Verfahren zur Datenaufbereitung[30]. Technologie ist somit zielgerichtetes und kombiniertes Wissen, dass fur einen bestimmten An- wendungszweck eingesetzt und genutzt wird[31].

MEISSNER definiert in seiner Arbeit Technologie als

„[...] das Ergebnis der Kombination von auf einen bestimmten Anwendungszweck hin zielgerichtet eingesetztem, impliziten, personengebunden [!] Wissen und exis tierendem sowie neu entwickeltem kodifiziertem oder kodifizierbarem Wissen un- abhangig von bestimmten wissenschaftlichen oder technischen Gebieten[32].“

Eine ebenso detaillierte wie international anerkannte Definition liefert die United Nations Conference on Trade and Developement (UNCTAD). Sie beschreibt Technologie als das systematische Wissen uber die Herstellung eines Produktes, die Anwendung eines Verfahrens oder Bereitstellung einer Dienstleistung. Im Mit- telpunkt steht dabei stets das Wissen, das fur die Schaffung und Bereitstellung von Produkten notwendig ist, nicht das Endprodukt bzw. die Dienstleistung als solche. Das Wissen umfasst ferner nicht nur technische Kenntnisse, auf denen das Endprodukt aufbaut, sondern auch die organisatorische Kapazitat, um die In­puts zu einem Endprodukt bzw. einer Dienstleistung zusammenzufuhren. Daruber hinaus wird auch dem professionellen Know-how und der unternehmerischen Er- fahrung eine bedeutende Rolle zuteil[33].

Im Hinblick auf die Problematik des Technologietransfers von der Wissenschaft, im Folgenden explizit den Hochschulen, zur Wirtschaft wird fur die vorliegende Arbeit der Technologiebegriff der weiten Auslegung zugrunde gelegt. Dies ist da- mit zu begrunden, dass im Rahmen des Technologietransfers die Ubertragung von rein technologischem Wissen ohne zusatzliche Know-how-Komponenten nicht zielfuhrend ist. Durch dieses gewachsene Verstandnis der Wechselwirkung zwi- schen Soziologie und Technologie (i. e. S.) kann Technologie damit auch schlicht als Gesamtheit des theoretischen „Expertenwissens“ definiert werden[34]. Dieses Verstandnis des Technologiebegriffs macht die zentrale Rolle des impliziten, per- sonengebundenen Wissens deutlich, da erst das Wissen der an der Erstellung der Technologie beteiligten Person(en) das Zusammenspiel der verschiedenen Tech- nologiekomponenten begrundet. Folgt man dieser Uberlegung, kommt man zu der fur diese Arbeit wichtigen Schlussfolgerung, dass „[...] Technologie im Sinne des Ergebnisses eines Prozesses der Kombination verschiedener Wissenselemente

[,..][35] “ in einem Inventionsprozess abgebildet werden kann und somit Teil des ge- samten Innovationsprozesses ist.

Obwohl im allgemeinen Sprachgebrauch meist synonym verwendet, wird der Be- griff Technik in der Literatur ublicherweise als die Anwendung von technologi- schem Wissen zur Problemlosung definiert[36]. Dabei gilt die Technologie als Wis- senschaft von der Technik oder Wissen uber die Technik, wohingegen die Technik selbst zumeist in eine in Produkten oder Verfahren materialisierte und auf die Lo- sung bestimmter Probleme ausgerichtete Anwendung von Technologie(n) abge- grenzt wird[37].

2.1.2 Transfer

Der Begriff des Transfers ist als Prozess des Ubertragens von Subjekten, Objek- ten oder „Xjekten[38] “ (X) durch ein Medium[39] (M) von Subjekten/ Objekten (A) zu Subjekten/ Objekten (B) eindeutig definierbar und daher in der Literatur weithin unstrittig. Bezieht man in die nahere Betrachtung die Transferrichtung mit ein, so ergeben sich aber auch bei der Definition des Transferbegriffs enge und weite Auslegungen desselben. Fur die Betrachtungen des Technologietransfers im Rahmen dieser Arbeit erubrigen sich Ausfuhrungen zu einer unidirektionalen Ubertragung und damit zu einer Begriffsbestimmung im engeren Sinn[40].Um der Wortbedeutung des Technologietransfers gerecht zu werden, bedarf es eines Be- griffsverstandnisses im weiteren Sinn, bei dem sowohl Effizienz als auch Effektivi­tat[41] wesentliche Gestaltungskriterien sind. Dieser Definition entsprechend be- schreibt Technologietransfer einen Prozess. Folglich wird auch der Transfer als bidirektionaler, organisatorischer Prozess verstanden und definiert. Die nachfol- gende Abb. 2 soll diese Auffassung verdeutlichen. Hierbei hat der Kunde B, res- pektive Auftraggeber, einen Lieferanten A, wobei der Transfer und sein Ergebnis einen Wert fur den Kunden generiert, den er durch die Ruckkopplung anerkennt[42].

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Prozessualer Transfer[43]

2.1.3 Technologietransfer

Der Begriff „Technologietransfer“ hielt vor knapp 40 Jahren Einzug in das Sprach- vokabular von Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaftlern[44]. Auch die politische Klasse bedient sich seitdem gerne dieses Terminus, der modern und visionar klingt und folglich in der Politikerrhetorik opportun ist[45]. Die Genese des Begriffs ist selbstverstandlich eng mit der Untersuchun g dieses Wissenschaftsgebietes ver- knupft. Doch so oft der Begriff im Allgemeinen auch benutzt wird, es fehlt noch immer an einer einheitlichen Definition oder gar einem allgemein akzeptierten, einheitlichen Modell des TTs. Dies liegt insbesondere in den verschiedenen wis- senschaftlichen Perspektiven (Okonomie, Soziologie, Politikwissenschaft, Psycho- logie) sowie Fokussierungen (Akteure, Strukturen, Faktoren, Wirkungen, Instru- mente) begrundet. Folglich werden unter dem Begriff TT die verschiedensten Mo- delle subsumiert. Versteht man in der heutigen Zeit unter TT meist die Ubertra- gung von Technologien aus offentlich finanzierten bzw. geforderten Forschungs- einrichtungen in die Wirtschaft oder aber inner- und uberbetriebliche Transferpro- zesse, verwendete man den Begriff in vergangenen Jahren haufig im Zusammen- hang mit dem Export technologischen Know-hows in Entwicklungs- und Schwel lenlander[46]. Im Interesse einer besseren Verstandlichkeit und groReren Klarheit ist es deshalb durchaus sinnvoll, zwischen dem externen TT mit AuRenhandelsbezug und dem internen TT, der die Beziehungen zwischen wissenschaftlichen For- schungseinrichtungen und der Wirtschaft beschreibt, zu unterscheiden. Eine ein- wandfreie Abgrenzung ist aber auch damit nicht moglich, da der Erkenntnistrans- fer der Wissenschaft in die Praxis durchaus grenzuberschreitend sein kann[47]. Eine Aufteilung des TTs in seine wesentlichen Bestandteile, namlich das Transferobjekt und den Ubertragungskomplex, erlaubt eine andere, ebenso differenzierte Be- trachtung. So kann das Transferobjekt, genauer: Produkte, Prozesse und Dienst- leistungen, in allen materiellen und immateriellen Auspragungen vorliegen. Mit Prozessen im TT sind zuallererst Funktionstechnologien (Wissen von Produkti- ons-, Verfahrens- und Fertigungstechniken) gemeint und daruber hinaus Mana- gementtechnologien (Wissen von Techniken der Planung, Organisation und Kon- trolle von Produktionsprozessen). TT-Prozesse sind in unterschiedlichsten Aus­pragungen denkbar: von einem Forschungsinstitut zu einem Unternehmen der Privatwirtschaft, von Herstellern zu Anwendern, von innovativen Unternehmen zu Nachahmern, von einer Branche zu anderen[48].

Im Folgenden sollen zunachst einige grundlegende, aber auch neuere Definitionen aus der Literatur beleuchtet werden, um dem Leser ein besseres Verstandnis zu Umfang und Bandbreite des organisationsubergreifenden TTs zu ermoglichen. Den verschiedenen Definitionen ist in der Regel gemein, dass der TT als Ubertra- gung einer Technologie, ggf. unter Zuhilfenahme eines Technologiemittlers, von einem Technologiegeber zu einem Technologienehmer oder -nutzer verstanden wird[49].

In der Vergangenheit wurde die Grundlagenforschung traditionell bei den Hoch- schulen, die angewandte Forschung bzw. Entwicklung bei den Industrieunterneh- men verortet. Der TT wurde dergestalt oft auf einen punktuellen Vorgang von der Wissenschaft zur Wirtschaft reduziert. Bis in die achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts hinein wurde der TT ausschlieRlich systemisch, d. h. als Transfer von Technologien, betrachtet.

BROOKS hingegen war seiner Zeit bereits ein Stuck voraus und beschrieb den TT als Verbreitung von Technologie und Wissen durch menschliches Handeln. Weiterfuhrend schrieb er dazu: „Wherever systematic rational knowledge devel­oped by one group or institution is embodied in a way of doing things by other in­stitutions or groups, we have technology transfer [,..]“.[50] RUPP seinerseits versteht unter dem TT allgemein alle Ablaufe und MaRnahmen, die zu einer reziproken Verbindung potentieller Nutzungsmoglichkeiten und tatsachlicher Nutzung tech- nisch-wissenschaftlicher Inventionen beitragen.[51] CORSTEN, als einer der fuhren- den Wissenschaftler auf diesem Gebiet jener Zeit, definiert den TT als „[...] plan- volle[n], zeitlich limitierte[n] und freiwillige[n] Prozess der Ubertragung einer Tech­nologie, sowohl inter- als auch intrasystemar, zur Reduzierung der Diskrepanz von potentiellem und aktuellen Nutzungsgrad einer Technologie, die beim Technolo- gienehmer haufig mit einer organisatorischen und/ oder technologischen Verande- rung einhergeht [,..]“[52].

In den 1990er Jahren uberwog dann die prozessuale Betrachtungsweise. REIN- HARD et al. beispielsweise beschreiben den TT „[...] als die planvolle Ubertragung wissenschaftlichen und technologischen Wissens zwischen Personen und Organi- sationen zum Zweck der Innovation [,..]“[53]. ALLESCH sieht im Wissenschafts- transfer die Ubertragung „[...] von Forschungsergebnissen aus den Universitaten und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen in die Wirtschaft [...]“[54], wobei er auf „[...] die erforderlichen organisatorischen, personellen, materiellen, informatio- nellen und finanziellen MaRnahmen [,..]“[55] hinwies, die seiner Meinung nach not- wendig sind, um den Unternehmen die gewonnenen Kenntnisse des Forschungs- bereiches zuganglich und nutzbar zu machen.

GESCHKA dagegen stellt bereits eine Verbindung von systemischer und prozes- sualer Betrachtung an, indem er von der „[...] Ubertragung (und Anwendung) technologischen Wissens und Know-hows von einem Ausgangsbereich in einen anderen Bereich [,..]“[56] sprach. CARAYANNIS et al. weisen dem Wissens- und Technologietransfer in ihrer Arbeit eine explizite Planungsfunktion zu: „Wissens- und Technologietransfer ist im weitesten Sinne die sinnvolle und geplante Uber- fuhrung von Technologien und technologischem Wissen in eine Anwendung/ Nut- zung unter Verwendung menschlicher Fahigkeiten und Wissens.“[57]

In der neueren Forschung der letzten Jahre wird der TT vermehrt in komplexere Innovationsmodelle eingeordnet und erfahrt somit eine weitreichende Verstand- nisausweitung. SCHMOCH zum Beispiel prasentiert in diesem Zusammenhang ein Interaktionsmodell, bei dem deutlich wird, dass der Transfer von Wissen und Technologie zwischen den beteiligten Akteuren in mehrere Richtungen laufen kann und damit ein standiger Austausch stattfindet.[58] Ahnlich sieht es die UNCTAD, die unter dem Begriff TT den Prozess und die Transaktionsformen sub- sumiert, durch die eine kommerzielle Technologie ubertragen wird. Dies kann, muss aber nicht, im Rahmen rechtlich bindender Vertrage geschehen.[59] SCHMOCH erweitert den TT-Begriff in seiner Definition wesentlich: „Nach dem aktuellen Verstandnis umfasst Technologietransfer wesentlich mehr als die Bereit- stellung materieller Artefakte. Vielmehr spielt die Vermittlung von technologieorien- tiertem Wissen eine erhebliche Rolle, so dass der Begriff des ,Wissens- und Technologietransfers' den Sachverhalt besser beschreibt.“[60] Der Transfer erfolgt dabei nicht ausschlieRlich von offentlichen Forschungseinrichtungen zu privaten Wirtschaftsunternehmen. Vielmehr profitieren auch die Forschungseinrichtungen von einem wechselseitigen Austausch.

WAGNER greift fur seine Definition auf einen anderen Begriff zuruck: „For- schungstransfer [was gewohnlich mit den Begriffen Technologietransfer oder Wis- senstransfer angesprochen wird] meint die rechtsgeschaftlichen Beziehungen zwi schen Forschungseinheiten in den Hochschulen und Partnern auRerhalb. [...] Ge- genstand des aktuellen Forschungstransfers ist stets nur neues Wissen, fur das auRerhalb der Hochschulen Verwertungsinteresse besteht oder geweckt werden kann, ohne daR es sich dabei um fertige Konzeptionen im Sinne von Erfindungen oder Innovationen handeln musste.“[61]

BREMER fasst seine Definition enger und sieht im TT vornehmlich „the transfer of the results of research from universities to the commercial sector”[62]. Dieser Ansatz wiederum dient der Association of University Technology Managers (AUTM) als Ausgangspunkt einer noch engeren Fassung des TT-Begriffs: „[...] process whereby inventions or intellectual property from academic research is licensed or conveyed through use rights to industry.”[63]

Die nachfolgende Arbeitsdefinition, die sich wesentlich an WAGNER, GESCHKA und SCHMOCH orientiert, beruht auf einem breiteren Verstandnis von TT im spe- ziellen Kontext der Hochschule.

Technologietransfer, als ein Teil des praktizierten Forschungsaustausches, ist je- ner Transfer von technologischem Wissen und Know-how[64] der Hochschulen in ihr gesellschaftliches Umfeld, fur das es Partner mit okonomischen Innovationsper- spektiven gibt, wobei dem Prozess ein wechselseitiger Austausch der beteiligten Organisationen zugrunde liegt, von dem beide Seiten profitieren.

2.1.4 Elemente des Technologietransfers

Zur besseren Eingrenzung der vorliegenden Arbeit werden die Elemente[65] des TTs an dieser Stelle zusammenfassend betrachtet und hinsichtlich ihres Nutzens fur die Konzeptualisierung des Bezugsrahmens uberpruft. Der TT soll im Folgenden als ein System aufgefasst werden, dessen Gesamtheit von den untereinander in Beziehung stehenden Elementen Transferpartner, Transferobjekt, Transfermittler sowie Transferprozess und Transferumwelt maRgeblich gepragt wird.[66] Sie deter- minieren die langfristigen Effekte und Ergebnisse des Transferprozesses.[67]

2.1.4.1 Transferpartner

Im Falle eines direkten TTs findet eine Ubertragung von technologischem Wissen von einem Technologiegeber zu einem Technologienehmer statt. Bei diesen un- mittelbaren Austauschbeziehungen sind Technologiegeber oftmals offentliche Forschungseinrichtungen, wie z. B. Universitaten, Fachhochschulen, Max-Planck- Institute, die Fraunhofergesellschaft und GroRforschungseinrichtungen sowie pri­vate Institute und die Wirtschaft.[68] Diese Akteure stellen das Wissens- und Tech- nologiegewinnungssystem dar. Sie besitzen das Know-how bzgl. des Transferob- jektes.[69] Der Technologiegeber kann beim TT vier Aufgaben[70] Ubernehmen:

- Initiator
- Losungsgeber
- Prozesshelfer
- Mittler (Netzwerker)

Prinzipiell konnen alle vier Aufgaben durch den Technologiegeber abgedeckt wer­den. Alleine die Aufgabe des Losungsgebers ist essentiell fur die Technologiege- berfunktion und im Gegensatz zu den drei anderen nicht an externe Stellen uber- tragbar[71].

„Der Technologienehmer ist das Element des TTs, welches das Transferobjekt vom Technologiegeber zur Nutzung bzw. Anwendung ubernehmen mochte.“[72] Als potentielle Technologienehmer kommen samtliche Unternehmen in Frage, die an der Ubernahme einer Technologie interessiert sind. Es konnen aber auch For­schungseinrichtungen als Technologieverwerter auftreten. Dies geschieht im Besonderen in der Grundlagenforschung, wo Ergebnisse einer Weiterentwicklung zugefuhrt werden.[73]

Zur Eingrenzung der vorliegenden Arbeit beschranken sich die Autoren auf die Hochschulen als Technologiegeber und die Wirtschaft (Unternehmen) als Techno- logienehmer.

2.1.4.2 Transferobjekt

Alle materiellen und immateriellen Auspragungen von Produkt- und Prozesstech- nologien konnen Transferobjekte technologieinduzierter Innovationen sein.[74] „Das mit einer Technologie verbundene Wissen ist ebenfalls ein Objekt des Transfers und umfasst das Verstandnis uber die Originalitat und das Potential einer Techno­logie, das Wissen von Produktions-, Verfahrens- und Fertigungstechniken sowie das Wissen von Techniken der Planung, Organisation und Kontrolle von neuen Anwendungen.“[75] Objekte des Transferprozesses sind die in Abschnitt 2.1.1 abge- grenzten Technologien.

2.1.4.3 Transfermittler

Der TT kann durch Transfermittler auch auf indirektem Wege stattfinden. Dabei treten zwischen den Transferpartnern Mittler auf, die zur Aufgabe haben, den TT anzubahnen und in Gang zu halten.[76] Sie fordern damit regionale Strukturpolitik und die Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.[77] CORSTEN identifi- ziert vier wesentliche Aufgabenfelder der Transfermittler:

- Information und Kommunikation
- Vermittlung
- Beratung
- Transferdurchfuhrung

In den letzten Jahren ist ein dichtes Netz an Transfermittlerorganisationen ent- standen.[78] Zu den TT-Mittlern zahlen u. a.:

- Technologiezentren, technologieorientierte Grunderzentren, Technologie- parks und Science Parks; sie leisten einen Beitrag zum TT durch die Be- reitstellung von materiellen (z. B. durch gunstige Raummieten und finanziel- le Forderung) und immateriellen Unterstutzungen (z. B. umfangreiche Unterstutzungs- und Beratungsleistungen, Einbindung in Unternehmens- netzwerke).[79]
- Behorden, Industrie- und Handelskammern und Fachverbande; diese stel- len vorrangig aufbereitete Informationen und Beratung zum Technologie- transfer, zu technologieorientierten Forderprogrammen und zu anderen Fi- nanzierungsquellen zur Verfugung.[80] Die Herstellung und Vermittlung von Kontakten ist eine weitere Leistung, die durch die Verbande und Kammern angeboten wird.[81]
- TT-Stellen an Hochschulen; ihre Aufgabe ist es, wissenschaftliche Erkennt- nisse aus der F&E-Arbeit ihrer Einrichtung zu vermarkten und die Vermitt­lung von externer F&E fur Unternehmen zu organisieren.[82]
- Privatwirtschaftliche TT-Stellen und TT-Berater; dies sind die „[...] Mittler bzw. Vermittler zwischen den nach technologischen Problemlosungen nachfragenden Unternehmen und den jeweiligen Experten aus Wissen- schaft und Wirtschaft, die adaquate Losungsmoglichkeiten anbieten und/ oder erarbeiten konnen.“[83]

2.1.4.4 Transferprozess

Der Transferprozess wird in einzelne Phasen unterteilt und hat zum Ziel, eine Technologie geplant und zielgerichtet von einem Technologiegeber auf einen Technologienehmer zu ubertragen. Dabei wird angenommen, dass er sich in iden tifizierbare Teilprozesse gliedern lasst.[84] In der Literatur gibt es eine Vielzahl von Phasen[85] fur den Transferprozess, die grob zu einer Suchphase (Vorphase), Transferphase (Hauptphase) und Marktphase (Folgephase) aggregierbar sind.[86] Da fast alle TT-Prozesse Teile des Innovationsprozesses sind, „[...] soll der Trans­fer als eine Phase des Innovationsprozesses technologieinduzierter Innovationen verstanden werden.“[87]

In dieser Arbeit findet folglich die Einbettung des TT-Prozesses in einen organisa- tionsubergreifenden Innovationsprozess zwischen Hochschulen und Unternehmen statt und wird damit einem groReren Rahmen zugeordnet, da bisher eine ganzheit- liche Betrachtung von der F&E in den Hochschulen bis zur Einfuhrung im Markt durch eine andere Organisation in der Literatur so noch nicht erfolgt ist.

2.1.4.5 Transferumwelt

Die Transferumwelt determiniert die Transferbedingungen, die sich aus allen ex- ternen und internen Einflussfaktoren zusammensetzen und auf den TT einwirken. Betrachtet man die Transferpartner inklusive der Transfermittler als offene Syste- me, so sind diese dadurch charakterisiert, dass sie mit ihrer Umwelt in einer stan- digen Austauschbeziehung zueinander stehen.[88] Daraus ergibt sich, dass die Transferakteure in eine organisationsspezifische Umwelt eingebettet sind und von dieser beeinflusst werden. Das bedeutet, dass die Einflussfaktoren der Umwelt Restriktionen im Entscheidungsspielraum der Transferakteure darstellen. Aller- dings ist davon auszugehen, dass die Akteure die Moglichkeit besitzen, ihre Um- weltbedingungen aktiv zu beeinflussen.[89] „Zwischen einer Organisation und ihrer Umwelt bestehen somit interdependente Beziehungen.“[90]

Im Rahmen dieser Arbeit werden die externen Einflussfaktoren, also jene auRer- halb der Transferorganisationen, nicht mit in die Uberlegungen einbezogen. Diese sind u. a. die volkswirtschaftliche Situation, staatliche Reglementierungen, Innova tionsklima, Wettbewerbssituation oder allgemein alle gesellschaftlichen, politi- schen und rechtlichen Rahmenbedingungen mit einem Einfluss auf den TT.[91]

2.1.5 Formen des Technologietransfers

Das Ziel dieses Abschnittes ist es, verschiedene Kategorisierungsmoglichkeiten des TTs zu erfassen, um schlieRlich zu einer den Untersuchungsgegenstand die- ser Arbeit treffenden und ihm hilfreichen Form der Unterteilung zu gelangen. In der Literatur findet man zahlreiche Vorschlage, die eine Unterscheidung der TT- Formen ermoglichen. Die sehr verschiedenen Ansatze werden dabei durch eben- so zahlreiche Untersuchungsschwerpunkte wie Sichtweisen bedingt.

Eine haufig genutzte Form der Unterteilung, z. B. nach HOFSTETTER und ALLESCH, ist die nach der Unmittelbarkeit der Beziehung zwischen Transfergeber und -nehmer, mithin nach direktem vs. indirektem Transfer. Direkte TransfermaR- nahmen erkennt man definitionsgemaR an einer unmittelbaren Beziehung zwi­schen den beteiligten Partnern. Das bedeutet, dass in keiner Phase des Transfers ein Transfervermittler beteiligt ist. Hingegen umfassen indirekte TransfermaRnah- men alle Formen des Transfers, bei denen die Ubertragung von Technologie zwi­schen den beiden Transferpartnern uber Transfervermittler geschieht. Ergo ist ei­ne mittelbare Beziehung der Transferpartner die Folge.[92]

CORSTEN und CHAKRABARTI unterscheiden in ihren Arbeiten ferner zwischen intra- und inter-organisatorischem Transfer, d. h. die Betrachtung erfolgt dabei an- hand der wirtschaftlichen bzw. rechtlichen Selbststandigkeit der Organisationen und eventuell involvierter Subsysteme.[93]

Eine Form der hierarchischen Unterteilung nutzt u. a. BROOKS, indem er den Ubertragungsvorgang zwischen Institutionen unterschiedlicher Ebenen, also zwi­schen Anbietern von Wissen (Hochschulen, Forschungseinrichtungen, etc.) und Nachfragern von Wissen (Unternehmen, Verwaltungen, Verbande etc.), als verti- kalen Transfer und den zwischen Institutionen der gleichen Ebene (zwischen verschiedenen Forschungseinrichtungen oder verschiedenen Unternehmen) als hori- zontalen Transfer definiert.[94]

Weitere Moglichkeiten der Kategorisierung liefern die Unterscheidungen hinsicht- lich eines aktiven gegenuber eines passiven Transfers (z. B. SMILOR et al.)[95] und fokussierten vs. diffusen Transfers (z. B. AUER)[96] sowie imitativen vs. adaptiven vs. innovativen Transfers (z. B. GESCHKA)[97]. Die bis hierher genannten Kategori- sierungsmoglichkeiten geben einen ersten Eindruck von den unterschiedlichen Erscheinungsformen bzw. Sichtweisen des TTs wieder.

Weit zielfuhrender und zweckmaRiger als die o. g. ist fur diese Arbeit allerdings die in der Literatur haufig vorkommende Unterteilung nach den Instrumenten des TTs (wie z. B. Lizenzierung, Ausgrundung, Forschungskooperation, Auftragsfor- schung). Darauf wird spater detailliert im Abschnitt 4.2 eingegangen.

2.1.6 Barrieren des Technologietransfers

Ein erfolgreicher Technologietransfer ist fur die Volkswirtschaft von besonderer, weil wohlfahrtsmaximierender, Bedeutung. Daher ist es notwendig, dass der Pro- zess effizient und barrierefrei ablauft. Die Realitat offenbart allerdings, dass dies keineswegs selbstverstandlich ist und der Transfer durch viele Barrieren behindert wird, die dem Austausch von Wissen, Know-how und Technologien entgegenste- hen.[98]

Unter dem Begriff Barriere wird allgemein ein Hindernis verstanden, das zwei raumliche Bereiche voneinander trennt. Dieses zu uberwinden, ist mit mehr oder weniger Aufwand verbunden. Fur die vorliegende Arbeit wird ein breiteres Ver- standnis abstrahiert. Auch werden darunter sowohl auRerliche als auch innerliche Bedingungen verstanden, die einer Diffusion[99] " von Wissen bzw. dem Erreichen spezieller Bedurfnisse oder Ziele entgegenstehen.

Um die Barrieren abzubauen, bedarf es der Detektion jener Faktoren, die auf den Transfer einen entscheidenden Einfluss haben oder haben konnen. CORSTEN berucksichtigt in seiner Arbeit die sechs Faktoren, die im Transferobjekt selbst begrundet sind und auf die im Folgenden kurz eingegangen wird:

- Relative Vorteilhaftigkeit
- Komplexitat
- Kompatibilitat
- Mitteilbarkeit
- Teilbarkeit und Erprobbarkeit
- Ausreifungsgrad

Der relativen Vorteilhaftigkeit wird in der Literatur weithin eine hohe Korrelation zur Ubernahme der neuen Technologie bescheinigt und damit eine insgesamt hohe Bedeutung beigemessen. Zur Ermittlung der relativen Vorteilhaftigkeit einer neuar- tigen Technologie gegenuber dem Status quo dienen neben okonomischen mitun- ter auch soziale oder technische MessgroRen.[100]

Diametral hingegen ist der Zusammenhang zwischen der Komplexitat und der Anwendung einer neuen Technologie, namlich negativ. Diese Beziehung ist empi- risch belegt[101] und zudem logisch, erfordert der TT hier doch eine hohe Komplexi- tatstoleranz beim Technologienehmer, ein hohes Ausbildungsniveau, ein hohes MaR an vorhandenem Know-how und erhohten Adaptionsbedarf.[102]

Der Faktor Kompatibilitat ist in dem Zusammenhang schwerer zu fassen als die beiden bisher betrachteten, weist der Begriff an sich doch bereits eine Mehrdi mensionalitat auf, die sich auf technische, soziale und finanzielle Aspekte er- streckt.[103] An dieser Stelle soll damit vereinfachend fur die Uberlegung allein der Grad der Ubereinstimmung zwischen der neuen und der augenblicklichen Techno- logie[104] gemessen und seine Auswirkungen auf die Dauer und das AusmaR der Ubernahme betrachtet werden. Folgt man dieser Eingrenzung, so lasst sich schlussig feststellen, dass die Effizienz des Transferprozesses umso hoher ist, je grower die Kompatibilitat ist.[105] SchlieRlich bedeuten groRere Divergenzen gleich- zeitig auch groRere (zeitliche) Anstrengungen, um die notwendige Kompatibilitat zu erlangen.

Die Mitteilbarkeit einer Technologie hat entsprechend der Empirie einen deutlichen Einfluss auf deren Verbreitungsgeschwindigkeit. Entsprechend der begrifflichen Abgrenzung nach FLIEGEL et al.[106] ist es vor allem die Klarheit und Ubersichtlich- keit der Ergebnisse, die ein entscheidendes Gewicht beim Grad der Ubernahme hat.

Aufgrund der Ergebnisse mehrerer Untersuchungen[107] kann auch fur die Faktoren Teilbarkeit und Erprobbarkeit ein signifikanter Einfluss fur die Ubernahme einer neuen Technologie ausgemacht werden.[108] Es zeigt sich namlich, dass die Bereit- schaft zur Adaption zunimmt, wenn die neue Technologie temporar erprobt wer­den kann und die Unsicherheit bzw. das Risiko, worauf sich der Faktor der Teil- barkeit hier bezieht, zu ahnlichen Teilen auf die Schultern von Technologiegeber als auch -nehmer verteilt wird. Inwiefern beide Punkte praktisch umsetzbar sind, hangt zwar entscheidend von den anderen o. g. Faktoren ab, bleibt aber dennoch in vielen Fallen fraglich.[109]

Der durch MOHR[110] eingefuhrte Faktor des Ausreifungsgrades im Sinne des Ent- wicklungsstandes einer Technologie hat ebenfalls einen bedeutenden Einfluss auf die Technologieubernahme, weil eine geringe technische Vollkommenheit hem- mend auf den Ubernahmevorgang wirkt. In diesem Fall ist fur den Technologie- nehmer nicht absehbar, wie hoch die finanziellen Aufwendungen bis zu einer oko- nomisch sinnvollen und effizienten Anwendung ausfallen.

Die nachfolgende Tabelle 1[111] fasst die Ergebnisse noch einmal anschaulich zu- sammen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Auswirkungen der technologiespezifischen Merkmale auf den TT

Bei den Technologienehmern und -gebern existieren neben den immanenten Fak- toren des Transferobjektes selbstverstandlich auch hemmende bzw. fordernde Faktoren, so z. B. die vornehme Distanz zwischen Geld und Geist, also die Zu- ruckhaltung gegenuber angewandter Forschung und technischer Entwicklung, die die Hochschullandschaft lange gepragt hat.[112] Aufgrund seiner empirischen Ergeb­nisse[113] sieht WALTER in diesem Zusammenhang auRerdem die unternehmeri- sche Einstellung des Technologiegebers, eine innovationsfreundliche Kultur im Unternehmen sowie die Qualitat der Zusammenarbeit der Transferpartner als ent- scheidende Faktoren an. Sein Credo zur Steigerung der Transferqualitat lautet demnach:

- Die Transferaktivitaten vorab umfassend planen.
- Den Transfer wahrend des Ablaufs zielfuhrend steuern.
- Unter allen Beteiligten aktiv Vertrauen aufbauen.

Dabei mussen Unternehmen vier Hemmnisse uberwinden, die sowohl auf Seiten der Transferpartner als auch im Prozess selbst auftreten, und zwar die Barrieren des Nicht-Wissens, des Nicht-Konnens, des Nicht-Wollens und des Nicht- Durfens.[114]

- Barriere des Nicht-Wissens = Matchingproblem

Die Barriere des Nicht-Wissens existiert in der Regel im Vorfeld und zu Be- ginn eines jeden Technologietransfers, was auf ein Informationsdefizit zu- ruckzufuhren ist. Das kommt haufig allein dadurch zustande, dass die Koo- perationssuchenden sich selbst aber auch zukunftigen Technologiepartnern nicht die richtigen Fragen stellen.[115]

- Barriere des Nicht-Konnens = Verstandnisproblem

Diese Barriere wird durch Defizite im Bereich der Fahigkeiten und materiel- len Ressourcen bedingt, die fur eine Zusammenarbeit zur Verfugung ste- hen. Fachliche als auch soziale Inkompetenz fuhren in einem TT zu gravie- renden Missverstandnissen und enttauschten Erwartungen. Um das Prob­lem des Nicht-Konnens zu bewaltigen und damit das oben beschriebene Komplexitatshemmnis zu reduzieren, ist es unerlasslich, partnerspezifische Investitionen zu tatigen - etwa in Form von Know-how fur die unterneh- mensspezifische Anpassung einer Technologie, Schulungen und Work­shops fur die Anwendung einer Technologie sowie kompetentem Personal fur die Projektarbeit.[116]

- Barriere des Nicht-Wollens = Vertrauens- und Opportunismusproblem Diese Barriere manifestiert sich in zogerlichem, ichbezogenem und interes- selosem Verhalten der Akteure eines TTs aus. Wichtigstes Instrument zur Uberwindung derselben ist die Kommunikation. Zwei Vorgehensweisen ha- ben sich dabei in der Praxis bewahrt: das Einsetzen der richtigen Partner und das Schaffen eines Kommunikationsraumes.[117]

- Barriere des Nicht-Durfens = Burokratie- und Drittparteienproblem

Die Barriere des Nicht-Durfens entsteht aufgrund von Geboten und Verbo- ten, die oftmals kontrar zum Innovationsvorhaben sind. Mehrheitlich geht es dabei um Machtdemonstrationen, was schlussendlich die Handlungsspiel- raume der Beteiligten einengt. Das reicht von nicht bewilligten Reisemitteln bis zur Blockade von fur den TT erforderlichen Ressourcen.[118]

Diese vier beschriebenen Barrieren, die in der Literatur bereits weitestgehend un- tersucht worden sind, haben ihren Ursprung tief im menschlichen Verhalten. Die Widerstande konnen dabei in unterschiedlicher Form auftreten, zum einen aktiv oder passiv, zum anderen offen oder verdeckt.[119]

Neben den bereits betrachteten Faktoren spielen selbstverstandlich auch die Um- welt (rund um den Transferprozess) und ihre Eigenschaften eine herausragende Rolle, die fur den TT unterstutzend oder hinderlich sein kann. Ausgehend von der globalen Umwelt sollen lediglich die unmittelbar relevanten Komponenten, also die okonomischen und politisch-rechtlichen, kurz betrachtet werden.

Insbesondere die Politik bzw. der Staat sind dafur verantwortlich, ein gunstiges Umfeld fur neuartige Entwicklungen zu schaffen, also im Wesentlichen das, was gemeinhin unter Infrastruktur zusammengefasst wird.[120] Dazu gehort die Forde- rung von Wissenschaft und Forschung sowie des TTs. Der TT-Prozess kann wie- derum durch gesetzliche Regelungen, z. B. das Patentwesen[121], Umweltregula rien[122] oder Sicherheitsvorschriften[123] betreffend, stimuliert oder behindert wer- den.[124]

MEISSNER fuhrt im Rahmen seiner Arbeit eine entsprechende, weiter reichende empirische Untersuchung zu den Hemmnissen des TTs zwischen Wissenschaft und Wirtschaft durch, deren Ergebnisse auszugsweise in der Tabelle 2[125] zusam- mengefasst sind.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Hemmnisse im Wissens- und Technologietransfer
Mittelwert auf einer Skala von 1 - keine Bedeutung bis 5 - sehr grofte Bedeutung

[...]


[1] Vgl. Reinhard et al. 1996; Walter 2003; BMBF 2008.

[2] Vgl. MeiRner 2001, S. 1.

[3] Vgl. DIW 2009, S. 11 ff.

[4] Vgl. Kinkel 2009.

[5] Vgl. Herziger 1995, S. 106.

[6] Herzog 1997.

[7] Vgl. Walter 2003, S. 3.

[8] Ebenda.

[9] Vgl. Fricke 2000, S. 12 f.

[10] Vgl. Bohler et al. 1989, S. 25; Schmoch et al. 2000, S. 3 f.; MeiRner 2001, S. 20; Hagen 2006, S.86

[11] Vgl. Kraus 2005, S. 48 f.

[12] Vgl. Walter 2003, S. 4.

[13] Vgl. Strohl-Goebel 1982, S. 232 ff.

[14] Vgl. Corsten 1982; Gemunden et al. 1996; Walter 2003, S. 4.

[15] Vgl. Rotholz 1986; Walter 2003, S. 4.

[16] Vgl. Gartner et al. 1976; Walter 2003, S. 4.

[17] Vgl. Accenture 2005, S. 8; Becker 2008, S. 2.

[18] Quelle: eigene Darstellung.

[19] „Abgrenzungen und Definitionen beanspruchen nach Szyperski et al. dabei keinen Wahrheits- gehalt, sondern sollen lediglich zur Verstandigung und Ordnung beitragen und werden danach beurteilt, ob sie zweckma&ig oder unzweckma&ig sind.“ Renkel 1985, S. 22; vgl. Szyperski et al. 1989, S. 27.

[20] Vgl. Solow 1957, S. 312 ff.

[21] Vgl. Schuller 2008, S. 19.

[22] Vgl. Corsten 1982, S. 4; Corsten et al. 1983, S. 1; Tager et al. 1984, S. 40; Renkel 1985, S. 22; Schoppl 1986, S. 94; Perillieux 1987, S. 11; Osten 1989, S. 4; Pfeiffer et al. 1989, Sp. 2002; Poser 1990, S. 20; Gelshorn et al. 1991, S. 6; Ridinger 1991, S. 21; Wolfrum 1992, S. 23.

[23] Vgl. Ridinger 1991, S. 21 sowie die Aufzahlungen bei Renkel 1985, S. 22.

[24] Etymologisch betrachtet setzt sich das ursprunglich griechische Wort Technologie aus den Be- standteilen „Techne“ (Handwerk, Kunst, Kunstfertigkeit) und „Logos“ (Lehre, Wissenschaft, Re­de) zusammen. Vgl. Corsten 1982, S. 4.

[25] Vgl. Corsten 1982, S. 5; Fichtel 1997, S. 5; Gerpott 1999, S. 17 f.; Thommen 2004, S. 603.

[26] Vgl. Braunschmidt 2005.

[27] Vgl. Boyens 1998, S. 9 f.

[28] Vgl. Corsten 1982, S. 6; Fichtel 1997, S. 6; Gerpott 1999, S. 18.

[29] Vgl. Mei&ner 2001, S. 10.

[30] Vgl. Corsten 1982, S. 5; Kroy 1995, S. 65.

[31] Vgl. Carayannis et al. 1999, S. 247.

[32] Meaner 2001, S. 11.

[33] Vgl. UNCTAD 2001, S. 5-6.

[34] Vgl. Bullinger 1994, S. 33 f.

[35] Meitner 2001, S. 11.

[36] Vgl. Gerpott 1999, S. 17.

[37] Vgl. Gerpott 1999, S. 18.

[38] Dieses Kunstwort beschreibt alle zu ubertragenden „X“ (insbesondere auch die nicht zu Objek­ten und Subjekten zu zahlenden immateriellen Rechte, Gefuhle etc.). Vgl. Auer 2000, S. 7.

[39] Unter „Medium“ ist an dieser Stelle auch eine Kombination verschiedener Medien zu verstehen.

[40] Wurde man den Transfer tatsachlich nur unidirektional, mithin im engeren Sinne, betrachten, ware nur die Effizienz ein wesentliches Gestaltungsmerkmal. Effektivitat hingegen konnte auf- grund der Einseitigkeit nur ein zufalliges Ergebnis, aber kein Gestaltungskriterium sein.

[41] Die Begriffe Effizienz und Effektivitat werden hier, anders als im allgemeinen Sprachgebrauch, nach der Definition von Joost (vgl. Joost 1975, S. 10) verwendet, mithin nicht synonym: Effektivitat wird als Wirkungsgrad eines Vergleichs zwischen Ist-Output und Soll-Output ver- standen (Output-Output Relation). Effizienz wird ebenfalls als Wirkungsgrad definiert, allerdings als Vergleich zwischen einem Input und dem relevanten Output (Input/ Output-Relation).

[42] Vgl. Auer 2000, S. 7 f.

[43] Quelle: eigene Abbildung in Anlehnung an Auer 2000, S. 9.

[44] Vgl. Fichtel 1997, S. 6; Walter 2003, S. 14.

[45] Vgl. BMBF 2000; BMBF 2008, S. 312 f.

[46] Vgl. Bar-Zakay 1971; Walter 2003, S. 14.

[47] Vgl. Wilhelm et al. 1982.

[48] Vgl. Hogl et al. 2005, S. 159.

[49] Vgl. Walter 2003, S. 15.

[50] Vgl. Brooks 1966, S. 54.

[51] Vgl. Rupp 1976, S. 30.

[52] Corsten 1982, S. 11.

[53] Reinhard et al. 1996, S. 8.

[54] Allesch 1990, S. 463.

[55] Ebenda.

[56] Geschka 1996, Sp. 2012 ff.

[57] Carayannis et al. 1999, S. 247.

[58] Vgl. Schmoch et al. 2000, S. 7.

[59] Vgl. UNCTAD 2001, S. 6 f.

[60] Vgl. Schmoch et al. 2000, S. 2.

[61] Wagner 1990, S. 13. Wagner weist ebenda darauf hin, dass der Begriff Forschungstransfer gewohnlich mit den Begriffen Technologietransfer oder Wissenstransfer angesprochen wird. Nach dem Verstandnis der Verfasser meinen die Begriffe Forschungstransfer und Wissens­transfer in etwa das, was in der Literatur ublicherweise mit dem Begriff Technologietransfer an­gesprochen wird. In der vorliegenden Arbeit wird daher stets der Begriff Technologietransfer gebraucht. Vgl. Abschnitt 2.1.1.

[62] Bremer 1999, S. 2.

[63] Vgl. AUTM 1998, S. 3.

[64] Know-how ist von der Terminologie her nicht mit Wissen identisch, auch wenn es nicht selten so undifferenziert verwendet wird.

[65] Ausfuhrlicher dazu Corsten 1982, S. 40 ff. und Bochert 1997, S. 27 ff.

[66] Vgl. dazu insbesondere Corsten 1982, S. 40 ff.; Walter 2003, S. 16 ff.; Braunschmidt 2005, S. 57.

[67] Vgl. Walter 2003, S. 16.

[68] Vgl. Fichtel 1997, S. 233 ff.; MeiRner 2001, S. 44; Walter 2003, S. 17 f.

[69] Vgl. Walter 2003, S. 18.

[70] Vgl. Corsten 1982, S. 43; Gemunden et al. 1996, S. 242; Walter 2003, S. 18.

[71] Vgl. Corsten 1982, S. 43.

[72] Walter 2003, S. 18.

[73] Vgl. Mei&ner 2001, S. 46.

[74] Vgl. Corsten 1982, S. 74; Bochert 1997, S. 3; Walter 2003, S. 17; Braunschmidt 2005, S. 57 f.; Hogl et al. 2005, S. 159.

[75] Braunschmidt 2005, S. 58.

[76] Vgl. Walter 2003, S. 18.

[77] Vgl. Fichtel 1997, S. 268.

[78] Vgl. Meaner 2001, S. 46.

[79] Vgl. Meaner 2001, S. 46; Walter 2003, S. 19.

[80] Vgl. Tager et al. 1984, S. 158; Fichtel 1997, S. 306 f.; Meitner 2001, S. 47.

[81] Vgl. Fichtel 1997, S. 307.

[82] Vgl. Meaner 2001, S. 46 f.

[83] Fichtel 1997, S. 293 und die dort zitierte Literatur.

[84] Vgl. Walter 2003, S. 19.

[85] Ausfuhrlicher zu den Phasen siehe Corsten 1982, S. 193 ff.

[86] Vgl. Kern 1973, S. 87; Corsten 1982, S. 183; Walter 2003, S.19; Braunschmidt 2005, S. 58.

[87] Braunschmidt 2005, S. 58 und die dort zitierte Literatur.

[88] Vgl. Corsten 1982, S. 94.

[89] Vgl. Corsten 1982, S. 97.

[90] Corsten 1982, S. 97.

[91] Vgl. Bochert 1997, S. 71 f.; Walter 2003, S. 20; Braunschmidt 2005, S. 59.

[92] Vgl. Hofstetter 1990, S. 20.

[93] Vgl. Corsten 1982, S. 26; Chakrabarti 1973, S. 113; Hofstetter 1990, S. 23.

[94] Vgl. Brooks 1966, S. 54.

[95] Vgl. Smilor et al. 1989, S. 11 ff.

[96] Vgl. Auer 2000, S. 11 ff.

[97] Vgl. Geschka 1979, Sp. 1918.

[98] Vgl. Corsten 1982, S. 208; Walter 2003, S. 23; Braunschmidt 2005, S. 60.

[99] Diffusion wird an dieser Stelle nach Muller-Steinfahrt einerseits als Teilphase eines Innovati- onsprozesses gesehen, und zwar „[...] als derjenige Prozess [...], bei dem eine Innovation ent- lang bestimmter Kommunikationskanale innerhalb eines sozialen Systems im Zeitverlauf kom- muniziert wird [...]“, und andererseits als Verbreitungsprozess von Adaptionen, mithin „[...] als Kommunikationsprozess mit dem Ziel der schnellen Verbreitung von Wissen oder mit dem Ziel moglichst vieler nachhaltiger Ubernahmen einer Neuerung unter den Mitgliedern [...], der Nut z- barmachung von ideellen Produkten oder von neuartigen Verhaltensweisen in einem sozialen System [...]". Muller-Steinfahrt 2006, S. 39 f. und die dort zitierte Literatur.

[100] Vgl. Mansfield 1968, S. 155 f.; Ifo-Institut fur Wirtschaftsforschung 1970, S. 108; Corsten 1982, S. 216 f.

[101] Vgl. Kruger 1975, S. 60.

[102] Vgl. Havelock 1971, S. 8 f.; Kern 1973, S. 93; Lutschewitz et al. 1977, S. 127.

[103] Vgl. Rogers 1962, S. 126 f.; Baumberger et al. 1973, S. 195.

[104] Vgl. Fliegel et al. 1966, S. 235 ff.

[105] Vgl. Corsten 1982, S. 223.

[106] Die Autoren subsumieren unter dem Begriff „Mitteilbarkeit“ die Komplexitat und Klar- heit/Ubersichtlichkeit der Ergebnisse und eine RegelmaRigkeit der Ruckflusse. Vgl. Fliegel et al. 1966, S. 245.

[107] Vgl. Fliegel et al. 1966, S. 245; Hayward 1972, S. 199; Rogers et al. 1971, S. 155.

[108] Vgl. Rothman et al. 1979, S. 40 f.

[109] Vgl. Meffert 1976, S. 96.

[110] Vgl. Mohr 1977, S. 58 f.

[111] Quelle: Corsten 1982, S. 228.

[112] Vgl. Theis 1986, S. 21.

[113] Walter hatte rund 230 Unternehmen und zirka 150 wissenschaftliche Einrichtungen nach den Merkmalen eines erfolgreichen Bruckenschlags zwischen Technologiegebern und Technologie- nehmern im Rahmen seiner Studie befragt.

[114] Vgl. grundlegend Witte 1973, S. 6 f.; Michalik 2003, S. 172 f.; Busse 2005, S. 151.

[115] Vgl. Walter 2003, S. 23 f.

[116] Ebenda

[117] Ebenda.

[118] Ebenda.

[119] Vgl. Dienstbach 1968, S. 184.

[120] Vgl. Spath 1986, S. 11.

[121] Da dem Patentinhaber generell die alleinige wirtschaftliche Nutzung zugesichert wird, hat das Patentwesen im Allgemeinen eine negative Auswirkung auf die Verbreitung von Erfindun- gen/Technologien, die letztlich allein durch das Verhalten des Patentinhabers determiniert wird. Vgl. Corsten 1986, S. 440 f. und die dort zitierte Literatur.

[122] Die durch Umweltverschmutzungen hervorgerufenen sog. „sozialen Kosten“ wurden in der Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre lange Zeit mit Null beziffert. Das durch die globale Klimaveränderung einsetzende Umdenken nötigt den Staat mehr und mehr dazu, mittels verschiedener Instrumente (Auftragsvergabe an umweltfreundliche Unternehmen, Förderung umweltfreundlicher Produkte) einerseits die Hervorbringung neuer Technologien als auch deren Transfer so zu steuern, dass ein effizienter und nachhaltiger Umgang mit den natürlichen Ressourcen vollzogen wird, wodurch wiederum die o. g. sozialen Kosten faktisch nicht länger gleich Null sind. Vgl. Corsten 1986, S. 445 f. und die dort zitierte Literatur.

[123] Der Einfluss des Faktors „Sicherheit“ äußert sich dergestalt, dass etwaige Wettbewerbsvorteile obsolet werden oder veräußert werden können und somit die Diffusion einer neuen Technologie entweder behindert oder unterstützt wird, wenn der Staat eine eindeutige und einheitliche Regelung vermissen lässt. Vgl. Corsten 1986, S. 451 f. und die dort zitierte Literatur.

[124] Vgl. Corsten 1982, S. 393 f.

[125] Quelle: Meißner 2001, S. 238.

Details

Seiten
186
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640608393
Dateigröße
3.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v149845
Institution / Hochschule
Technische Universität Dresden – Lehrstuhl für Entrepreneurship und Innovation
Note
Schlagworte
inter-organisationaler Innovationsprozess Technologietransfer Transferprozess Technologietransferprozessmodell Phasenmodell Technologietransfer Phasenmodell Innovationsprozess Transferinstrumente Transferformen organisationsübergreifender Innovationsprozess Innovationsprozess

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Titel: Der Technologietransfer im inter-organisationalen Innovationsprozess