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Bedeutung und Aktivitäten von Private Equity und Venture Capital-Gesellschaften in Deutschland

von Sonja Keppler (Autor) Timo Keppler (Autor)

Wissenschaftlicher Aufsatz 2010 30 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Literaturverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Einführung
1.2 Abgrenzung und Begriffsdefinitionen

2. Die Bedeutung von Private Equity - Investoren
2.1 Entwicklung des Private Equity- und Venture Capital-Marktes in Deutschland
2.2 Private Equity als Anlageklasse
2.3 Die Rolle von Private Equity und Venture Capital – Investoren

3. Die volkswirtschaftliche Bedeutung von Private Equity-Investoren in Deutschland
3.1 Makroökonomische Bedeutung
3.2 Mikroökonomische Bedeutung

4. Vorgehensweise von Private Equity-Investoren beim Erwerb einer Beteiligung
4.1 Selektionskriterien von Private Equity-Investoren
4.2 Ablauf einer Private Equity-Transaktion

5. Vorgehensweise von Private Equity-Investoren bei der Veräußerung einer Beteiligung
5.1 Exit und Timing
5.2 Börseneinführung
5.3 Verkauf an ein anderes Unternehmen
5.4 Verkauf an andere Finanzinvestoren
5.5 Rückkauf der Anteile durch den ursprünglichen Eigentümer
5.6 Ausstieg durch Verschuldung
5.7 Totalabschreibung

6. Zusammenfassung und Fazit

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Terminologie Private Equity

Abb. 2: Abgrenzung Venture Capital und Private Equity

Abb. 3: Investitionen nach Finanzierungsphasen

Abb. 4: Jährliche Private Equity-Investitionen in Deutschland

Abb. 5: Fundraising deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften 1991–2009

Abb. 6: Investitionen nach Branchen

Abb. 7: Mehrwert von Beteiligungskapital

Abb. 8: Anteil der Privaten Equity-Investitionen in Europa am nationalen BIP in Prozent

Abb. 9: Durchschnittliche Entwicklung des Umsatzes je Finanzierungsanlass

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

1.1 Einführung

Das Image von Private Equity Investoren hat durch die von Franz Müntefering im April 2005 initiierte „Heuschreckendebatte“ in Deutschland erheblich gelitten und zu einer undifferenzierten Betrachtung von Hedge Fonds und Private Equity Investitionen geführt. Zu berücksichtigen ist auch, dass sich die geäusserte Kritik offenbar auf das Vorgehen von angelsächischen Private Equity Investoren bezogen hat, die deutsche Unternehmen übernommen und mit hohen Schulden belastet hatten. Als Beispiele seien hier die Werkstattkette Autoteile Unger (ATU) oder die ehemalige Henkel-Tocher Cognis genannt, die mehrere Jahre nach der Übernahme noch mit der Schuldenlast kämpfen. Die Unternehmen wurden durch Kohlberg, Kravis, Roberts and Company LP (KKR) bzw. durch Permira und Goldman Sachs Capital Partners übernommen.

Doch lässt sich dieses negative Bild nicht generell auf Private Equity Investitionen übertragen, im Gegenteil: Mit einem verwalteten Kapital von 36,5 Mrd. EUR, 1,2 Millionen Beschäftigten in PE-finanzierten Unternehmen und 6.593 finanzierten Portfoliounternehmen per Ende 2009[1] nehmen Private Equity- und Venture Capital Gesellschaften in Deutschland in der Finanzierung von Unternehmen eine bedeutende Rolle ein. Insbesondere für junge Unternehmen, die keine Sicherheiten für Bankkredite bieten können, jedoch über interessante neue Technologien verfügen, sind Private Equity (PE) bzw. Venture Capital (VC)-Gesellschaften oftmals die einzige Finanzierungsquelle. Die volkswirtschaftliche Bedeutung dieser Industrie wurde bereits von einer Reihe von Autoren untersucht, teils auf nationaler, teils auf europäischer Ebene. Auch die konkrete Auswirkung des Einstiegs professioneller Investoren auf das finanzierte Unternehmen war bereits Gegenstand von Untersuchungen, insbesondere in den USA, wo aufgrund der längeren Historie der Industrie umfangreicheres Forschungsmaterial existiert. Dieser Beitrag soll einen Überblick über die Aktivitäten, die Rolle und die Bedeutung von PE- und VC-Gesellschaften in Deutschland geben.

1.2 Abgrenzung und Begriffsdefinitionen

Die seit Jahren anhaltende Niedrigzinsphase macht es für Kapitalanleger zunehmend schwieriger, attraktive Renditen bei gleichzeitig vertretbarem Risiko zu erwirtschaften. Alternative Anlageformen wie Private Equity und Hedge Funds gewinnen daher als Ergänzung zu traditionellen Kapitalanlagen immer mehr an Bedeutung. Während Hedge Funds überwiegend marktgängige Anlageformen zugrunde liegen, stellt PE eine neuartige Investitionsform im Vergleich zu traditionellen Anlagen wie Aktien, Renten oder Immobilien dar.[2] Die Abgrenzung erlangt insbesondere vor dem Hintergrund der Regulierungsbestrebungen auf europäischer Ebene für sogenannte „Alternative Investments“ eine steigende Bedeutung. Obwohl es sich bei Private Equity und Hedge Funds um grundlegend unterschiedliche Anlageansätze handelt, sollen als Reaktion auf die weltweite Finanzkrise nun einheitliche gesetzliche Regulierungen für beide Anlageformen entwickelt werden. Sollten die ersten Vorschläge zur „AIFM-Richtlinie“ umgesetzt werden, hätte dies für die gesamte PE-Branche gravierende Nachteile.[3]

Ein Hedge Fund verfolgt im Gegensatz zu Private Equity unterschiedliche Handelsstrategien und setzt dafür verschiedene Instrumente ein. Hierzu gehören u. a.:

- Tätigen von Leerverkäufen (Short Selling)
- Einsatz von Arbitrage-Strategien
- Handel mit Optionen oder anderen Derivaten
- Benutzung von Leverage (Hebelwirkung) durch die Aufnahme von Fremdkapital

Hedge Funds sind meist als Private Investment Partnership (USA) oder als Offshore-Vehikel organisiert und werden nicht an ihrer relativen, sondern an der absoluten Wertentwicklung gemessen. Zudem besteht die Möglichkeit der Absicherung gegenüber rückläufigen Märkten.

Ein weiteres Merkmal von Hedge Funds ist, dass sie i.d.R. nur Anteile an börsennotierten Firmen kaufen, während PE-Investoren i.d.R. Mehrheitsbeteiligungen oder ganze, nicht börsennotierte Unternehmen kaufen und damit den Zugriff auf die Cash Flows erhalten.

Unter Private Equity werden Beteiligungen am Eigenkapital nicht börsennotierter Unternehmen verstanden. Der Oberbegriff PE lässt sich – je nach Lebensphase eines Unternehmens – weiter unterteilen in Venture Capital (VC) und PE.[4] Venture Capital, auch Risiko- oder Wagniskapital genannt, gilt als Instrument der Frühphasen-Finanzierung von Unternehmen, also jenem Zeitraum, in dem Unternehmensidee, Gründung und Produktkonzeption des Unternehmens bis hin zur Markteinführung des Produkts zu finanzieren sind. Die Frühphasen, auch „early stage“ genannt, werden in die Seed- und Startup Phase unterteilt.[5]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Terminologie Private Equity (Quelle: BVK, 2009c)

In diesen Phasen sind häufig sogenannte „Business Angels“ aktiv, d.h. vermögende Privatpersonen mit Management- und Branchenerfahrung, die neben Kapital auch Know-How und persönliches Netzwerk zur Verfügung stellen. Der Kapitaleinsatz dieses „informellen“ Beteiligungskapitals ist meist geringer als der von VCs, das Risiko ist jedoch bei Frühphaseninvestments am höchsten.[6] Die darauffolgende First Stage und Second Stage Phase werden auch als Wachstumsphase bezeichnet. In dieser Phase benötigt das Unternehmen Kapital zur Finanzierung der geographischen Expansion oder für den Aufbau eines diversifizierten Produktportfolios.[7] Der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) geht in seiner Definition von VC noch weiter und schließt neben der Early Stage und Expansionsphase auch Later Stage-Finanzierungen mit ein. Buy-outs und Mezzanine-Finanzierungen werden als nicht zugehörig abgegrenzt.[8] Venture Capital Investments sind entsprechend der frühen Unternehmensphasen durch ein hohes Risiko gekennzeichnet, da oftmals noch kein marktfähiges Produkt vorliegt bzw. der Markterfolg noch nicht sichtbar ist. Auch handelt es sich i.d.R. um illiquide Anlagen, für die im Falle der Veräußerung aktiv ein Käufer gesucht werden muss.

Die Segmentierung von VC und PE bezieht sich somit hauptsächlich auf den Risiko- und Größenaspekt und die Art der Finanzierung mittels Eigen- oder Fremdkapital. Reine VC-Gesellschaften operieren i.d.R. mit 100% Eigenkapital, während PE-Gesellschaften bei Buy-Out-Finanzierungen größere Anteile Fremdkapital hinzuziehen. In der Frühphasenfinanzierung sind neben Business Angels vor allem kleinere Fonds tätig, die großen Beteiligungsgesellschaften konzentrieren sich eher auf die Expansions- und Buy-out-Finanzierung. Trotz aller Überschneidungen können einige Unterscheidungsmerkmale zwischen VC und PE festgehalten werden (Abb. 2).

ABGRENZUNG VENTURE CAPITAL UND PRIVATE EQUITY

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Abgrenzung Venture Capital und Private Equity (Quelle: eigene Darstellung)

Wie Abbildung 3 zeigt, entfielen im Jahr 2009 ca. 48% aller PE-Investitionen auf Buy-Outs, daher soll an dieser Stelle kurz auf diese Finanzierungsphase eingegangen werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Investitionen nach Finanzierungsphasen, 2009 (Quelle: BVK, Jahresstatistik 2009)

[...]


[1] Vgl. BVK (2010a), S. 2

[2] Vgl. Krämer, W. (2005), S. 4

[3] Vgl. Stellungnahme der European Private Equity und Venture Capital Association (EVCA) (2009), S. 2

[4] Vgl. Punzet, M. (2002), S. 3

[5] Vgl. Schefczyk (2007), S. 41

[6] Vgl. Weitnauer, W. (2007), S. 6

[7] Vgl. Weitnauer, W. (2007), S. 9

[8] Vgl. BVK (2010c)

Details

Seiten
30
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640608553
ISBN (Buch)
9783640608898
Dateigröße
870 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v149688
Institution / Hochschule
Univerzita Komenského v Bratislave – Faculty of Management
Schlagworte
Private Equity Venture Capital Unternehmensfinanzierung IPO Exit Due Diligence Trade Sale Secondary Sale Börse volkswirtschaftliche Bedeutung Selektionskriterien

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