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Universalgrammatik – Hilfsmittel zum Erlernen einer Zweitsprache?

Hausarbeit 2009 11 Seiten

Didaktik - Germanistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung
I.1 Problemstellung
I.2 Vorüberlegungen

II. Universalgrammatik – was ist das?
II.1 Universalien
II.2 Parameter

III. Universalgrammatik im Spracherwerb
III.1 UG im L1 - Erwerb
III.2 UG im L2 - Erwerb

IV. Studie
IV.1 Ziel (S. 76)
IV.2 Ergebnisse (S. 161)
IV.2.1 UG – Prinzipien (S. 161 f.)
IV.2.2 Parameter (S. 163 f.)
IV.2.3 Zusammenfassung (S. 174, 177, 181 ff.)

V. Resümee

VI. Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

I. Einleitung

Im Rahmen eines Referats zum Thema „Spracherwerbstheorien. Überblick“ ist der Terminus Universalgrammatik aufgetaucht. Auf der Suche nach einer Erklärung warfen der Kommentar „…spezielle hardware, die sich ausschließlich auf die Grammatik (…) bezieht, im engeren Sinne die Syntax“ von Theo Harden (Angewandte Linguistik und Fremdspachendidaktik. Tübingen 2006, S. 137) so wie die weiteren Erklärungen des gleichnamigen Buches noch mehr Fragen auf: Wie definiert man UG? Ist das eine angeborene biologisch definierbare Struktur im Gehirn oder bloß eine These von Vorgängen desselben. Nach einigen Anfangsrecherchen stellte sich heraus, dass selbst die Frage der Existenz einer UG umstritten ist und die Erklärungen einer solchen Grammatik different sind.

I.1 Problemstellung

Es ist müßig, sich in die bestehende Diskussion der Existenz einer UG einschalten und diese Frage erötern zu wollen. Vielmehr interessiert bei der Theorie der UG die Frage: Was ist der Sinn derselben? Ist die bloße Vorstellung der These einer UG und den entsprechenden mentalen Vorgängen im Gehirn förderlich bei dem Fremdspracherwerb? Können die daraus resultierenden Erkenntnisse Hilfestellung beim Erwerb einer Zweitsprache bieten?

I.2 Vorüberlegungen

Aus Beobachtungen von Kindern beim Erlernen einer Sprache geht hervor, dass sie über ein Bewertungsmodell verfügen müssen, nach welchem sie die Sprache filtern und erlernen können. Um diese Aussage zu untermauern, greift Kimball (1973, S. 61 f. in Helen Leuninger: „Reflexionen über die Universalgrammatik“, Frankfurt am Main 1979, S. 12) nach der so genannten Null-Hypothese. Danach wird angenommen, alle Sprachen benötigten ein regelmäßiges Übertragungsprinzip, um erlernt werden zu können. Somit müsste ein Kind beim Erlernen einer Sprache eine Struktur in derselben erkennen, also metasprachliche Fähigkeiten besitzen, um die Sprache reflektieren und grammatisch ordnen, aber auch einfache auf komplexere Strukturen übertragen zu können, z.B. vom einfachen Satzbau zur komplexen Syntax. Dazu müsste es auch die Möglichkeit haben, grammatisch falsche Sätze und Wortbildungen und auch die verschiedenen möglichen komplizierten Sätze zu hören, d. h. negative Evidenz zu bekommen, um diese kategorisieren oder verwerfen zu können. Diese Annahme ist aber sehr unwahrscheinlich, wenn nicht sogar nicht realisierbar. Die Schlussfolgerung dieser von Chomsky erkannten Verständnissackgasse war die Hypothese, dass es eine universelle Grammatik – also eine linguistische theoretische Einordnungs- und Bewertungsskala, die die richtige Zuordnung und Bewertung ermöglicht – geben muss.

Dafür sprechen auch zahlreiche andere Argumente, wie die Gleichförmigkeit beim Erwerb der Sprache, die Häufigkeit zurückgebildeter und falscher Sprache, mit der Kinder beim Spracherwerb konfrontiert werden und trotzdem den richtigen Umgang mit der Sprache lernen.

II. Universalgrammatik – was ist das?

Cook zitiert Chomskys Definition der Universalgrammatik (Norwich 1988, S. 1 nach Chomsky 1976, S. 29): Die UG ist „the system of principles, conditions, und rules that are elements or properties of all human languages ... the essence of human language“. Ludger Hoffmann gibt die Definition im Deutschen folgendermaßen wieder (Duisburg 2005, S. 1): „UG umfasst im allgemeinen Sinne das, was allen natürlichen Sprachen gemeinsam ist.“ Diese Erklärungsversuche klingen sehr allgemein, doch was kann man sich darunter vorstellen? Um dem auf den Grund zu gehen, muss man sich die Gemeinsamkeiten oder auch so genannten Universalien, um die es in der Definition geht, ansehen.

II.1 Universalien

Der Begriff „Universalien“ wird nach van den Boom (Tübingen 1980, S. 54) in der Sprachtheorie unterschiedlich gebraucht: Es gibt die „implikative Universalien“, auch „implikative Generalisierungen“ (Seiler 1978, S. 15ff.) genannt, und die „Universalien“ nach Hockett, die auch „linguistische Prädikate“ bezeichnen und aus der Universalienforschung stammen. Diese sollen in diesem Rahmen allerdings lediglich zur Abgrenzung des Wortgebrauchs erwähnt werden. “Wahre Universalien sind Universalien aus biologischer Notwendigkeit”, sagt Chomsky (1968 in Helen Leuninger: „Reflexionen über die Universalgrammatik“, Frankfurt am Main 1979, S. 14 f.). Nach Leuningers Interpretation soll das heißen, Universalien seien genetische Veranlagungen, die zur Spezifizierung auf eine bestimmte Grammatik führen, was eine methodologische Sichtweise der Universalien zeigt. Ludger Hoffmann (Duisburg 2005, 1) fasst den Begriff „Universalien“ allerdings weiter. Einerseits sieht er darin selbst die Existenzform und die Entstehung der Sprache, andererseits auch die Merkmale in den Beschreibungskategorien der Grammatiker, wie Phonologie und Semantik. Zusätzlich unterscheidet er zwischen „formalen“ und „funktionalen Universalien“. Zu den ersteren zählt er die allen natürlichen Sprachen gemeinsamen Eigenschaften der Ausdrucksbildung im Rahmen eines funktionalen Ausdruckssystems. Die letzteren stellen jene Funktionen dar, die in den Ausdruckssystemen aller natürlichen Sprachen verankert sind und sich in spezifischen Formen ausgeprägt haben. Das wird auch „starke Universalienhypothese“ bezeichnet wird, der gegenüber es die „schwache Universalienhypothese“ gibt, die den Variationsraum beider Universalientypen als universell begrenzt bezeichnet. Hierbei wäre noch der Begriff der natürlichen Sprache zu klären: Damit sind menschliche Verständigungssysteme gemeint, die mindestens zwei Generationen entwickelt und von Kindern neu gelernt werden.

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Details

Seiten
11
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640606382
ISBN (Buch)
9783640606665
Dateigröße
572 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v149549
Institution / Hochschule
Universität Koblenz-Landau – Institut für Germanistik
Note
2.0
Schlagworte
Universalgrammatik Hilfsmittel Erlernen Zweitsprache

Autor

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