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Die Grüne Revolution

Folgen für die Globalisierung für die landwirtschaftliche Entwicklung der Dritten Welt, dargestellt am Beispiel von Asien

Hausarbeit (Hauptseminar) 2010 15 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Bedeutung der Grünen Revolution

2. Die Grüne Revolution
2.1 Rahmenbedingungen und Maßnahmen der Grünen Revolution
2.2 Positive Aspekte der Grünen Revolution
2.3 Negative Aspekte der Grünen Revolution

3. Die Umsetzung der Grünen Revolution in Indien
3.1 Probleme der Grünen Revolution in Indien
3.2 Lösungsansätze der Probleme
3.3 Das Beispiel Cauvery-Delta in Südindien
3.3.1 Maßnahmen und Wirkung der Grünen Revolution
3.3.2 Probleme und Folgen der Grünen Revolution im Cauvery-Delta

4. Die Grüne Revolution in Indonesien
4.1 Die Umsetzung der Grünen Revolution in Indonesien
4.2 Folgen der Grünen Revolution in Indonesien

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Bedeutung der Grünen Revolution

In den 60er Jahren musste in Teilen Asiens eine gewaltige Hungersnot befürchtet werden, da keine weitere Flächenausdehnung in der Landwirtschaft möglich war und der Bevölkerungsdruck immer größer wurde. Eine der Katastrophe konnte nur durch höhere Erträge abgewendet werden. Die Grüne Revolution bot diese Möglichkeit.

Im Folgenden sollen Maßnahmen und Bedingungen der Umsetzung erläutert werden, und welche begleitenden positiven und negativen Ergebnisse die Revolution mit sich brachte. Exemplarisch dienen die asiatischen Länder Indien, mit dem Cauvery-Delta und Indonesien. Es stellt sich die Frage, wie sich die Grüne Revolution auswirkte und wem sie zugute kam. Außerdem wird ein Augenmerk auf den entstanden Problemen liegen, denn es muss untersucht werden, ob sich Schwierigkeiten in sozialer Hinsicht verschärften und ob darüber hinaus zusätzliche Probleme entstanden.

2. Die Grüne Revolution

Bei dem 1968 geprägten Begriff „Grüne Revolution“ handelt es sich um „einen besonders Mitte der 60er Jahre einsetzenden markanten Durchbruch in der Landwirtschaft von Entwicklungsländern, der vor allem biologisch-technischer Art ist“ (Bohle 1981a: 1). Die Agrartechnologie zeichnet sich durch die „Kombination von hochertragreichem Saatgut, Kunstdünger, Pflanzenschutz, Bewässerung und modernen Bearbeitungsmethoden“ aus, welche zu einer Steigerung der Hektarerträge führt (Bohle 1981a: 1). „Die Grüne Revolution ist [also] eine landsparende Technologie“ (Leisinger 1987: 24).

Des weiteren versteht man unter dem Begriff „Grüne Revolution“ einen weitreichenden landwirtschaftlichen Strukturwandel, zu welchem ein Abbau der Nahrungsmittelknappheit und Unterernährung zählen (Bohle 1981a:1). An dieser Stelle sei die Verhinderung einer befürchteten „Ernährungskrise mit Millionen von Hungertoten“ in Südasien erwähnt (Jahnke 2003: 15). Auch die „allmähliche Lösung der wichtigsten ländlichen Entwicklungsprobleme und eine[...] zunehmende Bedeutung des agraren Sektors für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in der Dritten Welt“, werden der Grünen Revolution zugeschrieben (Bohle 1981a: 1).

2.1 Rahmenbedingungen und Maßnahmen der Grünen Revolution

Ein sehr bedeutender Aspekt war die Intensivierung des Reisanbaus. Hierfür wurde 1961 „mit der Gründung des International Rice Research Institute (IRRI)“ ein wichtiger Grundstein gelegt (Scholz 1998: 532). Die Wissenschaftler des IRRI forschten zunächst an der Züchtung von besonders ertragreichen Sorten. Mit der Sorte „IR 8“, dem sogenannten „Wunderreis“ gelang 1966 der Durchbruch. Mit „IR 8“ konnten die Erträge verdoppelt werden (Scholz 1998: 532). „Überall, wo die Grüne Revolution gezielt gefördert wurde, stieg die Produktionsmenge signifikant an (Leisinger 1987: 18). Die Nachteile der frühen Hochertragssorten lagen in ihrer Abhängigkeit von einer hohen Düngemittelzufuhr, einer kontrollierten Bewässerung und der Zuhilfenahme von Pflanzenschutzmaßnahmen (Leisinger 1987: 32). Die anschließenden Forschungen waren weiterhin an einem hohen Ertrag orientiert, aber sie verfolgten das Ziel „die genannten Abhängigkeiten zu verringern“ (Leisinger 1987: 33). Zusätzlich sollten die neuen Reissorten über eine Resistenz gegen Pflanzenkrankheiten und Schadinsekten, sowie über die Toleranz gegen Stressfaktoren, wie schlechte Böden oder unkontrollierte Bewässerung, verfügen (vgl. Abb. 1) (Leisinger 1987: 33).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Forschungserfolge bei Reis-Saatsorten

Quelle: Leisinger 1987: 35.

Alle Maßnahmen beruhten auf der Grundlage eines Veränderungswillens, der auf politischer Ebene eingeleitet werden musste. Auch andere Faktoren, wie die Qualität und die verfügbare Fläche des Bodens, „das Klima, das sozio-kulturelle Umfeld der Bauern, die Produktivität der eingesetzten Technologie und die vorhandene materielle und immaterielle ländliche Infrastruktur“ spielten für das Gelingen der Grünen Revolution eine bedeutende Rolle (Leisinger 1987: 9). Auch die „Vermittlung von Know-how an die bäuerliche Landbevölkerung“ war für den Erfolg von großer Bedeutung (Leser 132005: 323). Zu diesem Zweck wurden Beratungsdienste in Dörfern eingerichtet (Scholz 2000: 15). Durch unterschiedliche Vorraussetzungen in einzelnen Ländern und Regionen, sind „maßgeschneiderte“ Projekte erforderlich gewesen (Leisinger 1987: 11).

2.2 Positive Aspekte der Grünen Revolution

Die unterschiedlichen Herangehensweisen führten in den einzelnen Gebieten zu positiven Effekten. Nicht nur die doppelten Erträge des „IR 8“ gegenüber des herkömmlichen Reises schwächten die schlimmste Ernährungskrise ab. Auch die Möglichkeit durch kürzere Wachstumsperioden zwei oder sogar drei Ernten im Jahr zu gewinnen, leistete ihren Beitrag. Durch die Forschung konnte zusätzlich die Reaktion auf Mineraldünger verbessert werden. Der Reis wurde nun nicht nur im Längenwachstum gefördert, sondern im Kornertrag. Eine niedrigere Wuchshöhe sorgte für eine erhöhte Standfestigkeit (Scholz 1998: 532). Die neuen Saatsorten waren durch ihre „Resistenz gegen verschiedene Pflanzenkrankheiten und Insektenbefall“ sowie die „Toleranz gegenüber unregelmäßiger Bewässerung und schlechter Böden“ wesentlich robuster als ihre Vorgänger (Leisinger 1987: 4). Eine weitere positive Auswirkung betraf den Beschäftigungseffekt. Es wurden zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen. Dies ist vor allem dem Mehrfachanbau und einer Mehrproduktion zu verdanken. Durch diesen konnte auch die saisonal bedingte Arbeitslosigkeit abgebaut werden. Zusätzlich schuf die Grüne Revolution neue Arbeitsplätze, da die Pflanzen z.B. ein höheres Maß an Pflege benötigen. Durch höhere Produktionsmengen stellten sich „Verknüpfungseffekte in vor- und nachgelagerten Bereichen“ ein (Leisinger 1987: 25). Hierzu gehören unter anderem Weiterverarbeitung und Handel.

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Details

Seiten
15
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640599813
ISBN (Buch)
9783640600304
Dateigröße
820 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v149472
Institution / Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz – Geographisches Institut
Note
1,7
Schlagworte
Maßnahmen der Grünen Revolution Rahmenbedingungen der Grünen Revolution Positive Aspekte der Grünen Revolution Negative Aspekte der Grünen Revolution Umsetzung in Indien Probleme Lösungsansätze Beispiel Cauvery-Delta Grüne Revolution in Indonesien Grüne Revolution in Indien

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Titel: Die Grüne Revolution