Lade Inhalt...

Internetliteratur - Vernetzung als literarische Innovation

Magisterarbeit 2001 107 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Inhalt

Vorwort

1. Die Voraussetzungen der Vernetzung. Der Computer als digitales Schriftmedium
1.1. Die relevanten medientheoretischen Konzeptionen
1.1.1. Die medientheoretische Konzeption von Michael Heim
1.1.2. Die medientheoretische Konzeption von Friedrich Kittler
1.1.3. Die medientheoretische Konzeption von Michael Giesecke
1.2. Die Vernetzung der Texte. Die digitale Schriftlichkeit von Hypertext
1.2.1. Die theoretische Konzeption von Hypertextsystemen
1.2.2. Die technische Konzeption von Hypertextsystemen

2. Die Vernetzung als Kunst. Der fiktionale Hypertext
2.1. Der fiktionale Hypertext in der Theorie
2.1.1. Die Hypertextualität des Palimpsestes
2.1.2. Das Lesen und Schreiben von Hypertext
2.2. Der fiktionale Hypertext in der Praxis
2.2.1. Die „imaginäre Bibliothek“ von Heiko Idensen und Matthias Krohn
2.2.2. Die Abhängigkeit des Hypertexts von der Buchkultur
2.3. Die konzeptionellen Probleme des fiktionalen Hypertexts

3. Die Internetliteratur. Die Entstehung einer Literatur der Vernetzung.
3.1. Literaturwettbewerbe

4. Modell einer Ästhetik der Internetliteratur. Die medieninhärenten Wechselwirkungen

5. Ästhetik und Technik. Literaturprojekte der Semiosphäre
5.1. Theorie
5.2. Multimediale Internetliteratur
5.2.1. Die Kombination aus Text und Bild
5.2.1.1. „Die Aaleskorte der Ölig“ von Dirk Günther und Frank Klötgen
5.2.1.2. „Trost der Bilder“ von Jürgen Daiber und Jochen Metzger
5.2.2. Die Kombination aus Text und Ton
5.2.2.1. „Looppool“ von Bastian Boettcher
5.2.3. Die Projektion sprachlicher Strukturen auf die technische Ebene des Hypertexts
5.2.3.1. „Zeit für die Bombe“ von Susanne Berkenheger
5.2.3.2. „Hilfe“ von Susanne Berkenheger
5.2.4. Schlussfolgerungen
5.3. Computerheuristik als Objekt der Kunst

6. Kommunikation und Technik. Literaturprojekte der Kommunikationssphäre
6.1. Theorie
6.1.1. Psychotechnologie
6.1.2. Kognitive Wechselwirkungen
6.2. Mitschreibeprojekte
6.2.1. Thematisch ungebundene Mitschreibeprojekte
6.2.1.1. „Baal lebt“
6.2.1.2. „Assoziationsblaster“ von Dragan Espenschied und Alvar Freude
6.2.1.3. „Beim Bäcker“
6.2.2. Thematisch gebundene Mitschreibeprojekte
6.2.2.1. „TanGo“ von Martina Kieninger
6.2.2.2. „23:40“ von Guido Grigat
6.2.2.3. „Generationenprojekt” von Jan Ulrich Hasecke
6.2.3. Schlussfolgerungen
6.3. Die Visualisierung der Vernetzung
6.3.1. „IO_lavoro immateriale“
6.3.2. Schlussfolgerungen

7. Kreativität im virtuellen Raum

Bibliographie

Literatur

Projekte der Internetliteratur

englischsprachige Hypertexte

Projekte zur Förderung der Internetliteratur

Vorwort

Das Verhältnis zwischen der Literatur und elektronischen Medien verändert sich ständig. Für die Literaturwissenschaft bleibt es daher dauerhaft von Interesse. Literatur verarbeitet inhaltlich und formal die Auswirkungen der Technisierung. Doch die Form der Literaturvermittlung durch den Buchdruck verändert sich durch die elektronischen Medien kaum. Erst die Verbreitung der Computertechnik scheint nennenswerte Auswirkungen auf die Literaturproduktion selbst zu haben. Schon die Benutzung des Computers als Schreibgerät verändert die Art zu schreiben.[1]

Schrift und Literatur am Computer sind lediglich elektrische Impulse, die nach Belieben manipuliert werden können. Die Schrift kann nicht wie gewohnt auf dem Papier einer Buchseite fixiert werden, sondern bleibt in einem Zustand ständiger Veränderbarkeit. Dadurch ermöglicht die Computertechnik neue Formen des Umgangs mit dem Text. Hyperlinks verknüpfen verschiedene Textsegmente miteinander, die durch multimediale, räumliche und bewegliche Darstellungsformen ergänzt werden. Literarische Projekte werden innerhalb des Internets publiziert, dessen Kommunikationsangebot den Leser über die Gestalt des Werks entscheiden lässt. All dies zeitigt veränderte Bedingungen für die Produktion, die Rezeption und die Form von Texten. Solche Veränderungen sind das Thema dieser Arbeit. Doch fehlt es bisher einem Instrumentarium, das die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Literatur am Computer ermöglicht.

Die Forschung geht zwar auffällig einmütig davon aus, dass die Elektronisierung von Schrift einen Paradigmenwechsel mit sich bringt. Doch bisher wurden die zahlreichen theoretischen Ausführungen nur durch wenige Untersuchungen ergänzt, die sich der literarischen Praxis zuwenden und konkrete Projekte einer Literatur im Internet analysieren.

Ziel des ersten Teils der vorliegenden Arbeit muss es also sein, ein Erklärungsmodell zu entwickeln, das die anschließende Analyse der Internetliteratur ermöglicht. Dieses Modell einer Ästhetik der Internetliteratur vereinfacht und modifiziert die medientheoretische Konzeption Michael Gieseckes und Christiane Heibachs Modell einer Ästhetik des Digitalen. Damit bleibt das Modell zwar hinter den Ansprüchen der Medientheorie zurück, ermöglicht aber eine Betrachtung der Projekte der Internetliteratur, die den zweiten Teil dieser Arbeit ausmacht.

Grundsätzliche methodische Probleme bleiben bestehen, doch verdeutlicht das Modell immerhin deren Relevanz für die Analyse der literarischen Praxis, welche die Flüchtigkeit und Veränderlichkeit ihres Mediums konzeptionell aufgegriffen. So versteht sich manches Projekt der Internetliteratur als ständiger Schreibprozess. Mit der Einstellung der kreativen Arbeit ist der Kunstgegenstand des Literaturprojekts nicht fertiggestellt, sondern verschwunden. Auf diese Weise verweigert sich die Internetliteratur einer Analyse, die zu einem eindeutigen und abschließenden Ergebnis kommen möchte. Wenn statt des Texts der bloße Prozess des Schreibens zum Gegenstand der Literatur wird, lässt sie sich durch eine Textanalyse nur noch unzureichend charakterisieren.

Der vorliegende Versuch einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Internetliteratur bleibt daher selbst ein unvollendetes Projekt. Das Modell einer Ästhetik der digitalen Literatur muss ausgebaut werden und bedarf dringend einer fundierteren medientheoretischen Untermauerung. Maßstäbe des abgeschlossenen Werks und der stilistisch elaborierten Formulierung können nicht an Texte im Internet angelegt werden, bei denen sich teils nicht einmal die Autorenschaft feststellen lässt. Die Literaturwissenschaft ist also aufgefordert, einen Begriff der Ästhetik zu entwickeln, der dem Prozessualen und der Interaktion von Literatur im Internet gerecht wird.

„Die monomediale, technisierte und interaktionsfreie Kommunikation, die Grundlage des typographischen Zeitalters und noch immer der gängigen Kommunikations- und Literaturtheorien ist, liefert kein Paradigma für unsere Zeit, in der es um die Gestaltung des Zusammenwirkens verschiedener Medien und um eine Verbesserung der Rückkopplung geht.“[2]

Wenn sich die Literaturwissenschaft einer Beschäftigung mit dem Internet zuwendet, wird sie Aspekte der Medien-, Kommunikationswissenschaft und Gesellschaftswissenschaft integrieren. Ihr Wirkungsbereich erweitert sich damit auf den einer Kulturwissenschaft, deren Relevanz sich über Kulturelles wie Soziales erstreckt. In all ihrer Unzulänglichkeit versteht sich die vorliegende Arbeit als eine Anregung, dieses Projekt der Literaturwissenschaft auch bezüglich der Internetliteratur voranzutreiben.

1. Die Voraussetzungen der Vernetzung. Der Computer als digitales Schriftmedium

Der Computer ist das Gerät der elektronischen Datenverarbeitung. Er ist eine Maschine, die Informationen verarbeitet. Allein hierdurch wird schon ein grundlegendes, theoretisches Problem aufgeworfen, das sich wohl am einfachsten anhand traditioneller Technik verdeutlichen lässt: Sind die Erhebungen auf der Walze einer Drehorgel die Zeichen einer Schrift, deren Bedeutung dem Musikstück gleichkommt, oder sind sie lediglich Bestandteile der Mechanik des Geräts, das die Musik ertönen lässt? Beide Betrachtungsweisen sind berechtigt und richtig. Signifikant und Signifikat scheinen am Computer eins zu werden.

Zu einem technischen Medium wird der Computer dadurch, dass ein Computerprogramm Prozesse definiert, die durch den materiellen Rechner ausgeführt werden. Die Computerprogramme formalisieren Wege, bestimmte Aufgaben oder Probleme zu lösen. Diese Formalisierung durch das Programmieren erfüllt laut Krämer „die Bedingung des schriftlichen Symbolgebrauches, die Bedingung des schematischen Symbolgebrauches und die Bedingung des interpretationsfreien Symbolgebrauches“[3].

Tatsächlich steht die Schriftlichkeit des Computerprogramms für Schemata, für wiederholt abzuwickelnde Rechnerprozesse. Bedeutung erhält der Programmcode erst in dem Ausführen dieser Prozesse. Das Ausführen eines Prozesses ist als Tatbestand per se eindeutig. In dem Ausführen der Rechnerprozesse kann der Programmcode also nur eine einzige Bedeutung erhalten. Die Symbole des Programmcodes lassen keine Interpretationsfreiheit. Für das Ausführen des Programms muss der Programmcode digital, also in Form von 0/1-Informationen vorliegen. Das Digitalspeichern macht die Information zu einem physischen Zustand. Beim Magnetspeicher sind das die beiden remanenten Zustände bistabiler magnetischer Elemente. Spätestens hier ist eine vom Zeichen selbst unterschiedene Bedeutungsebene des Zeichens wohl kaum mehr auszumachen. Die symbolische Qualität der Programmiersprache geht in der Physis, also dem Erfahrbaren auf; sie diente nur dem Verstehen des menschlichen Programmierers.

Die Materialisierung von Informationen zeigt, dass hier Annahmen der Informationstheorie Claude Shannons wirksam sind.[4] Shannon versteht die Entropie als Maß für den Informationsgehalt.[5] Dies lässt sich ähnlich wie in der Physik der Thermodynamik als mathematische Formel ausdrücken. Die Entropie in der Informationstheorie erlaubt eine mathematische Aussage über die Wahrscheinlichkeit und Häufigkeit der möglichen Zustände von übermittelten Nachrichten.[6] So wird der Informationsgehalt einer bestimmten Nachricht vergleichbar, mithin messbar. Viele Medientheorien greifen direkt auf den Informationsbegriff Shannons zurück, so zum Beispiel das Modell Vilém Flussers[7] oder die konstruktivistischen Medientheorien[8].

Die Schriftlichkeit des objektorientierten Programmierens kann man demnach als ein reines, also immaterielles System von Symbolen verstehen, bei dem die Beschreibung mit ihrem Objekt zusammenfällt.[9] Das Computerprogramm führt Prozesse rekursiv aus, die der Programmcode schematisch beschreibt. Dies kann jedoch mit jeweils anderen Variablen geschehen, so dass die Rechnerprozesse immer neue Ergebnisse hervorbringen.[10] Am Computer sind also Texte möglich, die von dem Programm verändert werden.[11] Das Transformieren zu immer neuen digitalen Texten kennzeichnet einen qualitativen Unterschied zu der Reproduktion von identischem Text durch den Buchdruck, zu den Publikationsformen analoger Medien.

Die Digitalisierung verändert die Materialität und den Charakter der Schrift. Die neue Qualität des Speicherns hält den Text nicht unmittelbar, sondern bitcodiert und nur vorläufig fest.[12] Sie lässt keinen direkten Zugriff auf die alphanumerische Form des Textes zu, sondern macht Programme notwendig, die diese zur Darstellung und Bearbeitung des Textes immer wieder neu herstellen. Ebenso ist das Schreiben per Fingerdruck auf der Tastatur mittelbarer. Die Darstellung auf dem Bildschirm hält den Text in dem Zustand des Vorläufigen. Sie ermöglicht immer neue Veränderungen, die keine Spuren hinterlassen. Als unveränderbare und damit endgültige, verbindliche Form kann der Text nicht mehr dargestellt werden.

Die Veränderlichkeit veräußert die Beherrschung der Sprache an die Technik. André Leroi Gourhan umschreibt dies mit dem Begriff „extériorisation“, der sich auf das Entwickeln von Werkzeugen, aber auch von Sprache und Symbolen bezieht. Gemeint ist ein Auslagern der inneren, kognitiven Fähigkeiten in den Raum des Sozialen.[13] Mit seiner digitalen Immaterialität erhält der Text eine Art von Exteriorität, die ihn dem Zugriff und der Kontrollierbarkeit weiter entzieht, als es die Entfremdung vom Text durch den frühneuzeitlichen Buchdruck vermochte.[14]

Die Schnittstellen, welche die Rechnerprozesse darstellen und für den Anwender steuerbar machen, ermöglichen eine ästhetische Visualisierung, zum Beispiel durch graphische Benutzeroberflächen. Dabei wird der Computer durch das Implementieren von Multimedialem zu einem für die Kunst geeigneten Medium. Text, Ton, Bild und Film können mit Hilfe des Computers hergestellt, dargestellt und zusammengeführt werden. Der Computer entwickelt sich damit zu einem „inklusiven Medium“, das „die Leistungen anderer Medien mit einschließen oder bündeln“[15] kann. Die Vernetzung von Computern ermöglicht zusätzlich eine Kommunikation, die Raum- und Zeitdifferenzen zu relativieren scheint.

Der Umgang mit Computern ist außer durch den technischen, auch durch einen ästhetischen und einen kommunikativen Aspekt geprägt. Die durch eine „ovidianische Digitalisierung“[16] grundlegend geänderten Bedingungen für die Darstellung und Klassifizierung von Text haben Auswirkungen auf den Umgang mit Sprache.[17] „Ovidianisch“ steht hier für eine ständige Metamorphose, der das elektronische Wort unterliegt. Neben das Interesse an der statischen Repräsentation des Textes tritt unter solchen Bedingungen das Interesse an dem Prozess, der Sprache hervorbringt.[18]

Die Konsequenzen daraus werden verschieden bewertet. Für Friedrich Kittler resultiert hieraus eine Fokussierung auf die Materialität der Medien. Michael Heim versteht die Digitalisierung als Veränderung ontologischer Bedingungen, des „In-der-Welt-Seins“. Dagegen betont Michael Giesecke bei seiner Analyse der Sprach- und Wahrnehmungstransformation die epistemologische Perspektive.

1.1. Die relevanten medientheoretischen Konzeptionen

1.1.1. Die medientheoretische Konzeption von Michael Heim

Für Michael Heim hat das Schreibsystem der Digitalisierung insofern eine ontologische Basis, als sie die Frage nach der Wahrnehmung von Realität aufwirft. Heim orientiert sich hier an der Technikkritik Heideggers. Die Hardware des Mediums ist weniger als bloße technische Tatsache aufzufassen, sondern eher als die von Menschen geschaffene Technologie und Kulturtechnik. Anhand der Technologie lässt sich die Beziehung der Menschen zu der Sprache, mithin die Beziehung zu dem Wirklichen aufzeigen. Heim konzipiert hierzu ein Modell der „psychischen Rahmen“, in denen die Intimität zwischen dem Denken und seinen Gegenständen erzeugt wird. Diese Intimität bezeichnet das „In-der-Welt-Sein“:[19] „The meaning of symbols is affected by the horizon of significance in which they appear.“[20] Heim teilt nicht Heideggers Pessimismus bezüglich des Beherrschens von Sprache und damit auch von Menschlichem durch Technik. Doch seine Analyse kommt durchaus zu Ergebnissen, die in eine ähnliche Richtung weisen: Bücher gehörten zu einem psychischen Rahmen des Festhaltens, Manifestierens von Ideen. Dieses Fixieren ist durch die permanent änderbare, mutable Schrift auf dem Computerbildschirm nicht mehr möglich.[21] Die neue Flüchtigkeit der schriftlichen Sprache, die materielle Umsetzung der Derridaschen Différance, bedeutet einen Kontrollverlust des schreibenden Menschen, dessen Ideen nun nicht mehr endgültig festgehalten werden.

Doch gerade dieses Zersplittern der Wirklichkeit bewirkt eine Sehnsucht nach Ganzheitlichem. Aus dem Fragmentarischen werden neue virtuelle Realitäten gebildet.[22] Da die virtuelle Welt alle Sinne des Menschen, also das Erleben integriert, kann diese als „ontologisches Medium“ gelten, welches sein Verhältnis zu den Dingen reflektiert.[23] Auf diese Art und Weise erweitert sich der „psychische Rahmen“ um den „virtuellen Realismus“, um ein neues Verhältnis zu der Welt.[24] Eine Selbstreferentialität des digitalen Mediums, die keinen Inhalt, nur den Prozess kennt, ergibt sich daraus für Heim jedoch nicht. Heim versucht, den Computer in seiner reinen Funktionalität zu erfassen, die den psychischen Rahmen um Neues erweitert und für eine neue Ontologie nutzbar wird. Somit gründet Heims Analyse letztlich doch auf einer Dualität von Realität und Idee. Die Konstruktion der Realität durch das Medium wird dabei also nicht betrachtet.

1.1.2. Die medientheoretische Konzeption von Friedrich Kittler

Friedrich Kittler versucht, die Entlarvung des hermeneutischen Sinnidealismus durch die Schriftphilosophie des Poststrukturalismus fortzusetzen, indem er die Medien auf ihre Materialität zurückführt. Kittler sieht das Wesen der Sprache in ihren Medien, ähnlich wie Shannon die Informationen als Problem ihrer Übertragung ausmachte. McLuhans Diktum „das Medium ist die Botschaft“ wird dabei als Erklärungsmodell für Diskurspraktiken gebraucht. Die im Programmcode formalisierten Schemata von Prozessen beim digitalen Schreiben sind nach Kittler auf die Elektronik zurückzuführen. Damit gilt die Software als Funktion der Hardware.[25] Es ist nicht mehr die Software, die der Hardware Anweisungen gibt, stattdessen diktiert das technisch Machbare die Ausformung des Mediums. Das Technische definiert das Begriffliche: „Was Mensch heißt, bestimmen keine Attribute, die Philosophen den Leuten zur Selbstverständigung bei- oder nahelegen, sondern technische Standards.“[26] In der Epoche der elektronischen Medien übt also das technisch Ausführbare einen normierenden Zwang aus. Erst auf Basis dieser Normierung und Gleichschaltung sichern sich die Medien ihre Funktion.[27]

Die Computertechnik verwirklicht laut Kittler eine Gleichschaltung erstens durch die Imperative des Programmcodes, zweitens durch die Reduktion der symbolischen Systeme auf die 0/1-Differenz. Die Technik gilt bei Kittler nicht als Folge der sozialen Entwicklung, sondern als deren Ursache. Latente Denkstrukturen können also anhand der Technik nicht mehr aufgedeckt werden, weil sie von der Technik selbst hervorgebracht wurden. Für Kittler kehrt sich Foucaults archäologischer Ansatz um, er versteht die Technik als strukturprägend. Eine solche Betrachtungsweise erfasst aber nicht alle Aspekte der Technikentwicklung. Durch ein komplexes Zusammenspiel, eine Rückkopplung zwischen Maschine und Mensch wird Information am Computer nämlich nicht nur übertragen, sondern auch produziert. Der Einfluss des Menschen auf die Technik, also das was der Mensch in die Wechselwirkung mit der Technik einbringt, entzieht sich Kittlers Beobachtung. Hierzu bemerkt Heibach, dass sich für Kittler das Subjekt in dem technischen Prozess auflöse, der alles kontrolliert.[28]

1.1.3. Die medientheoretische Konzeption von Michael Giesecke

Die Analyse Michael Gieseckes ist indessen eher an der Systemtheorie ausgerichtet. Den Beginn der Medienkultur erkennt er wie Elizabeth L. Eisenstein in der Entwicklung des Buchdrucks.[29] Über die Bedeutsamkeit, die schon der Entwicklung von Handschriftlichkeit zukommt, existieren maßgebliche Arbeiten einiger Schüler Marshall McLuhans.[30] Jens Brockmeier erklärt Schriftlichkeit dagegen weniger anhand ihrer historischen Entwicklung, sondern eher als Systeme menschlichen Bewußtseins, die innerhalb des psychischen Rahmens wirken.[31] Giesecke hebt die Widersprüche zwischen beiden Vorgehensweisen auf, indem er die Bedingungen der Frühneuzeit als „äußerst differenziertes, selbstregulierendes, komplexes und dynamisches, informationsverarbeitendes System“[32] versteht: Der kommerzielle Buchdruck habe eine „Operationalisierung der Wahrnehmung der Umwelt“[33] mit sich gebracht. Die abgedruckte Wahrnehmung musste für das wachsende Lesepublikum nachvollziehbar sein. So wie es schon McLuhan feststellt, ändert der Buchdruck auch nach Giesecke das gesellschaftliche und das psychische System.[34]

Giesecke wendet Termini der Systemtheorie auf die Umwälzungen durch die frühe Druckkultur an.[35] Dieses Vorgehen mag nicht ganz unproblematisch sein, es offenbart aber erstaunliche Parallelen der frühen Druckkultur zu den Funktionen des neuen digitalen Schrifttums. Ähnliche Züge tragen insbesondere die normierenden Mechanismen, durch welche die Wahrnehmung der Rezipienten auf das jeweilige Medium eingestellt werden.[36] Dies darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die eigentliche Aneignung eines Modus für die Rezeption neuer Massenmedien auf verschiedene Weise wirkt. Während die Buchkultur den allgemein verbindlichen, statischen Rezeptionsmodus mit sich bringt, fordert nach Georg Jäger das Medium Computer von dem Rezipient, die Wahrnehmung auf ständige Veränderungen umzustellen, den festen Standpunkt der Rezeption zu verlassen.[37]

Giesecke legt seiner Betrachtung der Systeme von Buch- und Computerkultur ein Modell der Transformation gesellschaftlicher Systeme zugrunde.[38] Innovationen sind demnach zunächst von den älteren Systemen abhängig. Diese Abhängigkeit kehrt sich um, Erklärungsmodelle des neuen Systems werden auf das alte angewandt. Die alten Modi der Wahrnehmung verlieren schließlich ihre Relevanz für das innovative System, das hierdurch autonom wird. Ähnlich wie in McLuhans Akkumulationstheorie löst hier das neue System keine alten Systeme ab, sondern okkupiert oder integriert diese lediglich.[39] Für die Gegenwart der Digitalkultur stellt Giesecke noch die Abhängigkeit von dem älteren System der Buchkultur fest:

„Über den Buchdruck hinausgehende bleibende Bedeutung werden die Medien dort erlangen, wo sie völlig andersartige Informationssysteme aufbauen: nicht ... rationales Denken substituieren ... und auch keine sprachliche Darstellungsform wählen.“[40]

Es steht natürlich außer Frage, dass das neue Medium eigene Darstellungsformen entwickeln muss, um sich zu etablieren. Tatsächlich werden noch die Erklärungsmodelle des älteren Systems auf die digitalen Medien angewandt. Jedoch darf bezweifelt werden, ob – wie Giesecke meint – die Ablösung von dieser Abhängigkeit den Verlust von Sprache in dem neuen Medium bedeutet. Im Folgenden wird sich zeigen, wie wichtig Schrift und Sprache für das Medium Computer bleiben.

1.2. Die Vernetzung der Texte. Die digitale Schriftlichkeit von Hypertext

1.2.1. Die theoretische Konzeption von Hypertextsystemen

Die theoretische Konzeption von Hypertext lässt sich auf Vannevar Bushs Entwurf „Memex“ (Memory Extender) zurückführen.[41] Bush projektierte eine Bibliothek von Mikrofilmen, deren Bestandteile assoziativ indexiert und miteinander verknüpft sein sollten. Den beliebig zahlreichen Verknüpfungen, Zusammenhängen folgend, bahnt sich der Benutzer genau denjenigen Weg durch das Archivmaterial, der seinem Bedarf entspricht.[42]

Bushs Memex-Konzept wurde zu Beginn der 1960er Jahre von Ted Nelson auf die neue Computertechnik übertragen. Der Begriff „Hypertext“ für das nicht-lineare Verknüpfen von digitalen Texten stammt von Nelson.[43] Sein Hypertext-Archiv „Xanadu“ basiert auf einem frei zugänglichen, universalen „Docuverse“, das alle jemals produzierten Medieninhalte aufnimmt. Der Anwender ist gehalten, die Dokumente durch eigene assoziative Verknüpfungen, sogenannte „Hyperlinks“, zu verbinden, sie zu kommentieren und zu zitieren.[44]

Das Konzept von „Xanadu“ setzt voraus, dass jedes vorhandene Textdokument direkt oder indirekt auf andere, ältere Texte Bezug nimmt und daher sinnvoll mit diesen verknüpft werden kann. Durch die Betrachtung der Verknüpfungen offenbaren sich in dem „Docuverse“ die Strukturen dieser Intertextualität. Für Nelson ist sie das grundlegende Kennzeichen von Literatur.[45] Die Texte nach den eigenen Vorstellungen zusammenzustellen und zu verknüpfen, ermöglicht nach Nelson neue, ureigene Deutungen und emanzipiert damit den Leser von den Autoren. Gegenüber dem Werk nimmt der Rezipient eine ähnlich kreative Funktion ein wie dessen Schöpfer. Das Lineare des Texts wird hier durch den Leser um die assoziativen Verknüpfungen, das assoziative Denken bereichert.[46] Weder in der Informatik noch in der Literaturwissenschaft fanden die Thesen von Nelsons „Dream Machines“ Anklang. Erst nach 20 Jahren konnte er sein Projekt „Xanadu“ im kleinen Maßstab als kostenpflichtigen Dienst verwirklichen.[47]

1.2.2. Die technische Konzeption von Hypertextsystemen

Gleichzeitig mit den theoretischen Entwürfen von Hypertextkonzepten entstanden die technischen Möglichkeiten zu deren Verwirklichung. Im Rahmen seines „Augment project“ versuchte Douglas Engelbart, menschliche Fertigkeiten durch ein Computersystem zu fördern. In sein „oN-Line-System“ (NLS) wurden die Aufzeichnungen assoziierter Wissenschaftler aufgenommen. Alle Beteiligten hatten Zugriff auf die Dokumente, konnten sie beliebig um Verweise auf eigene Kommentare ergänzen.[48] Engelbarts Vorstellung von Vernetzung beinhaltete die Übermittlung von digitalen Briefen zwischen den Terminals der Computernutzer.[49] Ein erstes leistungsfähiges System entstand 1968 mit Andries van Dams „FRESS“ (File Retrieval and Editing System), dem Nachfolger seines „Hypertext Editing System“ aus dem Vorjahr. Die Hypertextmaschinen von Dam ermöglichten dem Leser das Wechseln zwischen den Texten, die durch Links miteinander verknüpften waren.[50]

Der Erfolg des Personal Computers brachte 1986 eine erste Hypertextmaschine mit sich, die nicht mehr auf Großrechnern ausgeführt werden musste. Die „Hypercard“ der Firma Macintosh ist Bestandteil eines Systems digitaler Karteikarten, zwischen denen Verknüpfungen möglich sind. Durch verschiedene Arten von Links konnten dagegen mit IBMs „NoteCards“ die Textstellen selbst verbunden werden.[51]

Tim Berners-Lee unterbreitete 1989 Anregungen zu einer Verknüpfung von Dokumenten im Europäischen Kernforschungszentrums „CERN“ (Conseil Européen pour la Recherche Nucléaire). Diese Vernetzung basiert auf Links innerhalb von Hypertexten, die in einem von der Plattform des Rechners unabhängigen Format vorliegen sollten.[52] Dies verlangt nach einer Programmiersprache, welche einzelne Textobjekte des Hypertextes etikettieren kann. Mit „HTML“ (Hypertext Markup Language) kann die Hierarchie und Struktur des Textes unabhängig von der Art des jeweiligen Computersystems dargestellt werden. In das Internet wurde diese Hypertextkonzeption unter dem Namen „World Wide Web“ implementiert. 1992 kam mit dem Browser „Mosaic“ eine erste Software auf den Markt, die HTML graphisch anzeigte und das Einbinden von Bilddateien unterstützte. Außer HTML-Systemen wurden andere multimediafähige Hypertextkonzepte verwirklicht. Bei Systemen, die dem Benutzer mehr Möglichkeiten zu einer Interaktion bieten, wird oft von „Hypermedia“ gesprochen. Ein klarer qualitativer Unterschied zwischen „Hypermedia“ und „Multimedia“ lässt sich jedoch nicht ausmachen. Daher wird hier in den folgenden Kapiteln ausschließlich der gängigere Terminus „Multimedia“ verwendet.

Ausgereifte Multimediasysteme dienen zum fortgeschrittenen Informationsmanagement, indem sie Dokumente je nach Bedarf gemäß verschiedener Kriterien dynamisch strukturieren. Diese Art von Flexibilität kann durch verlinkte HTML-Dokumente im „World Wide Web“ nicht erreicht werden.[53] Zwar kann auch HTML die Verknüpfungen und Links nach ihren Funktion differenziert beschreiben, doch diese Informationen können von den Browsern noch nicht angezeigt werden. Der Anwender kann keine eigenen Verknüpfungen vornehmen. Das dezentrale, global zugängliche „World Wide Web“ avanciert zu einem populären Medium für Publikationen, dessen Informationen aber gerade wegen seiner dezentralen Strukturen nicht organisiert werden können. Diese Unterschiede zu lokalen oder zentral kontrollierten Hypermedia- und Hypertextsystemen werden oft als maßgebliche Einwände gegen das „World Wide Web“ angeführt, so zum Beispiel von Ted Nelson und George P. Landow.[54]

Die Masse der Darbietungsformen, die Vorläufigkeit der Information und das Dezentrale der Vernetzung bestimmen die Funktion des „World Wide Web“ anders als die der Hypermediasysteme. Es ist weniger eine detailliert konzipierte, strukturierte Informationsmaschine, sondern eher ein mediales Phänomen.

Der Begriff „Hypertext“ schließt für Computertechniker meist auch das Programm der Hypertextmaschine ein, in den Literaturwissenschaften wird der Terminus oft nur für die dem Hypertext eigene Methode der Organisation von Text benutzt.[55] Trotz aller Unterschiede zwischen Hypertextsystemen bleibt eine Gemeinsamkeit, die den Begriff „Hypertext“ für die Beschäftigung mit seinen Auswirkungen auf das Literarische definieren mag: die Verknüpfung zwischen Texten oder den einzelnen Teilen eines Texts.

„Die Grundidee von Hypertext besteht darin, dass informationelle Einheiten, in denen Objekte oder Vorgänge des einschlägigen Weltausschnittes auf textuelle, graphische oder audiovisuelle Weise dargestellt werden, flexibel über Verknüpfungen manipuliert werden können.“[56]

2. Die Vernetzung als Kunst.
Der fiktionale Hypertext

2.1. Der fiktionale Hypertext in der Theorie

Recht bald nach der Entwicklung erster Hypertextsysteme begann man, die Möglichkeiten einer künstlerischen Verwendung von multimedialem Hypertext zu erkunden. Mit „Afternoon, a story“ schuf der Hochschullehrer Michael Joyce 1987 eine erste „Hyperfiction“, einen fiktionalen Text mit den Strukturen eines Hypertexts. Zusammen mit der Veröffentlichung von „Afternoon, a story“ auf Diskette initiierte Michael Joyce eine Theorie des belletristischen Hypertextes. Die bedeutendsten Theoretiker sind George P. Landow, Jay David Bolter und Stuart Moulthrop. Gemeinsam mit Michael Joyce vertreten alle die Ansicht, fiktionaler Hypertext sei literarische Avantgarde, die Linearität in der Narration werde hier überwunden. Hypertext erreiche das Ziel der literarischen Moderne, dem Leser eine kreativere Rolle einzuräumen und die Konventionen der Buchkultur zu überwinden. Um diese These zu untermauern, legt die Hypertexttheorie Beispiele für Hypertextuelles in der gedruckten Literatur vor.[57] Stuart Moulthrop erstellte aus „Garten der Pfade, die sich verzweigen“ von Jorges Luis Borges einen Hypertext, um darin hypertextuellen Strukturen nachzuweisen. Dabei entspricht der Text Borges` eher in seiner inhaltlichen Dimension den Vorstellungen der Hypertexttheorie: Borges` Erzählung kreist mit ihrer Parabel der potentiell möglichen Handlungsabläufe eines nie vollendeten Buches um das Problem der Entscheidung für denkbare Verhaltensweisen mit jeweils verschiedenen, unabsehbaren Folgen. Dagegen wird bei der Beschäftigung mit James Joyce gerne die Schreibweise hervorgehoben, welche lineares Erzählen durchbricht.[58]

Als weitere Beispiele für Hypertextuelles in der gedruckten Literatur werden Werke der OuLiPo-Gruppe, einer „Werkstatt für potentielle Literatur“, in der sich Schriftsteller und Mathematiker seit 1960 mit sprachlichen Experimenten befassten.[59] Die Analyse der Texte Raymond Queneaus und Julio Cortázars scheint für die Hypertextheorie besonders fruchtbar zu sein. In seinem Gedichtband „Cent mille milliards de poèmes“ zerlegt Raymond Queneau Sonette in kleine Einzelteile; der Leser ist angehalten, diese nach Belieben zusammenzusetzen. Julio Cortázars „Rayuela“ besteht aus einer Anzahl von Textteilen, die durch Nummern zum Weiterlesen an anderen Stellen auffordern.

Nach Auffassung der Hypertexttheorie werden mit elektronischen Hypertextmedien derartige Versuche vorangetrieben, den Leser am Strukturieren des Textes zu beteiligen und sich dem Drängen des Mediums Buch auf mehr oder minder lineare Texte zu entziehen.[60] Dies wird wiederum in eine Beziehung zu dem Poststrukturalismus gesetzt, also in erster Linie zu der Texttheorie Derridas und Roland Barthes` Theorie des Lesens.[61] Damit erschließen sich die Hypertexttheorien die literaturtheoretischen Dimensionen der Funktion des Autors, der Rolle des Lesers, der Intertextualität und Struktur des Textes. Der Begriff „Hypertext“ steht nun nicht mehr bloß für digitale Texte mit Verweisstrukturen, sondern allgemein für Verweisstrukturen in der Literatur.

Diese Art der Begriffserweiterung um eine Adaption des literaturtheoretischen Terminus „Hypertext“ fordert die Kritik geradezu heraus, denn implizit postuliert hierdurch die Hypertexttheorie, die semantischen und stilistischen Verweisstrukturen der modernen Literatur seien durch den digitalen Hypertext besser zu verwirklichen.[62] Die Kritik Aarseth beispielsweise spricht jedoch den digitalen Hypertexten jede ästhetisch relevante Intertextualiät ab.[63]

2.1.1. Die Hypertextualität des Palimpsestes

In gewisser Weise stellt sich die Hypertexttheorie also durch ihre Begriffsbildung in der Tradition der „Palimpsestes. La littérature au second degré“[64], einer berühmt gewordenen literaturwissenschaftlichen Abhandlung von Gérard Genette. In dieser Schrift prägt Genette den literaturtheoretischen Terminus „Hypertext“, nachdem er sich während der siebziger Jahre mit Arbeiten in dem Bereich der strukturalen Erzähltheorie hervorgetan hatte.

Mit „Palimpsestes“ belebt Genette die Diskussion über Intertextualität, die in den sechziger Jahren von der Semiotikerin J. Kristeva und der Literaturkritik angestoßen worden war.[65] Ein Palimpsest ist eine üblicherweise aus Sparsamkeit wiederverwendete Handschrift, deren ursprünglicher Text zwar gelöscht ist, aber erkennbar bleibt. Dies dient Genette als Metapher für eine „Transtextualität“, womit bei ihm die Intertextualität gemeint ist. Genette differenziert zwischen fünf Kategorien der „Transtextualität:[66]

1. Paratextualität, also zum Beispiel Titel, Anmerkungen und Vorwort eines Texts
2. Architextualität entspricht der Gattung, der Erzählweise, der Art des Diskurses in dem Text
3. Metatextualität meint die Kritik an dem Text, die Kommentierung
4. Intertextualität umschreibt die Gegenwart anderer Texte in der Literatur
5. Hypertextualität meint eine Beziehung zwischen mehreren Texten

Das eigentliche Thema von „Palimpsestes“ ist die Hypertextualität, bei der ein Hypertext vor dem Hintergrund eines Hypotexts verfasst wird. Fundamentale Typen von Hypertextualität sind Imitation und Transformation. Genette führt als Beispiel hierfür Vergils „Aeneis“ und Joyces „Ulysses“ an. Der Hypotext „Aeneis“ werde von Vergils Hypertext „Aeneis“ imitiert, er erzählt Anderes in einer gleichen Weise. Die „Odyssee“ werde dagegen in Joyces Hypertext „Ulysses“ transformiert, er erzählt Gleiches anders. Imitation und Transformation können ernst, satirisch oder spielerisch sein. Die dem entsprechenden drei Arten der Transformation sind das Transponieren, die Parodie und die Travestie. Die Fälschung, die Karikatur und das Pastiche sind die drei Arten der Imitation. Innerhalb dieses Rasters weist Genette hypertextuelle Bezüge von der Antike bis in die Gegenwart nach. Dazu beschäftigt er sich mit so verschiedenen Autoren wie Homer, Sophokles, Scarron, Racine, Rimbaud und Cervantes. Genette referiert über die Autoren des Oulipo, über Stendhal und dessen Rezeption durch Balzac, er analysiert die Querverweise in Zolas Oeuvre und bei Queneau. Genette geht also eher systematisch, nicht diachronisch vor. Nur so kann sein Konzept der Intertextualität ein neues Licht auf das Werk der verschiedenen Autoren werfen.[67]

2.1.2. Das Lesen und Schreiben von Hypertext

So fragwürdig es auch sein mag, wenn die Hypertexttheorie kurzerhand Genettes literaturtheoretischen Begriff „Hypertext“ auf den digitalen Hypertext anwendet, eines muss doch eingestanden werden: Die Struktur des Textes entwickelt sich von dem Sequentiellen zu dem Multilinearen.[68] Hypertexte bringen eine Zersplitterung zu kleinen Textstücken mit sich, für die Landow den Terminus „lexias“ prägt.[69] Durch Links könne lexias miteinander verknüpft werden.

Dadurch, dass der Leser die Wahl zwischen verschiedenen Links hat, eröffnen sich ihm unterschiedliche Möglichkeiten, der Struktur des Textes zu folgen. Mithin ist diese Textstruktur nicht mehr statisch festgelegt, sondern offen für eine Anzahl von Lesarten, die den möglichen Kombinationen von „lexias“ entspricht. Da der Leser durch die Wahl einer aus mehreren Verknüpfungen nur einen Teil der denkbaren Kombinationen erstellt, erschwert Hypertext eine geschlossene Narration.[70] Der Autor müsste diese nicht nur für die Gesamtheit des Hypertextes, sondern auch für jede einzelne, denkbare Kombination von Textteilen herstellen. Zudem widersetzen sich die durch gleichartige Links verknüpften Textteile einer Hierarchisierung. Durch all das kommt dem Leser eine neue Rolle zu, seine Freiheit in der Sinnkonstruktion übersteigt diejenige beim Lesen von linear fortschreitendem Text.

Die veränderte Rolle des Lesers hat Auswirkungen auf die Funktion des Schreibenden. Der Autor tritt weite Teile seiner Verfügungsgewalt über das Strukturieren, mithin das Verstehen des Textes an den kreativen Leser ab,[71] was Landow zu der Schaffung eines neuen Terminus „wreader“ aus „writer“ und „reader“ ermutigt.[72]

Links bieten die Möglichkeit, Texte außerhalb des eigentlichen Werkes einzubeziehen. Damit expliziert schon der Hypertext selbst seine Einreihung in den intertextuellen Kontext. Stark abstrahiert deutet dies in die Richtung eines beginnenden Zerfalls der Funktion des Autors als Erschaffer von Genuinem, ähnlich wie bei Foucaults Konzeption einer „Ästhetik der Existenz“[73]. Gegenstand der Ästhetik ist hier nicht mehr das Kunstobjekt, sondern ein Schaffensprozess, bei dem Rezipient und Produzent in ähnlicher Weise eins werden, wie es das Hypertextkonzept projektiert.

Links erlauben die Verbindung ungleicher Textarten. Damit entsteht ein Anreiz, Texte ganz verschiedener Autoren zu verknüpfen. So kann etwa Fiktionales mit „Nonfiction“ enger miteinander verquickt werden als in der Buchkultur üblich, wo Belletristik und „Nonfiction“ meist sogar physisch klar voneinander separiert werden. Auch hierdurch versucht sich Hypertext, den gewohnten ästhetischen Kategorien zu entziehen und die Rolle des Autors neu zu definieren.[74] Doch zumindest bisher werden Hypertexte in der Praxis all diesen Vorsätzen kaum gerecht.

[...]


[1] Vgl. Kittler, Friedrich: „Aufschreibesysteme 1800-1900“ 3. vollst. überarb. Aufl., München 1995

[2] Giesecke, Michael: „Literatur als Produkt und Medium kultureller Informationsverarbeitung und Kommunikation.“ In: Huber, M. / Lauer, G. (Hg.): Nach der Sozialgeschichte. Konzepte für eine Literaturwissenschaft zwischen Historischer Anthropologie, Kulturgeschichte und Medientheorie. Tübingen 2000, S. 361

[3] Krämer, Sybille: „Symbolische Maschinen. Die Idee der Formalisierung in geschichtlichem Abriß“ Darmstadt 1988, S. 1

[4] Vgl. Shannon, Claude / Weaver, Warren: „Mathematische Grundlagen der Informationstheorie“ München 1976 (orig.: 1949)

[5] Vgl. Mathar, Rudolf: „Informationstheorie. Diskrete Modelle und Verfahren“ Stuttgart 1996, S. 9

[6] Vgl. Eigen, Manfred / Winkler, Ruthild: „Das Spiel. Naturgesetze steuern den Zufall“ München 1990, S. 167

[7] Vgl. Flusser, Vilém: „Digitaler Schein“ In: Ders.: Schriften Bd. 1, Mannheim 1995, S. 290 ff.

[8] Vgl. Schmidt, Siegfried J.: „Kognitive Autonomie und soziale Orientierung. Konstruktivistische Bemerkungen zum Zusammenhang von Kognition, Kommunikation, Medien und Kultur“ Frankfurt am Main 1996, S. 51
Vgl. auch Maturana, Humberto / Varela, Francisco: „Der Baum der Erkenntnis. Die biologischen Wurzeln des menschlichen Erkennens“ München 1990 (orig.: 1984), S. 212

[9] Vgl. Stach, Heike: „Beschreiben, konstruieren, programmieren. Zur Verschmelzung von Theorie und Gegenstand“ In: Siefkes, Dirk / Eulenhöfer, Peter / Stach, Heike / Städtler, Klaus (Hg.): „Sozialgeschichte der Informatik. Kulturelle Praktiken und Orientierungen“ Wiesbaden 1998, S. 214

[10] Vgl. Heibach, Christiane: „Literatur im Internet. Theorie und Praxis einer kooperativen Ästhetik“ Berlin 2000, S. 199 f.

[11] Vgl. Winkler, Hartmut: „Über Rekursion. Eine Überlegung zu Programmierbarkeit, Wiederholung, Verdichtung und Schema“ Vortrag in der Reihe 'Intertwinedness' im Ars Electronica Center Linz, Juni '98 In: „Telepolis“ »http://www.heise.de/tp/«

[12] Vgl. Assmann, Aleida: „Schrift und Gedächtnis – Rivalität oder Allianz?“ In: Faßler, Manfred / Halbach, Wulf (Hg.): „Inszenierungen von Information“ Gießen 1992, S. 93-102

[13] Vgl. Leroi Gourhan, André: „Hand und Wort. Die Evolution von Technik, Sprache und Kunst“ Frankfurt am Main 1980 (orig.: 1965)

[14] Vgl. Assmann, Aleida: „Exkarnation. Gedanken zur Grenze zwischen Körper und Schrift“ In: Huber, Jörg / Müller, Alois Martin (Hg.): „Raum und Verfahren“ Basel / Frankfurt 1993, S. 136 ff.

[15] Vgl. Seel, Martin: „Medien der Realität und Realität der Medien“ In: Krämer, Sybille (Hg.): „Medien Computer Realität. Wirklichkeitsvorstellungen und Neue Medien“ Frankfurt am Main 1998, S. 258

[16] Lanham, Richard: „The Electronic Word. Democracy, Technology, and the Arts“ Chicago 1994, S. 11

[17] Vgl. Heim, Michael: „Electric Language: A Philosophical Study of Word Processing“ New Haven / London 1987, S. 23 f.

[18] Vgl. Heibach, Christiane: „Literatur im Internet. Theorie und Praxis einer kooperativen Ästhetik“ Berlin 2000, S. 201

[19] Vgl. Heim, Michael: „Electric Language: A Philosophical Study of Word Processing“ New Haven / London 1987, S. 116 f.

[20] Ebd., S. 23

[21] Vgl. Heim, Michael: „Electric Language: A Philosophical Study of Word Processing“ New Haven / London 1987, S. 176, S. 186

[22] Vgl. Heim, Michael: „Virtual Realism“ New York / Oxford 1998, S. 89

[23] Vgl. ebd., S. 105

[24] Ebd., S. 200

[25] Vgl. Kittler, Friedrich: „There is No Software“ In: Druckrey, Timothy (Hg.): „Electronic Culture. Technology and Visual Representation“ New York 1996, S. 336
Auch: »http://www.ctheory.com/a32-no_software.html«

[26] Kittler, Friedrich: „Die Welt des Symbolischen – eine Welt der Maschine“ In: Ders.: „Draculas Vermächtnis. Technische Schriften“ Leipzig 1993, S. 63

[27] Vgl. Kittler, Friedrich: „Gleichschaltungen. Über Normen und Standards der elektronischen Kommunikation“ In: Dencker / Klaus Peter (Hg.): „Interface. Elektronische Medien und künstlerische Kreativität“ Hamburg 1992, S. 175- 183
Auch in: Faßler, Manfred / Halbach, Wulf (Hg.): „Geschichte der Medien“ München 1998, S. 255-267

[28] Vgl. Heibach, Christiane: „Literatur im Internet. Theorie und Praxis einer kooperativen Ästhetik“ Berlin 2000, S. 203

[29] Eisenstein, Elizabeth L.: „Die Druckerpresse. Kulturrevolutionen im frühen modernen Europa“ Wien / New York 1997 (orig.: 1983)

[30] Ong, Walter J.: „Oralität und Literalität. Die Technologisierung des Wortes“ Opladen 1987 (orig.: 1982)
Kerckhove, Derrick de / Lumsden Charles J. (Hg.): „The Alphabet and the Brain. The Literalization of Writing“ Berlin / Heidelberg u.a. 1988
Kerckhove, Derrick de: „Schriftgeburten. Vom Alphabet zum Computer“ München 1995 (orig.: 1990)
Havelock, Eric A.: „The Literate Revolution in Greece and its Cultural Consequences“ Princeton 1982
Goody, Jack / Watt, Ian / Gough, Kathleen: „Die Logik der Schrift und die Folgen der Schriftkultur“ Frankfurt am Main 1991
Illich, Ivan: „Im Weinberg des Textes. Als das Schriftbild der Moderne entstand“ Frankfurt am Main 1991

[31] Vgl. Brockmeier, Jens: „Literales Bewußtsein. Schriftlichkeit und das Verhältnis von Sprache und Kultur“ München 1998

[32] Giesecke, Michael: „Der Buchdruck in der frühen Neuzeit. Eine historische Fallstudie über die Durchsetzung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien“ Frankfurt am Main 1994, S. 504

[33] Ebd., S. 563

[34] Giesecke, Michael: „Was kommt nach der ‘langue’? Eine informations- und medientheoretische Antwort auf de Saussure“ In: Ders.: „Sinnenwandel Sprachwandel Kulturwandel. Studien zur Vorgeschichte der Informationsgesellschaft“ Frankfurt am Main 1992, S. 28

[35] Vgl. Giesecke, Michael: "'Natürliche' und 'künstliche' Sprachen. Medienrevolutionen und ihre Auswirkungen auf Sprachen und Sprachbegriffe" In: ders.: „Sinnenwandel Sprachwandel Kulturwandel. Studien zur Vorgeschichte der Informationsgesellschaft“ Frankfurt am Main 1992, S. 43

[36] Vgl. Giesecke, Michael: „Abhängigkeiten und Gegenabhängigkeiten der Informationsgesellschaft von der Buchkultur“ Vortrag, Wien 1998 In: »http://www.ifgb.uni-hannover.de/extern/kommunikationslehre/giesecke/volltext.htm«

[37] Jäger, Georg: „Die theoretische Grundlegung in Gieseckes ‚Der Buchdruck in der frühen Neuzeit‘. Kritische Überlegungen zum Verhältnis von Systemtheorie, Medientheorie und Technologie“ In: „Internationales Archiv für Sozialgeschichte der deutschen Literatur“ 18 - 1 1993, S. 181
Auch in: »http://www.ifgb.uni-hannover.de/extern/kommunikationslehre/giesecke/volltext.htm«

[38] Vgl. Giesecke, Michael: „Der Buchdruck in der frühen Neuzeit. Eine historische Fallstudie über die Durchsetzung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien“ Frankfurt am Main 1994, S. 708, Anm. 25

[39] Vgl. Heibach, Christiane: „Literatur im Internet. Theorie und Praxis einer kooperativen Ästhetik“ Berlin 2000, S. 207

[40] Giese>http://www.ifgb.uni-hannover.de/extern/kommunikationslehre/giesecke/volltext.htm Abschnitt „Abhängigkeit, Gegenabhängigkeit, Identität: Die Phasen epochaler Medienentwicklung“

[41] Vgl. Bush, Vannevar: „As We May Think“ In: „The Atlantic Monthly“ 176.1 July 1945, S. 101-108
Auch in: Druckrey, Timothy (Hg.): „Electronic Culture. Technology and Visual Representation“ New York 1996, S. 29-45
Auch in: »http://www.isg.sfu.ca/~duchier/misc/vbush/«

[42] Vgl. Heibach, Christiane: „Literatur im Internet. Theorie und Praxis einer kooperativen Ästhetik“ Berlin 2000, S. 208

[43] Vgl. Nelson, Ted: „Literary Machines“ Edition 87.1. South Bend Indiana 1987, S. 1 | 17

[44] Ebd., S. 4 | 15.

[45] Vgl. ebd., S. 2 | 9

[46] Vgl. Nelson, Ted: „Dream Machines“ In ders.: „Computer Lib / Dream Machines. Updated and revised Edition“ Redmond 1987 (orig.: 1974), S. 31

[47] »http://www.xanadu.net«

[48] Vgl. Nielsen, Jakob: „Hypertext and Hypermedia“ Boston / San Diego / New York 1990, S. 32

[49] Vgl. Berk, Emily / Devlin, Joseph (Hg.): „Hypertext / Hypermedia Handbook“ New York u.a. 1990, S. 13

[50] Vgl. ebd., S. 15

[51] Vgl. ebd., S. 15

[52] Vgl. Berners-Lee, Tim: „Information Management. A Proposal“ http://www.w3.org/History/1989/proposal.html 1989

[53] Vgl. Hall, Wendy / Lowe, David: „Hypermedia & the Web. An Engineering Approach“ Chichester u.a. 1999, S. 6

[54] Vgl. Landow, George P.: „Hypertext 2.0. The Convergence of Contemporary Critical Theory and Technology“ Baltimore / London 1997, S. 72

[55] Vgl. Nürnberg, Peter J. / Leggett, John J. / Schneider, Erich R.: „As We Should Have Thought“ In: „Hypertext ‘97. Proceedings of the 8th ACM Conference on Hypertext and Hypermedia“ New York 1997, S. 96-101
Vgl. auch Kuhlen, Rainer: „Hypertext. Ein nichtlineares Medium zwischen Buch und Wissensbank“ Berlin u.a. 1991, S. 18

[56] Kuhlen, Rainer: „Hypertext. Ein nichtlineares Medium zwischen Buch und Wissensbank“ Berlin u.a. 1991, S. 13

[57] Vgl. Bolter, Jay David: „Writing Space. The Computer, Hypertext, and the History of Writing“ Hillsdale 1991
Vgl. auch Joyce, Michael: „Of Two Minds. Hypertext Pedagogy and Poetics“ Michigan 1995
Vgl. auch Landow, George P.: „Hypertext 2.0. The Convergence of Contemporary Critical Theory and Technology“ Baltimore / London 1997

[58] Vgl. Heibach, Christiane: „Literatur im Internet. Theorie und Praxis einer kooperativen Ästhetik“ Berlin 2000, S. 215

[59] Vgl. Bolter, Jay David: „Writing Space. The Computer, Hypertext, and the History of Writing“ Hillsdale 1991, S. 132-140
Vgl. auch Joyce, Michael: „Of Two Minds. Hypertext Pedagogy and Poetics“ Michigan 1995, S. 138
Vgl. auch Landow, George P.: „Hypertext 2.0. The Convergence of Contemporary Critical Theory and Technology“ Baltimore / London 1997, S. 182

[60] Vgl. Heibach, Christiane: „Literatur im Internet. Theorie und Praxis einer kooperativen Ästhetik“ Berlin 2000, S. 216

[61] Vgl. Bolter, Jay David: „Writing Space. The Computer, Hypertext, and the History of Writing“ Hillsdale 1991, S. 143

[62] Vgl. ebd., S. 132-140
Vgl. auch Joyce, Michael: „Of Two Minds. Hypertext Pedagogy and Poetics“ Michigan 1995, S. 138
Vgl. auch Landow, George P.: „Hypertext 2.0. The Convergence of Contemporary Critical Theory and Technology“ Baltimore / London 1997, S. 182

[63] Vgl. Aarseth, Espen J.: „Cybertext. Perspective on Ergodic Literature“ Baltimore / London 1997, S. 86 ff.

[64] Genette, Gérard: „Palimpsestes. La littérature au second degré“ Paris 1982

[65] Vgl. Lachmann R.: „Intertextualität als Sinnkonstitution“ In: „Poetica“ 15, 1983, H. 1/2, S. 66–77

[66] Vgl. Genette, Gérard: „Palimpsestes. La littérature au second degré“ Paris 1982, S. 9 - 15

[67] Vgl. Lachmann R.: „Intertextualität als Sinnkonstitution“ In: „Poetica“ 15, 1983, H. 1/2, S. 78–107

[68] Vgl. Heibach, Christiane: „Literatur im Internet. Theorie und Praxis einer kooperativen Ästhetik“ Berlin 2000, S. 216

[69] Vgl. Landow, George P.: „Hypertext 2.0. The Convergence of Contemporary Critical Theory and Technology“ Baltimore / London 1997, S. 34

[70] Vgl. ebd., S. 65
Vgl. auch Bolter, Jay David: „Writing Space. The Computer, Hypertext, and the History of Writing“ Hillsdale 1991, S. 155

[71] Vgl. Bolter, Jay David: „Writing Space. The Computer, Hypertext, and the History of Writing“ Hillsdale 1991, S. 123
Vgl. auch Joyce, Michael: „Of Two Minds. Hypertext Pedagogy and Poetics“ Michigan 1995, S. 192
Vgl. auch Landow, George P.: „Hypertext 2.0. The Convergence of Contemporary Critical Theory and Technology“ Baltimore / London 1997, S. 92

[72] Vgl. Landow, George P.: „What’s a Critic to Do? Critical Theory in the Age of Hypertext“ In: Ders. (Hg.): „Hyper / Text / Theory“ London / Baltimore 1994, S. 14

[73] Vgl. Foucault, Michel: „Sexualität und Wahrheit“ Bd. 2: „Der Gebrauch der Lüste“ Frankfurt am Main 1993, S. 20

[74] Vgl. Heibach, Christiane: „Literatur im Internet. Theorie und Praxis einer kooperativen Ästhetik“ Berlin 2000, S. 217

Details

Seiten
107
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638202152
Dateigröße
696 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v14946
Institution / Hochschule
Philipps-Universität Marburg – Germanistik und Kunstwissenschaft
Note
1
Schlagworte
Internetliteratur Vernetzung Innovation

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Internetliteratur - Vernetzung als literarische Innovation