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Zahlungssysteme im Internet

Projektarbeit 2010 52 Seiten

BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkurzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Zielsetzung
1.2 Aufbau und Vorgehensweise

2 Systematisierung von Zahlungssystemen im Internet

3 Grundlagen Sicherheit

4 Traditionelle Offline-Bezahlverfahren
4.1 Vorkasse
4.1.1 Transaktionsablauf
4.1.2 Sicherheit
4.2 Rechnung
4.2.1 Transaktionsablauf
4.2.2 Sicherheit
4.3 Lastschrift
4.3.1 Transaktionsablauf
4.3.2 Sicherheit
4.4 Nachnahme
4.4.1 Transaktionsablauf
4.4.2 Sicherheit
4.5 Kreditkarte
4.5.1 Transaktionsablauf
4.5.2 Sicherheit

5 Neuartige Online-Bezahlverfahren
5.1 PayPal
5.1.1 Transaktionsablauf
5.1.2 Sicherheit
5.2 clickandbuy
5.2.1 Transaktionsablauf
5.2.2 Sicherheit
5.3 sofortuberweisung.de
5.3.1 Transaktionsablauf
5.3.2 Sicherheit
5.4 paysafecard
5.4.1 Transaktionsablauf
5.4.2 Sicherheit

6 Fazit und Zukunftsaussichten

7 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Systematisierung nach

Abbildung 2: Systematisierung nach

Abbildung 3: Transaktionsablauf bei

Abbildung 4: Transaktionsablauf bei

Abbildung 5: Transaktionsablauf bei

Abbildung 6: Transaktionsablauf bei

Abbildung 7: Transaktionsablauf bei

Abbildung 8: Transaktionsablauf bei

Abbildung 9: Transaktionsablauf bei

Abbildung 10: Transaktionsablauf

Abbildung 11: Transaktionsablauf

Abkurzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Die Zahl der Computer- und Internetnutzer steigt jahrlich. Nach Angaben des Statisti- schen Bundesamts Deutschland[1] nutzten im ersten Quartal des Jahres 2009 76% aller Bundesburger privat einen Computer und, mit 73% nur geringfugig weniger, auch das Internet[2]. Mit der Zahl der Internetnutzer steigt auch die Zahl der Personen, die Waren uber das Internet einkaufen. So beziffert der Bundesverband des Deutschen Versand- handels (bvh)[3] die Zahl der deutschen Online-Kaufer fur 2009 auf 32,53 Mio., ein An- stieg um 1,09 Mio. Kaufer gegenuber dem Vorjahr (31,44 Mio. in 2008). Auch die Summe der Online-Umsatze steigt seit Jahren stetig. Fur 2009 prognostiziert der bvh einen Anstieg um 15% von 13,4 Mrd. Euro im Jahr 2008 auf 15,4 Mrd. Euro fur 2009[4]. Das Internet ist neben dem stationaren Handel somit zum wichtigsten Absatzmarkt fur Handler geworden. Viele Handler setzen sogar ganz auf das Internet und betreiben gar kein Ladengeschaft mehr.

Alle gekauften Waren mussen auch bezahlt werden, und so stellt sich die Frage nach dem geeigneten Zahlungssystem fur den Handel im Internet. Neben den traditionellen Zahlungsarten des Versandhandels wie Vorkasse, Rechnung oder Nachnahme ist in den letzten Jahren eine Vielzahl neuartiger Zahlungsarten konzipiert und eingefuhrt worden. Diese basieren hauptsachlich auf Grundlage des Internets. Die Fluktuation unter diesen neuartigen Zahlungssystemen ist groft und nur wenige Verfahren konnten einen nennenswerten Marktanteil erreichen. Dies liegt nicht zuletzt auch daran, dass die Online-Kaufer der Sicherheit neuartiger elektronischer Zahlungssysteme (engl. Electronic Payment Systems, kurz EPS) noch kritisch gegenuberstehen und in diesem Punkt nach wie vor den traditionellen Zahlungssystemen vertrauen[5].

1.1 Zielsetzung

Die Zielsetzung dieser themenspezifischen Projektarbeit im Fach E-Business ist es, die am haufigsten im Internet benutzten Zahlungssysteme vorzustellen und hinsichtlich ihrer Transaktionsablaufe und ihrer Transaktionssicherheit, sowohl fur den Kunden als auch fur den Handler, zu untersuchen.

1.2 Aufbau und Vorgehensweise

Zunachst wird auf die verschiedenen Systematisierungsmoglichkeiten fur Zahlungssy­steme im Internet eingegangen, um die Menge der unterschiedlichen Bezahlverfahren einer gewissen Ordnung zu unterwerfen. Anschlieftend werden grundlegende Aspekte der Transaktionssicherheit wie Authentizitat oder Integritat naher erlautert. Nach die- sen Grundlagen wendet sich die Arbeit den eigentlichen Bezahlverfahren sowie ihren Transaktionsablaufen und ihrer Transaktionssicherheit zu.

Diese sind unterteilt in die traditionellen Offline-Bezahlverfahren Vorkasse, Rechnung, Lastschrift und Nachname sowie die neuartigen Online-Bezahlverfahren PayPal[6], click- andbuy[7], sofortuberweisung.de[8] und paysafecard[9]. Da in den letzten Jahren eine hohe Fluktuation auf dem Markt der Zahlungssysteme stattgefunden hat, orientiert sich diese Ausarbeitung bei der Auswahl der untersuchten Bezahlverfahren hauptsachlich an der IZV9-Studie aus dem Jahr 2008 des Instituts fur Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsfor- schung (IWW) der Universitat Karlsruhe (TH). Fur die wesentlichen Arten von Zah- lungssystem wird der wichtigste Vertreter exemplarisch angefuhrt. Allerdings ist zu be- achten, die IZV9-Studie nach eigenen Angaben „kein reprasentatives Bild fur den Ge- samtmarkt darstellt“[10]. Dies liegt vor allem an der relativ hohen Zahl der nach eigener Einschatzung sehr erfahrenen Online-Kaufer. Fur das Jahr 2009 wurde leider keine IZV-Studie erstellt.

Die Arbeit schlieftt mit einem Fazit sowie einer Prognose uber die Zukunftsaussichten der Zahlungssysteme im Internet.

2 Systematisierung von Zahlungssystemen im Internet

Es gibt verschiedene Ansatze, um die Vielzahl an unterschiedlichen Zahlungssyste­men zu systematisieren.

Die beiden Hauptansatze sind hierbei die Systematisierung nach Art des Zahlungszeit- punkts sowie nach Hohe des Zahlungsbetrages[11].

Systematisierung nach Art des Zahlungszeitpunkts

Die Systematisierung nach der Art des Zahlungszeitpunktes ist sehr einheitlich in der Literatur. Es ergibt sich folgende graphische Darstellung:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Systematisierung nach Art des Zahlungszeitpunkts[12]

Pay-before Modelle: Bei Pay-before Systemen erwirbt der Kunde vor dem eigentli- chen Kauf des gewunschten Produktes ein Guthaben. Dies kann in Form einer Pre- paid-Karte sein, aber auch als Aufladung eines virtuellen Kundenkontos bei einem Zahlungsdienstleister. Wahrend des eigentlichen Kaufvorgangs wird dann das Gutha- benkonto mit dem Kaufbetrag belastet. Typische Vertreter des Pay-before Modells sind zum Beispiel die Prep aid Kartenanbieter paysafecard oder MicroMoney[13]. Ubertragt man den Gedanken auf die traditionellen Bezahlverfahren, wurde man Vorkasse als typisches Pay-before Modell bezeichnen.[14]

Pay-now Modelle: Bei diesen Systemen wird das Konto des Kunden genau zum Zeit- punkt des Einkaufes im Internet belastet. Beispielhaft hierfur sind das elektronische Lastschriftverfahren (ELV) oder der Bezahldienst sofortuberweisung.de. Das Aquiva- lent in der Realwelt ware die Bezahlung der Ware per Nachnahme.[15]

Pay-later Modelle: „Bei den Pay later-Methoden liegt der Belastungszeitpunkt nach dem der Zahlung“[16]. Ein Beispiel hierfur sind Inkassosysteme. Bei diesen Systemen werden alle wahrend einer gewissen Periode anfallenden Betrage gesammelt. Die Summe wird dem Kunden monatlich in Rechnung gestellt oder seinem Konto bzw. der Kreditkarte belastet. Ein Beispiel ist das EPS clickandbuy. Im Vergleich mit den klassi- schen Bezahlverfahren wurde dieses Modell einer Bezahlung per Rechnung nach Er- halt der Ware entsprechen.[17]

Systematisierung nach Hohe des Zahlungsbetrages

Der zweite Hauptansatz ist die Systematisierung nach Art der Zahlungshohe. Hierbei findet man in der Literatur verschiedene Ansatze, jedoch keine einheitliche Abgren- zung. So unterteilen die Autoren Meier und Stormer die Zahlungsbetrage in drei ver­schiedene Kategorien[18], Schwarze und Schwarze hingegen in vier[19]. Die Autoren Dan- nenberg und Ulrich zeigen wiederum ein Modell zur Einteilung der Zahlungsbetrage in nur zwei Kategorien aber auch eines zur Einteilung in vier Kategorien[20]. Alle Autoren setzen unterschiedliche Grenzen fur den Ubergang von der einen zur anderen Katego- rie.

Zwei-Kategorien-Modell Dannenberg/Ulrich:

- Macropayment: Betrag uber 5,- €
- Micropayment: Betrag unter 5,- €

Drei-Kategorien-Modell Meier/Stormer:

- Macropayment: Betrag uber 10,- €
- Micropayment: Betrag von 1,- € bis 10,- €
- Picopayment: Betrag unter 0,01 € bis 1,- €

Vier-Kategorien-Modell Schwarze/Schwarze:

- Macropayments: Betrag uber 200,- €
- Minipayments: Betrag von 20,- € bis 200,- €
- Micropayments: Betrag von 0,25 € bis 20,- €
- Millipayments: Betrag unter 0,25 €

Vier-Kategorien-Modell Dannenberg/Ulrich:

- Macropayment: Betrag uber 500,- €
- Mediumpayment: Betrag von 2,50 € bis 500,- €
- Micropayments: Betrag von 0,05 € bis 2,50 €
- Nanopayment: Betrag unter 0,05 €

Mit zunehmender Anzahl der Kategorien, wird es auch schwieriger, die EPS den ein- zelnen Kategorien eindeutig zuzuordnen.

Generell lassen sich die anfallenden Zahlungen in Betrage „geringer Groftenordnung“[21] sowie hoher Groftenordnung einteilen. Daher scheint mir das Zwei-Kategorien-Modell von Dannenberg/Ulrich dass zur Zeit Sinnvollste fur die Unterscheidung der am Markt vorhandenen EPS. Allerdings sollte die Grenze vom Micro- zum Macropayment nach meiner Auffassung von 5,- € auf 10,- € angehoben werden. Diese neue Einteilung ist nicht nur ein guter Kompromiss zwischen den verschiedenen, vorhandenen Einteilun- gen sondern erscheint auch unter Betrachtung des aktuellen Marktes der EPS am sinnvollsten.

Eine graphische Darstellung ergibt sich daraus wie folgt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Systematisierung nach Höhe des Zahlungsbetrages[22]

Weitere Ansatze zur Systematisierung

Neben diesen beiden Hauptansatzen gibt es eine Vielzahl an weiteren Ansatzen zur Systematisierung der Zahlungssysteme. So findet man in der genannten Literatur z.B. auch eine Systematisierung nach Art der Basierung. Die Autoren Dannenberg und Ul­rich unterscheiden hier nach software-, kreditkarten-, scheck- und SmartCard-basierten Verfahren[23], Schwarze und Schwarze hingegen nach account-, munz- und kartenba- sierten Systemen[24]. Auch kann eine Systematisierung auf Basis der verwendeten Technologie (software- und hardwareseitig) stattfinden[25]. Allerdings soll in dieser Arbeit auf diese und weitere Verfahren nicht naher eingegangen werden.

3 Grundlagen Sicherheit

Bei Bezahlvorgangen im Internet begegnet man seinem Geschaftspartner in der Regel nicht personlich, sondern schlieftt das Geschaft mit ihm uber die virtuelle Ladentheke ab. Sicherheit ist daher eine wesentliche Voraussetzung fur das Vertrauen eines Be- nutzers in ein Zahlungssystem und somit auch seiner Akzeptanz am Markt.

Die vier wichtigsten Begriffe im Zusammenhang mit Sicherheit von EPS sind Authenti­zitat, Integritat, Vertraulichkeit und Anonymitat. Diese sollen im Folgenden kurz erklart werden.

Authentizitat

Authentizitat beschreibt im Zusammenhang mit EPS „die Fahigkeit, die an der Trans- aktion Beteiligten eindeutig identifizieren zu konnen“[26].

Jede Person kann das Internet ohne vorherige Uberprufung seiner Identitat nutzen. Daher ist es besonders wichtig, dass eine Authentifizierung, sprich eine eindeutige Identifikation, der Transaktionspartner wahrend des Bezahlvorgangs stattfindet. Dieser Vorgang ist sowohl im Interesse des Kunden als auch des Handlers. So mochte der Kunde die Sicherheit haben, dass die von ihm angewiesene Zahlung auch auf dem Konto des Webshop-Betreibers eingeht, bei dem er das gewunschte Produkt erworben hat. Fur den Handler wiederum ist wichtig zu wissen, dass der rechtmaftige Kontoin- haber den Geldtransfer veranlasst und autorisiert hat und nicht ein unbekannter Dritter. Auf diese Weise mochte sich der Handler gegen spatere Ruckbuchungen und somit Zahlungsausfalle absichern.

Die Identifizierung per Benutzername und Passwort ist ein oft genutztes Verfahren um diese Authentizitat zu gewahrleisten. Beispiele sind die Bezahlsysteme PayPal oder clickandbuy. Voraussetzung ist, dass der Account nicht schon unter falschem Namen und erfundenen Daten eroffnet wurde. Eine weitere Moglichkeit ist die beim Online­Banking verwendete Kombination aus Benutzername und Passwort sowie einer einma- ligen TAN (Transaktionsnummer) zum Freigeben der Uberweisung. Verfahren auf Ba­sis von Kartenlesegeraten oder digitalen Zertifikaten sind am Markt eher weniger ver- breitet. Aufgrund mangelnder Portabilitat sowie hohen Anschaffungskosten (im Falle des Kartenlesegerates) finden diese nur wenig Zuspruch in der breiten Masse und werden eher im professionellen Bereich verwendet, wie z.B. im Zahlungsverkehr von Firmen.[27]

Integritat

Der Begriff Integritat lasst sich im Bezug auf Zahlungssysteme im Internet mit dem An- spruch der Unveranderlichkeit von Daten beschreiben. Daten sollen beim Empfanger genau so ankommen, wie sie beim Versender abgeschickt wurden. Wahrend der Uber- tragung darf keine beabsichtigte oder unbeabsichtigte Veranderung der Daten stattfin- den.[28]

Um die Integritat der Zahlungsdaten wahrend der Ubertragung vom Versender zum Empfanger zu gewahrleisten, wird bei der Ubertragung das sogenannte SSL (Secure Socket Layer) Protokoll verwendet. Dieses Protokoll baut auf dem allgemeinen Proto- koll zur Ubertragung vom Daten im Internet, dem Hypertext Transfer Protocol (kurz HTTP) auf und ermoglicht eine Integritatskontrolle durch den Einsatz von Hash- Algorithmen. Durch das SSL-Protokoll wird das Transportprotokoll um einen gesicher- ten Kanal erganzt. Mittels eines Hash-Algorithmus wird auf Grundlage der Zahlungsin- formationen eine Prufsumme gebildet. Diese Prufsumme wird gemeinsam mit den Zah- lungsinformationen und der Information uber den verwendeten Hash-Algorithmus uber den sicheren Kanal an den Empfanger gesendet. Der Empfanger berechnet nun mit­tels des gleichen Hash-Algorithmus ebenfalls die Prufsumme der ubermittelten Zah­lungsdaten und vergleicht das Ergebnis mit der Prufsumme des Absenders. Sollte wahrend der Ubertragung auch nur die geringste Veranderung an den Zahlungsinfor- mationen vorgenommen worden sein, so stimmen die Prufsummen nicht uberein und der Empfanger weift, dass die ihm zugesendeten Zahlungsinformationen wahrend der Ubertragung manipuliert wurden.[29]

Vertraulichkeit

Der dritte Sicherheitsaspekt, den Zahlungssysteme erfullen sollten, ist die Vertraulich­keit der Daten. Hiermit ist gemeint, dass die dem Handler oder dem Zahlungsdienstlei- ster ubermittelten Transaktions- und Zahlungsinformationen jederzeit vor dem unbe- fugten Zugriff durch Dritte geschutzt sein mussen.[30]

Das groftte Interesse an einer vertraulichen Behandlung seiner Daten hat der Kunde. Schlieftlich gibt er personliche Informationen wie Adresse, Konto- oder Kreditkartenda- ten preis. Aber auch der Handler hat Informationen, die er geschutzt wissen mochte, wie z.B. Absatzzahlen oder Preiskalkulationen. Auf der einen Seite regelt das Bundes- datenschutzgesetz den Umgang mit und die Weitergabe von personlichen Kundenda- ten. Auf der anderen Seite lassen sich die Daten z.B. durch eine verschlusselte Uber- tragung mithilfe des SSL-Protokolls vor dem Abhoren sichern. Auch kann der Einsatz von Zahlungsdienstleistern, sogenannten Finanzintermediaren, sinnvoll sein. Somit bekommt der Handler nur Informationen wie Lieferadresse und bestellte Artikel, der Finanzintermediar hingegen nur die zur Abwicklung der Zahlung notigen Informationen. So kann keine der beiden Parteien ein vollstandiges Kundenprofil aufbauen. Aufterdem sind die Datenbanken grofter Zahlungsdienstleister in der Regel soft- und hardware- technisch besser geschutzt als die kleiner Handler.[31]

Anonymitat

Anonymitat im Zusammenhang mit EPS bedeutet, dass die Identitat eines Kaufers dem Handler nicht bekannt wird. (QUELLE)

Die grofttmogliche Anonymitat lasst sich beim Kauf von digitalen Inhalten (auch Paid- Content’s genannt) erreichen. Hier bleibt der Kunde bei Bezahlung mit einem anony- men Zahlungsmittel wie z.B. dem Scratch-Card-Verfahren paysafecard und anschlie- ftendem Download des digitalen Gutes anonym. Der Handler erfahrt wahrend des ge- samten Kaufvorgangs keine Adress- oder Zahlungsdaten des Kunden, da diese fur den Download auch nicht benotigt werden. Beim Kauf von physischen Gutern im Inter­net ist ein solch hoher Grad an Anonymitat hingegen nicht zu erreichen. Selbst wenn der Kunde eine anonyme Zahlungsmethode verwendet, gibt er durch die Lieferadresse seine Identitat preis. Durch Abwicklung der Zahlung uber einen Finanzintermediar lasst sich immerhin verhindern, dass einer der beiden Transaktionspartner ein vollstandiges Profil des Kunden aufbauen kann.[32]

4 Traditionelle Offline-Bezahlverfahren

Zu den traditionellen Offline-Bezahlverfahren zahlen die Bezahlung per Vorkasse, Rechnung, Lastschrift, Nachnahme und Kreditkarte. Diese Bezahlverfahren wurden schon vor der Entwicklung neuartiger, online-basierter Bezahlverfahren im Distanz- und Versandhandel verwendet. Auf Grund dessen genieften sie auch bei der Bezah­lung im Internet ein groftes Vertrauen der privaten Nutzer. Dies spiegeln auch die Er- gebnisse der IZV9-Studie wieder. Hierbei nehmen die Bezahlung per Kreditkarte mit 28%, Uberweisung mit 23% und Lastschrift mit 19% die ersten drei Platze ein. Kumu- liert machen sie 70% der Bezahlverfahren im Internet aus. Erst auf Platz vier folgt PayPal mit 12% als erstes der neuartigen Bezahlverfahren.[33] Im Folgenden werden die funf Bezahlvarianten vorgestellt und hinsichtlich Ihres Transaktionsablaufes sowie der vier Sicherheitsaspekte aus Kapitel drei untersucht.

4.1 Vorkasse

In der Regel findet eine Vorkassezahlung per Bankuberweisung auf das Konto des Verkaufers statt. Nach Zahlungseingang versendet dieser dann die bestellte und be- zahlte Ware.

Vorkasse ist daher eine, vor allem im Business-to-Customer Bereich (kurz B2C), sehr beliebte Bezahlvariante. Der Handler lauft nicht Gefahr, auf unbezahlten Rechnungen zahlungsunwilliger oder zahlungsunfahiger Kunden sitzen zu bleiben. Der Kunde hin- gegen tragt das volle Risiko und muss hoffen, dass auch der Handler seinen Teil des Kaufvertrages wie vereinbart erfullt. Im Falle eines gesetzlichen Widerrufs oder Garan- tieanspruchs ist der Kunde ebenfalls auf die Zahlungsbereitschaft und Bonitat des Handlers angewiesen. Denn eine einmal initiierte Uberweisung lasst sich nicht mehr aufhalten oder gar stornieren. So kann der Kunde nur auf die Seriositat des Handlers hoffen. Allerdings hat er die Moglichkeit, sich uber den Handler und seine Zuverlassig- keit in einem der vielen Verbraucherforen, wie z.B. ciao![34] oder dooyoo[35], ein Bild zu machen. Dadurch sollte das Risiko fur ihn einschatzbar sein und sich ebenfalls in Grenzen halten.

Beim Handel zwischen Privatpersonen (engl. Private-to-Private, kurz P2P), z.B. auf Online-Marktplatzen wie eBay[36], ist eine Bezahlung per Vorkasse, auch aufgrund man- gelnder Alternativen zur Zahlungsabwicklung fur Privatpersonen in der Vergangenheit, quasi zum Standard geworden. Der Verkaufer ist hier ebenfalls wie der gewerbliche Handler in einer gesicherten Position. Aufgrund von Bewertungssystemen bei Online- Marktplatzen kann sich der Kaufer aber auch hier ein ungefahres Bild der Lieferzuver- lassigkeit seines Handelspartners verschaffen, genugend seriose und aussagekraftige Bewertungen vorausgesetzt.

Nach Untersuchungen der IZV9-Studie machen Uberweisungen mit 69% Marktanteil mehr als zwei Drittel des Zahlungsverkehrs beim Handel zwischen Privatpersonen aus. Im B2C-Handel liegt die Uberweisung mit 22% auf Platz zwei.[37] Leider unterscheidet die Studie beim Zahlungsmedium Uberweisungen nicht zwischen den Punkten Vor­kasse und Kauf auf Rechnung. Allerdings ist aufgrund der oben genannten Aspekte anzunehmen, dass es sich hierbei uberwiegend um Vorkassezahlungen handelt.

[...]


[1] Vgl. http://www.destatis.de (Stand 14.02.10)

[2] Vgl. Destatis

[3] Vgl. http://www.versandhandel.org (Stand 14.02.10)

[4] Vgl. Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh) (2009), S. 5

[5] Vgl. Kruger/Leibold/Smasal (2008), S. 30

[6] Vgl. http://www.paypal.de/de (Stand 14.02.10)

[7] Vgl. http://clickandbuy.com/DE/de (Stand 14.02.10)

[8] Vgl. https://www.payment-network.com/de/user/sofortueberweisungde.html (Stand 14.02.10)

[9] Vgl. http://www.paysafecard.com/de (Stand 14.02.10)

[10] Kruger/Leibold/Smasal (2008), S. 27

[11] Vgl. Dannenberg/Urlich (2004), S. 30f. Meier/Stormer (2005), S. 140

[12] eigene Darstellung, in Anlehnung an Dannenberg/Ulrich (2004), S. 30

[13] Vgl. http://www.t-pay.de/t-pay-info/shoppen-mit-micromoney.html (Stand 14.02.10)

[14] Vgl. Dannenberg/Urlich (2004), S. 30. Meier/Stormer (2005), S. 140

[15] Vgl. Dannenberg/Urlich (2004), S. 30. Meier/Stormer (2005), S. 140

[16] Dannenberg/Urlich (2004), S. 31

[17] Vgl. Dannenberg/Urlich (2004), S. 31. Meier/Stormer (2005), S. 140

[18] Vgl. Meier/Stormer (2005), S. 140

[19] Vgl. Schwarze/Schwarze (2002), S. 142

[20] Vgl. Dannenberg/Ulrich (2004), S. 31f

[21] Thieften (1999), S. 20

[22] eigene Darstellung, in Anlehnung an Dannenberg/Ulrich (2004), S. 30

[23] Vgl. Dannenberg/Ulrich (2004), S. 35

[24] Vgl. Schwarze und Schwarze (2002), S. 142

[25] Vgl. Meier/Stormer (2005), S. 140

[26] Dannenberg/Urlich (2004), S. 50

[27] Vgl. Dannenberg/Urlich (2004), S. 50f.

[28] Vgl. Norris/West (2001), S. 76. Dannenberg/Ulrich (2004), S. 53f

[29] Vgl. Schwarze/Schwarze (2002), S. 126f und 133f. Dannenberg/Ulrich (2004), S. 40f und 53f

[30] Vgl. Schwarze/Schwarze (2002), S. 119. Dannenberg/Ulrich (2004), S. 52f

[31] Vgl. Dannenberg/Ulrich (2004), S. 52f

[32] Vgl. Schwarze/Schwarze (2002), S. 110. Dannenberg/Ulrich (2004), S. 54

[33] Vgl. Kruger/Leibold/Smasal (2008), S. 26f

[34] Vgl. http://www.ciao.de (Stand 14.02.10)

[35] Vgl. http://www.dooyoo.de (Stand 14.02.10)

[36] 6 Vgl. http://www.ebay.de (Stand 14.02.10)

[37] Vgl. Kruger/Leibold/Smasal (2008), S. 28

Details

Seiten
52
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640599653
ISBN (Buch)
9783640599851
Dateigröße
967 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v149344
Institution / Hochschule
Fachhochschule Koblenz - Standort RheinAhrCampus Remagen
Note
1,0
Schlagworte
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Titel: Zahlungssysteme im Internet