Lade Inhalt...

Analyse des „Der König von Thule“ von J. W. Goethe

Ein Vergleich verschiedener Interpretationen des Liedes

Hausarbeit 2010 8 Seiten

Didaktik - Deutsch - Literatur, Werke

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Die verschiedenen Komponisten

3. Inhalt des Gedichts „Der König von Thule“

4. Die Vorstellung der drei Interpreten

5. Der Vergleich

6. Zusammenfassung

1. Einleitung

Johann Wolfgang von Goethe schrieb unzählige erfolgreiche Werke, die in die Literaturgeschichte eingegangen sind. Eines seiner bekanntesten Gedichte ist die Ballade „Der König von Thule“, die wahrscheinlich im Sommer 1774 entstanden ist. Bis zum heutigen Tag haben sich tausende Interessierte mit diesem Werk auseinandergesetzt. Dennoch versuchen sich nicht nur Literaten an einer gerechten Interpretation des Stücks, auch Musiker wollen dem Gedicht mit ihrem persönlichen Stil Leben einhauchen. So ist „Der König von Thule“ dank zahlreicher Kompositionen auch als Volkslied unabdinglich und zählt heute zu den bekanntesten Beispielen des im 19. Jahrhundert propagierten „Volkslied“-Ideals.

Ähnlich der Literatur ist auch die Musik vielfacher Veränderung unterworfen. Obwohl der Text und seine Melodie unveränderlich wirken, entwickeln sich Inhalt und Intention im Laufe der Zeit weiter, indem bestimmte Elemente, welche in die derzeitige Lebenswelt passen, hervorgehoben werden und andere in den Hintergrund rücken. Dies wird auch bei den Kompositionen deutlich. Doch wie haben sich die Interpretationen der einzelnen Musiker während der Jahrhunderte verändert?

2. Die verschiedenen Komponisten

Das Gedicht „Der König von Thule“ ist Grundlage für die verschiedensten Vertonungen gewesen. Der erste bekannte Beitrag stammt von Karl Siegmund von Seckendorff im Jahre 1782, dieser nahm die Ballade in seine dritte Sammlung der „Volks- und andere Lieder“ auf.[1] Im 19. Jahrhundert stellten dann unter anderen Carl Friedrich Zelter (1812), Franz Schubert (1816), Hector Berlioz (1829 und 1846), Franz Liszt (1843), Robert Schumann (1849) und Charles Francois Gounod ihre Kompositionen zum Goethe-Werk dar. Die aktuellsten und eher ungewöhnlichsten Interpretationen kommen vermutlich von den Bands „Grailknights“, „Faun“, und „Heimataerde“. Um die Unterschiede zwischen den Jahrhunderten darlegen zu können, habe ich drei Interpreten für eine nähere Analyse gewählt: zum einen Franz Schubert, welcher das vergangene 19. Jahrhundert und die Wiener Klassik vertreten soll und zum anderen die beiden Bands „Grailknights“ und „Faun“, stellvertretend für das aktuelle Jahrtausend.

Bevor ich mit dem Vergleich der drei Kompositionen beginne, möchte ich zuerst kurz erläutern, wovon das Gedicht „Der König von Thule“ erzählt.

3. Inhalt des Gedichts „Der König von Thule“

Einzuordnen ist das Gedicht in „Faust – Der Tragödie erster Teil“. Die Szene „Abend“ findet nach den Szenen „Hexenküche“ und „Straße“ und vor „Spaziergang“ und „Der Nachbarin Haus“ statt. Demzufolge sind sich Faust und Gretchen gerade erst begegnet. Das Gedicht wird als Lied von Gretchen vorgetragen, während diese sich entkleidet.[2] Hintergrund ist anscheinend die Veränderung, welche durch die plötzliche Begegnung mit Faust in ihr Leben getreten ist. Vermeintlich vorahnend erwartet sie nun als „furchtsam Weib“ ihr Schicksal. (Zitat, ebd.) Die von Goethe beschriebene Treue könnte hier die Gegensätzlichkeit von Fausts treuelosem Verhalten widerspiegeln.

Das Gedicht erzählt von einem König, welcher dem Titel zufolge in Thule lebt. Thule beschreibt einen mystischen Ort am äußersten Nordrand der Welt, den bisher nur Auserwählte gefunden haben.[3] Der König, welcher bereits auf dem Sterbebett liegt, vererbt all seine Besitztümer – alle, bis auf einen goldenen Becher. Diesen hat er einst von seiner „Buhle“ erhalten.[4] Am Ende des Gedichts wirft er seinen Becher in das Meer, wobei das Sinken im Wasser zugleich den Tod des Königs bedeutet.

Interpretieren lässt sich dieser Becher als Symbol der Treue - eine Treue, die weit über den Tod hinausgeht. Die Liebe des Königs zu seiner Geliebten war so stark, dass er zu Lebzeiten immerzu aus diesem Gefäß trank und durch das Verschwinden im Wasser hatte er keinen Grund mehr am Leben zu bleiben. Hierbei ist besonders auffällig, dass die Motive Treue und König oftmals von Goethe in seinem „Faust“ aufgegriffen werden. Beispiele dafür sind „Hat er so aller Treu, so aller Lieb vergessen, Der Packerei bei Tag und Nacht!“ – erzählt von Marthe in der Szene „Der Nachbarin Haus“ (Zitat, ebd. S.84/2968f.). Oder aber auch das Flohlied von Mephistopheles in Auerbachs Keller: „Es war einmal ein König, Der hatt‘ einen großen Floh …“ (Zitat, ebd. S.62/2211f.). Mit dem Inhalt des Werkes und der Bedeutsamkeit der Treue setzte sich im 19. Jahrhundert neben vielen anderen auch Franz Schubert auseinander.

[...]


[1] Semesterapparat „Faust-Musik“, WS 2009/2010, Uni Potsdam

[2] Vgl.: Johann Wolfgang von Goethe: „Faust. Erster Teil.“; Hamburger Lesehefte Verlag,

29. Heft. Seite 78, Vers 2758

[3] Vgl.: „Eine neue Vermessung der alten Welt“ aus http://www.suddeutsche.de/wissen/750/

317624/text (07.03.2010; 12:01 Uhr)

[4] Zitat: Johann Wolfgang von Goethe: „Faust. Erster Teil.“; Hamburger Lesehefte Verlag, 29. Heft. Seite 78, Vers 2761.

Details

Seiten
8
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640593422
ISBN (Buch)
9783640593606
Dateigröße
423 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v148732
Institution / Hochschule
Universität Potsdam – Germanistik
Note
2.0
Schlagworte
Analyse König Thule“ Goethe Eine Hausarbeit Vergleich Interpretationen Liedes

Autor

Zurück

Titel: Analyse des  „Der König von Thule“  von J. W. Goethe