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Airbus - Herausforderungen des Informationmanagements am Beispiel A380

Eine Fallstudie

Hausarbeit 2009 34 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Gliederung

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundbegriffe des Informationsmanagements
2.1 Information
2.2 Informationsmanagement

3 Problemanalyse Airbus A380
3.1 Herausforderungen für das Informationsmanagement
3.2 Fehler im Fall A380

4 Unternehmensvergleich Siemens AG

5 Lösungsvorschläge für Airbus
5.1 Globales Informationsmanagement
5.2 Entscheidungsunterstützung
5.3 Teambildung und Risikomanagement

6 Fazit

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Einflussfaktoren auf das GIM

1 Einleitung

Der Airbus A380 ist mit 500 Sitzplätzen das größte Passagierflugzeug der Welt und das Aushängeschild des Airbus-Unternehmens. Seit Beginn der Produktion im Jahr 2005 kam es immer wieder zu Störungen und Verzöge­rungen. Insgesamt wurden die ersten Auslieferungen der fertig gestellten Maschine um ein Jahr verschoben (vgl. Spiegel, 16.08.2007).

Als Gründe wurden immer Verkabelungsprobleme angegeben, welche die Endmontage stark verlangsamten. Die verschiedenen Entwicklerteams des Konzerns hatten mit nicht kompatiblen Softwareversionen gearbeitet und konnten sich deshalb nicht mit wichtigen Informationen versorgen. Das Re­sultat der Misere waren hohe Strafzahlungen an verärgerte Kunden und Ge­winnrücknahmen von insgesamt 4,8 Milliarden Euro (vgl. Handelsblatt, 03.10.2006).

Die folgende Ausarbeitung soll Aufschluss darüber geben, wie ein so großer Flugzeugbauer mit internationaler Präsenz solche Fehler begehen konnte. Im Fokus der Arbeit stehen in erster Linie das Informationsmanagement (IM) von Airbus und seine Ausgestaltung. Eine übergreifende Betrachtung und Analyse des Konzerns soll dabei Aufschluss über Fehler bringen und mögli­che Lösungsmöglichkeiten herausarbeiten. Unter Verwendung der Medien­berichterstattung über den Konzern und der entsprechenden Fachliteratur für IM werden die folgenden Fragen beantwortet: Was sind Herausforderungen für das IM von Airbus? Wo lagen Fehler und Missstände vor? Wie kann sich Airbus besser aufstellen und solche Fehler für die Zukunft vermeiden?

Der Aufbau der Arbeit gliedert sich zunächst in einen allgemeinen Teil, hier erfolgt eine Erläuterung grundlegender Begrifflichkeiten. Der darauf folgende Schritt stellt die Problemanalyse dar, in der Herausforderungen und Fehler das Informationsmanagements (IMs) herausgearbeitet werden. Nach dem anschließenden kurzen Vergleich mit der Siemens AG folgt dann die Rubrik Lösungsvorschläge, die auf die beiden vorigen Abschnitte aufbaut. Am Ende der Arbeit steht ein kurzes Fazit mit einer zusammenfassenden Darstellung.

2 Grundbegriffe des Informationsmanagements

Die folgenden Ausführungen dienen der genaueren Definition der einzelnen Komponenten des Informationsmanagements, um ein einheitliches Ver­ständnis zu gewährleisten. Grund ist eine Übersicht der Aufgabenvielfalt, die hinter diesem Begriff verborgen liegt.

2.1 Information

Der Begriff Information und sein Inhalt liefern nach Krcmar noch immer die Grundlage für kontroverse Diskussionen. Doch zumindest über den Entste­hungsprozess und seine Bestandteile lassen sich häufiger Überschneidun­gen in wissenschaftlichen Ausarbeitungen finden. Demnach besteht eine In­formation aus Zeichen und Daten. Daten bestehen aus angeordneten Zei­chen, die in Ihrer Bedeutung verstanden werden (z.B. Zeichen = Buchstaben des Alphabets, Daten = Wort). Besteht nun ein entsprechender Kontext, bspw. es ist bekannt, dass das Wort ein Name der gegenüberstehenden Person ist, handelt es sich bei den Daten um eine Information (vgl. Krcmar, 2000, S. 11; vgl. auch Voß / Gutenschwager, 2001, S. 9).

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Abbildung 1: Begriffshierarchie

(Quelle: Selbsterstellte Darstellung, modifiziert aus Krcmar, 2000, S. 11)

In der Betriebswirtschaftslehre hat die Bedeutung der Information immer mehr zugenommen. Mittlerweile ist eine Gleichstellung mit den klassischen Produktionsfaktoren Kapital, Arbeit und Boden erfolgt (vgl. Krcmar, 2000, S. 15-16).

2.2 Informationsmanagement

„Management ist ein Komplex von Steuerungsaufgaben, die bei der Leis­tungserstellung und -sicherung in arbeitsteiligen Organisationen erbracht werden müssen.“ (Schreyögg / Koch, 2007, S. 8).

Im klassischen Sinn vereint Management somit folgende Funktionen im Rahmen der Steuerungsaufgaben (vgl. Schreyögg / Koch, 2007, S. 8):

- Planung,
- Organisation,
- Personaleinsatz,
- Führung und
- Kontrolle.

Voß und Gutenschwager leiten aus den beiden aufgezeigten Begriffsdefiniti­onen wie folgt für das IM ab: Übergeordnetes Ziel ist die Unterstützung von Entscheidungsprozessen. Dabei soll besonders die Unbequemlichkeit der Informationsbeschaffung und Weiterverarbeitung reduziert werden (vgl. Voß / Gutenschwager, 2001, S. 57).

„Informationsmanagement ist die wirtschaftliche (effiziente) Planung, Be­schaffung, Verarbeitung, Distribution und Allokation von Informationen als Ressource zur Vorbereitung und Unterstützung von Entscheidungen (Ent­scheidungsprozessen) sowie die Gestaltung der dazu erforderlichen Rah­menbedingungen.“ (Voß / Gutenschwager, 2001, S. 70).

Die Punkte Distribution und Allokation greifen den wichtigen betriebswirt­schaftlichen Aspekt der Informationstransformation auf. Die Transformation lässt sich in drei Dimensionen darstellen; sachlich, zeitlich und räumlich. Be­sonders die räumliche Transformation, die das Übertragen von Informationen (Kommunikation) beinhaltet, wird in der folgenden Ausarbeitung genauer be­leuchtet.

Parallel zur Definition des Begriffes Information, lassen sich ebenfalls für das IM verschiedene Aufgabenabgrenzungen in der Literatur finden.

Im Rahmen dieser Ausarbeitung dient das Informationsmanagementmodell von Krcmar als Orientierung. Das Modell zeigt verschieden Ebenen des IM und die entsprechenden Aufgaben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Modell des Informationsmanagements (Quelle: Selbsterstellte Darstellung nach Krcmar, 2000, S. 34)

3 Problemanalyse Airbus A380

Der Flugzeugbauer Airbus ist Teil des weltweit operierenden Unternehmens European Aeronautic Defence and Space Company (EADS) mit 52.000 Mit­arbeitern. Nach eigenen Aussagen ist Airbus Marktführer im Bereich der zivi­len Luftfahrt und erhält jährlich zwischen 40-60% aller Aufträge für Flugzeuge mit 100 Sitzplätzen und mehr. Vor der direkten Problem-/Fehleranalyse er­folgt zuerst eine Fokussierung auf das IM und seine Herausforderungen spe­ziell für den Airbus-Konzern (vgl. EADS, o. J.).

3.1 Herausforderungen für das Informationsmanagement

Der A380 stellt als größtes Passagierflugzeug der Welt für Airbus eine neue Herausforderung dar. Wie eingangs erläutert ist das IM mittlerweile ein wich­tiger Produktionsfaktor. Heinrich bezeichnet aus diesem Grunde Daten als wirtschaftliches Gut, da die Daten einen Bestandteil von Informationen bil­den. Somit ist neben der Gewinnung von Daten und Informationen, auch de­ren Kommunikation bzw. Verbreitung ein wichtiger strategischer Aspekt (vgl. Heinrich, 2002, S. 222).

Die folgende Liste gibt eine Übersicht, wo besondere Herausforderungen für das IM entstanden:

- Kunden,
- Lieferanten,
- Produkt,
- Produktionsprozess,
- Unternehmen und
- Konkurrenz.

Kunden: Die großen Airlines, die mit ihren Flugrouten die ganze Welt anflie­gen sind die Abnehmer des A380. Neben der Wirtschaftlichkeit (15.000 Kilo­meter Flugstrecke bei geringstem Treibstoffverbrauch), wirbt Airbus bei den Zielkunden vor allem mit einer luxuriösen Ausstattung. Auf Sonderwünsche der einzelnen Abnehmer wird, vergleichbar mit dem Automobilbau, ebenfalls Rücksicht genommen. Der Einfluss auf das IM ist demnach sehr wichtig, da je nach Auftraggeber andere oder auch zusätzliche Informationen über Ge­staltung und Ausstattung der Elektronik und Verkabelung anfallen (vgl. Süd­deutsche, 13.01.2005; vgl. auch ZDF, 15.10.2007).

Es handelt sich hierbei um ein wesentliches Zusammenspiel von Marketing und IM. Das Marketing steht im Austausch mit dem Kunden. Wünsche und Bedürfnisse werden dann weiter an die Produktion und Entwicklung gege­ben, um die technische Realisierung zu prüfen (vgl. Voß / Gutenschwager, 2001, S. 94-95).

Lieferanten: Zulieferer für Flugzeugsysteme sind in ihrer Anzahl auf der ganzen Welt stark begrenzt. Es handelt sich hier um ein Angebotsoligopol. Grund hierfür sind die hohen Sicherheitsanforderungen und teuren Zertifizie­rungsverfahren im Flugzeugbau (vgl. Airliners, 25.09.2007).

Diese geringe Anzahl lässt die Schlussfolgerung zu, dass gerade für eine einwandfreie Produktion, der Transaktionsprozess zwischen Lieferanten und Airbus gewährleistet sein muss. Selbst kleine Fehllieferungen können zu enormen Auswirkungen führen, da die Lieferanten unter Zeitdruck noch an­dere Auftraggeber zu bedienen haben.

Produkt: Ein wichtiger Aspekt, der bei der Konstruktion eines neuen überdi­mensionalen Flugzeugs berücksichtigt werden muss, ist der Verwendungs­zweck. Wenn Kunden und Lieferanten berücksichtigt sind, müssen auch die Flughäfen berücksichtigt werden. Die Airlines müssen in der Lage sein wei­terhin ihre Flugziele ansteuern zu können. Aus diesem Grunde sind sehr ho­he Anforderungen an die Turbinen- und Cockpittechnologien des A380 ge­stellt. Kenntnisse über das noch zu realisierende Gewicht und die Breite ei­nes Flugzeuges sind ausschlaggebend und bestimmen, ob eine Maschine landen und abgefertigt werden kann. Zusammen mit den angesprochenen individuellen Kundenwünschen, entsteht eine extreme Komplexität (Informa­tionsintensität) für den Bau des A380. (vgl. Lufthansa, o. J.). Die folgende Darstellung zeigt wie sich das Produkt Flugzeug anhand seiner Informations­intensität kategorisieren lässt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Information Intensity Matrix

(Quelle: Selbsterstellte Darstellung, modifiziert aus Porter, 2008, S. 83)

Produktionsprozess: Der Produktionsprozess stellt einen sehr entschei­denden Einflussfaktor für den Informationsfluss dar. Die Produktion bei Air­bus ist über mehrere Standorte und Zulieferer verteilt. Die Endmontage des A380 befindet sich in Toulouse. Hier werden die angelieferten Komponenten und Systeme dann zusammengesetzt. Es gilt somit alle Fertigungsstraßen zu koordinieren, da ein einziger Ausfall sofort einen Produktionsstopp bedeutet (vgl. Fasse, 01.11.2007).

Unternehmen: Airbus ist ein globales Unternehmen mit 52.000 Mitarbeitern und Standorten, welche sich über die gesamte Welt verteilen. Nach Picot / Reichwald / Wigand sind traditionelle Grenzen von Raum und Zeit durch die Informations- und Kommunikationstechnik überwindbar, jedoch erfordert dies eine geeignete Infrastruktur, da sonst Kommunikationsprobleme auftreten (vgl. Picot / Reichwald / Wiegand, S. 440 ff.). Die Konkurrenz: Die Einwirkungen der Konkurrenz auf das IM von Airbus stellen in erster Linie einen zeitlichen Aspekt dar.

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Details

Seiten
34
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640599080
ISBN (Buch)
9783640598939
Dateigröße
554 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v148455
Institution / Hochschule
Hochschule Darmstadt
Note
1,7
Schlagworte
A380 Airbus A 380 Informationmanagement Probleme A380 Beispiel Airbus

Autor

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